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Zu Ketamin: Ich bin depressiv und habe jeden Wirkstoff ergebnislos ausprobiert, Klinikaufenthalte haben ebenso wenig gebracht, wie psychologische Maßnahmen. Seit einigen Jahren lasse ich mich nicht mehr therapieren, um den Frust nicht noch größer werden zu lassen.
Vor einigen Jahren hatte ich eine kleine Rücken-OP unter Vollnarkose. Als ich aus der Narkose erwachte, fühlte ich mich erstmalig pudelwohl. Dieser Zustand sollte 3 Tage andauern, dann hat sich die Stimmung wieder eingetrübt. Ich habe in der Klinik nachgefragt, welches Narkotikum man mir verabreicht habe, es war Ketamin und Propofol. Ich hatte zunächst das Propofol im Verdacht und gelangte über einen wissenschaftliche Beitrag an einen Freiburger Psychiatrie-Professor, mit dem ich dann telefoniert habe. Der wiederrum machte mich auf eine US-Studie aufmerksam, die unter Leitung eines Dr. Zarate (es gibt noch mehr US-Studien dazu) durchgeführt worden ist. Für die von mir geschilderte Wirkung sei aber nicht Propofol sondern Ketamin verantwortlich.
Ich habe dann mit Dr. Zarate in Maryland telefoniert, der mir die außerordentliche Wirkung, insbesondere bei therapiefraktären Patienten bestätigt hat. Sodann habe ich mir Ketamin (Handelsname hier: Ketanest) auf einfaches Rezept besorgt und mir nach Anleitung von Dr. Zarate von einem befreundeten Arzt per 40 minütiger Infusion verabreichen lassen. Zunächst war es fürchterlich, weil ich sehr unangenehme halluzinatorische Erlebnisse hatte. Sonstige Nebenwirkung hatte ich nicht. Das war aber nach zwei Stunden vorbei, nach vier Stunden fühlte ich mich wieder in der Lage, Auto zu fahren. Danach war der Effekt blendend, wie oben beschrieben.
Um den Zustand aufrecht zu erhalten, habe ich mir sodann einen Nasenzerstäuber (MAD 300) besorgt und das Ketamin so auf die Schleimhaut aufgebracht. Das ging auch halbwegs gut, aber ich war mit der Dosierung wohl etwas sehr vorsichtig, so dass der Zustand zwar länger andauerte, aber sich dann letztlich doch verflüchtigte.
- Grundsätzlich halte ich das von mir gewählte Verfahren und den Einsatz von Ketamin für absolut zielführend, aber ich würde es wegen der unangenehmen Halluzinationen das nächste mal auf jeden Fall nur gemeinsam mit Propofol oder einem Benzodiazepin machen, die das unterdrücken. Der Gag beim Ketamin ist, dass der an ganz anderer Stelle ansetzt als alles AD und Neuroleptika, nämlich im glutagenen System und sofort wirkt, ich betone
sofort.. Psychiater haben sich von den über 200 Neurotransmittern leider nur auf vier eingeschossen und Glutamat völlig außer acht gelassen.
Mir ist schleierhaft, weshalb in Deutschland jetzt erst zaghaft mit Studien begonnen wird, nachdem die Studien aus den USA in 2004/2005 durchgeführt worden sind. Ich frage mich, weshalb man überhaupt noch Studien macht, nachdem die Wirksamkeit bereits bewiesen ist. Man sollte schlicht behandeln und die Forschung nebenher betreiben.