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K

Katzenfan
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Sammelthema
Hat jemand von euch Erfahrungen bei einem Heilpraktiker für Psychotherapie?
Hat von euch jemand schon mal eine Therapie bei einem Heilpraktiker gemacht?

22.01.2023 x 1 #1


63 Antworten ↓
S

Siebert
Gast

Ich klinke mich hier auch mal ein und teile meine Erfahrungen mit.

Seit 4,5 Jahren leide ich an Angststörungen.
Ich bin seit vier Jahren in Behandlung bei einer diplomierten Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie). Meine letzte Sitzung von 45 insgesamt wird jetzt dann in einigen Wochen sein.

Einige Zeit vor Beginn der Therapie bei der Dame (die übrigens nicht jung ist, sondern um die 55 und entsprechend Erfahrung aufbieten kann rein vom Alter) war ich einige Stunden bei einem Heilpraktiker (da ich warten musste, bis ich einen Therapieplatz bei einem "Schulmediziner" bekommen habe).

Es ist wahrscheinlich etwas meine Schuld, aber ich kann jetzt im Nachhinein nach diesen vier Jahren nicht sagen, dass ich die Therapie und die Psychologin nicht besonders "wirksam" oder gut fand.
Sicherlich war es nicht komplett umsonst, aber ich hätte nach ca. zwei Jahren abbrechen und wechseln sollen.
Jetzt im Nachhinein muss ich sogar sagen, dass die paar Std. vom Heilpraktiker mir mehr gebracht haben als die vier Jahre bei der Schulmedizinerin.

Ich könnte jetzt genauer darauf eingehen, was genau nicht so recht gepasst hat bei der Therapie, aber das würde den Rahmen sprengen.

Im Endeffekt will ich sagen:
Man kann hier und hier auf die Schnauze fallen bzw. den Falschen erwischen.
Das Wichtigste ist (und das rate ich aus meiner Erfahrung, denn ich hab es leider nicht gemacht):
Wenn man nach einer gewissen Zeit merkt, dass es irgendwie nicht so recht passt, keinen richtigen Erfolg bringt oder man irgendwie in der Behandlung "stehen bleibt", dann brecht ab und wechselt den Therapeuten! Das ist ganz ganz wichtig! Sprecht es offen und höflich an.
Ich dachte mir bei meiner Therapeutin die letzte Zeit oft:
"Fast jede Stunde immer das Gleiche und dafür kassiert sie 100 Euro pro Std von meiner Krankenversicherung." Dagegen fand ich das Geld, welches ich dem Heilpraktiker gezahlt habe (60 pro Std) definitiv sinnvoller. Aber das sind eben meine persönlichen Erfahrungen.

Ich werde es jetzt dann wieder mit einer Heilpraktikerin versuchen, welche einen Vortrag gehalten hat an der Schule meiner Frau und mir sehr kompetent rüberkam und vielleicht genau das ist, was ich suche.

Letztendlich zählt für uns Betroffene wirklich nur, was am Ende für einen selbst herauskommt.
Die "Bildung" oder der Lebenslauf ist zweitrangig finde ich. Meine Therapeutin ist z.B. eigentlich schwerpunktmäßig "Kinderpsychologin", hat selbst aber keine Kinder. Da frage ich mich schon, wie sie wirklich Einblick haben kann in das Thema.....weil ich ja selbst Kinder habe...da kann man noch soviel studiert haben....man wird nie nachvollziehen können, wie das ist mit Kindern, wenn man nie selbst welche gehabt hat.
Dagegen können selbst Leute hier im Forum mit viel Erfahrung und Kompetenz oft mehr bewirken, als so mancher hochstudierte Psychologe.

Nicht falsch verstehen....ich will die Schulmedizin nicht schlecht machen - sie ist natürlich die erste Anlaufadresse und es gibt bestimmt viele sehr gute Psychotherapeuten, aber wie immer ist nicht jeder gut oder besser als die Alternativen (Heilpraktiker usw). Auch dort gibt es wirklich gute Leute und man kann diesem Gebiet durchaus auch eine Chance geben und sollte sie nicht verteufeln.

So gesehen sollte man einfach offen sein und, wenn es sein muss, alles probieren, bis man bei dem landet, der "einem gut tut".

