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Plumbum
Hallo ihr Lieben

Ganz am Anfang meiner Angsterkrankung, war ich bei einem Psychiater oder Psychologen? Ich bring die beiden immer durcheinander. Jedenfalls bei dem jenigen der ein Vorgespräch mit einem führt und dann weiterüberweist an einen entsprechenden Kollegen.
Was mich an seinem Sprechzimmer total faszinierte war sein Bücherregal, und darin standen jede menge Märchenbücher aus aller Herren Länder. Hat mich natürlich neugierig gemacht und so hab ich nachgefragt. Er meinte daraufhin, dass man aus Märchen sehr viel, über sich selbst, lernen könnte. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, ich habs damals nicht kapiert. Ich war auch zu sehr mit mir und meinen Ängsten beschäftigt. Aber im Laufe der Jahre musste ich immerwieder daran zurückdenken und machte sozusagen den Selbstversuch. Ich erinnerte mich an meine Lieblingsmärchen und machte mir Gedanken, warum dieses oder jenes Märchen mich so sehr ansprach? Das Ergebnis war recht faszinierend.

In meinem Falle waren es Aschenputtel, Schneewittchen und Hänsel und Gretel. Aschenputtel weil ich mich stellenweise in ihr wiederfand. Schneewittchen weil mir das wahnsinnig gut gefiel wie sie die Zwerge umsorgte. JAHAAA ich gebs zu! Ich bin so eine Betüttel Tante, ich liebe es dafür zu sorgen, dass es meinen Lieben gut geht. Asche auf mein Haupt und so garnicht Zeit gemäss.
Hänsel und Gretel mochte ich, weil ich mich da so schön gruseln konnte. Sozusagen der Hitchcock meiner Kindheit.

Da man nun aus Märchen wirklich viel über sich lernen kann und das darum eine Art Selbsthilfe ist, wie ich finde... hab ich es auch in dieses Forum geschrieben und nicht ins Offtopic. Hoffe das war ok, sonst bitte verschieben, liebe Admins.

Nun hätte ich gerne von euch gewusst. Was waren eure Lieblingsmärchen und warum?

Liebe Grüsse
Plumbum

24.09.2016 03:12 • 19.10.2016 #1


69 Antworten ↓


Hotin
Hallo Plumbum,

hoffentlich bin ich nicht zu sehr Offtopic mit meiner Antwort.

Zitat:
JAHAAA ich gebs zu! Ich bin so eine Betüttel Tante, ich liebe es dafür zu sorgen, dass es meinen
Lieben gut geht. Asche auf mein Haupt und so gar nicht Zeit gemäss.


So ein Verhalten passt meiner Meinung nach in jede Zeit. Betüttel Tante deutet aber meistens darauf hin,
dass Du ein übersteigertes Harmoniebedürfnis hast. Und so etwas hilft selten dabei, im Leben zufrieden zu
werden. Zum betütteln findest Du immer irgend jemanden.
Allerdings, wie willst Du dabei für Dich etwas positives erreichen?

Bestimmt sind Märchen –Spiegel der Seele.

Viel mehr ist aber Dein eigenes Verhalten, der Spiegel Deiner Seele.


Viele Grüße

Bernhard

24.09.2016 03:49 • #2



Märchen - Die Spiegel der Seele?

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Plumbum
Zitat von Hotin:
Hallo Plumbum,

hoffentlich bin ich nicht zu sehr Offtopic mit meiner Antwort.

Zitat:
JAHAAA ich gebs zu! Ich bin so eine Betüttel Tante, ich liebe es dafür zu sorgen, dass es meinen
Lieben gut geht. Asche auf mein Haupt und so gar nicht Zeit gemäss.


So ein Verhalten passt meiner Meinung nach in jede Zeit. Betüttel Tante deutet aber meistens darauf hin,
dass Du ein übersteigertes Harmoniebedürfnis hast.


Harmoniebedürfnis - Auf alle Fälle! Übersteigert? hmm schwer zu sagen, ich hab ja keinen Vergleich. Ab wann ist es denn übersteigert? Im Hinblick auf meine Kindheit durchaus denkbar aber wie gesagt, ich hab keinen Vergleich.

Zitat:
Und so etwas hilft selten dabei, im Leben zufrieden zu
werden. Zum betütteln findest Du immer irgend jemanden.


Da kann ich guten Gewissens widersprechen. Ich bin schon ein sehr zufriedener Mensch, brauche nicht viel um glücklich zu sein.

Zitat:
Allerdings, wie willst Du dabei für Dich etwas positives erreichen?


Na glückliche Menschen machen mich glücklich. So einfach is das.

Zitat:
Bestimmt sind Märchen –Spiegel der Seele.

