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Hallo erstmal ich bin neu hier 23 Jahre alt und komme aus NRW. Obwohl ich im sozialen Bereich arbeite und beruflich viel mit Menschen kommunizieren muss und arbeiten, habe ich extreme Angst neue Menschen in mein "privat"-Leben einkehren zu lassen. Ich traue mich nicht mich in einem Partnerportal anzumelden, aber weiß auch nicht wie ich sonst Menschen kennen lernen kann, da ich sonstige gesellschaftliche Aktivitäten meide...
Wie geht ihr damit um? Hat jemand es daraus geschafft und möchte von seinem Erfolgserlebnis erzählen?

Liebe Grüße an Alle !

27.06.2015 20:25 • 16.07.2015 #1


21 Antworten ↓


Bei mir ist das teilweise ähnlich. Ich gehe unheimlich schnell auf neue Leute zu und lerne ständig welche kennen. Aber dass ich mich ausserhalb des Fußballs, Arbeit, etc. mal verabrede, kommt erst in letzter Zeit vor. Seitdem ich das Thema mal angehen wollte.....

Frag doch Deine Arbeitskollegen oder sonst wen einfach mal, ob jmd. Lust hat nach der Arbeit noch n Kaffee trinken zu gehen. Das wäre ein guter Anfang:-)!

27.06.2015 21:43 • #2



Zu viel Angst neue Menschen kennen zu lernen

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Danke Flötilf für deine liebe Antwort !

Ich traue mich das überhaupt nicht. Die Angst dass ich Ablehnung erfahre und dann die Arbeit durch diese Erfahrung noch stärker beeinflusst wird ist so groß... Eigentlich verstehe ich mich gut mit meinen Kollegen, aber mir macht es so angst, dass Menschen eben unberechenbar sind. Ich weiß eigentlich, dass mein Verhalten übertrieben ist. Es ist so, als würde ich warten auf irgendwas und Angst haben die Rolle der Konstrukteurin meines sozialen Umfelds selbst zu übernehmen.
Hast du seither du dich verabredest auch Ablehnung oder Absagen erfahren? Ich finde es so wundervoll, dass du diesen Absprung geschafft hast...es ist so schön davon zu hören. Danke, dass du dies mitteilst !

27.06.2015 23:00 • #3


Absagen ja, Ablehnung Nein !

Man muss es halt terminlich abstimmen und dann geht das auch mal. Die meisten Leute sagen da eigentlich auch direkt zu, weil im Grunde jeder gerne in Gesellschaft ist. Das sind ja keine Dates oder so:-)!

Hat mich auch Überwindung gekostet, war aber letztendlich ein Kinderspiel. Einfach mal fragen, wenn die Situation angemessen erscheint. Ich garantiere Dir, dass jeder JA sagt. Mit einigen Kandidaten braucht es dann länger, weil die kaum Zeit haben oder doch nicht soviel Lust, aber mit anderen klappt das spontan oder halt mal in den nächsten Tagen.....

Du musst Dich auch nicht schämen, weil Du alleine bist, so ging mir das. Aber keiner hat gedacht, dass ich irgendwie um Kontakt bettel oder so. Die hatten Bock auf Grillen bei dem Wetter, also war das abgemacht:-)!

Probiers mal in kleiner Dosierung mit irgendwem, den Du magst. Einen Kaffee nach der Arbeit. Oder such Dir n Kinofilm aus und frag rum, ob Dich jmd. begleitet.

Du wirst vielleicht positiv überrascht sein:-)!

27.06.2015 23:43 • #4


ichbinMel
Hallo Forest

vor was genau hast du Angst ? Oder frage ich mal anders was kann schlimmeres passieren als das die Person die du fragen würdest keine Zeit hat ? Und dann kann man ja einen anderen Tag ausmachen . Oder kannst du niemanden vertrauen ? Würdest du denn wenn dich jemand fragt mitgehen oder ja sagen ?

28.06.2015 00:12 • #5


Danke Flötilf für deine Nachricht!
Nein eigentlich schäme ich mich auch nicht alleine zu sein. Bisher kam ich eigentlich immer ganz gut alleine klar. Vielmehr schäme ich mich, dass ich spüre, dass etwas menschliche Nähe wohl doch ganz schön wäre und mir vielleicht auch was fehlt...
Ich glaube so weit bin ich noch nicht nach einen Treffen direkt zu fragen, dies wäre aber vielleicht ein Ziel in ferner Zukunft.
Danke, dass du Ablehnung und Absagen nochmals differenzierst. Ich glaube dies ist beispielsweise wieder ein unbewusstes fehlerhaftes Konstrukt meiner Denkweise und meines Erlebens.

