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4

@ Hoffnung

ja der Schmerz ist enorm und ich behaupte zum heutigen Zeitpunkt noch
gar nicht wirklich zu begreifen das es nun entgültig ist und das er nicht
wieder kommen wird. Wir haben alles gemeinsam gemacht,ich war bei ihm
in der Firma und auch so man hatte so viele gemeinsame Pläne für die
Zukunft. Nun ist alles weg und ich stehe mit meinen gerade mal 28 vor
dem nichts, ich muß mir ein komplett "neues" Leben aufbauen, ein Leben
was ich nie wollte. Und als wenn das nicht schon alles schlimm genug wäre
bekomme ich auch noch PA die mich an vielem hindern. Ich denke es könnte
echt so eine Art Hilfeschei oder Schutz vom Körper sein. So habe ich das
noch gar nicht betrachtet. Alles was mir momentan zu viel wäre und was
mich mit der Situation konfrontiert löst diese Attacken aus. Und weil ich ein
Mensch bin der meist nur das Ziel vor Augen hat und versucht auf dem
kürzesten Weg da hin zu kommen setzte ich mich wohl unbewußt unter
Druck was wiederum die Attacken verschlimmert. Oh man eigentlich ganz
logisch wenn man es mal so betrachtet. Und ich bin echt erstaunt das ich
hier echt Leute gefunden habe die mir schreiben, hätte das um mal
ehrlich zu sein gar nicht gedacht weil das ja gerade in der heutigen Zeit
wo sich jeder selbst der nähste ist nicht mehr selbstverständlich ist. Noch
mal ein ganz großes Dankeschön dafür!

01.10.2008 21:32 • #21


@ Ninia

ich weiß der Druck den ich mir scheinbar mache die PA wieder los zu
werden erzeugt wohl eher das genaue Gegenteil. Ich muß mir mehr Zeit
geben was aber für mich nicht leicht ist. Ich muß an mir arbeiten. Ich
bin jemand der ungern Schwäche zeigt und der sich mit Dingen wie "geht
nicht" früher nie abgefunden hätte. Aber das jetzt ist halt eine "Ausnahme-
situation" und ich muß akzeptieren das ich im Moment einfach nicht so
funktioniere wie ich es eigentlich kenne.

Und gerade was das Trauern angeht so setze ich mich auch da unter Druck
weil ich weiß was "das Ziel" ist. Und ich glaube ich trauere noch nicht mal
richtig weil ich was das angeht noch komplett dichtmache. Ich will mich
nicht damit abfinden das es wahr ist weil es nicht wahr sein darf. Aber ich
bin ja in Therapie und momentan versuchen wir den Schock zu lösen.
Ich habe ein Trauma und auch das war mir bis zu dem Zeitpunkt bis mir
das die Ärztin sagte nicht mal klar. In dem Moment als mir mitgeteilt
wurde das er tot sei habe ich dichtgemacht und habe auf "Funktion"
gestellt. Ich will das nicht also darf es nicht sein. Ich habe nur noch
funktioniert und auch da hatte ich schon PA (was ich da ja noch gar nicht
wußte). Ich war innerlich wie tot, völlig unfähig das Geschehene zu be-
greifen. Wie ein Roboter habe ich alles erledigt, aber das kennst du be-
stimmt. Trotzdem noch mal vielen Dank für deine lieben Worte schön zu
wissen das es noch Leute gibt die einen verstehen und die beim Wort PA
nicht gleich mit dem Kopf schütteln oder diese als "Spinnerei" abtun.

Lieber Gruß

tyra

01.10.2008 21:52 • #22



Panikattacken und Ängste seit Todesfall

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Tyra, ich setz mich auch immer unter Druck! Will alles perfekt machen und dann reagier ich mit Attacken! Sollte manchmal einfach alles so laufen lassen, wie es läuft! Und dann wäre es auch gut! Ich denke dauernd darüber nach, was ich noch machen muß und dann überschlagen sich meine Gedanken und ich bekomme das Gefühl, dass doch gar nicht schaffen zu können, verfalle ins Leid und bin depri, weil ich mal wieder versagt haben ... wir müssen wirklich lernen, uns selbst nicht andauernd so herauszufordern. Wem wollen oder müssen wir was beweisen? Einfach auch mal NEIN sagen tut Niemandem weh! Denk jetzt an dich!

