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Hallo, ich bin nun an einem Punkt angekommen wo ich nicht weiß wie ich weitermachen soll.

Ich wohne derzeit bei einer Freundin und ihrem Mann, das hatte ich schon in meinem anderen Beitrag erwähnt.

Ich bin die letzen Tage immer mal wieder nach Hause zu mir gefahren. Aber in meiner Stadt und in meiner Wohnung fühle ich mich einfach nicht mehr wohl. Ich frage mich wie ich da leben konnte, ohne Angst zu haben. Ich bin dort hin gezogen damit ich es nicht so weit zur Arbeit habe. Einige meiner Kolleginnen wohnen dort auch. Wir verstehen uns super und machen auch privat etwas miteinander. Dennoch wohnt dort niemand meiner Freunde. Zu meinen Eltern habe ich wenig Kontakt da meine Mutter ebenfalls psychisch krank ist und mich das alles nur noch mehr runterzieht.

Ich denke mir die ganze Zeit, du bist nun 31 und hast irgendwie nichts auf die Kette bekommen. Andere haben Familie gegründet und wenn das nicht der Fall ist, dann haben sie wenigstens Eltern auf die sie bauen können und sich nicht alleine fühlen müssen. Ich habe weder noch. Auch finanziell habe ich nichts zur Seite legen können.

Ich sehe momentan nichts lebenswertes an meinem Leben. Ich fühle mich ständig unwohl. Egal was ich mache. Ich habe diese lebensangst. Ich muss doch auch bald irgendwie wieder arbeiten gehen.

Ich weiß nicht weiter. Am Dienstag bin ich das dritte mal bei dem Therapeuten. Weiß nicht wie mir das alles helfen soll. Ich stelle meine ganze Vergangenheit in Frage.

Kann mir jemand einen Rat oder einen Tipp geben? Wie soll ich weiter vorgehen?

Wünsche euch allen einen schönen Sonntag!

29.11.2015 12:59 • 03.03.2016 #1


180 Antworten ↓


Hotin
Hallo Sarahhau,

Zitat:
Ich weiß nicht weiter. Am Dienstag bin ich das dritte mal bei dem Therapeuten. Weiß nicht wie mir das
alles helfen soll. Ich stelle meine ganze Vergangenheit in Frage.


Es kommt schon mal vor, dass man über eine längere Zeit nicht weiter weiß.
Nur, Deine Vergangenheit darfst Du auf keinen Fall in Frage stellen.
Damit machst Du alles nur schlimmer.

Zitat:
Wie soll ich weiter vorgehen?


Bitte mach das, was Du jetzt angefangen hast. Gehe zu Deinem Therapeuten.
Rede möglichst ehrlich mit ihm über das, was Dich belastet. Auch wenn es weh tut.
Alles was Du ihm erzählst bleibt nur bei euch beiden. Darauf kannst Du vertrauen.
Benutze Deinen Therapeuten wie einen Spiegel. Er macht nichts mit Dir. Er verändert Dich auch nicht und
erst recht kann er nicht in Deinen Kopf hinein schauen.
Ein guter Therapeut spiegelt Dir nur das, was er glaubt über Dich zu sehen.
Das höre Dir bitte genau an und dann entscheide, ob Du genau so sein möchtest.
Oder verändere etwas, damit andere Dich und das was Du tust und sagst so sehen,
wie Du verstanden werden möchtest.

Schaffst Du das, oder ist das zu schwierig beschrieben?
Vor einem Therapeuten darfst Du nie Angst haben. Du bist die Chefin in den Gesprächen.

Viele Grüße

Hotin

29.11.2015 15:03 • x 1 #2



Wie soll es weitergehen?

x 3


Ich habe keine Angst vor ihm. Er sagte mir dass es mir wohl sehr wichtig sei was andere über mich denken. Nun weiß ich es, aber was fange ich damit an. Er hört ziemlich viel zu. Ist meiner Meinung nach sehr vorsichtig. Ich weiß nicht ob das so gut ist. Er provoziert mich auch nie.

29.11.2015 15:33 • x 1 #3


Gute familiäre Kontakte sind natürlich gut, wenn man psychische Probleme hat, aber sie sind kein allwirksames Heilmittel dagegen, es gibt auch genug Leute die depressiv in ihrem Familienheim hocken und mit den Anforderungen die die Kinder stellen völlig überfordert sind. Gesunde soziale Kontakte kann man sich auch ausserhalb der Familie suchen.

Selbes gilt für Geld, Karriere, Kinder, das sind keine automatischen Glücklichmacher, auch wenn die Werbung das so suggerieren mag.

