Also dazu möchte ich sagen,dass ich seit 2017 morgens und abends jeweils 150 mg Pregabalin nehme.
Ich habe versucht,es (in Eigenregie) abzudosieren aber selbst 25 mg weniger hatten mir enorme Probleme bereitet.
Ich habe das dann mit meinem Psychiater besprochen,der es gut fand,dass ich es probiert hatte (übrigens mehrfach).
Er meinte dann gegen die Schlafprobleme könne er mir noch ein anderes Medikament verschreiben aber ich war dann auch tagsüber wieder hochangespannt und ich wollte auch nicht wieder in eine Klinik zurück müssen.
Ich konnte also wieder arbeiten und es ging mir insgesamt gut.
Es war nicht mehr jeder Tag ein Kampf,was für eine Erlösung.
Einen Entzug kann man durchstehen aber letztendlich ploppen halt danach (bzw. auch währenddessen) logischerweise die Ursprungssymptome wieder auf.
Je nach Ausprägung der Ursprungssymptomatik natürlich umso mehr.
Ein grosses Lob an diejenigen,die einen Entzug geschafft haben,mir ist es nicht gelungen.
Und das sehe ich inzwischen als "in Ordnung" an,auch wenn ich nicht stolz darauf bin.
Bin offenbar zu schwach dafür und das ist in Ordnung.
Mit den Jahren konnte ich das akzeptieren und sogar dankbar werden für diese Medikation.
Manche Behandler wollen unbedingt Medikamente reduzieren,weil sie meinen,das sei nun das Wichtigste.
Aus meiner Sicht ist das Wichtigste,dass man wieder Lebensfreude hat und am Leben teilnehmen kann,auch wenn ich mit dieser Ansicht möglicherweise alleine dastehe.
Früher brauchte ich eine weitaus geringere Medikation (von einem Medikament,das deutlich weniger Abnängigkeitspotenzial aufweist) aber
selbst das wollten sie unbedingt reduzieren im Rahmen eines Klinikaufenthates (psychosomatische Klinik) und haben das auch so gemacht.
Das Ende vom Lied war,dass ich dermassen instabil wurde,dass die Psychiatrie unumgänglich wurde.
Also hört bei allem,was so los ist auch weiter auf eure innere Stimme.
Die sagt uns durchaus das "Richtige",auch wenn wir uns kaum noch eine eigene Ansicht zutrauen.
Was ist noch erträglich und wann wird es zuviel.
Und ob ein Entzug wirklich sein muss.
Ich lese oft von Betroffenen,die hatten ein ganz einfaches Antidepressivum und irgendein Arzt meint,das könne nun reduziert werden.
Das geht (meistens) auch ein Weilchen gut,bis eine unerwartet stressige Situation kommt (wie es in jedem Leben früher oder später der Fall ist,weil kein Leben ohne unerwartete Stressoren verläuft) und schon sitzt man wieder in einem Loch.
Und dann kann es passieren,dass einem das Medikament ,das einem ehemals geholfen hatte nicht mehr anschlägt.
Oft genug gelesen hier.
Warum das so ist,weiss ich nicht aber selbst erlebt und auch an unzähligen Betroffenen in diesem Forum sehen müssen.
Und deswegen schreib ich das alles hier zusammen.
Eine kontinuierliche Medikation ist auch eine Form von Rückfallprophylaxe.
Die wenigsten Ärzte (und schon gar keine Therapeuten) benennen das (manche wissen es wahrscheinlich auch wirklich nicht) aber die stecken auch nicht in unserer Haut.
Es gibt Richtlinien für Ärzte,an denen man sehen kann,welche Behandlungsschritte für sie massgeblich sind:
https://register.awmf.org/assets/guidel...021-06.pdf