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TheCheshireCat
Hallo ihr Lieben,

ich habe schon öfter mal in diesem Forum herumgestöbert und hab mich jetzt doch mal angemeldet ...
So richtig zum Reden ist grade keiner so wirklich da - zumindest niemand, der die Situation kennt/kennen könnte.
Vielleicht fällt euch ja was dazu ein.

Mein Problem ist folgendes - ich bin jeden Tag ohne Grund angespannt, nervös und aufgeregt. Dabei sind gerade Sommerferien, und Stress habe ich keinen - jedenfalls keinen "offensichtlichen". Aber wie das halt immer so ist mit dem Stress.
Da es mir in den Sommerferien aber auch sehr an Struktur fehlt und ich daher so ziemlich jedes Jahr in ein sehr tiefes Depri-Loch falle, unternehme ich allerdings auch nichts. Mir macht nichts Spaß, und Freunde habe ich eigentlich nur zwei, meinen festen Freund und einen Kumpel, mit dem ich mich aber auch kaum treffe, denn kaum haben wir ein paar Stunden miteinander verbracht will ich einfach nur wieder nach Hause. Interaktionen mit Menschen fallen mir insgesamt sehr schwer und machen mir Angst.
Aber darum geht es jetzt nicht.
Weshalb ich das aber erwähne ist, dass ich, trotz dieser Nervosität, nichts mache. Ich habe das Gefühl, als würde ich den ganzen Tag auf etwas warten, so aufgeregt wie ich bin. So, wie man sich vor einer wichtigen Prüfung oder so fühlt, so ist das den ganzen Tag, dabei habe ich gar keinen Grund!
Meine Mutter meinte neulich ebenfalls, ich mache den Eindruck, als würde ich die ganze Zeit nur auf irgendwas warten. Aber ich weiß nicht auf was. Da ist ja nichts. Und trotzdem macht es mich nervös, ich kann nicht abschalten, mich aber auch nie lange auf irgendwas konzentrieren, weil ich immer denke - ich hab dafür keine Zeit, ich muss bereit sein, gleich passiert irgendwas. Aber es passiert nichts.

Angefangen hat das alles vor ca. einem halben Jahr während einer sehr, sehr stressigen Woche in der Schule - meine Eltern waren im Urlaub, das heißt ich musste mich auch nach der Schule noch um Wäsche und Essen kümmern plus dann noch lernen. Ich hatte einen praktischen Test (mache schulische Ausbildung zur MTLA) und war mega gestresst, da ich sowieso Prüfungsangst habe und davor immer Herzrasen und Bauchschmerzen bekomme. Ich habe den Test zwar gut bestanden, aber zeitlich wurde es unglaublich knapp - ich hatte Mühe, die Nerven zu bewahren. Danach konnte ich einfach nur noch dasitzen und vor mich hinstarren.
In dieser Woche bekam ich langsam Verdauungsbeschwerden, zunächst nur eine Gastritis, später wurde es schlimmer. Durch die ganzen Schulaufgaben und Tests in der Schule (manchmal schreiben wir täglich was) konnte ich nicht mehr abschalten. Mein Darm spielte irgendwann nicht mehr mit und ich muss seitdem täglich sehr oft auf die Toilette, anfangs ging es während den Ferien und am Wochenende gut, irgendwann was es dauerhaft. Und die Nervosität auch.
Unter der Woche wachte ich bereits schon vor 5 Uhr morgens auf, ich war nervös, bekam Bauchschmerzen und musste auf die Toilette, an Wochenenden konnte ich nicht mehr ausschlafen da ich schon am Morgen aufwachte und nicht mehr still liegen konnte. Selbst wenn ich bei meinem Freund übernachtete, konnte ich einfach nicht mehr im Bett bleiben, ich war angespannt und hatte immer das Gefühl, ich müsste was tun. Der Gedanke an eine weitere, anstehende Schulaufgabe verschlimmerte alles. Normalerweise schlafe ich bis spätmittags.

Ich habe mir eine Psychotherapeutin gesucht, aber das braucht ja alles seine Zeit.
Ich dachte eigentlich, in den Ferien wird sich das schon alles wieder geben. Kein Schulstress mehr - und alles wird gut. Aber dem ist nicht so. Mittlerweile ist es sogar so schlimm, dass ich schlecht einschlafe und vor allem nachts Angstattacken bekomme, immer kurz vor dem Einschlafen. Bei meinem Freund, bei dem ich sonst immer noch besser geschlafen habe als zu Hause, kann ich jetzt gar nicht mehr schlafen, ich liege die ganze Nacht wach.
Und die ständige Nervosität den ganzen Tag. Dazu kommt, dass ich zwischendurch immer wieder grundlos "erschrecke" - dieses Gefühl, als kippt man mit dem Stuhl nach hinten um.
Ich kannte diese Angstattacken sonst nur von meiner Derealisation/Depersonalisation, wenn mir alles zu viel wurde und ich mir selbst und meine Umgebung mir Angst gemacht hatte. Da gab es ja irgendwie noch einen Grund.
Aber jetzt - warten, warten, den ganzen Tag, wie vor einer Prüfung. Meine Mutter drängt mich ständig, Freizeitaktivitäten zu machen und mehr Sport zu treiben, und das macht alles noch viel schlimmer. Ich hab große Angst davor, Dinge auszuprobieren (immer schon), und ich mache eigentlich nur Sachen, wenn ich muss und es keinen Ausweg gibt. Aus Spaß mache ich eigentlich kaum etwas, weil ich mich sehr abgeschnitten fühle und mir nichts so wirklich was gibt.

