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C

clara5711
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Ich weiß nicht mehr weiter und verzweifle nur noch.
Bin andauernd am Zittern und habe starkes Herzklopfen. Zudem leide ich täglich unter wiederkehrenden Panikattacken. Mein Magen gibt mir den Rest, indem es ständig brennt. Dazu kommt noch der Durchfall, den ich nach jedem Essen mit Herzklopfen habe.
Gegen das Herzrasen habe ich zwar Medikamente geholfen, helfen mir allerdings nur in den Ruhephasen, gegen das Herzklopfen und Herzrasen leider nicht.
Ich stehe ständig unter Anspannung, was wenn gleich wieder eine Attacke kommt…
Nach draußen traue ich mich nicht mehr vor lauter Angst und auf anderes kann ich mich sowieso nicht mehr konzentrieren. Zudem liege ich zu Hause nur noch rum und bin am Handy. Ich habe keine Kraft mehr. Wenn ich rausgehe, bin ich eh nur angespannt und habe Herzklopfen und einen schnellen Puls vor lauter Anspannung. Ich schaffe es einfach nicht mehr. Klinik und Therapie habe ich bereits jahrelang gemacht, hat mir auch nichts gebracht. Mein ganzes Leben… werde ich je wieder normal rausgehen können, geschweige denn mal was essen können, ohne, dass ich Hintergedanken habe? Wieder einfach mal raus, ohne, dass ich Herzrasenanfälle bekomme? Ich hasse es nur noch.

09.02.2022 #1


186 Antworten ↓
P

Pauline333
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@clara5711

Dein Problem ist: du bist wie ein randvolles Fass. Mit Oberflächenspannung, also mit nach oben gewölbter Flüssigkeitsfläche. Kommt ein Tropfen dazu, fließt erstmal eine Menge ab (Herzrasen, Panik). Aber auch danach bleibt dass Fass randvoll.

Die Flüssigkeit muss deutlich reduziert werden, sodass das Fass nicht dauernd überläuft, wenn Wasser reingeschüttet wird. In einer Klinik machen sie das oft mit 3x täglich Tavor für eine gewisse Zeit, zuhause kannst du mit verschiedensten Maßnahmen und Techniken daran arbeiten, deine zum bersten angespannte Anspannung zu reduzieren. Atemmeditation, schöne Dinge tun, dich ablenken durch verschiedene Tätigkeiten, sodass du die Anspannung kurz vergisst, sich dein Körper kurz entspannen kann (puzzeln, aussortieren, basteln, Mandalas malen etc., alles was deine Konzentration auf angenehme Weise in Beschlag nimmt).

Dann solltest du versuchen, deine Angstbahnen im Kopf nicht noch tiefer zu graben. Also nicht auf Biegen und Brechen raus gehen. Vielleicht erstmal üben, ohne Angst an der Haustür zu stehen, dann wenn du das kannst ohne Angst, einen Schritt rausmachen. Wenn du das kannst zwei Schritte vom Haus entfernen u.s.w. also äußerst kleinschrittig. Das kann pro Schritt Tage dauern, aber das ist ok. Ziel ist es, die Steps in Richtung Freiheit so klein zu machen, dass du möglichst nur Erfolgserlebnisse hast. Damit kannst du ganz langsam die Angstbahnen im Kopf neu asphaltieren und verlernst deine antrainierte Angst bzw ersetzt sie durch gute Erlebnisse.

Denn so funktioniert unser Gehirn. Du hast dir ganz intensiv und ausdauernd ein völlig falsches Verhalten antrainert, dass da heißt "draußen schlecht, nur zuhause sicher". Leider haben deine Eltern da auch noch mitgeholfen, indem sie dich wieder nach Hause fahren, wenn du es ihnen sagst. Du hast dir selber dein eigenes Gefängnis im Kopf gebaut, aber das kannst du Stück für Stück abbauen.

06.02.2022 08:05 • x 3 #139


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A


Verzweiflung - will doch nur leben

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Abendschein

Abendschein
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Du bist verzweifelt, weil Du Angst hast, oder weil Du Angst hast, bist Du verzweifelt.

Ich hatte den ganzen sch. fast 40 Jahre lang, mit allen doofen Gedanken, über schlimme Panik Attacken,
Angst, Panik, manchmal oder fast immer Tag und Nacht. Alles war manchmal wie Watte, als wenn ich es nicht selber bin, habe mich gekniffen, um mich zu spüren. Ich habe immer wieder gefragt, wo der Ausschalter ist? In mir? Ja aber wie schalte ich das alles aus? Wie denn? Zu meiner Zeit, waren die Angst und Panikattacken noch nicht so bekannt, wie Heute. Ich wäre froh gewesen zur damaligen Zeit, wenn es schon ein Forum gegeben hätte, wie dieses, aber gab es nicht und ich war allein, immer auf der Suche, nach einer schweren
Krankheit, die ich dachte zu haben.

