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201412.03




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Hallo und guten Morgen.

Habe gestern in der Welt einen interessanten Artikel über Ketamin gelesen. In der Charite ist man bei einer Erprobung dieses Wirkstoffes bei Depressionen und hat schon Erfolge damit erzielt. hat schon mal jemand von euch davon gehört?

LG Charly

Auf das Thema antworten

115 Antworten ↓





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  12.03.2014 16:01  
Hallo an alle?

Da mir noch keiner etwas geantwortet hat, nehme ich an, daß davon noch niemand etwas gehört hat. Ebenso auf meine Frage nach dem Medikament Maprotilin. Schade ich habe gehofft mich her mit irgendjemandem austauschen zu können. Zur Zeit ist es nämlich wieder schlim mit meiner Unruhe, Traurigkeit und Angst vor der Angst. Allerdings nehme ich das Maprotilin auch erst 1 1/2 Wochen. Kann also auch selber noch nicht viel darüber sagen.
Aber vielleicht mal die Frage was ihr so macht, wenn ihr am Tag so alleine seit und euch diese Unruhe und Panik ergreift. Hoffe doch noch auf ein paar Antworten.

LG Charly



  12.03.2014 21:34  
Hi,
was K angeht bin ich sehr skeptisch, dass das gegen Depressionen hilfreich sein kann. Ich habe selbst Erfahrungen damit, allerdings nicht als Medikament...
Nachdem sie jetzt ADHS-KIndern, bei denen Ritalin nicht hilft, Am ph et am in geben, fehlt nur noch dass sie H gegen Schlafstörungen verschreiben. Ich finde das eine irrsinnige Entwicklung. Das geht schon langsam in Richtung Menschenversuch.
Das sind harte D****n, die seit Jahren wegen den Schäden, die sie verursachen verboten sind. Und die sollen jetzt psychisch Kranken helfen?





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  13.03.2014 09:43  
Hallo Sub 1!

Also es gab darüber kürzlich einen Beitrag im Fernsehen und in der Welt und in der Berliner Morgenpost auch einen interessanten Artikel darüber. Habe in der Charite mal angerufen und warte auf Rückruf, um festzustellen, ob ich geeignet für diese Ketamin bin. sollen wohl einige Fragen gestellt werden. Bin gespannt.
Aber das Maprotilin, welches ich jetzt seit 2 Wochen nehme, sagt die nichts ist schon ein älteres Medikament und wurde wohl des öfteren erfolgreich eingesetzt. Der Wirkstoff ist hier Ludiomil. Gibt davon noch Mianserin oder Maprulu. Habe es auf der Reha verschrieben bekommen nachdem ich von Mirtazapin so zugenommen habe.
Würde mich nur interessieren wer es kennt und welche Erfaahrungen damit bestehen.

Schönen Tag noch
LG Charly



  13.03.2014 12:13  
Über Maprolitin kann ich leider nichts sagen, obwohl ich schon so einiges durch habe. Soll das eine Studie sein? Ich wär da vorsichtig.





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  13.03.2014 13:08  
Hallo Sub 1

Ja das mit dem Ketamin ist ein Forschungsprojekt, welches seit 2006 in den USA erfolgreich läuft und seit 2013 auch hier an der Charite praktiziert wird. Infos findet man auf der Seite der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie dr Charite Berlin. Liest sich ganz interessant. Habe dort auch schon angerufen und mich in die Liste aufnehmen lassen. Werden sowieso einige Fragen gestellt, mit denen man festtsellt, ob man wirklich geeignet dafür ist. Bis jetzt hat aber noch keiner bei mir angerufen.

LG Charly

Aber vielleicht kennt ja doch noch jemand das AD Maprotilin, welches ich jetzt nehme. Soll jetzt die Dosisi erhöhen. Na mal sehen.





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  16.03.2014 18:27  
Hallo und guten Abend!

