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Guten Abend Euch allen,
Samstagabend allein zu Hause und Depressionen. keine gute Kombination. wahrscheinlich der Grund, wieso ich hier gerade meine Gedanken niederschreibe.In der Hoffnung Menschen zu treffen, die mir vielleicht Tipps geben können , wie ich den Abstand zum Abgrund vergrössern kann. das wär so schön.
Seit nun 52 Jahren (bin übrigens männlich) lebe ich mit mehr oder weniger starken Depressionen. Mal sind sie für ne Weile verschwunden, jedoch nur eben eine zeitlang.
Kommen tun sie meistens, weil ich zwischenmenschliche Erfahrungen erlebe, die ich nicht verstehe,die mich verletzen und traurig machen ,die ich nicht schaffe zu ändern.
Medikamente, Ratgeber, Esoterik, Therapien. nix hat bisher was geändert.Ich fühl mich total ohnmächtig,vom Leben/Schöpfer ungerecht behandelt, kanns nicht verstehen was schiefläuft.
Mein Problem: Einsamkeit und ignoriert zu werden.Anders behandelt zu werden als Andere.Keine Zuneigung, Wertschätzung, Liebe zu bekommen.
Vielleicht denkt ihr jetzt. ein unbeliebter Kerl. Nee so ist es eigentlich nicht.
Ich denke die meissten mögen mich schon. aber das wars dann auch eben leider.
Viel zu oft werd ich vergessen, ignoriert,nicht beachtet. bewusst oder unbewusst ?Ich weiss es nicht.
Ich habe soziale Kontakte, aber meist nur solange ich das aktiv forciere. Zurück kommt viel zu oft wenig bis nichts.
Eine Beziehung hatte ich nie. das sagt schon einiges.Immer allein im Leben. Keine Unterstützung einer Partnerin, keine Umarmung. keine Liebe.
Von aussen betrachtet wirkt mein Leben gar nicht tragisch. ich selber befind mich aber viel zu oft viel zu nah am Abgrund.Mein Umfeld bemerkt anscheinend nichts davon. bin vermutlich ein guter Schauspieler.
Warum werde ich oftmals ignoriert und vergessen . warum bin ich nicht wichtig für andere. warum hat niemand Interesse an mir?
Antworten habe ich leider leider bisher nur vergeblich gesucht. jedoch nicht gefunden.
Sorry. genug aus meiner traurigen Gedankenwelt.
Vielleicht möchte ja jemand was dazu sagen. bin dankbar für jede Hilfe.
Schönes Restwochenende wünsch ich Euch allen

26.06.2021 21:39 • 15.08.2021 x 1 #1


42 Antworten ↓


domi89
Hm... Ich kann schlecht Antworten ohne deine komplette Geschichte zu kennen und das geht hier um Forum ohnehin zu weit....
Manchmal ist es einfach Pech, die falschen Menschen im Umkreis. Manchmal ist man es selbst, Gewohnheiten oder Eigenheiten die einen für andere uninteressant machen. Ich will dir aber hier nichts vorwerfen, denn wie gesagt, ich kenne dich nicht.

Vielleicht solltest du für dich selbst genau beleuchten warum das so ist. Wie würdest du reagieren wenn du dich selbst triffst?
Wie ist dein Selbstwertgefühl denn überhaupt? Kannst du dich selbst nicht ausstehen?
Wenn du jemanden zum Schreiben möchtest, schreib mich gerne an. Manchmal ergibt sich ja eine Art Freundschaft, auch wenn es nur über Nachrichten ist. Auch sowas kann gut tun.

27.06.2021 00:21 • x 2 #2



Zwischenmenschliches mein persönlicher Abgrund

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zukunft-2021
Zitat von sibelchen:
Guten Abend Euch allen, Samstagabend allein zu Hause und Depressionen. keine gute Kombination. wahrscheinlich der Grund, wieso ich hier gerade meine Gedanken niederschreibe.In der Hoffnung Menschen zu treffen, die mir vielleicht Tipps geben können , wie ich den Abstand zum Abgrund vergrössern kann. das wär so ...

Hallo sibelchen

Das was Du schreibst trifft fast genau auch auf mich zu. Ich bin zwar auch beliebt, aber nur als Freund und Helfer. Mehr nicht. Versuche ich mal auf eine Beziehung zu zusteuern, bewegen sich diese Leute weg von mir.

