Ich denke den Tod akzeptieren als Ereignis, welches hoffentlich in Normalfällen am Ende eines lang gelebten Leben jedem Menschen bevorsteht, tut jeder bzw weiß es einfach insgeheim, auch schon kleine Kinder. Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, als ich etwa im Grundschulalter war, ich mit meiner Mutter auf einem Geburtstag war und wir gehen wollten, weil ich ins Bett sollte. Ich sagte "schlafen kann ich auch noch wenn ich tot bin". Da hat man von dieser Tatsache noch eine ganz, andere Auffassung. Die Jahre dauern da eh noch total lange, man fiebert auf Ereignisse wie Geburtstag und Weihnachten hin und verschwendet daran keine Gedanken. Wenn ich mir auch so denke wie unbeschwert man als Kind gelebt hat und sich um nichts Sorgen gemacht hat, weil der Tod da eben noch gar nicht greifbar ist. Bei all den Dingen, die aber täglich passieren, ist es aber echt dann schon ein "Wunder", dass man da so wohlbehütet durchgekommen ist. Mit dem Alter sieht das schon dann alles anders aus, da weiß man schon eher um die Endgültigkeit, die mit dem Tod verbunden ist und mir zu schaffen macht. Da weiß man auch, dass die all schlimmen Ereignisse real sind und Menschen wie du und mir passieren können.
Als man kleiner war hat man finde ich so große Katastrophen eher staunend betrachtet und nicht als der wirkliche Terror, der da echt zugange ist.
Vom Tod ablenken meine ich in der Hinsicht, dass man tragische Situationen, die Menschen zugestoßen sind, nicht alle auf sich bezieht, weil man sonst nichts mehr machen dürfte (man muss sich also schon ein wenig "unsterblich" fühlen, damit man halbwegs funktionieren kann) und einfach eben diese Endgültigkeit und Bedeutungslosigkeit, die der Tod dem Leben einer jeden Person am Ende bringt und nicht so an sich ran lässt. Warum definieren sich denn so viele darüber, was sie arbeiten und machen?Damit sie sich gebraucht fühlen, als wichtig ansehen, obwohl am Ende leider jeder ersetzbar ist und es ohne ihn weitergehen wird.
Warum beschäftigen wir uns mit kleinen, banalen Fragen? Damit wir nicht immer an unsere Vergänglichkeit erinnert werden.
Warum machen wir uns einen Plan, was wir studieren werden, dann arbeiten tun, wie viele Kinder wir haben möchte, wo wir Urlaub machen wollen. Damit wir so ausgefüllt sind, um uns um diese unbequemen Fragen keine Gedanken zu machen. Wenn du Glück hast nimmt das alles so viel Raum ein, dass für diese eher dunklen Themen keine Zeit bleibt. Woody Allen hat das hier recht gut beschrieben:
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhal ... 86581.htmlUnd dass Leuten der Tod wurscht ist, kann ich mir bei bestem Willen nicht vorstellen, gerade wenn man bedenkt, dass man wirklich es selbst ist, der stirbt. Marcel Reich-Ranicki meinte auch mal, dass der Gedanke an den Tod völlig sinnlos und vernichtend ist. Mit ihm fertig werden kann man nicht. Man kann höchstens einen auf cool machen und die Gedanken versuchen auszuklammern, kalt lassen tut das aber wohl niemanden. Gerade Männer in höheren Positionen lassen sich da nichts anmerken, finde ich. Das kommt wohl einfach daher, dass Sensibilität sonst als Schwäche ausgelegt würde, weil sie autoritär sein müssen. Was ich auch noch meinen Punkt untermauern würde bezüglich Ablenkung und Verdrängung des eigenen Todes ist der Fakt, dass auch viele Erwachsene diesen Zustand der Nicht-Existenz nicht vollkommen in seiner ganzen Wucht betrachten, sondern ihn häufig mit Ironie kaschieren. Da kommen dann häufig so Aussagen wie "da merke ich doch eh nichts mehr". GENAU das ist doch das Schlimme daran. Ja ich weiß den Zustand würde man dann nie wirklich erfahren, aber ich denke gerne, ich esse gerne, ich trinke gerne, ich höre gerne, ich sehe gerne. Das ist doch schlimm, wenn man dies dann nicht mehr kann. Da stellen sich mir dann ziemlich existenzielle Sinnfragen auf, warum ich so viel Wissen erlangen soll, so viel Erfahrungen machen soll, wenn die mir mit einem Schlag genommen werden und ich dann eh nichts davon habe.