Wollte nur nocheinmal horchen, ob es vielleicht nicht doch noch jemanden gibt, der sich mit dem AD Maprotilin ( Wirkstoff Ludiomil) ein wenig auskennt. Habe jetzt die Dosis um 25 mg erhöht und prompt wieder Magenprobleme. Aber von der stimmugsaufhellenden Wirkung merke ich noch nichts Bin jetzt am Beginn der 3 Woche, Vielleicht ist es ja auch noch zu früh etwas zu sagen.
Vielleicht mag ja jemand mit mir darüber sich austauschen.

Schönen Sonntag noch
und liebe Grüße Charly!



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  18.03.2014 16:21  
Zu Ketamin: Ich bin depressiv und habe jeden Wirkstoff ergebnislos ausprobiert, Klinikaufenthalte haben ebenso wenig gebracht, wie psychologische Maßnahmen. Seit einigen Jahren lasse ich mich nicht mehr therapieren, um den Frust nicht noch größer werden zu lassen.

Vor einigen Jahren hatte ich eine kleine Rücken-OP unter Vollnarkose. Als ich aus der Narkose erwachte, fühlte ich mich erstmalig pudelwohl. Dieser Zustand sollte 3 Tage andauern, dann hat sich die Stimmung wieder eingetrübt. Ich habe in der Klinik nachgefragt, welches Narkotikum man mir verabreicht habe, es war Ketamin und Propofol. Ich hatte zunächst das Propofol im Verdacht und gelangte über einen wissenschaftliche Beitrag an einen Freiburger Psychiatrie-Professor, mit dem ich dann telefoniert habe. Der wiederrum machte mich auf eine US-Studie aufmerksam, die unter Leitung eines Dr. Zarate (es gibt noch mehr US-Studien dazu) durchgeführt worden ist. Für die von mir geschilderte Wirkung sei aber nicht Propofol sondern Ketamin verantwortlich.

Ich habe dann mit Dr. Zarate in Maryland telefoniert, der mir die außerordentliche Wirkung, insbesondere bei therapiefraktären Patienten bestätigt hat. Sodann habe ich mir Ketamin (Handelsname hier: Ketanest) auf einfaches Rezept besorgt und mir nach Anleitung von Dr. Zarate von einem befreundeten Arzt per 40 minütiger Infusion verabreichen lassen. Zunächst war es fürchterlich, weil ich sehr unangenehme halluzinatorische Erlebnisse hatte. Sonstige Nebenwirkung hatte ich nicht. Das war aber nach zwei Stunden vorbei, nach vier Stunden fühlte ich mich wieder in der Lage, Auto zu fahren. Danach war der Effekt blendend, wie oben beschrieben.

Um den Zustand aufrecht zu erhalten, habe ich mir sodann einen Nasenzerstäuber (MAD 300) besorgt und das Ketamin so auf die Schleimhaut aufgebracht. Das ging auch halbwegs gut, aber ich war mit der Dosierung wohl etwas sehr vorsichtig, so dass der Zustand zwar länger andauerte, aber sich dann letztlich doch verflüchtigte.

- Grundsätzlich halte ich das von mir gewählte Verfahren und den Einsatz von Ketamin für absolut zielführend, aber ich würde es wegen der unangenehmen Halluzinationen das nächste mal auf jeden Fall nur gemeinsam mit Propofol oder einem Benzodiazepin machen, die das unterdrücken. Der Gag beim Ketamin ist, dass der an ganz anderer Stelle ansetzt als alles AD und Neuroleptika, nämlich im glutagenen System und sofort wirkt, ich betone sofort.. Psychiater haben sich von den über 200 Neurotransmittern leider nur auf vier eingeschossen und Glutamat völlig außer acht gelassen.

Mir ist schleierhaft, weshalb in Deutschland jetzt erst zaghaft mit Studien begonnen wird, nachdem die Studien aus den USA in 2004/2005 durchgeführt worden sind. Ich frage mich, weshalb man überhaupt noch Studien macht, nachdem die Wirksamkeit bereits bewiesen ist. Man sollte schlicht behandeln und die Forschung nebenher betreiben.

