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Diese Einsamkeit frisst mich zur Zeit auf und ich habe kaum noch Kraft, irgendwas zu unternehmen. Lag die letzten drei Tage fast nur im Bett und hab meine Zeit vertrödelt. Irgendwie hab ich mir diesen Sommer anders vorgestellt. Ja, ich wollte mich ändern, viele neue Freunde finden, meine freie Zeit genießen, an mir arbeiten. Und was ist drauß geworden? Nichts, ich habe einfach keine Kraft mehr und auch keinen Willen mich weiter zu quälen.

Wie fing es an? Anfang des Jahres hab ich den Entschluss gefasst, bestmöglichst an mir zu arbeiten. Davor war ich ziemlich fertig wegen der Trennung von einer Person, die mir so viel bedeutet hat wie zuvor noch keine andere Person. Hab im Dezember 2008 eigentlich auch nur so vor mich hinvegetiert, aber der Jahreswechsel hat mir dann wieder neuen Mut gegeben, mich aufzuraffen und zu versuchen, neue Kontakte zu knüpfen. Das ging eigentlich auch recht gut los. Hab mich mit neuen Leuten getroffen, habe Spieleabende organisiert, mich zu Stammtischen getroffen, Festivals mit unbekannten Leuten besucht, war oft unterwegs. Man kann sagen, dass ich mich aus meinem Schneckenhaus getraut habe und für meine Verhältnisse viel geschafft habe. Soweit so gut...

Nun ist ein halbes Jahr rum und was haben mir die ganzen Mühen gebracht? Kurz gesagt: Kaum etwas bis garnichts. Ich habe mich zwar mit vielen neuen Leuten getroffen, aber bei vielen bestand dann wohl auch kein Interesse mehr an weiteren Kontakten. Wahrscheinlich bin ich einfach zu langweilig? Selbst bei Leuten, mit denen ich mich viermal getroffen habe und wo ich dachte, dass es eigentlich gut läuft, weil man sich auch einiges anvertraut hat, die melden sich einfach nicht mehr. Nix, da wird sich einfach nicht mehr auf meine Nachrichten gemeldet. Das kam jetzt bei explizit drei Leuten vor. Dann ist mein langjährigster Freund hier in Dresden in eine andere Stadt gezogen und ein anderer Freund, mit dem ich mich gut verstanden habe und viel unternommen habe, ist auch weggezogen. Mit einer guten Freundin hab ich mich letzte Woche verkracht. Tja, mein Freundeskreis ist also wieder zusammengeschrumpft. Hab jetzt sogar noch weniger Freunde wie zu Beginn des Jahres.

Wie ist der aktuelle Stand? Freunde hab ich nun hier vor Ort keine mehr. Aus meinen Versuch neue Leute kennenzulernen sind jetzt noch drei Personen übriggeblieben, mit denen ich weiterhin Kontakt halte. Aber bislang würde ich das noch als Bekanntschaften bezeichnen. Vielleicht ergibt sich da in Zukunft noch mehr. Abgesehen von den drei Bekanntschaften war es das aber auch schon. Im Prinzip vermisse ich auch täglich noch die Person, die ich zum Ende des letzten Jahres verloren habe. Sie hat mich einfach durch jemand anderen ersetzt, hat dann den Kontakt mit mir auch nicht mehr weiter gesucht und mich immer vertröstet. Warum kann ich sie nicht einfach so ersetzen? Ich will sie nicht mehr vermissen und mich schlecht fühlen und vor Eifersucht manchmal durchdrehen. Mit meiner Familie verstehe ich mich auch nicht so gut, so dass ich da auch keinen Halt finden werde.

Wie soll es denn jetzt nur weitergehen? Hab mich das letzte halbe Jahr echt bemüht, aber nun hab ich auch keine Kraft mehr. Pläne gibt es schon noch, aber ich packe es derzeit nicht, diese anzugehen. Wozu auch Pläne, wenn es niemanden gibt, mit dem ich die teilen könnte. Ich will die Zeit jetzt auch nicht verschwenden. Jetzt bin ich noch jung (24) und kann viele Dinge ändern. Nur wie komme ich aus dem Loch wieder heraus? Wieso mag mich keiner? Ja, ich bin wohl zu distanziert, kein Selbstwertgefühl, zu ruhig. Halten deshalb auch Beziehungen bei mir nur so eine kurze Zeit?

Bin echt verzweifelt. Weiß einer guten Rat? Kommt jemand aus Dresden und will sich vielleicht mal treffen?

07.07.2009 07:11 • 13.07.2009 #1


21 Antworten ↓


Hallo Strangeways,

ich kann Ihnen natürlich keine Freunde anbieten, aber vielleicht hilft Ihnen ein Wechsel ihrer Perspektive um zu erkennen, wie Sie sich verändern und damit zufriedener durchs Leben gehen können.

Ich möchte gerne etwas detaillierter auf Ihren Beitrag eingehen.
Zitat von Strangeways:
Diese Einsamkeit frisst mich zur Zeit auf und ich habe kaum noch Kraft, irgendwas zu unternehmen. Lag die letzten drei Tage fast nur im Bett und hab meine Zeit vertrödelt. Irgendwie hab ich mir diesen Sommer anders vorgestellt. Ja, ich wollte mich ändern, viele neue Freunde finden, meine freie Zeit genießen, an mir arbeiten. Und was ist drauß geworden? Nichts, ich habe einfach keine Kraft mehr und auch keinen Willen mich weiter zu quälen.


