Hallo Minka,
mit dem zitieren klappt es jetzt ja hervorragend.
Zitat:Ok, aber selten sind die Ängste so ausgeprägt wie inzwischen bei mir. Ich hatte früher natürlich auch Angst, aber
das war alles im normalen Rahmen,
Das mag schon sein, dass Deine Ängste sehr ausgeprägt sind. Mir ist es jedoch immer wichtig, darauf hinzuweisen,
dass jeder mehr oder weniger Angst hat. Das Verständnis, das ein angstgesteuerter Mensch mit einem anderen
angstgesteuerten Mennschen redet. Ist eine der wichtigsten Grundlagen, eine Angststörung abzuschwächen.
Erkläre mir bitte mal, wo genau fängt eine Angststörung überhaupt an?
Zitat:bzw. früher hatte ich auch schon schlimme Ängste, aber da waren sie so irrational, dass ich sie gar nicht als Ängste
wahrgenommen habe, sondern nur als ein sehr ungutes schwarzes, schweres Gefühl in mir, ein ständiges Bauchgrummeln.
Ist das nicht ebenfalls sehr schlimm? Sich schlecht fühlen und noch nicht einmal ahnen, warum das so ist, finde ich
sehr belastend. Vermutlich ist gerade das auch eine gute Grundlage, um depressiv zu werden.
Zitat:Ich weiß nicht, du klingst wirklich wie ein Therapeut, wenn ich solche Sätze lese,
Warum sollte ich nicht in vielen wesentlichen Punkten mit Therapeuten einer Meinung sein?
Zitat:Ich würde es gerne ändern, aber wie bereits gesagt, ich unternehme bereits etwas gegen die Angst.
Nun machst Du mich neugierig. Was genau unternimmst Du denn bisher gegen Deine starken Ängste?
Zitat:Hotin hat geschrieben:
Erst wenn man sich seiner Ängste bewusst wird, hat man eine gute Chance richtig
zufrieden zu werden.
Zitat:Minka2012 schreibt:
Bist du dir sicher, dass es so ist?
Ich finde ja.
Zitat:
Ich meine, seit geraumer Zeit bin ich mir meiner Ängste bewusst, aber deshalb bin ich nicht zufriedener. Im Gegenteil,
ich finde es schlimm, das ich mich einsam fühle, mit mir alleine gar nicht klar komme.
Dies ist auch etwas zu vereinfacht gedacht. Da fehlt ein wichtiger gedanklicher Zwischenschritt. Das bewusst machen
der Ängste allein reicht natürlich nur selten aus.
Sobald Du Dir aber bewusst darüber bist, was in Dir abläuft, kannst Du es leichter verändern.
Wie willst Du Reaktionen verändern, welche Dir noch gar nicht bewusst sind?
Und hier komme ich ins Gespräch und eventuell Therapeuten zum Zug. Sich etwas bewusst machen ist immer der Schritt,
der einer Veränderung vorhergehen muss.
Zitat:Und vor allem, warum bin ich alleine?
Vermutlich deshalb, weil Du es für Dich freiwillig ausgesucht hast. Dies wirst Du bestimmt bestreiten.
Zitat:Jeder Mensch hat Freunde, Familie.
Hier solltest Du beginnen realistischer zu schreiben. Diese Aussage ist schlicht und einfach falsch. Damit schadest
Du Dir sehr. Damit drückst Du aus, die anderen haben alles, ich habe nichts. Das macht depressiv, weil es eine
Situation vorgaukelt, die so nicht existiert.
Nicht jeder Mensch hat eine Familie und nicht jeder Mensch hat Freunde. Bitte achte darauf, Aussagen zu treffen,
die der Realität besser entsprechen.
Zitat:Ich kann gar nichts davon vorweisen, also stimmt doch mit mir was nicht!
Was ist das für eine Logik? Da Du keine Familie und keine Freunde hast, muss mit Dir etwas nicht stimmen?
Wie willst Du das begründen? Ich sehe das anders.
Zitat:Wenn keiner mit mir was zu tun haben will, muss ich doch das extrem nach außen hin ausstrahlen, dass ich anders, komisch bin.
Wie viele Menschen haben Dir bereits gesagt, dass sie mit Dir nichts zu tun haben wollen?
Wie haben sie das begründet? Noch glaube ich das nicht. Was machst Du genau, das immer zur Folge hat,
dass Dich jemand ablehnt?
Zitat:allerdings habe ich jetzt den Mut und die Kraft nicht, mir einen neuen Therapeuten zu suchen, nachdem ich
letztens eine Absage bekommen habe.
Du solltest Du Dir meiner Ansicht nach wieder einen neuen Ansprechpartner (Therapeuten) suchen.
Ich kann z.B. hier so jemanden nicht annähernd ersetzen.
Zitat:aber ich kann mir nicht vorstellen, dass der mir helfen kann, wenn ich ihm sage, ich habe Angst, alleine zu sein und
zu bleiben und komm mit mir selber nicht klar. Was kann er mir denn schon raten?