Du machst dir was vor, wenn du glaubst, dass wenn du nur x, y oder z hättest, du dann keine psychischen Probleme hättest. Du leidest unter den ganz normalen emotionalen Problemen die mit einer Depression kommen. Die Wohnung ist objektiv betrachtet völlig okay, ebenso ist Singlesein objektiv keine Lebensweise die unweigerlich depressionsauslösend ist, genauso wenig ist es nciht depressionsauslösend, wenn man nicht genug verdient um sich grössere Summen zusammenzusparen. Wenn du dich nun noch weiter emotional runterziehst, indem du ständig darüber grübelst, welchen gesellschaftlichen Konventionen dein Leben nicht entspricht (Kinder, Familie, Karriere, Geld), dann machst du dich ganz einfach nur per eigener Gedankenaktivität noch depressiver


Bitte besprich das alles mit deinem Therapeuten!

29.11.2015 15:33 • #4


Zitat von Sarahhau:
Ich habe keine Angst vor ihm. Er sagte mir dass es mir wohl sehr wichtig sei was andere über mich denken. Nun weiß ich es, aber was fange ich damit an. Er hört ziemlich viel zu. Ist meiner Meinung nach sehr vorsichtig. Ich weiß nicht ob das so gut ist. Er provoziert mich auch nie.



Was ist denn das für ein Therapieverfahren?

29.11.2015 15:36 • #5


Ja, das habe ich ihm schon alles gesagt. Er fragte mich dann was ein Partner für mich bedeutet und ich sagte Sicherheit. Daraufhin sagte er, dass es vielen so geht. Aber wie soll mich das weiterbringen?

Ich bin in mir drinnen so unendlich leblos. Das ist nicht schön. Mir graut es vor heilig Abend.

29.11.2015 15:39 • #6


Verhaltenstherapie

29.11.2015 15:39 • #7


Im letzten Gespräch sagte ich ihm, dass ich manchmal das Gefühl habe, dass ich mein altes ich vor dem was passiert, also die Trennung, warnen müsste. Ich denke dann also, dass ich mit meinem alten Leben weiterlebe und mein jetziges ich, dieses alte ich warnen müsste. Kann mir jemand folgen? Er hat mich da glaube ich nicht so recht verstanden...

29.11.2015 15:48 • #8


Icefalki
Weißt du was im Leben manchmal so schwieriger ist. Es anzunehmen.

Im Moment fühlst du dich allein. Aber bist du das wirklich..du hast eine Freundin, die dich aufgenommen hat. Zählt die nicht? Oder deine Kolleginnen, die super sind?

Dann hast du eine Arbeit. Ich finde, das solltest du dir mal ansehen.

Natürlich hast du ne depri und Angst. Aber es ist Blödsinn, auf andere zu schauen und sich als Versager zu fühlen. Das macht es nur noch schlimmer.

Ja, manchmal heißt es tiefe Täler durchschreiten zu müssen, aber umsomehr kannst du später die Sonne genießen.

Darum gehst du ja jetzt in Therapie und sie hat ja erst begonnen.

Übrigens ist gerade eine schlechte Jahreszeit. Vielleicht kannst du dir so eine Lampe besorgen, die bei depressionen helfen kann..Google das mal, ich weiß jetzt nicht, wie die genau heißen.

29.11.2015 20:05 • #9


Ja, doch meine Freundin zählt natürlich! Ich sehe bloß alles dunkel und trüb. Ich werde mal nach dieser Lampe svhauen

29.11.2015 20:48 • #10


Hotin
Hallo Sarahhau,

Zitat:
Nun weiß ich es, aber was fange ich damit an. Er hört ziemlich viel zu. Ist meiner Meinung nach sehr
vorsichtig. Ich weiß nicht ob das so gut ist. Er provoziert mich auch nie.


Es ist gut, wenn Dein Therapeut viel zuhört. Dies sollte Dir Gelegenheit geben,
Deine eigenen Ziele und Wünsche auszusprechen und damit wieder zu finden.
Warum soll er Dich provozieren? Könntest Du in Deiner jetzigen Situation damit umgehen?

Ja, das habe ich ihm schon alles gesagt. Er fragte mich dann was ein Partner für mich bedeutet
und ich sagte Sicherheit.

Aber wie soll mich das weiterbringen?
Ich bin in mir drinnen so unendlich leblos. Das ist nicht schön. Mir graut es vor heilig Abend.

Eine sehr schöne Aussage von Dir. Wie Du sehen kannst, bist Du überhaupt nicht leblos innen drin.
Du weißt ja genau was los ist. Würdest Du etwas ändern und verbessern, wenn Du was erkennen
würdest, was Du offensichtlich falsch machst?

