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Hallo!

Ich habe mir zwar schon einige Beiträge durchgelesen, würde auch gerne antworten, bin aber wie in mir selbst gefangen. Daher schreibe ich selbst, versuche mich vorzustellen.

Ich bin 49 Jahre alt und man sollte meinen, ich müsste schon lange voll und ganz im Leben stehen.

Mein Leben begann quasi schon ziemlich mies und zwar in einem Jugendwerkhof der ehemaligen DDR, wo ich als Säugling hinkam, weil meine leiblichen Eltern die Republik verlassen wollten. Mit 11 Jahren wurde ich dann von meiner tatsächlichen Familie in die BRD geholt. Dort wurde ich aber abgelehnt, was keine Einbildung war. Man konnte einfach nicht mit einem "missbrauchten" Kind umgehen. Und einfach war ich mit Sicherheit auch nicht. Die Narben auf meinem Körper sind weniger schlimm, als die Narben, die noch heute auf meiner Seele lasten.

Ich wurde von wirklich lieben Menschen adoptiert.

Es gab in meinem Leben auch tatsächlich Beziehungen, die aber immer von einem großen Maß an Misstrauen meinerseits begleitet waren. Es gab nette Männer (Menschen), die ich mit meiner Urangst verdrängte und es gab einfach die typischen Fehlgriffe, die jeder Mensch in seinem Leben macht. Einen Sohn bekam ich, der dann leider im Alter von 2 Jahren von mir gehen musste (Unfall - zumindest hieß es so vor Gericht; dass es durch einen Angestellten des Jugendwerkhofes geschah - einem der damals Schlimmsten -, den ich zufällig in Hamburg an meinem damaligen Arbeitsplatz traf; der mich vom Reden abhalten wurde - das wurde nicht berücksichtigt; es wurde als Unfall tituliert und er hätte den Brand nur aus Versehen gelegt).

Ich entwickelte eine schwere Agoraphobie, kämpfte mich aber mit Hilfe meiner Eltern ins Leben zurück. Ich studierte, hatte einen guten Job - aber die inneren Wunden heilten trotz zig Therapien niemals.

Wenn ich von meinen Eltern schreibe, dann sind das meine Adoptiveltern. Für mich macht es keinen Unterschied. Denn diese Menschen gaben mir Halt.

Mein Vater starb vor einiger Zeit und so lebten meine Mutter und ich - zusammen mit einer Menge Tiere (Pferde, Hunde, Katzen) - auf einem alten Resthof. Das war meine Zuflucht. Ein Mensch, dem ich absolut vertraute - trotz Meinungsverschiedenheiten - ein guter Job.... Und immer war die Angst da, was ist, wenn dieser Mensch eines Tages nicht mehr ist. Bekannte habe ich mit Sicherheit viele - aber wirkliche Freunde/Vertraute, wenn ich länger darüber nachdenke, gibt es in meinem Leben nicht.

Vor ein paar Wochen erlitt meine Mutter einen Schlaganfall. Erst war es ein leichter, aber eine Komplikation folgte der nächsten - und nun erkennt sie mich nicht einmal mehr. Eine Hirnhälfte ist komplett zerstört - sie ist nicht mehr rehafähig, sie ist quasi nur noch eine Hülle, die aber andauernd meinen Namen ruft.

Letzte Woche verlor ich dann auch noch meinen Job. Vermutlich funktionierte ich sowieso nur noch in den letzten Wochen. Aber der Juniorchef, dessen Vater zur Zeit ebenfalls krankheitsbedingt nicht anwesend ist, gießt nun auch noch regelrecht Dreck über meinen Kopf aus. Meine Kollegen - vor allem einer - zu denen ich guten Kontakt pflegte, meiden mich mittlerweile auch wie der Teufel das Weihwasser. Ich vermute mal, dass sie entweder Angst haben, die nächsten zu sein, die gehen müssen, oder vielleicht waren es einfach nur Kollegen und man war nur freundlich zu mir, weil ich eine Vorgesetztenfunktion inne hatte. Den einen Kollegen mochte ich aber wirklich - ich glaube umgekehrt genauso - als Menschen eben. Mir wurde zugetragen, dass er derjenige wäre, der an meinem Stuhl sägte. Daraufhin bekam er "volle Breitseite" von mir verpasst. Eben typisch Jugendwerkhöfler. Erstmal zubeißen.... Mittlerweile tut es mir aber leid, weil ich befürchte, dieser komische Juniorchef hatte da seine Finger im Spiel. Nur an diesen Menschen komme ich nun auch nicht mehr ran, um mich zu entschuldigen. Er macht dicht - zu Recht; ich habe ihm wirklich verdammt dolle weh getan.

Den kleinen Hof werde ich ebenfalls nicht behalten können. Mit Krankengeld lässt es sich nicht finanzieren, aber auch wenn, es ist eher alles bedrückend.

Ich habe mir sogar schon Hilfe vom APP geholt, um nicht komplett zu versinken. Aber meine Ängste (Existenzängste, Einsamkeit etc.), die kann mir auch der APP nicht nehmen.