Gegen Abend komme ich ein bisschen runter, aber nachts ist es dann wieder schlimm. Abends bin ich am ruhigsten, vielleicht, weil der Tag vorbei ist. Nicht mehr "warten müssen". Dann fällt es mir leichter, mich hinzusetzen und etwas zu machen - zeichnen, lesen oder Playstation spielen, schreiben oder aufräumen. Tagsüber habe ich ständig das Gefühl, "ich habe keine Zeit dafür". Dabei habe ich ja genug Zeit, den ganzen Tag!
Es ist auch unmöglich, tagsüber abzuschalten. Das geht erst ab dem Zeitpunkt, in dem ich ins Bett gehe und dann noch ein Hörspiel höre oder lese. Aber wenn es dann wieder ums Einschlafen geht ...
Ich hoffe, das mit dem Schlafen gibt sich während der Schulzeit wieder - zumindest das Einschlafen. Da hat man ja wieder mehr einen gewissen Rhythmus. Ich weiß nicht, ob die jetzige Problematik nicht auf was mit der mangelnden Struktur zu tun hat. Aber diese Nervosität lässt mich nicht los. Wenn ich meinen Freund treffen will, bin ich vorher auch immer total aufgeregt - dabei kennen wir uns schon seit 5 Jahren!
Sex will ich auch überhaupt keinen mehr haben, schon lang nicht mehr so wirklich, und da kriege ich auch immer wieder Schuldgefühle und Angst, dass meinem Freund das nicht passt, weil er recht oft Sex haben will, und ich eben gar nicht mehr ... Er hat mir zwar versichert, es macht ihm nichts aus und wir finden schon einen Weg, aber Sorgen mache ich mir trotzdem. Vielleicht ist das auch eine Art Teufelskreis.

Wenn ich nur wüsste, auf was genau ich eigentlich warte. Ich will mit meiner Therapeutin darüber sprechen, allerdings ist die auch gerade im Urlaub und ich muss mich noch zwei Wochen gedulden. Ich habe Angst, dass das nächste Schuljahr (das laut Lehrern und Mitschülern noch viel stoffintensiver wird als das erste) alles nur noch schlimmer macht. Vor einer Lehrerin habe ich auch unheimlich Angst. Mir wurde schon gesagt, ich soll während den praktischen Tests "mit mehr Selbstvertrauen ran gehen", weil sonst die ganzen kleinen Fehler auffallen, die man halt so macht, wenn man aufgeregt ist. Dabei muss ich mich schon mit allem, was ich habe, darauf konzentrieren, nicht durchzudrehen, zu weinen oder einen Blackout zu kriegen.
Auch mache ich mir Sorgen, wie das später mal wird mit Schichtarbeit, und vor allem Bereitschaftsdienst, dass ich da dann gar nicht mehr abschalten kann ... weil Bereitschaftsdienst ist ja im Grunde auch wieder "warten" ...

Ich nehme jetzt Baldriparan zur Beruhigung, aber ich würde lieber die Ursache dieser Nervosität finden, statt nur die Symptome zu behandeln. Es ist nicht immer so, dass es die "schlechte" Art von Aufregung ist, manchmal fühlt es sich auch positiv an, wie, wenn man sich auf etwas freut. Aber die Symptome sind dieselben, und meinem Darm ist das auch egal, und das belastet mich.

Ich weiß, mein Thema schneidet viele andere Bereiche ebenfalls an - ich wusste erst gar nicht, in welches Forum ich überhaupt soll. Aber jetzt bin ich eben hier, weil ich denke, das passt am besten. Tut mir leid, wenn die Geschichte etwas lang geworden ist, aber irgendwo muss man ja mal anfangen ...
Geht es euch ähnlich, dass ihr den ganzen aufgeregt seid ohne Grund?
Was tut ihr da dagegen? Zwingt ihr euch, irgendwas zu machen, versucht ihr, zu entspannen?
Hilft bei sowas progressive Muskelentspannung oder so?
Ich habs mal mit Autogenem Training probiert, aber irgendwann kannte ich die ganzen Texte auswendig, und dann brachte das alles nichts mehr ...

Vielen Dank schonmal für eure Antworten~

31.08.2016 19:39 • 28.01.2017 #1


126 Antworten ↓


Zuri
Huhu....

Ich kenne dein Gefühl auch - mir geht es in Abständen genau wie dir! Eine Lösung bzw. einen Grund für diese Gefühle konnte ich noch nicht finden

Ich fange dann manchmal viele Sachen gleichzeitig an,um schnell fertig zu werden - obwohl ich den ganzen Tag Zeit hätte.Ich will aber fertig sein,fall,hmmmm,ja falls irgendwas anderes kommt,das meine Zeit benötigt.Es kommt aber nichts.Ein komisches Gefühl,ich kann dich verstehen! Wenn ich "entstresse",dann passiert mir sowas oft.Im Stress selbst eher nicht - vielleicht ein Grund?
Heute grad bin ich schon mit einem mulmigen Gefühl aufgewacht,welches sich über den Tag auch kaum verzogen hat.Immer so,als würde ich heute einen unangenehmen Termin haben oder als würde ich ganz viel erledigen müssen,es aber nicht schaffen kann...irgendwie gehetzt und unruhig - einfach dauernd ein mulmiges Bauchgefühl

31.08.2016 19:50 • #2



Täglich Nervosität und Aufregung ohne Grund

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TheCheshireCat
Zitat von Zuri:
Ich fange dann manchmal viele Sachen gleichzeitig an,um schnell fertig zu werden - obwohl ich den ganzen Tag Zeit hätte.Ich will aber fertig sein,fall,hmmmm,ja falls irgendwas anderes kommt,das meine Zeit benötigt.Es kommt aber nichts.Ein komisches Gefühl,ich kann dich verstehen! Wenn ich "entstresse",dann passiert mir sowas oft.Im Stress selbst eher nicht - vielleicht ein Grund?


