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Bergkristall

Bergkristall
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Ich habe heute mal so richtig bei mir beobachten, dass ich mich dafür schäme, einsam zu sein und es vor Anderen nicht zugebe. Es hat so ein Stigma, finde ich. Wie geht es Euch damit, redet Ihr mit anderen außerhalb des Forums darüber?
Mir geht es manchmal so, dass ich denke, mit mir stimmt etwas nicht, weil ich einsam bin und ich verstecke mich bzw. zeige mich nicht. Wenn ich mich mit anderen unterhalte, tue ich so, als ginge es mir gut und als wäre alles leicht. Aber in Wirklichkeit stimmt das nicht.

Kennt Ihr das Gefühl der Scham darüber?

19.04.2021 x 4 #1


137 Antworten ↓
Yannick

Yannick
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Hallo zusammen,

habe bislang still mitgelesen in diesem Thema. Auch bei mir schlägt das Alleinsein ab und zu in Einsamkeit um. Die meiste Zeit bin ich inzwischen (war früher durchaus auch mal anders) sogar ganz gerne alleine mit mir, muss ich zugeben. "Passende" Menschen zu finden wird gefühlt immer schwerer, je älter man wird. Dabei sage ich nicht, dass es immer an den anderen liegt. Aber eben auch:
Zitat von Ibreaktogether:
Sie waren mir zu laut, zu plump, zu planlos, zu destruktiv und alles andere als ein Vorbild.
. Wink Kann ich auch durchaus nachvollziehen...

Ob ich mich der Einsamkeit schäme? Immer, wenn ich sagen wollte "ja", habe ich gemerkt, dass es eigentlich nicht so ist. Aber gerade heute hatte ich das Erlebnis, dass es eben doch auch bei mir so ist.
Und zwar bei einem Gespräch mit einer Arbeitskollegen, genauso wie es schon beschrieben wurde:
Zitat von ChaseForSera:
Ich schäme mich auch für meine Einsamkeit und immer wenn ich mich beispielsweise Arbeitskollegen oder Bekannte fragen, was ich am Wochende gemacht habe, weiche ich der Frage entweder aus oder lüge und sage ich war mit Freunden unterwegs. Auf Verständnis wird man eh nicht treffen, sondern wird mit blöden Fragen konfrontiert.

Ich merkte bei der Frage "Wie gehts dir eigentlich in der jetzigen Zeit?" sichtlich das Unbehagen in mir aufsteigen und wie ich begann rumzudrucksen... Die Kollegin weiß ja mindestens, dass ich eben keine Familie oder Partnerin habe. Aber Freunde, Bekannte zum "Abhängen", das erwarten eben die meisten. Dass es wirklich Menschen gibt, die sich zwar viel bemühen, Kontakte zu knüpfen, aber wo das aus verschiedensten Gründen verläuft, das kann sich kaum jemand vorstellen, der es nicht selbst erlebt.
Meine hier gewonnenen Freundschaften sind über die Jahre inzwischen alle fortgezogen und das leider nicht gerade mal eben um die Ecke. Es wird immer schwerer, sich da nochmal aufzuraffen, wieder neue Freunde zu suchen. Und jetzt mit "Corona" gibt einem irgendwie noch den Rest. Sad

Zitat von Abendschein:
Deine Arbeitskollegen haben gar nicht die Möglichkeit Dich zu fragen, ob Du mit ihnen gehen willst, denn Du lügst und sagst das Du mit Freunden unterwegs war. Das finde ich nicht schön. Dann lieber die Wahrheit sagen, auch für den Fall, das was Doofes kommt, was ich aber nicht glaube. Du weißt also schon im vorraus das blöde Fragen kommen,....jaja.....aber warum fragen Deine Kollegen Dich was Du gemacht hast?

Zitat von Hoffnungsblick:
Lügen ist schon nicht in Ordnung, auch weil du dir dann selbst etwas vormachst und dich indirekt auch belügst.
Du könntest deinen Kollegen vielleicht irgend etwas Nettes erzählen, das du erlebt hast. Vielleicht warst du in der Natur und hast Tiere oder Pflanzen entdeckt. Oder du hast ein schönes Hobby.