02.04.2019 18:45 • x 4 #22


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Heilpraktiker für Psychotherapie Erfahrungen

x 3


FeuerWasser

FeuerWasser
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Zitat von Twice:
Gibt es diesen Beruf eigentlich wirklich ? Oder sind das irgendwelche selbsternannten Seelenfänger ?

Den "Beruf" gibt es wirklich. Jeder kann sich zum HEP "ausbilden" lassen. Das dauert ca 13 Monate wo in Wochenendseminaren Psychotherapie als Crashkurs für jedermann angeboten wird.
Es gibt Vertiefungen zB in Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologie, Familientherapie etc.
Der Begriff "Therapeut" ist nicht geschützt und daher kann das jeder Heilpraktiker an sein Klingelschild schreiben. Was nicht gehen würde, ist, wenn der Heilpraktiker schreiben würde er sei
Psychotherapeut.
Es ist teilweise irreführend, man kann nicht von jedem erwarten, dass er darüber Bescheid weiß sondern viele gehen guten Glaubens zu einem "Therapeuten" und denken sie hätten eine kompetente
Fachperson vor sich sitzen.
Ich empfinde es als gemein gefährlich wenn Heilpraktiker auf traumatisierte Klienten losgelassen werden. Nicht selten sitzen diese Klienten in der Notaufnahme weil bei solchen Sitzungen irgendwas
aufgerissen wird und dem Heilpraktiker die fachliche Kompetenz fehlt das professionell aufzufangen.
Es gibt dazu immer wieder heiße Diskussionen wo die Schulmedizin über Heilpraktiker "herfallen" und umgekehrt. Ich persönlich würde mich wohler fühlen, mit einer behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankung bei einem Psychotherapeuten zu sitzen der immerhin einen sehr langen Bildungsweg von insgesamt 10 Jahren vorweisen kann als bei so einem Kurpfuscher.
Muss man sich operieren lassen legt man sich auch nicht bei jemandem unters Messer der eine Berufsausbildung als Friseur hat und sich online Operations Tutorials bei Youtube anschaut. Da muss/sollte man sich selbst- und die eigene Gesundheit wichtig nehmen.

Wenn du innerhalb von 6 Monaten keinen Kassentherapeuten findest dann hast du die Möglichkeit nach gewissen Voraussetzungen und in Absprache mit deiner Krankenkasse dir einen außervertraglichen Therapeuten bezahlen zu lassen. Die Voraussetzungen sehen meist so aus (zumindest bei zB der IHK oder bei der Techniker Krankenkasse), dass du dir eine Therapeutenliste abholst, diese Therapeuten der Reihe nach anrufst, jeweils den Grund notierst warum der Therapeut nicht in Frage kommt (zB weil die Fachrichtung nicht passt und ein Therapeut nur Suchtpatienten behandelt oder weil aufgrund der Kapazitäten keine neuen Klienten angenommen werden.), dann wird diese Liste bei der Krankenkasse abgegeben. Zeitgleich muss man sich einen außervertraglichen Therapeuten suchen und diesen als Vorschlag mit bei der Krankenkasse einreichen.

24.01.2019 00:48 • x 4 #15


Zum Beitrag im Thema ↓


FeuerWasser
Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich persönlich habe mehr Vertrauen zu jemandem der sein "Handwerk" fachmännisch gelernt hat, der klinische Erfahrungen mitbringt als jemandem der nach einem 15-monatigem Lehrgang an Menschen herumdoktert die traumatisiert sind und schwere persönliche Probleme mitbringen.

x 6 #2


kalina
Ich wäre da sehr vorsichtig. Bei kleineren Problemen kann man da vielleicht hingehen, aber bei schwereren Störungen wie Depressionen oder Panikattacken würde ich nicht dorthin gehen. Heilpraktiker haben keine ärztlich fundierte Ausbildung.

x 6 #3


H
Hallo Katzenfan, ich bin seit kurzem auch bei einem HP fuer Psychotherapie. und war vor ca 2 Jahren bei einer Dame mit der selben Ausbildung.
ich gebe zu dass ich skeptisch bin und in letzterem Fall hat sich das wirklich als berechtigt herausgestellt. sie hat sich dermaßen unprofessionell verhalten dass ich die Therapie abgebrochen habe.
der jetzige Therapeut ist sehr nett, hat mich aber im ersten Gespräch ziemlich verwirrt .wir redeten von den maennern meines Lebens und dass sie mir alle nachgelaufen sind als ich jünger war. und er meinte, er wuerde mich auch ero. finden
ehrlich gesagt fand ich das im Rahmen einer Therapie unpassend. und ich weiß nicht ob mir das gut getan hat.
was meint ihr?