Mir macht es allergrößte Probleme zu meiner Mutter in die Klinik zu fahren, in die leeren Augen zu schauen und zu hören, wie sie meinen Namen ruft. Nun habe ich 14 Tage Zeit, eine Lösung zu finden. Man braucht das Bett für Patienten, bei denen noch Hoffnung besteht.... Mit Realismus betrachtet, kann ich das sogar nachvollziehen. Aber es ist meine Mama, die dort liegt.

Eigentlich sollte man meinen, dass ich in meinem Leben schon viel "Sch...." erlebt und überlebt hätte, aber diesmal - so komplett entwurzelt - komme ich überhaupt nicht klar.

Kann mir irgendjemand von Euch einen Tip geben? Ein Gespräch mit dem Krankenhausseelsorger gab es ebenfalls schon. Ich weiß nicht, was mir nun mehr den Rest gegeben hat: Meine Mutter/der Verlust der Arbeit - alles zusammen.

Ich würde mich sehr freuen, von jemanden von Euch zu hören!

Liebe Grüße
Annie

29.06.2018 09:57 • 21.10.2018 #1


16 Antworten ↓


Hallo Annie,

herzlich willkommen.

Es tut mir sehr, sehr leid, dass Du so viele Probleme auf einmal hast und dass Deine Mutter so krank geworden ist. Hattest es wirklich nicht leicht in Deinem Leben. Ist nun alles ein wenig viel für Dich.

Als erstes müsstest Du Dir dringend irgendwo Hilfe holen, denn das alleine zu stemmen wäre ein wenig zu viel für Dich. Deine Mutter hat in erster Linie Vorrang. Viell. könntest Du Dich einmal bei der Caritas informieren. Die könnten Dir evtl. weiterhelfen, indem sie Dir einen Weg aufzeigen, wie Du weiter verfahren kannst oder die richtigen Anlaufstellen nennen.

Bezüglich der Tiere auf Eurem Hof wäre viell. der Tierschutzbund(Verein) eine geeignete Adresse, die Dir diesbezüglich mit Rat und Tat unter die Arme greifen können.

Dies wäre (für mich) so die Vorgehensweise, die mir spontan einfallen würde.

Ich wünsche Dir jedoch, dass viele Mitglieder Dir diesbezüglich mehr oder bessere Tipps geben können.

Wünsche Dir ganz viel Kraft, aber ich bin mir sicher, dass es Hilfe für Dich gibt.

Ganz liebe Grüße

29.06.2018 10:53 • x 1 #2



Im freien Fall befindlich - auf den Abgrund zusteuernd

x 3


Liebe Iro-nie!

Vielen Dank für Deine Worte. Das mit der Caritas werde ich nächste Woche angehen. Ich hatte mir auch schon den SoVD rausgesucht und nun kommt es darauf an, wo ich am ehesten einen Termin bekomme.

"Hilfe" habe ich ja quasi schon durch den APP (ich weiß jetzt nicht genau ob das "Ambulant Psychologische Pflege" heißt - aber so ähnlich). Aber aus dem Loch heraus verhilft es mir nicht wirklich.

Zum Tierschutzverein: Normalerweise wäre das eine super Idee - nur leider war ich mehrere Jahre mit dem Leiter unseres ortsansässigen Tierschutzvereines liiert. Er hat auch die Fundtierverträge für die Gemeinden unseres Landkreises unter seiner Fittiche und wäre tatsächlich der richtige Ansprechpartner. Jetzt kommt das ABER: Er rief mich vor ein paar Tagen von sich aus an und meinte nur, dass ich jetzt meine gerechte Strafe bekommen hätte..... Also von der Seite aus werde ich keinerlei Hilfe erhalten. Die Trennung von ihm verlief tatsächlich damals sehr unschön und wir wohnen nicht besonders weit voneinander entfernt.

Ich werde mit Sicherheit eine Weide mit Unterstand für die Pferde finden.

Zur Zeit weiß ich nur nicht, wie ich mit der Gesamtsituation umgehen soll. Gleichzeitig kommen dann die Selbstzweifel auf, wieso ich nicht über so etwas alles viel eher nachgedacht habe und so blauäugig und schon naiv in den Tag hineingelebt habe.

Es ist so viel, was mein Hirn zermartert.

Liebe Grüße und nochmals vielen Dank!
Annie

29.06.2018 13:09 • #3


Kannst du nicht einen Untermieter suchen, um deine Geldnöte etwas zu verbessern?
Oder einen eigenen Tierschutzverein gründen, Platz für Tiere wäre ja.
Oder den Tierschutz der Nachbar-/ nächsten Großstadt kontaktieren?
Vielleicht kannst du auch schon nach einem neuen Job suchen?

29.06.2018 13:22 • x 1 #4


Liebe Annie,

nur keine Selbstzweifel, die sind kontraproduktiv. Wenn man ehrlich ist, niemand kann in die Zukunft schauen. Selbst wenn Du eher darüber nachgedacht hättest, dann wäre es wahrscheinlich wieder anders gekommen. Kenne das aus eigener Erfahrung. Die Zweifel schieb jetzt getrost zur Seite.
Ich finde es so toll, wie Du Dich um Deine Mutter kümmerst. Da musst Du Dir nicht auch noch mit diesen Gedanken rumplagen.