Danke2xDanke


  18.03.2014 17:49  
WILLKOMMEN Jannis hier bei uns im Forum und danke das du mit deinen Erfahrungen hier deinen Beitrag leistest.

Wir freuen uns auf einen angenehmen Erfahrungsaustausch mit dir.

Viele Grüße
Bleeny



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  18.03.2014 17:57  
Danke für die überaus freundliche Begrüßung!



  18.03.2014 18:10  
Ganz einfach weil zu viel Glutamat auch nicht das Gelbe vom Ei ist. Der Glutamin-Glutamat Stoffwechsel ist auch nicht soo ganz simpel. Zu viel birgt auch jede Menge Nebenwirkungen.
Außerdem ist da auch noch gar nicht alles erforscht. Die sind jetzt noch dabei Zusammenhänge zwischen Glutamat und neurodegenerativen Erkrankungen zu untersuchen, wobei wohl gesichert gilt, dass das aus dem Essen nicht direkt dazu beiträgt. Dafür steht Glutamat, dass man übers Essen aufnimmt verstärkt im Verdacht Prostatakrebs zu verursachen etc.
Ketamine können auch langzeit Schäden verursachen.
Nicht das herkömmliche Antidepressiva keine hätten, aber hier besteht wohl noch viel Forschungsbedarf vorallem hinsichtlich langzeit Erfahrungen mit Ketaminen.
Das die Forscher das nicht vergessen haben, sieht man ja daran dass sie forschen, aber man muss auch erst auf die Idee und die Zusammenhänge kommen. Gut Ding braucht leider Weile. Die herkömmlichen Neurotransmitter-Medis helfen halt den meisten Mensche, was natürlich mehr Anreiz ist, als einigen wenigen Ausnahmen zu helfen. Die Forschungsgelder werden halt da auch immer nach Masse verteilt.



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  18.03.2014 18:42  
where.there.is.light hat geschrieben:
Ganz einfach weil zu viel Glutamat auch nicht das Gelbe vom Ei ist. Der Glutamin-Glutamat Stoffwechsel ist auch nicht soo ganz simpel. Zu viel birgt auch jede Menge Nebenwirkungen.
Außerdem ist da auch noch gar nicht alles erforscht. Die sind jetzt noch dabei Zusammenhänge zwischen Glutamat und neurodegenerativen Erkrankungen zu untersuchen, wobei wohl gesichert gilt, dass das aus dem Essen nicht direkt dazu beiträgt. Dafür steht Glutamat, dass man übers Essen aufnimmt verstärkt im Verdacht Prostatakrebs zu verursachen etc.
Ketamine können auch langzeit Schäden verursachen.
Nicht das herkömmliche Antidepressiva keine hätten, aber hier besteht wohl noch viel Forschungsbedarf vorallem hinsichtlich langzeit Erfahrungen mit Ketaminen.
Das die Forscher das nicht vergessen haben, sieht man ja daran dass sie forschen, aber man muss auch erst auf die Idee und die Zusammenhänge kommen. Gut Ding braucht leider Weile. Die herkömmlichen Neurotransmitter-Medis helfen halt den meisten Mensche, was natürlich mehr Anreiz ist, als einigen wenigen Ausnahmen zu helfen. Die Forschungsgelder werden halt da auch immer nach Masse verteilt.


Da muss ich gerade mal mit ein paar Irrtümern aufräumen und im übrigen widersprechen:

1. Ketamin produziert kein Glutamat, sondern blockiert die Glutamat-Aufnahme am NMDA-Rezeptor (ich halte im übrigen sehr viel davon, zugleich den GABA-Rezeptor zu antagonisieren, was z.B. Propofol bewirkt).