x 1 #4


kalina
Zitat von hydra:
der jetzige Therapeut ist sehr nett, hat mich aber im ersten Gespräch ziemlich verwirrt .wir redeten von den maennern meines Lebens und dass sie mir alle nachgelaufen sind als ich jünger war. und er meinte, er wuerde mich auch ero. finden
ehrlich gesagt fand ich das im Rahmen einer Therapie unpassend. und ich weiß nicht ob mir das gut getan hat.


Ist das Dein Ernst?

Ich würde an Deiner Stelle schleunigst das Weite suchen. Abgesehen davon, dass einem sowas auch bei einem "normalen Psychotherapeuten" passieren kann. Aber ein seriöses therapeutisches Vertrauensverhältnis kann man so nicht aufbauen.

Wenn Du ernsthafte psychische Probleme hast such Dir einen professionellen Psychotherapeuten der eine Kassenzulassung hat.

x 2 #5


H
Danke Kalina.aber du kennst ja wahrscheinlich die Situation bei den Kassentherapeuten!ich .Weiss noch nicht was ich machen werde.muss aber einfach reden!

x 1 #6


FeuerWasser
Zitat:
Danke Kalina.aber du kennst ja wahrscheinlich die Situation bei den Kassentherapeuten!ich .Weiss noch nicht was ich machen werde.muss aber einfach reden!

Das soll nicht böse klingen aber das ist plankes Unwissen. Wer eine behandlungsbedürftige Erkrankung hat und innerhalb von 6 Monaten keinen Kassentherapeuten findet kann über die Krankenkasse beantragen das ein außervertraglicher Therapeut bezahlt wird. Dazu holt man sich die Therapeutenliste von der Krankenkasse, schreibt neben jedem Namen wann man angerufen hat und warum es nicht passt (kein freier Termin, für das Erkrankungsbild nicht passend etc). Gleichzeitig sucht man sich einen außervertraglichen Therapeuten, klärt dort alles nötige ab und das wird gesammelt bei der KK eingereicht. Jeder der will findet einen Therapeuten und ist nicht von derart unprofessionellen Stümpern abhängig die mehr Schaden anrichten als Nutzen.

x 1 #7


T
Hallo an alle,

ich habe vor kurzem den ""Tipp" bekommen, zu einer "Heilpraktikerin für Psychotherapie" zu gehen. Als ich mir die medizinische Eignung /Ausbildung mal ansehen wollte, konnte ich leider keine Info bekommen .Gibt es diesen Beruf eigentlich wirklich ? Oder sind das irgendwelche selbsternannten Seelenfänger ?

Bestimmt haben hier in diesem Forum schon einige andere Erfahrung mit solchen "Angeboten" gemacht.

Vielen Dank

Twice

#8


Schlaflose
Auf jeden Fall bezahlt die Kasse so eine Therapie nicht.

x 3 #9


la2la2
Das Schild kann sich jeder sehr schnell an die Tür Nageln. Wer super auswendig lernen kann, kann 2-5 Fachbücher durchlesen, dann zum Gesundheitsamt tingeln, schriftliche und mündliche Prüfung für 300-600Euro machen und fertig.

Dann zahl lieber einen "echten" Psychologen privat, wenn es nicht auf Kasse geht. Da sollte das etwa 100Euro pro Stunde kosten. Wohingegen Hobbyheilpraktiker verlangen auch gerne mal 50-100Euro pro Stunde dafür....

x 4 #10


kalina
Sie haben keine fundierte Ausbildung.

Wenn man eine echte psychische Störung hat, würde ich unbedingt abraten. Im besten Fall verliert man dabei viel Geld, im schlechtesten gehts gesundheitlich ganz übel bergab und verliert dabei zusätzlich noch viel Geld. So erging es mir mit jugendlicher Unwissenheit und Naivität und beginnender Angsterkrankung und Depression.

