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Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Einsamkeit
BeitragVerfasst: 12.Aug.2010, 21:31 
"Den Schmerz meiner Einsamkeit fühlte ich erst, als die Menschen den Fehler meiner Geschwätzigkeit lobten und die Tugend meines Schweigens schmähten."

Khalil Gibran


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 Betreff des Beitrags: Re: Einsamkeit
BeitragVerfasst: 12.Aug.2010, 21:43 
Wenn du verlassen bist –
Das was dich grausen macht;
Deine Verlassenheit
Wird zum Gespenst.

Daß so nichts neben dir geht:
Geht auf unhörbarm Fuß
Immer und ungetrennt
Neben dir her.

Wo du auch gehst, ist nichts –
Daß deine Hand so greift:
Geht ganz undeutbar leis
Neben dir her.

Oh, du erbebst und lebst
Doppelt und zahllos die Angst:
Nichts, nichts, und immer nichts geht
Neben dir her.

Wie du auch horchst, dein Ohr
Hört keinen Laut,
Der aber lispelt so grell:
– Hier bin ich nicht. –

Hier ist nichts, hier, und hier,
Ohne Gefährt
Mußt du den langen Weg
Gehn, gehn und gehn.

Mußt du verlassen gehn.
Tausend Gespenster
Fliehn vor dem Wehn, das leicht
Neben dir streicht.

Deine Verlassenheit
Streicht als ein weites Kleid
Mit seinem äußersten Saum
Über den Mond.

Deine Verlassenheit
[Tages- und Nachgespenst]
Geht durch die Sterne noch
Neben dir her.

Otto zur Linde


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 Betreff des Beitrags: Re: Einsamkeit
BeitragVerfasst: 15.Aug.2010, 14:51 
"Allein die Schau gibt Antwort auf die letzte Frage."

Johann Georg Ritter von Zimmermann


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 Betreff des Beitrags: Re: Einsamkeit
BeitragVerfasst: 15.Aug.2010, 21:33 
Zitat:
Ein wirklich großer Mann,zertritt weder einen Wurm,
noch kniet er vor einem Kaiser.


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 Betreff des Beitrags: Re: Einsamkeit
BeitragVerfasst: 24.Aug.2010, 20:03 
Wenn die Uhren so nah
wie eigene Herzen schlagen,
und die Dinge mit zagen
Stimmen sich fragen:
Bist du da? – :

Dann bin ich nicht der, der am Morgen erwacht,
einen Namen schenkt mir die Nacht,
den keiner, den ich am Tage sprach,
ohne tiefes Fürchten erführe –

Jede Türe
in mir gibt nach...

Und da weiß ich, daß nicht vergeht,
keine Geste und kein Gebet
(dazu sind die Dinge zu schwer) –
meine ganze Kindheit steht
immer um mich her.
Niemals bin ich allein.
Viele, die vor mir lebten
und fort von mir strebten,
webten,
webten
an meinem Sein.

Und setz ich mich zu dir her
und sage dir leise: Ich litt -
hörst du?

Wer weiß wer
murmelt es mit.

Rainer Maria Rilke


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 Betreff des Beitrags: Re: Einsamkeit
BeitragVerfasst: 04.Sep.2010, 07:40 
"Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt. Wir fällen sie und verwandeln sie in Papier, um unsere Leere darauf auszudrücken."

Khalil Gibran


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 Betreff des Beitrags: Re: Einsamkeit
BeitragVerfasst: 04.Sep.2010, 07:49 
"Nur auf dem Pfad der Nacht erreicht man die Morgenröte."

Khalil Gibran


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 Betreff des Beitrags: Re: Einsamkeit
BeitragVerfasst: 04.Sep.2010, 09:20 
"Der ist der glücklichste Mensch, der das Ende seines Lebens mit dem Anfang in Verbindung setzen kann."

Johann Wolfgang von Goethe


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 Betreff des Beitrags: Re: Einsamkeit
BeitragVerfasst: 04.Sep.2010, 09:27 
Der Abenteurer

»Abenteurer, wo willst du hin?«
Quer in die Gefahren,
Wo ich vor tausend Jahren
Im Traume gewesen bin.

Ich will mich treiben lassen
In Welten, die nur ein Fremder sieht.
Ich möchte erkämpfen, erfassen,
Erleben, was anders geschieht.

Ein Glück ist niemals erreicht.
Mich lockt ein fernstes Gefunkel,
Mich lockt ein raunendes Dunkel
Ins nebelhafte Vielleicht.

Was ich zuvor besessen,
Was ich zuvor gewußt,
Das will ich verlieren, vergessen. –
Ich reise durch meine eigene Brust.

Joachim Ringelnatz


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 Betreff des Beitrags: Re: Einsamkeit
BeitragVerfasst: 07.Sep.2010, 18:35 
"Neu anfangen zu können ...
ein einziges Mal wenigstens ...
nicht aufzuräumen haben ... weglegen und lassen dürfen, was nicht fertig wurde ...
einen Abschnitt machen können ... bis auf den Grund"

Cäsar Otto Hugo Flaischlen


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