Einsamkeit entsteht, weil wir alle zu Egoisten erzogen werden. Weil wir in einer Konkurrenzgesellschaft leben und jeder schöner und besser als die anderen sein möchte.
Klar hast du dann niemanden um dich, wenn du einigermassen gut aussiehst und auch noch erfolgreich bist. ist es nicht so?
Du musst immer nur geben, geben.. und die Mitmenschen nehmen und nehmen ..irgendwann denkst du: jetzt gebe ich mal nichts, mal schauen, wer sich meldet.
und wer meldet sich?
Niemand.
Prima.
Keiner gönnt dir was...die Gesellschaft ist bekloppt... null Sozialkompetenz.

22.02.2012 01:10 • 22.05.2012 #1


154 Antworten ↓


Da hast du Recht.

22.02.2012 01:22 • #2


Einsamkeit entsteht durch ein schwach ausgeprägtes Selbstwertgefühl , mangelndes Selbstbewusstsein und unklaren bis fehlenden Lebenszielen.

Es liegt daran, wie man mit der Gesellschaft interagiert / interagieren kann.

Sich selbst kann man ändern, die Gesellschaft nicht. Es wäre sehr schlimm, wenn Einsamkeit wirklich an der egoistischen Gesellschaft liegen würde, weil dann könnte man gar nichts ändern.

22.02.2012 10:49 • #3


Na gut, dann versuchen wir uns zu ändern... wir arbeiten weiter an unserer Sozialkompetenz..wir bleiben trotzdem freundlich und "glücklich", wenn wir den Menschen nur geben, wir rufen sie an, wir fragen wie es geht, wir wollen was mit ihnen unternehmen, wir wollen ihnen helfen, wir sprechen über ihre Probleme...dann denkst du mal..ok gut, ich warte mal ab, wer von sich aus mir was gibt, wer sich für mich interessiert... u was siehst du? Nada.

echt...manchmal spreche ich gar nicht mehr über meine Erfolgserlebnisse im Leben (z.B. Job, Beziehung usw.) aus Angst, weil die Menschen nur eifersüchtig reagieren.

22.02.2012 12:54 • #4


Hallo

Wir können tatsächlich nur uns Selbst und unser Selbstverständnis von
uns selbst verändern, aber wir können mit dieser Veränderung Einfluss
auf unsere Umwelt und auf andere Menschen nehmen.

22.02.2012 13:11 • #5


Wenn ich mal so dumm fragen darf, was meinst du mit
Zitat von SunSea:
Du musst immer nur geben

22.02.2012 17:29 • #6


- Sich melden
- immer freundlich sein, egal wie schei. der andere zu dir ist
- sich für den anderen engagieren
- anrufen, fragen, sms schreiben
ich meine damit eigentlich immer den ersten Schritt zu tun müssen. Und wenn du mal nichts machst, dann kümmert sich keiner um dich. man fühlt sich dann irgendwie ausgelaugt...ausgenützt....

22.02.2012 22:01 • #7


Sei doch stolz, dass du das Melden von dir aus kannst.

Ich jedenfalls kann es nicht. Wenn sich niemand bei mir meldet, dann passiert bei nichts.

Es ist auch sehr schwer, an dieser Einstellung etwas zu ändern. Von diesem Problem handelte übrigens mein erster post.

22.02.2012 22:17 • #8


Die Antwort nehme ich direkt an, und frage gleich weiter.

Was verstehst du unter Einsamkeit? Findest du bist einsam? Oder gibt es welche, die noch viel einsamer sind als du?

Zitat von SunSea:
jetzt gebe ich mal nichts, mal schauen, wer sich meldet.


Das kannst du ja auch nicht machen

22.02.2012 22:56 • #9


An Ulf: Ich fühle mich einsam. Sicherlich gibt es Menschen, die noch einsamer sind.
Es gibt schon Menschen um mich herum, aber es ist keine tiefe Freundschaft da... Alles oberflächliche Beziehungen. Vielleicht reagiere ich auch empfindlich, weil ich ganz genau weiss, was es heisst eine tiefgründige Freundschaft zu haben. Ich hatte nämlich mal solche Freundschaften. Diese Menschen sind aber nicht mehr in meinem Leben. Und mit der jetztigen Situation möchte man sich nicht zufrieden geben, weil man weiss, dass es auch besser sein könnte... Wie einsam fühlst du dich denn?