Zuerst einmal eines vorweg: Sie sind nicht der Einzige. Statistisch gesehen sind heute viele Menschen einsam, vor allem in großen Städten. Was mag das für Sie heißen? Sie sind nicht alleine in Ihrer Situation. In Dresden gibt es unzählige Menschen die einsam sind und die sind nicht mehr oder weniger anders als Sie. Es sind normale, im Leben stehende Menschen, wie vielleicht Sie es sind, die genau Ihr Problem teilen.

Ich finde es gut, wenn Sie schreiben, das Sie sich ändern wollen. Das ist der erste Schritte. Manchmal muss man die Zielformulierung anpassen. Freundschaften aufzubauen ist ein eher mittel- bis langfristiger Prozess. Freundschaften basieren auf Vertrauen, Loyalität und Nützlichkeit.

Zitat:
Nun ist ein halbes Jahr rum und was haben mir die ganzen Mühen gebracht? Kurz gesagt: Kaum etwas bis garnichts. Ich habe mich zwar mit vielen neuen Leuten getroffen, aber bei vielen bestand dann wohl auch kein Interesse mehr an weiteren Kontakten. Wahrscheinlich bin ich einfach zu langweilig?


Wie kommen Sie zu dieser Aussage? Halten Sie sich selbst für langweilig? Waren die Menschen mit denen Sie sich getroffen haben, sehr anders?

Zitat:
Selbst bei Leuten, mit denen ich mich viermal getroffen habe und wo ich dachte, dass es eigentlich gut läuft, weil man sich auch einiges anvertraut hat, die melden sich einfach nicht mehr. Nix, da wird sich einfach nicht mehr auf meine Nachrichten gemeldet. Das kam jetzt bei explizit drei Leuten vor. Dann ist mein langjährigster Freund hier in Dresden in eine andere Stadt gezogen und ein anderer Freund, mit dem ich mich gut verstanden habe und viel unternommen habe, ist auch weggezogen. Mit einer guten Freundin hab ich mich letzte Woche verkracht. Tja, mein Freundeskreis ist also wieder zusammengeschrumpft. Hab jetzt sogar noch weniger Freunde wie zu Beginn des Jahres.


Leben und Beziehungen, seien sie freundschaftlich oder partnerschaftlich, sind dynamische Prozesse. Im Leben werden Sie unzählige Menschen kennen, aber auch verlieren. Dieser Gedanke ist momentan natürlich nicht tröstlich, aber vielleicht hilft er Ihnen später.
Zitat:
Wie soll es denn jetzt nur weitergehen? Hab mich das letzte halbe Jahr echt bemüht, aber nun hab ich auch keine Kraft mehr. Pläne gibt es schon noch, aber ich packe es derzeit nicht, diese anzugehen. Wozu auch Pläne, wenn es niemanden gibt, mit dem ich die teilen könnte. Ich will die Zeit jetzt auch nicht verschwenden. Jetzt bin ich noch jung (24) und kann viele Dinge ändern. Nur wie komme ich aus dem Loch wieder heraus? Wieso mag mich keiner? Ja, ich bin wohl zu distanziert, kein Selbstwertgefühl, zu ruhig. Halten deshalb auch Beziehungen bei mir nur so eine kurze Zeit?


Beziehungen gehen aus den unterschiedlichsten Gründen zu Ende. Introvertiertheit, also eher ruhig zu sein, ist aber kein Persönlichkeitsmerkmal, welches Zusammenbrüche von Beziehungen beiträgt.

Sie sagten, Sie haben kein Selbstwertgefühl? Wie kommt das? Woran stellen Sie das bei sich fest? Was meinen sie mit distanziert und wie äußert sich dieses – haben Sie ein Beispiel parat?

Alles im Allem benötige ich mehr Informationen um Ihnen zu helfen.

Herzliche Grüße,
Rogers

07.07.2009 07:47 • #2



Wie soll es nun weitergehen?

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Vielen Dank für die schnelle Antwort. Ja, ein Perspektivwechsel ist wohl wichtig und vorallem die Reflexion, warum so viel gescheitert ist.

Zitat:
Wie kommen Sie zu dieser Aussage? Halten Sie sich selbst für langweilig? Waren die Menschen mit denen Sie sich getroffen haben, sehr anders?


Das haben mir schon mehrere Leute so mitgeteilt. Zum Beispiel meine Eltern oder auch zuletzt mein Chef. Man sagt mir, ich solle doch mal mehr von mir erzählen und mal den Mund aufmachen. Naja, das blockiert dann meistens noch mehr als das es mich ermutigt, was zu sagen.

Ich selbst halte mich eigentlich nicht für so langweilig. Wenn ich mich beispielsweise mit meinen Eltern vergleiche, dann finde ich doch, dass ich mein Leben aktiver gestalte als sie. Nur irgendwie kann ich in Gesprächen oft nicht viel erwiedern. Mir fehlt es oft an der nötigen Spontanität und Lockerheit. Und viele Menschen empfinden es als sicherlich unangenehm, wenn es zu Gesprächspausen kommt und denken sich, dass man einfach nicht auf der richtigen Wellenlänge ist. Vielleicht stimmt das ja auch?

Ich habe immer das Gefühl, dass ich mich bei Leuten, die selber kommunikativer sind und sich offen zeigen, wohler fühle, weil dann die Gespräche auch besser anlaufen und ich mir weniger Gedanken mache, was die Leute wohl über mich denken, weil sie mit einem offensichtlichen Selbstvertrauen durch die Welt gehen, was nicht so leicht zu erschüttern ist. Sie sind auch dann zufrieden, wenn ich selber nicht viel zum Gespräch beitrage.