Viel mehr ist aber Dein eigenes Verhalten, der Spiegel Deiner Seele.



...das wiederum durch die Märchen reflektiert wird.


So, und jetzt Du! Runter mit der Märchenhose! Was sind Deine Lieblingsmärchen und warum?

Liebe Grüsse
Plumbum

24.09.2016 04:07 • x 1 #3


Cati
Ein Lieblingsmärchen hab ich nicht...aber ' Die Schneekönigin ', das hat mich immer
irgendwie angesprochen...vielleicht, weil es da um Gefühle geht, um einen Splitter im
Herzen, der aber herausgezogen werden kann, von einem Menschen, dem man wirklich
' am Herzen ' liegt...
Ich bin ja ein sehr warmherziger Mensch, habe aber lange versucht, das etwas
zurückzunehmen, ich wollte härter werden, abgebrühter, mehr vom Verstand gesteuert...
ich kann mit diesem Prinz/Prinzessinenkram in vielen Märchen nicht viel anfangen,
aber die Vorstellung, daβ, wie in ' Die Schneekönigin ' das Mädchen es schafft, durch ihre
Liebe den Splitter aus dem Herzen des Jungen zu entfernen, so daβ er geheilt ist und wieder
richtig fühlen kann, das hat mich wohl irgendwie angesprochen.

Ich hab jedenfalls, wenn mich mal einer nach meinem Lieblingsmärchen fragte, immer
gesagt, Die Schneekönigin .

24.09.2016 04:20 • x 1 #4


Plumbum
Cati, dass ist ein unheimlich schöner Grund, Die Schneekönigin zu mögen.

Alles Liebe
Plumbum

24.09.2016 04:27 • x 1 #5


Huhu,

grad erst entdeckt das Thema.

Als Kind hatte ich das dicke Märchenbuch der Gebr. Grimm.

Eigentlich mochte ich alle ihre Märchen, aber eines hat mich besonders fasziniert.

Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen. Hiess das so?

Der war sehr mutig! Das wär ich auch gerne.

LG

24.09.2016 05:04 • x 2 #6


enten
Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern...

das Warum müsste ich überlegen.Momentan frage ich mich eher wann..
Habe immer schon Bücher regelrecht verschlungen.Vor mir war kein Buch sicher und hält bis heute an.

24.09.2016 05:11 • x 2 #7


Plumbum
Na, da bin ich auf das Warum aber schon gespannt. In Dir schlummert doch wohl nicht ein kleiner Pyromane?

Liebe Grüsse
Plumbum

24.09.2016 05:15 • #8


enten
Na,wenn du soo fragst Feuer hatte schon immer eine gewisse Faszination für mich.
Ich liebe das lodern der Flammen,die Wärme den Geruch..
Habe mit ca 7 Jahren den Mülleimer angesteckt und das Feuer natürlich nicht mehr aus bekommen.
Habe aber immerhin den Deckel zugeklappt..blöd nur das sich dass Feuer durch den Deckel arbeitete.
Na ja,für diese Aktion habe ich dann auch eine geflammt bekommen.
Huck und Finn waren übrigens meine treuen Begleiter..jahrelang

24.09.2016 05:30 • #9


Plumbum
Oha! Da tun sich ja ABGRÜNDE auf.... ABGRÜNDE!

24.09.2016 05:38 • #10


igel
Hänsel und Gretel. Weil das Böse , die Hexe eben, verbrannt wird. Mein Lieblingsmärchen.

Wer will, kann seine Ängste auf die Hexe projezieren.

24.09.2016 06:28 • x 1 #11


Cati
Was mich auch immer berührt hat, ist die Stelle in dem Märchen ' Der Froschkönig ',
als die eisernen Ringe bersten, die der Diener Heinrich um sein Herz gelegt hatte, damit es
nicht vor Traurigkeit zerspringt,...da sein Herr nun erlöst wurde und alles gut ist...
da kann ich mich wohl irgendwie drin wiederfinden...

24.09.2016 07:31 • x 1 #12


hereingeschneit
Ist vielleicht nicht ein Märchen in dem Sinne, aber ich habe als Kind immer die kleine Farm geguckt. Und mich hat beeindruckt, wie die Familie miteinander umging, sie zusammen hielt und wie sie alle schweren Schicksalschläge angenommen, verarbeitet.... haben.
Ansonsten gefällt mir auch 3 Haselnüsse für Aschenbrödel (Film) sehr gut, weil das Mädchen so taff ist und den Prinz lang an der Nase rum führt.

