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 Betreff des Beitrags: Re: angst den partner nicht mehr zu lieben :-(
BeitragVerfasst: 03.Feb.2012, 20:06 
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Registriert: 16.Okt.2010, 10:05
Beiträge: 94
hope1989 hat geschrieben:
achja, und das die Angst immer aus den unterschiedlichsten Dingen resultiert kenne ich auch nur zu gut, deshalb ist es auch so schwer daran zu arbeiten weil man eben den genauen Ursprung nicht heraus findet (zumindest ist es bei mir so), mal liegt es daran, mal daran......wenn ich wüsste was es konkret wäre könnte ich besser was dagegen tun!


Naja, ich weiß mittlerweile, woran es bei mir und meinem Freund liegt. Ich denk, dass zuerst einmal meine Bindungsangst Schuld war, dass nichts mehr gefühlt hab. Jetzt fühl ich wieder etwas und komm meistens mit der Nähe auch besser zurecht als noch vor Kurzem.

Was mir aber mit meinem Freund fehlt, ist die energetische Seite. Wir sind sehr verkuschelt, was ich ja an und für sich total mag, aber die Mann-Frau-Spannung existiert nicht mehr, obwohl, und das ist ja das Merkwürdige dran, der Sex mit ihm sehr gut ist.
Leider hat mein Freund derzeit (eigentlich seit Längerem) finanzielle Probleme, weil er stur ist, und keinen fixen Job annehmen will. Dann wär er ja gebunden, und das ist etwas, was ihm gar nicht behagt.
Und diese Situation macht ihm ganz schön zu schaffen, sodass er selbst meistens keinen Esprit aufbringt, was sich wiederum auf mich abfärbt.
Ich zieh mich dann auch zurück, weil ich den Eindruck hab, dass das Einzige, was uns zusammenhält, die Ausflüge in die Natur und das zuhause Kuscheln sind, was ich, wie gesagt, nicht missen will. Beruflich machen wir total unterschiedliche Sachen, und ich merk, wie ich mir in diesem Bereich Austausch mit meinem Partner wünschen würd.

Deshalb kommt bei mir immer wieder die Frage auf:
Reicht das für eine Beziehung? Hin- und wieder möcht ich etwas Aufregendes erleben, möchte von meinem Freund begehrt werden und umgekehrt, möchte meine Leidenschaften mit ihm teilen, mich von ihm mitreißen lassen, überrascht werden. Wenn ich mir dann versuch, meinen Freund und mich in diesen Rollen vorzustellen, dann hakt irgendwas. Ich kann mir uns nicht anders vorstellen als wir jetzt sind.

Meine Therapeutin hat gemeint, dass, wenn ich etwas Bestimmtes erleben will, ich es einfach tun und mich nicht immer abhängig von meinem Freund machen soll.

Und ich glaub, das ist der springende Punkt: Wir in diesem Forum, machen uns alle viel zu sehr abhängig von unseren Partnern. Das nennt man symbiotische Beziehung. Man leidet, wenn der andere leidet, man ist glücklich, wenn der andere glücklich ist, aber wo bleibt man selbst?


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 Betreff des Beitrags: Re: angst den partner nicht mehr zu lieben :-(
BeitragVerfasst: 04.Feb.2012, 02:07 
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Registriert: 01.Dez.2011, 20:21
Beiträge: 114
@Laminnie90

Es ist irgendwie beruhigend zu hören, dass es Menschen gibt die diese Art der Erkrankung gemeistert haben und jetzt irgendwie scheinbar glücklich sind. Ich freu mich schon ein paar gute Ratschläge hier zu lesen ;)

@lionne

Zitat:
ich habe auch dauernd angst mich in einen anderen verlieben zu können. schrecklich


das kommt mir erschreckend bekannt vor. Aber warum? Ich versteh das überhaupt nicht warum wir davor Angst haben o.O Wir sind ja schließlich irgendwie die Besitzer unserer Gefühle. Nur dieses ständige und krampfhafte Abblockverhalten ist ganz schön Nerven raubend.