Am besten wäre wohl, eins nach dem anderen in Angriff zu nehmen. Alles auf einmal würde Dich wahrscheinlich noch mehr überfordern.

Erst einmal Deine Mutter! Ich glaube, die Caritas hat auch eine Mail-Anschrift, wo Du Dir viell. schon einmal Tipps holen könntest. Schau doch bitte mal nach. Klar, den Termin, den Du zuerst bekommst, natürlich wahrnehmen.

Auch eine merkwürdige Art Deines Ex-Partners persönliche Dinge über das Wohl der Tiere zu stellen, und solch eine (zudem noch ungebetene) Aussage ist auch nicht gerade aufbauend und wirklich daneben, wenn ein Mensch sich in einer hilfsbedürftigen Situation befindet.
Es gibt aber doch bestimmt noch übergeordnete Stellen, was den Tierschutz betrifft.

Im Moment ist es für Dich wirklich alles andere als einfach. Versuche, nicht über unnützen Kram - wie Selbstzweifel - zu grübeln (ist schwer, ich weiß), wichtig ist, dass Du die richtigen Anlaufstellen findest. Aber die wird es geben, ganz bestimmt.

Es liest sich jetzt viell. blöd (bitte nicht falsch verstehen). Dass Du Deinen Job verloren hast, ist ebenfalls bestimmt ganz schlimm für Dich. Aber andererseits hast Du nun mehr Zeit, Dich um die Dinge zu kümmern, die aktuell wichtig sind. Mit Job wäre das gar nicht möglich.

Mir fällt gerade ein. Krankenkassen. Ob die nicht auch Adressen entsprechender Stellen, an die Du Dich wegen Deiner Mutter wenden könntest, haben könnten?

Ich drücke Dich einfach mal. Auch wenn es gerade nicht so aussieht, aber es gibt immer einen Weg.

29.06.2018 13:55 • #5


Vielen lieben Dank für Eure Antworten!

Es vermittelt mir das Gefühl, nicht ganz und gar alleine zu sein.

Es gibt immer wieder Momente, wo ich ganz normal reagiere und dann wieder Momente, wo sich alles im Kopf dreht und mir bewusst wird, wie sehr sich mein Leben verändern wird. Von der Logik her gesehen sage ich mir "Wer weiß, was für schöne Momente doch noch eines Tages auf mich zukommen können". Niemand von uns hat eine hauseigene Glaskugel.... Und dann kommt wieder die Angst vor Veränderung, Angst vor der Einsamkeit, Existenzangst, Angst in alte Verhaltensmuster zu fallen etc. etc. etc. zum Vorschein.

In erster Linie muss ich mich jetzt erst einmal um meine Mutter kümmern. Sie ist ein Schwerstpflegefall geworden und ich muss nun alles für sie regeln. Ich schäme mich aber gleichzeitig dafür, dass ich Probleme habe, sie an ihrem Krankenbett zu besuchen. Eigentlich ruft sie den ganzen Tag meinen Namen - die Ärzte wissen nicht, was sie mitbekommt, ob sie etwas mitbekommt, ob alles nur automatisiert ist..... Ich denke schon, dass sie viel viel mehr mitkriegt, als alle (auch ich) denken. Denn ab und an kommen sogar kleine Sätze, die Sinn und Verstand machen. Und dann kommt bei mir wieder die Frage auf: Habe ich in ihrem Sinne gehandelt, als ich z.B. Antibiotika bei der einen Lungenentzündung geben ließ.... Ich denke aber schon, dass es richtig war, da meine Eltern beide füreinander beschlossen hatten "Wer nicht kämpft, der hat von vornherein verloren" - das war als bei meinem Vater eine Krebsart festgestellt wurde, woran er dann tatsächlich innerhalb nicht einmal 6 Wochen verstarb. Oder Magensonde! Ein absolutes Tabu-Thema - so kam es mir im Krankenhaus auf der Stroke Unit vor. Wie oft hörte ich "denken sie doch mal an die Ethik...". Ja, daran dachte ich! Aber ich dachte auch daran, dass meine Mutter vor 32 Jahren einen gutartigen Hirntumor hatte, daraufhin nicht mehr schlucken konnte und über zwei Jahre lang genau solch eine Sonde hatte. Natürlich war sie damals auch 32 Jahre jünger - aber sie lernte alles neu und stand immer dazu, dass die Sondenernährung das Richtige für sie war. Nun ist aber die eine Großhirnhälfte komplett zerstört und so wie die Ärtze sagten, das Zentrum, wo ein Mensch seine Umgebung wahrnimmt, nicht mehr vorhanden. Gleichzeitig sagen die mir aber "Ja, wer weiß - vielleicht erkennt ihre Mutter in sechs Wochen ja auch einen Pfleger". Also 1000 Fragen, 1000 Möglichkeiten, aber keinerlei Antwort. Aber wieso erkennt sie mich, wenn sie soooo weit weg ist? Die eine Oberärztin hat mal einen Test via Telefon gemacht. Meine Mutter hat sofort "Hallo Annilein" in den Telefonhörer gestammelt. Also muss da doch noch etwas sein, oder nicht?! Bei den ganzen Pflegern, Logopäden, Ärzten reagiert Muttern allerdings eher agressiv oder starrt nur ins Leere.