24.09.2016 07:50 • x 1 #13


Meins war immer Dornröschen. Fand das immer am besten, dass die plötzlich alle eingeschlafen sind und wie in einer Momentaufnahme stehen geblieben sind, als sie sich gestochen hat
und das so blieb 100 Jahre lang und das der Prinz dann auch gesehen hat, als er durch war. Als Kind dachte ich, dass die alle voller Spinnweben und Staub gewesen sein mußten.
Auch dass der Prinz durch die dicke Dornenhecke musste und viele die es vorher versuchten drin hängen sah, die böse Fee, hat dann noch etwas Action mit reingebracht.
Das Ende fand ich dann eher langweilig, als er durch war und mit wach küssen und alle lebten glücklich blala.

24.09.2016 08:22 • x 1 #14


igel
Hehe, ich habe als Kind mal im Wohnzimmer den Papierkorb angezündet....

24.09.2016 08:26 • #15


Ozeana
Guten Morgen,

mir hat Rumpelstilzchen sehr gut gefallen,und ich mag sehr die gereimten Sprüche in Märchen:

Ach, wie gut, dass niemand weiß,
dass ich Rumpelstilzchen heiß!

ode

Mantje, Mantje, Timpete,
Buttje, Buttje in der See...

Gestern habe ich zufällig Hans im Glück gelesen, auch sehr schön, wie er immer wieder das Gute für sich entdeckt...

Liebe Grüße,
Ozeana

24.09.2016 08:32 • x 1 #16


igel
Der standhafte Zinnsoldat. Das fand ich als Kind schon furchtbar traurig. Er war so mutig und tapfer.....

24.09.2016 08:35 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Wenn ich so genau zurück denke, fand ich folgende Szene in Dornröschen am besten. Als der Bäckerjunge eigentlich eine auf die Backe vom Meister kriegen sollte, der Bäcker aber mittendrin stehen geblieben ist. Immerhin musste er 100 Jahre warten bis es knallte, hab dann immer gedacht, hoffentlich duckt sich der noch rechtzeitig wenn die Olle da oben aufwacht.

24.09.2016 08:44 • x 3 #18


Zitat von Ozeana:
Ach, wie gut, dass niemand weiß,
dass ich Rumpelstilzchen heiß!

Das passt doch irgendwie zu mir. Solange niemand weiß, wie ich heiße, geht es mir gut. Sobald ich mich im Internet jemandem dermaßen anvertraue, dass ich meinen realen Namen verrate (das geschah bis jetzt nur zweimal), entsteht sofort eine sehr starke seelische Bindung an die betreffende Person, ich werde emotional abhängig und das wird mir zum Verhängnis...

Ich finde Horrormärchen gut. Da gibt es zb einen Horrorfilm Schneewittchen, allerdings eher für Erwachsene. Auch über Hänsel und Gretel gibt es einen Film, ich glaube der heißt Hänsel und Gretel - die blutige Wahrheit.

Ansonsten...
Da man die Wahrheit der Menschheit nicht offen verkünden darf (denn sonst wird man gelyncht oder einfach nicht verstanden), wurde sie in früheren Zeiten von Wissenden oft in Märchen und Sagen versteckt und verschlüsselt.

24.09.2016 08:52 • x 2 #19


Icefalki
Plumbum, Hey du rockst für mich gerade das Forum. Bringst tolle Themen, und ich liebe es, mal über andere Geschichten über mich nachzudenken.

Ich hab wie alle, Märchen auch verschlungen. Was mir aber auffällt, ich fand die total krass.

Am meisten hab ich um das Mädchen mit den Schwefelhölzern geweint. Und Wilhelm Busch hab ich gehasst.

Ich hab die alle sehr jung gelesen, damals aber ohne den Hintergrund zu begreifen. Gefühlsmäßig war es eher so, dass ich die ganzen Bösartigkeiten irgendwie überhaupt nicht verstanden habe, was ja auch zu meinem damaligen Erleben gepasst hat.

Ich erinnere mich noch an ein orientalisches Märchenbuch.

Hab ich heimlich gelesen, das hat mich fasziniert. Das war irgendwie anders, aber warum das so für mich war, weiß ich nicht mehr so genau. Es war schillernd, exotisch, viel mehr Traumwelt. Und weil es verboten war, hihi, nochmals interessanter. Ich glaub, da war auch Sex im Spiel. Herrlich ....

Die deutschen Märchenbücher waren für mich dunkel, kalt, erzieherisch..

Das andere war bunt, aufregend und geheimnisvoll. Obwohl die sich auch ganz schön an den Kragen gegangen sind..

Ich denke, dass die deutschen Märchen eine Erziehung beschreiben, die ich abgelehnt habe.

Kann es nicht richtig beschreiben. Sehr wahrscheinlich spiegelten sie damals für mich unbewusst mein Leben wider.

24.09.2016 09:20 • x 1 #20



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