Ja, das mit dem Entstressen kenne ich, da ist es deutlich schlimmer. Ich habe mir jetzt vorgenommen, jeden Tag irgendwas zu machen, eine Stunde spazieren gehen, in die Stadt fahren, irgendwas - etwas, wo man sich vor allem bewegen muss und was nicht zu Hause statt findet. Ein Ziel muss halt da sein. Ich habe zwar oft gar keine Lust, mach es dann aber trotzdem und hinterher fühle ich mich irgendwie besser... Weil ich was "getan" habe. Wenn ich nach Hause komme bin ich dann oft innerlich ruhiger.
Wie das während der Schule dann wieder wird weiß ich nicht, muss dafür wohl noch was finden, um nicht unter "Dauerstrom" zu stehen.

06.09.2016 14:44 • #3


Zitat:
Geht es euch ähnlich, dass ihr den ganzen aufgeregt seid ohne Grund?

Das nennt man Angststörung

Zitat:
Was tut ihr da dagegen? Zwingt ihr euch, irgendwas zu machen, versucht ihr, zu entspannen?

Zum Arzt gehen.

Zitat:
Zwingt ihr euch, irgendwas zu machen, versucht ihr, zu entspannen?
Hilft bei sowas progressive Muskelentspannung oder so?

Meiner Meinung bringt das wenig, weil es sich um eine Krankheit handelt.
Krankheiten entziehen sich per Definition dem willkürlichen Willen, deshalb bringen diese Ansätze höchtens kurzfristig symptomatisch etwas.

06.09.2016 17:27 • #4


TheCheshireCat
Zitat von Kern12:
Meiner Meinung bringt das wenig, weil es sich um eine Krankheit handelt.
Krankheiten entziehen sich per Definition dem willkürlichen Willen, deshalb bringen diese Ansätze höchtens kurzfristig symptomatisch etwas.


Ich bin bereits in Psychotherapie (nur ist die Therapeutin gerade im Urlaub) und das Problem kam bis jetzt etwas zu kurz, aufgrund von Anamnese und einigen anderen Dingen die mir in dem Moment schwerwiegender vorkamen - angefangen hab ich glaub ich so Mitte Juli.
Mein Hausarzt meinte allerdings schon, dass er mich mal an einen Psychiater überweisen würde.
Dann werde ich das wohl mal in Angriff nehmen, weil ich nicht glaube, dass es im neuen Schuljahr besser wird...

07.09.2016 01:17 • #5


Hallo Thecheshirecat

Ich kenne die "grundlose" innere Unruhe und Nervosität leider zur genüge. Bei mir wurde eine generalisierte Angsstörung diagnostiziert und nun auch Depressionen.

Mit der Therapie habe ich die Angst leider nie ganz weggekriegt. Ich konnte aber eine zeitlang ganz gut leben damit, d.h. sie wurde phasenweise weniger. Dann habe ich mir aber Zuviel zugemutet und mich durch diese täglichen Ängste total erschöpft. Was mehrere depressive Episoden zur Folge hatte, mittlerweile die dritte. Aber genug von mir, nun zu dir.

Es ist manchmal hilfreich, die Gründe dafür zu kennen, um den dazugehörigen Gedanken erfassen zu können und Gegensteuer zu geben. Das kann ein bisschen helfen, ist aber tägliche Arbeit und erfordert ein waches Bewusstsein (was im Stress leider manchmal runtergeht).

Was genau bei der Angststörung hilft, kann ich leider nicht sagen. Ich habe dazu relativ wenig gefunden. Aber gegen das Depri-Tief gibt es einige Mittel:

- dir einen Wochenplan schreiben, mit Aktivitäten, die du unternehmen willst. Fix eingeplant gehören auch Pausen und Mussestunden. Ich für meinen Teil plane jeweils für 3 Tage. Habe da so eine Tabelle, wo die Tageszeiten pro Stunde drauf sind. Das bringt Struktur. Struktur gibt den Depris (also auch mir) Sicherheit
- jeden Tag mind. eine Stunde Bewegung. Studien zeigten, dass bei leichten bis mittelgradigen Depressionen die Bewegung gleich wirksam war wie Medikamente oder Therapie
-Meditation, anwendbar bei leichten Depressionen oder in einer Remission. Studien zeigten bei 80 % der Teilnehmer, die täglich eine halbe Stunde meditierten, eine deutliche Besserung der Symptomatik resp. eine geringere Rückfallquote (hat bei mir leider nicht so hingehauen, hatte damals aber noch täglich Tavor. Tavor verlangsamt den Lernprozess, resp. die Bildung neuer Nervenautobahnen, ich starte nun aber einen neuen Versuch für 8 Wochen).
- bei mir half eine zeitlang ganz gut pflanzliche Entspannungstabletten, mit Passionsblume.
- Entspannungsverfahren können auch Erleichterung bringen, allerdings muss man da auch zuerst das richtige für sich finden. Autogenes Training hat bei mir auch nur kurz geklappt, danach nicht mehr. Ich mache nun achtsames Yoga, besser gesagt Triyoga.
- den Fokus umlenken: konzentriere dich auf deine Stärken. Mehr dazu kannst du unter dem Begriff "Resilienz" nachlesen. Schreibe jeden Tag 5 Dinge auf, die positiv waren. Das hilft den Fokus vom "schlechten", der Sorge, auch auf positive Aspekte zu legen (die sieht man ja bisweilen gar nicht mehr, wenn man tief drin steckt).

Solltest du Fragen haben zur Meditation, da kann ich dir gerne auch etwas vertieft Auskunft geben.

Fazit: mir hilft Bewegung, der Strukturplan, das Triyoga, die 5 positiven Dinge, Meditation wird gerade getestet.

