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I

inviolable
Gast

Hallo,
ich bin 24, mich beschäftigen diese Probleme seit dem ich denken kann:
Ich habe keine Freunde, keine außer-häuslichen Hobbies (mehr), bin aber offen und kontaktfreudig. Frauen anzusprechen gelingt mir. Irgendwann haben auch Frauen kein Interesse mehr an mir (was anfangs jedoch nicht der Fall ist). Dasselbe Problem bei Jungen/Männern: Anfangs gelingt die Kontaktaufnahme gut, später geht jedoch alles unter und man will nichts mit mir zu tun haben. EInige unterhalten sich mit mir in der Schule/Uni, aber privat will niemand mit mir etwas zu tun haben.
Ich habe mich insgesamt 15mal mit einigen privat getroffen. Aber wie beschrieben, werde ich früher oder später gemieden.
Ich habe einen "virtuellen Freund". Mit dem chatte ich online. Wenn ich Probleme oder Suizid-Gedanken habe, erzähl ich es ihm. Er hilft mir ab und zu. Aber privat was unternehmen: Nein.
Früher schaffte ich es, meine Unlust am Leben mit Freude zu überspielen. Seit wenigen Tagen ist das nicht mehr möglich und man merkt, wie trüb ich wirke. An manchen Tagen schaffe ich es doch, es zu überspielen.
Bei jeder Kontaktaufnahme muss ich immer daran denken, wie ich mich anderen gegenüber verhalten soll. Meine gesamte Persönlichkeit besteht aus dem mir beigebrachten. Ich kann nichts Anderes, als was mir beigebracht wurde. Mittlerweile merke ich, dass sportliche, attraktive Menschen oder auch welche die andere zum Lachen bringen, trotz aller Defizite sofort anerkannt und akzeptiert werden. Ich vermute, dass ich gemieden werde, weil ich u.a. andere nicht zum Lachen bringen kann.
Was ich sage, haut die Leute wohl nicht um. Stattdessen werde ich bemitleidet, was ich eigentlich hasse. Mir fällt auf, dass ich mich mit anderen unterhalte, diese mit mir aber nichts unternehmen wollen. WANN IMMer ich darauf zurück komme, sucht man das Weite. Ich weiß nicht weshalb.

Ich war bis vor 12 Jahren schüchtern. Zu der Zeit begannen meine Suizid-GEDANKEN. Irgendwann fing ich an meine Schüchternheit abzulegen.

22.05.2011 #1


383 Antworten ↓
P

Pilongo
Gast

Hallo mängelexemplar,

Zitat:
Da kann man noch soooo positiv eingestellt sein, wenn dir das Leben immer wieder ans Bein p**** kann man darüber doch nicht noch happy sein, nur weils die Einstellung so will oder


Da muss ich dir ganz heftig widersprechen.
Deine innere Einstellung bestimmt wie du mit den Problemen umgehst die dir das Leben vor die Füße wirft. Denn Probleme, die hat Jeder.
Es gibt Eltern die verlieren ihren Sohn bei einem Autounfall, es gibt Menschen da wird urplötzlich Krebs diagnostiziert und er kann nicht mehr geheilt werden, es gibt Menschen die kämpfen jahrelang mit dem Krebs, das ist auch anstrengend. Es gibt Menschen die sind gelähmt, es gibt Menschen die sich ihr Leben lang um behinderte Angehörige kümmern müssen, es gibt Menschen die leiden jahrelang unter einer zerbrochenen Ehe oder unerwiderter Liebe.
Das Leben pinkelt den Menschen andauernd ans Bein, und das ist ganz normal.
mist happens. So ist halt das Leben. Glück im Leben kommt und geht. Unglück auch. Aber wenn wir gerade in einer unglücklichen Phase stecken denken wir automatisch: "Das bleibt jetzt für immer so!" Stimmt aber nicht. Über 80% aller Menschen die brutale Schicksalsschläge erleben gehen nach etwa zwei Jahren ohne Beeinträchtigungen durchs Leben, die Meisten davon sogar gestärkter als vorher. Das ist doch mal was Schönes, oder? Krisen durchlebt Jeder. Aber Krisen bieten auch die Chance daran zu wachsen und sich weiter zu entwickeln, gestärkt daraus hervor zu gehen.

Deine eigene Einstellung bestimmt darüber wie du damit umgehst. Wer jammert, nur Alles Schlechte sieht, der ist natürlich unter'm Strich weniger glücklich als der der die Probleme hinter sich wirft oder aus der Welt räumt und tapfer nach Vorne schaut.
Ich schau mir oft meine Nachbarn an. Die eine, die ist verheiratet, Beamtin, hat eine Mutter die im Pflegeheim lebt, ein Haus das der Staat einbehält um das Heim zu zahlen, und Streit mit ihren Geschwistern wegen Haus+Mutter+Heim. Jedes Mal wenn wir uns treffen jammert sie darüber, mit ihrem Mann streitet sie deswegen oft (obwohl ja eigentlich keiner was dafür kann) und sie ist blass, übergewichtig, und häufig krank. Sie ist unglücklich.
Dann hab ich diese andere Nachbarin. Sie ist geschieden, arbeitslos, lebt seit etwa 20 Jahren allein, arbeitete früher als Bewährungshelferin, bis sie Brustkrebs bekam. Seitdem kämpft sie gegen den Krebs. Der in den Brüsten hat gestreut, ist auch in der Wirbelsäule. Sie musste schon eine künstliche Halswirbelsäule bekommen weil der Krebs die Knorpel und Knochen zerfressen hat, sie musste schon beide Füße gebrochen und neu gerichtet bekommen weil der Krebs sie deformierte. Sie hat einen Hund, der jetzt auch Krebs bekommen hat. Der ist ihr ein und Alles. Aber sie ist braungebrannt, strahlt wenn wir uns sehen, und ist trotz all den Brocken die ihr das Schicksal hingeworfen hat glücklich.
Beide Nachbarinnen haben ein schweres Kreuz zu tragen.
Bloß die eine kann's besser als die Andere. Wegen ihrer positiveren Einstellung.

Andererseits ist der Mensch von Grundauf schon ein Jammerlappen.
Versuche haben gezeigt: Wir ärgern uns mehr wenn etwas 30% teurer wird als wir uns freuen wenn es 30% billiger wird. Der Mensch, der ewig und immer glücklich ist, den gibt es nicht. Sich ewiges oder großes Glück zu wünschen macht von Vornherein unglücklich, weil es das nicht gibt. Der Körper kann nicht konstant Glückshormone ausschütten, die Neandertaler die früher nach dem Mammutfuttern und einer Orgie glücksseelig über die Wiese gehüpft sind, die hat der Säbelzahntiger erwischt
Schmerz, der nachlässt, ist für Menschen angenehmer als neutrale Gefühle. Das ist komisch, ist aber ärztlich bewiesen. Deswegen legen es viele Menschen lieber darauf an konstant unglücklich sein zu können als einfach mal zu sagen: "Mein Leben ist zwar nicht perfekt, aber es passt schon!"