Meine Mutter war immer die Stärkere in unserer Frauen-WG. Zumindest die seelisch Stärkere. Klar, irgendwie habe ich auch mein Leben geführt und ganz häufig die Ratschläge meiner Mutter getrost ignoriert. Aber war würde ich darum geben, wenn sie mir jetzt eine Antwort geben könnte, wie ich weiter verfahren soll?! Alles!

Bezüglich unseres kleinen Hofes: Ich glaube, auf Dauer möchte ich dann auch nicht mehr dort wohnen. Die Erinnerungen würden mich erdrücken. Heute habe ich mir eine WG angeschaut, wo ich zwei Zimmerchen beziehen und meine Tiere mitnehmen könnte. Natürlich muss ich es auch finanzieren, wo es wieder darum geht, schnellstmöglich einen Job zu finden. Aber auch da war ich "kreativ": Nächsten Dienstag habe ich zumindest ein Vorstellungsgespräch. Und vielleicht ist das mit der WG gar nicht mal so ein schlechter Gedanke. Zumindest fürs Erste. Wer weiß, was irgendwann noch alles auf mich wartet? Niemand! Ich weiß im Moment nur, dass ich unendlich traurig bin.

Liebe Grüße
Annie

30.06.2018 17:54 • #6


Liebe Annie,

wenn Du jemanden zum Reden brauchst, schreib mir eine PN.

Liebe Grüße

30.06.2018 20:13 • #7


Hallo Ihr Lieben!

Die letzten Tage waren ziemlich schlimm für mich. Das Vorstellungsgespräch war gut. Ich bin wirklich nicht faul und kann zupacken. Letztendlich habe ich ein abgeschlossenes Studium - worauf ich nicht stolz oder sonst etwas bin, aber eine gewisse Qualifikation besitze ich dadurch ja doch - und dann wollte man mir gerade mal den Brutto-Mindestlohn anbieten. Verhandlungsspielraum wäre nach der Probezeit. Ich hatte das Gefühl, man muss mir meine Verzweiflung angemerkt haben. Ich habe nun weitere Bewerbungen laufen und in ca. 10 Tagen ein Vorstellungsgespräch.

Mein derzeitig größtes Problem (ich weiß nich einmal genau, welches das Größte ist): Ich komme aus dem Gedankenstrudel nicht recht heraus. Mir wird von Tag zu Tag bewusster, wie schlimm die ganze Situation ist. Da der Weg in die Rehaklinik sehr weit ist (eine Strecke ca. 175 km) rufe ich häufiger an, als dass ich hinfahren kann. Aber auch wenn ich hinfahre, meine Mutter erkennt mich so gut wie gar nicht mehr. Ich habe auch das Gefühl, dass man mich nicht richtig über den Zustand meiner Mutter aufklärt. Mehr als "da kann man nichts mehr machen", wird eigentlich nie gesagt. Mein eigener Arzt vermutet, dass die Hirnschwellung noch nicht abgeklungen oder eine weitere Blutung aufgetaucht sein könnte, weil sich der Zustand so überhaupt nicht bessert, sondern eher immer schlechter wird. Am Endeffekt wird es mit allergrößter Wahrscheinlichkeit nichts ändern..... - aber ich meine, man sollte mich schon aufklären, über das was geschieht.

Mein geplanter Umzug in die WG: Ja, es ist ein superliebes Angebot und es sind wirklich ganz, ganz liebe Menschen, von denen dieses Angebot kommt. Aber ich habe eine tierische Angst davor, mein Zuhause/meine Zuflucht für immer zu verlassen. Und dann ist es ja nun tatsächlich so, dass meine kranke Mutter meine einzige Vertraute, mein einziges Familienmitglied ist. Kurzum: Ich stehe alleine da und habe Angst - Angst vor Menschen, die es gut mit mir meinen könnten. Ich hinterfrage alles! Das mag nicht richtig sein, aber ich kann es nicht abstellen.

Im Moment rufe ich häufiger beim APP an, aber auch deren Ratschläge kommen bei mir nicht richtig an bzw. ich kann sie nicht umsetzen.

Ich habe in meinem Leben wirklich viele Bekannte, aber echte Freunde - eigentlich nicht, oder vielleicht könnten es die Leute aus der WG werden. Aber, ich weiß nicht warum, ich bin einfach noch nicht bereit für den Abschied. Aber ich werde auch nur noch eine ganz begrenzte Zeit haben, bis ich mich von meinem Zuhause und allen Erinnerungen lösen muss.

Selbst meine Tiere schaffen es zur Zeit nicht, mich zu trösten.

Wenn ich in meinem Alter nun sage: Bitte, bitte, bitte - ich möchte meine Mutter zurück. Dann hört sich das total krank und bescheuert an. Aber Ihr glaubt gar nicht, wie sehr ich sie vermisse.

Liebe Grüße
Annie

07.07.2018 10:39 • #8


Hallo Annie,

es tut mir so leid für Dich.

