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01.10.2008 10:02 • 24.04.2021 #1


110 Antworten ↓


Ich hab diese Attacken auch weil ich einen lieben Menschen verloren hab mein Vati allerdings schon voriges Jahr im September. Aber du verarbeitest das nicht richtig bei mir war ein halbes jahr gar nichts dann hab ich eien schlimme Erkältung gehabt und dannach ging es los. Mein Vati verstarb an einem Herzinfakt und da ich auch herzrasen hatte hab ich mich da so reingesteigert. Aber ich wurde von Kopf bis fuß durchgecheckt nichts.
Das ich mich eine Zeit lang nur in Begleitung auf die Straße getraut hab hatte ich auch. Aber ich hab mir gesagt du musst das schaffen aber brauch Zeit. Geh einfach raus sag Dir selbst du bist Körperlich gesund ich lutsche meist ein Bonbon und achte auf die Natur das hilft bei mir. Aber wei gesagt so ein Verlust brauch Zeit leg dir Entspannungsmusik ein und Träume und behalte dein Freund in errinnerung wie er war.
LG Sandra

01.10.2008 10:18 • #2



Panikattacken und Ängste seit Todesfall

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Hallo Sandra,

vielen Dank für deine Antwort. Ich werde das mal versuchen mit dem
Bonbon und der Musik. Ich werde wohl üben müssen wieder alleine vor
die Tür zu gehen. Ich weiß auch das ich körperlich gesund bin aber die
Attacken sind meist so stark das ich da nicht gegenankomme. Um mal
das Beispiel einkaufen zu nehmen : ich habe da so eine Art Blockade und
zwinge ich mich dann trotzdem ins Geschäft ist spätestens dann Schluß
ich drin bin und ich nun nicht mehr "schnell" zurück zum Auto kann. Je
weiter ich mich vom "sicheren" Auto entferne umso schlimmer wird es.
Mir wird schwindelig, meine Beine wiegen gefühlte 100 kg und ich trete
irgendwie weg. Ich bekomme "Sterne vor den Augen" und habe das
Gefühl ich würde jeden Augenblick in Ohnmacht kippen. Aber da erzähle
ich dir wohl nichts neues. Das alles ist momentan schon schlimm genug
und nun auch noch das Problem mit den Attacken..............................

Liebe Grüße

tyra

01.10.2008 10:40 • #3


Du bist in einer tiefen Trauer und der Verlust all dieser Dinge macht Dir ANGST. Das vollkommen normal! Klar kann das PA´s auslösen!

Bei mir ist es so, dass ich nach der Trennung von meinem Mann auch alles verloren habe. Klar, er lebt noch, aber ansonsten ist auch alles futsch: unser Haus, mein Laden ... und unsere gemeinsame Zukunft. Was geblieben ist sind die Kinder und ich habe panische Angst davor, dass denen eines Tages was passieren könnte oder das sie mich auch verlassen!

Es gibt viele Auslöser für PA´s. Dein Verlust ist enorm und da mußt Du erstmal verarbeiten. Geh weiter zur Therapie, denn Trauerbewältigung ist sehr, sehr wichtig. Du wirst wohl für den Rest deines Lebens traurig sein über diesen Verlust, aber Du lernst in der Therapie damit umzugehen und irgendwann auch wieder zu lächeln, wenn Du an deinen Freund denkst. Einen geliebten Menschen so zu verlieren ist fürchterlich! Für die Firma und die Wohnung kann man einen Ersatz finden, aber man muß halt nochmal von vorne anfangen. Das ist in so einer Zeit eine absolut harte Arbeit - da man ja die ganze Kraft zum Trauern braucht. Es kommt einem alles so sinnlos vor zeitweise und man sieht einfach keinen Weg ... aber mit der Zeit wird alles klarer werden und wenn Du das Trauma bewältigt hast, wird es auch mit den PA´s besser. Finde für Dich einen kleinen Fluchtweg - eine Nische, in die Du dich zurückziehen kannst von Zeit zu Zeit.

