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156

J

Juliia
Gast

Einen schönen Montag wünsche ich euch.

Ich bin hier neu, also stelle ich mich kurz vor:
Mein Name ist Julia, ich bin 28 und komme aus München. Geboren aber bin ich in Meaux, Frankreich.

Ich leide seit 2010 aufgrund Missbrauch unter Depressionen. Ich hatte Suizidgedanken und schon einige Male versucht, mir etwas anzutun.
Ich bin in therapeutischer Behandlung und mache seit März eine Verhaltenstherapie.

Das Thema um das es geht ist die schizoide Persönlichkeitsstörung, die mein Therapeut bei mir festgestellt hat.

Allerdings macht mir der Gedanke Angst, weil sich das komisch anfühlt, zu wissen, das ich eine Persönlichkeitsstörung habe.
Ich weiß nicht damit umzugehen und wollte fragen, ob einer von euch dasselbe Problem hat wie ich und wie ihr damit umgeht.

Ich danke euch, liebe Grüße, Julia

09.01.2024 x 1 #1


110 Antworten ↓
Robinson

Robinson
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Zitat von Rosa_pather:
Ich lerne oft Leute oder Familien kennen, da denke ich mir die haben nach Außen hin ein Traumleben und sind so absolut "normal". Und dann lernt man die Person besser kennen und stellt doch wieder fest dass jede Person irgendwo seine Baustellen hat wie man selbst. Wie viele heimliche Alk. ich schon kennengelernt habe, die nach Außen hin perfekt


Das erstaunt mich auch immer!
So sieht man ja, wie verzerrt unser Bild von anderen ist, und voller Vorurteile, d.h. wir sehen nur den glatten Schein, der uns präsentiert wird.

Ich sehe auch fast immer, dass alle anderen Super gut drauf sind und keine Probleme haben, bis ich sie näher kennenlerne.

@Juliia

Du willst den Makel Persönlichkeitsgestört nicht haben.
Wer will sich schon sagen lassen, "Gestört" zu sein.

Depression ja, die kann einen "Befallen", aber PS, da ist man als ganzer Mensch in frage gestellt.
Nicht ich habe ein Problem, sondern ich bin das Problem.
Nicht "mir ist was passiert, (bin Depressiv geworden)", sondern ich bin falsch.
Das trifft ganz tief.

Dabei hat Schizoid oft auch eine äussere Ursache. Trauma.
Und die Genetische Veranlagung, dafür kannst du nichts.

Du bist so wie du bist völlig OK, auch wenn du nicht in das Weltbild vieler Zeitgenossen passt.
Leider will die Gesellschaft Stromlinienfòrmige Menschen haben, damit alles leichter ist.

Was habe ich mich zerquält wegen meines So-Seins!
Überanpassung und Depression waren die Folge.

Menschen mit Ecken und Kanten werden zu oft von Rundgelutschten Menschen kritisiert, weil sie anders ticken und das wird von den Kieselsteinen als Bedrohung wahrgenommen.

Wer ist eigentlich "gestört"?
Die vielen Normophaten, die selbst in den krankesten gesellschaftlichen Verhältnissen zu allem blind ja und Amen sagen?

Waren es eben doch die Anderstickenden die die Welt voran gebracht haben?
All diese Einsteins, Lillienthals, Edisons, Teslas, van Goghs, Da Vinchis wurden einst belächelt, dann beneidet und bewundert.
Von Frau Müller von nebenan weiss die Zeitgeschichte wenig.

Ich finde, wir sollten alle Stolz auf unsere Einmaligkeit sein.
Oder?

23.06.2022 07:19 • x 5 #110


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Schizoide Persönlichkeitsstörung

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Robinson

Robinson
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Zitat von -IchBins-:
Peter Beer


Ahso?
Kenne ich nicht.
Tolle ist mir zwar etwas Mystisch, aber es stimmt was er sagt.
Hab auch das Hörbuch.
Das mit dem Üben stimmt! Theorie und Praxis...

Warum nehmen wir die anderen Menschen nur immer so wichtig?

Ich kann nur für mich sprechen: Weil ich Emotional unterversorgt war damals, und von meiner Mutter unbewusst abgelehnt wurde.
Dadurch habe ich diese Ablehnung auch unbewusst generalisiert.
Und suche immer nöch die Zuneigung im aussen statt Selbstliebe. Und kann sie doch nicht zulassen.
Bedürftig wie ein Kind.
Das ist mein "Schmerzkörper".

Urmisstrauen ist die Basis der "Störung".
Und die Zerrissenheit zwischen Sehnsucht nach Liebe und der Angst davor.

Beispiel Liebe.
Man ist nicht liebens"wert", und wird man doch geliebt, dann nur unter "Auflagen".
Und ich habe Angst, diese Liebe, Zuneigung, -nenn es wie du willst, wieder zu verlieren.
So sind wir immer fremdgesteuert. Bedürftig.
Sehen uns immer überkritisch durch die Augen der anderen.
Ich wurde "Deformiert" von Menschen, die selbst "Deformiert" waren in meiner Prägungsphase.
Oder wie Tolle es sagt, von Menschen die Unbewusst waren.
Aber wir haben auch noch "Gesunde" Anteile, sonst hätten wir nicht überlebt.
Genug OT.