Überhaupt erwartet der Mensch sehr viel Perfektion. Manchmal von Anderen, mal von sich selbst. Perfektion im Leben gibt es aber nicht. Sich das zu erhoffen oder gar zu erwarten, darauf zu warten dass irgendwann mal Alles perfekt läuft, das macht auf Dauer nur unglücklich. Zufriedenheit mit dem Ist-Zustand, DAS macht glücklich. Wer heute nicht glücklich ist, der wird es auch in zwei Jahren nicht sein. Weil Glück nicht von Außen kommt, sondern von Innen. Noch was Interessantes aus der Psychologie: Bronze- oder Silbermedaillen-Gewinner, wer ist wohl glücklicher? Interessanterweise der Bronze-Gewinner. Rein logisch betrachtet hat er von allen dreien das schlechteste Ergebnis, und trotzdem ist er am zufriedensten. Der Silbergewinner vergleicht sich ständig mit dem Goldgewinner und ärgert sich, verloren zu haben. Aber der Bronzegewinner weiß: Richtig doof ist der vierte Platz! Der vergleicht sich nach unten und ist froh überhaupt noch was bekommen zu haben. Deswegen kann es, gerade in einer schweren Zeit, helfen, sich mit besonders kranken und bedürftigen Menschen zu beschäftigen. Denn zum Einen freuen sich diese Menschen über Zuwendung und Aufmerksamkeit, zum Anderen sieht man mit eigenen Augen: Es könnte auch noch viel schlimmer sein. Es gibt Menschen, die sind weitaus schlimmer dran als man selber. Und das sorgt oftmals dafür dass der Blick gerade gerückt wird und man doch irgendwie besser mit dem zufrieden sein kann was man hat.

Das oben beschriebene Phänomen klappt auch bei Menschen die schon glücklich und zufrieden sind. Wenn man sich selber glücklich machen will, sollte man versuchen Andere glücklich zu machen. Wenn ich mir in der Stadt ein paar Schuhe kaufe weiß ich ja irgendwie schon was kommt. Ich bin kurz glücklich, aber das war's dann auch schon. Wenn ich aber jemandem Anderen helfe, Jemanden glücklich mache, dann überrascht mich dessen Reaktion, ich weiß ja nicht wie der reagiert, und wenn er dann lacht und sich freut, dann steckt mich das an und ich lache mit, und die Freude über eine gute Tat kann mich dann den ganzen Tag über begleiten. Das ist kein kurzer Moment, wie beim Schuhkauf, sondern ein Gefühl das tiefer geht und länger anhält. Der Mensch hat im Kopf sogar Spiegelneuronen die genau dafür gedacht sind Emotionen Anderer wahr zu nehmen, zu spiegeln, und auf mich selber zu übertragen. Wenn einer weint bin ich traurig, wenn einer lacht bin ich automatisch auch glücklich. Das ist ansteckend und hält lange an. Und gleichzeitig tut man auch noch was Gutes. Für sich selber, und für Andere. Deswegen raten viele Psychologen in der Einsamkeits-Therapie zum Ehrenamt. Weil das glücklich macht. Leider sind die Patienten oft zu Ich-bezogen um den Sinn dahinter zu erkennen und versuchen es gar nicht erst. Was ich sehr sehr schade finde, weil ich aus eigener Erfahrung weiß wie gut das tut und wie glücklich das macht.

Zu guter Letzt: Viele einsame Menschen glauben, Andere könnten sie glücklich machen. Das Ideal vom perfekten Partner der uns glücklich macht macht die Menschen seit jahrhunderten unglücklich, traurig und einsam. Wie wahrscheinlich ist es auch dass man unter Milliarden von Menschen genau den einen findet - falls es den überhaupt gibt? Genau so macht die Gesellschaft Anderer bestimmt glücklich, der Mensch braucht sie auch. Aber man muss auch bedenken: Wer sich selber liebt, den können die Anderen gern haben. Wenn ich mich selber akzeptieren und lieben kann so wie ich bin, wenn ich sagen kann "Okay, mein Leben ist nicht perfekt, aber passt schon!", dann brauch ich auch nicht die Bestätigung und Zuneigung Anderer um glücklich zu sein. Dann kann ich das von mir heraus ganz alleine, und kann dafür viel offener und zwangloser auf Andere zugehen, wovon meine Beziehung zu anderen Menschen absolut profitieren wird. Denn krampfhafte Kontaktsuche endet meist erfolgslos, während genau die die meisten Freunde haben denen die Meinung Anderer wirklich absolut egal ist. Das ist paradox, aber interessant zu beobachten.

Eine Freundin hat zu mir mal gesagt: Wenn du eine Leere im Leben hast musst du sie füllen. Und ich finde das kann man auf alle Probleme im Leben anwenden, auf jedes Loch das sich auftut. Wenn ich, anstatt Zuhause zu sitzen und zu lamentieren, meinen Tag mit Aktivität fülle (und ich weiß es ist schwer sich dazu aufzuraffen, aber keiner außer einem selbst kann das), mich um Andere kümmere, etwa beim Ehrenamt, mit Anderen kommuniziere, zum Beispiel bei einem Hobby oder im Verein, und etwas Produktives mache, dann hab ich zum einen schon weniger Zeit traurig zu sein, und zum Anderen bin ich aktiv, hab was zu erzählen, und wirke dadurch wieder interessanter und attraktiver auf Andere. Es gibt ein Sprichwort: Lache, und Andere lachen mit dir, schnarche, und du schläfst allein. Und das stimmt auch. Mit Pessimisten und Langweiler will Niemand etwas zu tun haben. Wozu auch? Die geben wenig, jammern nur. Das ist langweilig auf Dauer. Jemand der viel unterwegs ist, viel zu erzählen hat, mit dem beschäftigt man sich gerne, der ist cool, der kommt gut an.
Dabei ist es aber wichtig, sich selber nicht aus den Augen zu verlieren.
Wenn ich kein Partylöwe bin, dann bin ich eben keiner. Punkt, aus.
Wenn ich trotzdem versuche einer zu sein, wirke ich auf Andere gestellt und seltsam, und sie meiden mich. Ich bin am Ende wieder unglücklich, weil ich es doch versuche, es aber nicht klappt. Das hab ich beim Bruder meines Freundes beobachten können.
Beamter, Jungfrau, verklemmter Typ, schüchtern, braucht lange Zeit um aufzutauen.
Er ging auf Anraten seiner Eltern trotzdem zu Parties, in den Tanzkurs, auf's Volksfest, war fast jedes Wochenende weg. Und trotzdem einsam und undglücklich.
Ich hab ihm dann das Buch vom Hirschhausen zum Leben gegeben (das ich Jedem nur wärmstens empfehlen kann) und jetzt hat er erkannt dass auch in fünf Jahren aus ihm eben kein Partylöwe wird, sondern er zu sich selber stehen und sich eine passende Umgebung suchen muss in der er er selbst sein kann. Nun geht er seit einigen Monaten immer am Wochenende in die Stadt und spielt dort mit ein paar Jungs und Mädels ein Strategie-Rollenspiel. Wir haben ihn da mal besucht, und da stehen 20 Geeks in einem winzigen Raum um einen Tisch mit Plastikpanzern herum - aber die sind glücklic, lachen, verstehen sich, also ist doch Alles im Lot. Vor zwei Wochen ist er mit zwei Kumpels nach Malle geflogen. Er hat, glaube ich, erkannt dass das Verbiegen und Verstellen nichts nutzt, sich akzeptiert so wie er ist und sich einfach passende Freunde gesucht. Die waren noch nie gemeinsam in einer Disco, er und seine Kumpels, dafür spielen sie am Samstag oft bis spät in die Nacht ihr Strategiespiel. Es hilft, wenn man sich ehrlich fragt: Was kann ich gut? Was mach ich gern? Wann haben Andere Spaß an mir? Was hält mich davon ab mehr davon zu machen?
Wenn man noch kein Hobby gefunden hat: Dann sucht man sich eines. Es gibt in jeder größeren Stadt so viele verschiedene Angebote.. da ist wirklich für Jeden was dabei, auch für jede noch so kleine Nische.