Versuche Deine Interessen zu ergründen

Erstelle Dir eine Art Tagebuch, in dem Du alles einträgst besonders Erfolge, und wenn sie nur so winzig sind

Welches Hobby würdest >Du gerne ausführen, oder führst Du aus

Ich hoffe ich konnte Dir ein wenig helfen

27.06.2021 05:37 • x 2 #3


Hallo Dominik,
vielen lieben Dank für Deinen Beitrag.
Leider kann ich die Ursache meines Problems nicht erkennen.Unzählige Versuche diese zu finden sind bisher leider gescheitert.Ich würde alles dafür geben zu wissen, was falsch läuft...um es dann zum besseren zu ändern.
Ich weiss halt wirklich nicht mehr, was ich tun kann/soll...
Dir einen schönen Sonntag
LG sibelchen

27.06.2021 17:54 • #4


Hallo zukunft-2021,
auch Dir lieben Dank fürs schreiben !
Freund und Helfer zu sein ist ja schon mal schön...
Freunde /Bekannte hab ich schon auch ein paar wenige...aber es ist halt oft ne Einbahnstrasse von mir zu Ihnen...zurück kommt halt oft viel zu wenig bis garnix.
Ich versuch schon was zu unternehmen , würde aber gern viel mehr unternehmen, jedoch bin ich halt meist allein unterwegs und da fällt vieles schwer...
Du scheinst nach einer Beziehung zu suchen...ich wünsch es für Dir sehr!
LG und schönen Abend
sibelchen

27.06.2021 18:08 • #5


domi89
Zitat von sibelchen:
nzählige Versuche diese zu finden sind bisher leider gescheitert.

Vielleicht brauchst du einen Blick von außen. Hast du denn Mal eine Therapie versucht?

27.06.2021 18:50 • #6


Dominic, ja ich hab zwei Therapien gemacht.
Ich hatte auch grosse Hoffnung, dass mir dort geholfen wird.Eben weil "fremde Experten " beteiligt sind.
Leider hats mir beide male nix gebracht.Es war gut jemanden zum reden zu haben, aber ansonsten wars wirklich ohne Erfolg .
Vielleicht auch die falschen Therapeuten, aber es ist ja ungemein schwierig, überhaupt Termine zu bekommen...da nimmt man halt was geht.
Gruss sibelchen

27.06.2021 19:03 • #7


domi89
Ja das stimmt, Termine zu bekommen ist sehr schwierig, hast du denn eine Vermutung für dich selbst woran es liegen könnte? Manchmal hat man ja so eine Ahnung glaube es nur nicht so richtig.

27.06.2021 21:53 • #8


Nein Dominic, leider hab ich keine Ahnung wieso ich mir mit anderen so schwertue bzw sie mit mir.
Ich bin schon selbstkritisch mit mir, aber ich meine dass ich ein guter Freund für andere bin. Nicht perfekt, aber schon mit gutem Charakter .Ich glaube sogar, dass andere auch so über mich denken.
Warum dann nichts daraus entsteht bzw ich so oft ignoriert werde...ich weiss es wirklich nicht.Und das produziert mir dann Depressionen, die ich immer schwerer ertragen kann.So weit unten war ich lange nicht mehr...trotzdem versuche ich mich natürlich wieder zu fangen...
Gruss sibelchen

28.06.2021 17:20 • #9


Forki70
Hallo Sibelchen,
Ich habe mich sehr in deiner Geschichte wiedergefunden.
Bei mir ist es irgendwie ein Mix aus der Kindheit (Einzelkind) und Großstadt.
Beziehungen hatte ich zwar, aber offenbar mit den Falschen , denn nichts blieb. Somit habe ich mich in die Arbeit gestürzt, die wenigen Freunde bespasst bis nichts mehr ging nach einem Burnout.
Danach habe ich mich zwar beruflich gerappelt, aber die privaten Kontakte erlebten eben einen anderen Menschen, der nicht mehr so gut funktioniert.
Ich suche auch nach einer Lösung.
Gruß Forki70
Vielleicht ist die magische 50 wieder mal der Punkt, ein Resümee zu ziehen und die jetzige Situation verschärft das Nachdenken umso mehr.

28.06.2021 19:44 • #10


Pukkie
Suche dir doch online Hilfe , dort gibt es auch Psychologen.