Zur Zeit kreisen Deine Gedanken in alle Richtungen. Das ist verständlich. Dass Du so an Deiner Mutter hängst, ist weder "bescheuert" noch
"krank"... Im Gegenteil.

Du hast das Gefühl, die Ärzte klären Dich nicht richtig auf. Könnte der Hausarzt Deiner Mutter evtl. einmal mit den Krankenhausärzten (die viell. selber ein wenig ratlos sind) reden, damit er Dir anschließend detaillierter die momentane Sachlage (evtl. Prognosen) schildern kann? Du brauchst ja entsprechende Infos, damit Du weitere Schritte hinsichtlich Unterbringung Deiner Mutter einleiten kannst.

Tipps und "gute Ratschläge" fallen mir im Moment leider auch keine mehr ein. Die Entscheidung, was für Dich (WG oder nicht) am besten wäre, kannst nur Du beantworten. Wahrscheinlich brauchst Du einfach noch etwas Zeit. Das Für und Wider abzuwägen - in dieser Situation - ist natürlich nicht leicht.

Mindestlohn mit abgeschlossenem Studium.... Manche Firmen nutzen Notlagen aus, und das finde ich auch nicht korrekt.
Drücke Dir die Daumen, dass Du demnächst ein besseres Angebot erhalten wirst.

Kann Dir leider in dieser Situation nur weiterhin ganz, ganz viel Kraft wünschen - vor allem die Kraft, Entscheidungen zu treffen, was Dir sicherlich im Moment verständlicherweise mehr als schwer fällt.

Liebe Grüße

08.07.2018 13:49 • x 1 #9


Hallo Iro-Nie!

Vielen Dank für Deine Worte.

Zwei der Frauen, die in der WG wohnen arbeiten in einem Pflegeheim. Ich habe bislang nicht gewusst, wie schwer es ist, überhaupt einen Kurzzeit-/Verhinderungspflegeplatz zu bekommen. Zumindest dort, wo man den Angehörigen hin haben möchte und wo therapiemäßig noch weitergemacht wird. Über "Vitamin B" kommt meine Mutter nun Mitte/Ende nächster Woche zu den beiden aus der WG - sogar auf deren Station. Wir wollen uns dann gemeinsam den Arztbrief ansehen

Ich erkenne einmal mehr, dass mir die WG-Frauen eine Stütze sein wollen und auch sind. Trotzdem habe ich vor dem endgültigen Schritt, unseren Hof aufzugeben, große Angst. Auch die Leitung des Pflegeheimes weiß, dass mein größter Wunsch ist, meine Mutter wieder nach Hause holen zu können. Das Haus wäre sogar behindertengerecht.... Aber vermutlich wird mir dieser Wunsch verwehrt bleiben. Nun habe ich quasi noch eine kleine Zeit herausgeschlagen können, um zu schauen, ob nicht doch noch irgendwelche weiterreichende Hirnfunktionen bei meiner Mutter kommen. Aber ich habe auch Augen im Kopf und wenn man das CT gesehen hat, dafür braucht man kein Medizinstudium.

Im Moment stapeln sich die realen Probleme: So hat auch mein Ex-Arbeitgeber bzw. dessen nun vertretungsberechtigter Sohn mein Gehalt nicht ausgezahlt. Das macht die Sache nicht einfacher.... Und die Kollegen, zu denen ich wirklich ein irre gutes Verhältnis hatte, von denen meldet sich höchstens manchmal noch der Azubi, den ich unter meiner Fittiche hatte. Ich frage mich oft, ob ich nur eine nichtssagende Nummer in der kleinen Firma war, mich die anderen vergessen haben oder ob die jetzt noch dort Beschäftigten allesamt auch Angst um ihre Arbeit haben. "Junior" hat so gut wie jeden Mitarbeiter durch seine Freunde von der Meisterschule ersetzt. Es ist zwar gerade mehr als bescheuert, dass ich mich um eine neue Arbeit kümmern muss - aber wenn ich genauer darüber nachdenke: vermutlich hätte ich spätestes vor einem halben Jahr vor den gleichen Problemen gestanden. Zumindest was die Arbeit betrifft.

Irgendwie wird es weiter gehen. Aber wie, das weiß ich noch nicht. Alles zusammen lähmt mich.

Liebe Grüße
Annie

08.07.2018 15:38 • #10


Erst einmal ist es wenigstens - wenn auch ein schwacher Trost -, dass Du in den zwei Frauen aus der WG eine Unterstützung bzgl. Deiner Mutter findest.
Ich kann gut verstehen, dass Du noch damit haderst, den Hof aufzugeben. Eine endgültige Entscheidung zu treffen, ist bestimmt sehr schwer. Deshalb wirst Du bestimmt auch noch ein wenig Zeit benötigen.

Und jetzt noch die Sache mit Deinem Gehalt. Da kommt wirklich alles zusammen. Ich denke auch, Du hast es wohl richtig erkannt, dass es auf dieser Stelle für Dich keine Zukunft mehr gegeben hätte. Nur schlimm, dass alles auf einmal auf Dich einstürmt.

