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 Betreff des Beitrags: Kann man eigentlich seine Seele verlieren?
BeitragVerfasst: 17.Dez.2010, 18:21 
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Registriert: 17.Dez.2010, 15:04
Beiträge: 13
Hallo liebe User,

meine Name ist Lost_Soul, wohne in einer Großstadt und mache gerade mein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg. Ich bin der glücklichstes Mensch auf Erden, denn mein großer Masterplan ging auf und bin nun dabei eines meiner wichtigsten Lebensziele zu erreichen. Voller Stolz gehe ich zur Schule, das Haupt nach oben blickend, mit einem verschmitzten Lächeln neugierig und wissbegierig. Ich bin glücklich, kreativ und intelligent. Es kann kein Zweifel bestehen: ich bin der glücklichste Mensch auf Erden.

Vor drei Monaten lag meine Mutter weinend in den Armen meines Onkel. Ich stand daneben, starrte apathisch auf dem Boden. Paralysiert von den gerade passierten, entriss mich der Geschmack von Blut aus der Starre. Blut floss in meinen Mund, lief entlang meines Gesichts und tropfte auf dem Boden. Mein Cousin sah mich entgeistert an. Was habe ich getan? Ich schämte mich nicht. Ich war einfach nur noch leer. Das war der Nullpunkt, der letzte Respekt, den ich von mir hatte, war verschwunden. Es war der Nullpunkt, als ich vor meiner Mutter wütend und außer mir mein Gesicht zerkrafte. Es war der Nullpunkt, da ich erkannt habe, dass ich in einen fantastischen Konstrukt lebte. Es war der Nullpunkt, da ich festgestellt hatte, dass meine Gedanken nicht mehr zur Welt passten und vielleicht ich selbst nicht mehr zur Welt passte. Meine Mutter schrie mich weinend an, weshalb ich mir das nur antue. Ich stand nur da, sagte nichts. Ich stand einfach nur da. Meine ganzen Gedanken waren entschwunden, ich war leer, fertig, nichts war mehr da.

Heute bin ich hier in diesem Forum, um von meiner Geschichte zu erzählen, in der Hoffnung, dass mir das in irgendeiner Form helfen mag. Und noch mehr hoffe ich auf euch, auf eure Geschichten, eure Hilfen und Ratschlägen. Vielleicht schaffe ich es, wieder vor meinen Computer zu sitzen und zu designen, mich politisch zu engagieren und in vielen Foren intellektuell auszutauschen. Und wer weiß, vielleicht darf ich mich eines Tages darauf freuen zusammen mit Menschen, die ich und die mich gut kennen, ein Bier zu trinken und mich wohlbehütet in dem Kreis dieser Menschen zu fühlen. Und wer weiß, vielleicht kann auch ich helfen. Aber vorher noch etwas zu mir. Ich erzähle euch ein paar Aspekte meines Lebens.

Ich bin ein introvertierter Mensch, der die Welt nicht durch die Augen anderer, sondern durch seine eigenen sieht. Schon als Kind war ich sehr fantasiereich, hatte nicht nur einen imaginären Freund, sondern gleich eine ganze Welt, in der ich irgendwie wichtig war (und das ziemlich lange, wobei ich Realität und abtauchen in mein Konstrukt unterscheiden konnte). Meine Leidenschaften waren Formen, Züge, Gestalt, das Visuelle im Allgemeinen, ich liebe das Schöne an sich, Essen, Fantasy und Sci-Fi. Später konkretisierten sich die Leidenschaften in Hobbys wie Fotografieren + Photoshoppen, skizzieren, Geschichten schreiben, die städtische Infrastruktur neu planen (ich fertigte tausende von Zeichnungen an, wie man das U- und S-Bahn neustrukturieren kann), Politik (vor allem Sozialpolitik), Wissenschaft (vor allem Astronomie und Neurologie) und Zocken (Rollenspiele etc.). Am Ende kamen noch zwei "Hobbys" dazu, die mich geprägt haben und letztlich dazu führten, dass ich neue Ziele in meinem Leben anvisiert habe. Zum einen interessiert mich die wissenschaftliche Psychologie und die Philosophie. Ich war jemand, der an vielen Dingen gefallen finden konnte. Nur mit den Hobbys die andere in meinen Alter so lieben und schätzen, wie Sport, Autos, Ballerspiele, sich die Kante geben oder mal "rumhängen" konnte ich nie etwas anfangen. Und ich hatte noch ein anderes Hobby, welches ich entwickeln "musste" im Laufe meiner Pubertät: das Lügen.