Ich kann hier beide Seiten verstehen.
Bin ein Freund der Wahrheit und Offenheit, so wie es @Abendschein und @Hoffnungsblick auch beschreiben.Somit gebe ich inzwischen immer zu, auch auf gezielte Nachfrage hin, dass ich meine Erlebnisse (Kino, Ausflug, Reise) mal wieder ganz alleine unternommen habe und fühle mich damit auch die meiste Zeit okay. Denn ich lebe inzwischen nach dem Motto, dass ich ja mit vielen Dingen nicht solange warten kann, bis mal die passende Person in mein Leben tritt. Denn was ist, wenn diese Person, auf die ich mich unendlich freuen würde, niemals kommt?! Dann liege ich irgendwann sterbend da und bereue all die Dinge, die ich niemals gemacht habe, weil ich auf jemanden gewartet habe.
Klar, außer Frage, zu zweit oder gar in kleiner Gruppe machen auch mir viele Dinge doppelt oder dreifach soviel Spaß! Aber das Leben ist kein Ponyhof und wir sind auch nicht bei "Wünsch dir was". Das Leben ist nun mal eher "Hier nimm und komm klar damit!".

Ich kann aber auch @ChaseForSera verstehen. Denn die Lüge entsteht ja aus der Scham über die wir uns hier unterhalten haben. Der Wunsch nach einem anderen Leben ist da. Aber manche bemühen sich und kommen trotzdem auf keinen grünen Zweig, spricht finden nie so richtig Anschluß. Weil man selbst anders ist, okay. Aber andere sind auch anders, so wie jeder auf seine Art "anders" ist. Vielfach ist es einfach, dass man eben gefühlt nie zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit den richtigen Menschen zusammentrifft. Hier im Forum merke ich ja, dass es auch andere gibt, die genauso "ticken" wie ich. Aber diese Menschen sind eben meistens verdammt weit weg. Da haben andere eben einfach mehr "Glück" gehabt.

Zitat von ChaseForSera:
Gebe es auch offen zu.. einfach dieses warme Gefühl zu erleben, dass sich jemand freut dich zu sehen, fragt wie es dir geht. Das möchte ich erleben.

Ja, das "was wäre wenn", wenn irgendwann mal jemand da stünde, die (insbesondere und bevorzugt Wink ) nicht nur sagt "du bist anders/komisch", sondern die sagt "du bist etwas besonders" und vielleicht noch "dich geb ich nicht mehr her!", das wäre es irgendwie immer noch. Es ist auch dieser Traum, der mich am Leben erhält.
Zumindest ein oder zwei Freunde, die sich auch von sich aus selbst mal unaufgefordert melden, weil sie sich einfach freuen dich zu kennen, das wäre doch eigentlich nicht zuviel verlangt...

Ich wünsche es euch und uns allen hier - ganz feste und von Herzen! Freunde Trost

26.05.2020 19:58 • x 6 #99


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Scham wegen Einsamkeit - wie geht es euch damit ?

x 3


Angelwing

Angelwing
Mitglied

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Zitat von Bergkristall:
Kennt Ihr das Gefühl der Scham darüber?


Ja, dieses Gefühl kenne ich sehr wohl.
Ich glaube, es überfordert die Menschen wenn man sie damit "konfrontiert", sie können damit nicht umgehen. Es ist ihnen unangenehm. Man könnte meinen, sie hätten Angst sich damit anzustecken... haha... Auf Grund dessen würde ich es auch niemals sagen, das ich einsam bin. Ist auch schwer zu glauben, weil ich an sich ein sehr kommunikativer Mensch bin und mich sehr gern mit Leuten umgebe. Ich würde mich schon als extrovertiert bezeichnen. Das Problem ist oder vielmehr mein Problem ist, dass ich nur sehr wenig soziale Kontakte habe. Das hat natürlich auch seine Gründe... Kindheit, keine Geschwister, keinen Kontakt zur Familie und sehr viele Umzüge.
Zu deiner Frage nochmal...
Ich schäme mich sehr dafür und frage mich auch manchmal, was nicht mit mir stimmt. Schon als Kind fühlte ich mich sehr oft einsam, weil meine Mutter mich oft allein ließ.
Ich vermute, ich strahle eine gewisse Bedürftigkeit aus und das ist in unserer Gesellschaft extrem unattraktiv.