Habe dann eine Therapie gemacht und von da an ging es besser, ......der Ausschalter bin ich selber.
Ich muß nicht bei jedem kleinsten Symptom Angst haben. Ich muß es nicht, aber ich habe es immer gemacht.
Die Panik kam sofort und meine Gedanken waren nur Angst. Dann habe ich auch gezittert und ich war unkonzentriert, weil ich mich nur auf meine Symptome konzentriert habe.

Der Therapeut sagte zu mir, ab sofort werden sie anders denken. Meine Gedanken, drehten sich nur um Angst,
überall war Angst. Ich kann das hier gar nicht alles so widergeben, was ich in all den Jahren erlebt habe.

Da war an Symptomen wirklich alles dabei. Manches Mal habe ich geweint, weil ich es nicht mehr ertragen konnte, aber aufgeben wollte ich nicht und so wie ich immer an die Angst gedacht habe, so habe ich versucht, nicht mehr an die Angst zu denken. Mit dem anders Denken wurden auch die Symptome weniger.

Lange Jahre kann ich ohne Symptome leben, die Angst geht vielleicht nie ganz weg, aber ich habe gelernt mit ihr zu leben. Das kannst Du auch!

05.02.2022 22:44 • x 2 #117


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E
Es tut mir leid das es dir so schlecht geht.

Dir wird auf Dauer nur eine Therapie helfen, stationär, Teilstationär, ambulant, evtl. auch mit Antidepressiva.

Diesen Weg solltest du einschlagen.

Alles Gute.

x 4 #2


Bubbles
@clara5711 kann mit dir fühlen. Ich hasse es auch nach zwanzig Jahren mit dieser Krankheit.
Ich gehe zwar noch raus und mache meinem Job, aber das war es sonst hänge ich auch nur rumm weil ich wenig Kraft habe für meine Familie. Tag für Tag Symptome, mal für ein paar Stunden gut und manchmal so heftig das ich denke das war es jetzt. Therapie bringt nichts, die Jahre in dieser langen Zeit wo ich sagen konnte das Leben ist lebenswert waren mit Medikamente.
Seit einem Jahr hänge ich in der dritten Episode. Keine Lebensfreude, jeden Tag Angst/Panik und Depression.
Drück dir die Daumen das es irgendwann wieder aufhört.

x 1 #3


S
Kannst Du irgendwas von Deiner Verhaltenstherapie umsetzen?

Gehst du wieder arbeiten?

x 1 #4


TheViper
Zitat von clara5711:
Ich weiß nicht mehr weiter und verzweifle nur noch. Bin andauernd am Zittern und habe starkes Herzklopfen. Zudem leide ich täglich unter ...

Das du leidest glauben wir dir sofort. Du musst leider versuchen gegen deine Angst anzukämpfen, das du keine Kraft mehr hast glaube ich dir auch. Leider helfen therapien nicht immer sofort, mache brauchen länger bis man die Sachen umsetzen kann. Deine Symptome die du beschreibst sind leider nur die psyche die dir die Probleme macht. Aber wichtig ist das du drin leben nicht so stark einschränken lässt. Den das versucht deine psyche leider. Und wenn es zu stark ist, dann wäre dennoch eine erneute Therapie sinnvoll

x 4 #5


C
Zitat von Grace_99:
Es tut mir leid das es dir so schlecht geht. Dir wird auf Dauer nur eine Therapie helfen, stationär, Teilstationär, ambulant, evtl. auch mit ...


Ich weiß nicht, wie ich in eine Klinik soll, wenn ich nicht paar Meter weiter weg von meinem zu Hause sein kann, ohne, dass ich Herzrasen und Panik bekomme. Dazu kommt noch ein sehr unangenehmes Herzklopfen und Zittern hinzu. Ich bin ZU angespannt. Sad

#6


S
Kannst Du irgendwas von Deiner Verhaltenstherapie umsetzen?

Gehst du wieder arbeiten?

x 1 #7


C
Zitat von Bubbles:
@clara5711 kann mit dir fühlen. Ich hasse es auch nach zwanzig Jahren mit dieser Krankheit. Ich gehe zwar noch raus und mache meinem Job, aber das ...