Ich log und log und teilweise lüge ich heute noch. Nein, ich lüge nicht um mir Vorteile zu erschaffen. Ich lüge eher um meine Existenz zu legitimieren. Ich log damals in meiner Klasse und erzählte von schönen Sommerferien mit spektakulären Ereignissen. Ich log wenn ich die tollen Wochenenden mit meiner ebenso erfundenen Clique beschrieb. Die Lüge als Instrument um mich vor anderen zu schützen, um mich gewissermaßen der verurteilenden Reaktion der anderen zu entziehen, begleitete mich in der Schulzeit, in der Ausbildung, in meinen kurzen Berufsleben und auch jetzt im zweiten Bildungsweg. Ich wagte es nicht davon zur erzählen, dass ich tagelang nichts anderes machte als Bahnnetze auf Verbesserungen zu prüfen oder mir Fantasy-Geschichten einfallen zu lassen. Zu sehr hätte mir die Wahrheit weh getan, die mich als unnormal abgestempelt hätte. Dennoch war mir das bewusst, dass ich unnormal war, aber tat so, als sei ich normal mithilfe der Lüge und meiner "leistungsfähigen" Fantasie. Lange Zeit lebte ich äußerst komfortabel in meiner selbst geschaffenen Schizophrenie und war als jemand bekannt, der lieb, nett und aufgeschlossen ist. Man meinte mich zu kennen und doch war ich nichts anderes als ein äußerst begabter und raffinierter Lügner.

Nun als junger Erwachsener fällt mir das Lügen schwerer. Das Gewissen, das erlahmen meiner Fantasie und die zunehmende Befürchtung dass meine Lügen entlarvt macht mir schwer zu schaffen. Als Jugendlicher konnte ich mit dieser Situation umgehen, war nicht unglücklich und widmete mich meinen Hobbys. Doch irgendwie klappt das nicht mehr. Ich habe keine Motivation mehr zum Fotografieren, ich habe meinen "kreativen" Blick scheinbar nicht mehr. Die Nachrichten sehe ich nicht mehr und gezeichnet habe ich seit Monaten nicht mehr. Selbst meine psychologischen und philosophischen Bücher rühre ich nicht mehr an. Das Lügen fällt mir schwer. Meine Erzählungen klingen mittlerweile unglaubwürdig, fanatasielos und drohen bei jeder Nachfragen ins sich zusammen zu stürzen. Ich fühle mich nichte mehr wohl in meiner Haut, ich spüre nun die Einsamkeit, all die Nachteilen keinen echten Freundeskreis zu haben. Daheim vor meinen Computer ergreift mich die Apathie. Nichts interessiert mich mehr.

Vor etwas einen halben Jahr dachte ich, dass das an meiner beruflichen Situation lag und tröstete mich damit, dass ich bald wieder zu Schule gehe und "echte" Ziele haben. Ich malte mir in meinen verrückten Köpfchen aus, wie ich mich mit Schülern anfreunden werde. Mit meinem Wissen, was ich damals maßlos überschätzte, sollte doch das Abi und die Schule ein Klacks werden. Viel zu früh, viel zu überhastet und ein kleinwenig viel zu verrückt "plante" ich meine Karriere auf der Uni, ohne die Herausforderungen in der Schule zu sehen. Ich stellte mir das Verhalten der Menschen so vor, wie in Daily Soaps oder so. Ohne es zu ahnen, entfernte ich mich immer mehr von realistischen Vorstellungen.

Und dann, eines Tages habe ich es begriffen: Ich bin nichts wert, da ich nichts und niemanden habe. Diese Erkenntnis trieb mich dazu, voller Wut auf mich selbst mein Gesicht zu zerkratzen. Mehrmals. Und das letzte Mal vor meiner Mutter. Das war das Ende. Mein Respekt vor mir war verschwunden. Später war ich gedemütigt und zog zu meiner Mutter zurück und gehe nun in meinem Heimatort wieder zur Schule.

Ich bin nicht mehr das, was ich glaubte zu sein: Einfallsreich, interessiert, intelligent etc. Ich sehe mich nun als elendiger Lügner, als ein Mensch der bereits mit Anfang zwanzig sich selbst ruiniert hat. Mich zeichnet eher die Adjektive einsam, komisch, verschlossen und verlogen aus.

Ich bin der unglücklichste Menschen auf Erden... zumindest in meiner kleiner, einfälltigen, verlogenen, missratenen Welt, in der der einzig Mittelpunkt ein kleines egozentrisches Ich ist.