Was ich sagen will, ist @Juliia :

Glaub nicht deinen Urteilen über dich selbst, und schon garnicht den (Vermendlichen und Wirklichen) Urteile der anderen.

Und wenn doch andere wirkich über dich urteilen ist es deren Gedankenkonstrukt und legitim, hat aber null mit der Realität zu tun und sagt mehr über den Urteienden aus als über dich!

Kennst du das Lied von den Ärzten?
Kenn den Titel nicht...

"Lass sie reden, denn sie haben ja nichts anders zu tun!"

Schwer ist nur der Part, sich selbst zu lieben.
Denn da muss man unterscheiden, was falsche Prägung ist, und was du selbst bist.
Also das Falsche EGO erkennen. Denn dann kann dir niemand was!

Wenn du Introvertiert bist und Schüchtern, dann ist es auch gut.

Also nochmal.

Wenn ich mir so die Leute um mich anschaue, mit IHREN Macken, kann ich meine auch besser tolerieren.

Und man muss nicht von jedem gemocht werden. Nur uns trifft das zu tief.
Das ist der alte Schmerz der getriggert wird und den wir wenn wir Schizoid sind ganz tief vergraben haben.
Der ÄvPS Mensch hofft wenigstens immer noch.

Für mich ist Nähe zulassen immer noch ein Problem und sich verletzlich zu machen.
Auch weil ich wahren Missbrauch (Emotional) erfahren habe, so wie Juliia.
Aber nur, weil ich den falschen Menschen vertraut habe in der verdammten Sehnsucht, einfach mal wahrgenommen zu werden.

09.04.2022 08:36 • x 5 #54


Zum Beitrag im Thema ↓


Mylenix
Bei mir war man vor 10 Jahren der Meinung ne shizotype PS zu diagnostizieren, kann mich aber damit nicht identifizieren, ich würde mich generell nicht zu sehr mit Diagnosen identifizieren, ich weiß gerade nicht die Unterschiede bei unseren Diagnosen, ich ignoriere diese Diagnosen komplett und erzähle auch keinen, dass ich das als Diagnose habe, ich komm mir sonst auch irgendwie gestört und kaputt vor und Leute würden mich für antisozial halten oder sowas.

x 1 #2


J
Zitat von Mylenix:
Bei mir war man vor 10 Jahren der Meinung ne shizotype PS zu diagnostizieren, kann mich aber damit nicht identifizieren, ich würde mich generell ...


Ich mache mir darüber Gedanken, weil ich einige Punkte habe, die auf diese Ps hindeuten...

#3


Mylenix
Ist bei mir auch so, ich hab einige der Symptome aber der shizophrene Teil trifft da bei mir nicht so zu. Wenn ich mir die Symptome von deiner Diagnose durchlese könnte ich auch theoretisch diese haben.

#4


J
Zitat von Mylenix:
Ist bei mir auch so, ich hab einige der Symptome aber der shizophrene Teil trifft da bei mir nicht so zu. Wenn ich mir die Symptome von deiner ...


Verstehe...
Ach es ist so ärgerlich momentan...

#5


Mylenix
Ja, möchtest du denn anders sein?

#6


J
Ich möchte wieder ein normales Leben führen, ohne das ich emotionslos durch mein Leben laufe. Ich bin seit Monaten nur für mich allein, schreibe kaum jemandem zurück oder ignoriere die Nachrichten. Ich kann mich nicht binden, obwohl ich das gerne tun würde, kann kaum Gefühle zeigen, obwohl ich Gefühle habe, das alles wird von Tag zu Tag schlimmer... so fühle ich das zumindest

x 1 #7


Mylenix
Was schätzt du woher die Emotionslosigkeit kommt?

#8


Schlaflose
Zitat von Juliia:
Allerdings macht mir der Gedanke Angst, weil sich das komisch anfühlt, zu wissen, das ich eine Persönlichkeitsstörung habe.
Ich weiß nicht damit umzugehen und wollte fragen, ob einer von euch dasselbe Problem hat wie ich und wie ihr damit umgeht.

Was macht dir denn Angst daran?
Ich habe auch eine und zwar eine ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung. Als ich vor 11 Jahren diese Diagnose bekam, war ich glücklich darüber, weil ich endlich eine logische Erklärung dafür hatte, warum ich so bin, wie ich bin und dass es eine Erkrankung ist und nicht meine eigene Unzulänglichkeit.

x 2 #9


J
Zitat von Schlaflose:
Was macht dir denn Angst daran? Ich habe auch eine und zwar eine ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung. Als ich vor 11 Jahren diese ...


Ich bin auch darüber froh, aber gleichzeitig macht es mir Angst weil ich nicht wusste, dass es so "schlimm" ist mit mir. Ich bin davon ausgegangen, dass es an meiner Depression liegt, aber je mehr ich mit meinem Therapeuten gesprochen habe, desto eher hat er erkannt, dass ich etwas anderes habe und da ist er der Sache auf den Grund gegangen

#10


J
Zitat von Mylenix:
Was schätzt du woher die Emotionslosigkeit kommt?