Man kann sich nicht jeden Tag weiter entwickeln und verändern, man kann nicht durch einen Fingerschnipp glücklich und gesellig werden. Aber man kann Dinge verändern. Ganz langsam, Schritt für Schritt, nach und nach. Keiner kann eine Leiter mit einem Sprung nach oben hüpfen, aber Jeder kann eine Leiter hoch klettern, Sprosse für Sprosse.
Ich schrieb schon zu Anfang: Der Mensch ist der geborene Jammerlappen, Selbstmitleidssuhler und Aushalter. Wir halten oft dinge aus, sehr lange, obwohl sie uns unglücklich machen. Weil Aushalten einfacher ist als Ändern. Aber meistens bringt nur Aktivität die ersehnte Veränderung.

Auch Training kann helfen, glücklicher zu sein. Ich hab so gelernt den Blick mehr auf die kleinen Dinge zu lenken anstatt movielike auf das große Glück zu warten das es im echten Leben einfach nicht gibt. Ich hab mich einfach jeden Abend ins Bett gelegt, die Augen geschlossen, und mir überlegt: "Was war heute besser als erwartet, was war heute überraschend, schön?" Mindestens drei Dinge sollten es jeden Tag sein. Am Anfang fiel mir nicht viel ein. Dann hab ich gemerkt dass ich etwas hätte beisteuern können um den Tag schöner zu machen. Hin und wieder mach ich diese Übung auch heute noch gerne, obwohl ich inzwischen ziemlich zufrieden bin, egal was das Leben mir so an Brocken vor die Füße wirft. Gestern war es unter Anderem: "Mein Freund war nach 10h Arbeit gar nicht genervt wie ich es erwartet hatte, sondern wollte gerne noch was mit mir machen" - das hatte ich nicht erwartet. Am Ende saßen wir dann 2h im Bett und schauten einen Film. Nichts Besonderes, keine große Geste, aber eben überraschend, und dadurch schön.
Eine andere Sache war: "Eine Frau hat mir an der Kasse ihre Treuepunkte geschenkt" - ich kann zwar nichts damit anfangen, aber es ist eine nette Geste. Diese kleinen Dinge kann ich dank des jahrelangen Übens mittlerweile viel besser sehen.

Auch sehr hilfreich ist es, sich jeden Tag zweimal zu sagen: "Ich bin gut, so wie ich bin" oder "Es ist gut, so wie es ist". Das hab ich selber aus absoluter Verzweiflung heraus gemacht, und schon nach zwei, drei Monaten wurde ich von Anderen auf meine neue, positivere Ausstrahlung angesprochen. Es sind echt kleine Übungen, die fast schon esoterisch anmuten, aber mir haben sie viel genutzt. Der Weg aus der Einsamkeit heraus kam aber bei mir auch erst ab dem Zeitpunkt ab dem ich mich aufgerafft habe und aktiv wurde, mehr am Leben und an Anderen teil genommen habe. Ab da konnte ich was erzählen, war aktiv, und damit eben für die Anderen interessant.

Was mir zudem massiv geholfen habe waren "aber"-Beziehungen, um Gutes und Schlechtes zu sehen. Ich hab mir Alles notiert was ich an meinem Leben blöd fand und zu Allem versucht einen Gegenpart zu finden. "Ich bin chronisch krank ABER habe eine tolle Familie" oder "mein Vater ist zwar viel zu früh gestorben ABER dafür hab ich ein festes Dach über dem Kopf". Das half, nicht nur Alles schwarz zu sehen, sondern auch zu wissen, dass ich für Vieles dankbar sein kann, obwohl es nicht immer einfach war im Leben, und wohl auch niemals einfach sein wird.

So, nach diesem Roman hätt ich gerne noch abschließend etwas ganz Gescheites geschrieben, aber ich hab so viele Gedanken da gelassen dass mir jetzt nichts mehr einfällt.
Deswegen wünsch ich euch alles Gute, den Mut einfach mal was auszuprobieren, und daraus resultierend dann kleine Erfolgserlebnisse. Ich war selber lange Zeit in meiner Einsamkeit und dem Jammertal gefangen, bin schier verzweifelt an der Aussichtslosigkeit meiner unrettbar verlorenen Lage. Bis ich am Ende erkannt hab: Mich holt da Niemand raus. Das kann bloß ich selber. Und ab da ging es aufwärts. Nicht steil, aber stetig.
Letztendlich war bloß Umdenken und ein Perspektivenwechsel nötig um mich aus meiner Einsamkeit zu holen. Es hat zwar trotzdem ein gutes Jahr gedauert bis mein Leben dann so war, dass ich wirklich damit zufrieden war, aber es hat geklappt, wenn auch nur schrittweise.
Und das wünsch ich euch auch.
Ich sehe mein eigenes Leben übrigens auch jetzt nicht als perfekt an, obwohl es jetzt so ist wie ich es mir als einsamer Außenseiter immer gewünscht hab.
Aber unter'm Strich kann ich sagen: Es ist gut, genau so, wie es ist.


Liebe Grüße,
Bianca

28.09.2010 10:57 • #56


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Hilflos in der Einsamkeit

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spiegelscherben

spiegelscherben
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@saidndone
Also gerade diese Profit-Sache mag ich so eigentlich nicht stehen lassen...