An Frederick: Ich glaube nicht, dass die EInsamkeit etwas mit dem Selbstwertgefühl zu tun hat. Denn ich denke mein Selbstwertgefühl ist ok. Ich denke es it mehr die richtige Interaktion, das soziale Gespür, das den einsamen Menschen fehlt...
Ich habe nie darüber nachgedacht, stolz zu sein, dass ich mich melden kann:) aber der Gedanke ist gut:) Weisst du, man kann sich schon immer melden..aber man hat auch die Erwartung, dass der andere sich mal meldet... und irgendwann gibt man auf und meldet isch nicht mehr. Vielleicht ist es auch die hohe Erwartung die alles im Leben kaputt macht...
Aber verstehe ich es richtig, dass du dich dann einfach auch nicht meldest? Obwohl du weisst, dass das Melden vielleicht die "Lösung" sein könnte?

22.02.2012 23:23 • #10


Nicht sonderlich einsam. Nur manchmal. Aber ich weiß auch, dass ich verglichen mit anderen unnormal wenig sozialen Kontakt habe. An tiefe Freundschaften glaube ich nicht, ich glaube mehr als Oberflächliche Freundschaften sind nicht möglich. Auch wenn ich schon das Gefühl hatte, anderen sehr zu vertrauen, musste ich nachher verstellen, das dies nicht auf gegenseitigkeit beruht, und wahrscheinlich auch gar nicht möglich ist.

22.02.2012 23:42 • #11


Hallo Sunsea,

meine Probleme sind etwas komplizierter, lies dir einfach mein erstes Thema durch, das ich hier verfasst habe. Nur so viel: ich habe viel in meinem Leben verändert und es läuft alles viel besser als vor einem halben Jahr.

Mein Problem ist folgendes: mir fällt es schwer, eine Verbindung zu einem Menschen aufzubauen, ein Gefühl, was ich mit dem Menschen unternehmen könnte. Ich habe durch Suchtprobleme über die Jahre viele Interessen verloren. Mir fehlt einfach dieses Urvertrauen und ich bin insgesamt ein introvertierter Typ.

Bei meinen Freundschaften läuft es so ab: ich habe zwei "gute" Freunde, die selber sehr einsam sind. Diese melden sich immer bei mir. Eigentlich war es schon während der Schulzeit so, dass mein bester Kumpel immer mich angerufen hat. Ich muss dieses Problem bei einem Therapeuten thematisieren.

Grundsätzlich ist Einsamkeit ein subjektives Empfinden. Mein Interaktionsbedürfnis ist eher unterdurchschnittlich, obwohl ich eigentlich gut kommunizieren kann. Durch meine Erziehung war ich es früh gewohnt, mich selber beschäftigen zu müssen. Wenn du mich in der Kneipe erlebst, würdest du nie denken, dass ich ein einsamer Mensch bin, weil ich mir eben immer vornehme, positiv zu denken.

Es ist aber so, dass ich objektiv gesehen einsam bin. Leider habe ich eine sehr unglückliche Biographie, keine Arbeit, im Prinzip keinen familiären Rückhalt, kaum Interessen und Hobbies, keine Lebensperspektive, nichts. Dadurch habe ich über die Jahre eine stark zementierte Einsamkeit aufgebaut. Mir fällt es schwer, Bindungen einzugehen, weil ich innerlich starke Angst vor Zurückweisung habe. Leider ziehe ich wenn überhaupt die "einsamen Wölfe" an, d.h. Menschen, die mich als Freund unglaublich schätzen, jedoch mich nicht weiterbringen können, weil sie zu viele Probleme mit sich selber haben.

Wie geschrieben bemühe ich mich unheimlich, an meinem Leben etwas zu ändern. Ich möchte in den nächsten Wochen meine Englischkenntnisse vertiefen und habe mir entsprechende Literatur besorgt. Außerdem habe ich mich sehr locker gemacht und kann Smalltalk mittlerweile ausgezeichnet. Nur blocke ich von mir aus ab, sobald es intensiver wird. Ich hoffe jetzt auf den Frühling. Ich brauche die Sonne. Dir wünsche ich alles Gute!