Bei Leuten die eher so ruhig sind wie ich, finde ich es dagegen sehr schwer ein Gespräch zu führen. Meist enden dann die angefangenen Gespräche wieder nach einer Minute und man springt über zum nächsten Gesprächsthema. Klar, das so kein richtig gutes Gespräch zu stande kommt. Selbst wenn man gemeinsame Hobbies teilt und man einiges gemeinsam hat, fällt es dann schwer ein Gespräch aufzubauen, was bei extrovertierteren Leuten leichter ist.

Zitat:
Beziehungen gehen aus den unterschiedlichsten Gründen zu Ende. Introvertiertheit, also eher ruhig zu sein, ist aber kein Persönlichkeitsmerkmal, welches Zusammenbrüche von Beziehungen beiträgt.


Ich habe aber oft das Gefühl, dass durch meine Intorvertiertheit die Festigung von Beziehungen eher erschwert wird, weil ich ja weniger von mir preisgebe und dadurch auch die Bindung vielleicht nicht so stark ist.

Zitat:
Sie sagten, Sie haben kein Selbstwertgefühl? Wie kommt das? Woran stellen Sie das bei sich fest? Was meinen sie mit distanziert und wie äußert sich dieses – haben Sie ein Beispiel parat?


Ich denke das mangelnde Selbstbewusstsein kommt durch den Vergleich mit anderen Menschen. Ich komme mir minderwertig vor, wenn ich zum Beispiel in einer Runde von Menschen sitze und man macht untereinander Scherze und amüsiert sich. Ich sitze dann meist nur daneben und bin deprimiert, weil ich selber so wenig zu den Gesprächen beitragen kann. Oder andere Leute sind oftmals viel herzlicher als ich und finden innerhalb von wenigen Minuten Anschluss, wenn zum Beispiel bei einer Veranstaltung sich viel Leute treffen, die sich vorher nicht kannten, wobei ich meist alleine bleibe. Mir fehlen einfach die nötigen sozialen Kompetenzen.

Ich mache mir auch immer Sorgen, was andere über mich denken könnten. In Geschäften befürchte ich, dass die Verkäufer mich ansprechen. Ich befürchte, dass ich irgendwie komisch aussehen könnte. Ich mache mir Sorgen, dass andere mich für lächerlich halten könnten, meine Ansichten und Interessen für dumm halten. Ich mache mich wohl auch zu sehr von den Beziehungen um mich herum abhängig. Ich würde mich auch lieber um die Probleme anderer kümmern, als meine eigenen Probleme anzugehen. Ich kann auch schlecht nein sagen und Leuten etwas abschlagen.

Die Distanz kommt wohl daher, dass ich kaum was von mir erzähle. Ich bin für andere Leute wohl schlecht einzuschätzen. Bei manchen Menschen versuche ich mich möglichst selbstbewusst zu zeigen und kehre eher meine Stärken hervor und erzähle von meinen Unternehmungen, dabei würde ich mir dort manchmal wünschen, auch was von meinen Problemen zu erzählen. Allerdings habe ich dann Angst die Leute zu verschrecken. Bei meinen Eltern wiederrum erzähle ich nie was ich so gemacht habe oder wie es mir geht. Diese Distanz mache ich an einer fehlenden Herzlichkeit fest. Ich befürchte falls ich Menschen meine Symphatie mitteile, dass ich abgelehnt werden könnte. Mir sind Umarmungen unangenehm, weil ich nicht weiß, ob das die andere Person auch will. Ich kann eben nicht so locker sein, bin oftmals eher angespannt. Das spiegelt sich auch in meinen Beziehungen wieder.

07.07.2009 08:51 • #3


Zitat von Strangeways:
Das haben mir schon mehrere Leute so mitgeteilt. Zum Beispiel meine Eltern oder auch zuletzt mein Chef. Man sagt mir, ich solle doch mal mehr von mir erzählen und mal den Mund aufmachen. Naja, das blockiert dann meistens noch mehr als das es mich ermutigt, was zu sagen.


Möglicherweise sind Ihre Eltern und Ihr Chef, aufgrund ihrer Rollen, gar nicht geeignet um eine Beurteilung abzugeben. Mit Eltern und gewönlicherweise auch mit dem Chef unterhält man sich über andere Dinge, als mit Gleichaltrigen.

Lassen Sie sich von diesen Aussagen erstmal nicht beunruhigen. Kein Mensch ist langweilig. Es gilt die Facetten und Interesse einer Person aufzugreifen! Eltern sind meist nicht in der Lage und eine Autoritätsperson ebenfalls nicht.
Zitat:
Ich selbst halte mich eigentlich nicht für so langweilig. Wenn ich mich beispielsweise mit meinen Eltern vergleiche, dann finde ich doch, dass ich mein Leben aktiver gestalte als sie. Nur irgendwie kann ich in Gesprächen oft nicht viel erwiedern. Mir fehlt es oft an der nötigen Spontanität und Lockerheit. Und viele Menschen empfinden es als sicherlich unangenehm, wenn es zu Gesprächspausen kommt und denken sich, dass man einfach nicht auf der richtigen Wellenlänge ist. Vielleicht stimmt das ja auch?


Gespräche zu beginnen, aufzubauen oder gar zu führen kann man lernen! Häufiger Gespräche führen, führt in Zukunft zu ertragreicheren Gesprächen!

