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Hallo Gast,
Das Burnout Syndrom ist eine ernstzunehmende Erkrankung
die unterschiedliche Symptome und Auswirkungen haben kann.
Um Dir selbst zu helfen, sollte der erste Schritt sein, dass Du
einen Psychologen/Psychologischen Notdienst (gibt es in jeder größeren Gemeinde) aufsuchen - auch viele Kliniken und Krankenhäuser verfügen über derlei "Einrichtungen" und "Beratungsstellen"...ich stecke nicht in Deinem Leben, aber ich hab das Gefühl, Du hast Dich bereits selbst diagnostiziert und vielleicht auch deshalb in die "Ich kann gar nix mehr, nix läuft mehr rund, alles muss ich alleine machen" etc Ecke geschoben - ich versteh das, das überfordert Jeden.
Aber gleichzeitig ist da auch noch eine unbändige Energie in Dir - Du hast immer noch Energie an Deinen Familienmitgliedern "zu werkeln", versuchst immer noch wenigstens die "zu überzeugen", "zu bewegen", und damit zu kontrollieren. Auch das ist etwas was Du Dir selbst bewußt machen kannst und solltest - Dich selbst bekommst Du kaum noch bewegt und drehst Dich im Kreis...und überall siehst Du mehr Aufgaben, mehr Stress, mehr Herrausforderungen und kannst gar nicht fassen wie "selbstverständlich" die Anderen mit den Schultern zucken und versuchst sie- paradoxer Weise - unter den gleichen Druck zu setzen unter dem Du im Moment zusammenzubrechen drohst...Mir ist völlig klar, dass das überhaupt nicht Deine Absicht ist, dass Du einfach ein wenig von der "Last" verteilen möchtest..und hier ist vielleicht (ich kenne Deinen Mann nicht, aber dieses Problem gibt es in sehr vielen Familien)das "Verständigungsproblem" mit Deinem Mann.
Er versteht, dass Du mittlerweile bereits von "nicht korrekt aufgehängten Jacken" "ungemachten Betten" "rumliegendem Spielzeug" etc aus der Bahn geworfen wirst, egal was Du tust, wo Du hinguckst, Du siehst irgendwas, was "DU auch noch machen MUßT"...versteh mich nicht falsch, ich nehme hier keine Stellung ein...ich hab sowas nur schon in meiner eigenen Familie mehr als genug miterlebt...Dein Mann tut im Grunde das einzig "vernünftige" - er setzt seine Grenzen, weil Du mittlerweile keine mehr hast...keine Prioritäten...alles ist gleich wichtig, gleich anstrengend, gleich überfordernd und über alle Maßen belastend...es ist - auch wenn Du das nicht glauben magst - völlig unerheblich was er tut, was die Kinder tun, und ganz besonders was Du tust...es wird nie genug, richtig, perfekt sein - weil Du die Kontrolle über Dich verloren hast bzw. sie Dir beim rumwirbeln abhanden gekommen ist, versuchst Du nun ebenso angestrengt Deine Umgebung zu kontrollieren - nicht aus Bosheit, sondern in der Hoffnung somit selbst wieder mehr "Ruhe" und Souveränität für Dich zu erreichen...so funktioniert das aber nicht.
Du brauchst nicht "Hilfe" die dir hilft, das Chaos Außenrum zu bewältigen, sondern um das Chaos in Dir selbst anzunehmen und wieder Prioritäten zu setzen...unterscheiden lernen was wichtig und unwichtig ist...
Wenn Du gestresst und müde von der Arbeit kommst ist es z.B nicht wichtig ob die Kinder ihre Zimmer aufgeräumt haben...sollten sie lernen eine gewisse Ordnung zu halten? Aber natürlich...aber aus den richtigen Gründen heraus, es geht um ihre Spiel/Schulsachen, es sind ihre Lieblingsjacken, die im Zweifelsfall am Boden liegen, wo dann irgendwer rauftreten könnte - schade drum-...aufräumen kann sogar Spaß machen...aber nicht bei Euch, da ist Ordnungmachen Stress, unangenehm und kein Stück spaßig - es geht nur um die "Sache" nicht um die "Sachen".