07.09.2016 12:30 • x 2 #6


Hallo erstmal,

Ich habe mir deinen Beitrag durchgelesen und möchte dir sagen , dass es zu 99% auf mich zutrifft. Das was du beschrieben hast, die ganzen Symptome, die Umstände, alles kann ich genauso von mir auch berichten. Du bist da wirklich nicht alleine. Ich bin 23 und bei mit hat es im Februar diesen Jahres angefangen(zuvor gab es kleinere Anzeichen seitdem mein Vater im Juni 2015 einen Schlaganfall hatte). Diese Anspannung und Nervosität die dann zur Verspannung der Muskel führt, habe ich ständig. Von früh bis abends (unterschiedlich stark) und es schränkt mich massiv ein, da es so extrem ist, dass ich wie du es beschreibst, das Gefühl habe umzukippen bzw. kaum Luft zu kriegen. Und dann entstehen zusätzlich noch Spannungskopfschmerzen, wodurch ich total kaputt und müde werde. Ich kann mir für den Moment nur mit Wärme helfen, habe einen Rotlichstrahler und ein Rücken/Nacken-Wärmegerät. Dadurch entspannt mein Körper etwas, jedoch hält es leider nicht lange an. War auch schon bei einer Mass., hat auch sehr gut getan, jedoch war die Verspannung nach nur einem Tag genauso wieder da. Langfristig bringen diese Methoden nichts, das habe ich auch gemerkt. Der Psychiater hat mir die progressive Muskelentspannung empfohlen, aber auch das hilft mir nicht weiter. Zur Zeit nehme ich nur 10mg Escitalopram morgens, sollte eig gegen diese Verspannungen helfen, doch ich glaube diese Dosierung reicht nicht aus, da ich es nun seit ca 5-6 Monaten nehme und seit 1-2Monaten rückfällig geworden bin, also die Symptome denen anfangs gut mit dem Medikament entgegen gewirkt wurde, sind in letzter Zeit sogar heftiger aufgetreten und verschwinden nicht.
Ich kann dir nur empfehlen ärztliche Hilfe zu suchen und dich ordentlich behandeln zu lassen. Nebenbei kannst du Wärmeanwendungen, Mass., Sport etc machen , um die Medis zu unterstützen. Aber mach nicht den Fehler, den ich gemacht habe.Mein Psychiater hat mir einfach Tabletten verschrieben , nach dem Motto "nimm mal das und das dann schauen wir", wodurch das richtige Gespräch gefehlt hat und ich nun mit schlimmeren Symptomen zu kämpfen habe. Deswegen werde ich meinen Psychiater wechseln und du solltest auch zu Jemandem gehen, der sich wirklich Zeit nimmt und dir eine gescheite Behandlung bietet.

08.09.2016 01:28 • #7


TheCheshireCat
Danke für eure Antworten.
@freisein: ja, das mit der Struktur ist ziemlich wichtig... Leider fällt mir allein das Planen schon schwer, geschweige denn das Einhalten.

Mittlerweile geht es allerdings ganz gut (in der 6. Ferienwoche.......), wenn ich mir nicht zu viel vornehme dann klappt das auch. Bewegung tut mir auch gut.
Ich zeichne jetzt auch wieder täglich, was auch zum Selbstwertgefühl beiträgt.

Ich mache mir nur vor allem Sorgen um das kommende Schuljahr, da alle Lehrer schon sagen, wenn man sich da nicht reinhängt kann man sein Staatsexamen vergessen. Wobei ich weniger Angst davor habe, es nicht zu schaffen (hatte letztes Jahr einen Schnitt von 1,8 - darum brauche ich mich also weniger zu sorgen), sondern davor, wieder nicht mehr abschalten zu können, wenn jede Woche irgendwas ansteht...
Allein schon diese Prüfungsangst.

Am Dienstag geht es wieder los, habe da aber auch abends wieder Therapie. Dann werde ich das auch nochmal ansprechen. Erwähnt habe ich es ja schon. Und dann sehen wir weiter...

Werde auf jeden Fall versuchen, mir einige "Ruhe-Inseln" zu schaffen. Schön zu wissen, dass man mit der Sache nicht allein ist...
Man bekommt viel zu oft zu hören, "man braucht doch gar keine Angst zu haben" :/

09.09.2016 11:42 • #8


Ich glaub das wissen wir alle, dass wir keine Angst zu haben brauchen. Und trotzdem ist sie da. Berichtest du mal wieder?

10.09.2016 17:17 • #9


Jeffrey
Ich kenn das problem meiner Änsgt schon lange ,wo sie enstanden wo sie herrkommen... Kindheit, der nach hausweg war immer mit Angst , das zu hause war Angst und mit Eltern zusammen sein war Stress und Angst.. 50% meiner Jugend, das reichte schon um jetzt ein psychofreak zu sein( dazu kommt das ich Sensibel bin).. Meine Ängste haben sich von Normalen in Chronischen Änsgten enwickelt, die wirklich den ganzen tag beherrschen.. nur wenn ich allein bin stunden mus das sein.. kann ich mal eine Ruhige minunte haben..

jo is selten.. deshalb habe ich stress asthma.. wird stärker wenn ich viel stress habe weniger wenn ich wenig stress habe, und da kommen wir zum Kreiss lauf, das dass asthma löst Äagste aus, ganzen tag fühle ich meine lunge rum rödeln mit dem schleim auf und ab.. Stress " ertinkungs anst" vershcluck ankst " eben stress von stress.. boa ..

11.09.2016 17:27 • #10


Hey na du,

das was du beschreibst hatte ich vor einem Jahr in meiner schweren Depressionsphase auch. Immer das Gefühl, als würde man auf etwas warten, innerlich nicht zur Ruhe kommen können bis hin zu Panikgefühlen, die über Stunden anhielten und mich nachts aus dem Schlaf gerissen haben. Es war schrecklich. Nichts konnte mich ablenken. Nun, ich hatte also schwere Depressionen mit Angst. Diese starke innere Unruhe, die Angstgefühle können auch ein Symptom einer Depression sein. Du schreibst, dass du jetzt in den Ferien in ein Loch gefallen bist. Das passt. Die Struktur fällt weg, man weiß nicht, was auf einen zu kommt und man lebt so in den Tag hinein. Das was du beschreibst könnte wirklich ein Symptom einer Depression sein mit Angst gekoppelt. Innerlich unruhig, aber gleichzeitig antriebslos.
Beschäftigt dich gerade etwas?

