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Gerade bekomm ich eine eMail von meiner aufgelösten Freundin: Ihre Tante ist über Nacht plötzlich gestorben und der Onkel, ein Vollpflegefall, ist jetzt "übrig". Keiner kann sich um ihn kümmern wie's die Tante getan hat, und jetzt herrscht große Ratlosigkeit in der Familie. Immer wieder schockierend, wie schnell das gehen kann. Gestern noch lebendig, heute schon tot. Wie bei Papa. Frühmorgens noch Weihnachtskarten gebastelt, Abends im Koma auf der Intensiv.
Das Leben ist wirklich unglaublich zerbrechlich. In einem Moment ist noch Alles gut, und dann bricht einem plötzlich der Boden unter den Füßen weg. Einige sitzen heute gemütlich Zuhause und genießen ihren Sonntag, andere sitzen weinend im Krankenhaus und haben Angst, was jetzt aus dem Onkel werden soll. Ein Pflegefall ist immer eine schlimme Sache für alle Beteiligten.. weiß ich ja selber von meinem Opa sehr gut.
Ich ruf sie gleich mal an.
Sie kann jetzt bestimmt Jemanden gebrauchen der zuhört.

21.03.2010 18:36 • 19.04.2010 #1


30 Antworten ↓


Zitat:
Ich ruf sie gleich mal an.

Ja Pilongo, das ist eine gute Idee.

21.03.2010 20:33 • #2



So schnell kann's gehen

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Und nicht so arg verzargen ,, geht eine Türe zu ... geht die nächste Türe auf,,, so ist das im Leben,,, und man muss weiter machen,,,,und es wird immer weiter gehen,,,

Alles hat seinen Sinn und Bestimmung und seine Zeit,,,...

Der Tod ist eine Himmelsmacht...,

Deine Freundin , dem Onkel und Dir liebe Pilongo alles erdenklich Gute...

Bin Gedanklich bei dir liebe Pilongo ich weiss wie du dich jetzt fühlst ,,, hilflos und leer ,machtlos geschockt und tief betroffen ,,, Aber du stehst deiner Freundin bei ,, und das gibt Ihr Hoffung , halt.....und Trost..

Ich Drück dich ....

Ich Bete für Euch..


GlG suma

22.03.2010 09:40 • #3


Ich hab gestern lange mit ihr telefoniert und bin Abends auch noch zu ihr gefahren, und ich glaube, die Familie ist jetzt erst mal schockiert, weil sie nicht wissen, was mit dem Onkel eigentlich werden soll bzw. was sie jetzt für Anträge stellen müssen, damit der Onkel mehr Pflege bekommen kann als vorher. Im Moment ist er im Krankenhaus, aber das gefällt ihm natürlich nicht, und da er geistig noch hellwach ist, möchte ihn da auch keiner ins Heim "abschieben".
Allerdings hat er scheinbar viel Geld und kann sich eine komplette häusliche Betreuung leisten. Das heißt, der Onkel kann Heim, ist nicht viel alleine, und die Familie wird bestimmt öfter nach dem Rechten sehen als vorher, muss ihn aber nicht zu sich nach Hause holen. Das will er auch gar nicht, er will Heim in seine Wohnung.
Nur der Tod der Tante muss erst mal verdaut werden.
Aber ich glaub es tat ihr sehr gut mit mir zu reden, vor Allem, weil ich auch schon zwei Pflegefälle in unserer Familie miterlebt hab und ihr ein bisschen die Angst vor dem Papierkram nehmen konnte, der auf die Familie wohl zukommt. Und mir tat es auch gut, mit ihr zu reden, weil ich jetzt weiß, dass sie zwar traurig, aber nicht komplett am Boden zerstört ist.

22.03.2010 10:08 • #4


Liebe Pilongo,

es tut mir sehr leid was passiert ist, aber nach einem ersten Gespräch hört sich alles - so traurig es auch ist - doch sehr positiv an. Niemand muss sich Sorgen machen, es muss zwar einiges geregelt werden, aber der Onkel ist versorgt.

Ein Todesfall reißt immer ein Loch in die Familie, die sich dann enger zusammenrauft und gemeinsam Lösungen findet und trauert. Es ist immer furchtbar, wenn Menschen, die so lange zusammen waren, dann ihren Lebensabend alleine verbringen müssen. Daher ist es gut, dass er gepflegt wird, dann hat die Familie genug Ansporn, ihn dann zu besuchen, wann sie wirklich Lust dazu haben. Und da hat er sicherlich mehr davon.

Er klingt ja vom Kopf her ja auch noch sehr rüstig und dass er "heim" möchte und nicht ins Heim ist mehr als verständlich, das ist sein zu Hause, er hat seine Frau verloren und er möchte da sein, wo sie gemeinsam gelebt haben.