@Landi

Über eine Verhaltenstherapie hab ich auch schon nach gedacht, da ich aber schwer davon ausgehe, dass irgendein Konflikt in der Kindheit mich so blockiert werde ich es jetzt mit Tiefenpsychologie versuchen. Die Therapuetin hat mir heute einen Antrag mit gegeben. Ich scheine also wirklich in irgendeiner Form krank zu sein. Geäußert hat sie sich dazu direkt aber leider immer noch nicht. Sie äußerte nur das ich quasi mal "über den Tellerrand schauen müsste", da ich geäußert hatte die Welt unglaublich rational, emotionslos, kalt und deren Menschen zu 90 Prozent negativ sehen würde. Naja, und das hat mich wieder mal erschreckt... dass mir andere Menschen auf der emotionalen Ebene einfach schlicht weg egal sind :( Solang sie mir kein Interesse zollen oder mich nicht Intelektuell unterhalten können, hab ich kein Interesse an ihnen. Als würde ich vor Emotionen weglaufen und mich am liebsten nur sachlich mit Menschen auseinander setzen -.-


@artphelia

Zitat:
Und ich glaub, das ist der springende Punkt: Wir in diesem Forum, machen uns alle viel zu sehr abhängig von unseren Partnern. Das nennt man symbiotische Beziehung. Man leidet, wenn der andere leidet, man ist glücklich, wenn der andere glücklich ist, aber wo bleibt man selbst?


Das kann ich so leider nicht bestätigen. Klar, wenn meine Freundin schlecht drauf ist bin ich auch schlecht drauf, aber das liegt eher daran das ich nicht weis was los ist bzw. ob ich irgendetwas falsch gemacht haben könnte. Bei mir spielt sich dann einfach ein Programm ab das sich in erster Linie darauf konzentriert das ICH daran Schuld bin das es ihr so schlecht geht. Manchmal macht mir das auch etwas zu schaffen. Schlimmer wird es nur wenn ich abschalte, keinen Bock hab und überhaupt nicht darauf reagiere bzw. schnell aufgebe. Ich bin mir scheinbar selbst so wichtig, das ich in der Annahme bin für alles die Schuld zu tragen und da das natürlich auf Dauer anstrengend ist, schalt ich lieber ganz ab.



Mir ist noch etwas aufgefallen. Meine erste Beziehung war meine schönste bisher. Das lag weniger an meiner Freundin, sondern eher an mir. Ich glaubte ernsthaft an die große Liebe, fand es realistisch das wir für immer zusammen bleiben würden und so weiter... Meine zweite Beziehung sah da schon anders aus. Sie war mir irgendwie etwas egal, die Gefühle waren sehr flach, aber ich hab keine Ausbruchversuche genommen oder ähnliches, geschweige denn mir über alles den Kopf zerbrochen. Da das auch mein erster "echter" sexueller Kontakt war, hatte ich nur Angst das sie schwanger werden könnte, da ich von ihr definitiv kein Kind wollte (geschweige denn, dass der Zeitpunkt auch etwas ungünstig gewählt wäre). Die Beziehung war irgendwie einfach nur ok. Allerdings war es auch das erste mal das ich erleichtert war, dass ich verlassen wurde. Als würde sie mir die Last abnehmen mich zu trennen, und die Schuld konnte ich damit auch gleich ihr in die Schuhe schieben. Und bei meiner dritten Beziehung war sie mir wirklich innerhalb von zwei Wochen (HALLO? Die Verliebtheitsphase ist doch nicht nach zwei Wochen schon vorbei?!?!) einfach völlig egal und ich hab im Affekt aufgrund einer Lappalie einfach per MSN Schluss gemacht. Drei Wochen später kamen die ersten Zweifel in mir auf. Einen echten Antrieb es nochmal zu versuchen gab es aber auch nicht. Und jetzt kommts: Einer der Begründungen die ich meinem besten Freund ablieferte war... TADA sie zeigte mir einfach zu viele Gefühle und ich konnte damit wohl schlecht umgehen. Worauf ich hinaus will: Ich bin unglaublich rational geworden und hab mich in meiner kleine Welt verkapselt und versuche alles zu ergründen. Emotionen kann man aber nicht rational erklären und so steh ich mir schon mein ganzes Leben lang (vermutlich) selbst im Weg.


Gruß


Loveless



P.S.