Ich wünsch Dir ganz viel Kraft und es ist wirklich so: die Zeit heilt alle Wunden. Narben werden bleiben - aber die tun dann nicht mehr weh!

Alles Liebe
Hoffnung40

01.10.2008 10:50 • #4


Kenn ich auch ich würde am leibsten manchmal wenn ich raus gehe gleich wieder umdrehen weil ich schiss hab das ich umkippe aber ich geh weiter und denke mir nee jetzt bist einmal draußen also .
Das gefühl gleich ohnmächtig zu werden hab ich auch und glaub mir es ist schrecklich aber da müssen wir durch.Ich drück dich ganz fest und du schaffst das.

01.10.2008 10:57 • #5


Hallo Hoffnung40,

vielen dank für deine Antwort.

Ich habe mir auch schon gedacht das mein Körper mit diesem Verlust
total überfordert ist. Ich habe von heute auf morgen alles, wirklich alles
verloren was mir wichtig war. Ich bin 28 und stehe vor dem Nichts, ich
muß bei Null anfangen. Und ich reagiere momentan auf alles was in diese
Richtung geht mit Panikattacken. Meist bin ich nach den Attacken so
erschöpft als käme ich von einem Marathon. Das ist so frustrierend wenn
man versucht da gegenanzukommen und man schafft es einfach nicht.
Ich habe ja noch den Funken Hoffnung das es im Laufe der Zeit besser
wird, dann wenn ich lerne mit diesem Verlust umzugehen aber bis dahin
wird es noch ein sehr langer mit PA gepflasterter Weg sein befürchte ich.

Liebe Grüße

tyra

01.10.2008 11:03 • #6


@ Sandra

Ja die Sache mit dem Gefühl des in ohnmachtfallens ist das was mir am
meisten Sorge bereitet. Meine Ärztin hat zwar gesagt das es eigentlich
nicht passieren sollte aber ein paar Tage nach seinem Tod schaffte ich
es tatsächlich und legte mich vor versammelter Mannschaft in seiner
Firma lang. Da waren alle, die Familie von ihm, Freunde, der Anwalt
und einige andere Leute und alle wollten was von mir wissen. Das war
mir wohl zuviel und ich kippte um. Es dauerte nicht lange und ich war
wieder da aber wenn mir nun die Ärztin sagt es würde nicht passieren
dann klingt das in meinen Ohren etwas unglaubwürdig. Ich weiß das ist
nur einmal passiert und ich denke auch das Faktoren wie nicht geschlafen
und nichts gegessen ihr übriges dazugetan haben aber nun spielt immer
die Angst mit es könne doch wieder passieren, der Teufelskreis also.
Was hast du denn gegen deine PA gemacht, Medikamente, Therapie
oder sonst was ? Drück dich mal unbekannterweise, schön zu wissen das
es Leute gibt die in dieser Sch***situation ein offenes Ohr für einen
haben...................danke.