Natürlich ist sich selbst der Nächste ... in unserer heutigen Gesellschaft! Vielleicht geht es auch gerade diesen Menschen besser wie uns, die danach leben! Wir sind noch sensibel genug auch anderen zuzuhören und an ihren Geschichten teilzuhaben ... zuhören kostet nichts und wenn man auch noch helfen kann, warum soll man es dann nicht tun? Wir tauschen uns hier alle ja nur aus und jeder kann von dem anderen was lernen. Vielleicht denkt so mancher auch "Mensch, mir geht es ja gar nicht so schlecht - andere haben es schwerer!" oder man fühlt sich einfach schonmal nicht mehr so alleine gelassen mit seinem Problem und seiner Angst, weil man liest, dass es anderen genauso geht. Und wir haben doch alle was von diesem Forum! Ich finde es schön, dass du dich hier wohl fühlst ... und wenn ich helfen kann, dann werde ich das jederzeit tun!

Wie geht es Dir denn heute?

02.10.2008 09:40 • #23


@ Hoffnung

mir geht es eigentlich soweit ganz "gut" aber das ist momentan echt so
eine Sache weil ich manchmal selber nicht weiß wie es mir eigentlich
geht, manchmal weiß man echt nichts mehr. Ich lebe noch und es könnte
noch schlimmer sein (kaum vorstellbar, aber schlimmer gehts ja
bekanntlich immer) also geht es mir den Umständen entsprechend
"gut"

Ja die Sache mit dem Druck, man weiß das es nicht gut ist sich unter
Druck zu setzten und trotzdem macht man es wenn auch manchmal
unbewußt immer wieder. Gerade wenn man vorher eine eigentlich
starke Persom war fällt es einem schwer sich einzugestehen das es halt
gerade nicht geht und man versucht wieder stark zu sein. Klappt das
nicht setzt man sich unter Druck. Und auch ich habe dauernd im Kopf
was ich noch alles machen muß und weil ich weiß was noch alles auf
mich zukommt und ich weiß das ich all diese Dinge wie Umzug etc
"machen muß" setzt einen das zusätzlich unter Druck und die PA ver-
schlimmern sich dann nur wieder. Dann bin ich wieder von den Attacken
gestreßt und setzte mich wieder unter Druck dieser Sache Herr zu
werden, man dreht sich im Kreis. Nunja ich weiß ja jetzt woran ich
"arbeiten" muß und ich hoffe es wird mir gelingen.

Wie lange hast du diese Attacken denn schon?

02.10.2008 10:42 • #24


Fing so mit 17 an ... da wußte ich aber nicht, dass es Attacken waren. Dann waren sie wieder weg und es kam immer mal ne kleine, die ich aber für Kreislaufprobleme hielt.
Nach der Trennung ging es dann wieder los - immer noch nicht als PA erkannt und nach meinem Kollaps letzten Sommer war es dann eindeutig. Ich hatte Angst aus dem Haus zu gehen u.s.w - kein Vertrauen mehr in meinen Körper. Ich mußte aber funktionieren und habe mir dann alles wieder antrainiert ... ist aber schwer.

Ich erzähle gleich mal mehr - muß noch schnell einkaufen und dann zum Kiga.

