Guten Morgen Golfinchen!
Zitat:
Wobei, es gibt ja noch 100.000 andere Männer als ihn
Na, ein paar mehr sind es schon.

Zumindest weltweit. Ist aber natürlich auch ne Frage Deinens Beuteschemas.
Zitat:
Komisch ist nur, dass ich nicht klammere. Die Menschen, die ja auch Verlustangst haben, die klammern natürlich auch. Das mache ich jedoch nicht, bzw. ich versuche nicht zu klammern, da ich ihn nicht erdrücken will.
Das ist in der Tat der Teil, der Dich als Eifersüchtlerin so ungewöhnlich macht. Auf irgendeine Art und Weise versucht man ja in der Regel gegen die eigenen Ängste etwas zu unternehmen. Entweder durch Klammer bzw. ein besonderes Maß an 'positiver' Aufmerksamkeit oder durch Kontrolle. Du tust beides nicht, sondern bleibst mit Deinen Ängsten bei Dir. Das ist sehr sehr gut!
Zitat:
Ich denke, du versteht dies auc bzw. kannst es nachvollziehen.
Ja, das kann ich, auch wenn ich es nicht immer so gut hinbekomme wie Du. Aber mir ist absolut klar, dass alles Andere auch kaum richtig Sinn macht!
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Leicht ist es nicht Sven.
Nee, das ist mir klar! Das es für Dich ein Problem ist, zeigt ja alleine schon die Tatsache, dass wir uns hier unterhalten.

Meiner Erfahrung nach ist es mit das Schwerste, die eigenen negativen Gefühle und Gedanken nicht auf den Partner zu übertragen, nicht die Verantwortung bei ihm zu suchen. Es bietet sich einfach so an, wenn der Partner etwas tut oder getan hat, das mir unangenehme Empfindungen bereitet, ihm die Verantwortung zuzuschieben. So wunderbar einfach und doch so fatal!
Zitat:
Ich hinterfrage sehr viel. Möchte alles genau zu 100 % wissen. Ich denke, dies kennst du auch!? Ich denke schon oder?
Sehr richtig erkannt!

Was ich nicht durch den Kopf kriege, dass verstehe ich nicht, will es aber unbedingt, weil ich sonst schwer damit umgehen kann. Deshalb sind Emotionen erst einmal auch ein Problem für mich, weil sie so gar nichts mit dem Verstand zu tun haben. Sie sind einfach da, egal ob sie in mein Weltbild passen oder nicht. Sie beeinflussen mein Handeln und mein Denken, und das oft genug, bevor ich mir darüber im Klaren bin, was da eigentlich mit mir geschieht. Leider führt das zu oft zu fruchtlose Grübeleien. Aber das ist ein anderes Kapitel.
Zitat:
Eventuell kann dieses Misstrauen/Eifersucht auch damit zusammenhängen, dass er vor mir sehr viele andere Beziehungen und auch Frauen zwischendurch hatte?
Eín nachvollziehbarer Gedanke. Ich denke, dass die Vergangenheit der Partner sehr oft als Auslöser für Ängste herhält. Ist ja auch irgendwie klar, denn woher soll man die Sicherheit bekommen, dass die Vergangenheit auch tatsächlich Vergangenheit ist. Auch hier heißt das Zauberwort wieder Vertrauen. Ich vertraue meiner Partnerin, dass sie mir die Wahrheit sagt, dass die Vergangenheit abgehakt ist. Ich vertraue darauf, dass, sollte sie lügen oder es selbst nicht besser wissen, dass ich mit der Enttäuschung umgehen könnte, wenn mich ihre Vergangenheit doch einholen sollte.
Zitat:
Natürlich auch auf einiges Nachfragen von mir. Dies ergab sich halt daraus, wenn wir uns unterhielten und grad in der Anfangszeit einer Beziehung ist man ja auch mal daran interessiert wie die Vergangenheit seines Partners so aussah. Zumindest ist dies bei mir der Fall. Ich bin generell neugierig
Da bist Du wohl nicht alleine.