Und eigentlich ist ein Gespräch keine schwere Angelegenheit. Selbst wenn Ihnen die nötige Spontanität bzw. Kreativität fehlt, können Sie mit einfachen Mittel ein Gespräch vorantreiben. Viele Menschen reden am Liebsten von sich selbst. Hier haben Sie eine Möglichkeiten Ihre Lücken authentisch zu füllen, anstatt das Gegenüber totzuschweigen:

Paraphrasieren Sie! Hören Sie zu, was ihr Gegenüber erzählt und wiederholen Sie das. Beispiel:

Ihre Gegenüber: Ich war vor zwei Monaten in Barcelona... du eine echt tolle Stadt, Sommer, Strand, Sonne... und die Leute... herrlich. Jedenfalls habe ich mich für die Kirchen, besonders für die Sagrada Família interessiert. Eine an sich beeindruckende Kirche, leider noch nicht fertig, persönlich gefällt sie mir nicht. Wirkt wie eine gigantische Baustelle.

Sie: Hey, in Barcelona? Wie toll! Die Sagrada Familia ist also diese unfertige Kirche in Barcelona, die wie eine große Baustelle mitten in der Stadt steht. Wann ist diese Kirche fertig gebaut? (Hier nehmen Sie einfach den Gesprächsgegenstand des vorherigen Dialogs auf. Sie brauchen absolut keine Ahnung von Kirche zu haben. Wiederholen Sie einfach die Worte ihre Gegenübers mit ihren eigenen Worten)

Ihr Gegenüber: Das weiß man leider noch nicht. Und wer weiß, vielleicht wird sie ja nie wirklich fertig. Der Architekturstil ist schon beeindruckt. Antoni Gaudí war der Architekt, der Ende des 18. Jahrhundert die Kirche entworfen hat.

Sie: Oh, schon so lange baut man an ihr? Antoni Gaudí war der Architekt also im 18. Jahrhundert. An welchem Architekturstil hat er sich orientiert?

etc. etc.

Übrigens sind Pausen nicht immer nur schlecht. Lächeln Sie in Pausen in Gegenüber an, versuchen Sie immer authentisch zu wirken.

Sie können auch Themen ansprechen, bei dem die meisten Menschen mitreden können:
Wetter, Kinoprogramm, Lokales Geschehen oder wenn man sich gerade in einem Cafe trifft, über die Qualität des Cafes.

Zitat:
Bei Leuten die eher so ruhig sind wie ich, finde ich es dagegen sehr schwer ein Gespräch zu führen. Meist enden dann die angefangenen Gespräche wieder nach einer Minute und man springt über zum nächsten Gesprächsthema. Klar, das so kein richtig gutes Gespräch zu stande kommt. Selbst wenn man gemeinsame Hobbies teilt und man einiges gemeinsam hat, fällt es dann schwer ein Gespräch aufzubauen, was bei extrovertierteren Leuten leichter ist.


Vielleicht denkt Ihr Gegenüber in dieser Situation ebenfalls so? Vielleicht können Sie in dieser Situation ihr Gegenüber Mut zu sprechen. Ermutigen Sie Ihr Gegenüber ein Gespräch aufzubauen.

So verläuft eine Interaktion auf einer dünnen Informationsbasis:

Ihr Gegenüber: Gestern habe ich wieder an meinen PC rumgschraubt.
Sie: Ah, ja...? Ähm, ne neue Grafikkarte?
Ihr: Ja, die Neue von Nvidia!
Sie: War die teuer
Ihr: Ging so. Hab etwas mehr als 150 Euro gezahlt
Sie: Ach so...
(Pause tritt ein)
(Themenwechsel)

Vielleicht versuchen Sie im Gespräch ihre Informationsbasis zu vergrößern. Dabei geht es um die Ausgestaltung von Sätzen.

Ihr Gegenüber:Gestern habe ich wieder an meinen PC rumgschraubt.
Sie: Bestimmt eine neue Grafikkarte, nicht wahr? Ich selber habe vor ein paar Monaten an meinem Computer gebastelt, leider war mein Motherboard hinüber und musste ein paar Mäuse für'n neues hinblättern. Ärgerlich nicht?
Ihr:Echt, wie schei. ist das denn. Ich habe mir neue Grafikkarte gekauft, weil mir das Ruckeln bei |Beliebiges Game| auf die Nerven ging. Freu mich richtig endlich meine Spiele ohne Ruckeln genießen zu können. Wie viel hast du für das Motherboard hingeblättert?
Sie: Fast einen ganzen Hunderter. Dafür habe ich eine Menge extras. Demnächst kaufe ich mir noch ein stärkeres Netzteil. Vielleicht willst du mich ja beraten? Wie teuer war deine Grafikkarte?
Ihr Gegenüber: 150 Euro hab ich dafür gezahlt. Und hey, gerne würde ich dich beraten, hab letztens eine coole Seite im Internet gesehen, da bekommt vieles erheblich billiger. Ich zeig sie dir mal!
(Gespräch verläuft besser...)

Wenn man Hobbies teilt, dann hat man meistens auch etwas von sich aus zu erzählen. Versuchen Sie sich daran zu erinnern, wieso Sie dieses Hobby ausführen, wie Sie es ausführen und was Sie alles bei diesem Hobby erlebt haben. Werfen Sie ihre Gedanken ins Gespräch. Vergrößern Sie die Informationsbasis und Sie werden sehen, dass auch Ihr Gegenüber mehr Möglichkeiten zur Ausgestaltung des Gespräches hat!

Zitat:
Ich habe aber oft das Gefühl, dass durch meine Intorvertiertheit die Festigung von Beziehungen eher erschwert wird, weil ich ja weniger von mir preisgebe und dadurch auch die Bindung vielleicht nicht so stark ist.


Zitat:

Wenn ein Mensch mit Ihnen eine Beziehung eingeht, dann muss dieser Mensch Sie als introvertiert wahrgenommen haben. Und wenn dies der Fall ist, dann hat sich dieser Mensch ja in Sie, und damit auch in Ihre Introvertiertheit verliebt.