Bis gleich

02.10.2008 11:14 • #25


Angst hat mich immer begleitet. Als mein Sohn hatte als Kleinkind Keuchhusten und ich habe Wochen gebangt, ob er mir bei einem Hustenanfall erstickt ... wir haben uns so manche Nacht um die Ohren geschlagen ... dann hatte mit 3 Jahren einen Atemstillstand in einem Kaufhaus. Der Arzt hatte morgens nicht die schwere Bronchitis erkannt. Er hustete und hustete und fiel dann einfach um ... nichts ging mehr. Krankenwagen dauerte zu lange, also ich mit meinem Kind auf dem Arm durch die Fußgängerzone ins Krankenhaus ... die Angst im Nacken. Die hat mich dann auch lange nicht mehr los gelassen, da die Ärzte sagten, dass er einfach empfindlich ist, was die Bronchien angehe und es immer wieder passieren könne - Bronchilastma und Inhalieren war angesagt und die Angst blieb wochenlang ... als dann nichts mehr passierte wurde ich wieder sicherer und die Angst war weg. Ich war und bin aber eine sehr ängstliche Mutter. Meine Kleine ist mir dann mit 3 WOchen fast in den Armen weggestorben - Diagnose Beinahe Kindstot - was es aber nicht war. Wissen wir heute, aber die Diagnose hat mich umgehauen und BAM hatte ich wieder ein Trauma zu bewältigen. Ich war völlig neben mir wochenlang und die Kleine hat 2 Jahre bei mir geschlafen. Darüber ging meine Ehe kaputt ... als es mir wieder gut ging, verließ mich mein Mann. BAM da stand ich dann - ohne Mann, ohne Job, ohne Haus, ohne alles und mußte schnell für mich und die Kids einen Ausweg finden. Im August zog mein Mann aus, im November war unser Haus verkauft und im Dezember war ich schon am Renovieren in der neuen Wohnung. Weihnachten in einem leeren Wohnzimmer und ohne Atmosphäre ... Januar waren wir in der neuen Wohnung drin ... Jobsuche ... Sozialamt ... Lebensberatung mit den Kindern ... Amtskram erledigt. Juni dann einen Job in der Fabrik bekommen. Jedes Wochenende von Freitag bis Sonntag ging ich arbeiten. Später dann von Do - So und immer im Wechsel Früh-Spät. Das ging ne zeitlang gut. Unter der Woche kümmerte ich mich um alles was anfiel mit Schule, kranke Kinder, sonstige Termine und meine Sportstunden - den Haushalt nicht zu vergessen. Mein Ex hatte schon längst ne Neue und die Kids kamen damit nicht klar - mir tat es weh! Ich kam vor lauter Arbeit nicht mehr vors Loch und sah auch nicht sonderlich attraktiv aus! Meine Essgewohnheiten änderten sich dramatisch ... nie Zeit dafür. Ich trank kaum was - konnte nicht mehr richtig schlafen! Dann kam im Sommer 2007 mein Zusammenbruch. Bei uns auf der Kirmes. Ich hatte Frühschicht (also schon um 4:30 raus) - konnte Mittags ncht mehr schlafen - es war ein heißer Tag - noch schnell ne Runde Sport - relaxen in der Sonne - Essen? och, kann ich abends auf der Kirmes - Trinken? *grins* kann ich auch auf der Kirmes - mit meiner Freundin hier einen Sekt geschlürft und los! Über den Abend nicht viel Alk. getrunken - Stimmung war SUPER - hab sogar ein Crepes gegessen! - wollte dann nach Hause, aber eine Bekannte überedete mich noch zu bleiben. Ich wollte und konnte nichts mehr trinken. Also haben wir gequatscht - über ZÄHNE (das weiß ich noch) - dann wurde mir komisch und ich war auf einmal sooooooooooooooooooooooooo