Hallo zusammen,
habe bislang still mitgelesen in diesem Thema. Auch bei mir schlägt das Alleinsein ab und zu in Einsamkeit um. Die meiste Zeit bin ich inzwischen (war früher durchaus auch mal anders) sogar ganz gerne alleine mit mir, muss ich zugeben. "Passende" Menschen zu finden wird gefühlt immer schwerer, je älter man wird. Dabei sage ich nicht, dass es immer an den anderen liegt. Aber eben auch:
Zitat von Ibreaktogether:Sie waren mir zu laut, zu plump, zu planlos, zu destruktiv und alles andere als ein Vorbild.
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Kann ich auch durchaus nachvollziehen...
Ob ich mich der Einsamkeit schäme? Immer, wenn ich sagen wollte "ja", habe ich gemerkt, dass es eigentlich nicht so ist. Aber gerade heute hatte ich das Erlebnis, dass es eben doch auch bei mir so ist.
Und zwar bei einem Gespräch mit einer Arbeitskollegen, genauso wie es schon beschrieben wurde:
Zitat von ChaseForSera:Ich schäme mich auch für meine Einsamkeit und immer wenn ich mich beispielsweise Arbeitskollegen oder Bekannte fragen, was ich am Wochende gemacht habe, weiche ich der Frage entweder aus oder lüge und sage ich war mit Freunden unterwegs. Auf Verständnis wird man eh nicht treffen, sondern wird mit blöden Fragen konfrontiert.
Ich merkte bei der Frage "Wie gehts dir eigentlich in der jetzigen Zeit?" sichtlich das Unbehagen in mir aufsteigen und wie ich begann rumzudrucksen... Die Kollegin weiß ja mindestens, dass ich eben keine Familie oder Partnerin habe. Aber Freunde, Bekannte zum "Abhängen", das erwarten eben die meisten. Dass es wirklich Menschen gibt, die sich zwar viel bemühen, Kontakte zu knüpfen, aber wo das aus verschiedensten Gründen verläuft, das kann sich kaum jemand vorstellen, der es nicht selbst erlebt.
Meine hier gewonnenen Freundschaften sind über die Jahre inzwischen alle fortgezogen und das leider nicht gerade mal eben um die Ecke. Es wird immer schwerer, sich da nochmal aufzuraffen, wieder neue Freunde zu suchen. Und jetzt mit "Corona" gibt einem irgendwie noch den Rest.

Zitat von Abendschein:Deine Arbeitskollegen haben gar nicht die Möglichkeit Dich zu fragen, ob Du mit ihnen gehen willst, denn Du lügst und sagst das Du mit Freunden unterwegs war. Das finde ich nicht schön. Dann lieber die Wahrheit sagen, auch für den Fall, das was Doofes kommt, was ich aber nicht glaube. Du weißt also schon im vorraus das blöde Fragen kommen,....jaja.....aber warum fragen Deine Kollegen Dich was Du gemacht hast?
Zitat von Hoffnungsblick:Lügen ist schon nicht in Ordnung, auch weil du dir dann selbst etwas vormachst und dich indirekt auch belügst.
Du könntest deinen Kollegen vielleicht irgend etwas Nettes erzählen, das du erlebt hast. Vielleicht warst du in der Natur und hast Tiere oder Pflanzen entdeckt. Oder du hast ein schönes Hobby.
Ich kann hier beide Seiten verstehen.
Bin ein Freund der Wahrheit und Offenheit, so wie es @Abendschein und @Hoffnungsblick auch beschreiben.Somit gebe ich inzwischen immer zu, auch auf gezielte Nachfrage hin, dass ich meine Erlebnisse (Kino, Ausflug, Reise) mal wieder ganz alleine unternommen habe und fühle mich damit auch die meiste Zeit okay. Denn ich lebe inzwischen nach dem Motto, dass ich ja mit vielen Dingen nicht solange warten kann, bis mal die passende Person in mein Leben tritt. Denn was ist, wenn diese Person, auf die ich mich unendlich freuen würde, niemals kommt?! Dann liege ich irgendwann sterbend da und bereue all die Dinge, die ich niemals gemacht habe, weil ich auf jemanden gewartet habe.
Klar, außer Frage, zu zweit oder gar in kleiner Gruppe machen auch mir viele Dinge doppelt oder dreifach soviel Spaß! Aber das Leben ist kein Ponyhof und wir sind auch nicht bei "Wünsch dir was". Das Leben ist nun mal eher "Hier nimm und komm klar damit!".
Ich kann aber auch @ChaseForSera verstehen. Denn die Lüge entsteht ja aus der Scham über die wir uns hier unterhalten haben. Der Wunsch nach einem anderen Leben ist da. Aber manche bemühen sich und kommen trotzdem auf keinen grünen Zweig, spricht finden nie so richtig Anschluß. Weil man selbst anders ist, okay. Aber andere sind auch anders, so wie jeder auf seine Art "anders" ist. Vielfach ist es einfach, dass man eben gefühlt nie zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit den richtigen Menschen zusammentrifft. Hier im Forum merke ich ja, dass es auch andere gibt, die genauso "ticken" wie ich. Aber diese Menschen sind eben meistens verdammt weit weg. Da haben andere eben einfach mehr "Glück" gehabt.
Zitat von ChaseForSera:Gebe es auch offen zu.. einfach dieses warme Gefühl zu erleben, dass sich jemand freut dich zu sehen, fragt wie es dir geht. Das möchte ich erleben.
Ja, das "was wäre wenn", wenn irgendwann mal jemand da stünde, die (insbesondere und bevorzugt

) nicht nur sagt "du bist anders/komisch", sondern die sagt "du bist etwas besonders" und vielleicht noch "dich geb ich nicht mehr her!", das wäre es irgendwie immer noch. Es ist auch dieser Traum, der mich am Leben erhält.
Zumindest ein oder zwei Freunde, die sich auch von sich aus selbst mal unaufgefordert melden, weil sie sich einfach freuen dich zu kennen, das wäre doch eigentlich nicht zuviel verlangt...
Ich wünsche es euch und uns allen hier - ganz feste und von Herzen!