Ich glaube durch all die Erfahrungen, die ich gemacht habe. Das sind nur schlechte Erfahrungen, Missbrauch, betrogen, belogen,...

#11


Schlaflose
Ich finde eine Depression schlimmer als eine Persönlichkeitsstörung.

x 2 #12


J
Zitat von Schlaflose:
Ich finde eine Depression schlimmer als eine Persönlichkeitsstörung.



Glaub mir, ich auch ... 🥺

#13


Mylenix
Im Grunde bist du dann auch gar nicht emotionslos, du hast nur ne Blockade, wie so viele es haben, manche mehr und manche weniger. Ich bin mir nicht sicher ob es bei shizioden Persönlichkeiten auch der Fall ist oder ob die wirklich einfach wenig Emotionen haben.

x 1 #14


J
Zitat von Mylenix:
Im Grunde bist du dann auch gar nicht emotionslos, du hast nur ne Blockade, wie so viele es haben, manche mehr und manche weniger. Ich bin mir nicht ...


Das weiß glaub ich so wirklich keiner, vorallem ist es ja von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

x 2 #15


Windy
@Julia

Wurde bei mir auch diagnostiziert, ist aber schon lange her. Das einzige was einem übrig bleibt, ist irgendwie damit zu leben und dabei eine der eigenen Individualität entsprechende, möglichst gute Lebensqualität zu erreichen. Habe auch lange damit gehadert, aber inzwischen nach über 10 Jahren (nach der Diagnose, wahrscheinlich hatte ich das schon mein ganzes Leben davor) habe ich mich damit arrangiert, akzeptiert und kann damit inzwischen ganz gut.

Ok, es gibt keine realen Freundschaften und Beziehungen mehr, weil ich die nicht verkrafte. Aber da bleibt noch sehr viel Leben übrig, das man gestalten kann. Ich habe viele kreative Hobbys, die mich ausfüllen und ohne Musik könnte ich nicht leben. Echte Freundschaften fehlen mir nicht mehr und ich wundere mich, wie lange ich mir fast einen abgebrochen und mich verbogen habe, damit ich "normal" wie die anderen sein kann. Es funktioniert halt einfach nicht damit.

Deshalb bleibt einem nichts anderes, als das Beste aus dem zu machen, was da an Lebnskapazität übrig bleibt und diese den eigenen Möglichkeiten so sinnvoll wie möglich zu füllen. Am wichtigsten für mich, war es an der eigenen Selbstwahrnehmung zu arbeiten und es ist eine Krankheit, man macht das nicht mit Absicht. Wie Schlaflose schon schrieb, war es für mich auch befreiend, endlich zu erfahren, was mit mir los ist.

x 2 #16


Windy
@Juliia

Vielleicht magst du dir noch eine andere ärztliche Meinung einholen? Habe die Erfahrung gemacht, dass fast jeder Psychiater eine andere Einschätzung und Diagnose macht. Bei mir kamen über die letzten 30 Jahre schon einige zusammen, allein durch Umzüge, Ortswechsel.

x 2 #17

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Mylenix
Also wenn ich das so lese und auch jetzt wo ich mal eben etwas nachrecherchiert habe klingt es für mich, dass shiziode PS da keine Blockade haben, sondern so sind und daher wie Windy es schon sagt nicht verändern können.

#18


I
@Juliia
Wurde damals auch bei mir diagnostiziert. Aber erklärt wurde es mir nicht, ich hatte auch nicht nachgefragt, weil es mir irgendwie fast egal war. Ich denke, dass manche Diagnosen gar keine sein müssten, denn jeder Mensch ist anders und manche schwimmen eben gern allein durchs Leben, können gut allein sein und sich selbst beschäftigen.
Würde mich auch niemals mehr für andere verbiegen oder ändern wollen, wenn, dann nur für mich selbst.
Ich habe zwar einen Partner, aber er ist ähnlich veranlagt, hat gern seine Ruhe und zieht sich gern zurück. Deshalb passt es so gut. Verstanden werden ohne Worte und ohne Stress, was will man mehr...
Ob ich wirklich eine schizoide PS habe, weiß nur das Universum. Mir ist das egal, ob oder nicht. Papier ist geduldig...
Wenn es dich aber selbst belastet, wirst du sicher in der Therapie Ansätze erhalten wie oder "was" du ändern kannst, wenn du willst. Aber wenn es dich nicht so sehr einschränkt, dann ist es doch eigentlich egal...
Du darfst für dich selbst entscheiden, welche Richtung du einschlagen möchtest...

x 4 #19


Windy
Zitat von -IchBins-:
manche schwimmen eben gern allein durchs Leben, können gut allein sein und sich selbst beschäftigen.

Oh ja, und wir haben dann meistens auch die Fähigkeit, dass uns alleine nie langweilig wird und brauchen nicht nonstop jemand um uns herum, damit wir uns wohlfühlen können. Das ist ein riesiger Pluspunkt, den die meisten nicht hinbekommen. Freuen wir uns, über unsere Stärken! 👍

x 3 #20


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Dr. Reinhard Pichler
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