Achja, sry für diesen ewig langen Roman ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: angst den partner nicht mehr zu lieben :-(
BeitragVerfasst: 04.Feb.2012, 11:10 
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Registriert: 23.Jun.2011, 21:04
Beiträge: 60
Guten morgen,
@hope1989: sorry das ich jetzt erst antworte, stecke gerade im prüfungsstress.
Ich studiere in leipzig und hier gibt es in der uniklinik ein ambulanzzentrum. Speziell auch für zwänge. Ich wusste ja schon, das ich auch andere zwänge habe und bin dann vor einem jahr hin und habe mir einen termin geholt. Auf den termin musste ich dann bestimmt 5 monate warten aber wenn man dann einmal in behandlung ist bekommt man schneller termine. Bin dort sehr zufrieden. Ärzte und psychologen arbditen zusammen. Hab regelmäßige arzt termine und einmal die woche gruppentherapie. Die ärzte und psychologen sind alle auf zwänge spezialisiert. Das mit der gruppentherapie ist sozusagen das standartprogramm aber ich häte selber nicht gedacht das ich da mal gerne hingehen werde :-).


Sind eure psychologen auch auf zwänge spezialisiert?

Liebe grüße:-)


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 Betreff des Beitrags: Re: angst den partner nicht mehr zu lieben :-(
BeitragVerfasst: 04.Feb.2012, 15:58 
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Registriert: 13.Feb.2011, 15:25
Beiträge: 188
Eine Frage an Euch:

Seid ihr nachts mal aufgewacht und das erste was euch in den Kopf geschossen ist: Mein Leben ist zerstört und es wird nie wieder wie es noch vor einem Jahr war? :cry:

Es ist echt zum heulen! Sorry musste ich los werden.

Lg


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 Betreff des Beitrags: Re: angst den partner nicht mehr zu lieben :-(
BeitragVerfasst: 04.Feb.2012, 18:11 
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Registriert: 16.Okt.2010, 10:05
Beiträge: 94
Schneckchen_1983 hat geschrieben:
Eine Frage an Euch:

Seid ihr nachts mal aufgewacht und das erste was euch in den Kopf geschossen ist: Mein Leben ist zerstört und es wird nie wieder wie es noch vor einem Jahr war? :cry:

Es ist echt zum heulen! Sorry musste ich los werden.

Lg


definitiv!!!


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 Betreff des Beitrags: Re: angst den partner nicht mehr zu lieben :-(
BeitragVerfasst: 04.Feb.2012, 20:00 
Offline

Registriert: 18.Apr.2011, 15:42
Beiträge: 452
Schneckchen_1983 hat geschrieben:
Eine Frage an Euch:

Seid ihr nachts mal aufgewacht und das erste was euch in den Kopf geschossen ist: Mein Leben ist zerstört und es wird nie wieder wie es noch vor einem Jahr war? :cry:

Es ist echt zum heulen! Sorry musste ich los werden.

Lg



Nachts nicht, aber morgens und das regelmäßg :roll:


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 Betreff des Beitrags: Re: angst den partner nicht mehr zu lieben :-(
BeitragVerfasst: 04.Feb.2012, 21:36 
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Registriert: 13.Feb.2011, 15:25
Beiträge: 188
Das ist echt die Hölle...

Morgens hab ich das schon auch, aber so nachts damit aus dem Schlaf gerissen zu werden ist der blanke Horror!

Es ist einfach beschissen zur Zeit. Das mit den anderen Männern ist so ätzend, vor allem wenn man die auch noch in der selben Clique hat und oft sieht. Die nerven mich eigentlich aber trotzdem ist ständig die Angst da, die konnten mir doch gefallen.ich mag nicht mehr und jetzt gehen wir auch noch mit der Clique bowlen, würd am Liebsten daheim bleiben!

:(


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 Betreff des Beitrags: Re: angst den partner nicht mehr zu lieben :-(
BeitragVerfasst: 05.Feb.2012, 10:53 
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Registriert: 13.Jan.2012, 15:17
Beiträge: 137
Hallo:-)

@ Schneckchen: Dein Beitrag mit dem Sex kam mir sehr bekannt vor hätte auch von mir sein können. Ich traue mich überhaupt nicht mehr mit meinem Freund zu schlafen, weil ich angst habe es könnte mir nicht gefallen und ich kann mich dabei auch nicht entspannen. Danach geht es mir auch meist sehr schlecht obwohl wir dabei vorher nie probleme hatten. Ich hatte dabei auch schon Panikattacken. Ich dachte schon ich bin damit alleine. Also mach dich nicht verrückt sind wir halt zusammen ein bisschen bekloppt;-)

@sweet shai: Ich finde das mit deiner Gruppentherapie sehr sehr interessant. Würde sowas auch gerne machen. Aber ich trau mich bis jetzt ja noch nicht mal zu einer normalen Therapie aus Angst die Therapeutin könnte mir sagen es sind keine Zwangsgedanken und es ist alles weg wenn ich mich einfach von meinem Freund trennen würde. Aber ich denke iwann muss ich mich dazu durchringen, weil ich glaub anders komm ich da nicht raus.