Du sagst Dir fehlt ein Partner, um Dich sicherer zu fühlen. Das scheint ein riesen Denkfehler von Dir zu sein.
Natürlich kannst Du zusätzliche Sicherheit über einen Partner bekommen. Deswegen suchen wir alle
überall Freunde und Partner, die uns unser Verhalten spiegel und uns damit stützen helfen.
Dies ist aber nur ein kleiner Teil.
Sicherheit holt der Mensch hauptsächlich aus sich selbst heraus.
Und jetzt zur Lösung Deines Problemes.
Was kannst Du tun, damit Du Dir selbst wieder mehr Sicherheit gibst?
Fällt Dir dazu etwas ein?

Ich bin gespannt auf Deine Antwort.

Viele Grüße

Hotin

30.11.2015 17:31 • #11


Da fällt mir leider nichts ein. Wie soll ich mir Sicherheit geben? Weiß nicht wie.

Nein, ich könnte wahrscheinlich nicht damit umgehen.

Ob ich etwas verändern würde wenn ich sehen würde dass ich was falsch mache? Ich sehe ja nicht was ich falsch mache. Oder doch? Dass ich denke ich bin nur mit Partner sicher...? Aber ich kann meine Denkweise diesbezüglich nicht ändern.

Gerade denke ich mir, besser kein Partner, da ich mich so schnell emotional abhängig von jemandem mache. Und wenn derjenige geht, dann falle ich! Das ist ja auch der Grund weswegen ich momentan in dieser Situation bin.

Hmm, wie ändere ich das? Ich weiß es nicht. Ich denke ja quasi schon mein Leben lang so. Wie soll ich meine Gedanken oder Gefühle ändern?

Ich muss an mir arbeiten... Aber wie weiß ich nicht

30.11.2015 17:46 • x 1 #12


Hotin
Hallo Sarahhau,

Zitat:
Ob ich etwas verändern würde wenn ich sehen würde dass ich was falsch mache? Ich sehe ja nicht was
ich falsch mache. Oder doch? Dass ich denke ich bin nur mit Partner sicher...? Aber ich kann meine
Denkweise diesbezüglich nicht ändern.


So, so Du glaubst wirklich, Du kannst deine Denkweise nicht ändern? Warum
Gibt Dir das Sicherheit, so wie immer zu denken?
Macht es Dich schwach und unsicher neues zu denken?

Zitat:
Gerade denke ich mir, besser kein Partner, da ich mich so schnell emotional abhängig von jemandem mache.
Und wenn derjenige geht, dann falle ich! Das ist ja auch der Grund weswegen ich momentan in dieser Situation bin.


Ha, ha, Du kannst es ja doch. Einen Partner kannst Du schon suchen. Nur nicht für Deine Sicherheit, sondern
um viel mit im zu teilen. Zeit gemeinsam zu verbringen.
Nicht für Deine Sicherheit.
Sagte ich doch Du weißt alles selbst. Prima.

Zitat:
Hmm, wie ändere ich das? Ich weiß es nicht. Ich denke ja quasi schon mein Leben lang so.
Wie soll ich meine Gedanken oder Gefühle ändern?


Deine Gedanken solltest Du ändern. Deine Gefühle kannst Du nicht ändern. Die
kannst Du nur laut und leise stellen, immer so, wie Du das brauchst.
Ich muss gleich zur Arbeit.
Wenn Du möchtest, reden wir ein anderes mal weiter.


Viele Grüße

Hotin

30.11.2015 18:34 • #13


Bin nun auf dem Weg zur Therapie. Mit der Bahn. Und ich fühle mich hilflos. Hier alleine in der Welt. Ich hasse dieses empfinden. Ich denke die ganze Zeit: was ist wenn dir gleich was passiert? Was ist wenn dich jemand anfährt wenn du über die Straße gehst? Was ist wenn ich vergewaltigt werde? Wenn mir jemand folgt?

Herr je, es soll aufhören! Ich will normal leben!

01.12.2015 14:03 • #14


Wo kommen diese Ängste her? Bin ich vielleicht in meiner Kindheit missbraucht worden? Ich kann mich an so etwas nicht erinnern. Aber wieso habe ich dann so mit Ängsten zu tun wenn ich das nicht wurde?

01.12.2015 14:05 • #15


Wieso schreibt niemand was?

02.12.2015 19:04 • #16


Hotin
Hallo Sarahau,

Zitat:
Wo kommen diese Ängste her?