Wenn Menschen Seelen haben sollte, dann weiß ich zumindest, wie es sich anfühlt keine zu haben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kann man eigentlich seine Seele verlieren?
BeitragVerfasst: 17.Dez.2010, 19:48 
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Registriert: 17.Nov.2010, 22:09
Beiträge: 121
Du schreibst wahnsinnig gut.

Ich glaub nicht das du deine kreativität, diene Lust oder deine Intelligenz verloren hast, sie nur im Moment nicht da.
Das mit den Lügen kann ich nachvollziehen, man weicht von der Norm ab und will das verbergen und so "normal" wie möglich wirken damit andere nicht schlecht über einen Urteilen. Aber es hilft einem nicht, man gewinnt dadurch keinen Freundeskreis und selbst wenn dann schätzt dieser nur den schein des eigenen selbst und nicht das sein.
Du musst aufhören dich dafür zu schähmen wer du bist, und allein aufgrund deines Posts bin ich mir sicher du bist zigmal interresanter als jeder "normalo", und ich sag das nicht um dich aufzubauen. Ich glaub nicht das etwas bringt einen Topf so lange zu verbiegen bis der Deckel passt.
Ich bin überzeug du kannst ein zufriedenes selbstbestimmtes leben fürhen wenn du deine Intelligenz dazu benutzt um deine Probleme zu erkennen, nach den Ursachen zu forschen und sie letztendlich zu behben. Sich profeesionelle hilfe zu suchen ist aber auch eine gute Idee.

Zu deiner ursprünglichen Frage:
Ich glaub nicht das man seine Seele verlieren kann, liegt aber daran das ich nicht glaub das es soetwas gibt obwohl ich mir wünschte es wäre der Fall.
Ich weiss aber das man in Lebensituationen geraten kann in denen es sich so Anfühlt als wäre jegliche Lebensfreude und Triebkraft aus einem entwichen, kommt man aus der Situation wieder raus kommt das alles wieder zurück.

_________________
zum Sanftmut fehlt mir nur noch der Mut


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 Betreff des Beitrags: Re: Kann man eigentlich seine Seele verlieren?
BeitragVerfasst: 19.Dez.2010, 16:51 
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Registriert: 23.Okt.2009, 13:37
Beiträge: 54
Lieber Lost-Soul,

wow. Ich schließe mich "der Suppe" an: Deine Worte treffen und du wirkst sehr intelligent. Ich finde es sehr traurig, dass du deine Intelligenz vor deiner Umwelt verstecken musstest, dass du keine Anerkennung und Zuneigung erhalten hast, für das, was du bist.

Deine Lügen haben dir das Leben gerettet! Dadurch hattest du geschützte Inseln, die es dir ermöglicht haben, du selbst zu sein. Aber offensichtlich verlangt dein Inneres jetzt nach einer anderen Strategie. Die alte Strategie funktioniert nicht mehr. Seine Seele gibt dir das Signal, dass du auf eine andere Weise mit dir umgehen solltest.
Wahrscheinlich klingt das jetzt ein bisschen arg simpel, aber ich denke es ist so: Akzeptiere dich wie du bist - mit all deiner Intelligenz, deinen Lügen, deinen Stärken, deinen Schwächen als einen wunderbaren Menschen. Stehe zu deinen Fähigkeiten.

Und ich wünsche dir von Herzen Menschen in deiner Umgebung, die dich so mögen, wie du bist. Die dich nicht aus Neid klein halten wollen.
Ich denke, dass du den 0-Punkt als den Tod deiner Seele erlebt hast, weil niemand aus deiner Umwelt dich "erkennt". Vielleicht sind diese Menschen nicht fähig dazu, vielleicht hatten sie auch nicht die Chance. Wir haben hier z.T. sehr starre Normen, die festlegen, wie ein Mensch zu sein hat. Denn es erzeugt Angst bei den anderen, wenn ein anderer besser ist als sie, also müssen sie ihn wieder zurecht stutzen.
Aber ich denke, dass uns als Erwachsene mehr Wahlmöglichkeiten zur Verfügung stehen, vielleicht muss auch eine Sensibiltät dafür entwickelt werden, sich selbst in positiver Weise im Kontakt mit Menschen zu zeigen, die man erst einüben muss.

Ich wünsche dir einen schönen Sonntag!