Das mit dem sich in andere verlieben ist für mich meist das schlimmste. Bin momentan ja in der Ausbildung und habe die Abteilung gewechselt und der Abteilungsleiter ist ein jüngerer Mann und wir verstehen uns ganz gut aber er ist überhaupt nicht mein Typ. Jetzt trau ich mich nicht mehr mit ihm zu reden aus angst ich könnte mich in ihn verlieben. Genauso jemand gibt es in meiner klasse. Aber ich muss überhaupt nicht an diese Personen denken wenn sie nicht da sind. aber trotzdem hab ich angst. Das macht mich echt verrückt!

Kennt ihr das auch, dass ihr euren Freund manchmal richtig komisch findet als würdet ihr ihn überhaupt nicht kennen. Das finde ich auch sehr schlimm. Ich denke sogar manchmal, dass ich ihn in den letzten fünf jahren nie geliebt habe und mir das jetzt erst aufgefallen ist. Aber ich weiß dass das nicht stimmt...einfach komisch.

Lg


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 Betreff des Beitrags: Re: angst den partner nicht mehr zu lieben :-(
BeitragVerfasst: 05.Feb.2012, 14:25 
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Registriert: 31.Jul.2011, 13:27
Beiträge: 38
Ach ihr sprecht mir immer so aus dem Herzen.

Bsp Freund sieht anders aus: Das ist ein typisches Symptom der Zwangsgedanken, Angststörung oder Depression. Nennt sich im Fachjargon Depersonalisation. Man nimmt die Umwelt nicht mehr wirklich real wahr. Sie wirkt irgendwie grauer, bedrohlich. Die Gesichtszüge meines Partners werden z.B. härter und regelrecht schwarz. Er wirkt dann fast diabolisch. Ich hatte das mal meiner Thera erzählt und sie sagte sofort: "Er wirkt dann fast nicht real, richtig?" Ja, das traf es genau. Eben depersonalisiert.

Thema Se.x.: mein Steckenpferd. Seit ein paar Jahren kann ich Se.x. nur haben, wenn wir uns sozusagen verabreden. Spontant geht gar nicht. Ich fühle mich dann total überrumpelt und habe Angst die Kontrolle zu verlieren. Ich spanne dann auch an und bin regelrecht bewegungsunfähig. Mir tut mein Partner schon so leid, dass er das so erträgt. So haben wir uns auf einen Tag in der Woche geeinigt, wo wir es versuchen. Vorbereitet sozusagen. Mir hilft es, ich bin dann entspannter und ich merke dann auch wie sehr auch ich diese Nähe brauche. Ich wäre gerne wieder spontaner, aber es ist sooooooo schwer.

Bei mir wurde übrigens eine generalisierte Angststörung diagnostiziert. Und in den schlimmen Phasen kommen dann diese Zwangsgedanken. Ich mache jetzt seit 2009 eine tiefenpsychologische Psychotherapie (eine vorherige Verhaltenstherapie hat mir gar nicht geholfen, eher das ganze noch verschlimmert). Wir machen jetzt demnächst dann weiter mit Psychoanalyse, um gerade dieser Kontrollverlustangst entgegenzuwirken. Mir hilft die Therapie sehr und ich habe schon viel gelernt. Kann mit meinen Ängsten besser umgehen. Vor allem wurde ich mir bewusst, dass ich nunmal Angst habe, sie gehören zu mir und ich lernen muss mit ihnen zu leben. Sie wahrzunehmen, aber nicht übermächtig werden zu lassen.

Medikamente nehme ich übrigens auch. Mir haben sie bisher immer gut geholfen. Gerade weil ich ganz schwere Schlafstörungen habe. Mit dem Medi zur Nacht schlummer ich friedlich. Ein gesunder Schlaf ist so essentiell. Und das Tages-AD nimmt mir die Angstspitzen. Ich bin dann insgesamt etwas ruhiger, weniger ängstlich.


