Klaus Goldmann

ich bin 18 Jahre alt und ich bin momentan so gut wie am Ende. Seit Sommer geht es mir psychisch und gesundheitlich einfach dreckig. Ich muss dazu sagen,dass ich schon seit ich auf der Erde bin ein so nervöser Mensch bin und,dass ich mich schon immer soooo aufgeregt habe. Wegen Misserfolge oder Ängste habe ich mich schon weinend am Boden gerollt,aber bis zum Sommer hat es sich noch nicht so auf die Gesundheit geschlagen. Seit Juni kamen die Probleme. Bauchschmerzen,Blähungen,ein so starkes boxen im Bauch,einfach schmerzhaft. Der Arzt stellte einen Zwölffingerdarmreiz fest und gab mir tTabletten. Dann bekam ich noch eine sehr schweren Harnwegsinfekt,der dazu führt,dass ich jetzt immer wenn ich öfters aufs Klo muss Angst habe ihn wieder haben. Dann kamen die Bauchschmerzen im Herbst wieder. Im dezemeber stellte dann der Arzt Gastritis fest. Er gab mir Tabletten,die Beschwerden im Magen wurden etwas besser,aber nach einer Zeit kam alles wieder.Ich muss dazu sagen,dass ich sehr viele negative Erlebnisse in der Zeit nochdazu hatte. Das Magenröntgen ergab:
Mäßiggradiger hypersekretorischer Reizzustand. Ich nehme jetzt Ulkugant und Pariet(gegen aufgeblähten Bauch und Spannung im Bauch),aber irgendwie hilft alles nichts,diese Schmerzen hören nicht auf. Es drückt weiterhin im ganzen Bauch. Es kommen schlafstörungen dazu,ich liege nachts wach und wegen meiner schlechten Nerven fühle ich wie wenn Stromstöße durch meinen Körper gingen. Genauso gehts mir untertags. Es ist so,dass ich miitlerweile starl depressiv bin,weil wegen der Schmerzen und der schlechten nervlichen Verfassung,nichts mehr vom Leben habe. Übelkeit und Brechreiz kommen dazu. Oft muss ich aus Brechreiz husten.
Ich bin so traurig und in meinen Schmerzen gefangen,ich habe es schon so lange und es vergeht nicht,keiner kann mir helfen. Meine Eltern sagen gib dich draus,sie reden alle so leicht. In meiner Traurigkeit denke ich manchmal an Selbstmord. Ohne Scherz denke ich schon,dass ich von etwas Bösen besessen bin,weil es mich oft nervlich so herschmeißt ohne großen Grund,wie kann man aus diesem teufelskreis entkommen? Ich würde alles tun,um wieder ein normales Leben,ohne diese Magen-Bauchprobleme und den ganzen psychischen Dingen zu führen,tun. Was soll ich nur machen?

13.04.2002 13:57 • 16.05.2002 #1


6 Antworten ↓


Gast


Hallo Klaus,

ich habe zwar keine Magenprobleme, dafür aber einen Reizdarm. Ich kann deine Gedanken gut nachfühlen. Die Traurigkeit, Verzweiflung, Selbstmordgedanken. Ich habe mich auch oft gefragt, warum ich, muß ich damit ewig leben, hört das nie auf?
Hast du es schon mal mit einer Psychotherapie versucht. Du kannst dann mit jemanden über deine Gefühle und Sorgen reden, der dich versteht und das nicht auf die leichte Schulter nimmt. Vielleicht findest du auch damit den Grund für deine Beschwerden. Sie sind ja mit Sicherheit in erster Linie psychisch. Außerdem wäre es gut wenn du dir etwas suchst, womit du den inneren Druck abbauen kannst. Vielleicht eine Sportart mit der du dich auspowern kannst, oder Entspannungstechniken wie Autogenes Training, oder Muskelentspannung nach Jakobsen. So kannst du ein wenig zu innerer Ruhe finden. Gut sind auch Atemübungen, oder mach dir ein gemütliches Wochenende, laß dich verwöhnen, verwöhne dich selbst.
Ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen. Gib nicht auf, sei gut zu dir.
Liebe Grüße, Marion