Allerdings, wenn man eigentlich gesund ist und nur ein bisschen Beratung und Unterstützung benötigt, kann es schon hilfreich sein zu einem Heilpraktiker zu gehen. Der Placeboeffekt ist nicht zu unterschätzen.
Ich würde dann aber dazu raten zu einem Arzt mit Zusatzausbildung zum Heilpraktiker zu gehen, das gibt es nämlich auch. Dieser hat eben eine fundierte medizinische Ausbildung und bietet trotzdem homöopathische Mittel an.

Ich habe in jungen Jahren daran geglaubt. Jetzt schon lange nicht mehr, deswegen hilft mir der Placeboeffekt (der bestimmt nicht schlecht ist) leider nicht mehr.

Pflanzliche Mittel im Gegensatz zu Chemie halte ich dagegen schon für wirksam und sinnvoll. Aber auch da sollte man sich in der Apotheke oder beim Arzt beraten lassen.

x 3 #11


T
Vielen ,vielen Dank für die vielen Informationen von Euch. Jetzt kann ich es besser einschätzen ,wenn mir solche "Geheimtipps" empfohlen werden. Ich hatte diesen Tipp von einer Freundin bekommen, Mund-zu-Mund Propaganda. Sie nennt ihn immer "Pferdeflüsterer". Auf meine Nachfrage, wie diese Person den heißt; keine Antwort. Da hatte ich irgendwie das Gefühl, man muss erst zu "den Eingeweihten der Fan-Gemeinschaft" gehören. Ich hatte noch mehrmals gefragt, wie dieser den heißt, bis heute keine Antwort.

Was sind das für neue Gruppen von selbsternannten Gesundheits-Gurus, Seelenfänger ,ich kenne so was nicht. Wenn man schon solche Angebote in Anspruch nimmt, hat man doch mit Sicherheit seel. Krisen.

Bei solchen Seelenfängern, Finger weg lassen ! ,denke ich mir. Ist das so eine Art neue Modewelle ?

x 2 #12


YesItsMe0
Zitat von Twice:
Ich hatte diesen Tipp von einer Freundin bekommen, Mund-zu-Mund Propaganda. Sie nennt ihn immer "Pferdeflüsterer". Auf meine Nachfrage, wie diese Person den heißt; keine Antwort. Da hatte ich irgendwie das Gefühl, man muss erst zu "den Eingeweihten der Fan-Gemeinschaft" gehören. Ich hatte noch mehrmals gefragt, wie dieser den heißt, bis heute keine Antwort.


Wirklich eine tolle Freundin hast du da die nichtmal solche einfachen Sachen mit dir teilen mag Shocked

x 1 #13


T
Hallo YesltsMe0 (richtig gelesen ?)

tja, genau das frage ich mich auch.................ich habe das Gefühl, das sich (auch auf Youtube) eine sehr komische Pseudo-alternative Gesundheitsszene gebildet hat, und so kommt mir das auch bei diesem "Pferdeflüsterer" vor. Schon diese Geheimhaltung, das erscheint mir nicht sehr reflektiert und vertrauenserweckend; bei meiner Bekannten und diesem "Pferdeflüsterer" . Auch auf Youtube fällt es mir immer schwerer, gute von schlechten Gesunheits-Experten (?) zu unterscheiden. Es hat mit Sicherheit seinen Grund, warum sie diesen "Tipp" nicht mit mir teilen mag, ich gehöre nicht "zu den Eingeweihten" denke ich mir. So was würde niemals ein guter Therapeut machen.

x 1 #14


FeuerWasser
Zitat von Twice:
Gibt es diesen Beruf eigentlich wirklich ? Oder sind das irgendwelche selbsternannten Seelenfänger ?