Es kann sein, dass sich aus einer Zweck-Gemeinschaft tatsächlich am Ende eine Freundschaft ergibt, aber meiner Erfahrung nach ist das eher selten der Fall... Sie beschränkt sich meistens simpel auf den Nutzen, den man vom Anderen hat - fällt der weg, war*s das.

Aber ich weiss worauf du hinaus willst...

Du hast natürlich recht, dass die meisten Freundschaften nicht vor dem Hintergrund entstehen, dass sich beide denken "Ich such mir jetzt einen Freund!"

@Birgit
Extrovertierte Menschen wirken stark, optimistisch und interessiert.
Introvertierte Menschen wirken meist abweisend, eigenbrötlerisch und desinteressiert.
Man sollte zwischen beidem die goldene Mitte finden, mit der man sich selbst noch wohlfühlt, denn im Extrem wirkt keines von beidem wiederrum anziehend.
(Das hängt im Übrigen überhaupt und in garkeinem Fall mit körperlicher Attraktivität zusammen! Ein gutes und gepflegtes Erscheinungsbild sind äußerst hilfreich... das muss man eigentlich eh keinem sagen. Aber ob man zu dick, zu dünn, zu groß, zu klein ist - spielt keinerlei Rolle, solang man trotzdem selbstbewusst auftritt! Überhaupt ist Selbstbewusstsein der Faktor schlechthin... Körperliche Faktoren stellen sich ohnehin sehr schnell von selbst raus - würde ich mich aber auch nicht von entmutigen lassen, sondern es als gegeben hinnehmen.)

Aber geh auf die Leute zu, unterhalte dich mit allen, die dir interessant scheinen, versuch mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Versuch dich in Gesellschaft mit anderen spassend und im Gespräch zu zeigen. (selbst wenn du von ihnen selbst eigentlich nichts möchtest)
Interessiere dich für die Belange und auch die Trivialgespräche der anderen, denn Beziehungen wollen gepflegt werden, egal ob dich etwas interessiert oder nicht.
Erscheine regelmäßig mit anderen auf Parties! Auf Parties lernt man meiner Erfahrung nach selten jemanden kennen, wenn man alleine hingeht - besser ist es in Gemeinschaft zu gehen und damit einerseits zu zeigen, dass man ohnehin ein interessanter Mensch ist und andererseits auch die Freunde der Freunde kennen zu lernen. (hierbei ist egal ob du diejenigen mit denen du kommst tatsächlich als Freunde betrachtest, es geht mehr um die Kontakte mit denen du gehst.)

Wähle das Niveau des Gesprächsthemas und deiner Beiträge dem Gegenüber angemessen! Versuche auszuforschen welchen Bildungsgrad er hat und versuche ihn weder zu unterfordern (langweilen), aber auch nicht zu überfordern (anstrengen).
Hierzu empfehle ich die schulische Laufbahn nur als Indiz zu behandeln... es gibt strunzdumme Akademiker und informierte Hauptschüler - mach das abhängig von der Person und nicht von ihrem Titel!

Deute an, was dir Freude macht und dich interessiert, was man gemeinsam unternehmen könnte oder erzähl von deinen Erlebnissen auf einer Feier, während eines Vereinstreffens, Kneipenbesuchs, Friseurbesuchs... (was auch immer) mit anderen Menschen. (Menschen hören meist gern lustiges und erbauliches über anderer Leute Leben - Auch Tratsch ist ein Weg und gehört... warum auch immer... zu den sozialen Qualitäten des Menschen) Werde dabei aber NIEMALS bösartig, intrigant oder gehässig!

Und vor allem - GANZ WICHTIG! Ergreif die Initiative! Warte NIEMALS ab, bis du irgendwohin eingeladen wirst! Schlage Veranstaltungen und Tätigkeiten selbstständig vor, denn dann wissen die anderen was du mitmachst und wo man mit dir Spass haben kann, werden bei ähnlichen Tätigkeiten auch an dich denken, wenn sie mit dir Spass hatten und werden dich dazu einladen! Dann sei aber klug und tu alles dafür während des Events zu dem du einlädst auch zu tatsächlich voll mitzumachen - sitz nicht einfach nur dabei, sondern stürz dich voll rein (tut nicht nur dir gut, sondern präsentiert dich auch bestens)

Ignoriere aber auch deine Bekannten nicht - du weisst wahrscheinlich selbst wie frustrierend es sein kann abseits zu sitzen... versuch sie einzubinden (DU bist der/die Agierende!) und falls sie sich gleichmaßen enthusiastisch ins Geschehen stürzen, dann bleib erst recht in ihrer Nähe und mach mit!
In Gesprächen versuche vor allem abzuklappern wofür sich ein Mensch interessiert, was ihn bewegt - wähle dann das Thema so, dass es seine Interessen anspricht und wenn du von dir selbst erzählst, wähle Themen, bei denen er mitsprechen kann!

Das "Worüber" ist dabei im Übrigen völlig uninteressant, wichtiger ist es überhaupt in ein Gespräch zu kommen, das beide Seiten als angenehm und möglicherweise sogar spannend empfinden (Diskussionen sind immer bestens).
Schaffe Momente - "An die man sich zurückerinnert..." bei denen man sagt "Das war doch mal lustig!"

Aber und vor allem... damit das klappt gehe komplett kreativ daran und improvisiere in der Situation selbst! Nichts wirkt verkrampfter als eine komplett durchgeplante Veranstaltung im privaten Rahmen. (Damit meine ich lediglich - stell keinen Tagesplan auf... wenn dir etwas Erbauliches für Zwischendrin einfällt (Meinetwegen ein Trinkspiel zum Beispiel) dann warum nicht?
Achja... Alk. - auch hier heisst es die goldene Mitte zu finden. Alk. enthemmt und sorgt für eine lose Zunge - eine wünschenswerte Ausgangssituation! Übertreib es aber nicht, aber komplett abstinent kann (muss nicht) eine Veranstaltung ziemlich schnell versacken. (Das kommt allerdings auch sehr stark auf den Rahmen an! Versuche da dringenst Etikettenbrüche und Fettnäpfchen zu vermeiden - soweit möglich)

Verschweige gezielt - alles belastende, alles negative, alles was dich bedrückt

Denn wichtigste Regel: Zeige in der Kennenlern-Phase deine Stärken, zeige Interesse, zeige Engagement, Zeige deine Qualitäten... für alles andere ist zu Beginn die Bekanntschaft nicht stark genug (viele werden es nie) und wenn du beginnst deine Probleme zu wälzen überwiegt für den anderen schnell der Kostenfaktor, sodass er den Nutzen aus den Augen verliert (Da stimme ich saidndone zu)

Der Nutzen ist aber nicht nur fachlicher oder schulischer Rat, sondern gerade auch deine Fähigkeiten als Gesellschafter solltest du herausstreichen. Den Leuten sollte klar werden, dass du ein weltoffener Mensch bist, mit dem man viel Spass haben und so einiges unternehmen kann. Später dann (falls die Bekanntschaft diese Qualität annehmen sollte) ist wichtig, dass du zeigst was du weisst und dass du viel Verständnis hast, dass man mit allem zu dir kommen kann. (Vertrauensbasis finden)
Dann und erst dann! Kannst du langsam beginnen das Bild vom perfekten Menschen aufzulösen und auch mal Schwäche zeigen und Probleme wälzen (würde ich aber auch nicht dringend die weltschweren Themen nehmen - die überfordern viele Menschen.)