14.04.2002 13:20 • #2


Gast


Hallo Klaus,

das ist alles wirklich heftig, was Du schreibst.
Du darfst Dir auf keinen Fall einreden, das Du von irgendwas besessen bist. Klar sucht man nach Erklärungen. Ich weiß auch, wie das ist. Ich klammere mich oft an jeden kleinen Strohhalm, wenn ich denke das könnte mir helfen und ich würde mich dann besser fühlen. Aber immer wieder wird man enttäuscht.
Ende letzten Jahres hatte ich auch mal eine schlimme Phase, wo diese Selbstmordgedanken auch in mir hochgekommen sind. Ich habe mich hinterher vor mir selber erschrocken, wie gleichgültig ich plötzlich meinem eigenen Leben gegenüberstand."Wenn Du jetzt auf einmal nicht mehr da wärst, was solls!"waren meine Gedanken. Manchmal war ich einfach auch nur fertig und habe geheult. Das befreit dann etwas, aber nur für den Moment. Ich hab das alles nicht mehr eingesehen, warum es ausgerechnet mir so schlecht gehen sollte.
Es ist immer schwer jemand anderem zu sagen, mach das so und so, weil es kein wirkliches Patentrezept gibt. Mir fällt es einfach schwer mich damit abzufinden, das ich noch relativ jung bin(21) und mich schon mit so einem Mist rumplagen muß.
Versuch Dich einfach mal ein bischen abzulenken, tu Dinge die Dir und nur Dir wirklich Spaß machen. Manchmal baut sich selber auch eine Menge Druck auf, weil wir versuchen es anderen recht zu machen und irgendwelchen Anforderungen zu entsprechen. Das Resultat ist, das man sich so verbiegt, das man am Ende nicht mehr man selbst ist.
Laß Dir nichts von anderen irgendwas einreden von wegen:"Stell Dich doch nicht so an, bild Dir doch nicht immer was ein", jemand der Deine Beschwerden nicht hat, kann das auch nur schwer nachvollziehen. Ich kenne ja selber die Reaktionen meines eigenen Umfelds.
Klar löst man so nicht alle seine Probleme. Aber man darf sich auf keinen Fall aufgeben, auch wenn es in Phasen, in denen es einem besonders schlecht geht natürlich sehr schwer ist.
Ich wünsche Dir auf jeden Fall alles Gute für alles was Du tust.
Gruß
Melanie

14.04.2002 15:29 • #3


Marika


Lieber Klaus,

Ich unterschreibe jedes Wort, das Du geschrieben hast.
Nach jahrelangem Leiden, zu dem dann noch Angstzustände und Depressionen gekommen sind, fand ich den richtigen Arzt und der verschrieb mir ein Antidepressivum. Das hat super geholfen. Ich LEBE wieder! Ich bin zwar manchmal etwas empfindlich, aber kein Vergleich zu früher. Ich esse halt nichts, von dem ich weiß, dass ich es schlecht vertrage. Nachdem die Wirkung der Medikamente eingesetzt hatte, wurde ich wieder kräftiger und konnte auch in meinem Leben einiges verändern.

Es ist mir nach vielen Gesprächen mit Betroffenen aufgefallen, dass sie alle etwas gemeinsam hatten: Sie fühlten sich von ihrem Umfeld unter Druck gesetzt oder lebten in einem Umfeld, dass sie ablehnten.

Ich habe meines jedenfalls total geändert. Ist nicht leicht, aber es lohnt sich. Jeder Mensch hat die Möglichkeit seine Leben so zu gestalten, wie er es sich vorstellt. Das geht auch, wenn man auf andere Rücksicht nehmen muss. Finde heraus, was Dich unglücklich macht, und lass es los.

In diesem Sinne
alles Gute für Euch alle
Marika

15.05.2002 18:50 • #4


Gast


bravo marika!

genau das ist es. schön dass du es gefunden hast! möge die macht mit dir sein!