Gruß tyra

01.10.2008 11:15 • #7


Hallo, ich habe schon so einige Beiträge in zwei anderen Threads geschrieben. Auch über PA´s die vor Jahren anfingen, und die ich aber bis zur Brustkrebserkrankung meiner Mutter gut in Griff hatte. Den eigentlichen Grund habe ich bis jetzt nicht erwähnt, da es irgendwie nicht richtig in die Threads passte. Ich leide an Verlustängste, die auf den Tod meines Mannes zurückzuführen sind. Wir waren damals 7 Wochen verheiratet, und unser gemeinsamer Sohn war 1 Jahr alt. Er hatte immer Kopfweh und war auch zum Arzt, der ihn aber zum Augenarzt verwies, nachdem er Blutuntersuchungen getätigt hatte. Ich war an dem Morgen gerade dabei meinen Sohn anzuziehen, als mein Mann mich rief, und sagte er habe so dolle schmerzen und das gefühl er fällt in Ohnmacht. Der Krankenwagen kam mit Notarzt und es ging alles ganz schonell. Er hatte Herzstillstand und wurde reanimiert, dann in ein Koma versetzt. Ursache: Aneurismus. Er hatte im Krankenhaus noch Durchblutungsstörungen dazu bekommen und war nach drei Tagen als Hirntod diagnostizierd. So nun stand ich da, mit meinen Sohn. Und ich dachte ich muß stark sein, für mein Kind. Also lies ich mir keine Zeit zu Trauern, das weiss ich heute, aber damals war es unbewußt. Und das hat bei mir die PA´s ausgelöst, und als meine Mutter Brustkrebs hatte, da dachte ich nur, das ich auch sie verlieren würde. Und das hat den Auslöser richtig gedrückt. Gib dir Zeit zu trauern, rede viel mit anderen über deinen Freund. Das du die Firma verlierst ist natürlich bei dir noch mehr Verlustangst, und es tut mir leid für dich. Laß dich drücken, du bist nicht allein. Ich bin heute wieder glücklich verheiratet habe noch einen zweiten Sohn, mein jetziger Mann hat meinen großen adoptiert, und geht mit meiner Situation super um. Auch du wirst wieder Licht am Ende des Tunnels sehen. LG

01.10.2008 11:38 • #8


@ Mäuselpups

danke. Genau das mit dem sich Zeit nehmen mit dem Trauern ist mein
Problem. Ich habe diese Zeit momentan nicht wirklich und bin mit der
ganzen Sache total überfordert. Ich muß jetzt zum 1.11. umziehen
und auch so komme ich nicht zur Ruhe. Ich hoffe das es besser wird
wenn ich in meiner neuen Wohnung bin und ich nicht mehr soviele
Gänge zuerledigen habe. Das ich nun die PA habe erschwert mir das
ganze da sie mich an den kleinsten Dingen hindern. Ich schaffe eigentlich
kaum noch was ohne fremde Hilfe. Alles muß mir momentan von
Freunden und Familie abgenommen werden, ich schaffe es nicht mehr.
Habe ich zu Anfang im Schock noch sehr gut "funktioniert" geht jetzt
so gut wie nichts mehr. Und die PA machen mich verrückt, ich weiß das
ich nicht körperlich krank bin (das es nichts organisches ist) aber ich
komme einfach nicht gegen die Attacken an. Alles was mich damit
konfrontiert das er Tod ist und ich nun alleine ohne ihn weiterleben muß
löst diese Attacken aus. Die Firma wurde sehr schnell von jemand
anderem übernommen und obwohl ich hätte bleiben können wollte
ich das nicht. Es war sein Traum, er war die Seele der Firma und
ich schaffe es nicht nun weiterhin dort zu sein ohne ihn, geht nicht.
Ich kann nicht in unser Büro gehen und auf seinem Stuhl sitzt wer
anders. Was machst du denn gegen deine Attacken? Machst du eine
Therapie?

Gruß tyra

01.10.2008 11:57 • #9


Ich weiss wie du dich fühlst. Ich hatte damals kein Internet und wußte zuerst gar nicht was ich hatte. Es kam auch erst viele Monate nach dem Tod mit den PA´s. Nach der ersten großen habe ich mir ein Krankenwagen bestellt, wo ich heute drüber lachen muß, aber ich dachte ich kriege einen Herzinfarkt. Der Notarzt im Krankenwagen hat mir gesagt, das ich nicht sterbe sondern seiner Meinung nach eine PA hatte. Bin dann auch Nachmittags auf eigene Gefahr wieder nach Hause. Danach ging es immer so weiter. Nur hätte ich damals Internet gehabt und die vielen Hilfen, die man hier erlesen kann, dann hätte sich mein Leidensweg sicherlich nicht so lange hingezogen, zumal ich sagen muß, dass ich bis vor 3 Jahren sehr gut damit zurecht kam. War zwar oftmals unangenehm, ich hatte mich aber trotzdem so gut im Griff, dass ich die PA abgewartet habe, und dann einkaufen ging, oder was auch immer anlag. Ich würde dir auf jedenfall raten, viel über deinen Freund zu reden, und eine Trauerbewältigung zu machen. Es ist noch ziemlich frisch bei dir, und von daher schneller in den Griff zu kriegen. LG