Welche Medikamente hast du eingenommen?
In der Klinik habe ich Doxepin bekommen, aber diese Medikamente haben mir leider nicht gegen meine Attacken geholfen… Sie haben mich nur total anders gemacht - müde und ZU ruhig. Aber die Symptome und die Panik sind geblieben.

Also Arbeit und rausgehen würde mir sogar reichen. Ich finde meine Situation momentan schrecklich. Nicht Mals vor die Tür geht, ohne, dass ich Panikattacken kriege.

#8


S
Ich geb’s auf

#9


C
Zitat von portugal:
Kannst Du irgendwas von Deiner Verhaltenstherapie umsetzen? Gehst du wieder arbeiten?

Nein, mir hilft nichts.
Ich wurde an so einer tollen Stelle angenommen, aber hinfahren konnte ich nicht; hingehen genauso wenig. Klappt alles nicht. Hocke nur noch zu Hause mit Attacken rum- kriege die Krise. Nicht Mals einkaufen geht.

#10


C
Zitat von portugal:
Ich geb’s auf

wie?
Meinst du das Antworten? Ich war dabei.

#11


Bubbles
@clara5711 Citalopram und Escitalpram habe ich schon genommen. Beide haben gut geholfen.

x 1 #12


TheViper
Zitat von clara5711:
Welche Medikamente hast du eingenommen? In der Klinik habe ich Doxepin bekommen, aber diese Medikamente haben mir leider nicht gegen meine Attacken ...

Was haste den für Panikattacken? Haste Angst wegen dem Herzen oder sonst was?

x 1 #13


C
Zitat von TheViper:
Das du leidest glauben wir dir sofort. Du musst leider versuchen gegen deine Angst anzukämpfen, das du keine Kraft mehr hast glaube ich dir auch. ...

Ich versuche wirklich vor die Tür zu gehen und ebenfalls auch dort zu bleiben. Das Herzklopfen und die derealisation sowie Atemnot und das Herzrasen auszuhalten, aber es ist die reinste Katastrophe. Ich schaffe es einf nicht weiter. Und wenn, kriege ich eine Panikattacke. Es ist gar nicht mehr auszuhalten. Ich hab’s so satt. Ich hab kein Leben mehr und das ist so schrecklich. Und in eine Klinik kann ich in so einem Zustand auch nicht fahren - so schlimm war’s noch nie.

#14


C
Zitat von Bubbles:
@clara5711 Citalopram und Escitalpram habe ich schon genommen. Beide haben gut geholfen.

Dann müsste ich zu einem Psychiater oder in eine Klinik, aber ich schaffe es nicht. An wen kann ich mich da denn wenden?

#15


C
Zitat von TheViper:
Was haste den für Panikattacken? Haste Angst wegen dem Herzen oder sonst was?

Ja, habe eine richtig schlimme Herzangst entwickelt. Habe generell einen zu hohen Puls. Nehme zwar auch Medikamente dagegen, aber sie helfen mir nicht gegen die Panik.
Das Herz fängt aus dem nichts an ganz heftig stark und schnell zu schlagen und ich verliere die Kontrolle und kriege daraufhin Panikattacken.
Ganz besonders nach dem Essen - kann gar nicht mehr essen.

#16


TheViper
Zitat von clara5711:
Ich versuche wirklich vor die Tür zu gehen und ebenfalls auch dort zu bleiben. Das Herzklopfen und die derealisation sowie Atemnot und das Herzrasen ...

Verstehe ich, du brauchst keine Angst zuhaben. Du bist nicht herzkrank oder generell sterbenskrank. Es ist wichtig das du sowas weißt

x 1 #17

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C
Zitat von TheViper:
Verstehe ich, du brauchst keine Angst zuhaben. Du bist nicht herzkrank oder generell sterbenskrank. Es ist wichtig das du sowas weißt

Ich sehe mein Herz so stark klopfen. Es sieht man einfach nur das Oberteil und ich spüre es, als wär ich in einer Prüfung. Gleichzeitig will ich dann immer nach Hause; damit ich mich ganz schnell hinlegen kann - damit es sich beruhigt. Und ich zittere am gesamten Körper. Schrecklich.

#18


C
Zitat von portugal:
Ich geb’s auf

?

#19


Perle
Warum kannst Du nicht in eine Klinik fahren? Du musst ja nicht selber fahren. Nur Not musst Du mit dem Taxi hin. Ich war 2014 an genau dem gleichen Punkt angelangt wie Du. Die Akutstation war ein erster wichtiger Schritt neben dem Antidepressivum.

x 4 #20


A


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Dr. Christina Wiesemann
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