Gruß von Anni


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 Betreff des Beitrags: Re: Kann man eigentlich seine Seele verlieren?
BeitragVerfasst: 21.Dez.2010, 00:23 
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Registriert: 14.Dez.2010, 00:51
Beiträge: 8
Hey ,
Um auf deine Frage zu antworten, ich glaube nicht, dass man seine Seele verlieren kann. Aber das kommt sicherlich auch darauf an was man unter ,,Seele‘‘ versteht oder ob man überhaupt an die Existenz einer solchen glaubt.
Meiner Meinung nach wäre die ,,Seele‘‘ so etwas wie das ,,Ich‘‘ alle Persönlichkeitsmerkmale, Erfahrungen, Gefühlszustände etc. vereint zu etwas vollkommen individuellem unabhängig vom physischen also dem Körper. Unserem deterministischem naturwissenschaftlichen Weltbild nach, also die Psyche, bzw. das Gehirn. Naja darüber kann man lange diskutieren :)

PS:
Vielleicht fällt dir das Lügen einfach immer schwerer, weil du es unterbewusst nicht mehr mit dir Selbst vereinbaren kannst, dass du deine Kreativität (ein existenzieller Teil von dir, zumindest dem Text nach) dazu benutzt etwas zu erfinden, dass dir innerlich wiederstrebt. Vielleicht willst du zur Abwechslung mal jemandem die Wahrheit sagen, auch wenn das unheimlich schwer ist, zumindest meiner Erfahrung nach. Wie du sagst, du hast Lügen erzählt, um dich vor der verurteilenden (aber für was sollten sie dich verurteilen? Dafür das du nicht so wie sie bist?) Reaktion der anderen zu schützen, so hast du aber auch nie die Möglichkeit gehabt, dass andere dich so kennenlernen, wie du wirklich bist. Und außerdem was heißt schon ,,Normal‘‘, wenn alle ,,Normal ergo Gleich‘‘ wären, was wäre das für eine langweilige Welt?


Mit freundlichen grüßen Halbgar


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 Betreff des Beitrags: Re: Kann man eigentlich seine Seele verlieren?
BeitragVerfasst: 22.Dez.2010, 17:39 
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Registriert: 17.Dez.2010, 15:04
Beiträge: 13
DieSuppe hat geschrieben:
Du musst aufhören dich dafür zu schähmen wer du bist, und allein aufgrund deines Posts bin ich mir sicher du bist zigmal interresanter als jeder "normalo", und ich sag das nicht um dich aufzubauen. Ich glaub nicht das etwas bringt einen Topf so lange zu verbiegen bis der Deckel passt.


Ich schäme mich. Ich schäme mich für das was ich bin. Für jede Hautzelle, jede Leidenschaft, jeden Gedanken den ich denke, jedes Interesse das ich nachgehe und jedem Atemzug den ich tätigen muss. An manchen Tagen wünschte ich mir, ich würde einfach aufzuhören zu atmen, meine Augen schließen und spüren wie die Welt um mich zerfließt um mich irgendwann in dem Fluss aus Sein und Nichtsein nicht mehr spüren zu müssen.

Als ich in der Ausbildung war, log ich selbst dann, als es um trivialen Sachen wie Lieblingsfilme oder -serien ging. Ich schämte mich für das was ich sah. Das ich solche Serien wie Stargate ansah, fand ich unheimlich peinlich und log. Das ich mir Diskussionenssendungen über Politik im Fernsehen ansah, fand ich auch doof, also log ich auch dann.

Heute sehe ich, was das mir gebracht hat. Wenn ich mich in meiner Klasse umsehe, so sehe ich "echte" Persönlichkeiten mit "echten" Geschichten und "echten" Charakter. Sie haben scheinbar spontan und ganz unbedacht und unbefangen Spaß an dem was sie tun. Ich dagegen bin farblos, biegsam und billig wie Plastik. Fühle mich gar nicht echt. Während andere Menschen etwas "darstellen" im Sinne einer greifbaren Persönlichkeit, bin ich ecken- und kantenlos, sprich das Nichts. Wie weit dieser Gedanke geht, zeigt mein Verhalten. Wenn ich in meiner alten Arbeit Pause gemacht habe, sagte ich ständig "Ich bin gleich zurück" oder "Ich mach ganz kurz Pause". Habe ich einen Fehler gemacht, so habe ich mich oftmals noch Wochen geschämt und mich mehrmals entschuldigt. Zu jeder Meinung füge ein "eigentlich" hinzu. Werden andere Menschen lauter und fordern/schimpfen/etc. mit mir, dann gebe ich gleich nach ohne kritisch nachzudenken und knicke damit sehr schnell ein. Letztens ist mir ein alter Mann auf meine Füße getreten und ich (!) habe mich noch dafür entschuldigt, dass er mir auf meine Füße gestiegen ist.

anni hat geschrieben:
Und ich wünsche dir von Herzen Menschen in deiner Umgebung, die dich so mögen, wie du bist. Die dich nicht aus Neid klein halten wollen.