01.10.2008 12:13 • #10


Hi tyra,

wenn Du Dir jetzt nicht die Zeit zum Trauern nimmst, wird es nur noch schwerer!
Ich habe sofort nach dem Tod meines Vaters die Therapie angefangen, und habe einen Platz in einer Tagesklinik beantragt um den Prozess des Trauerns einleiten zu können. Durch die berufliche Verknüpfung mit meinem Vater musste ich dringend Abstand gewinnen. Auch bei mir löste sein Tod u. a. Existenzängste aus.
Außerdem hängt meine Panik mit Kindheitsängsten zusammen. Angst, auf mich alleine gestellt zu sein, in emotionaler und existentieller Hinsicht.
Lange Geschichte.
Weiterer Auslöser ist die Herzkrankheit meiner Mutter, die ständige Angst, sie auch zu verlieren. Was im Gegensatz zum Krebs meines Vaters bei ihr ohne Ankündigung verlaufen würde.

Bei mir ist es definitiv die Verknüpfung Tod, Verlustangst, Trauer, fehlende Geborgenheit von früher etc.

Nach wie vor löst der Anblick von Dingen, die mit dem Tod zu tun haben, bei mir etwas aus. Manchmal verdränge ich es und bekomme Panik, manchmal kann ich auch weinen und freue mich sogar darüber.

Wäre eine Trauergruppe etwas für Dich?

Liebe Grüße
Ninia

01.10.2008 12:17 • #11


Tyra,

es wird nicht einfach werden, aber Du schaffst das. Nach dem Umzug nimm Dir unbedingt die Zeit zu trauern ! Danach hast Du auch wieder Kraft für alles andere.
Eine Scheidung ist natürlich nicht mit dem Tod eines Menschen zu vergleichen, aber auch ich habe nicht getrauert und werde jeden Tag mit dem neuen Glück meines Ex-Mannes konfrontiert. Sein Leben ging einfach weiter und meins ist ne zeitlang stehengeblieben. War ja auch bei ihm in der Firma angestellt und bin immer noch arbeitslos. Diese Art Neuanfang fehlt mir noch ... ist wegen der beiden Kleinen aber schwer. Man bekommt mit der Zeit alles wieder in den Griff! Laß Dir auch Zeit.
Du hast mehr zu betrauern als ich ... aber es wird wieder!

Jetzt mach das erstmal mit der Wohnung und geh weiter zur Therapie! Danach wird sich alles andere ergeben. Halt durch!

LG
Hoffnung

01.10.2008 12:56 • #12


@ Ninia

erstmal vielen Dank für deine Antwort.