Hallo brunibah , danke erstmal für deine Nachricht und dein Interesse!
Ich glaube da gibt es wohl mehrere Ängste. Die größte Angst ist wohl einfach nicht gut genug zu sein "nicht ausreichend" oder dass ich Ablehnung erfahre...Obwohl ich eigentlich viel Wertschätzung von Kollegen, Familie oder Bekannten bekomme. Aber gerade dies macht mir noch mehr Angst, ich könnte der Wertschätzung nicht gerecht werden. Ich bin einfach nichts besonderes...ich bin einfach ganz normal...

28.06.2015 00:50 • #6


ichbinMel
wenn ich ein Kompliment kriege dann sag ich das auch immer das ist ein Zeichen von einem geringen Selbstwertgefühl glaub ich ....obwohl ich ein gutes Selbstbewusstsein habe ...aber wenn du doch mitkriegst das du Wertschätzung von den Kollegen bekommst bedeutet das doch das du in Ordnung bist .Hast du denn auch Freunde oder sind das alles nur Kollegen von Dir ? Sonst könntest du dich wenn du ein gutes Gefühl bei der Person hast dich ihr anvertrauen und dann kann sie oder er dir helfen aktiv was dagegen zu machen....ein bisschen dein Selbstbewusstsein aufbauen....da du ja einen sozialen Beruf hast nehm ich sogar an das du gut auf Menschen zugehen kannst das was du schreibst das du keine Leute in dein privatleben lassen willst kenn ich von mir bis heute mach ich das auch so das kaum jemand neues dazukommt ...bist du schon oft enttäuscht worden ?

28.06.2015 01:25 • #7


Danke brunibah für deine Antwort!
Ja, ich habe eigentlich zwei Freunde. Jedoch fällt es mir schwer mit denen darüber zu reden. Meistens sind es Alltagsgespräche oder eben bisschen mehr als Smalltalk.. Sie merken und wissen dies natürlich z.B. wenn einer von denen mir was vom Einkaufen mitbringt weil ich wieder nicht unter Menschen sein möchte. Oftmals versuchte ich dies anzusprechen mit meiner Mutter oder einen von den beiden Freunden. Aber ich habe das Gefühl sie verstehen dies nicht. Sie sagen immer es sei eine Phase, und das nach Jahren immer noch. Ich glaube sie nehmen dies gar nicht ernst, oder wollen es nicht ernst nehmen...Sie reden sehr viel von sich, sodass ich mich nicht traue ihre gute Laune Schnur des Gespräches zu stören.

Es gab Momente in meinem Leben in welchen ich für mich entschied alleine zu sein. Durch einige Ereignisse wie Verluste und Enttäuschungen sagte ich dies immer wieder, letztendlich brach ich vor 4 Jahren fast alle Kontakte ab...Leider war alles im Chaos, und als ich damals Krank wurde, ja da waren nicht mehr viele dort...Ich möchte auch gar nicht viele Menschen kennen oder im Umkreis haben, aber ich sehne mich so nach einen oder einige wenige ehrliche Menschen...

28.06.2015 19:27 • #8


ichbinMel
ich weiss was Du meinst ich hab auch ausser 1 das ist seit 20 Jahren mein bester Freund alle in die Wüste geschickt weil das keine Freunde waren....aber ich überleg gerade wenn die Kollegen sehr viel von sich erzählen erzählst du denn auch von dir ? Oder fragen sie dich ob du mal mitkommen willst wenn die etwas unternehmen? Immerhin kennen sie ja schon mal ein bißchen von deinem Problem,aber wenn sie sagen es sei eine Phase und das schon seit Jahren so geht müssten sie ja merken oder mal hinterfragen was wirklich los ist ...wenn man wirklich befreundet ist interessiert man sich doch für die Menschen die einem näher stehen....wenn du mit einem deiner Kollegen oder "Freunde" mal alleine bist dann geh ruhig wieder auf das Thema ein ich würde das auch sagen das Du das Gefühl hast das es sie nicht interessiert --wenn man auch nur ein wenig befreundet ist ist das nicht schlimm immer sagen was man denkt ...wenn sie so viel von sich reden sagst du dann gar nichts und hörst zu ? Oder versuchst du dich am Gespräch zu beteiligen ?