Such dir Plattformen um Menschen kennen zu lernen: Vereine, Kneipen, Friseure, während des Shoppens, auf Parties, im beruflichen Alltag, im familiären Umfeld, im Umfeld deiner jetzigen Bekannten - überall kann man ins Gespräch kommen, wenn man es richtig anstellt. (Lass dabei aber vor allem keine - "Was will der/die jetzt von mir?" Situation entstehen) Zeige dein Interesse an einem anderen Menschen offen, sodass er direkt entscheiden kann, ob er darauf eingehen möchte oder nicht!
Ahja... wenn du erstmal einen Bekannten hast, bei dem du das Gefühl hast ihm Vertrauen zu können, dann schäm dich nicht "dich verkuppeln" zu lassen und das meine ich nicht nur in Beziehungshinsicht - die Frage "Kennst du nicht wen, mit dem man mal...?" ist nicht nur legitim, sondern das A und O des Vitamin B.

So Nachwort:
Betrachte alle Menschen, die du auf diese Weise kennen lernen solltest vor allem erstmal als Bekannte! nicht als Freunde! Häng dich nicht zu sehr an sie! Wenn sie weg sind, sind sie weg - kannst EINMAL hinterhertelefonieren oder nach entsprechendem Menschen fragen, aber wenn sich daraus kein weiteres Treffen ergibt, dann LASS ES SEIN!
Und nochwas... Wenn du auf die Art konsequent in der Menge badest, dann kennst du nach einer Zeit jede Menge Menschen und wirst feststellen, dass ein Großteil davon nichts taugt - das ist simpel der Rundumschlag, der bei mir eine zeitlang ganz gut funktioniert hat. Verliere darüber aber nicht aus den Augen wer wirklich interessant für dich ist und wer nur ein Bekannter - Ich rate nämlich (anders als andere) nicht dazu nur auf eigenem Boden zu jagen (also in Etablisements in denen es wahrscheinlicher ist Gleichgesinnte zu treffen) sondern ich rate WILDERE - nimm alles mit...
Kann jetzt auch daran liegen, dass ich ein Kerl bin und da die Regeln etwas anders sind, aber ich gehe derart auf "die Jagd" und habe damit ganz gute Erfahrungen gemacht... müsste ggf. eine Frau mal ergänzen und korrigieren/ihre Strategien präsentieren.

Naja gut... ich hoffe du kannst damit was anfangen und

greetz der Spiegel

08.01.2011 03:00 • #136


Zum Beitrag im Thema ↓


I
Ich shcleife mein Leben hinter mir her. Bin schlapp zu leben, mache nichts aus Leidenschaft, weil ich in WIrklichkeit tot unglücklich bin.
Irgendwann, als ich keine Freunde fand, dachte ich mir: Wie wäre es, wenn ich einfach lebenslänglich allein udn einsam bleibe. ABer seit ich nun eine Krankheit bekommen habe (wahrscheinlich wegen meiner Sorge), hab ich den Gedanken aufgegeben und meine eine Lösung zu finden. Für Therapien gibt es zu lange Wartezeiten.

Ich bin hilfsbereit, nett und freundlich (wird mir nach gesagt). Man kann durch mich keinen Nutzen haben. Auch bin ich nicht habgierig, sondern nur auf das Soziale aus. DAS könnte der Punkt sein.

#2


P
Zitat:
ABer seit ich nun eine Krankheit bekommen habe (wahrscheinlich wegen meiner Sorge), hab ich den Gedanken aufgegeben und meine eine Lösung zu finden. Für Therapien gibt es zu lange Wartezeiten

Hallo erstmal!
Es gibt auch Tageskliniken. Warst schon mal beim Hausarzt und hast das besprochen?
Und von welcher Krankheit redest du?

#3


I
Zitat von pax:
Zitat:
ABer seit ich nun eine Krankheit bekommen habe (wahrscheinlich wegen meiner Sorge), hab ich den Gedanken aufgegeben und meine eine Lösung zu finden. Für Therapien gibt es zu lange Wartezeiten

Hallo erstmal!
Es gibt auch Tageskliniken. Warst schon mal beim Hausarzt und hast das besprochen?
Und von welcher Krankheit redest du?



Hi,

ne, meinem Hausarzt trau ich so etwas nicht an. Der kann mich ohnehin nicht leiden (gehe selten zu ihm hin).
Ich spreche von einer chron. Entzündung, die mein Immunsystem hyper-aktiviert.

Tageskliniken? Inwiefern?
Ich denke, dass es nicht unbedingt an mir liegt. Vllt sowas wie Borderline, aber ich hab mir bis jetzt nie etwas angetan.

#4


M
Hallo inviolable,

was du so schreibst, macht mich echt traurig...
Aber es wirft auch Fragen auf...
Warum glaubst Du denn, dass die Leute nix mehr mit dir zu tun haben wollen?
Nur weil du evtl nicht lustig bist? Sowas kann doch eigentlich nicht sein...Oder du bist am falschen Freundeskreis hängen geblieben?

Worüber tauscht du dich denn so mit deinen Freunden bzww. Bekannten aus?
Was hattest oder hast du denn eigentlich so für Hobbies?

PAX´s Antwort unterstütze ich voll!
Tageskliniken nehmen dich in der Regel schneller auf. Ausserdem ist das Programm dort noch gebündelter als 1-2 Sitzungen die Woche beim Therapeuten.

Und wenn du zu einem Hausarzt gehst und momentan auch unter starken Suizidgedanken leidest, dann schildere dies deinem Arzt. Er kann dich dann ggf. in eine Akkutklinik einweisen lassen. (das weiß ich, weil mir im März dies kurz bevorstand)
Dort wirst du bis zu einer Reha oder einer anderen Maßnahme medizinisch versorgt und behandelt.

Und eine Reha in einer psychosomatische Fachklinik bzw. eine stationäre Therapie kann ich dir mehr als empfehlen. Das bringt die anfangs viel viel mehr als eine ambulante Therapie. Diese kann dir allerdings im Anschluss gut bei dem Aufarbeiten deiner Kenntnisse aus der Reha helfen.

LG

#5


I
in der Grundschule hieß es schon, dass ich mich sozial isolieren würde, abgelenkt wäre, schwerfällig und zurückhaltend sei.
Alles in allem kenn ich die Gründe: Wie soll man sich denn anders benehmen, wenn jede Kleinigkeit an einem kritisiert wird?