Meine Leistungen in der Schule sind gut und deshalb werde ich von einigen bereits "Streber" genannt, obwohl ich weder der Beste bin, noch der aktivste Schüler im Unterricht. Aber ich habe zu Anfang sehr oft im Mathe-Unterricht mitgewirkt. Anscheinend hat dies einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Mittlerweile habe ich diesen Stempel bekommen und ich fühle mich nicht wohl dabei, wenn ständig die Leuten sagen das ich eh "wieder 15 Punkte" "mit links" schreiben werde, obwohl ich noch nie 15 Punkte geschrieben habe. Selbst steigt bei mir auch der Druck gut zu sein, weil man das irgendwie auch erwartet.
Diese scheinbare Anerkennung ist freilich keine echte Anerkennung. Ich bin lediglich die Projektionsfläche für andere, die sich an mir, dem scheinbaren Streber, abarbeiten. Bin ich doch besser als andere, dann sagt man sich "der hat bestimmt von früh bis nachts gelernt", bin ich schlechter als andere, so kann man sich gleich doppelt über seinen Erfolg mit der "faulen Strategie" freuen. Ich weiß auch gar nicht mehr, wie ich mich im Unterricht verhalten soll. Mittlerweile sage ich nichts mehr, aus Angst unangenehm aufzufallen, wobei ich im Grunde schon weiß, dass ich unangenehm auffalle.

Zitat:
Ich denke, dass du den 0-Punkt als den Tod deiner Seele erlebt hast, weil niemand aus deiner Umwelt dich "erkennt". Vielleicht sind diese Menschen nicht fähig dazu, vielleicht hatten sie auch nicht die Chance. Wir haben hier z.T. sehr starre Normen, die festlegen, wie ein Mensch zu sein hat. Denn es erzeugt Angst bei den anderen, wenn ein anderer besser ist als sie, also müssen sie ihn wieder zurecht stutzen.


Sie hatten wahrscheinlich nie die Chance, da ich gelogen und mich versteckt habe. Ich möchte nicht die Umwelt schuldig sprechen für mein Befinden. Wenn ich etwas gelernt habe, dann das ICH für mich selbst verantwortlich bin. Jede Entscheidung die ich treffe und jede Konsequenz die sich daraus ergibt, habe ich in aller erster Linie zu verantworten. Auch habe ich mich von meiner Lieblingsvision verabschiedet, dass eines Tages DER Mensch mir über den Weg läuft und mich versteht und mich so nimmt wie ich bin. Das ist natürlich irrsinniger Quatsch und einer der wichtigsten Gründe, warum ich in meiner Lage bin. Der Schlüssel zum "Glück" bin ich selbst, niemand anderes der mir über den Weg läuft. Nur ich bin es, der meine Lage ändern kann. Die Normen werden daher weiter starr bleiben, die Menschen werden so bleiben, wie sie sind. Nur ich bin es, der ein bisschen Veränderung in "meine" Welt hineintragen kann.

Aber auch da darf ich nicht naiv sein. Sich zu verändern heißt viel Kraft zu investieren. Und momentan bin ich eher damit beschäftigt meine Kraft zu sammeln...


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 Betreff des Beitrags: Re: Kann man eigentlich seine Seele verlieren?
BeitragVerfasst: 12.Jan.2011, 00:41 
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Registriert: 17.Dez.2010, 15:04
Beiträge: 13
Mir geht es so schlecht, meine Kräfte sind am Ende und ich habe nun endgültig die Hoffnung verloren aus eigener Kraft irgendwie noch aus meinem Jammertal zu entkommen. Ich verstehe nicht, was mit mir passiert. Ich kann nicht mehr mit Menschen umgehen und auch nicht mit mir. Jede Form von Kommunikation fällt mir schwer :-(.

Aber ich merke auch an mir, dass ich jede Form von Leidenschaft verloren habe. Mich interessiert einfach nichts mehr.
Wenn mich meine Mitschüler etwas fragen oder gar mich in ein Gespräche verwickeln wollen, dann sind meine Antworten kurz und karg. Ich weiß dann einfach nicht, was ich sagen soll. Locker Witze reißen, das war einmal, ich kann heute gar nicht mehr richtig erkennen was wann in welche Situation witzig ist.

Ich bin eine vollkommene leere Person. Nicht mehr sachkundig, nicht mehr informiert (das war ich früher mal), vollkommen orientierungslos im Zwischenmenschlichen und voller Zweifel über meiner Zukunft. Ich würde so gerne wieder ernfach mitlachen, auch etwas witziges sagen können oder das Gefühl von sozialer Kompetenz haben.