VG Lala

11.09.2016 23:52 • #11


TheCheshireCat
Zitat von Lala1984:
Beschäftigt dich gerade etwas?


Mich beschäftigt eigentlich immer was.
Ich kenne diese depressiven Schübe leider schon seit ich eingeschult wurde, damals konnte ich das Gefühl nur einfach nicht benennen. (Habe immer gesagt "Ich mache mir Sorgen" weil das am besten gepasst hat). Meine Eltern waren/sind ebenfalls beide depressiv und haben sich als ich ca. 1 Jahr alt war scheiden lassen, aber auch danach gab es viel Krach und beide haben sich immer gegenseitig schlecht geredet. Meine Mutter konnte mich auch nicht stillen oder anfangs keinen engen Kontakt mit mir haben, da sie eine schwere Lungenentzündung hatte und nach meiner Geburt schon halb im Delirium war.
Daher rührt meine starke Unsicherheit und mein mangelndes Vertrauen in Menschen, mir fällt es sehr schwer Freundschaften zu schließen/Bindungen einzugehen.
Dazu kommt auch dass meine Mutter mich einfach nicht "loslassen" kann, ich bin jetzt 20 aber sie sieht mich immer noch als Kind, denkt sie muss mich beschützen, ist verletzt, wenn ich einfach was "selber machen" will.
Ich bin ein sehr sensibler, ängstlicher Mensch und habe als Kind schon viel geweint, weine immer noch wegen noch so kleinen Fehlern. Eine Trotzphase fand während meiner Kindheit auch nicht statt, in der Pubertät auch kaum, ich habe Wut irgendwann einfach nur unterdrückt und war konfliktscheu, habe lieber zurückgesteckt als meine Meinung zu sagen.
Es sind unglaublich viele Baustellen.
Schon nach dem ersten Schultag waren alle meine Nägel wieder komplett abgekaut.

Also ja, mich beschäftigt sehr viel... Und wenn es nur "rückwirkend" ist.
In den Therapiestunden verfliegt die Zeit regelrecht. Das Kernproblem ist immer diese starke Unsicherheit.

14.09.2016 13:17 • #12


@TheCheshireCat diese Zeilen könnten von mir sein.... Krass diese Ähnlichkeit.... Hier im Forum wurde mal ein Buch empfohlen, dass bei mir viel Anklang fand, es kann dir eventuell helfen? Es geht darum, mehr Gelassenheit zu entwickeln mit passenden Übungen dazu. Liest du gerne? Es heisst "die 7 Geheimnisse der Schildkröte".

14.09.2016 13:29 • x 2 #13


TheCheshireCat
Zitat von Freisein:
Ich glaub das wissen wir alle, dass wir keine Angst zu haben brauchen. Und trotzdem ist sie da. Berichtest du mal wieder?


Ich wollte eigentlich vorhin schon mal antworten, aber irgendwie ist der Beitrag verloren gegangen ...
Ich muss sagen, die letzte Ferienwoche war eigentlich richtig schön, trotz Angstschüben. Ich habe mir einfach einen Plan gemacht, hab viel gezeichnet, war auch viel draußen und am Wochenende noch bei meinem Freund. Da hatte ich dann zwar auch nochmal einen Schub, aber das ging nach ein paar Stunden wieder weg.
Es hat sich richtig gut angefühlt, wieder ein bisschen Herr der Lage zu sein (bzw. über mein Leben), zu tun, was mir gut tut, auf mich selber hören. Spaß haben.
Das hatte ich irgendwie schon richtig verlernt (ich wusste ja eine Zeit lang gar nicht mal mehr, was mir eigentlich Spaß macht ... oder hatte regelrecht keine Energie für irgendwas). Mir ging es richtig gut, auch mein Bauch hat Ruhe gegeben und ich musste so gut wie nicht mehr daran denken.
Ich habe auch angefangen, mir kleine bunte Zettelchen zu schreiben mit Erinnerungen an Dinge, die noch zu erledigen sind, Dinge, die ich am nächsten Tag machen könnte, aufmunternde Worte und so weiter. Auch "Antwort"-Zettelchen hab ich geschrieben, wenn ich z.B. Dinge erledigt hatte, die auf einem anderen Zettel standen, sozusagen als Lob. Das möchte ich eigentlich so beibehalten.

Leider kam dann der erste Schultag (am Dienstag) und ich hatte einen totalen Absturz, schon die Nacht zuvor. Ich musste plötzlich weinen, weil ich nicht wieder hin wollte. Ich wollte nicht zurück zu all dem Müssen, Lernen, Stress. Der Morgen war auch furchtbar (mir geht es morgens sowieso immer schlecht), und natürlich hatte ich mir dann auch noch eine falsche Uhrzeit aufgeschrieben und kam 1 1/2 Stunden zu spät. Ich dachte, ich spring von ner Brücke. So ein bescheuerter Start ...
Heute kamen auch wieder starke Bauchschmerzen dazu, richtig kolikartig, und ich dachte, ich muss jetzt sofort aufs Klo, sonst passiert was, aber es kam nichts, als wäre ich zugeschnürt. Ich habe jetzt totale Angst, dass die ganze Bauchgeschichte wieder ihren Lauf nimmt wie schon letztes Schuljahr. Dabei war es doch die letzten Tag so gut und ich habe es richtig genossen...

