@Lila und die anderen
ja, es hat geregnet. Für mich sind diese Temperaturen besser.
Aber hier in diesem Thread wurde ja auch so viel anderes geschrieben. Vordergründig haben wir Angst vor körperlichen Symptomen (diesmal durch Wetter ausgelöst) aber dahinter steht ja viel anderes. Du schreibst über das Abgrenzen, und Fee hat ja ausführlich ihre Probleme damit beschrieben.
Für mich ist das auch ein Problem, aber vorallem andere seelische Wunden, die mit Selbstwert zu tun haben. Das ich mich nicht immer gut abgrenzen kann, ist eine Folge davon, weil ich glaube, nicht das Recht dazu zu haben und die anderen mich dann nicht mehr mögen. Manchmal habe ich regelrecht Angst davor, zu sagen, was ich möchte. Selbst wenn es um kleine Dinge geht.
DAs Abgrenzen steht aber für mich nicht mehr im Vordergrund, für mich ist am aller Schlimmsten, dass ich glaube, ich bin nicht in Ordnung. Ich bin nicht in Ordnung, das habe ich die ersten 30 Jahre meines Lebens auf meine Intelligenz, mein Aussehen u.s.w. bezogen. Ich fand mich immer blöd, hässlich, asozial, moralisch verwerflich und die Liste kann ich noch fortführen. Das habe ich alles überwunden, stehe jetzt als selbstbewusste, respektable Frau da, aber die Angst hat sich eine andere Stelle gesucht. Das ist mein Körper. Der Gedanke, meine negative Wahrheit über mich ist immer noch: Ich bin nicht in Ordnung. Ich bin nicht normal, ich bin nicht gut, ich habe nichts Gutes verdient. Jetzt wo ich das schreibe, habe ich Tränen in den Augen, weil es so ist und ich mir auch irgendwie selbst leid tue.
In den letzten Tagen, als ich Angst wegen den Wetters hatte, war mir selbst klar, dass nichts passieren kann, dass alle Ängste völlig irrational sind. Ich habe in mir keine Angst gefunden, die wirlich glaubwürdig war, und trotzdem dachte ich, aber dir passiert was, denn du bist nicht normal. Die Vernunftsregeln mögen für andere gelten, für dich nicht.
Das sind Grundsätze meiner Erziehung, die ich nicht loswerde. So wie der Rest der Welt mit dem Bewusstsein aufsteht, die Erde ist eine Kugel und dreht sich um die Sonne, so ist es bei mir, ich bin nicht normal. Ich habe das Gefühl, dieser Gedanke ist in jeder Zelle meines Körpers. Ich setze dem immer was entgegen, aber diese Überzeugung ist da.
Jetzt habe ich auch noch nen kleinen Roman geschrieben, hat aber gut getan.