Wie war das in der Klinik? Hat es dir geholfen?
Ich glaube ich trauer auch noch nicht wirklich weil ich das alles noch
gar nicht begreife. Ich habe alles verloren und weil wir auch zusammen
gearbeitet haben und ich alles mit ihm zusammenmachte fühle ich mich
momentan wie amputiert, fühle mich innerlich wie tot. Das einzige woran
ich noch merke das ich noch am Leben bin sind echt die PA. Ich begreife
noch gar nicht richtig das alles "vorbei" ist und das er wirklich nicht
wiederkommt, das ging alles so schnell. Er fährt weg und abends warte
ich auf ihn, kann ihn nicht erreichen, bin sauer weil ich denke das er die
Zeit vergessen hat und ich auf ihn warte, das Telefon klingelt, er ist mit
dem Motorrad verunglückt, sofort tot, ich fahre zur Polizei, fahre ins
Krankenhaus weil ich Angst habe durchzudrehen, die geben mir
Valium mit für zuhause und sagen ich soll schlafen gehen, ich nehme
die nicht ich habe keine Zeit zum schlafen, ich muß in die Firma und alles
regeln, ich muß zum Bestatter und so weiter. Und so habe ich die ersten
Wochen verbracht, keine Zeit für nichts. Nun mache ich eine begleitende
Therapie und die Ärztin weiß auch von den PA aber ich komme da nicht
weiter. Ich glaube ich bin auch zu ungeduldig, muß lernen das ich mir
selber mehr Zeit geben muß.
Ja an eine Trauergruppe habe ich auch schon gedacht und beim
sozialpsychologischen Dienst angerufen um mich zu informieren.
Für "meinen Fall" haben die da nichts, sie erzählte mir von Leben mit
Krebs und auch einer Trauergruppe der Kirche. Das ist beides nichts
für mich. Bei Leben mit Krebs so sagte man mir wären in erster Linie
ältere Leute die ihren Partner durch Krebs verloren hätten und in der
Kirche würde diese Gruppe ein Pastor leiten und da ginge es halt auch
viel um Glauben etc. Das ist nichts für mich, ich bin 28 und war auch
nie in der Kirche. Nun sind im Laufe der letzten Zeit hier im Umkreis
einige Leute verunglückt (das ist so schlimm) und ich spiele mit dem
Gedanken zu versuchen selber eine Gruppe zu gründen, mal eine
Anzeige in der Tageszeitung aufzugeben oder so. Mal schauen.
Na das kann ja alles noch was werden......................

Das mit deinem Papa tut mir Leid und ich kenne auch die Ängste von
denen du schreibst. Drück dich mal unbekannterweise und nochmals
danke.

Gruß tyra

01.10.2008 13:03 • #13


@ Mäuselpubs

ich kenne das. Als ich damals meine erste richtig schlimme PA hatte und
der Arzt zu mir nach Hause kommen musste dachte ich auch erst an
etwas organisches bzw dachte ich ich hätte eine Art Kreislaufzusammen-
bruch. Und wenn ich heute darüber nachdenke wünschte ich das es einer
gewesen wäre und eben keine PA. Das Problem mit den PA ist ja auch das
mich kaum jemand richtig versteht und das alle denken "och so schlimm
kann das ja nicht sein" oder das ich mich etwas anstelle bzw übertreibe.
Ich kann hier kaum jemanden klar machen das ich es manchmal einfach
nicht schaffe dieses oder welches zu machen, versteht kaum einer.
Deshalb bin ich echt froh das Forum gefunden zu haben und freu mich
ganz doll hier verstanden zu werden.

01.10.2008 13:13 • #14


Hi tyra,

Dir auch Danke!
Deine Idee, eine Trauergruppe selbst zu gründen, finde ich toll! Du bist es offensichtlich auch gewohnt, Dinge in die Hand zu nehmen, und zu funktionieren. So sehr uns das Funktionieren auch hilft, den Kopf über Wasser zu halten, so kontraproduktiv ist es auch in der Hinsicht, Gefühle an uns ean zu lassen.
ich kann absolut verstehen, dass Du momentan nicht auf die Konsequenzen schauen magst, die der Verlust Deines Freundes in jeglicher Hinsicht mit sich bringt. Aber Du solltest auch sehen, dass Du direkt so viele Dinge in Angriff genommen hast, die Dir helfen (allein) weiter zu gehen.
Die Beerdigung zu planen ist so schwer, aber Du hast es geistesgegenwärtig gemacht.
Bei mir ist es so, dass ich vor lauter Vernunft den Tod emotional nicht angenommen habe. Dabei wusste ich Monate vorher schon, was passieren wird. Rational habe ich begriffen, er ist nicht mehr da, ich muss alles regeln, die Firma geht den Bach runter, ich bin alleine, ich muss funktionieren. Aber die Gefühle blieben auf der Strecke bis sie sich nur noch in Angst äußerten.