müde - ich sag noch "ich geh jetzt besser heim!" und das nächste was ich weiß ist, dass der Notarzt mich fragte ob ich Dro. nähme. Meine Bekannte sagte mir, ich sei einfach umgekippt. Augenbraue an der Theke aufgeschlagen und Hinterkopf am Betonboden! Alles war voller Blut - sämtliche Muskeln hatten sich entspannt und ich hatte einen komischen Geschmack im Mund. Ich weiß noch, dass ich auf eine Bahre gelegt wurde und in den Krankenwagen getragen wurde. Sie hatten meinen Sohn mittlerweile auch über Handy verständigt (der war auch auf der Kirmes) und der war erst ärgerlich schockiert und dann aber ganz lieb und fuhr mit ins Krankenhaus. Den Weg ins Krankenhaus muß ich wieder weggewesen sein - keine Erinnerung - totales Blackout .
Im Krankenhaus volle Testpalette und der Arzt meinte am Ende nur ganz trocken, ob ich Selbstmord auf Raten begehen wolle. Total ausgetrocknet und mangelernährt! Geklebte Augenbraue und getackerter Hinterkopf! Ich durfte noch nichtmal aufs Klo ! Sondern mußte dafür klingeln 2 Tage Krankenhaus und ne Menge gute Ratschläge für den Heimweg.
Tage danach konnte ich nicht gut alleine sein ... das erste Mal außer Haus war ein Horror - Panikattacke im Supermarkt. Ich konnte lange nicht ausgehen - Angst beim Sport zu versagen/umzukippen. Ich konnte nicht mehr arbeiten gehen - Luftnot usw. Es war schlimm - die Attacken hatten mich jeden Tag voll im Griff! Mein Hausarzt war ganz lieb und hat mir Schritt für Schritt zurück ins Leben geholfen, aber das Trauma kann er für mich nicht aufarbeiten. Ausgehen war lange nicht möglich - umso mehr wundert es mich, dass ich trotzdem alleine in die USA bin ... ich fing danach auch nochmal an zu arbeiten, aber diesmal unter der Woche - je wie ich gebraucht wurde. Das hat meine Tochter nicht verkraftet - bekam selbst PA´s (Papa war mit Freundin beschäftigt und hatte nie Zeit) - sie hatte große Verlustängste. Ich also auch noch die Nächte mit ihr durchgemacht und tagsüber arbeiten - abends meine Sportstunden. Mein Arbeitsvertrag lief zum Glück zum Jahresende aus und ich wollte ihn auch nicht verlängern ... wieder arbeitslos - Sorge, wo kommt das Geld her. Attacken kamen immer wieder mal - rissen mich total runter. Depri im Frühjahr - Neurologe empfiehlt ADs - will ich aber nicht. Kontakt zu alten Freunden wieder aufgenommen - das hat mich aus dem Tief rausgeholt! Seitdem geht es aufwärts. Meine Freunde haben schon eine Attacke mitbekommen - sind ganz lieb zu mir - freu mich, wenn es mit der Therapie los geht, denn nur die hilft mir die letzten Jahre so aufzuarbeiten, dass ich endlich besser damit umgehen kann. Wenn meine Kleine krank ist, falle ich in mein altes Muster und stehe jedes Mal Todesängste durch ... ich muß ne Menge aufarbeiten! Aber ich schaffe das und wenn ich zürückblicke, was ich in dem Jahr schon alles geschafft habe: ich verabrede mich zum Ausgehen, ich unternehme Sachen mit den Kids und ich plane einen normalen Tagesablauf. Mal geht´s gut, mal geht´s schlecht - wenn ich in einem Tief bin, bin ich auch wieder krank. Hab dann alles mögliche, was einen umbringt ... aber eigentlich hab ich nichts. Mein Hausarzt unterstützt mich immer noch ganz lieb ...