Ich finde es toll, wie Du Dich um Deine Freundin kümmerst.

Alles, alles Liebe, berlina

22.03.2010 10:27 • #5


Wahnsinn, gerade eben ruft mich meine Oma an, ob ich denn Zeit hätte, morgen und Mittwoch und Donnerstag mit ihr in der Früh mit den Hunden Gassi zu gehen.
Ich daraufhin: "Wieso? Hat der Opa mal wieder keine Zeit?"
Oma: "Der liegt im Krankenhaus seit heute morgen."
Ihm ging es schon den ganzen morgen über schlecht, die Ärzte vermuten entweder einen kleinen Herzinfarkt oder dass irgendwas mit seinem Stand nicht in Ordnung ist.
Mein Gott, ich bin total durch den Wind. Es geht gerade echt Schlag auf Schlag.
Ich hab das Gefühl, ich darf mich in meinem Leben niemals langweilen; immer passiert irgendwas Schlimmes, wenn es gerade ganz okay läuft. Manchmal hab ich das Gefühl das ist wie in einer schlechten Drama-Sitcom. Nur dass es eben echt ist.
Ich pack jetzt meine Schwester ein und wir besuchen die Oma, sie ist auch total fertig. Wundert mich nicht. Mein Papa war ihr Sohn, und der Verlust war für sie ganz schlimm; und jetzt liegt mein Opa im Krankenhaus.
Schöne schei., echt.

22.03.2010 17:13 • #6


Oh je Bianca- ich denk an Dich.

22.03.2010 17:26 • #7


Hallo Bisnca ,,,,

ich bin auch bei dir gedanklich,,,,,



Kopf hoch,,, ,,


Glg suma

22.03.2010 17:40 • #8


Bianca,,, sorry hatte mich vertipp,, grrrrr ich Duselchen

22.03.2010 17:41 • #9


Liebe Bianca, auch ich drücke Dir die Daumen, das es Deinem Opa bald wieder gut geht.
Laß den Kopf nicht hängen!
Alles, alles Liebe für Dich..... Simmi

22.03.2010 17:57 • #10


Liebe Bianca,

oh nein...ich drück Deinem Opa ganz fest die Daumen, dass er schnell wieder gesund wird.

Wir sind alle in Gedanken bei Dir.

Alles Liebe, berlina

22.03.2010 18:47 • #11


Ich wünsche dir Kraft und Gelassenheit, Bianca!

Je mehr Menschen man um sich hat, desto öfter wird man auch mit dem Tod konfrontiert. Trotz aller Verbundheit und Anteilnahme: Nimm es daher bitte nicht zu tragisch, ja? Du hast selber schon ziemlich viel zu bewältigen.

Das mit deinem Vater war ein sehr, sehr trauriger Sonderfall, dass er so jung gestorben ist.

Liebe Grüße
GastB

22.03.2010 18:49 • #12


Zitat:
Je mehr Menschen man um sich hat, desto öfter wird man auch mit dem Tod konfrontiert.


Genau das selbe hab ich mir gestern Abend auch gedacht. Ich kenne so viele Menschen, und ich hör ja auch immer zu und helf gern, und deswegen bekomm ich auch immer alle schlimmen Sachen recht direkt mit. Mit einem kleineren Bekanntenkreis wird man nicht so oft mit dem Tod konfrontiert.
Aber mei, was soll's, ich mag halt die Menschen gern und nehm auch immer -vielleicht zu großen- Anteil an ihren Problemen.

Heute war ich an Opas Stelle zusammen mit meiner Oma mit den zwei Hunden Gassi, das hat mir richtig gut getan. Die Luft war klar, der Himmel blau, im Wald blühen schon die ersten kleinen Blümchen - einfach schön.

Ich glaube inzwischen, dass mein Opa eher aus psychischen Gründen im Krankenhaus liegt. Er hat ja einen Stand im Herzen, das ist wie ich das verstehe eine Art künstliche "Erweiterung" für die Vene, damit das Blut richtig durch fließen kann. Und er hat Sonntag Abend mit seinem Bruder telefoniert, der lebt in den USA und der hat direkt 5 solche Stands in die Brust bekommen, damit das Herz wieder besser funktioniert, hatte aber etliche Komplikationen während der OP. Und mein Opa hat sich das scheinbar von seinem Bruder penibelst genau erklären lassen und hat auch von der Frau des Bruders die ganzen Nebenwirkungen und Ängste und Komplikationen erzählt bekommen, die da auftreten können. Und ab da ging es ihm immer schlechter, ihm war übel, schwindelig, und er hatte Druck auf dem Herzen und in der Brust Ich kann mir gut vorstellen, dass er auf einmal einfach riesige Angst hatte. Und als er mit den Symptomen zum Arzt ging und von seinem Stand erzählt hat, war die Verdachtsdiagnose natürlich erst einmal: Leichter Herzinfarkt. Heute Früh wurde er gründlich untersucht und es kam nichts besorgniserregendes raus bisher, und er hat uns schon angerufen und gesagt, er fühle sich wieder topfit. Trotzdem bin ich froh, dass er im Krankenhaus ist, damit die Ärzte ihn mal von Kopf bis Fuß durchleuchten können. Und wenn er dann sieht und hört, dass er pumperlg'sund ist, dann ist das bestimmt auch eine Erleichterung für ihn und meine Oma. (Und für den Rest der Familie natürlich auch.)