Ein sehr wichtiger Satz von Dir. Die Hilfe eines Therapeuten besteht darin, dass er wie ein
menschlicher Spiegel funktioniert. Er soll Dir gar nicht so viel raten. Er soll Dir dabei helfen,
Dich, Deine Kraft und Deine inneren Wünsche wieder zu entdecken.
Zitat:wenn ich ihm sage, ich habe Angst, alleine zu sein und zu bleiben und komm mit mir selber nicht klar.
Möglicherweise hast Du Dir hier einen schwierigen Kreislauf gebaut, der Deine Gedanken festhält.
Deine Angst vor dem alleine sein, ist vermutlich hauptsächlich nur die Folge davon, dass Du zur Zeit nicht so gut mit
Dir selbst klar kommst.
Ich glaube, je besser Du mit Dir selbst klar kommst, umso mehr verschwindet Deine Angst vor dem Alleinsein.
Gelingt es Dir aber viel Bekannte und Freunde zu finden, wirst Du weniger daran arbeiten
mit Dir selbst besser klar zu kommen. Weil dann hast Du ja Freunde.
Es kann also sein, dass Du mit der Angst vor dem Alleinsein eine falsche, am Anfang kaum lösbare Aufgabe an Dich stellst.
Bitte konzentriere Dich deshalb mehr darauf, mit Dir selbst klar zu kommen.
Ich hoffe, es ist verständlich, was ich meine.
Zitat:Aber anders, komisch finde ich mich schon, sehe ich doch gravierende Unterschiede zu anderen Mitmenschen.
Wo genau findest Du Dich komisch? Und worin liegen die hauptsächlichen Unterschiede zu den Mitmenschen?
Zitat:viel würde mir schon helfen, wenn ich mich endlich so annehme, wie ich bin und mich mit mir selber wohl fühlen würde.
Dann fange heute an. Ich akzeptiere Dich schon mal so, wie Du bist, so wie ich Dich hier erlebe.
Und Du willst mir erzählen, Du selbst willst Dich nicht so akzeptieren, wie Du bist. Warum?
Wenn Du beginnen würdest, Dich selbst zu akzeptieren, wären wie immerhin schon zwei.
Zitat:So aber mag ich mich nicht besonders, kann mit mir nichts anfangen
Wie möchtest Du denn sein?
Zitat:Wie soll ich überhaupt so weit kommen, dass ich einen ersten Erfolg erziele?
Du hast schon einige Erfolge erzielt, aber sie scheinen für Dich nicht zu zählen.
Du hast Dich von dem Therapeuten gelöst, den Du nicht gut fandest. Du hast
Dich von den Zeugen gelöst, die nur ihre eigenen Interessen verfolgen und Deine
Interessen mit Füssen getreten haben. Du hast hier im Forum erste interessante
Kontakte geknüpft und Ideen entwickelt, wie Du z.B. im Tierschutz aktiv werden kannst.
Für mich sind das alles Deine Erfolge!
Was muss passieren, damit Du bereit bist, etwas für Dich als Erfolg zu verbuchen?
Zitat:An Dir ist doch wirklich ein Therapeut verloren gegangen.
Kann sein, sieht aber eher nicht so aus. Ein Therapeut muss sowohl seine Interessen ( Geld verdienen) und die Interessen
des Patienten verfolgen. Ich habe da mehr Freiheit. Viele vergessen mit der Zeit, dass ich auf erste entscheidende
Denkfehler hingewiesen habe. Für mich ist das weniger wichtig, da ich hauptsächlich helfen will. Wenn ich es gut mache,
bleibe ich möglichst im Hintergrund und freue mich, wenn jemand sich selbst aus der schwierigen Situation herausarbeitet.
Zitat:Warum hast du dein Hobby nicht zum Beruf gemacht?
Ganz einfach. Sehr viele holen sich Wissen von mir. Jedoch sind bisher viele Versuche von mir gescheitert, etwas von
meinem Wissen zu Geld zu machen.
Frage Dich selbst, was passieren würde, wenn ich für das, was ich hier schreibe Geld verlangen würde.
Alle diejenigen, denen ich persönlich gegenüber trete erzählen mir immer, dass ich ihnen gar nichts Neues erzähle.
Ständig heißt es. Das kenne ich schon.
Eine große Zahl anderer sagt. Sie können das nicht, sie haben das nicht studiert.
Ich antworte darauf. nun gut. Das ist der Mensch. So funktioniert er.
Oder manchmal funktioniert er eben nicht mehr, weil sich die eigenen Werte völlig verschoben haben.
Warum schreibe ich das also dann noch hier?
Ich schreibe es noch so lange, solange es noch jemand lesen möchte.
Hoffentlich nimmst Du mir meine direkte Art und die Kritik an Teilen von Deinem Verhalten nicht übel.
Ich denke, wenn Du willst, kannst Du bald erste spürbare Erfolge für Dich erreichen.
Viele Grüße
Bernhard