06.05.2020 20:31 • x 5 #53


Zum Beitrag im Thema ↓


Safira
die Scham entsteht ja nur wenn man sich diesen Umstand nicht erlaubt und gänzlich ablehnt und wie Du schreibst, dich selbst dafür verurteilst.

x 3 #2


A
OK ich erzähle den meisten Menschen auch nicht wie es mir wirklich geht,dass führt zu unnötigen Diskussionen,bin nach außen hin der Clown Very Happy

x 6 #3


Safira
Ja das stimmt. Habe ich auch schon festgestellt. Aber ich glaube das ist bei allen so.

x 2 #4


D
Die Menschen um mich herum (Nachbarn und 2 Bekannte) wissen, dass ich einsam bin. Ich schäme mich nicht dafür, weil es ja eine Tatsache ist, und nicht "nur" ein Gefühl. Aber meine Einsamkeit interessiert wirklich Niemanden. Daher habe ich aufgehört, darüber zu reden. Bringt eh nichts. Jedenfalls ist es in meinem Umfeld so.

x 2 #5


E
Ja ich kenne das Gefühl. Vor allem als Jugendlicher ging ich alleine in die Ferien, gab aber an ich ginge mit Kollegen.

Heute sehe ich das Gelassener. Ich muss mich vor niemanden rechtfertigen. Es ist wie es ist.
Für mich ist nicht jeder sofort ein Freund, mag sein, dass ich die Ansprüche zu hoch setze....aber wirklich wirklich gute, wahrhaftige Freunde zu finde finde ich sehr sehr schwierig. Meistens ist es oberflächlich und zeitlich begrenzt - schnell verliert man sich wieder aus den Augen.
Warum muss man sich daher schämen ?
Warum muss man sich überhaupt für irgendetwas schämen. Leben und leben lassen.
Der eine ist Dick, der andere zu Groß oder zu Klein, der eine hat ein Flecken im Gesicht, eine krumme Nase, abstehende Ohren oder weiß der Geiser was. Niemand muss sich für irgend etwas schämen.
Und wer (meist hinter dem Rücken) über andere Lästert ist wohl geistig und / oder empathisch untergemittelt.
- meine Meinung.

x 1 #6


M
Ja kenn ich, man gibts gegenüber andern ungern zu einsam zu sein, vor allem weil die meisten auch ned wirklich offen sind für neue bekanntschaften, erst kommt die grosse euphorie "wir müssen unbedingt mal was zusammen machen", doch dann verläuft sich sowieso wieder alles im sand

deshalb isses wichtig seine einsamkeit anzunehmen und zu akzeptieren find ich, sonst wird man jedes mal aufs neue enttäuscht, wenn man anderen deswegen hinterherrennt

Lg

#7


Bergkristall
@münchausen
das kenne ich auch, dieses "wir müssen unbedingt manl telefonieren oder uns treffen", woraus dann fast immer nichts wird. Nein, da bin ich mittlerweile auch nicht mehr enttäuscht, ich denke dann meistens "dann eben nicht". Aber Einsamkeit zu akzeptieren finde ich schwer. Manchmal gelingt es mir gut, das sind dann die Moment, wo ich Alleinsein genieße, das ist jedoch anders als sich einsam zu fühlen im Alleinsein. Das Annehmen, da muss ich wirklich dran arbeiten.
@rero
Ja, wirklich gute Freunde zu finden, finde ich auch schwer. Zumal - jedenfalls ist es bei mir so - eine Freundschaft muss wachsen.
Warum schäme ich mich manchmal, weil ich allein bin? Ich fühle mich manchmal so abgetrennt, wenn ich sehe, wie andere in Gruppen oder als Paar laufe und ich alleine. Wenn das über einen langen Zeitraum so geht, macht mir das wirklich etwas aus und ich schäme mich irgendwie. Und das wiederum nimmt mir meine Spontanität.
Was das Lästern angeht, denke ich, das tun die meisten Menschen, das macht mir nicht so viel aus, denn ich höre ja nicht, was sie sagen, wenn sie etwas sagen. Ich merke, was mich am meisten einengt, sind meine eigenen Gedanken und Bewertungen meiner Situation.
@Dore
Hast du deinen Nachbarn und den beiden Bekannten erzählt, dass du einsam bist? Falls ja, wie haben sie reagiert?
Ich habe es auch einer guten Freundin von da, wo ich eigentlich herkomme, ein einziges Mal erzählt und dann nie wieder. Ansonsten spreche ich es nur an, wenn mich mal jemand fragen sollte. Deswegen finde ich das Forum hier wichtig, denn ich denke, hier wissen die Anderen, wovon man spricht.
@Safira
ja, du hast Recht. Ich erlebe Einsamkeit nicht gern und verurteile mich auch ein bisschen dafür, weil ich so leichtfertig umgezogen bin und nicht in Betracht gezogen habe, dass ich dadurch einsam werden könnte. Allerdings weiß ich die Kontakte, die ich habe , viel mehr zu schätzen.
@Akinom
So mache ich es auch, nach außen hin ist alles easy. Ich bin mir nur nicht mehr so sicher, ob das für mich noch wirklich stimmig ist. Was oberflächliche Kontakte angeht, ist es auf jeden Fall richtig, aber bei den Leuten, die mir etwas bedeuten, fange ich mittlerweile vorsichtig schon an, zu sagen, wie es mir damit wirklich geht, denn sonst zeige ich mich ja nicht richtig.