2. mündlich aufgenommenes Glutamat gelangt wegen der Blut- Hirnschranke gar nicht erst ins das Gehirn, es wird dort gebildet.

3. woraus kannst Du schließen, das Ketamin Langzeitschäden verursacht? Es gibt kein Forschungsergebnis, dass dieses belegt. Im Gegenteil wird es wegen der zugleich analgetischen Wirkung für die langfristige Behandlung bei Schmerzpatienten eingesetzt und soweit ich sehe, komplikationslos.

4. Ich bezweifele, dass die herkömmlichen AD den "meisten Menschen" helfen, ich kenne keinen einzigen, dem sie je geholfen hätten und ich kenne eine Menge Depressive. Es gäbe Foren wie diese nicht, wenn die allenthalben anzutreffenden Heilsversprechen auch nur ansatzweise wahr wären, es fehlte nämlich dann der Bedarf, sich auszutauschen. Es ist eine Industrie, die uns das Geld aus der Tasche zieht, unsere Heilung wäre deren Super-Gau, also lässt man es.

5. Eine vermeintliche Wirkung sehe ich eigentlich nur bei den Benzodiazepinen, allerdings mit der geringfügigen Nebenwirkung, dass die Patienten mehr oder weniger innerlich enthauptet sind. Das gleiche gilt für Neuroleptika, auch damit findet das Leben nur noch im vegetativen Bereich statt.

Danke1xDanke




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  18.03.2014 19:52  
Hallo Jannis!

Habe jetzt erst deine interessanten Beiträge gelesen. Vielen Dank dafür. Ich habe nun am Donnerstag einen Termin in der Chgarite zu einem sogenannten Vorgespräch.
Bin schon gespannt wie das verläuft. Wirst du heute immernoch dementsprechend behandelt? Und wie lange dauert deine Therapie jetzt? Ich setze große Hoffnung auf diese Form der Behandlung. Ich hoffe auch, daß das Ketamin auch bei Angst-und Panikattacken hilft. Damit habe ich auch zu kämpfen. Vielleicht kannst du mir da schon einige Antworten geben.

LG Charly



  18.03.2014 22:55  
Jannis hat geschrieben:

Da muss ich gerade mal mit ein paar Irrtümern aufräumen und im übrigen widersprechen:

1. Ketamin produziert kein Glutamat, sondern blockiert die Glutamat-Aufnahme am NMDA-Rezeptor (ich halte im übrigen sehr viel davon, zugleich den GABA-Rezeptor zu antagonisieren, was z.B. Propofol bewirkt).

2. ora. aufgenommenes Glutamat gelangt wegen der Blut- Hirnschranke gar nicht erst ins das Gehirn, es wird dort gebildet.

3. woraus kannst Du schließen, das Ketamin Langzeitschäden verursacht? Es gibt kein Forschungsergebnis, dass dieses belegt. Im Gegenteil wird es wegen der zugleich analgetischen Wirkung für die langfristige Behandlung bei Schmerzpatienten eingesetzt und soweit ich sehe, komplikationslos.

4. Ich bezweifele, dass die herkömmlichen AD den "meisten Menschen" helfen, ich kenne keinen einzigen, dem sie je geholfen hätten und ich kenne eine Menge Depressive. Es gäbe Foren wie diese nicht, wenn die allenthalben anzutreffenden Heilsversprechen auch nur ansatzweise wahr wären, es fehlte nämlich dann der Bedarf, sich auszutauschen. Es ist eine Industrie, die uns das Geld aus der Tasche zieht, unsere Heilung wäre deren Super-Gau, also lässt man es.

5. Eine vermeintliche Wirkung sehe ich eigentlich nur bei den Benzodiazepinen, allerdings mit der geringfügigen Nebenwirkung, dass die Patienten mehr oder weniger innerlich enthauptet sind. Das gleiche gilt für Neuroleptika, auch damit findet das Leben nur noch im vegetativen Bereich statt.