Ich habe ein richtiges Problem mit der Schule. Ich will eigentlich gar nicht mehr hin. Aber ich muss. Erstens weil ich einfach eine Ausbildung brauche, und zweitens weil mir meine Ausbildung sogar bezahlt wird von einem Labor, für das ich dann später arbeite (bin an einer nicht grade günstigen Privatschule).
Das kann man nicht einfach abbrechen.
Heute bin ich weinend zu Hause angekommen. Wegen der Bauchschmerzen und einfach wegen allem. Die ganzen schönen Gefühle von den letzten Tagen sind einfach wie weg. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, mir noch Schulzeug zu kaufen und ein paar andere Sachen, aber ich wollte dann nur noch nach Hause. Ich bin einfach nur noch tieftraurig.
Ich bin nicht schlecht in der Schule. Es ist auch interessant. Aber ich gehe nicht gerne hin. Es macht mir keinen Spaß. Schon der Geruch, wenn ich da ankomme, löst bei mir ein schlechtes Gefühl aus (nicht dass es irgendwie schlecht riecht, es ist einfach der Geruch der Schule an sich). Die praktische Arbeit im Labor macht mir auch überhaupt keinen Spaß und ich bin meistens heimlich froh, wenn wir mal nur einen Theorietag haben, wo wir nicht im Labor sind.
Ich dachte, das wäre das richtige für mich. Und meine Mutter sagt auch ständig, "Das passt voll zu dir, kann ich mir richtig gut vorstellen, das war die richtige Entscheidung". Aber ich bin so sehr am Hadern mit mir selbst. Ich weiß schon gar nicht mehr, ob das überhaupt das richtige war.
Mir graust es schon vor morgen. Vermutlich schreiben wir sowieso gleich eine Ex, weil es ja jetzt alles "kein Herbstspaziergang mehr ist", wie unsere Lehrer immer sagen, und dass wir uns jetzt reinhängen müssen. Ich will gar nicht daran denken.

Dazu kommt noch, dass mein Freund, der vor zwei Wochen in eine andere Stadt gezogen ist, plant, dass wir bald zusammen ziehen. Das kommt für mich auch überhaupt nicht infrage!
Er meint, das wäre vielleicht gut, dass ich raus komm von zu Hause, von meiner Mutter weg. Er hat ja recht, aber ich will doch erstmal meine eigene Wohnung, selber arbeiten, Geld verdienen und alles. Außerdem bin ich total introvertiert und bin das Alleinsein seit Kind auf gewöhnt, ich saß oft nur in meinem Zimmer und hab mich selbst beschäftigt, und das ist auch heute noch so. Ich brauche das, ich brauche meinen Freiraum.
Ich hab ihm das auch alles erklärt, nur er meint, es hasst es, alleine zu wohnen, er könnte das einfach nicht, und ich dagegen will gar nicht (zumindest noch nicht) ans Zusammenziehen denken. Vor allem so früh ... das wäre weder gut noch sinnvoll.

Jetzt sind da schon wieder ganz schön viele Probleme mit aufgeploppt. Die Nervosität ist selbstverständlich wieder da. Sie ging ja eben kurz weg, als ich begonnen hab, meinen Tag selbstständig zu strukturieren, auf mich selbst zu hören und einfach das zu tun, worauf ich Lust habe. Jetzt ist das alles weg, und selbst die Dinge, die ich dann gern gemacht habe, will ich jetzt schon wieder gar nicht mehr machen, weil meine Gedanken wieder nur um die Schule/Zukunft kreisen.
Ich krieg wirklich die Krise...

Ich werde mich mal nach dem Buch umschauen, vielleicht hilft es ja was... Im Moment wünschte ich mir, ich hätte einfach täglich Therapie und könnte mich da auskotzen oder ausheulen, wie man's nimmt. Oder dass wenigstens die Schule nicht wäre...
Wie soll denn das alles nur werden...?

14.09.2016 16:33 • #14


Zitat von TheCheshireCat:
Sie ging ja eben kurz weg, als ich begonnen hab, meinen Tag selbstständig zu strukturieren, auf mich selbst zu hören und einfach das zu tun, worauf ich Lust habe.


Oje, das klingt ja gar nicht gut. Deine Therapeutin ist wieder da, gell? Ich glaub du musst dringend das Thema Ausbildung mit ihr anschauen, vielleicht auch zu einem Berufsberater gehen. Es bringt nichts, sich durch etwas zu quälen, was das Herz oder die Seele nicht will. Und leider, vor allem wenn deine Mutter sagt, es sei das Richtige für dich, machst du es für dich oder für deine Mutter? Bitte beantworte dir diese Frage ganz ehrlich. Machst du die Ausbildung, um niemanden zu enttäuschen, oder weil du das so willst und dir eine berufliche Zukunft in diesem Bereich wünschst? Übergehe deine Bedürfnisse nicht, das ist ungesund.

Auch bei deinem Freund gerätst du wieder in einen Gewissenskonflikt: kann es sein, dass du ihn nicht enttäuschen willst? Weisst du, wenn er nicht alleine wohnen will ist das ja überhaupt kein Problem, er kann auch in eine WG, da ist er nicht allein und zahlt zudem weniger Mietzins!

Du hast es selbst so schön geschrieben:wenn du auf dich hörst, geht's dir gut. Was ist also die Schlussfolgerung? Hör auf dich und nimm deine Bedürfnisse ernst. Ich bin auch gerade dabei, dies zu lernen (nach sooooo langer Zeit endlich).

14.09.2016 18:34 • x 1 #15


TheCheshireCat
Zitat von Freisein:
Es bringt nichts, sich durch etwas zu quälen, was das Herz oder die Seele nicht will. Und leider, vor allem wenn deine Mutter sagt, es sei das Richtige für dich, machst du es für dich oder für deine Mutter? Bitte beantworte dir diese Frage ganz ehrlich.


Das ist der Knackpunkt, ich dachte eigentlich wirklich, ich möchte das machen. Hab mich ja in der Arbeitsagentur auch viel informiert weil ich ewig, ewig nicht wusste, was ich denn überhaupt machen will. Bin notgedrungen nach der Realschule noch auf die FOS, um Zeit zu gewinnen. War aber auch kein Fehler, ehrlich gesagt.
Aber nun ja, du hast schon recht. Ich kann oft sehr schwer unterscheiden zwischen was ich wirklich will, und zwischen niemanden enttäuschen wollen oder jemanden beeindrucken wollen. Daher breche ich auch viele Hobbys schnell wieder ab.
Ich hab da in die Richtung Enttäuschung durchaus ein Problem, leider. Hab als Kind immer nach jedermans Pfeife getanzt weil brav sein für mich hieß: ich bin toll. Hab mich also immer mehr nach anderen gerichtet.
In der Schule jetzt ging es mir bereits anfangs schon nicht gut. Ich war da total eingeigelt und still und hab auch viel geweint. Ich bin zwar langsam aus dem Schneckenhaus raus, aber gern gehe ich trotzdem nicht zur Schule.
Das war auf der FOS anders, also liegt es nicht an einer "Null-Bock"-Einstellung.