Mir haben zwei Bücher geholfen. Nach dem Tod das Buch "Leben bis zum Schluss", wobei das so sehr mit dem Begleiten bis in den Tod zu tun hat, dass es Dir vielleicht nichts bringt.
Zum Jahrestag habe ich "Das Jahr magischen Denkens" gelesen, dort verarbeitet eine Schriftstellerin den plötzlichen Tod ihres Mannes. Ich konnte dabei hemmungslos weinen, das hat so gut getan.

Die Klinik hat begrenzt geholfen, ich war damals noch nicht so weit, und mein Ziel zu hoch gesteckt. Außerdem hatte ich Schwierigkeiten mit der Zusammenstellung der Gruppe. Generell würde ich es aber empfehlen, wenn die Einrichtung einen vertrauenswürdigen Eindruck macht.

Fühl' Dich auch gedrückt!
Ninia

01.10.2008 14:17 • #15


Liebe tyra,
es ist als aussenseiter schwer zu verstehen, was Angstgestörte durchmachen. Es gibt soviele Millionen in Deutschland allein, die darunter leiden und die Dunkelziffer ist noch viel höher, weil viele Leute von Ärzten falsch Diagnostiziert werden, und dementsprechend anders behandelt werden. Wenn deine Leute das nicht verstehen, sei ihnen nicht böse, aber zeige ihnen vielleicht einmal einige Internetseiten, wo sie sich schlau machen können, und eventuell dir gegenüber mehr Tolleranz zeigen. Und *reiß dich zusammen* hilft dir leider nicht weiter. LG

01.10.2008 14:37 • #16


@ Ninia

ja auch meine Ätze hatten schon die Idee mich in eine Klinik zu überweisen
aber sind sich dann einig geworden das es nichts bringen würde, ist noch
zu früh und ich bin einfach noch nicht so weit. Ich würde zwar "hören" was
man da sagt aber ich würde es nicht schaffen das "aufzunehmen", ich bin
noch nicht so weit und da spielen wohl auch Schock und Trauma eine Rolle.
Ich muss Geduld haben und ich war nie besonders gut darin. Weißt du man
war immer eine selbstständige Person und nun fühlt man sich wie ein
Kleinkind was bei allem Hilfe braucht. Durch die PA fange ich an mich einzuigeln und wenn ich mich dann aufraffe mich den PA "zu stellen" und
dann wieder scheitere dann ist das jedesmal wieder so entmutigend aber
da erzähle ich euch ja wohl nichts neues. Ich kann selber kaum glauben
wie schwer das ist wenn man PA hat und meist denke ich "das kann doch
nicht sein, das muß doch irgendwie gehen" , aber es klappt einfach nicht.

Wie hast du das denn in den Griff bekommen?
Hast du es überhaupt in den Griff bekommen?

Manchmal werde ich echt sauer weil ich nicht fassen kann das ich es nicht
schaffe aber da wären wir wieder beim Thema Geduld, ich muß also
warten und hoffen das sich das alles bessern wird wenn ich mit der
Trauerarbeit voran schreite. Oh man PA, früher nie was davon gehört
bzw sich nie damit beschäftigt und nun stecke ich mittendrin in diesem
Teufelskreis..........................

Liebe Grüße
tyra

01.10.2008 15:20 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

@ Mäuselpubs

ich kann den Leuten nicht mal wirklich böse sein und wenn ich ehrlich
bin dann weiß ich nicht ob ich darauf anders reagieren würde. Ich denke
wenn man das nicht selber "erlebt" hat dann kann man das wahrscheinlich
gar nicht glauben. Die stellen sich das immer alle etwas einfach vor,
die können sich gar nicht vorstellen wie das ist wenn man mitten im Laden
steht und es einem schwarz vor Augen wird oder wenn man schon vor
Telefonaten PAs bekommt. Und ich wünsche das niemanden. Aber wie
gesagt da erzähle ich euch hier wohl nichts neues

01.10.2008 15:25 • #18


Zitat von tyra:

Ich glaube ich bin auch zu ungeduldig, muß lernen das ich mir
selber mehr Zeit geben muß.