28.06.2021 19:47 • x 1 #11


Forki70
Ich glaube, gegen dieses Gefühl kann kein Psychologe etwas machen, ausser er sagt: gehen Sie in einen Verein, Ehrenamt oder Sonstiges.
Ich bin in der Arbeit im Kundendienst, da genießt man auch mal die Ruhe.
Eine Partnerschaft und Freundschaft sollte aus geben und nehmen beruhen, ich habe immer viel gegeben und so wie der TE gingen offenbar viele Aktivitäten von mir aus.
Momentan ist in meinem Job viel Unsicherheit und mit 50 denkt man anders als mit 30, da reflektiert man anders.

28.06.2021 20:00 • x 1 #12


Dankeschön Forki70 für Deinen Beitrag.
Vieles was Du ansprichst empfinde ich genau wie Du:
Geben und Nehmen find ich auch sehr wichtig in Beziehungen, egal ob freundschaftlich oder in einer Liebesbeziehung.
Verein, Ehrenamt und ähnliches ist sicherlich ne Möglichkeit, aber halt nur wenn man dort Menschen begegnet, wo es "passt".
Ob die Ursache mit Einzelkind/Grossstadt zu tun hat...könnte mit ne gewisse Rolle spielen.Wobei ich 3 Geschwister hab und aufm Dorf lebe...
Das Alter spielt sicherlich auch ne Rolle, wobei es bei mir eher so ist, dass ich immer Hoffnung auf eine Lösung hatte.Je älter ich werde, desto weniger kann ich noch auf eine Besserung hoffen sonder denke eher an "Schadensminderung".
Schönen Abend
sibelchen

29.06.2021 20:28 • #13


moo
Servus sibelchen,

willkommen auch von mir und Respekt für Deine gut geschilderte Eigeneinschätzung! Ich möchte gerne auf ein paar Punkte eingehen:

Zitat von sibelchen:
Ich fühl mich total ohnmächtig, vom Leben/Schöpfer ungerecht behandelt, kanns nicht verstehen was schiefläuft.


Es mag sich vielleicht philosophisch anhören, aber weder das Leben noch ein Schöpfer behandelt Dich letztlich. Er-Leben geht vom Geist aus, von nichts sonst - nicht von der Natur oder einer Instanz.

Oder glaubst Du an einen Gott, der Dich geschaffen hat? Dann sieht die Sache subjektiv natürlich anders aus.

Zitat von sibelchen:
Mein Problem: Einsamkeit und ignoriert zu werden. Anders behandelt zu werden als Andere. Keine Zuneigung, Wertschätzung, Liebe zu bekommen.


Einsamkeit ist kein objektiver Zustand, sondern eine Emotion. Ein "Ich" fühlt sich in "der Welt" alleine. Bei genauer Betrachtung dieser anliegenden Spannung (um in Deinem beruflichen Jargon zu sprechen) liegt das Problem tatsächlich im Auge des Betrachters: Im "Ich". Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich ein Persönlichkeitsbewusstsein, das Du als "Ich" wahrnimmst, aber gleichzeitig auch notgedrungen abgrenzt gegen die Umwelt.

Zitat von sibelchen:
Viel zu oft werd ich vergessen, ignoriert, nicht beachtet. Bewusst oder unbewusst? Ich weiss es nicht.


Das ist alleine Deine (!) Wahrnehmung (=Interpretation) von völlig objektiven Vorgängen. Du denkst tatsächlich für "die anderen". Warum? Weil, wie @domi89 oben wahrscheinlich schon erfragen wollte, Du ihnen Dein Selbstbild überträgst. Du kannst gar nicht wissen, wie Du auf andere wirkst. Du kannst es nur erahnen und diese Ahnung ist gefärbt von Deiner Eigenwahrnehmung.

Zitat von sibelchen:
Mein Umfeld bemerkt anscheinend nichts davon. Bin vermutlich ein guter Schauspieler. Warum werde ich oftmals ignoriert und vergessen? Warum bin ich nicht wichtig für andere? Warum hat niemand Interesse an mir?


Ein hochinteressanter Weg wäre, genau diese Fragen diesen "Anderen" mal zu stellen. Das meine ich ganz praktisch: Frage doch mal jemanden, was er wirklich von Dir "hält", wie er Dich wahrnimmt. Aber lege ihm bitte keine (Deine!) Antworten beim Fragen gleich in den Mund, indem Du die Fragen wie oben formulierst. Frage einfach: "Wie wirke ich auf Dich?" Punkt.

Zitat von sibelchen:
Leider kann ich die Ursache meines Problems nicht erkennen.


Schau in den Spiegel.

Zitat von sibelchen:
Ich hatte auch grosse Hoffnung, dass mir dort geholfen wird. Eben weil "fremde Experten" beteiligt sind. Leider hats mir beide Male nix gebracht.