22.02.2012 23:58 • #12


Hi Sunsea,

du wirst das jetzt nicht gerne lesen, aber ich möchte dir dieses Feedback doch geben, weil es vermutlich etwas mit deinen Erfahrungen mit anderen zusammenhängt:

Du sprichst von dir sehr unpersönlich, sehr distanziert:
Du sagst oft anstatt "ich mache dies", "ich möchte das", entweder "du machst dies", "du möchtest das"
Zitat von Sunsea:
Du musst immer nur geben, geben.. und die Mitmenschen nehmen und nehmen ..irgendwann denkst du: jetzt gebe ich mal nichts, mal schauen, wer sich meldet.

oder "man möchte dies nicht", "man gibt das"
Zitat von SunSea:
Und mit der jetztigen Situation möchte man sich nicht zufrieden geben, weil man weiss, dass es auch besser sein könnte...

oder im "pluralis majestatis" "wir":
Zitat von Sunsea:
Na gut, dann versuchen wir uns zu ändern... wir arbeiten weiter an unserer Sozialkompetenz..wir bleiben trotzdem freundlich und "glücklich", wenn wir den Menschen nur geben, wir rufen sie an, wir fragen wie es geht, wir wollen was mit ihnen unternehmen, wir wollen ihnen helfen, wir sprechen über ihre Probleme...

obwohl du ja eigentlich immer dich selber meinst.

Ist dir das schon mal aufgefallen?

Versuch doch mal, konsequent in der Ich-Form zu schreiben, und beobachte dabei, wie sich das anfühlt.

23.02.2012 00:21 • #13


Hallo SunSea,

ich kenne das Gefühl ebenfalls. Ich hab solange Bekannte (Freunde kann ich sie noch nicht nennen), solange ich mich melde. Melde ich mich nicht, meldet sich niemand bei mir. Ich hab das (zugegeben subjektive) Gefühl, dass ich nur auf Menschen stoße, die schon Freunde haben und nicht noch mich als Freundin brauchen. Daher melden sie sich auch nicht bei mir. Sie haben ja schon genug Freunde oder genug Arbeit oder genug Stress, als dass sie sich bei mir melden könnten oder wollten.
Ich frage mich nur: Liegt es an mir? Bei anderen melden sich die Bekannten ja. Nur eben nicht bei mir. Also muss es doch auch an mir liegen oder? Früher habe ich mich das nie gefragt, aber seit einiger Zeit kommen mir nun doch Zweifel. Man kann die Fehler ja nicht immer bei den anderen suchen oder?

Ich wünsche mir Freunde, die ehrlich an mir interessiert sind, so wie ich auch an ihnen. Die sich auch mal melden, die Inititiative ergreifen und mich mal auf nen Kaffee einladen. Und nicht nur reagieren, wenn ich mich melde. Ist das zuviel verlangt? Ich denke doch nicht!

*seufz*

Verbundene Grüße!
Cammy

16.03.2012 20:41 • #14


Zitat von Cammy:
Ist das zuviel verlangt?

Leider ja, da man das nicht "verlangen" kann.

Möglicherweise ist das sogar mit ein Grund, weshalb die anderen dich nicht anrufen. Lässt du das vielleicht irgendwie durchklingen, dass du auf einen Anruf gewartet hast o.ä.?

20.03.2012 21:36 • #15


Man kann schon etwas verlangen, solang es für die mitmenschen im rahmen des erträglichen ist.
Es ist aber auch wahr das viele Freundschaften einfach nur noch Oberflächlich sind, so ist eben der großteil der Gesellschaft, es heißt aber nicht das es keine Menschen gibt die keinen wert auf tiefegreifende Freundschaften aus sind, diese Menschen gibt es auf jedenfall, es gibt auch recht viele davon, sehr viele, nur hört und sieht man die nicht und warum nicht ? Weil man sie eben nicht sieht oder hört, sie denken das gleiche wie du, machen sich also irgendwan nicht mehr die mühe es zu versuchen, dass ist auch verständlich, irgendwan hat man kein bock mehr weil es einem zu doof wird.