Ich glaube nicht, dass Du auf der Arbeit nur eine nichtssagende Nummer warst, aber es ist leider heute so - kenne das aus eigener Erfahrung -, dass diesbezügliche Kontakte irgendwann einschlafen. Jeder hat irgendwo Stress, sein eigenes Leben, seinen Freundeskreis, keine Zeit, was auch immer.

Du hast Recht, was auch passiert, es geht irgendwie immer weiter. Alles kommt zusammen, dass Dich das momentan aus der Bahn wirft, ist mehr als verständlich. Das würde jedem anderen genauso gehen.
.
Vor ein paar Jahren kam bei mir auch so einiges zusammen, in anderer Form wie bei Dir, aber schon irgendwie ähnlich. Ich kam mir damals vor, als stünde ich ganz alleine in einem luftleeren Raum. Dachte, es gibt keinen Ausweg, aber dennoch - wider Erwarten - gab es ihn doch.

Das kostest eine Menge Kraft, aber die wirst Du haben, ganz bestimmt!

08.07.2018 19:21 • x 1 #11


Hallo Ihr Lieben,

vielleicht könnte Ihr mir ja ein paar Ratschläge geben. Ich habe das Gefühl, dass ich nach den ganzen Schicksalsschlägen der letzten Monate immer mehr versinke und es kommt immer mehr hinzu.

Meine Mutter lebt noch immer, ist aber im Wachkoma gefangen. Alle Anstrengungen bezüglich häuslicher Pflege sind gescheitert. Ich müsste rund um die Uhr zwei Pflegekräfte beschäftigen können, da selbst das Umlagern Schwierigkeiten mit sich bringt, weil meine Mutter um sich schlägt, beißt und in den Momenten kaum noch menschliche Züge aufweist. Dann gibt es aber tatsächlich einige Momente (vor allem gegen Morgen), dass man das Gefühl hat, sie würde mich erkennen. Kann aber auch Einbildung meinerseits sein, denn meinen Namen ruft sie nach wie vor manchmal noch den ganzen Tag.

Eine neue Arbeitsstelle habe ich gefunden und bin nun in der Probezeit. Es ist sehr, sehr anstrengend. Die Anstellung, die ich gefunden habe, gefällt mir zwar sehr gut, aber die Lasten, die ich zusätzlich auf dem Rücken trage, sind allgegenwärtig und ich muss den ganzen Tag aufpassen, dass nicht in der Arbeit zum Ausbruch kommen zu lassen.

Mein Zuhause: Nachbarn können Fluch und Segen sein. Mein eines Nachbar-Pärchen hat mich beim Veterinäramt angezeigt. Bevor Ihr jetzt aber alle auf mich als böse Tierquälerin schimpft, solltet Ihr wissen, dass die Schwiegertochter dieser Nachbarn als Amtstierärztin bei uns im Landkreis arbeitet und die Nachbarn mir schlappe 30tsd Euro für einen großen Hof mit 17 Hektar Land geboten haben. Als ich dem Verkauf nicht zustimmte, hatte ich einen Tag später das Veterinäramt am Hintern kleben. Es ging soweit, dass man mir 14 Tage Zeit gab, die Pferde anderweitig unterzubringen. Es war sogar eine Dame da, die meinen gekörten Hengst und meine "beste" Stute sofort mitnehmen wollte. Ihr ahnt gar nicht, was für Vorwürfe aus heiterem Himmel alle kommen können..... Da ich ja die letzten vier Monate Unterstützung durch den APP hatte, hatte ich sogar eine Zeugin, die aussagen konnte, dass ich mich die ganze Zeit vorbildlich um die Tiere gekümmert habe. Habe ich auch! Ihr könnt es mir glauben, dass das keine Lüge ist. Die etwas "schlechteren" oder älteren Pferde will auch keiner, nur die beiden wirklich "Wertvollen". Jedenfalls muss ich morgen zum Anwalt, weil man mir ein Bußgeld in Höhe von 20tsd Euro aufgedrückt hat. Ich kann dagegen Einspruch erheben, aber im Grunde weiß ich jetzt schon, dass mich das alles kpl. ruinieren wird - Anwalts-, Gerichtskosten etc. Auf Rückfrage bekam ich zu hören: Die Höhe ist so, weil man es machen konnte und im Ermessen der einzelnen Landkreise liegt. Die Dame vom APP, die selbst zwei Pferde hat, und auch ich - wir wissen beide nicht, was Tierquälerei gewesen sein könnte. Außer: Es handelt sich halt um die Schwiegertochter derer, die den Hof haben wollen. Jetzt beruft man sich darauf, dass ich in meiner Seelenlage nicht fähig gewesen wäre, Sorge für ein Tier tragen zu können. Kurzum: Ich stehe mit dem Rücken zur Wand!