Ich hatte auch zu Beginn dieser MTLA-Schule einen recht signifikanten Traum. Ich träumte ich war schwanger, fand das erst total toll, und meine Mutter war super begeistert. Dann mit der Zeit dachte ich mir aber, "Was zur Hölle, ich will doch jetzt kein Baby, ich bin da ja noch gar nicht bereit dafür" etc. und die Freude schwand, während meine Mutter weiterhin total begeistert war.
Vielleicht war das ein Zeichen.
Vielleicht hab ich mich einfach nur toll gefühlt weil ich jetzt so viel schlaues weiß. Aber der Beruf gefällt mir gar nicht. Ich merke es ja schon am praktischen Arbeiten, ich hoffe immer insgeheim, dass wir nichts Praktisches machen an dem Tag.
Bin nicht faul, ich mag es nur einfach nicht.

Abbrechen kann ich auch schlecht. Dann muss man alles zurückzahlen. Mit meiner Mutter will ich nicht drüber sprechen, dafür macht sie mir zu viel Angst bzw schiebt die Schuld meistens indirekt auf mich ("Du hast dir die Schule selber ausgesucht, ich kann nichts dafür, dass du gestresst bist" etc). Dafür nervt es sie, wenn ich Dinge wie "Jetzt bin ich wieder schuld" sage.
Und ja, ich richte mich zu stark nach meiner Mutter. Das is ein großes Problem, das immer schon mein Leben dominiert hat. Und selbst wenn sie sagt "Ich halt mich doch jetzt größtenteils raus aus deinem Leben" - sie ist immer irgendwie präsent, wenn auch nur in meinem Kopf.
Und dann kommt wieder die Angst, zu Versagen und nicht zu Genügen.

14.09.2016 20:57 • #16


Ach meine Liebe, ich hab doch genau dasselbe Problem mit der Mutterbindung, deswegen habe so direkt nachgefragt. Und schon wieder eine Parallele: dreimal darfst du raten, was mein erster erlernter Beruf war: MTLA. Ich habe schon während der Ausbildung gemerkt, dass das nix für mich ist. Hab dann aber trotzdem weiter gemacht, weil ich einen Abschluss haben wollte.

Später habe ich dann auch eine Stelle gefunden, die sehr abwechslungsreich war. Sooo übel war es also nicht, aber auch nicht wirklich "meins".

Nebenbei bemerkt: meine Mutter hätte am liebsten Medizin studiert. Als das nicht ging, wollte sie Laborantin werden. Als das auch nicht ging, hat sie Arzthelferin gemacht. Habe ich unbewusst ihre unerfüllten Wünsche erfüllt?

Und weisst du was? Ich habe damals in der Ausbildung auch so einen komischen Traum gehabt, ich wäre schwanger. Im Detail weiss ich es nicht mehr genau, ich war irgendwie zu Hause und da war eine Treppe und ein Puppenwagen und irgendwas mit meiner Mutter, die gerufen hat.

Also wenn du jetzt schon merkst, dass dir das praktische Arbeiten überhaupt nicht liegt...... Ich weiss nicht, das ist alles Geld der Welt nicht wert, das dann trotzdem durchzuziehen. Ich mochte das praktische Arbeiten, nur die vielen Geräte nicht und die Spitalatmossphäre und das Sterile überall. Es kam mir leblos vor. Aber so ein bisschen pipettieren und exakt arbeiten, das entsprach mir schon.

