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Hallo Ihr Lieben,
Eigentlich bin ich hier Mitglied seit 2010.
In den letzten Jahren war mein Leben so spannend und abwechslungsreich das ich hier immer mal nur gelesen, aber nicht geschrieben habe.
Eventuell traute ich mich auch nicht!
Ich möchte euch auf einen kleinen Rückblick in meine Angstzeit mitnehmen.
Am 15.2.2010 änderte sich mein Leben schlagartig !
Ich wollte meine Tochter von der Schule abholen, und da war Sie, die erste nie vergessene Panikattacke.
Das wusste ich natürlich zu dieser Zeit noch nicht.
Dann begann für mich ein Ärztemarathon.
Ich glaube mich so ungefähr mit Notaufnahmen -besuchen und Rettungswagen-einsetzen so um die 80 mal wenn nicht noch mehr Arztbesuchen zu erinnern.
Das ist kein Witz und nicht übertrieben!
In diesem Jahr verstarb mein Vater ganz plötzlich im alter von 50 Jahren.
Ich fand Ihn nach 14 Tagen in seiner Wohnung.
Mein Mann erkrankte schwer an einen Herzleiden auf Grund schwerer Vorerkrankungen.
Seine Herzleistung lag damals bei nur 25 Prozent.
Nun könnt Ihr euch ja denken was das für ein Trauma in mir auslöste.
Ich litt an schweren Verlustängsten.
Meine Kindheit und Jugend war auch nicht einfach.
Dort lag der Grundstein für meine Angsterkrankung.
Ich war ein Verdrängungskünstler. Nur so konnte ich soviel schlimme Dinge die mir passiert sind überleben.
Aber auf meine Kindheit möchte ich jetzt nicht näher eingehen, das würde zu lange dauern.
Als wäre das alles nicht genug wurde die von mir gesuchte unentdeckte Krankheit nun endlich gefunden. Ein Schilddrüsenknoten der meine Atemnot verursachte. Oder auch nicht ?
Super dachte ich, raus damit dann ist Ruhe, Nein leider nicht! Dann wurde es erst recht lustig!
Mein Immunsystem war nach der Operation so geschwächt das sich Allergien bis hin zum Asthma, Magenschleimhautentzündungen usw. entwickelten. Ich hatte von da ab regelmäßig Notärzte bei mir zuhause, da ich keine Luft bekam bzw. bin ich mir da heute nicht mehr so sicher.
Ich hatte so schlimme Panikattacken das man mein Blutdruck im Rettungswagen senken musste, weil man dachte ich bekomme einen Schlaganfall.
Ich konnte ohne Begleitung nicht mal die Post aus dem Briefkasten holen.
Schrecklich wenn man heute so liest was man sich selbst angetan hat.
Mein Leben war völlig außer Kontrolle.
Ich wusste nicht was mit mir passiert. Aber eins wusste ich, ich musste handeln und zwar jetzt!
Ich fing an mein Leben komplett auf den Kopf zu stellen. Ich trank keinen Kaffee mehr, ich gab das rauchen auf.
(zwei Schachteln am Tag)
Ich änderte meine Ernährung!
Auch fing ich eine Verhaltenstherapie an. Ich habe in dieser ganzen Zeit nie Medikamente genommen. Es war in meiner Lebenssituation nicht möglich, und ich hatte dank meiner Angst Angst davor.
Ich musste mich schon damals um mein Kind und meinen schwerkranken Mann alleine kümmern.
Es war alles so schon schwer genug, wenn Medikamente hinzugekommen wären hätte ich noch ein Problem mehr gehabt.
In dieser Zeit machte ich eine Ausbildung zur Altenpflegerin. Ich wurde ständig mit meinen Ängsten konfrontiert, manchmal war ich so kaputt davon das ich im stehen hätte schlafen können.
Es ging von da an auf und ab.
Meine Ausbildung schloß ich mit 1,3 ab.
Stolz verspürte ich nicht. Ich hatte es auch nicht gelernt wie sich sowas anfühlt.
Wie ich heute weiss liegt der Ursprung hierfür in meiner Kindheit.
Ich musste also nochmal genau dahin zurückreisen um alles aufzulösen um einzuordnen.
Genau das tat ich!
Wenn ich heute mit meiner Therapeutin telefoniere, ist es ein Gespräch unter Kollegen sagt Sie. Ich habe über die Jahre meinen eigenen inneren Therapeuten entwickelt.
Und den weiss ich heute gut für mich und andere zu nutzen.
Ich bin überzeugt das ich genau das Erleben musste sonst, wäre aus mir nie das was ich jetzt bin geworden.
Und So sieht mein Leben heute aus.
10 Jahre später!
Ich habe gelernt mit meiner Angst zu leben ,auf Sie zu hören und Sie anzunehmen. Sie ist nicht mehr als mein Feind sondern mein Freund zu sehen.
2015 erfüllte ich mir mein Kindheitstraum. Ich machte eine Ausbildung zum Tierheilpraktikerin an der Paracelsus-Schule .
Dies gestaltete sich schwierig da mein Mann auf Pflege angewiesen ist, und die Schule 120 Kilometer entfernt war. Ich konnte nicht täglich dort hinfahren. Auch finanziell war mir das nicht möglich.
Also suchte ich mir ein Praktikumsplatz hier in meinen Wohnort. Ich hatte großes Glück, meine liebe Chefin kennenzulernen .Alles darüber erfahrt Ihr in meinen Profil.
Dort arbeite ich nun seit 5 Jahren und ich liebe meinen Beruf.
Ich schloß selbstverständlich meine Ausbildung ab und bin nun gelernte Tierheilpraktikerin und Tierarzthelferin.
In den Jahren habe ich gemerkt ,das es immer mehr Menschen gibt die schreckliche Ängste besitzen. Diesen Menschen nehme ich mir an, da ich weiss wie es sich anfühlt, da ich weiss wie verrückt man sich fühlt. Auch die Sorge um seinen kleinen Liebling.
Ich hatte auch schon immer Tiere. Und wenn Sie krank waren ging und geht es mir heute auch nicht gut, und ich muss gut auf mich aufpassen sonst falle ich in alte Muster zurück.
Aus all mein Wissen , dem Schubs meiner Therapeutin ,meiner Chefin und Freunden habe ich mich dafür entschieden mich einer neuen Lebensaufgabe zu stellen und neben meinen Beruf Menschen und Tieren zu helfen, Ihre Ängste zu überwinden.
Ich lehre nicht aus einem Lehrbuch sondern einzig aus meiner jahrelangen Erfahrung und Therapie an mir selbst.
Ich gebe all meine Werkzeuge weiter, die ich besitze.
Da meine Homepage noch im Aufbau ist erreicht ihr mich über meine email oder hier.
Mein Profil ist so ausgefüllt das Ihr euch ein wenig über mich informieren könnt.
Warum ich ausgerechnet hier schreibe? Weil alles für mich hier vor 10 Jahren begonnen hat, als ich verstanden habe das ich nicht körperlich krank bin.
Und ich mir genau hier jemanden gewünscht hätte der mir gesagt hätte es geht vorbei.
Ich danke euch fürs Lesen.
Nicht aus Angst entsteht Mut, sondern aus dem begreifen das es etwas wichtigeres gibt als die Angst!
26.06.2020 22:24 •
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