Den "Beruf" gibt es wirklich. Jeder kann sich zum HEP "ausbilden" lassen. Das dauert ca 13 Monate wo in Wochenendseminaren Psychotherapie als Crashkurs für jedermann angeboten wird.
Es gibt Vertiefungen zB in Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologie, Familientherapie etc.
Der Begriff "Therapeut" ist nicht geschützt und daher kann das jeder Heilpraktiker an sein Klingelschild schreiben. Was nicht gehen würde, ist, wenn der Heilpraktiker schreiben würde er sei
Psychotherapeut.
Es ist teilweise irreführend, man kann nicht von jedem erwarten, dass er darüber Bescheid weiß sondern viele gehen guten Glaubens zu einem "Therapeuten" und denken sie hätten eine kompetente
Fachperson vor sich sitzen.
Ich empfinde es als gemein gefährlich wenn Heilpraktiker auf traumatisierte Klienten losgelassen werden. Nicht selten sitzen diese Klienten in der Notaufnahme weil bei solchen Sitzungen irgendwas
aufgerissen wird und dem Heilpraktiker die fachliche Kompetenz fehlt das professionell aufzufangen.
Es gibt dazu immer wieder heiße Diskussionen wo die Schulmedizin über Heilpraktiker "herfallen" und umgekehrt. Ich persönlich würde mich wohler fühlen, mit einer behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankung bei einem Psychotherapeuten zu sitzen der immerhin einen sehr langen Bildungsweg von insgesamt 10 Jahren vorweisen kann als bei so einem Kurpfuscher.
Muss man sich operieren lassen legt man sich auch nicht bei jemandem unters Messer der eine Berufsausbildung als Friseur hat und sich online Operations Tutorials bei Youtube anschaut. Da muss/sollte man sich selbst- und die eigene Gesundheit wichtig nehmen.

Wenn du innerhalb von 6 Monaten keinen Kassentherapeuten findest dann hast du die Möglichkeit nach gewissen Voraussetzungen und in Absprache mit deiner Krankenkasse dir einen außervertraglichen Therapeuten bezahlen zu lassen. Die Voraussetzungen sehen meist so aus (zumindest bei zB der IHK oder bei der Techniker Krankenkasse), dass du dir eine Therapeutenliste abholst, diese Therapeuten der Reihe nach anrufst, jeweils den Grund notierst warum der Therapeut nicht in Frage kommt (zB weil die Fachrichtung nicht passt und ein Therapeut nur Suchtpatienten behandelt oder weil aufgrund der Kapazitäten keine neuen Klienten angenommen werden.), dann wird diese Liste bei der Krankenkasse abgegeben. Zeitgleich muss man sich einen außervertraglichen Therapeuten suchen und diesen als Vorschlag mit bei der Krankenkasse einreichen.

x 4 #15


T
Hallo,

danke an die Moderation für die Zusammenlegung der Beiträge. Ich habe mir jetzt auch die weiteren Beiträge zu diesem Thema durchgelesen. Ich habe das Gefühl, das ich da kein Einzelfall bin. Mich wundert es , das solche Zustände/Abzocke mit "selbsternannten Seelenfängern" (scheinbar ?) nur in Foren wie diesem hier diskutiert werden. Auf youtube z.B. können diese machen was sie wollen . Gesundheits-Gurus, Lebensberatung, Heilpraktiker für Psychotherapie, Rückführungstherapeuten , oder wie sie sich nennen. Es gibt doch bestimmt auch einen Verband der "richtig qualifizierten Therapeuten". Ärgert diese das nicht ?

x 1 #16


kalina
Da fragst Du an der falschen Stelle. Es kam aber schon mal diesbezüglich ein Beitrag im Fernsehen, in dem das thematisiert wurde. Leider weiß ich nicht mehr genau, wann und wo ich das gesehen habe, ich fand es nur gut, dass dies endlich mal angesprochen wurde.

Gerade kranke Menschen sollten da mehr geschützt werden und vor allem aufgeklärt werden.

Ist ja auch manchmal so, dass ein unheilbar krebskranker Mensch dann in Hoffnung auf Heilung an einen Guru gerät und dabei sehr viel Geld verliert und natürlich trotzdem nicht gesund wird.

Das wäre Sache der Politik und des Gesundheitswesens, da mehr Klarheit, Aufklärung und Sicherheit für den kranken Menschen zu schaffen. Anscheinend besteht daran kein Interesse (bisher) oder man geht im Gesundheitswesen davon aus, dass der mündige Patient von selbst weiß, in wessen Hände er sich begibt.

Übrigens: es gibt natürlich auch seriöse Heilpraktiker, die für viele Menschen eine Hilfe darstellen, die auch wissen, wo ihre Grenzen liegen. In der Schulmedizin wird heutzutage dem Patienten nicht mehr richtig zugehört, zu wenig Zeit investiert, wobei die Zuwendung und das Zuhören ein ganz wichtiger Faktor im Heilungsprozess wäre. Egal ob psychische oder körperliche Erkrankung.