Also bleib ich dran und kämpfe weiter ... auch für mich scheint irgendwann mal wieder die Sonne !

02.10.2008 12:54 • #26


@ Hoffnung

oh man was für eine Geschichte, es tut mir so Leid das du all das erleben
mußtest und ich denke da gibt es wohl einiges was aufgearbeitet werden
will. Und ich freue mich für dich das du so liebe Freunde hast und auch
einen netten Hausarzt. Ich denke das ist eine wichtige Sache, sich eben
nicht ganz alleine zu fühlen und zu wissen das es jemanden gibt auf
den man sich verlassen kann ist doch beruhigend finde ich.

Und guck mal was du schon alles geschafft hast, ich finde das toll.
Und auch wenn man vielleicht immer mal wieder einen "Rückschlag"
erleiden kann so darf man sich davon dann wohl nicht entmutigen lassen.
Und wenn du mal schaust was du schon alles geschafft hast wirst du auch
wissen das du das auch noch schaffen kannst. Man darf sich nie aufgeben,
es lohnt sich doch und selbst wenn man dann nur kleine Fortschritte
macht so sollte man sich dann wohl auch einfach darüber freuen anstatt
sich nicht damit zufrieden zu geben. Einen Schritt vor den anderen machen.

Mach weiter so, du bist auf dem richtigen Weg. Und du schaffst das, ich
glaub an dich ...............

02.10.2008 15:43 • #27


Ich hoffe, dass macht Dir auch ein bißchen Mut! Du hättest mich sehen sollen nach der Geschichte mit meiner Kleinen ... ich habe neben ihr auf dem Boden gelegen. Sie schlief - ich total aufgelöst und weinend nur sie beobachtend und auf ihre Atmung achtend! Immer wieder habe ich vor mich hin geflüstert "Bitte stirb doch endlich! Dann haben wir es doch hinter uns!" Mein Ex stand völlig verzweifelt und hilflos daneben. Er wußte nicht mehr, was er mit mir machen sollte ... Die Maus hing ja auch am Monitor und alles war so unwirklich ... ich kann immer noch weinen, wenn ich daran denke ... diese Bilder werden mich immer begleiten ... eine schlimme Zeit! Aber sie lebt und ist ne tapfere kleine Maus geworden!

Was ich damit sagen will ist, egal was wir ertragen und erleben mußten es geht immer irgendwie weiter ... ich hatte Glück und mußte keinen Verlust beklagen, so wie Du. Aber für mich war es die Hölle! Ich dachte, ich könne nie wieder glücklich und unbekümmert sein ... ich habe mich dadurch verändert -sehe viele Dinge heute anders. Aber dies allein hätte bei mir keine PA´s ausgelöst - erst die Tatsache, dass mich mein Mann dann verlassen und im Stich gelassen hat, hat in mir die Attacken ausgelöst. Als ich dachte ich hätte es erstmal geschafft, als ich mein Leben soweit neu organisiert hatte und dachte, dass endlich Ruhe einkehren würde, hat mein Körper mir die Grenzen gezeigt - ich wollte nicht hören, also hat er mir ne ordentliche Lektion erteilt. Sehr schmerzhaft! Es hat mich wachgerüttelt - jetzt plagen mich PA´s - ok - aber auch die werde ich irgendwie in den Griff bekommen!
Ich habe mir zu spät die Zeit genommen, über meine gescheiterte Ehe zu trauern! Ich hätte es gleich tun müssen - aber nein, ich mußte ja mal wieder die Starke spielen - die Powerfrau, die alle kannten - nur keine Schwäche zeigen und schon gar nicht vor den Kindern. Das war falsch. JETZT trauer ich! Es tut mir weh, dass er so gar nicht trauert und einfach weitergelebt hat. Er sagt mir gerne, was für ein schönes neues Leben er jetzt hat! Ich? Nein, ich habe kein schönes neues Leben - mein Leben ist noch total beschissen und so soll es nicht sein - meine Gefühle fahren noch Achterbahn. Nein! Ich wollte ihn nicht zurück, aber die Zeit die wir hatten war eine schöne - warum die einfach vergessen? Das kann ich nicht, aber ich trauer dem Ganzen ja auch noch ganz frisch nach ... ich hätte gleich trauern müssen! Jetzt sitzt es tief und ohne Hilfe komme ich da auch nicht mit klar ... Freunden sage ich immer, dass es mir gut geht. Aber NEIN - verdammt - es geht mir nicht gut.

Siehst Du ! Und schon sitze ich wieder hier und weine! Ich trauer grad mal wieder. Aber meine Tochter hat Besuch und so kann ich es wieder mal nicht zulassen. Also runterschlucken - jetzt nicht - vielleicht heute Abend ... wenn die Kinder bei ihrem Papa sind.

Nimm Dir Deine Zeit zu trauern JETZT !! Du bist traurig - es tut weh! NATÜRLICH TUT ES WEH! Laß Dir von keinem sagen, dass du dich zusammenreißen sollst - denn das mußt Du nicht! Du hast den Mann verloren, den Du geliebt hast - nicht derjenige, der dir sagt, dass du dich zusammenreißen sollst. Klar, mußt du auch Dinge erledigen und dich kümmern, aber nimm Dir bitte Zeit zum trauern. Das Nachtrauern ist nämlich noch viel schlimmer und schwerer!