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 Betreff des Beitrags: Re: angst den partner nicht mehr zu lieben :-(
BeitragVerfasst: 05.Feb.2012, 17:54 
Offline

Registriert: 01.Dez.2011, 20:21
Beiträge: 114
angst36 hat geschrieben:
Bsp Freund sieht anders aus: Das ist ein typisches Symptom der Zwangsgedanken, Angststörung oder Depression. Nennt sich im Fachjargon Depersonalisation. Man nimmt die Umwelt nicht mehr wirklich real wahr. Sie wirkt irgendwie grauer, bedrohlich. Die Gesichtszüge meines Partners werden z.B. härter und regelrecht schwarz. Er wirkt dann fast diabolisch. Ich hatte das mal meiner Thera erzählt und sie sagte sofort: "Er wirkt dann fast nicht real, richtig?" Ja, das traf es genau. Eben depersonalisiert.



So, krass hab ich das noch nicht wahr genommen, aber ich hab manchmal das Gefühl von meiner Freundin (gerade oft beim telefonieren) emotional total entfernt zu sein. Es ist ein drückendes Gefühl und sie weis nicht was mit mir los ist. Als wär sie einfach nicht meine Freundin sondern irgendjemand Fremdes mit dem ich telefoniere. Manchmal hilft mir ein Bild von ihr anzuschauen oder ähnliches um mich da raus zu holen, aber das macht mich am meisten fertig. Als würde mir sowas wie ein inneres Bild von meiner Freundin fehlen auf das ich quasi innerlich drauf gucken kann und mich darüber freue das es sie gibt...


Eine Frage hätte ich noch an euch: seit ihr Rationalisten oder meint ihr eine sehr schwach ausgeprägte emotionale Seite zu besitzen? Ich hab bei mir immer mehr das Gefühl als würde dieser Teil meiner Persönlichkeit fehlen, als hätte ich irgendwann mal meine Gefühle eingesperrt um nichts Trauriges empfinden zu müssen (vielleicht)... Ich kann auch nicht einfach irgendetwas scherzhaft aufnehmen, sondern muss es sofort total ernst nehmen, als würde ich manchmal einfach keinen Spaß verstehen. Vor allem im Bezug auf meine Freundin. Sie macht einen Scherz wie: "Wenn du nicht aufräumst komm ich nicht" (mit einem lachen) und ich fress das gleich in mich rein und bin gleich stinkig. Was läuft mit mir oder besser gesagt uns schief?

Mir ist grade auch noch etwas eingefallen das ich mal bei der nächsten Therapiestunde ansprechen werde:

Als sich meine erste große Liebe von mir getrennt hatte, haben wir uns nach einiger Zeit auf einer Sylvesterparty wieder getroffen und ein bisschen geredet. Es war ein nettes und freundliches Gespräch und ich hatte nicht das Gefühl das ich total traurig wäre das ich nicht mehr mit ihr zusammen bin. Nach dem Gespräch ist die Stimmung gekippt bei mir. Ich hab einen damals guten Freund wegen eines schlechten antisemitischen Witzes angeschnauzt, das er sich darüber mal Gedanken machen sollte was da passiert ist bla bla... der Witz entsprach auch überhaupt nicht seiner Einstellung und war auch viel mehr sarkastisch gemeint. Ein "HoHo, der war aber ganz schön böse"-Witz eben. Ohne weiter politisch zu werden ;) Ich bin total ausgetickt und die Gastgeberin wollte mich darauf raus schmeißen, wenn ich mich nicht wieder zu rück nehme. Ich hab angefangen zu flennen wie ein Baby (eindeutig Regression) und wusste eigentlich überhaupt nicht wirklich warum, für mich sah es so aus als wäre es deswegen gewesen. Alle anderen haben aber gesagt es wäre deswegen gewesen weil ich mit meiner Ex geredet hätte... Irgendwie wirkt das immer plausibler. Als hätte ich an meinem Kumpel irgendeinen Druck ausgelassen, der eigentlich an meine Ex gerichtet war (Projektion). Das macht mich wieder nachdenklich. Ich scheine ständig zu projizieren. Kommt euch das evtl. irgendwie bekannt vor?

Meine Therapeutin hat jetzt auch endlich mal angesprochen das sie vermutet das es etwas unterbewusstes zu sein scheint was mich belastet und ich da mit Rationalität kaum ran kommen kann, aber das hab ich ja in einem vorigen Eintrag schon beschrieben...

Gruß


Loveless


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