Zitat von döni:am freitag ist es so weit. er fährt für 3 1/2 wochen weg.
wir sind so verblieben, dass wir zusammen bleiben. wir lieben uns wirklich... aber diese lange zeit... was tu ich denn da nur? ich bin in der zeit sogar auch noch krank geschrieben. da fällt mir ja die decke auf den kopf!!
jeden freitag geh ich zwei stunden in yoga... mehr hab ich nicht vor
ich werde mich mehr mit handarbeiten beschäftigen, das macht mir tierisch spass... aber 3 1/2 wochen sind sehr lange!
Hallo Döni,
kannst Du Dir vorstellen, warum Deine Therapeutin meint, eine Trennung währe eine gute Idee?
Ich lese
Ich liebe ihn über alles,
Ich hab ja so schon Probleme alleine zu sein
Wenn er sich für 3 Std nicht meldet werde ich nervös
etc, etc, etc...Das ist ganz schrecklich für Dich - aber das ist keine Liebe...ich sag nicht, dass Du Deinen Freund nicht richtig lieb und gerne hast...aber Du sprichst von ihm, als wär er eine "Dro." und wenn Du die nicht haben kannst, dann bekommst Du Entzugserscheinungen...und dass ER auch noch ganz freiwillig und gerne mal was alleine macht und mit seinem Vater auf Motorradtour geht sorgt ganz bestimmt auch für Auseinandersetzungen ohne Ende.
Das ist keine Liebe, sondern Sucht und Kontrolle - und dieses Sucht - und Kontrollverhalten wirst Du nicht los indem Du es Liebe und Zuneigung nennst. DU empfindest es nur dann als unangenehm, wenn Du keinen Zugriff auf Deinen Freund hast - es ist aber IMMER "ungesund" und ein riesen Problem und nicht nur wenn DU auf Entzug bist...ich kann auch nicht sagen, ich bin nur Nikotinabhängig, wenn ich keine Zig. im Haus habe und nervös und überempfindlich werde, weil ich an nichts anderes denken kann.
Ich kann das von hier aus nicht beurteilen, deshalb frag ich Dich einfach frei und krass heraus: Sind daran schon andere Beziehungen/Freundschaften zerbrochen? Bist Du deshalb in therapeutischer Behandlung? Weißt Du deshalb nicht, was Du mit Dir und der freundfreien Zeit anfangen sollst? Nicht böse sein - aber auf Dauer fühlt sich so NIEMAND in einer Beziehung geliebt und gut aufgehoben...irgendwann spürt JEDER, dass er "NUR" einen Zweck erfüllt und für Dich wird es nie "genug" sein...Du wirst, wenn Du statt Deine Sucht zu bekämpfen, nur nach der Befriedigung Deiner Bedürfnisse strebst immer mehr brauchen...und trotzdem wird es nie genug sein...
Guck Dir bitte an, was Du oben geschrieben hast...er wird nie zu meinem Geburtstag da sein, er wird nie zu Weihnachten da sein, er wird bis zu seiner Rente einige Wochen im Jahr weg sein...Dein ganzes Denken und Fühlen ist darauf fokussiert wann DU in den nächsten Jahren ohne ihn klarkommen mußt. Wenn Du eine "gesunde" Beziehung zu Deinem Freund hättest, dann könntest Du auch außerhalb dieser Entzugszeitzonen denken und würdest einfach auch von Dir aus gefühlsmäßig "verstehen" dass es gar keinen Sinn macht, wenn Du schon mal für die nächsten 40 Jahre im Voraus die Wochen hasst, in denen er vielleicht nicht für Dich erreichbar sein wird...als ob sich nie mehr irgendetwas ändern wird...weißt Du was ich meine? DU bist so sehr in Deiner "Welt" verankert dass DU Dir gar nicht mehr vorstellen kannst, dass DU Dich und Deine Ansichten und Lebensweise auch ändern wirst, dass sich auch DEIN Leben immer und stetig wandelt...solange DU an Deiner momentanen Lebensform und Denkweise festhälst, solange wirst Du natürlich auch in der Zukunft nicht besser oder leichter mit bestimmten Situationen umgehen können.
Es sei ihm gegönnt, wenn er den Laden seines Vater´s übernehmen und weiter führen kann, und wenn er sich damit dauerhaft ernähren kann - ich stell mir das ganz großartig vor, mit etwas mein Geld verdienen zu können, das auch mein Hobby und meine Passion ist - um ehrlich zu sein, mir würde es gar nicht gefallen, wenn mein Partner dass dann nur "notgedrungen" akzeptiert und sich kein bißchen mit mir freut und begeistert...der müßte nicht mit machen oder alles mit mir teilen - aber wenn das für ihn eigentlich nur eine einzigste Katastrophe ist weil das so gar nicht mit seinen Bedürfnissen und Vorstellungen harmoniert, dann würd ich mir noch ganz andere Gedanken machen...
Und diese Gedanken, machst DU Dir eben nicht...ich kann mir vorstellen, dass sich Deine Therapeutin deshalb für eine Trennung ausspricht...nicht nur damit Du lernst, dass Du auch ohne Deinen Freund leben kannst, sondern damit Du Dir über Deine eigenen Bedürfnisse und Beziehungsstrukturen klar wirst.