Zu 1.: Ich hatte nirgendwo geschrieben, dass Ketamine Glutamat produzieren Oo Das wäre völliger schwachsinn. Ich hab lediglich den Punkt "Glutamat" aufgegriffen. Da Glutamat/Glutamin/Glutaminsäure (nur der Vollständigkeithalber) im Hirn ein wichtiger Botenstoff ist, wichtig für die Neuronen und auch die Lernfähigkeiten maßgeblich beeinflusst, durchaus auch nachweißbare Effekte gegen Depressionen hat (und wie gesagt auch bei Alzheimer/Demenz eine Erhöhung als Ursache in der Diskussion steht) hab ich lediglich darauf geantwortet.
Sorry, dass ich nicht verstanden hab, dass du den Punkt "Glutamat" zu der Wirkung von Ketaminen lediglich dazu gezählt hast.

Zu 2.: Hab ich das irgendwo behauptet? Ich sprach in bezug auf mündlich aufgenommenes Glutamat von der Prostata. Die sitzt nicht im Hirn. Ich sagte auch lediglich, dass es im Verdacht steht, möglicherweiße Prostatakrebs zu begünstigen. Ich sprach nie davon, dass bewießen ist, mündlich aufgenommes Gluatamt sei schädlich.
Übrigens gibt es auch Wissenschaftler, so eine Studiengruppe aus Heidelberg zur Alzheimerforschung (nur als Beispiel) die mittlerweile annehmen, dass selbst das Glutamat aus der Nahrung die Blut-Hirn-Schranke passieren kann vorallem bei manchen Erkrankungen oder Schädigungen ggf sogar geringfügig beim gesunden Mensch.

Zu 3.: Das der Missbrauch! von Ketaminen Langzeitschäden hat, ist nun echt nichts neues. Die Frage ist lediglich wo die Grenze liegt zum ärztlich angeordneten Gebrauch. Ich weiß nicht in wie weit es dazu bereits Langzeitstudien gibt.

zu 4.: Ja, das mag deine persönliche Erfahrung sein. Meine ist anders. Und die der Mediziner auch. Aber traue niemals einer Studie die du nicht selber gefälscht hast, was...

Zu 5.: Äh ja. Ich weiß nun nicht was du mit "innerlich enthauptet" meinst.



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  19.03.2014 07:34  
Hallo Charly 12,

berichte doch mal hier von Deinem Vorgespräch, das interessiert mich sehr. Meine Versuche, die wohl zuständige Frau Dr. Grimm an die *beep* zu bekommen, sind leider bislang gescheitert. Ich selbst will an der Studie nicht teilnehmen, es interessiert mich aber, ob es neue Erkenntnisse zur Dosierung gibt und ob zugleich etwas gegen die wirklich sehr unangenehmen Halluzinationen gegeben wird (Propofol, Valium etc.). Dies, weil ich einen neuen Anlauf mit einem befreundeten Arzt plane, bei dem dann die Frage der Erhaltung des Zustandes im Vordergrund steht.

@ light

Ich glaube, wir reden hier komplett aneinander vorbei. Das Glutamin, das wir mit der Nahrung aufnehmen hat zunächst einmal nichts mit dem glutagenen System im Gehirn zu tun. Und es mag sein, dass Glutamat als Geschmacksverstärker Prostatkrebs verursachen kann, damit habe ich mich nie befasst und das ist hier ja auch nicht das Thema.

Es gilt aber wohl als gesichert, dass Ketamin seine Wirkung im glutagenen System - nämlich dem NMDA-Rezeptor entfaltet - indem es die Aufnahme blockiert. Beobachtungen, anderer Patienten die Benzodiazepine und/oder Neuroleptika zu sich nahmen, zeigten mir, dass die Denkfähigkeit stark gelitten hat, das meine ich mit "innerer Enthauptung". Das kann m.E. nicht Ziel einer dauerhaften Behandlung sein, im Rahmen einer Krisenintervention mag es dagegen durchaus richtig sein.