Das können normalerweise Psychologen leisten, der Normalmediziner hat keine Zeit mehr dafür. Aber Psychologen haben lange Wartelisten, die Therapie muss erst genehmigt werden, der Therapeut muss passen etc.
Hier wenden sich in der Hoffnung auf schnellere Hilfe die Patienten dann an Heilpraktiker und leider auch einige unseriöse Therapeuten, die selbst bezahlt werden müssen.
Das geht alles auf eigene Kosten und auch auf eigenes Risiko.

Warum die Politik und die Medizin hier nicht wenigstens eine rechtliche Sicherheit bei der Berufsbezeichnung schafft und mehr Aufklärung für die Patienten betreibt, ist fraglich, in meinen Augen sogar fahrlässig.

x 2 #17

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K
Ich Funde auch das es nicht wirklich strenge Kriterien gibt für die Zulassung zur Heilpraktiker Prüfung
Man benötigt ein polizeiliches Führungszeugnis
Einen Hauptschulabschluss
Und ein Mindestalter von 25 Jahren.
Es mag gute und schlechte Heilpraktiker geben aber ich finde es sind nicht wirklich besondere Kriterien die man da erfüllen muss. Ja klar die Prüfung muss man auch noch bestehen das kann ich nicht wirklich einschätzen wie schwer so eine Prüfung ist.
Ich denke mir nur da lernt man Psychotherapie in einem Crashkurs und dann wird man auf die Menschheit losgelassen.

x 3 #18


blue1979
Ich war ein Jahr lang zur Überbrückung bis zur Traumatherapie bei einer hp für Traumatherapie. Sie war früher Ökönomin und hat dann paar Weiterbildung gemacht mit Schwerpunkt tanz/Bewegungstherapie. Anfangs fand ich ihren Zugang über den Körper neu und interessant,doch mein komplexes Traumabild konnte sie nur oberflächlich erfassen und ihre Methode basierte auf "Gefühle hochkommen lassen mit Hilfe von Musik". Ging bei mir auch nach hinten los, weil ich bei Trancemusik dissoziiere und sie das nicht bemerkt.
Für die 8-9 Termine war es ok doch es gab keine solide Grundlage oder Plan. Sie hat ihre Ideen immer spontan als innere Bilder bekommen und mir das mitgeteilt ,wenn ich ihr mein Anliegen vorbrachte. z.B Ich sehe grad in meinem Innern ein kleines Kind, was wachsen will etc. und lass das uns kreativ angehen mit intuitives Malen, Tanzen, Rollenspiele etc. War wirklich kreativ aber mir zu suspekt,da keine therapeutische GRundlage ausser ihrer Intuition. Woran will sie ihren Therapieerfolg messen, an ihrer Intuition?

Ich lasse meine Finger davon.

x 2 #19


T
Hallo blue1979,

so was ähnliches habe ich auch erlebt. Deine Schilderungen erinnern mich sehr daran.
Bei mir war es das Horoskop, nach dem ich als Person "neu bewertet und definiert, neu umgepolt und neu erfunden" werden sollte. Damals kannte ich mich noch überhaupt nicht in dieser Szene aus. Heute nenne ich es "Pseudo-Horoskop-und Karma-Psychologie", was da aus mir gemacht werden sollte. Ich merkte aber zum Glück, recht schnell, das da irgendetwas nicht stimmt. Ich konnte es nur nicht in Worte fassen. Da wurden mir dann so Sätze gesagt wie;.........Krankheit und Schuld, es wäre alles nur Schicksal was man annehmen müsste, das Universum hat immer recht, der große Lebensplan den jede/r erfüllen muss, Karma für das spätere Leben usw. Total verrücktes Zeug.

Heute denke ich mir, solche Menschen bräuchten in ihrer Selbstüberschätzung/Größenwahn selbst einen "richtigen Therapeuten", nicht so einen Fake wie diese Lebensberaterin (so nennt Sie sich, sie hat auch eine "Praxis") es damals war. In diesem ganzen Umfeld waren recht sonderbare Menschen, auch "Tanztherapie/Tant.".

Finger weg von solchen Angeboten/Lebenshilfen ! Das hatte damals auch wieder alte Wunden in mir aufplatzen lassen.

x 2 #20


A


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Prof. Dr. med. Thomas Hillemacher
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