Genau das ist es! Gib Dir etwas mehr Zeit - die Sache ist doch noch ganz frisch! Du mußt doch erstmal damit klar kommen, dass der Mann, mit dem Du eine Zukunft geplant hast, nicht mehr da ist! Das muß sehr, sehr schwer sein! Ich kann es nicht nachempfinden, aber ich könnte mir vorstellen, dass der Schmerz enorm sein muß! Mein absoluter Horror!

Das mit der Gruppe gründen finde ich auch nicht schlecht - sich austauschen hilft manchmal ja schon ungemein. Auch zusammen weinen kann hilfreich sein.

Die PA´s werden besser werden, sobald Du wieder etwas mehr Sicherheit in Deinem Leben hast. Die Dinge müssen ja erstmal neu geordnet werden. Deshalb ist die Therapie auch so wichtig - sie wird Dir irgendwann helfen Deinen Weg zu finden und von da an wird es wieder aufwärts gehen - stell Dir einfach vor, Deine Seele ist jetzt im Zustand eines kleinen Kindes, das Angst hat weil es alleine ist und es nicht weiß wohin ... bei Kindern sind Verlustängste sehr stark ausgeprägt. Und so geht es Dir im Moment doch auch ... kein Wunder, dass Du solche Angst hast. Höre auf Deinen Körper - es ist wie ein Hilfeschrei!


Laß Dich mal ganz lieb drücken! Hier ist immer einer online! Melde dich, wenn was ist und Du vielleicht auch nur mal quatschen möchtest!

01.10.2008 15:32 • #19


tyra, sei nett zu Dir! Nicht sauer sein, wenn Du ab und zu nicht so funktionierst. Es ist völlig verständlich, dass Du nicht immer so kannst wie Du gerne möchtest. Selbst ohne diesen heftigen Schicksalsschlag dürftest Du es Dir erlauben, mal langsamer zu machen.
Kein Wunder, dass die Panik so laut blöken musst damit Du sie hörst

Wie Hoffnung40 schon geschrieben hat, musst Du Geduld haben, vor allem mit Dir selbst!

Die Panik habe ich einigermaßen im Griff, was aber nicht heißt, dass sie weg ist. Wenn ich einen Mechanismus durchschaut habe, kommt sie woanders wieder raus. Weglaufen ist halt nicht, und reines Verstehen bringt mich auch nicht weiter. Obwohl ich Kopfmensch das ja immer glauben will. Da gibt es aber das Kind in mir, das mit den Gefühlen ankommt, und ergibt die Panikattacke.
Ich akzeptiere die Panik mittlerweile als Symptom, und gehe in der Therapie an die Wurzeln.

Was mir schwer fällt, ist den Druck vom Trauern zu nehmen. Trauer ist halt keine begrenzte Zeitzone, sondern ein langer Prozess mit vielen verschiedenen Phasen. Keine Ahnung, in welcher ich gerade bin. Ich muss lernen, nicht alles zu klassifizieren, sondern einfach mal Dinge hinzunehmen um sie nicht rational abzufertigen.
Das Trauerjahr ist besonders schwer, es gibt Geburtstage, Feiertage, die Jahreszeiten erinnern einen an letztes Jahr als das Leben noch so normal und selbstverständlich war. Dann kommt der Todestag, und man durchlebt es nochmal, aber diesmal bewusster weil man das Ende der Geschichte schon kennt.
Die Akzeptanz der Umwelt lässt nach, man trägt nicht mehr das Schutzschild aus schwarzen Klamotten, für jeden geht das Leben weiter aber man selbst ist im luft- und zeitleeren Raum.
Aber nach und nach findet man wieder ins Leben zurück, und die Geschwindigkeit bestimmt unsere Psyche. Sie steuert, was wir ertragen können, und wo wir was ausblenden müssen.

01.10.2008 18:52 • #20



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