Kann es nicht sein, dass nicht Introvertiertheit das Problem ist, sondern etwas anderes? Vielleicht können Sie mir in einer persönlichen Nachricht mitteilen, wie Ihre Beziehung zu Ende gegangen ist?

Zitat:
Ich denke das mangelnde Selbstbewusstsein kommt durch den Vergleich mit anderen Menschen. Ich komme mir minderwertig vor, wenn ich zum Beispiel in einer Runde von Menschen sitze und man macht untereinander Scherze und amüsiert sich. Ich sitze dann meist nur daneben und bin deprimiert, weil ich selber so wenig zu den Gesprächen beitragen kann.


Aber meinen Sie nicht, dass Sie möglicherweise an der falschen Stelle nach Fehlern suchen? Wenn man Sie einlädt, dann kennt man Sie doch schon so, wie Sie sind! Die Leute wissen, dass nicht besonders viel Reden, aber vielleicht schätzt man das gerade an Ihnen? Warum nicht mitlachen, gelassen der Runde lauschen und wenn Ihnen etwas einfällt, ruhig raus damit! Versuchen Sie den Moment so zu genießen, wie er ist! Zeigen Sie sich dankbar für Einladungen, beurteilen Sie Ihr Verhalten nicht vor. Menschen sehen Sie möglicherweise anders!

Zitat:
Oder andere Leute sind oftmals viel herzlicher als ich und finden innerhalb von wenigen Minuten Anschluss, wenn zum Beispiel bei einer Veranstaltung sich viel Leute treffen, die sich vorher nicht kannten, wobei ich meist alleine bleibe. Mir fehlen einfach die nötigen sozialen Kompetenzen.


Auch hier ist die Frage, ob Sie vielleicht nicht einen Perspektivenwechsel vornehmen wollen? Wenn Sie auf Veranstaltungen extravertiert handeln würden, dann würden Sie zwar handeln wie Sie es sich wünschen, aber nicht wie Sie es sind! Konzentrieren Sie sich darauf Ihre Möglichkeiten auszuschöpfen. Finden Sie Ihre Qualitäten und bauen Sie auf Ihren Möglichkeiten Kontakte auf. Versuchen Sie nicht extravertiert zu wirken, wenn Sie es nicht sind! Sehen Sie sich selbst an und fragen Sie sich: Was kann ich Wofür interessiere ich mich Wo kann ich mein Interesse mit anderen teilen

Zitat:
Ich mache mir auch immer Sorgen, was andere über mich denken könnten. In Geschäften befürchte ich, dass die Verkäufer mich ansprechen. Ich befürchte, dass ich irgendwie komisch aussehen könnte. Ich mache mir Sorgen, dass andere mich für lächerlich halten könnten, meine Ansichten und Interessen für dumm halten.


Ist Ihnen das schon einmal passiert? Ist eine Person zu Ihnen gekommen und hat sie für lächerlich, dumm oder gar komisch aussehend befunden?

Zitat:
Ich mache mich wohl auch zu sehr von den Beziehungen um mich herum abhängig. Ich würde mich auch lieber um die Probleme anderer kümmern, als meine eigenen Probleme anzugehen. Ich kann auch schlecht nein sagen und Leuten etwas abschlagen.


Haben Sie Angst, dass die wenigen soziale Kontakt sich von Ihnen abkehren würden? Haben Sie das Gefühl, jeden und alles Recht zu machen, damit man von Ihnen das möglichst Beste hält? Haben Angst vor der Reaktion eines Nein?

Zitat:
Ich bin für andere Leute wohl schlecht einzuschätzen.


Woher wissen Sie das? Vielleicht denken Sie das über sich, aber möglicherweise andere nicht über Sie?

Zitat:
Diese Distanz mache ich an einer fehlenden Herzlichkeit fest.


Sie sind tiefgründig. Fehlt Ihnen tatsächlich Herzlichkeit oder dienst das als Erklärung für einen Umstand, den Sie sonst nicht erklären können? An welchem Verhalten machen Sie Ihre fehlende Herzlichkeit fest?

Zitat:
Bei manchen Menschen versuche ich mich möglichst selbstbewusst zu zeigen und kehre eher meine Stärken hervor und erzähle von meinen Unternehmungen, dabei würde ich mir dort manchmal wünschen, auch was von meinen Problemen zu erzählen. Allerdings habe ich dann Angst die Leute zu verschrecken.


Sie haben des Bedürfnis mal alles zu erzählen. Wie sich fühlen, wie sie alles erleben, wie traurig Sie eigentlich in Wirklichkeit sind und wie stark die seelischen Schmerzen sind, wenn Sie um 21 Uhr daheim sitzen und sich niemand bei Ihnen meldet, sie ihre Hände vor dem Gesicht schlagen , einen Kloß im Hals bekommen und sie kurz davor sind zu weinen...

Aber vielleicht können wir Strategien entwickeln, die einen Perspektivenwechsel ermöglichen und Sie sich neu sehen!

07.07.2009 10:06 • #4


Nochmals vielen Dank für die ausführlichen Ratschläge und für die Anteilnahme. Das ist ja auch nicht selbstverständlich, dass man sich die Zeit nimmt und verucht anderen Leuten bei der weiteren Orientierung zu helfen.