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  19.03.2014 08:30  
Hallo Jannis und guten Morgen!

Also in der Charite wird diese Studie von einem Prof. Dr. Bajbouj geleitet und man hat schon letztes Jahr über 150 Patienten erfolgreich behandelt. Dieses Jahr sollen es noch weitaus mehr werden. Habe wie gesagt am Donnerstag einen Termin zum Vorgespräch mit einem Dr. Kaschnewski. Der ist Psychiater an der Charite. Dort soll entschieden werden, ob ich überhaupt für diese Studie in Frage komme. Das ganze wird dann mit einem 3-wöchigen stationären Aufenthalt auf der psychiatrischen Station in der Charite verbunden sein. Während dieser Zeit bekommt man dann 3-mal in der Woche dieses Ketamin als Infusion. Wird dabei von einem Psychologen, einem Anästisisten und einer anderen Fachkraft begleitet. Wie gesagt, es gab erst neulich dazu einen Beitrag im Fernsehen und einen Artikein der Welt dazu. Kann mir eigentlich nicht vorstellen, daß da irgendetwas schlimmes gemacht wird. Mir ist nur nicht ganz klar, wie das bei dir zum Einsatz kam, da es ja wohl noch eine Studie ist. Vielleicht können wir ja auch mal per PN miteinander darüber quatschen, wenn du magst. Meinem Arzt sagte das Ganze nämlich nichts. Er ist selbst gespannt, was da rauskommt. Würde mich freuen mehr von dir zu hören.

LG Charly



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  19.03.2014 09:10  
Hallo Charly, ich habe Dir gerade eine PN geschickt, die findest Du oben unter "Nachrichten"

LG

Jannis



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  20.03.2014 01:22  
Der Hallo jannis und charie12. Hab mich extra wegen euch angemeldet.
Ich bin auch sehr an ketamin interessiert. Leide seit 2009 unter schweren depressionen.
Diese haben sich im laufe der Jahre leider verschlechtert. Habe auch alle möglichen Therapien hinter mir.
x Medikamente teilweise Hochdosiert und kombiniert. Psychotherapie, Hypnose , transkranielle Magnetstimulation , Elektrokrampftherapie.
Mein Psychiater weiß auch nicht weiter und geht in den nächsten Monaten in Rente.
Eigentlich war ich an der Tiefenhirnstimulation interessiert aber das ist schon ein großer eingriff und man wir hier selektiert. In den letzen jahren habe ich im Internet immer wieder von ketamin gelesen fand aber erst 2013 auf der Seite der Charite diese Behandlungsmöglichkeit.
So wie jannis habe ich gezögert weil ich nicht entäuscht werden wollte. Jetzt hab ich endlich den mut zusammen genommen und meien Psychiater aufgesucht der die Sache mit Ketamin gut findet. Habe die Charite angerufen und die wollten mir sehr schnell einen Termin geben sogar Telefontermin da ich es sehr weit nach Berlin habe. Dieser Termin sollte bei einem Dr. Kaschnewski stattfinden. Als ich sagte das es wegen der Ketamin Behandlung ist sagen die ich sollte einen Termin beim Sekretariat von Dr Bajbouj ausmachen. Dieses Sekretariat wäre nur Montag und Mittwoch besetzt. Ich versuche es seit 2 Wochen und nie geht jemand ran. Email an das Sekretariat hab ich auch geschrieben aber keine Antwort erhalten. Jemand aus einer anderen Abteilung meinte das das Sekretariat große Anfragen hätte da diese Ketamin behandlung im RBB und in der Welt gewesen ist.



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  20.03.2014 01:50  
Jannis das was du gemacht hast mit dem ketamin außerhalb einer klinik finde ich gut.
Es ist sehr schade das dies nur die Charite macht. Jedoch hab ich im internet irgendwo gelesen das es in deutschland bereits 8 studien gegeben hätte. Hab aber keine weiteren finden können.