Mittlerweile hab ich keine Angst vor anderen mehr. Ich mache einfach das was ich will-ohne Sorgen. Aber irgendwann klappt das nicht mehr und ich frage mich, ob das vielleicht der Grund der Ablehnung mir gegenüber ist.

Das mit den Tageskliniken bespreche ich dann mal. Heißt es, dass ich für 1-2 Tage in der Klinik verbleiben muss?
Hobbies sind eher häuslich. Mittlerweile habe ich angefangen mich für Natur zu interessieren und bin bei Greenpeace dabei. Habe demnächst vor schwimmen zu gehen. Aber wie beschrieben: alles nur zwanghaft. Schwimmen, weil ich mich eben bewegen muss und Sport sein muss. Also: eher zum abnehmen, als wegen der Leidenschaft oder dem Interesse.
Als ich früher Joggen ging, kam die ganze Trauer, Wut und Hilflosigkeit erst richtig hoch. Da hatten die Suizidgedanken Hochbetrieb. Eine Psychotherapeutin meinte, ich sei wohl aufdringlich, dominant, misstrauisch. Außerdem hätte ich sehr starke Stimmungsschwankungen, weil ich jeden Abend deprimiert wäre aber nie fortlaufend mind. 14 Tage am Stück (wenn ja, wäre es eine Depression).

#6


M
Wenn du deinen Arzt nicht ausstehen kannst und ihm auch nicht vertraust, dann empfehle ich dir dringend einen Wechsel!

Du kannst dich alternativ auch gerne direkt an einen Neurologen/Psychiater wenden.
Ist vieleicht auch besser, denn dann kann er dir direkt eine mögliche Diagnose nennen, dir eine passende Therapieart verordnen und dir ggf. auch helfende Medikamente verschreiben.
Sofern du an der Borderline-Persönlichkeitsstörung leiden solltest, ist eh schnelle Hilfe gefragt. Denn dort schnell Hilfe zu bekommen ist noch um einiges schwieriger.

Auch Unikliniken haben in der Regel eine Psychiatrieabteilung. Dort kannst du in Akkutfällen ebenfalls Hilfe bekommen.

#7


M
Bei einer Therapie in der Tagesklinik verbringst du deine Tage in der Klinik und gehst dann abends nach Hause.
Ist wie arbeiten gehen, nur dass du stattdessen unterschiedliche Therpieverordnungen in der Klinik bekommst.
Du kannst es quasi mit einer Reha gleichsetzen nur halt ohne nächtliche Unterbringung.
Für dich würde dann eine psychiatische Tagesklinik in Frage kommen. Diese sind auch gut für Borderline-Patienten geeignet.

#8


I
Das mit Borderline:

ich habe insgesamt 4 Online-Tests durchgeführt, wovon 2 txpisch für Borderline waren und 2 typisch für Borderline-ähnlichen Krankheiten. Eine Verhaltenstherapeutin war nicht bereit, mir Auskunft zu geben, was ich hätte, weil es ihrer Meinung nach zu verfrüht zu sein schien, eine Diagnose zu stellen. Aber wie es aussieht, meinte sie, hätte ich praktische Mängel an sozialer Kompetenz. Ansonsten sagte sie nix. Aber danach habe ich Tests zu Depressionen und BPS online gemacht. usw.
Ja, ich habe vor den Arzt zu wechseln.

Aber wieso Psychiater? Ich dachte, Psychotherapeuten reichen vorerst aus.

#9


M
Die online-Test für Borderliner sind Bockmist.
Oder sagen wir mal so: Sie können dir keine genaue Diagnose geben.
Sie weisen nur auf eine mögliche psychische Störung hin aber wie gesagt, sie sind nicht vertrauenswürdig!!
Ansonsten wäre ich und wohl auch über die Hälfte der hier anwesenden Leute Borderliner.

Sorry, dass ich da so vehement reagiere. Aber so wir du, hab auch ich diese Test gemacht. Und alle waren eindeutig....nach deren Beschreibung hätte ich def. diese Störung. Das hat mich voll fertig gemacht. Zum Glück ist dem aber nicht so. Ich bin "nur" chronisch depressiv.
Ist für mich das kleinere Übel, denn ich weiß, wie sehr diese Persönlichkeitsstörung das alltägliche Leben eines Menschen beeinflussen kann.

Ein Psychiater ist nicht gleich mit der Therapeuten gleichzusetzen.
Ein Therapeut darf zum Bsp. keine Medikamente verordnen. Hierfür ist der Psychiater zuständig.
Dieser kann dir auch in der Auswahl der Therapieart behilflich sein.
Es gibt Patienten, die benötigen eine Tiefentherapie und dann wieder Andere, denen eine Verhaltenstherapie eher helfen würde.
Man selbst kann dies oft garnicht so objektiv entscheiden, daher meine Empfehlung.

Ich selbst bin bei einer Psychiaterin und bei einer Therapeutin in Behandlung.

#10


I
hab eben wieder einen Test gemacht und wieder weist mein Verhalten Anzeichen auf Borderline hin. In der verhaltenstherapeutischen Ambulanz sollte einen mehrseitigen Fragebogen ausfüllen. Es kamen auch Fragen vor, ob ich Ufos gesehen hätte o.ä.
Das Resultat lautete: Weder depressiv noch nicht-depressiv. Sehr sehr starke Stimmungsschwankungen. Außerdem sei ich dominant, aufdringlich und misstrauisch.
Da sollte aber nur geklärt werden, ob man mich behandeln könnte. Die Antwort lautete: ja, ich müsste aber 6 Monate warten. Das war im Juni. Ich kann aber irgendwie nicht mehr warten, habe einen Termin bei einem anderen Verhaltenstherapeuten in zwei Wochen, der auf Borderline u.a. spezialisiert ist.
Kann ich zum Psychiater & Verhaltenstherapeuten gehen?
Statt zu lernen (für das Studium), kreisen meine Gedanken nur noch darum, wie ich diese Macken weg kriege. Und meiner Meinung nach bringen Medis nix. Entweder liegt es an mir, an andere oder eben an meinen Genen.
Deshalb ist mein Plan, zuerst zur Psychotherapie.
Danke.

#11


M
Ja du kannst zum Psychiater UND zur Therapie gehen.
Und versteif dich BITTE NICHT auf diese Test!!
Sie sind irreführend...und machen dich total kirre!!

Versuche dich nicht verrückt zu machen...Und die 6 Monate beziehen sich in erster Linie auf Therapeuten, die mit der Klinik zusamenarbeiten.

http://www.psychotherapiesuche.de/

Hier findest du eine kleine Unterstützung bei der Suche nach anderen Therpeuten.
Und versteif dich bei der Diagnose nicht auf Borderline, nur weil die Test das sagen. Das ist völiger Quatsch.
Borderline macht mehr aus als nur Selbstmordgedanken oder Selbstverletzung.
Dominanz, Misstrauen und Aufdringlichkeit passen auf sehr viele andere Krankheiten.
Dies kann ebenso eine narzisstische oder depressive Störung sein.

