Meinem Dafürhalten nach, lässt sich Angst nicht „besiegen“. Aber es kann ein Erfolg darin erzielt werden, zu lernen wie man mit Angst umgehen kann und sich idealerweise nicht von ihr beherrschen lässt.
Mir persönlich half überwiegend die Erkenntnis, dass das schlimmste angenommene bislang noch nie tatsächlich so gekommen ist, wie ich es in Szenarien erdacht hatte. Nach und nach fiel es mir immer leichter, mir eben diesen Worst Case nicht mehr zurecht zu spinnen, sondern eben zu erkennen, dass ich ohnehin nur im Hier und Jetzt agieren und reagieren kann und die Zukunft ja ungewiss ist.
Zu wissen, was Angst ist, half auch dabei. Allerdings bin ich in der Lage zu verstehen, was im Körper hormonell passiert wenn Angst einen Prozess in mir anstößt. Die Art wie ich mich dann regulieren kann, ist aber nur meine persönliche und hat mich viel Arbeit an mir gekostet. Trotzdem bin ich ja nicht geheilt und Angst kommt eben trotzdem, wenn sie will oder ausgelöst wird. Genau so, wie jedes andere Gefühl und entsprechende körperliche Reaktionen.
Es mag auch ein „Vorteil“ sein, dass meine Ängste mit zunehmender Depression tatsächlich aufgrund gefühlsmäßiger Gleichgültigkeit ihren Schrecken dahingehend verloren haben, weil ich weiß, dass ich ohnehin nicht ewig leben werde. Und ein weiterer „Vorteil“ wäre, dass ich mich nach meinem Tod wohl nicht mehr darüber ärgern könnte, wieviel Zeit ich in irrationaler Angst verbracht habe und somit auch irgendwie verschwendet habe, statt an mir und meinem Wohlbefinden zu arbeiten. Wobei ich selbstverständlich nicht weiß, ob es nach meinem Tod trotzdem sowas wie eine Seele gäben könnte, die sich dann doch ärgert. Jedenfalls ist für mich der Gedanke, dass der Tod das absolute Ende des Bewusstseins ist, der schlüssigste und so werde ich auch nicht weiter darüber nachdenken.
Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei, oder so