Man kann aber trotzdem immer die Augen offen halten und ausschau nach diesen Menschen halten, sieht man genau hin sind diese Menschen vielleicht auch unter deinen Bekanntschaften, ich hab die Erfahrung gemacht das man wahre Freundschaft finden kann indem man den Menschen zuhört und ihnen zeigt, dass man kein bock auf oberflächliche freundschaften hat und eine richtige Freundschaft will, dass will im Grunde die Mehrheit der Menschen, so sind wir Menschen gestrickt, wir waren schon immer und werden immer "Rudeltiere" bleiben, wir brauchen Menschen denen wir vertrauen können, viele haben es nur vergessen oder (nichtmal absichtlich) verdrängt solche Bindungen aufzubauen, es gibt ausnahmen, die haben wirklich kein Bock auf sowas und brauchen keine Freunde, die machen aber nur einen klitze kleinen Teil der Bevölkerung aus, in uns allen sitzt es tief drin vertrauen zu Menschen aufzubauen und daraus wahre Freundschaften und Beziehungen zu knüpfen.

Du kannst also aus diesen Oberflächlichen Freundschaften, tiefgreifende und wahre Freundschaften machen, verlang nur nicht zu viel, sonst wirst du nicht glücklich. Außerdem brauch es seeehr viel Zeit bis man eine gute Freundschaft aufgebaut hat, die wenigsten vertrauen jeden sofort und sehen sie als richtige Freunde, man brauch Geduld und muss auf die Menschen etwas rücksicht nehmen, nicht zu aufdringlich werden und vorallem zuhören, dass ist super wichtig, wenn du wissen über Freunde hast, dann kannst du es im richtigen Moment nutzen und das beeindruckt die Freunde und signalisiert ihnen " oho die hört mir zu und denkt an mich ", dass macht sehr sehr viel aus.
Es ist aber wie bei allen anderen dingen die mit Menschen zu tun haben, es ist kein Erfolgsrezept, jeder Mensch ist anders.

Mach dir nicht so viel Gedanken übe die Gesellschaft, wir können da als einzelnder nichts mehr dran ändern, spar dir die Kraft dich darüber aufzuregen, nutz sie lieber um deine Freundschaften weiter auszubauen.

20.03.2012 22:11 • #16


Fenni
Zitat von GastB:
Zitat von Cammy:
Ist das zuviel verlangt?

Leider ja, da man das nicht "verlangen" kann.

Naja, das "ist das zu viel verlangt?" ist ja mehr eine eingesetzte Floskel gewesen. Cammy hat sich ja eigentlich eher etwas gewünscht, und ich finde nicht, dass das zu viel gewünscht ist.

20.03.2012 22:25 • #17


Zitat von Fenni:
Zitat von GastB:
Zitat von Cammy:
Ist das zuviel verlangt?
Leider ja, da man das nicht "verlangen" kann.
Naja, das "ist das zu viel verlangt?" ist ja mehr eine eingesetzte Floskel gewesen. Cammy hat sich ja eigentlich eher etwas gewünscht, und ich finde nicht, dass das zu viel gewünscht ist.
Das ist mir schon klar, dass das eine gewohnheitsmäßige Floskel war.

Aber gewohnheitsmäßige Floskeln DENKT man auch. Und bringt dieses gewohnheitsmäßige Denken durchaus auch in anderen Kommunikationen rüber! Selbst wenn es nicht wörtlich genauso wäre.

20.03.2012 22:31 • #18


Zitat von Despair:
Man kann schon etwas verlangen, solang es für die mitmenschen im rahmen des erträglichen ist.
...
Du kannst also aus diesen Oberflächlichen Freundschaften, tiefgreifende und wahre Freundschaften machen, verlang nur nicht zu viel, sonst wirst du nicht glücklich.

Und was ist dabei "zu viel"? Das war hier die Frage.

20.03.2012 22:34 • #19


Fenni
Zitat von GastB:
Das ist mir schon klar, dass das eine gewohnheitsmäßige Floskel war.

Aber gewohnheitsmäßige Floskeln DENKT man auch. Und bringt dieses gewohnheitsmäßige Denken durchaus auch in anderen Kommunikationen rüber! Selbst wenn es nicht wörtlich genauso wäre.

Ja, das ist in den meisten Fällen tatsächlich so. Kann aber in dem Fall auch ein wenig überinterpretiert sein. Ich hatte Cammy da einfach softer verstanden, beim Lesen.

20.03.2012 22:50 • #20




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