Ja, ich glaube man kann lernen gesprächiger zu werden mit den richtigen Techniken. Sicherlich spielt auch die Angst eine Rolle, etwas falsches zu sagen und sich zu blamiern. Aber je häufiger man es probiert, desto lockerer kann man wohl mit solchen Situationen umgehen. Ich hab mich sogar für einen Kurs zum Thema Small Talk und Storytelling im August angemeldet. Sicherlich kann ich da auch noch einige nützliche Tipps bekommen.

Das Paraphrasieren und das Ausbauen der eigenen Aussagen ist da schonmal eine gute Möglichkeit. Ich müsste auch mehr versuchen diese Techniken anzuwenden und erproben wie diese für mich anwendbar sind. Mit der Zeit muss man dann vielleicht auch gar nicht mehr an die Regeln denken, sondern hat das schon weitesgehends verinnerlicht.

Zitat:
Kann es nicht sein, dass nicht Introvertiertheit das Problem ist, sondern etwas anderes? Vielleicht können Sie mir in einer persönlichen Nachricht mitteilen, wie Ihre Beziehung zu Ende gegangen ist?


Ich schreibe dazu auch nochmal eine private Mitteilung an Sie.

Zitat:
Wenn man Sie einlädt, dann kennt man Sie doch schon so, wie Sie sind! Die Leute wissen, dass nicht besonders viel Reden, aber vielleicht schätzt man das gerade an Ihnen?


Naja, in solchen Gruppen kommt es aber auch öfter vor, dass man mich auffordert mehr zu erzählen und auch wird ab und an festgestellt, dass ich ja den ganzen Abend schon so ruhig bin. Ich denke nicht, dass meine Zurückhaltung bei besonders vielen Menschen auf Zustimmung trifft. Ich glaube auch nicht, dass solche Aufforderungen unbedingt an wahres Interesse des Gegenübers geknüpft sind, sondern dass man es vielleicht als komisch empfindet, wenn einer nur die ganze Zeit Beobachter des Geschehens ist und selbst kaum aktiv am Gespräch teilnimmt.

Aber mich in Gruppen zu äußern empfinde ich noch schwieriger als mit einer einzelnen Person ein Gespräch anzufangen. Ich bin das einfach nicht gewöhnt. Gruppengespräche laufen für mich auch immer zu schnell ab, als das ich angemessen drauf reagieren könnte. Bei anderen kommt mir das Gespräch wie ein geölt Uhrwerk vor, wo ein Satz in den nächsten greift und die Konversation eine ganz natürliche Entwicklung nimmt, während bei mir das Zahnrad klemmt.

Zitat:
Sehen Sie sich selbst an und fragen Sie sich: Was kann ich Wofür interessiere ich mich Wo kann ich mein Interesse mit anderen teilen


Das stimmt natürlich. Ich kann sicherlich nicht mit allen Menschen über das selbe sprechen. Hierbei ist es ja ähnlich, wie wenn man Dinge tut, für die man sich nicht interessiert oder an Orten ist, die einem nicht zusagen. Man ist sicherlich auch interessierter an einem Gespräch, wenn man weiß, dass das Gegenüber sich für ähnliche Dinge interessiert und wahrscheinlich besteht bei diesen Menschen auch eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass man ein Gespräch aufbaut, welches auch mal länger als 5 Minuten geht. Ich versuche mich auch eher den Kreisen zu nähern, mit denen mich meine Interessen und Ansichten mehr verbinden.

Allerdings haben ich und ein paar Freund (wo der eine nun in Hamburg ist und ich mich mit der anderen verkacht habe) mal vor einiger Zeit eine Umfrage gemacht, zum Thema Introvertiertheit/Extrovertiertheit. Und die große Mehrheit der Menschen empfand es als positiv, wenn andere auf sie zugegangen sind und auch aktiv den Kontakt gesucht haben. Ich denke für meine Passivität ist auch ein großes Stück Angst/Unerfahrenheit verantwortlich. Ich würde nicht sagen, dass Introvertiertheit eine Grundeigenschaft meines Charakters ist, der unabänderlich ist. Sicherlich nur bis zu einem gewissen Punkt, aber vieles davon hat auch damit zu tun, wie man sich selber wahrnimmt. Ich denke, wenn ich dem Punkt arbeite, dann kann ich auch ein ganzes Stück aus mir herauskommen.

Zitat:
Ist eine Person zu Ihnen gekommen und hat sie für lächerlich, dumm oder gar komisch aussehend befunden?


Nun ja, eigentlich nicht. Zumindestens nicht mehr als es anderen Personen auch ergangen ist. Nervig sind eben nur so Sätze, die ich immer wieder hören muss: Erzähl doch auch mal was, Du bist so still, Du sagst ja gar nichts...

Und ich denke, dass ist dann schon so aufzufassen, dass diesen Leuten etwas an mir stört.

Zitat:
Haben Sie Angst, dass die wenigen soziale Kontakt sich von Ihnen abkehren würden? Haben Sie das Gefühl, jeden und alles Recht zu machen, damit man von Ihnen das möglichst Beste hält? Haben Angst vor der Reaktion eines Nein?


So würde ich das nicht formulieren. Ich habe keine andauernde Angst, dass ich verlassen werde und muss es auch nicht allen immer recht machen. Allerdings ist es schon so, dass ich mich den Wünschen anderer gerne unterordne, vielleicht deshalb, weil ich es schwer finde eine eigene Position zu beziehen. Mir fällt es schwer, eine eigene Meinung zu entwickeln, weil viele Dinge zu komplex sind, als eine klare Meinung dazu zu haben. Die genauen Hintergründe kennt man ja meist auch nicht. Und bei einfacheren Fragen wie Wollen wir den oder den Film schauen? oder Wollen wir das oder das essen? ist mir die Frage oft zu egal als dass ich dazu eine Position beziehen muss, was aber von anderen gern eingefordert wird. (evtl. weil sie selber sich nicht sicher sind?)