14.09.2016 21:33 • #17

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TheCheshireCat
Hallo @freisein, da sind ja einige Parallelen...
Ich bin um 4:20Uhr aufgewacht und liege seitdem wach. Bin sehr nervös und mein Bauch ist seit gestern eine Kugel voller Luft. Das hatte ich in den Ferien so gut wie nie, und ich war auch froh drum.
Aber immerhin bin ich vor dem Wecker aufgewacht, aus dem Schlaf gerissen zu werden ist da ja noch schlimmer.
Meine Therapeutin ist wieder da, ich war am Dienstag auch bei ihr. Da ging es mir noch nicht ganz so schlecht, weil ich wenigstens in die andere Gruppe wechseln konnte (die Klasse ist in den praktischen Fächern zweigeteilt). Hab ihr aber schon erzählt wie sehr es mir vor der Schule gegraust hat, vor allem nach dieser schönen Woche.
Wir haben außerdem darüber geredet wie meine Mutter mich ständig unter Druck setzt, ohne es selbst zu merken, und es daher immer abstreitet. Laut ihr braucht man nicht "immer alles auf die Eltern schieben, sobald man weiß, warum was mit einem nicht stimmt, kann man ja dran arbeiten". Bei ihr gibt es keine Ausreden und man ist für alles immer und jederzeit selbst verantwortlich. Als ich ihr einmal weinend gesagt habe, ich will doch nur eine gute Tochter sein, meinte sie "Ja, dann brauchst du Therapie".
Im Grunde hat sie ja recht mit dem an sich Arbeiten und dass man nicht immer anderen die Schuld geben kann. Aber sie erwartet von mir auf der einen Seite Selbstständigkeit und Verantwortung, auf der anderen gibt sie selbst zu, dass sie dauernd denkt, ich krieg mein Leben nicht auf die Reihe. Wie soll man denn da dran arbeiten, wenn der Auslöser so präsent ist?
Wenn ich sage, ich kann irgendwas nicht, dann heißt es, lern es. Wenn ich ihr sage, sie soll sich einfach aus meinem Leben halten, dann sagt sie aber, "Das kann ich nicht, ich kann da einfach nicht zu schauen und nichts sagen". Erst, seit ich an der MTLA-Schule bin, hält sie sich mehr zurück,weil ja jetzt quasi "die Weichen gestellt sind" und erstmal nichts mehr schief gehen kann. Sie sagt dann immer, wie stolz sie ist, aber das will ich einfach nicht hören. Es gibt mir nur noch mehr das Gefühl, ich lebe nur, um sie stolz zu machen.
Als es mir gestern so schlecht ging hab ich ihr natürlich nichts erzählt. Ich meinte nur auf ihre Frage hin, dass ich lernen muss. Sie meinte dafür kann sie nichts und dass ich die schlechte Laune nicht an ihr auslassen soll, ich meinte dann, ich kann auch nichts dafür. Sie sagte "Doch natürlich, du hast dir die Schule ja ausgesucht."
Das Gespräch war danach instant beendet.
Mein Freund drängt mich immer dazu, ihr doch mal alles zu sagen, was mich stört, aber da hab ich eine Höllenangst davor und bin dann immer wie blockiert. Wenn ich dann doch mal was sage, ist sie sofort verletzt und sagt, ich soll mal dankbar sein, dass ich hier wohnen kann, dass ich immer wen zum Reden habe und so weiter. Dass ich ihr gegenüber unfair bin. Dann fühle ich mich wieder total schlecht.
Und der Fakt, dass sie mich schon halb anschreit, nur weil ich mich nicht getraut habe, beim Fahrradgeschäft zu fragen, ob sie meine Reifen aufpumpen können, überzeugt mich sehr fest davon, ihr nicht zu sagen, dass diese Schule mich kaputt macht. Sie ist so ein Mensch - wenn du's dir selber ausgesucht hast, musst du es auch durchziehen. Aber ich bin jetzt schon kaputt. Irgendwas in mir rebelliert grade total und ich kann es nichtmal rauslassen, außer beim Zeichnen vielleicht.

15.09.2016 05:19 • #18


Dann zeichne! Sie hat halb halb Recht, deine Mutter. Natürlich sind wir selbst verantwortlich. Aber sie ist da zu einseitig. Wir leben nicht isoliert voneinander, dann wäre das möglich, mit der Selbstverantwortung. Aber wir sind immer auch ein bisschen beeinflusst von der Umwelt, den Menschen um uns herum, das ist völlig normal (sagt auch der Buddhismus, Gesetz der Abhängigkeiten voneinander).

Es ist auch eine Definitionssache, diese Selbstverantwortung. Für meinen Teil, und ich denke meine Therapeutin denkt da auch so, ist es Selbstverantwortung, etwas NICHT durchzuziehen, wenn man merkt, das ist nun also überhaupt nicht meins. Meine Therapeutin hat einmal gesagt, es sei unsere Pflicht im Leben, zu schauen dass es uns gut geht. Egal wie der Weg dann ausschaut.

Deine Mutter klingt in meinen Ohren nicht sehr liebevoll, sondern eher hart und unflexibel. Ich denke sie hat auch mit sich zu kämpfen, wenn sie so gar nichts von dir annehmen kann sondern gleich wieder alles von sich weg schiebt auf dich. Vielleicht wäre es doch ganz gut, wenn du dort weg könntest. Es ist schwierig, sich zu entwickeln, wenn man immer mit dem Alten konfrontiert wird, das stimmt absolut.

15.09.2016 11:05 • #19


TheCheshireCat
Ach, es ist schön, hier immer wieder mal reinschauen zu können. So richtig reden kann ich da nicht wirklich mit jemandem, Therapie ist ja nur einmal wöchentlich (wobei ich auch über eine Verhaltenstherapie nachdenke), und mein Freund weiß mir auch nicht immer so recht zu helfen, und jetzt wohnt er ja auch nicht mehr hier.
Ja, da wir heute tatsächlich eine Ex geschrieben haben, hab ich mir vorgenommen, heute abend einfach mal drauf zu schei*en und zu zeichnen. Lief eh nicht so gut, weil ich gestern so gut wie nur am Heulen war und ich mir da definitiv nicht merken konnte welche Spirochäten da was machen und welche Mykobakterien jetzt pathogen sind und welche nicht. Ich bin ganz ehrlich der Meinung, solang ich psychisch so am Boden bin, brauch ich gar nicht erst versuchen, mir das einzutrichtern. Ich muss mich erst mal wieder ein bisschen derappeln.

Allerdings hat mich gestern mein Vater nach Ewigkeiten wieder angeschrieben (wir haben kaum mehr Kontakt, was mich aber nicht sonderlich stört) und ich hab ihm mal die ganze Sache geschildert, was ich sonst eigentlich nie mache, weil ich mit ihm nicht groß über meine Gefühle rede. Es war gar nicht schlecht. Auch wenn ich jetzt wieder nicht weiß, was ich von ihm oder unserer Beziehung halten soll (wollte den Kontakt eigentlich abbrechen). Naja...

Was mich auch seit über einem Jahr belastet ist, dass ich mich in meinem Körper nicht wohl fühle (identifziere mich nicht mit meiner Weiblichkeit), das ist manchmal besser aber meistens recht schlimm. Ich versuche es weitesgehend zu akzeptieren. Vermutlich hat es mit "zu wenig Vater" und "zu viel Mutter" zu tun. Ich finde mich objektiv gesehen schon echt attraktiv, aber genau das stört mich ja so, diese Weiblichkeit.
Aber das ist nochmal ein ganz anderes Fass, das ich da aufmache... (Für meine Mutter war es absolut unverständlich und ich habe es stark bereut, ihr davon erzählt zu haben)

Ich bemühe mich heute/morgen mal um einen schönen Tag... Vielleicht klappts ja. Zeichnen will ich heute auf jeden Fall.

15.09.2016 13:24 • #20



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Mira Weyer