Ich werd meine Oma jetzt jedenfalls diese Woche noch jeden Morgen mit den Hunden begleiten, und am Freitag übernehm ich Opas Hausmeisterarbeit und verdien mir ein bisserl Geld dazu. Geld kann man ja schließlich immer gebrauchen, besonders als mittelloser Student

Heut schaut Alles schon nicht mehr so düster aus. Aber wenn man hört, dass der Opa mit Verdacht auf Herzinfarkt im Krankenhaus liegt, das muss man erst mal verdauen. Meine Oma hat den Schock inzwischen auch gut verdaut; ihr geht's viel besser als gestern.
Bin gespannt, wann es meinem Opa wieder total super geht. Dass sich sein Krankenhausaufenthalt dem Ende nähert erkennt man nämlich immer daran, dass er zunehmend über das Essen meckert und meine Oma bittet, ihm doch was von Daheim mit zu bringen Er ist schon ein Unikat, mein Opa.

Danke für eure lieben Worte!

23.03.2010 11:41 • #13


Zitat:
Bin gespannt, wann es meinem Opa wieder total super geht

Ja hoffentlich bald

23.03.2010 12:30 • #14


es tut mir leid für deine bekannte.
es ist immer sehr schwierig und schmerzhaft jemanden so plötzlich zu verlieren. ich kenn das.
alles gute für die familie.

gruß.

23.03.2010 13:59 • #15

Sponsor-Mitgliedschaft

Wir drücken alle Daumen!




Schau übrigens mal hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Stent

23.03.2010 20:16 • #16


Liebe Bianca,

sieht so aus, als hätte Dein Opa es schon bald wieder geschafft! Toll, wie Du Dich um Deine Oma kümmerst. Du bist ihr bestimmt eine große Stütze.

Liebe Grüße, berlina

23.03.2010 20:26 • #17


@GastB
Danke, genau das ist es auch, was mein Opa hat. Und jetzt weiß ich auch endlich, wie man's richtig schreibt

@berlina
In unserer Familie fängt man einander immer auf, das ist ganz normal. Komischerweise helf ich der Oma mit den Hunden, die der Opa nur hat, weil er dem Bruder meines Papas hilft und die Hunde hütet, während mein Onkel ein neues Haus sucht, das groß genug für die ganze Familie und die Hunde ist. Und das Putzen am Freitag übernehm ich für meinen Opa, der es für den Mann seiner Schwester übernimmt, der seit einem Schlaganfall das manchmal einfach nicht mehr schafft. Ich bin quasi die Hilfe für die Hilfe. Unsere Familie ist ziemlich groß und irgendeiner ist immer da und springt ein, wenn einer gerade nicht kann.

Und irgendwie hab ich mir heute gedacht: Mensch, wenn der Papa das jetzt sehen könnte, der würde sich freuen und wär stolz auf mich, dass ich seiner Mama so unter die Arme greife. Und das war ein richtig schönes Gefühl. Ich hab ihn ziemlich vermisst in den letzten Wochen, aber heute hab ich das Gefühl, dass ich schon Alles richtig mache, und dass er stolz auf mich ist, wo immer er auch sein mag.

23.03.2010 20:54 • #18


Liebe Bianca,

das glaube ich auch ganz fest. Menschen verschwinden nicht einfach, sie leben in unseren Herzen weiter.

Mach Dir einen schönen Abend, Du hast alles richtig gemacht und kannst auch selbst auf Dich stolz sein.

Alles Liebe, berlina

23.03.2010 21:05 • #19


Grad eben hat meine Oma angerufen, dass sie dem Opa später einen Herz-Katheter legen um nochmal nach dem Stent und dem Herzen zu schauen.
Ich hoffe, er übersteht den Eingriff gut. Ich freu mich währenddessen schon auf das Gassigehen mit den Hunden und denk ganz fest an ihn Hoffentlich ist er bis Ostern wieder Daheim, damit wir nach alter Tradition alle zusammen Essen gehen können.

24.03.2010 08:00 • #20



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