Therapie soll nichts "bringen", sondern die Perspektive verändern. Es geht nicht um Freunde sondern um "den, der sich nach Freunden sehnt". Bei mir war es dasselbe mit einer Partnerin: Erst als meine Perspektive eine andere war, war auf einmal die Partnerin "da"...

Zitat von sibelchen:
Ich bin schon selbstkritisch mit mir, aber ich meine dass ich ein guter Freund für andere bin. Nicht perfekt, aber schon mit gutem Charakter. Ich glaube sogar, dass andere auch so über mich denken.


Das glaube ich auch. Ist das denn nicht erfreulich? Ein guter Charakter ist für denjenigen, der ihn hat, ein - nicht zuletzt karmisch - großes Geschenk . Ein wahrer guter Charakter will dafür keine Anerkennung oder "Belohnung" in Form von Freundschaften. Diese Erwartungshaltung liegt oft unter (!) so manchen "gutmenschlichen" Eigenwahrnehmungen.

Zitat von sibelchen:
Das Alter spielt sicherlich auch ne Rolle, wobei es bei mir eher so ist, dass ich immer Hoffnung auf eine Lösung hatte. Je älter ich werde, desto weniger kann ich noch auf eine Besserung hoffen sondern denke eher an "Schadensminderung".


"Schadensminderung" gefällt mir sehr, allerdings sehe ich ihn in einem etwas anderem Kontext. Das menschliche Leben ist vergänglich, leidvoll und unpersönlich - entsprechend "schadhaft an sich". Eine Minderung dieser Schadhaftigkeit ist aus meiner Sicht der "Sinn" des Lebens: Zu lernen, weshalb wir leiden und uns um die Aufhebung der Leidensursachen zu bemühen.

Alles Gute Dir vom Altersgenossen

30.06.2021 11:28 • x 2 #14


Acidville
Hallo sibelchen,
ich kann moo da nur zustimmen. Ich hab hier heute den Weg hergefunden weil ich meine eigenen Probleme besprechen wollte und hab angefangen hier zu lesen. Eine gemeinsamkeit die ich hier jetzt schon öfter gelesen habe ist, Erwartungen. Versteh mich nicht falsch man kann Erwartungen haben, aber dann muss man damit leben können das diese enttäuscht werden können und in unserer Gesellschaft, höchst wahrscheinlich werden. Ich denke hier ist selbstwert ein wichtiges Thema, Menschen die keinen gesunden Wert sich selbst gegenüber haben, tuen Dinge für andere in der Hoffnung das andere sie dann Wertschätzen. Das kann man so machen und ich kann mir vorstellen das es Menschen gibt die so glücklich ihr leben verbringen können, aber wenn man niemanden hat dann ist das kein gesunder Weg. Selbstwert kommt am besten aus einem selbst weil man dann nicht auf die Bestätigung von anderen angewiesen ist. Du sagst du tust und machst für andere, aber nix oder nur ser wenig kommt zurück. Vielleicht hilft da ein perspektiv wechsel! Hör auf zu helfen wenn das Resultat dich unglücklich macht. Das ist wie Geschenke schenken, ich verschenke nur Geschenke wenn es mich glücklich macht, ich will dann nichts zurück. Anstatt anderen zu helfen mach was für dich. Als es mir schlecht ging hab ich angefangen zu Mass. zu gehen, etwas nur für mich und mit berührungen von einem anderen Menschen. Ich neige zur Isolation da dachte ich mir es wäre gut wenn ich was finde das mir gut tut und einen anderen Menschen mit einbezieht. Ich hab das schon in einem anderen Beitrag geschrieben, wir tun uns leider viel zu oft selber weh oder stehen uns selber im Weg. Wenn man religiös ist kann man natürlich alles auf eine andere Macht schieben und ich selber bin dem Prinzip des Karmas zugetan, aber letztendlich ist niemand anders für unsere taten verantwortlich als wir selber. Seine Perspektive zu ändern ist schwer und wie bei allem kannn man daran scheitern, aber ich denke es ist einen Versuch Wert, denn keiner hat es verdient unglücklich zu sein.

03.07.2021 16:08 • x 1 #15


zukunft-2021
@Acidville

Genau, man sollte nur helfen, wenn es auch gewürdigt wird.

03.07.2021 16:15 • #16


Acidville
nein das war nicht meine aussage! Man sollte nur helfen wenn einen das selber glücklich macht!