carl

16.05.2002 08:43 • #5


anjhei


Hallo Klaus! Ich bin selbst erst 19 jahre alt und habe seit etwa 6 Jahren verstärkte Probleme mit meinem Magen und Darm. Vor kurzem und nach endlosen Untersuchungen, Diäten (um auszutesten, ob ich was nicht vertrage) und Medikamenten, alles erfolglos und befundlos, haben sich die Ärzte jetzt endlich auf Reizdarm und Reizmagen geeinigt. Es ist zwar schön zu wissen, dass man sich die Schmerzen, die Durchfälle, Blähungen, Übelkeit usw, nicht einbildet, aber genützt hat mir die Diagnos auch nicht so richtig. Ich kann jetzt zwar sagen, ich hab das und das, aber irgendwie glauben viele in meinem Umfeld immer noch, das alles wäre eingebildet und ich müßte mir nur nicht um alles solche Gedanken machen, positiv denken und schon gehts mir gut. Wenn das so einfach wäre, hätte wohl niemand soche probleme, oder?? Jedenfalls kann ich dich echt gut verstehen, ich würde auch viel dafür geben, wenn ich einfach ganz "normal" leben könnte. Ich wüßte nicht einen einzigen Tag in den letzten Jahren, wo ich keine Beschwerden hatte, aber verstehen, kann das wahrscheinlich nur ein Betroffener, deine Eltern können sich da sicherlich ganz schlecht reinversetzen, aber sie wollen dir damit sicherlich nicht weh tun. Meine Eltern verstehen es heut noch nicht so richtig, warum ich nach jedem essen aufs Klo renne, manchmal fragen sie mich sogar, ob ich mir vielleicht absichtlich den Finger in den Hals stecken würde oder was sonst mit mir los ist.
Ich hab besonders in letzter Zeit extreme Probleme mit dem Schlafen, bin dann den ganzen Tag müde und schlapp, und bin dann extrem gereizt und fange beim kleinsten bißchen an zu weinen. Ich kann mich dann selbst nicht mehr leiden und erkenne mich kaum wieder. Meine Ärztin hat mir da Baldrian verschrieben, seitdem schlafe ich wenigstens etwas besser und bin auch so ausgeglichener.
Zusätzlich gehe ich jetzt regelmäßig zur Psychologin, kann dir allerdings noch nicht sagen, was es geholfen hat, weil ich noch nicht lange gehe, aber es tut auf alle Fälle gut, über seine Probleme reden zu können.
Ich hoffe, ich konnte dir wenigstens ein bissel helfen, eigentlich wollte ich dir nur sagen, dass du dir deine Beschwerden nicht einbildest und du damit nicht alleine dastehst. Mir hat diese Erkenntnis sehr geholfen, denn ich hab schon an mir gezweifelt und mich gefragt, ob ich mir alles vielleicht wirklich nur einbilde oder vielleicht überempfindlich bin.
Ich wünsche dir auf alle Fälle gute Besserung!!!
Liebe Grüße,
Anja

16.05.2002 12:04 • #6


Marika


Zuerst muss man einmal den Mut aufbringen, ehrlich zu sich zu sein.
Es macht uns krank, wenn wir aus irgendwelchen Gründen (und derer gibt es viele - meist unbewußt) den Tatsachen nicht ins Auge sehen.
Ich sage immer: es hilft nichts, wenn die Bremse beim Auto kaputt ist und Du den Reifen wechselst, nur weil Du gerade einen da hast.
Wir verdrängen nur Dinge, die besonders unangenehm sind oder wir uns vor den Konsequenzen einer Veränderung fürchten. Jeder von uns WEISS, was schief läuft. Hört Euch besser zu. Der Psychologe tut nichts anderes, als Dir dabei zu helfen. Der eine kanns, der andere nicht. Der Psychologe ist auch nur ein Mensch. Man darf nicht in der Erwartung zu ihm gehen, dass er Dich gesund macht. Das musst Du immer selber tun.
Nehmt mal einen (grossen Zettel) und macht drei Spalten.
eine für gute Sachen - eine für schelchte Sachen - eine für Lösungen.
Schreibt rein, was ihr mögt und Euch glücklich macht, in die zweite, was ihr hasst und Euch bedrückt. In die dritte, wenn ihr wisst, wies zu ändern wäre.
An diesem Zettel, muss man längere Zeit immer wieder eintragen.
Er hilft, sich klar zu werden und könnte auch als Unterstützung für Gespräche dienen (Psychologe, Familie, Freunde). So kann man Vieles
im Kopf sortieren und auch schon mal wegstreichen. Irgendwann stößt man dann auf sein Hauptproblem. Vorausgesetzt, man ist ehrlich. Man fängt auch mit der Zeit an zu erkennen, was WIRKLICH ein Problem ist und was Ausreden sind.
Ich wünsche Euch viel Erfolg
Marika

16.05.2002 13:00 • #7




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