#12


I
Hi
kann mir jemand vllt sagen, wie ich mich vorerst, weiterhin zu meinen Mitmenschen verhalten soll? Ich selbst sein, ab und zu die Gefühle raus lassen? oder lieber zurückhaltend und jeden Zorn in mir zu lassen?
Borderline ist ganz weit hinten im Kopf- ich kam darauf, wegen den Tests und weil es eine Persönlichkeitsstörung ist, wo ich auch große Defizite habe. Aber Therapeuten sollten mir schnellstmöglich helfen, wobei ich nicht denke einen Psychiater zu brauchen.

#13


M
Zitat von inviolable:
Hi
kann mir jemand vllt sagen, wie ich mich vorerst, weiterhin zu meinen Mitmenschen verhalten soll? Ich selbst sein, ab und zu die Gefühle raus lassen? oder lieber zurückhaltend und jeden Zorn in mir zu lassen?


Ich finde das ist eine schwierige Frage. Vielleicht merkt man Dir an, dass Du ganz dringend nach Freundschaften und Anschluss suchst? (Das ist auch oft meine Sorge..).. so dass es aufdringlich wirkt, auch wenn Du es gar nicht so meinst. Ich würde persönlich wirklich erstmal dazu tendieren mich ein wenig zurück zu halten. Nicht so, dass Du isoliert in einer Ecke hockst, aber schon so.. dass ich aufpassen würde auf keinen Fall ZU verzweifelt zu wirken oder so. (Wobei ich keine Ahnung habe, OB Du wirklich zu aufdringlich wirkst.. also bitte nicht persönlich nehmen. Nur falls Du das schon befürchtest, würde ich es nicht riskieren.. sondern erst abwarten was der Therapeut so dazu sagt.)

Was meinst Du denn überhaupt genau mit "ab und zu die Gefühle raus lassen"? Und wie meinst Du das mit dem "jeden Zorn in mir zu lassen"? Ich würde versuchen mir an Deiner Stelle diese Probleme die Du hast als "Kommunikationsschwierigkeiten" zu interpretieren. So ähnlich, als ob Du (so wie ich und viele andere hier wohl auch) eine andere Sprache sprichst, als die meisten Deiner (unserer) Mitmenschen. Dadurch haben wir es etwas schwerer Anschluß zu finden.. wir denken vielleicht sogar etwas anders als die meisten.. wer weiß? Aber.. ich glaube, wenn Du Dich auf den Zorn konzentrierst, dann tust Du vor allem Dir nicht gut damit. Wenn 2 Menschen unterschiedliche Sprachen sprechen, hat ja im Grunde auch keiner einen Grund zornig zu sein, oder?

Mh.. und zuletzt.. vielleicht tröstet Dich der Gedanke ja auch etwas: ich habe das Gefühl, Menschen sind genauso wie Tiere. Da ist es auch so, dass die starken umgarnt werden.. und schwache teilweise sogar bewusst zurückgelassen werden.. wenn z.B. die Gruppe gejagt wird.. oder so. Survival of the Fitt.est. (Warum wird dieses Wort zensiert? ) Sei Dir einfach erstmal selbst ein möglichst guter Freund.

Wünsche Dir alles Gute,
Moni..

#14


L
Hallo inviolable,

Zitat von inviolable:
kann mir jemand vllt sagen, wie ich mich vorerst, weiterhin zu meinen Mitmenschen verhalten soll?


eine Antwort auf diese Frage würde mich auch interessieren ^^.

Habe die meiste Zeit meines Lebens das was ich wollte eher in den Hintergrund gestellt und versucht entweder sehr freundlich zu wirken oder war komplett misstrauisch und komplett zurückhaltend. Hat mir eigentlich nichts gebracht.
In den letzten zwei Jahren habe ich mich dann so verändert, dass ich eher versuche das zu machen was ich will und nicht unbedingt was von mir erwartet wird.
Das hat allerdings dazu geführt, dass ich die paar Bekannten die ich hatte vergrault habe, so dass ich mich gerade auf dem Weg in die Einsamkeit sehe, wenn ich sie auch noch nicht unbedingt (stark) spüre.
Wenn ich zurück denke stelle ich aber fest, dass ich selber eigentlich gar nichts mit den Bekannten die ich hatte zu tun haben wollte, ich hatte nie das Gefühl ein Teil einer Gruppe zu sein, sondern wurde/werde bestenfalls toleriert.
Ich denke jetzt, dass ich versuchen muss andere Leute kenne zu lernen und zu hoffen, dass ich vielleicht mal welche finde die mich akzeptieren wie ich bin.

Beste Grüße
Leo

#15


I
Hallo,
also zunächst einmal: Früher hat man das vllt gemerkt. Mittlerweile habe ich schon verstanden, dass ich zum Pech und zur Einsamkeit verdammt bin. Wenn es das ein oder andere Thema gibt, dann red ich darüber. Manchmal kurz, manchmal ausgiebig.
Mit "Zorn heraus lassen" meinte ich, dass es manchmal Situationen gibt, wo ich dann die Wahrheit aussprechen und meine Gefühle heraus lassen muss. Meine Frage ist da: Sollte ich das alles vllt unterdrücken?
Mittlerweile bin ich ja mit mir zufrieden. Früher sagte ich: Ich bin falsch-ICH muss an mir etwas ändern.
Ich merke jetzt aber, dass die anderen kein bisschen perfekt sind und sie auch eine gewisse Schuld tragen. Ansonsten würde ich doch keine Frau ansprechen können. Es gibt trotz Freundlosigkeiten Zeiten, wo ich mein Selbstbewusstsein steigere (keine AHnung woher die Energie kommt).Mittlerweile hab ich gemerkt: Wenn ich eine Freundin haben sollte, was soll ich bitte mit ihr unternehmen? Die ganze Zeit zu Hause zu sitzen wäre nicht das Richtige. Nur kenn ich mich hier eben auch nichts aus. Die meisten unternehmen etwas mit ihren Freunden, während die Freundin einfach mitkommt. Bei mir wäre es nicht so. DAS WAR DER GRUND, weshalb ich aufgehört habe, Frauen anzusprechen etc.
Aufdringlich wirken: keine Ahnung, weshalb das heraus kam- ich sollte einige Fragen mit Kreuzen beantworten. Da kam das dann raus. Ich für mich habe nie den Eindruck, aufdringlich zu sein. Oder ist es schlimm, wenn man angesprochen wird, sich mit der anderen Person unterhält?
Mir kommt es auch so vor, als würde ich nur toleriert werden. Mehr auch nicht. Wenn ich Gedanken lesen könnte, DANN wüsste ich die Wahrheit um sie.