Das macht für ein Kind keinen Sinn - auch für Dich macht das nicht wirklich Sinn - aber das ist eben was "Greifbares"...wenn Du das Chaos in der Küche oder in den Schlafzimmern siehst hast Du wenigstens einen "Grund" Dich zu ärgern, Dich ausgenutzt und überfordert zu fühlen und natürlich auch um Deinem Frust Luft zu machen. Du suchst im Moment nur nach Gründen warum Du Dich fühlst wie Du Dich fühlst, der faule Ehemann, die aufmüpfigen Kinder, die fehlende STruktur und Ordnung, der schei. Fakt ist aber: Und ich sag das wirklich nicht um Dich noch mehr zu stressen - Du bist sowieso schon auf 180, schon auf dem Weg nach Hause stellst Du Dich darauf ein "das wiedermal keiner irgendetwas" gemacht hat und wieder alles an Dir hängen bleibt - das Gleiche läuft vermutlich auch ab, wenn Du auf dem Weg zur Arbeit bist...glaub mir, ich verstehe das nur allzu gut...Du hast mittlerweile schon die Erwartungshaltung und bist ganz sicher, ohne Dich würde alles im Chaos versinken...Das ist es schon - im Emotionschaos..
...die räumen jetzt - wenn überhaupt - nur auf, weil sie vermeiden wollen dass DU Dich aufregst, mit Deinem Mann streitest, mit ihnen schimpfst oder es gar wütend selbst tust...versuch mal ein wenig Abstand von Deinem "Willen" zu gewinnen und überleg mal ob Du Dich selbst noch leiden magst, und wo Du Deine Prioritäten und Grenzen steckst.
Frag Dich mal selbst ob Du überhaupt bereit bist neben der "Arbeit" auch dementsprechend die Kontrolle abzugeben oder zu teilen, ob DU nicht schon längst zum Einzelkämpfer geworden bist...glaubst Du wirklich an Deinem "Seelenzustand" würde sich was ändern, wenn Dein Mann sich jetzt widerwillig fügte? Ich hab keine Ahnung ob Dir eine Kur helfen würde, ob Du überhaupt schon bereit bist um von Deiner "Überzeugung" abzulassen ob Du bereit bist zu sehen dass Du ganz viel von DEINER Energie in Kontrolle und Machtausüben investierst, ob Du schon fertig genug bist um Abstand von dem zu nehmen worin Du im Moment noch Sinn siehst: Die Schuldigen für Deine permanente Überforderung zu benennen...Es geht nicht um Schuld/Unschuld, Recht/Unrecht...weder Dein Mann, noch Deine Kinder wollen dass Du Dich täglich über sie aufregst und wütend und müde und fertig bist...das ist auch sowas...gestehe Dir selbst erstmal auch ein, dass Du schei. wütend bist, Du bist keine heilige Märtyrerin, die ja nur als einzige versucht ihre Familie vor dem Chaos zu bewaren, während sich alle anderen amüsieren...Du bist auch eine wütende und damit unfaire Frau und Mutter, die davon überzeugt ist, dass es IHR besser gehen würde, wenn die anderen nur täten was sie sagt...im schlimmsten Fall würde das aber dazu führen, dass sich auch Dein Mann und Deine Kinder überfordern...
Ich sage nicht Du bist ne schlechte böse Ehefrau und Mutter - sondern dass Du Dir selbst das unmögliche abverlangst wenn Du versuchst alles und jeden um Dich rum zu lenken und zu kontrollieren...sag Dir doch mal "Ich bin auch nur ne Frau...woher soll ich denn so genau wissen was richtig oder falsch ist? Woher hab ich denn die Fähigkeit bekommen auf drei Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen und gleichzeitig noch die Leitung der Backgroundtänzer zu übernehmen?" Du bist nicht schlauer, perfekter, weiser oder wissender...und das ist gut so - ich dachte deshalb tun sich Leute zusammen und heiraten...um im Team von einander und miteinander zu lernen wie das mit dem Leben und all dem so funktioniert...