02.10.2008 16:34 • #28


Liebe tyra,

ja, ich kenne das auch.

meine liebe tante starb auch vor 3 monaten. ich sah sie quasi sterben. vielleicht weiß jemand, wie ein krebskranker 2 tage vor seinem tod aussieht (ich wünsche es niemandem), jedenfalls war ich noch bei ihr, sie erkannte mich, freute sich, sprach noch und dann plötzlich begann sie zu würgen, wollte sich übergeben, es ging nicht... diese panik in ihren augen. die schwester kam und gab ihr ihre neue dosis morphium. von diesem augenblick an, war sie fast nicht mehr ansprechbar. 2 tage später starb sie. als hätte sie auf mich gewartet...
ich habe erst spät reagiert. ich habe auf die PA gewartet, da ich schon länger an attacken leide, jedoch ging es mir schon seit einiger zeit sehr gut. es fing erst ungefähr 3 wochen später am tag ihrer beerdigung an. seitdem lebe ich quasi in einer ständigen PA und glaube täglich sterben zu müssen.

ich kann gut verstehen, was du erleidest. aber "hoffnung" hat mal wie immer alles gesagt, was wir alle zusammen nicht besser hätten sagen können. sie hat mir auch erst vor ein paar tagen ungemein geholfen!

mir hilft viel weinen. alles raus lassen. danach geht es nicht gut aber besser. hey, es ist ja auch erst 3 monate her und man hat noch gar nicht so recht realisiert, was da geschehen ist. dass man den menschen nie mehr wieder sieht.

ich hoffe auch darauf, dass wieder bessere zeiten kommen. ich hatte auch schonmal so eintief 2003, da war mein mann schwer krank, ich erlitt eine fehlgeburt und meine schwiegermutter intrigierte sehr böse gegen mich. ich hatte durchweg PA und psychosomatische beschwerden, so wie jetzt. dann kamen 4 wundervolle jahre mit guten zeiten und mir geht es gut. das leben besteht aus guten und schlechten zeiten, leider, was aber auch bedeutet, dass nach einem tief irgendwann mal wieder die sonne scheint.

wir brauchen noch etwas zeit und dann wird es schon wieder besser, du wirst sehen! der geliebte mensch bleibt immer in unserem herzen, er kommt nicht zurück, aber WIR werden ihn nie vergessen!

ich wünsche dir alles, alles gute!

milanna

02.10.2008 17:21 • #29


Das hast du schön gesagt! Ich hoffe es hilft Tyra! Vielleicht noch eher wie meine Worte, da ihr beide ein ähnlicheres Erlebniss hattet ...

Aber wißt ihr, was mal eine junge Mutter eines behindertes Kindes zu mir gesagt hat: "Der Schöpfer hätte mir niemals dieses Kind geschenkt, wenn er nicht genau wüßte, dass ich dieser Herausforderung gewachsen bin!"

Sehen wir uns ALLE hier also als starke Menschen, die diese Prüfung hervorragend meistern werden!

02.10.2008 18:39 • #30


04.04.2010 20:26 • #31


oh mein gott mein beileid was ist denn passiert vielleicht hilft es dir ja darüber zu sprechen

04.04.2010 20:37 • #32


Mein Beileid!

Ich kenne das selber nicht. Nur ne ähnliche Situation, aber das interessiert jetzt nicht...

Also was ich mir gut vorstellen könnte ost dass du sich an einen Seelsorger oder Psychologen wendestnnte. So einen tragischen Vorfall verkraftet keiner so leicht.
Vielleicht hilft es dir auch dir hier mal alles sorgfältig "von der Seele zu schrieber dasn"... aber das ersetzt sicher kein Gespräch mit einer erfahrenen Personen (Seelsorger, Psychologe).

Auf jedenfall bist du hier gut aufgehoben und du wirst immer auf offene Ohren stoßen!

Liebe Grüße
Sarah

05.04.2010 04:18 • #33


Hallo,

ich weiß wie du dich fühlst.