Mein angestrebtes Leben in einer WG gestaltet sich übrigens auch extrem schwierig. Ich denke beinahe, dass es ein frommer Wunsch meinerseits war, dass ich dachte, ich wäre dermaßen anpassungsfähig. Ich habe immer ein ziemlich selbstbestimmtes Leben geführt, bin kompromissbereit - aber hier fühle ich mich nur wie jemand, der aufgenommen wurde, um den Laden zu bezahlen. Von der vereinbarten Miete ist mittlerweile auch nicht mehr die Rede, sondern sie wurde gnadenlos angezogen. Aber ich war auch zu doof, weil ich nicht sofort auf einen schriftlichen Vertrag bestanden habe. Es sind/waren zwar keine direkten Freunde, aber eben sehr gute Bekannte und ich dachte, dass sich eine Freundschaft entwickeln könnte. Ich habe vertraut! Mein Fehler. Das einzig Positive ist, dass ich die Pferde dort erst einmal unterbringen konnte, so dass sie vor dieser einen raffgierigen Frau, die schon die Papiere eingesehen hatte, geschützt waren.

Aber: Mich frisst alles zusammen finanziell auf!

Und: Egal wie alt ich jetzt bin, aber mir fehlt meine Mutter bzw. meine Familie. Da ist wirklich keine einzige Person mehr. Nicht, weil ich vielleicht den Kontakt abgebrochen hätte, sondern weil alle Angehörigen im Laufe der Jahre verstorben sind. Eine Tante von Mitte 80, die zig hundert Kilometer weit weg wohnt und Krebs hat, die gibt es noch. Aber sonst wirklich absolut nichts und niemanden mehr.

Heute kam dann wieder ein Anruf, worüber ich nicht wegkomme und immer mehr an dieser WG-Konstellation zweifle. Mein ehemaliger Futtermittellieferant rief an. Es geht um Lieferung von Heu und Stroh und ich hatte ihn vor ein paar Tagen selber kontaktiert, weil meine Tiere ja nun auf dem WG-Gelände stehen. Vorher war ich Selbstversorgerin, was bei 17 Hektar ja nun auch wirklich mehr als gut geht. Die WG-"Vorsteherin" hatte mir einen Vorschlag unterbreitet. Sie hätte einen Bauern an der Hand, der für 900 Euro im Monat Heu und Stroh für die vier Pferde liefern würde. Ich bin aus allen Wolken gefallen! Ich hätte gar nicht das Geld und ein wenig kenne ich mich mit den Preisen auch aus. Also rief ich "meinen" Lieferanten an, der stellte wiederum den Kontakt zu dem Lieferanten der WG-Trulla her und siehe da, es waren 300 Euro pro Monat vereinbart! Da wollte man mir doch tatsächlich das 3fache in Rechnung stellen?!?!?! Wie soll ich mich mit diesem Wissen fühlen und mich verhalten? Bin ich denn nur noch von Goldgräbern umgeben? Wie soll ich dort mit einem halbwegs guten Gefühl einziehen, nachdem man die Miete schon von einer Sekunde auf die andere erhöht hat (ich hätte das alles anfangs nur falsch verstanden) und dann, paar Wochen später, das 3fache für Futtergeld verlangt? Wenn ich nicht so in der Bredouille sitzen würde, würde ich denen in der WG die rote Karte zeigen wollen. Auf alle Fälle ist es ein furchtbar belastendes Gefühl, dass noch zusätzlich erschwerend zu allem hinzukommt.

Ich hoffe, Ihr seid mir nicht böse, dass ich mir das jetzt alles von der Seele geschrieben habe.

Ich glaube, jetzt ist es soweit, dass ich mich ernsthaft als "am Ende angekommen" fühle und nicht weiß, wie ich mein Leben weiter gestalten soll. Ich funktioniere nur noch! Selbst das werden die früher oder später bei der neuen Arbeit feststellen - meine Befürchtung.

Es sind meine Tiere, die dort bei der WG stehen - bei der WG, wo ich eigentlich schon längst selbst eingezogen sein sollte. Aber mir graut es jetzt schon wieder fürchterlich, heute rüber zu fahren, diesen Leuten zu begegnen und meine Tiere zu versorgen. Meine Tiere, die ich so sehr liebe. Und noch eine Kleinigkeit: Dauernd ist "mein" gekauftes Futter verschwunden. Keine Einbildung! Ich schickte Freitag früh jemanden rüber zur Neuanlieferung und am selben Abend war schon wieder alles weg. Das bestätigt mich dann schon wieder eher in meiner Meinung, dass das keine Nettigkeit war, mir einen WG-Platz anzubieten, sondern schlichtweg Goldgräber, die sich an einem Menschen, der derzeitig labil und haltlos ist, schadlos zu halten.

Liebe Grüße
Annie

21.10.2018 11:28 • #12


Hallo Annie,

habe lange nichts mehr von Dir gelesen und dachte, dass es für Dich eine Lösung gegeben hätte. Das habe ich Dir so sehr gewünscht. Und nun Deine Rückmeldung.
Es tut mir sehr leid für Dich, besonders auch wegen Deiner Mutter.

Dass Du momentan nicht weißt, wo oben und unten ist, kann ich voll verstehen. ist wirklich alles viel zu viel für Dich. Berufstätig auch noch dazu. Auf jeden Fall benötigst Du dringend Hilfe.

Außer Anwalt, fällt mir leider nichts Gescheites mehr ein. Doch auch da solltest Du schauen, dass Du einen guten erwischt. Anwalt ist nämlich nicht gleich Anwalt. Vielleicht hat er eine Idee, an wen Du Dich sonst noch wenden könntest. Doch dies wirst Du ja morgen erfahren.