Sagt mal, kann man das schlicht weg verlernen? Ich kann's nämlich nicht mehr... :sad


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 Betreff des Beitrags: Re: Kann man eigentlich seine Seele verlieren?
BeitragVerfasst: 12.Jan.2011, 07:44 
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Registriert: 06.Jan.2011, 08:09
Beiträge: 102
Lost_Soul,

"ich bin nichts wert, da ich nichts und niemanden habe"

Dieser Satz aus deinem klugen Bericht, zeigt dir doch deinen Weg.
Du kannst doch nur das Beste für dich finden, Dich


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 Betreff des Beitrags: Re: Kann man eigentlich seine Seele verlieren?
BeitragVerfasst: 12.Jan.2011, 21:15 
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Registriert: 30.Nov.2010, 03:53
Beiträge: 16
Hallo Lost Soul,

ich denke, dass du dir dein Glücklichsein früher nur eingebildet hast und dein Unterbewusstsein dir jetzt zeigt, was du eigentlich wirklich die ganze Zeit gefühlt hast. Keiner kann seelisch überleben, wenn er nur darauf achtet, was andere von ihm halten. Was soll schon passieren, wenn du sagst, dass du Stargate magst oder gerne Geschichten schreibst und gerne kreativ bist? Denkst du, sie werden dich auslachen? Sicher nicht. Sie werden dich vielleicht sogar beneiden, denn soviele haben überhaupt gar nicht die Fähigkeit zur wahren Kreativität. Du bist wie du bist, ändern kannst du es nicht. Du bist nunmal anders als die Norm. Du solltest lernen dich selbst zu mögen und zu akzeptieren.

Ich kann verstehen, dass du in der Öffentlichkeit gelogen hast um dein wahres Ich zu vertuschen. Ich hab diese Geschichte auch schon durch. Ich wollte auch unbedingt normal sein, nicht zu sehr auffallen, Freunde haben wie jeder Andere, Spaß haben wie jeder Andere. Aber ich habe kapiert, dass ich nunmal nicht Spaß bei den gleichen Dingen empfinde wie die meisten Anderen. Einfach in einer Bar sitzen, reden und Bier trinken ist für zum Beispiel reine Zeitverschwendung.
Ich liebe auch zu fantasieren, Geschichten zu schreiben und eine komplett andere Welt zu erschaffen, die nach meinen Regeln funktioniert. Ich mag Abenteuer und nicht rumsitzen.

Stehe zu deinen Hobbys, das ist der erste Schritt. Du hast zwar schon solange gelogen, doch was nützt dir dieses Lügen? Besonders wenn man dann mit einem schlechten Gewissen sitzt, weil man Angst hat, es kommt an Ende doch raus. Sei ehrlich, auch wenns erst schwer fällt. Schei* auf die Meinung Anderer, es sei denn sie begegnen dir positiv.

Wenn du Geschichten hast, geh zb zu deiner Mutter oder auch zu einem Deutsch-Lehrer und frage was sie davon halten. Der Lehrer wird sich sicher freuen, dass du so tätig in seinem Bereich bist. Sicher wirst du dann einpaar Komplimente hören und das wird einen motivieren, dass das was man macht gut ist.

Du musst auch nicht immer einen lockerer Spruch oder Witz auf den Lippen haben, du bist doch nicht am Leben um Andere zu unterhalten. Wenn dir nichts einfällt, oder du nicht viel sprechen willst mit jemanden, dann kurze Antworten.
Wenn du aber tatsächlich an einer Person interessiert bist, frage sie ehrlich nach den Hobbys und beschreibe deine genauso ehrlich. Wenn sie Person dich dann doof findet, war sie sowieso nicht für eine Freundschaft mit dir bestimmt und auch wenn du gelogen hättest, hättest du dich immer schlecht gefühlt. Der der aber offen ist für Außergewöhnliches wird dir auch so begegnen und dich interessiert nach deinen Interessen ausfragen.
Natürlich gibt es diese ehrlichen Menschen selten, denn viele sind oberflächlich, selbstzentriert und egoistisch.
Du solltest dich erstmal lernen selbst du mögen, dann nach Nähe von Menschen suchen. Denn wenn du dich selbst nicht magst, mag dich auch kein Anderer. So ist meine Erfahrung.