Dass wir Menschen wie Tiere Lebewesen sind, hab ich mittlerweile auch gemerkt. Nicht der Klügere hat Erfolg. Der Dumme, der sich blind anpasst und der Masse folgt, der Starke und gesellschaftlich angesehene wird toleriert und gemocht.
Genauso ist es ja auch bei den Frauen: Welche Frau steht denn auf schwache Männer? Der Mann muss etwas Starkes und Besonderes an sich haben, was die Frau sozusagen "umhaut" und es ihr gefällt. Menschen mit Geld werden bevorzugt.
Deshalb auch mein Gedanke, ob es sich noch lohnt zu leben.

Manchmal ist die Rede von Menschlichkeit. Doch sie gibt es nicht. Doch in WIrklichkeit schaut jeder nur auf sich und will versorgt werden. Wer sich um andere sorgt, sei falsch auf dieser Welt.
Am Ende gewinnt der Egoismus.

#16


I
Aber genau so ist es auch bei den Tieren: Der Stärkere überlebt. Hier bei den "Menschen" : Der Stärkere, anpassungsfähigste überlebt.
Ich hatte auf Ausnahmen gehofft. Aber das bleibt wohl ein Wunschdenken.

#17

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I
Man kann sagen, dass ich zu den Altruisten gehöre. Schade, dass Egoisten und Altruisten keine Gemeinsamkeit haben. Zum Überleben versteht sich. Ansonsten könnte man meinen, dass Altruisten sich an Egoisten verkaufen könnten.

#18


M
Dir geht es wirklich mies....deine Gedanken sind so schwer wie Blei.
Aber lass dir gesagt sein, es gibt auch schöne Momente.
Und wenn du gewillt bist, dass es dir wieder besser geht, dann wirst du sie auch erleben.

Lass deine Wut und deinen Unmut raus. Du musst ihn nicht runterschlucken und in dir brodeln lassen. Dass schadet nur dir selbst!! Am Ende bist nämlich nur DU derjenige, der seine eigene Wut abbekommt. Vor allem in Form von Selbstverletzungen!

Ausserdem, wenn du zu deinen Gefühlen stehst und sie dem Anderen gegenüber äußerst, dann kann Dieser auch angemessen reagieren.

DU gibst zwar dann auch ein Stück von dir Preis aber du zeigst deinem Gegenüber auch, dass du ein Mensch mit Gefühlen bist.
Und du wirst dann auch erstaunt sein, wer sich so mit dir "abgibt".

Keiner mag sich mit jemanden länger unterhalten, der eine abweisende, starre Haltung nach aussen trägt.

Und sooo langweilig kann kein Mensch sein...Dir fehlt es an Selbstvertrauen und Antrieb aber das kann man aufbauen.

Und wenn die Menschen sich wieder von dir abwenden, dann sind sie die Falschen für dich gewesen.

Freundschaft heißt doch, dass man zueinander steht...und sich nicht kaufen läßt.
Wenn der Egoist sich seine Freunde kaufen muss, was sind den das wirklich für Freunde? Menschen, die einem in schlechten Zeiten beistehen? Nein!

Dann lieber doch gar keine oder ganz wenig Freunde. Wenn du dich öffnest, dann lernest du auch Menschen kennen, die für dich gute Freunde werden können.

Und wir Mädels bzw. Frauen stehen nicht nur auf den Stärkeren!!
Was bringt mir ein starker Kerl der nix im Kopf hat und eine Gefühlswelt, die an nem Eisberg erinnert??
Das Gleiche gilt für denjenigen, der mit Geld einfach nur so um sich wirft...

Aber vielleicht seh ich das ja auch nur so.....wie vieles was ich eben geschrieben habe.
Dieselben Dinge habe ich auch so erlebt und ich versuche die Dinge jetzt für mich zu ändern.
Offen zu sein, heißt nicht dem anderen Vertrauen entgegen zu bringen.
Vielleicht ist dies ja auch dein Problem: Vertrauen??

Was den stärksten Menschen betrifft: Du gehörst auch zu den Starken.
DU gestehst dir selbst deine Probleme ein.
DU setzt dich mit deinen Problemen auseinander, hinterfragst sie und versuchst sie zu lösen.
DU bist jemand, der sich nicht nur um sich selbst kümmert.
DU bist ein Mensch, der seine Fähigkeit zu denken nutzt.

Und noch ein kleiner Tip:
Menschen, die nach aussen hin als Selbstbewußt und stark wirken, sind es oft nicht.
Menschen, die sich als selbstsüchtig und egoistisch geben, sind auch nicht immer mit sich zufrieden. Ebenso wie du, suchen sie oft nach der wahren Freundschaft und nach Wärme und Geborgenheit.
Und auch die Menschen, die nicht immer ihre grauen Zellen so benutzen wie wir, sind nicht anders gestrickt. Sie nehmen die Dinge eher schneller als gegeben hin. Das heißt aber nicht, dass sich auch glücklich damit sind.

In der Klinik wurde mir immer weider gesagt:
Jeder Mensch hat sein Päckchen zu tragen. Keiner ist freu davon. Und du bist nicht verrückt oder so...sondern nur etwas anders. Und das ist gut so.

Und diese Gedanken rufe ich mir tagtäglich ins Gedächnis. Das macht das Leben ein klitzkleines bisschen leichter.

#19


I
Hallo,

also ich ließ früher immer wirklich alles raus, was ich fühlte. So distanzierten sich alle von mir. Irgendwann unterdrückte ich einen Teil, später aber alles. Derzeitunterdrücke ich etwas, kümmer mich nicht um die Leute, die mich verachten.
Naja, ich hab ein Problem mit meinem Bruder. Der ist zwar wie ein Chamäleon, aber er hat richtige Freunde, die ihn immer unterstützen.
Bis jetzt hatte ich eher falsche Freunde oder ich dachte sie wären meine Freunde. Mittlerweile unterscheide ich zwischen: wahre Freunde, Bekannte, falsche Freunde und Feinde.
Was du geschrieben hast, stimmt zwar, meiner Meinung nach. Aber in dieser Welt ist man damit (leider) zum Scheitern verurteilt. So wie es aussieht, muss man egoistisch sein, damit man immerzu überall prahlen kann was man so alles hat. Darauf stehen Menschen, was völlig sinnfrei ist/sein sollte (meiner Meinung nach).
Sagen wirs mal so: Ich WIRKE wohl langweilig. Ich bin sehr kontaktfreudig. Spreche einfach so viele an, vllt auch, weil ich den Unterschied zw. Blamage/Peinlichkeit und der Wirklichkeit/Anerkennung.
Selbstbewusstsein=Selbstvertrauen?

#20


A


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Dr. Reinhard Pichler
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