Gäbe es, ich habe ja keine Ahnung, evtl. die Möglichkeit, eine übergeordnete Stelle des Tierschutzvereines zu kontaktieren? (Wegen den Pferden, die nicht so "begehrt" sind)

Ich bin mal gespannt, was der Anwalt dazu meint und wünsche Dir, dass er Dir gute Ratschläge erteilen wird, damit Dir geholfen werden kann.

Drücke Dir jedenfalls ganz, ganz fest die Daumen, dass Du endlich einmal ein Licht am Ende des Tunnels erkennen kannst.

Es ist gut, wenn Du wenigstens hier einmal über Deine Sorgen und Nöte berichten kannst.

Vielleicht hat der ein oder andere User eine Idee, was Du sonst noch unternehmen könntest. Das wäre schön.



Ganz liebe Grüße

21.10.2018 12:37 • x 1 #13


Was mir gerade eingefallen ist: Wie ich herausgelesen habe, ist der Hof Eigentum. Du schreibst, man hätte Dir 30.000,-- Euro dafür geboten. Frage ist, bist Du die Eigentümerin, Deine Mutter oder beide zusammen?
Damit Du diesbezüglich ein wenig selbstbewusster auftreten könntest und einen Trumpf gegen unverschämte Angebote in der Hand hast, wäre es gut zu wissen, wie hoch der Wert des Hofes tatsächlich ist. Weißt Du dies?

Was passiert mit dem Hof, während Du nicht anwesend bist? Käme eine Vermietung in Frage oder ein Verkauf? Ein Gebäude wird durch Leerstand nicht besser.

Liebe Grüße

21.10.2018 13:02 • #14


Hallo,

meine Mutter steht nach wie vor alleine im Grundbuch und das Betreuungsgericht hat bis jetzt auch noch keinem freihändigen Verkauf zugestimmt. Einen Gutachter hatte ich aber schon da und da wurden Haus und Stallungen mit ca. 250tsd bewertet und das Land mit ca. 500tsd, weil es sehr viel Moorland (also relativ minderwertig) ist.

Wenn der Hof veräußert werden sollte, was ja nur eine Frage der Zeit ist, wird für mich nichts dabei rumkommen. Das Heim will schließlich auch bezahlt werden.

Dass ich jetzt noch hier nächtige hat eher den Grund, dass ich mich in der WG zur Zeit sehr unwohl fühle, weil so viele Ungereimtheiten in den letzten Wochen auftraten.

Und diese eine Nachbarpartei, mit der wir eigentlich schon viele Jahre immer mal wieder Geplänkel hatten, die lassen wirklich nichts aus. Die letzten Jahre war zwar ganz gut Ruhe, aber als mein Vater vor einiger Zeit starb, wollten die den Hof schon das erste Mal abgreifen. In dem Fall sind 30tsd. schon eher frech.

Es ist aber alles ein ganz großer Hohn. Meine Mutter war zig Jahre als Pflegestelle für unseren örtlichen Tierschutzverein eingetragen. Wir hatten hier zig Katzen jeden Alters, Hunde und auch Rehkitze, die Muttern mit der Hand aufgezogen hat und ich selber war Kassenwartin des Vereins. Schon damals kannte ich diese eine Amtsveterinärin. Wir waren uns nie besonders "grün", was auch etwas damit zu tun hatte, weil sie mit den Nachbarn von vorne verwandt ist. Aber jetzt so eine Nummer abzuziehen..... - das ist wirklich ein Tritt in den Rücken, wenn man sowieso angeschlagen ist.

Liebe Grüße
Annie

21.10.2018 13:14 • #15


Safira
Also ich weiß gar nicht was ich sagen soll

ich bin entsetzt wozu menschen fähig sind.

Es liegt ja auf der hand und jeder Blinde kann erkennen in welch besch. und hilfloser Lage Du Dich befindest. Von Dir ist was zu holen. Das ist doch klar. Wehren kannst Du Dich auch nicht gut wenn man so alleine da steht. Das wird gnadenlos ausgenutzt. Mir tut das so leid für Dich.

Da wird systematisch draufgehauen bis Du umfällst und jeder sich nehmen kann was er will.

Ich hab zwar jetzt nicht DIE Idee, aber meine Anteilnahme hast Du.

ich drück Dich. Und lass Dich ja nicht kleinmachen.

21.10.2018 13:25 • #16


Das ist wirklich bitter, Annie. Du hast Recht. Die angebotene Summe ist schon mehr als dreist. Und solchen Leuten sollte man einen Riegel vorschieben, egal wie.

Leider gibt es solche Menschen. Nur schlimm, dass Du wirklich an jeder Front kämpfen musst.

Doch es ist gut, dass Du Dir anwaltliche Unterstützung holst. Denn so kann es auf keinen Fall mehr weitergehen.

Annie, ich wünsche Dir ganz, ganz viel Kraft. Auch, wenn es sehr schwer ist, lass Dich nicht unterkriegen!

21.10.2018 15:02 • #17



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