Wobei mir im Nachhinein aufgefallen ist, dass, als ich meine Liebste kennenlernte, verschiedene Fragen, die ich ihr stellte, bereits eifersuchtsgesteuert waren, obwohl ich mir dessen nicht bewusst war.

Zitat:
Ich habe nämlich umheilich angst davor, dass mir das gleiche passiert wie seinen Ex-Freundinnen. Nur das kann mir auch bei nem Mann passieren, der nicht eine solche Vergangenheit hat. Von daher...
Da liegt der Hund begraben. Irgendwie identifizieren wir uns mit den Vorgängern oder versuchen es zumindest, oder aber wir fürchten sie. Manchmal beides. Ich finde diese Gedanken an die Verflossenen manchmal recht verwirrend, weil sie mich nicht weiterbringen, weil sie einfach nichts nützen. Ein gewisses Maß an Vorsicht ist ja in Ordnung und blauäugigkeit ist auch nicht gut. Aber ohne Vertrauen geht halt gar nichts.
Mir fällt dazu ein, dass ein ehemaliger Freund so ein richtiger Frauentyp gewesen ist (oder noch immer ist, keine Ahnung), der gerne jedes WE ne Neue abgeschleppt hat. Ich hab immer nicht verstanden, dass die Frauen tatsächlich glaubten, dass sie die Auserwählten sind, bei denen der Heini backen bleibt. Sicher gabs auch welche, die einfach nur ihren Spaß haben wollten. Aber die Meisten waren einfach nur naiv und leichtgläubig. Ich hab nie kappiert, warum die immer gleich mit dem in Kiste gehüpft sind, und sich dann wunderten, dass der am nächsten Tag weg war. *schulterzuck* *kopfschüttel*
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Nun ja nächste Woche geht er auf nen Junggesellenabschied. Hinterfragen ist bei mir natürlich wieder an oberster Stelle. Ich möchte ihn nicht ziehen lassen in dem ich ihm eine Szene mache, aber es ist schon nicht einfach für mich. Die Angst, dass er dort jemanden kennenlernen könnte oder das er jemanden findet die viel besser ist als ich, ist schon da.
Alleine bei dem Gedanken sträuben sich mir die Nackenhaare. Ich beneide Dich darum, dass Du so ‚gelassen’ (ich weiß, dass das Wort nicht den Tatsachen entspricht) damit umgehen kannst.
Zitat:
Ich denke "was man ziehen lässt, kommt auch wieder zu dir zurück".
Ich würde das sogar noch etwas ergänzen: „Was man ziehen lässt, kommt auch wieder gerne zu dir zurück“
Zitat:
Er hat spass und man sieht sich am anderen Tag wieder aber wenn diese Gefühle wieder da sind malt man sich die dollsten Dinge aus. Will es ihn aber nicht so spüren lassen. Ist schwer, aber ich muss es versuchen.
Ich wünsche Dir dafür ganz viel Kraft und dass der Tag für Dich nicht so schlimm wird!
Zusammenfassend möchte ich noch sagen, dass ich denke, dass Du ein gesundes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen hast, in einer harmonischen Beziehung lebst und vor allem Deinen Teil ganz dolle dazu beiträgst, dass es auch so bleibt. Ich glaube mehr kann Mann wohl kaum erwarten!
Was Deine große Verlustangst angeht, so hätte ich Dir gerne geholfen herauszufinden, vorher sie kommt. So wie es ausschaut, gibt es da bei Dir aber keinen besonderen Auslöser. Du wirst sie einfach weiter aushalten müssen, bis es Dir gelingt, das Vertrauen, dass Du in ihn hast, auch auf diesen ängstlichen Teil Deines Selbst zu übertragen. Auch dafür wünsche ich Dir alles Gute!!!
Wenn noch was ist, wobei ich vielleicht helfen, ich bin hier!
Lieber Gruß
Sven