Ich habe in der schweiz hochdosis antidepressiva und kombinationstherapien mit ritalin etc gemacht mit Blutspigelmessung.Hochdosis heiß über die dosierung die in der Packungsbeilage steht zu gehen. Mein Hausarzt in Deutschland hat das alles verschrieben und überwacht. Jedem anderen Arzt dem ich das erzählt habe wurde skeptisch und hat sogar gesagt ich solle solche therapien nicht machen. Ich lebe und schlecht ging es mir bei dieser therapie nicht schlecht gebracht hat sich aber auch nichts.

Wie hast du das mit dem Ketamin über Dr Zarate aus USA gemacht. Hat der dir einen Arzt in Deutschland empfohlen der das mit dir macht oder mustest du selber einen finden?

Ich frage nach weil falls das mit dem Berlin nichts werden sollte weil sie meinen ich wäre zu jung möchte ich mich nicht von den abhängig machen



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  20.03.2014 08:41  
Hallo Frettchen,

die Ketaminbehandlung solltest Du unbedingt machen und zwar nicht nur aus therapeutischen sondern auch aus diagnostischen Gründen, denn wenn Du auf alles bisherige nicht angesprochen hast, spricht vieles dafür, dass Du an den Stellen, die Du mit diesen Medikamenten erreichst, schlicht keinen Defekt hast. Dann kannst Du dosieren wie Du willst, es ist einfach die falsche Baustelle. Es kommt mir so vor, als wolle man Krebs mit Aspirin behandeln, nein, den muss man rausschneiden!

In der psychiatrischen Depressionsbehandlungen befasst man sich mit insgesamt vier (!) Transmittern von über 200, man blockiert, antagonisiert und agonisiert. Aber selbst hier ist vieles ungeklärt.

Ketamin setzt an ganz anderer Stelle an, nämlich im glutagenen System und hier am sogenannten NMDA-Rezeptor. Befindet sich hier der "Defekt" wird ein herkömmliches Antidepressivum IMMER wirkungslos bleiben. Die leider noch in den Kinderschuhen steckende Depressionsforschung verlagert sich allerdings derzeit zunehmend in Richtung Glutamat.

Davon hast Du aber derzeit nichts, wenn ich mir anschaue, dass die Charité die seit zehn Jahren aus den USA bekannten Erkenntnisse erst jetzt anwendet und ansonsten hierzulande niemand sonst, wird es erst recht sehr lange dauern, bis es neue Wirkstoffe gibt.

Wenn Dein Psychiater selbst die Behandlung mit Ketamin als gute Idee sieht, frage ich mich, warum er diese Behandlung nicht selbst an Dir vornimmt, er braucht Dir doch nur eine Infusion mit Kochsalz anhängen, in die er pro Kilo Körpergewicht 0,5 mg Ketamin gibt ( bei dem hier gebräuchlichen "Ketanest" ist es die Hälfte, weil es konzentrierter ist), den Tropf so einstellen, dass er 40 Minuten läuft, ergibt sich alles aus der Studie von Dr. Zarate. Gleichzeitig solltest Du aber noch ein Benzodiazepin nehmen, weil es ansonsten wirklich unangenehme Halluzinationen gibt. Das ganze unbedingt im Liegen und aufstehen solltest Du auch erst, wenn Du Dich wieder fit fühlst.

Ketanest gibt es auf einfaches Rezept, es unterfällt nicht dem BetäubungsmittelG. Mir ist schleierhaft, weshalb die Ärzte bei der Depressionsbehandlung mit Ketamin so ein Spiel machen, es aber anlässlich kleinerer Operation in viel höherer Dosis bedenkenlos einsetzen.

Ich habe das ganze mit befreundeten Ärzten in deren Praxis gemacht, die Verabreichung per nasaler Applikation (Zerstäuber) allerdings zuhause oder im Büro während der Arbeit.

Bleib dran!

LG

Jannis



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Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser


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