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Hallöle, ich will hier auch mal meine Erfahrung mit Duloxetin teilen, vielleicht hilft es ja jemandem.
Nachdem ich wirklich viele AD's ausprobiert habe und wegen Nebenwirkungen alle wieder absetzen musste blieb ich irgendwann eine längere Zeit beim Tianeptin, da es da einzige AD war, wo ich nicht so schlimme Nebenwirkungen hatte, aber da es 3x täglich genommen werden muss und die Tablette irgendwie nur ziemlich kurz wirkt bin ich zum Duloxetin gekommen.
Ich hatte damit eine on-off Beziehung, wenn man das so nennen kann.
Es hatte für mich sehr viele Vorteile, aber auch ziemliche Nachteile, weswegen ich nach einiger Zeit immer wieder davon weg wollte. Als ich es dann wieder abgesetzt habe, haben mir dann jedoch die Vorteile wieder gefehlt. Somit war das immer wieder mal da und mal nicht.
Ich komme mal zu meinen Vor- und Nachteilen.
Vorteile:
-weniger Ängste (soziale Phobie ging damit auch besser)
-weniger Essattacken
-weniger Grübeln
-mehr innere Ruhe, eine Gelassenheit den Dingen gegenüber "es ist, wie es ist"
-ein Schlaf wie ein Baby
-täglich nur eine Einnahme
Jetzt komme ich zu den Nachteilen, die sich auch irgendwie mit den Vorteilen verbinden, weswegen Duloxetin für mich auch so ein zweischneidiges Schwert ist.
Nachteile:
-sehr starke Müdigkeit (habe teilweise den ganzen Tag geschlafen, ich konnte immer und überall einschlafen, hatte aber so gesehen auch keine Schlafstörungen mehr, aber zu extrem)
-eine Abneigung gegen "normales" Essen, das Essen hat mich teils richtig ngewidert
-großes Verlangen nach Süßigkeiten
-eine gewisse "alles egal" Einstellung
-eine gewisse Emotionalitätslosigkeit, habe irgendwie nichts mehr gefühlt, aber da mir das auch gleichzeitig irgendwie egal war, hat mich das zu Anfang eher gar nicht gestört
-leider sehr starke sex. Dysfunktionen
So, das ist jetzt erstmal das Gröbste. Wie gesagt, ich sehe beim Duloxetin echt zwei Seiten für mich, da manche Vorteile gleichzeitig auch Nachteile sind.
Wenn man z.B. sehr emotional instabil war und durch das Duloxetin dann erstmal "nichts" spürt, ist es erst einmal eine Befreiung und Wohltat, aber irgendwann dann eben nicht mehr.
Wenn man regelmäßig Schlafstörungen hat und dann endlich immer und überall ohne jegliche Probleme einschlafen kann, ist das ein Segen. Andererseits hat man eben auch immer und überall eine bleierne Müdigkeit, die oft einfach total unpassend ist. Denn plötzlich war Schlafen so schön, dass ich teils gar nichts anderes mehr wollte.
Ich denke das macht verständlich, wieso ich mit dem Duloxetin eine on-off Beziehung hatte, es half und gleichzeitig störte es.
Momentan überlege ich tatsächlich aber wieder es zu nehmen, da mir etwas Ruhe im Kopf und Gelassenheit und giter Schlaf echt helfen könnten.
Ich würde schon sagen, dass es hilft und ein gutes AD ist, aber eher für schwierige Phasen in den Bereichen, auf Dauer mit mehr eigener Stabilität stört die Wirkung dann mMn eher.
(Diese Wirkungen waren bei mir auf allen Dosierungen von 30mg bis 90mg)
10.04.2024 15:03 •
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