Puh, ich finde, damit umzugehen, ist wirkich nicht einfach. Fragt Ihr Euch manchmal, was die Einsamkeit mit Eurem Inneren zu tun hat? Also mit bestimmten Glaubenssätzen über Euch selbst?

x 2 #8


Grabwächter
Am Wochenende gehe ich abends immer mit ner Schüssel
Nudelsalat spazieren
Damit die Leute denken ich hätte Freunde
die mich zur Party einladen.

x 3 #9


Safira
Oman Freunde

#10


Acipulbiber
Zitat von Seelenbrand:
Am Wochenende gehe ich abends immer mit ner Schüssel Nudelsalat spazieren Damit die Leute denken ich hätte Freunde die mich zur Party einladen.

Den Spruch kenne ich. Köstlich Daumen hoch haha

#11


E
🔁 Video geteilt von Ex-Mitglied:

#12


Safira
Zitat von Acipulbiber:
Den Spruch kenne ich. Köstlich Daumen hoch haha

Wieso Spruch... war das nicht ernstgemeint? Falls ja find ich das wirklich nicht lustig @seelenbrand

#13


D
@Bergkristall
Ja, sie kennen meine Situation, interessiert sie aber nicht wirklich. Sie treffen sich lieber mit Menschen außerhalb der Wohnung (Frühstücken oder Essen gehen). Ich kann mir das nicht leisten. Manchmal geben sie "gute" RatSCHLÄGE oder sagen "Da muss man halt durch..."

Zitat:
Puh, ich finde, damit umzugehen, ist wirklich nicht einfach. Fragt Ihr Euch manchmal, was die Einsamkeit mit Eurem Inneren zu tun hat? Also mit bestimmten Glaubenssätzen über Euch selbst?


Was meinst du denn damit? Verstehe ich leider nicht. Also ich bin von 365 Tagen im Jahr tatsächlich 350 alleine. Das macht sich langsam an meiner Aussprache bemerkbar. Ich rede einfach zu wenig.

x 1 #14


Safira
ich befand mich damals in einer sehr schweren Zeit auch sehr lange in totaler sozialer Isolation. Das werde ich niemals vergessen. Hatte das gefühl das mich keiner wollte und ich allen egal wäre. Echt schlimm sowas.
ich erinnere mich noch das ich mal sagte das mir Gespräche (ich glaub das war der Kinderarzt) fehlen. Ich hatte nur mein Kleinkind um mich rum. So richtige Erwachsenengespräche oder irgend ein Gespräch mal.

x 1 #15


Grabwächter
Zitat von Safira:
Wieso Spruch... war das nicht ernstgemeint? Falls ja find ich das wirklich nicht lustig @seelenbrand

Ich postete diesen Spruch schon mal.
Das funktioniert auch mit ner Kuchen Glocke.

#16


E
Ich glaube die meisten Menschen fühlen sich mal einsam. Das sieht oft doch nur so aus als würden alle jedes Wochenende mit Freunden was machen. Ich kenne ganz viele die Abends alleine rum sitzen. Das ist genau wie Single sein. Man spricht nicht so drüber aber es gibt viele Menschen die Single sind.

#17

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Safira
@seelenbrand jetzt stehe ich auf dem Schlauch. Machst Du das jetzt wirklich, mit einer Schüssel durch die Gegend laufen oder nicht verwirrt

x 1 #18


Grabwächter
Heute nicht mehr.
Das war einmal.
Und es war Kuchen weil für Nudelsalat hatte ich
Keinen Bock den zu machen.
Wenn man so weit unten ist solche Aktionen
Zu machen dann ist das gar nicht lustig.
Der Eingangspost hätte vor 5 Jahren von mir
Sein können. Zu 100%.

x 1 #19


Safira
ok, ich finde das auch echt schlimm.

x 1 #20


A


x 4


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Dr. Reinhard Pichler
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