Zitat:
Woher wissen Sie das? Vielleicht denken Sie das über sich, aber möglicherweise andere nicht über Sie?


Nun ja, ich vermute natürlich nur. Vielleicht schätzen mich die Leute auch richtig ein, aber ich könnte mir vorstellen, dass das schwierig ist, wenn jemand eher ruhig ist und zu wenigen Sachen Stellung bezieht.

Zitat:
Fehlt Ihnen tatsächlich Herzlichkeit oder dienst das als Erklärung für einen Umstand, den Sie sonst nicht erklären können? An welchem Verhalten machen Sie Ihre fehlende Herzlichkeit fest?


Ich denke um herzlich zu wirken, braucht es zwei Vorraussetzungen: Offenheit und Selbstvertrauen.

Wenn ich unsicher bin, was andere von mir halten, dann fällt es mir schwer, angemessene Reaktionen zu zeigen. So lächle ich auch unbekannte Leute seltener an oder bin auch unsicher, wann ich Freunde umarmen soll oder nicht. Komplimente verteile ich auch wenige, vielleicht aus Angst, dass der andere denken könnte ich wöllte mich einschleimen. Wenn ich ein bekanntes Gesicht entdecke, dann spreche ich diese Person auch nicht freudestrahlend an, aus der Angst ich könnte vielleicht gerade ungelegen kommen oder (wenn es sich um sehr flüchtige Bekanntschaften handelt) dass man sich gar nicht an mich erinnert.

Ich denke, solche Reaktionen sind wohl maßgeblich dafür, ob man als herzlich oder distanziert gilt. Im Grunde geht vieles auf meine Unsicherheit zurück, die es mir verbietet etwas mehr aus mir herauszukommen.

07.07.2009 14:41 • #5


Hallo Strangeways,

habe die gleichen Sachen erlebt wie du und ich bin ein extrovertierter Typ. Daran kanns also nicht liegen.

Die Gesellschaft ist teilweise sehr oberflächlich und schnelllebig, da ist es schwere, wirkliche Freunde zu finden.

Ich kann dir als Tipp geben: Du bist so okay wie du bist. Hab nicht so viele Selbstzweifel. Hab Vertrauen in Deine Fähigkeiten. Glaub an dich, weg mit den Zweifeln.

Ich würde jetzt erstmal nicht aktiv nach Freunden suchen, sondern es so machen wie ich: Mach ganz viele Dinge allein (Man kann so viele schöne Dinge alleine machen) und komm erst mal zu dir!

Kümmer dich darum, dass es DIR gut geht und orientier dich nciht an anderen. GENIESS DAS LEBEN!

07.07.2009 15:01 • #6


Zitat:
Ich denke um herzlich zu wirken, braucht es zwei Vorraussetzungen: Offenheit und Selbstvertrauen.


Durch das Selbstvertrauen kann Offenheit entstehen strangeways.

Was glaubst Du, warum Du dich so unsicher fühlst?

10.07.2009 13:17 • #7


Möchte dein Freund sein.

10.07.2009 14:01 • #8


Zitat:
Durch das Selbstvertrauen kann Offenheit entstehen strangeways.

Was glaubst Du, warum Du dich so unsicher fühlst?


Absolut richtig. Ich denke bei mir hängt das viel mit zu wenig Erfahrung zusammen. In meiner Jugend hab ich viel zu viel Zeit vorm Rechner verbracht und meine sozialen Fähigkeiten sind dadurch ziemlich verkümmert. Dadurch traue ich mir auch selber zu wenig zu. Nicht das ich mich zurückziehen würde, hab ja geschrieben, dass ich anfang des Jahres viel unternommen habe, aber meine sozialen Fähigkeiten sind dadurch nicht wirklich gestiegen.

Ist irgendwie ein Teufelskreislauf. Man hat zu wenig Selbstvertrauen, deshalb zeigt man sich nicht so offen wie man gern wäre und kann auch keine neuen Fähigkeiten dazu gewinnen, weil man trotzdem immer zu ruhig bleibt. Und weil man zu ruhig bleibt, stösst man eher auf Ablehnung und macht auch weniger positive Erfahrungen. Tja, und nun? Fake it till you make it? Wäre wahrscheinlich keine allzu schlechte Variante. Ich muss einfach noch mehr ausprobieren.

Zitat:
Möchte dein Freund sein.


Wo kommst du denn her?

10.07.2009 14:18 • #9


Zitat:
Und weil man zu ruhig bleibt, stösst man eher auf Ablehnung und macht auch weniger positive Erfahrungen.


Und wer behauptet das denn? Es gibt Menschen, die wollen exakt jemand Ruhigen neben sich haben, da sie selbst sehr extrovertiert sind.

Was wäre denn anderst, wenn Du offen und lächelnd auf Menschen zugehen könntest?

Was würde der Mensch, den Du so gern hast sagen oder Dir raten?

10.07.2009 14:41 • #10


Zitat von pax:
Zitat:
Und weil man zu ruhig bleibt, stösst man eher auf Ablehnung und macht auch weniger positive Erfahrungen.


Und wer behauptet das denn? Es gibt Menschen, die wollen exakt jemand Ruhigen neben sich haben, da sie selbst sehr extrovertiert sind.