Genau kannst Du das eigentlich nur selbst heraus finden.
Ängste sind Gefühle, die Du selbst laut und leise stellen kannst. Du scheinst sie
aber gar nicht selbst beeinflussen zu wollen.

Versuche bitte mal zu verstehen, was in Dir drinnen überhaupt abläuft.
So lange Dir das nicht bewusst ist, wird es nicht besser werden.

agoraphobie-panikattacken-f4/schlimme-zwangsgedanken-befuerchtungen-t68592-20.html#p867924

Kannst Du mit dieser Beschreibung etwas anfangen?
Oder wie erklärst Du dir, was Angst ist?

Viele Grüße

Hotin

03.12.2015 08:07 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Danke! Ich erkläre mir ein gesundes Maß an Angst für hilfreich. Aber mein Maas ist nicht gesund. Es macht mich krank. Die Angst macht mich arbeitsunfähig, sie schafft es, dass ich nicht alleine zu Hause schlafen kann. Sie schafft es, dass ich mich total beschissen fühle und nicht mein altes Leben führen kann. Sie hat es geschafft, dass ich depressiv geworden bin. Sie schafft es, dass ich nichts mehr auf die Reihe bekomme. Sie schafft es, dass ich bei Messern denke, ich Dreh gleich durch und ersteche jemanden damit.

Das ist so schei.! Was soll daran gut sein? Wovor will sie mich warnen? Sie macht mir mein Leben schwer, fast unmöglich!

Ich weiß dass Angst sinnvoll und nötig ist, weiß aber nicht wie ich sie regulieren soll.

Ich soll nun anstatt mirtazapin abends quetiapin nehmen. Morgens nehme ich escitalopram. Hat jemand Erfahrung mit dem quetiapin?

03.12.2015 22:39 • x 1 #18


Hotin
Hallo Sarahau,

Zitat:
Ich erkläre mir ein gesundes Maß an Angst für hilfreich. Aber mein Maas ist nicht gesund. Es macht mich krank.

Was Du geantwortet hast, ist sicher richtig. Es ist aber nicht eine Antwort auf meine Frage. Oder wie
erklärst Du Dir, was Angst ist?

Zitat:
Das ist so schei.! Was soll daran gut sein? Wovor will sie mich warnen? Sie macht mir mein Leben schwer,
fast unmöglich!


Deine Angstgefühle wollen Dich meistens gar nicht warnen. Das war früher einmal.
Du hast sie nicht erzogen. Und jetzt tanzen sie in Dir wie ungezogene Kinder.
Wie würdest Du denn mit Kindern umgehen, die nur schreien, lärmen und Dich anspucken? Fällt Dir dazu etwas ein?

Zitat:
Ich weiß dass Angst sinnvoll und nötig ist, weiß aber nicht wie ich sie regulieren soll.
Sie schafft es, dass ich nichts mehr auf die Reihe bekomme.


Das solltest Du so nicht sehen. Nicht Deine Angst schafft es, dass Du nichts mehr auf die Reihe bekommst.
Du entscheidest das jeden Tag freiwillig selbst neu.

Wenn Du zum Beispiel Angst vor Spinnen hättest, solltest Du auch nicht sagen.
Die Spinnen zwingen mich immer aus Angst vor ihnen auf einen Stuhl zu steigen.
Die Spinnen können nämlich überhaupt nichts dafür. Du selbst entscheidest dann in Deinem Kopf,
das Du vor Spinnen Angst haben willst.

Wenn ich nun Angst vor Spinnen hätte. Was würdest Du mir empfehlen?
Einen Nervenzusammenbruch zu kriegen? Oder fällt Dir dazu etwas besseres ein?

Als kleine Gedankenhilfe. Ist Dir schon mal aufgefallen, dass Du immer weniger entscheidest, je mehr
Angst Du spürst?
Das kannst Du langsam wieder umdrehen. Treffe wieder Entscheidungen für Dich. Und wenn
Deine Gefühle wieder merken, was Du entscheidest und wo Du im Leben hin willst, werden sie Dich auch
nicht mehr so ärgern.
Geärgert werden immer nur die Menschen, die sich ärgern lassen.

Viele Grüße

Hotin

04.12.2015 07:38 • #19


Aber was ist das für ein Leben? Nicht alleine in meiner Wohnung sein zu können. Viele raten mir mich stationär aufnehmen zu lassen. Das möchte ich aber gar nicht. Ich möchte alleine klar kommen. Ich möchte mich endlich wieder wohlfühlen.

Wie erziehe ich meine Angst denn?

04.12.2015 15:36 • #20



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