Hallo, Ich nehme seit 10+ Jahren 50 mg Sertralin gegen generalisierte Angst, Panikattacken und depressive Episoden und es war wie ein Wundermittel für mich für lange Zeit. Neben Reizdarmsymptomen, Müdigkeit und Erschöpfung und hin und wieder Migräne an Nebenwirkungen schien es meine Sympthome vollständig unterdrückt zu haben. Das war im Vergleich zu den Krankheitssymptomen akzeptabel.
Vor etwa zwei Jahren verlor es allerdings seine Wirkung zunehmend. Panikattacken, Ängste, Unruhe und Depressionen waren zurück. Nicht so ausgeprägt wie zuvor aber doch sehr beunruhigend für mich. Ich bekam zusätzlich 150 mg Bupropion, da ich auch zu der Zeit das Rauchen aufgeben wollte. Ich hörte allerdings mit dem Bupropion nach ein paar Wochen wieder auf, da ich keine Wirkung verspürte.
Verschiedene Veränderungen in meinem Leben halfen mir dann mit der ursprünglichen Dosierung von 50 mg zurecht zu kommen. Leider nicht lange so dass die Dosis auf 100 mg verdoppelt wurde. Es reduzierte die Angst recht gut und Panikattacken blieben aus. Jedoch half es bei Depression kaum mehr. Seit etwa 2 Wochen nehme ich, nach einem Tief, wieder zusätzlich 150 mg Bupropion und es wirkte quasi sofort recht gut.
Hier bin ich nun mit verschiedenen sympthomatischen Verbesserungen, aber es ist halt nicht wie früher. Auch möchte ich von dem Bupropion weg oder am liebsten von allem. Meine (erste!) Therapie soll im September beginnen. Mein Psychiater bot mir nun Venlafaxin an. Bei den Horror-Erfahrungsberichten fühle ich mich allerdings nicht schlecht genug um mir das antun zu wollen. Ich dachte auch schon an CBD. Oder ein anderes SSRI?
Hat jemand ähnliches erlebt und seinen Weg gefunden oder hat einen Rat?
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MalerElfe Mitglied
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Ich nehme Venlafaxin und komme damit sehr gut zurecht! natürlich wäre es toll, wenn wir alle keine Medikamente mehr bräuchten aber es gibt Erkrankungen, da ist es von Vorteil welche zu nehmen!
Ich habe Venlafaxin über 15+ Jahre in einer täglich Dosierung von 150 mg genommen. Mir hat es insgesamt gut geholfen, ohne größere Nebenwirkungen zu verursachen.
Vor etwa 5 Jahren habe ich dann einen zunehmenden Wirkverlust bei mir festgestellt. Darauf hin habe ich versucht das Medikament in einer höheren Dosierung zu nehmen (225 mg), sowie eine Kombination mit 2 anderen Medikamenten (Mirtazapin, Bupropion). Dies hatte leider beides bei mir zu keiner Verbesserung meiner Beschwerden/Situation beigetragen, sodass ich vorerst Venlafaxin in meiner Dosierung von 150 mg weiter genommen hatte.
Bedauerlicherweise hat sich die Situation nicht verbessert. Tägliche Heulkrämpfe, Konzentrationsschwierigkeiten, Angst etc. machten sich zunehmend breit. Aus Grund der zunehmenden Verzweiflung und Verschlimmerung meiner Beschwerden (trotz Einnahme vom Venlafaxin) habe ich dann vor 3 Monaten entschieden das Medikament abzusetzen. Dies geschah abrupt (150 auf 0). In der ersten Woche hatte ich zunehmend Schwindel, Kopfschmerzen und etwas Unruhe. Mir waren diese Erscheinungen bereits bewusst und ich konnte mich darauf einstellen, da ich schon in der Vergangenheit 2-mal versucht hatte das Medikament abzusetzen.
Ich hatte mich eigentlich schon fast damit abgefunden Venlafaxin wohl mein Leben lang einzunehmen. Wie es nun weiter geht, kann ich leider auch noch nicht sagen. Ich habe von meinem Arzt nochmals ein neues Medikament einer anderen Wirkstoffklasse verordnet bekommen (Tianeptin). Ich bin mir allerdings sehr unsicher.