Konzentriere dich auf die Schule, lerne weiter, und blende alle deine Gedanken aus, was andere denken könnten. Denn egal was du machst, welches Hobby du hast, wird es Menschen geben, die dich dafür schätzen und dafür lieben. Ja, egal wie komisch du bist. Denn es gibt auch einige Leute da draußen, die genauso eigenartig sind wie du oder einfach offenherzig dem gegenüber sind und nicht gleich verurteilen.
Vergib dir selber, dass du soviel und solange alle belogen hast. Ja, das war schlecht, aber wenn du jetzt damit aufhörst, dann gibt es doch keinen Grund mehr sich als verlogen zu beschimpfen! Jeder macht Fehler, manchmal auch richtig große Fehler eine ganze Zeit lang, doch sobald man den Fehler erkannt hat und dann ihn aufhört zu machen, ist alles vergessen. Sicherlich fällt es am Anfang verdammt schwer, weil man sich schon dran gewöhnt hat zu lügen, aber gib dir Mühe um deinetwillen.
Du hast definitiv deine Seele NICHT verloren. Deine Seele schreit gerade danach, dass du ihr hilfst aus diesem Loch zu kommen. Du verletzt dich selber, weil du, weil deine Seele sich schuldig und schlecht fühlt, nicht weil sie nicht da ist.

Und ganz klar muss ich dir sagen, dass aus meiner Sicht, du nicht so komisch bist. Ich habe auch meine eigenartigen Macken, meine komischen Ideen (wo meine Eltern schon immer den Kopf geschüttelt haben und meinten ich solle realistischer sein), meine außergewöhnlichen Hobbys.
Solche Leute wie wir, gabs schon immer, zum Beispiel sind für mich alle herausragenden Musiker und Schauspieler psychisch meistens mehr als eigenartig, haben ganz andere Denkweisen. Denn wenn sie so "normal" denken würden, könnten sie ihre Arbeit nicht so gut machen. Man braucht bei künstlerischer Arbeit nunmal einen "Knall", denn sonst könnte es ja jeder machen.

Also Kopf hoch, mach das was dir Spaß macht und steh dazu! Dann wirst du auch Menschen treffen die dich so lieben, wie du wirklich bist.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kann man eigentlich seine Seele verlieren?
BeitragVerfasst: 12.Jan.2011, 21:25 
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Registriert: 11.Okt.2010, 19:24
Beiträge: 13
Wohnort: Bonn
hallo lost-soul,
das was bei dir zu lesen ist, ist ratlosigkeit, verzweiflung und trauer (weil dein, von dir gebautes welt zusammenbricht) aber auf keinen fall die Lehre. Du hast gewagt der Realität in die augen zu sehen und hast angst, das ist normal, und auf jeden fall besser als das leben voller lügen zu leben. ...und ich spreche nicht unbedingt über DEINE lügen und fantasie- welt. so zimmlich jeder mensch lebt in einer lüge um überhaupt überleben zu können ( nur vielleicht in einer realistischeren lüge als deine) und so lange die lüge funktioniert, funktioniert auch das mensch, das problem entsteht wenn die farce zu offensichtlich wird, hier hat man drei möglichkeiten: 1. mehr Lügen, mehr farce 2. sich daran zu zerbrechen und 3. zu wachsen. Ich denke du bist inteligent genug um wachsen zu können. Zu erst aber, wie du selber sagst, denke brauchst du unterstutzung ( so wie du deine Energielösigkeit und rückzug beschreibst, würde ich dir raten zum arzt zu gehen und zu antidepressiva verschreiben zu lassen) um überhaupt von diesem Loch rauszukommen.
LG N


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 Betreff des Beitrags: Re: Kann man eigentlich seine Seele verlieren?
BeitragVerfasst: 28.Apr.2011, 10:22 
Offline

Registriert: 17.Dez.2010, 15:04
Beiträge: 13
Der Himmel getränkt mit einem hellen Blau, der Wind trägt den Duft des Frühlings weit in die Stadt. Menschen um mich herum unterhalten sich, lachen über dies und jenes, erzählen sich alte Geschichte und erfinden vieles dazu. Es wird gelästert über die Nachbarin, geflucht über die Arbeit, aber auch gestaunt über die Schönheit des Seins. Alle sind sie um mich herum, Familien, junge Menschen, kluge Menschen, schwache Menschen, starke Menschen und ich. Ich der sich selbst beobachtet, der mit seinen eigenen Gedanken, mit einem anderen Selbst sich selbst aus einer fremden Warte sieht. Wer bin ich, frage ich mich. Und dann plötzlich sehe ich es. Diese Kirche, diese Häuser, diese Straße. Sie liegen auf einer Linie. Genau hier an diesem Punkt, wo ich steh‘ und denk‘ sehe ich die Geometrie des Seins. Ich packe meine Kamera aus, stelle sie ein, konzentriere mich und KLICK… ich habe ein Foto geschossen. Eine Erinnerung eingefroren, ein Gefühl konserviert. Ich frage mich selbst, wie es mir geht. Und ich antworte mir ehrlich: gut.