Meine Schwiegereltern sind in einen Abstand von 2 Moinaten gestorben, dass hat mich ziemlich mitgenommen.

Ich ging zum Arzt, weil ich nicht mehr schlafen konnte, er gab mir Medikamente.

Ein paar Wochen später fing dann meine Agoraphobie an.

05.04.2010 08:24 • #34


21.02.2011 17:50 • #35


hallo andy,
es ist ganz wichtig das du dich in einer therapie begibst !! du wirst das alleine nicht schaffen und du musst es verarbeiten egal wie lange es dauert !
ich spreche da aus erfahrung, ehrlich !
es bleibt in dir stecken, der schmerz, die wut, die trauer und irgendwann geht garnix mehr !
lass dir helfen bitte !
ich habe auch viel durch die letzten 15 jahre. meine komplette familie ist nach und nach gestorben und alle in einem alter wo man nicht sterben sollte !
selbst hatte ich dann noch einen sehr heftigen motorradunfall und dann ging irgendwann nix mehr. auch wie bei dir panikattacken und co.
mit hilfe von einem therapeuten wo ich seit 1 jahr bin gehts aufwärts. gewisse ängste sind noch da aber die attacken sind schon weg.
lass dir helfen, es ist ein langer weg und ein schwieirger weg aber geh ihn bitte !!
alles liebe lotti

21.02.2011 18:14 • #36




Da habe ich so ziemlich alles geschrieben was helfen kann. habe auch alle verloren.

3 Langzeitherapien gemacht und seit 20 Jahren Panikfrei.

28.02.2011 08:03 • #37

Sponsor-Mitgliedschaft

15.10.2015 11:24 • #38


sternchen14
Hallo, ich hatte gerade das gleiche problem, mein Vater ist auch im Juli verstorben und nach 44 Ehejahren war meine Mutter aufeinmal alleine und konnte diese Einsamkeit und Stillekaum ertragen. Sie rutschte in eine tiefe Depression und wollte selbst nicht mehr leben.
Habe probiert da zu sein und sie bei uns, aber das alles war keine Lösung auf Dauer.
Wir haben meiner Mutter eine Katze geholt und seitdem geht es bergauf. Sie ist nun nicht mehr alleine und hat jemanden um den sie sich kümmern kann. Vielleicht keine Lösung für jeden, aber vielleicht ist das für dich ja ein Gedankenanstoss.
Eine kleinere Wohnung, wenn das Haus zu groß ist, wäre vielleicht auch eine Idee.
Vielleicht habe ich dir ein wenig helfen können
lg

15.10.2015 11:49 • #39


Hallo,

erst mal tut es mir sehr leid, dass du deinen Vater verloren hast.

Die Angst deiner Mutter ist im Grunde nur ein Ventil, für ein Problem. Welches das ist, muss sie raus finden. Natürlich kann man sagen, dass sie auf Grund des plötzlichen Todes ihres Mannes traumatisiert ist. Sie werden ja wohl mindestens 45 Jahre ein Paar gewesen sein. Sein Tod ist 3 Monate her. Ich weiß gar nicht, ob man sowas überhaupt überwinden kann.

Aber ihre Situation verbessern, das ist möglich.

Wie geht es ihr sonst so? Hat sie außer dir noch weitere Familie? Freunde? Hat sie regelmäßig Kontakt zu vertrauten Menschen, zu Enkelkindern? Hat sie Hobbies? Macht sie ein Ehrenamt? Einen Minijob? Wie ist sie beschäftigt unter der Woche? Wie ist ihre finanzielle Situation? Ihre gesundheitliche? Was hat euer Vater in ihrer Beziehung geregelt, wovon sie jetzt keine Ahnung hat (Finanzgeschäfte, Wartungen am Haus)?

Im Grunde müsst ihr überlegen, wo ist - neben der Trauer - etwas, was sie dermaßen verunsichert, dass sie Ängste bekommt.

Eventuell ist es einfach nur die Tatsache, dass sie jetzt alleine ist. Aber "einfach nur" ist hier natürlich der absolut falsche Ausdruck.

15.10.2015 12:00 • x 1 #40



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