Das deckt sich nicht mit meinen Erfahrungen. Ist ja auch klar, ein Gespräch sollte immer auf den gegenseitigen Austausch beruhen. Man will was vom anderen erfahren und so vertieft sich auch die Bindung zu dem Menschen. Klar, Selbstdarsteller sind auch nicht sonderlich beliebt, aber Menschen wie ich, die sich anderen nur schwer anvertrauen und die ruhig sind, gelten oftmals eher als Spaßbremsen und schwierig.

Und wenn Extrovertierte neben sich jemand ruhigen wünschen, dann auch nur, um sich vor dem aufzupusten. Das sind dann aber eher Narzisten. Extrovertierte, wie ich sie kennengelernt habe, sind eher daran interessiert viel zu erleben und da bleibt wenig Zeit sich noch um jemanden zu kümmern, mit dem man erstmal warm werden muss und wo es mal ne Zeit dauern kann, bis das Eis gebrochen ist.

Zitat von pax:
Was wäre denn anderst, wenn Du offen und lächelnd auf Menschen zugehen könntest?


Tja, das erfährt man wohl erst, wenn man es ausprobiert hat. Ich denke: Mehr Bekanntschaften/Freundschaften, weniger negative Gedanken, mehr Spaß am Kennenlernen von neuen Leuten, Selbstvertrauen, Unabhängigkeit

Zitat von pax:
Was würde der Mensch, den Du so gern hast sagen oder Dir raten?


Dann musst du halt mal mehr reden, Manche Menschen sind halt eher gute Zuhörer oder Denk doch nicht so rational

11.07.2009 14:15 • #11


Zitat:
Was wäre denn anderst, wenn Du offen und lächelnd auf Menschen zugehen könntest?


Tja, das erfährt man wohl erst, wenn man es ausprobiert hat. Ich denke: Mehr Bekanntschaften/Freundschaften, weniger negative Gedanken, mehr Spaß am Kennenlernen von neuen Leuten, Selbstvertrauen, Unabhängigkeit


Was hindert Dich am ausprobieren?

11.07.2009 14:19 • #12


Zitat:
Was wäre denn anderst, wenn Du offen und lächelnd auf Menschen zugehen könntest?


Tja, das erfährt man wohl erst, wenn man es ausprobiert hat. Ich denke: Mehr Bekanntschaften/Freundschaften, weniger negative Gedanken, mehr Spaß am Kennenlernen von neuen Leuten, Selbstvertrauen, Unabhängigkeit


Was hindert Dich am ausprobieren?

11.07.2009 14:23 • #13


Zitat:
Was hindert Dich am ausprobieren?


Selbstzweifel, negative Gedanken, Bequemlichkeit ... ja, ja ist schon schön es sich so einfach zu machen.

Ich muss halt an mir arbeiten, was mir auch klar ist. Besser heute als morgen, anders geht es nicht. Wird ein langer Weg, aber der Erfolg wird es wert sein.

11.07.2009 15:42 • #14


Zitat von Strangeways:
Ich habe mich zwar mit vielen neuen Leuten getroffen, aber bei vielen bestand dann wohl auch kein Interesse mehr an weiteren Kontakten.

Männerliebe gibt es nicht auf Abruf und sie ist nicht intellektuell. Du saugst zuviel ungerichtetes Interesse, wenn Du den Kontakt aufrechterhalten willst.

Wenn Du intensiv an Dir arbeiten willst, um besser als die anderen zu sein, dann bedeutet das, dass Du besser als die anderen sein willst. Nunja, wer besser als die anderen sein will, hat nunmal wenig Freunde. Klingt komisch, ist aber so.

Dieser Satz endet hier.

11.07.2009 20:44 • #15


Ich hab ja nicht geschrieben, dass ich besser sein will als andere, sondern nur so, dass ich mit dem zufrieden sein kann, der ich bin. Und da besteht der erste Schritt wohl im Aufbau von mehr Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen.

Wer besser sein will als andere, zeigt ja gerade damit, dass er unsicher ist, denn er will andere zwanghaft für sich gewinnen. Dabei steht der Zuspruch der anderen im Vordergrund. Man wird praktisch abhängig von anderen. Und um dieses Bedürfnis zu befriedigen, will man die totale Kontrolle über das Verständnis von menschlichen Beziehungen, um nicht allein dazustehen und immer andere für sich gewinnen zu können.

11.07.2009 21:25 • #16


Zitat von Strangeways:
Mit meiner Familie verstehe ich mich auch nicht so gut, so dass ich da auch keinen Halt finden werde.

Ich denke, hier liegt der Hase in der Badewanne. Die Beziehung zur Familie/Eltern sollte geklärt werden, um mit geordneten (nicht: gesellschaftlich erwarteten) Wurzeln das eigene Leben aufzubauen.

11.07.2009 21:38 • #17

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Zitat:
Ich denke, hier liegt der Hase in der Badewanne.

12.07.2009 18:37 • #18


Na denn mal die Rollen richtig verteilen . . .

12.07.2009 20:20 • #19


Zitat von ixmugl:
Ich denke, hier liegt der Hase in der Badewanne. Die Beziehung zur Familie/Eltern sollte geklärt werden, um mit geordneten (nicht: gesellschaftlich erwarteten) Wurzeln das eigene Leben aufzubauen.


Gut erkannt. Aber ich hab keine Ahnung, wie ich die Beziehung zu meinen Eltern in geregelte Bahnen bringen soll. Eigentlich bin ich jetzt 24 und trotzdem fühl ich mich in ihrer Gegenwart noch wie ein 10jähriger Junge und bekomme meinen Mund nicht auf. Eigentlich hasse ich es, meine Eltern sehen zu müssen. Ein guter Psychologe könnte da sicherlich viel über meine psychische Verfassung rauslesen...

12.07.2009 21:52 • #20



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