Ich stand auf der Festung Marienberg in der fränkischen Stadt Würzburg, als mir diese Gedanken durch den Kopf gingen. Lange ist es her, dass ich hier von mir erzählt habe. Vieles ist geschehen. Ostersonntag konnte ich wieder fotografieren gehen und hatte Spaß daran. Ich konnte wieder die Linien und die Formen in dieser Welt sehen.

In den letzten Wochen hat mich die Schule sehr gefordert. Die Vorbereitungen auf die vielen Klausuren verdrängten jeden dunklen Gedanken. Als ich damals meinen Beitrag hier geschrieben habe, kam ich mir alleine, verlassen und hoffnungslos vor. Ich erlebte wie meine Kreativität verschwand, wie mein Lügenkonstrukt immer mehr wackelte und einstürzen drohte und wie mein eigenes Bild in der Trauer über meinen Zustand verblasste. Ich fragte warum ich einsam war und welche unsichtbare Wand mich von der „echten“, scheinbar „normalen“ Welt trennen möge. Ich schämte mich für das, was ich war und immer noch bin.

Heute bin ich zu meiner eigenen Verwunderung in der Klasse integriert. Die Leute sind sehr freundlich zu mir, achten mich und sehen mich als wertvolles Mitglied an. Und nicht nur das, mit einigen Leuten unternehme ich was. Gehe ins Cafe, Treff mich zum Frühstück, lerne gemeinsam, gehen ins Kino. Und all das ohne mich besaufen zu müssen. Wie das möglich wurde?

Ich habe aufgehört um mich selbst zu drehen. Natürlich nicht ganz, denn im Grunde bin ich introvertiert und werde immer mit meiner eigenen geistigen Taschenlampe die dunklen Ecken meiner Seele beleuchten und darüber reflektieren. Früher stand ich selbst zu sehr in den Mittelpunkt. Alles habe ich auf mich bezogen. Jeder Bemerkung mir gegenüber wurde extrem kritisch von mir begutachtet. Ich misstraute der Welt im Grunde. Ich log, weil ich kein Vertrauen hatte. Weder zu meinen Mitmenschen, den diese warteten ja nur mir irgendwann den Dolch in mir zu rammen und weder mir selbst, denn ich kann ja nichts und bin im Vergleich einfach wertlos.

Nietzsche schrieb etwas Wunderbares:

Zitat:
„Manche Menschen sind so sehr an das Alleinsein mit sich selber gewöhnt, dass sie sich gar nicht mit Anderen vergleichen, sondern in einer ruhigen, freudigen Stimmung, unter guten Gesprächen mit sich, ja mit Lachen ihr monologisches Leben fortspinnen. Bringt man sie aber dazu, sich mit Anderen zu vergleichen, so neigen sie zu einer grübelnden Unterschätzung ihrer selbst: so dass sie gezwungen werden müssen, eine gute, gerechte Meinung über sich erst von Anderen wieder zu lernen: und auch von dieser erlernten Meinung werden sie immer wieder Etwas abziehen und abhandeln wollen.“


Bei dem Spruch fiel mir die Kinnlade runter. In gerademal 90 Worten hat Nietzsche mein Leben zusammengefasst. Ich log, weil ich die Urteile von anderen Menschen fürchtete. Dabei habe ich Stärken, um die mich andere beneiden. Sobald mir das jemand sagte, was er an mir gut findet, relativiere ich schnell. Der erste Schritt aus der Einsamkeit, mein erster Schritt, war die Anerkennung meiner Fähigkeiten. Und mit dieser Anerkennung war ich stark genug mich den Urteil anderer zu stellen. Der zweite Schritt ist das Verlassen des Mittelpunkts meiner geistigen Welt. Die Welt dreht sich nicht um mich, sie dreht sich um die Welt in der ich lebe. Nicht ich als absolutes Ich bin wichtig, sondern die Herausforderungen „da draußen“ , die Menschen die mich brauchen, aber auch die ich brauche.

Ich bin nicht blauäugig. In der Zukunft wird der Weg noch sehr steinig werden. Aber ich habe zum ersten Mal kapiert wie ich aus der Einsamkeit entkommen: Ich muss nicht entkommen, ich muss sie schlicht loslassen.


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