03.07.2021 16:17 • x 1 #17

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Hallo moo,
Vielen lieben dank fuer deinen beitrag, der sehr intensiv auf mich wirkt.
Ich werde dir antworten, sobald mein internet wieder funktioniert (seit tagen warte ich auf den techniker...), bin eben nur kurz mit smartphone online.
Bis dahin schoenes wochenende
Sibelchen

03.07.2021 16:19 • x 1 #18


Alex1979
Mir geht es sehr ähnlich wie Dir (dem Themenstarter), wobei ich erst 41 bin und noch ein paar Jahre vor mir habe, bevor ich in Dein Alter komme. Doch auch mir geht es mies, mit meiner Partnerlosigkeit. Und wenn ich es wage, mich zu öffnen, meine Probleme zu schreiben, dann ernte ich lediglich "Viel Glück auf der Suche"-Sprüche, Beileidsbekundungen oder halt dieses typische "Du musst dich erst selbst lieben, bevor du es von anderen erwarten kannst". So etwas macht mich persönlich nur noch depressiver.

Ich kann Dich folglich sehr gut verstehen und auch dass Deine Selbstwahrnehmung darunter leidet. Vor allem, wenn man beginnt, in einer Partnerschaft das absolute Glück zu suchen. Dabei soll die potentielle Partnerin ja gar kein Seelenklempner sein, keine Threapeutin, oder sich ständig die eigenen Sorgen anhören und verständnisvoll dazu nicken. Sie soll einfach nur da sein. Existieren. Man will sich in ihrer Nähe gut fühlen dürfen.

Und was Moo schrieb, dass man lernen muss seine Perspektive zu wechseln, damit das eigene Leidensbild abklingt und man seine Aufmerksamkeit und Kraft auf positive Dinge lenkt, klingt in jedem Fall plausibel. Nur frage ich mich jetzt (rein subjektiv), wie man das als Kopfmensch machen will, wenn es gerade die eigenen Gedanken sind, die sich selbstständig machen und man in solchen Momenten nichts dagegen tun kann. Wenn der Geist willig ist, aber der Kopf sagt: "Nö, jetzt gerade nicht. Du leidest jetzt gefälligst"

Leider kann ich Dir kein Patentrezept bieten, oder auch nur einen Ansatz, an dem Du Dich orientieren könntest. Etwas, was Dir den inneren Leidensdruck etwas nimmt. Tut mir sehr leid. Ich kann Dir nur schreiben, dass Du auf dieser Welt nicht alleine bist.

06.07.2021 16:12 • x 1 #19


moo
Zitat von Alex1979:
Nur frage ich mich jetzt (rein subjektiv), wie man das als Kopfmensch machen will, wenn es gerade die eigenen Gedanken sind, die sich selbstständig machen und man in solchen Momenten nichts dagegen tun kann. Wenn der Geist willig ist, aber der Kopf sagt: "Nö, jetzt gerade nicht. Du leidest jetzt gefälligst"


Für mindestens 75% des Leides ist das Ego verantwortlich, der Rest ist schlicht "einfach so".

Die Interpretation eines "Zustandes" ist direkt abhängig vom ständigen Zusammenspiel von Sinneseindrücken, Gefühl (angenehm/unangenehm), Wahrnehmung, geistigen Gestaltungen und dem (Ich-)Bewusstsein.

Will man diesen (automatischen, unbewussten) Ablauf verändern, muss man bei den Gefühlen ansetzen. Gefühle sind nicht mit Emotionen gleichzusetzen. Gefühle sind entweder angenehm oder unangenehm und nehmen automatisch eine Bewertung (gut/schlecht) vor. Dieser Bewertung folgt unsere Wahrnehmung (Interpretation). Sie ist also bereits "vorgefärbt" und deshalb alles andere als "objektiv". Die wiederum darauf aufbauende geistige Ausrichtung sowie der ständige "Wohlerfahrungssuchlauf" treiben den Geist - bildlich gesprochen - vor sich her. Wir sind (idR) also niemals "Herr unserer Sinne", sondern es verhält sich genau umgekehrt. Vom Körper ganz zu schweigen - dar macht ebenso nie das, was wir wollen

Kontemplation über die Dinge, so wie sie sind und unser direktes Erleben kann die Spielregeln komplett verändern und eine Freiheit von Ich und Welt ermöglichen. Die Dualität kann im Alltag sinnvoll und hilfreich sein, im bewussten Leben stellt sie m. E. eine harte Barriere dar.

06.07.2021 19:37 • #20



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