28.06.2015 19:40 • #9


Ja aber eher Smalltalk eben... Sie erzählen oft von ihren Problemen und fragen nach Ratschlägen, da beteilige ich mich schon und versuche zu helfen wenn dies geht, oder einfach da zu sein und zu zuhören. Je nachdem was ich wahrnehmen kann, was ihnen gerade gut tun könnte...
Manchmal da würde ich aber auch ehrlich gesagt lieber für mich da sein. Eigentlich fragen viele Kollegen und Freunde nach oder halten Kontakt, aber dies meistens weil irgendwie Hilfe gebraucht wird, ich wieder für jemanden einspringe oder wegen irgendwelchen Aufgaben etc. Ich kann dann aber auch nicht nein sagen, und helfe dann auch im Tierschutz mit... ich weiß wie mies sich das anhört, aber auch wenn es mein Herz erfüllt, wenn ich geben kann, bin ich am Ende des Tages doch wieder alleine...

28.06.2015 19:59 • #10


Es hört sich so egoman an...aber ich möchte nicht mehr überall helfen. Ich möchte einfach nur mir selbst helfen..

28.06.2015 20:01 • #11


Hey Forest,
mach dich nicht fertig, ich finde das in keiner Weise egoman
Es ist doch nur natürlich, dass man selbst auch für wichtig genommen werden möchte. Aber das ist es wahrscheinlich (ich spekulier jetzt mal ein bisschen ), was du dir selbst nicht zugestehst. Nimmst dich selber immer zurück, um ja nicht negativ anzukommen und abgelehnt werden zu können.

Du hast ja selbst schon geschrieben, dass deine Angst vor Ablehnung so stark ist; vielleicht magst du dir ja mal diese Videos hier anschauen?
https://www.angst-panik-hilfe.de/angst- ... hnung.html
Mir selbst hat die Videoreihe sehr geholfen, auch wenn ich selbst nicht so stark von der Angst betroffen bin. Bei mir ist es oft eher unklar/verschwommen, was mit mir los ist (da kommen dann oft auch noch ähnliche Ängste wie Versagensangst oder Angst nicht zu genügen ins Spiel). Aber die ganze Problematik verbessert sich, seitdem ich trainiere, mich selbst anzunehmen und als liebenswert zu sehen.

Schreib doch mal, wie dir die Videos gefallen. Würde mich interessieren
Lieben Gruß

05.07.2015 15:24 • x 1 #12


Hey easy-dev,

vielen lieben Dank für deine Antwort!:)
Ich durfte mir eben schon einige Videos anschauen. Vielen lieben Dank für die Seite! Die Videos spiegeln jenen selbst wieder, sodass man gerade bei den Beispielen mit den Betroffenen eine Möglichkeit bekommt durch den Blick anderer sich selbst zu erkennen...die eigene Destruktivität zu erkennen...auch wenn sie dennoch schwer ist zu überwinden.

Darf ich dich fragen, wie du dies trainierst?
Ich finde es unheimlich schwer mich anzunehmen, denn eigentlich bin ich mir selbst der schwerste Mensch im Leben mit welchen ich auskommen muss...

Liebe Grüße und nochmals vielen Dank an Dich !

06.07.2015 13:28 • #13


Hey Forest,
das freut mich ja, dass es so gut ankommt. Sehr gerne!
Hmm sehr gute Frage. Da muss ich etwas weiter ausholen, schätze ich... Antwort kommt gleich

06.07.2015 23:36 • #14


Also mein Training basiert im Prinzip auf der Annahme, dass unser Selbstbild, wie auch andere Denkweisen, angelernt ist. Ich könnte mir also eigentlich auch ein anderes Selbstbild wählen und mich so sehen. Dass das so einfach nicht funktioniert, wissen wir ja alle aus Erfahrung ^^
Das liegt daran, dass sich eine hartnäckige Gewohnheit, sich selbst abzulehnen und kleinzudenken ausgebildet hat. Im Gehirn werden diese Denkgewohnheiten durch dick ausgebaute Nervenbahnen repräsentiert, während ungewohnte Denkweisen wie die, liebenswert zu sein, eher durch dünne Verbindungen repräsentiert werden. Das Gehirn benutzt nun automatisch, ohne dass wir etwas dazutun müssten, oft die dick ausgebildeten Bahnen. Das heißt, wir machen uns selbst oft einfach nur fertig aus Angewohnheit, fühlen uns daraufhin schlecht und bemerken gar nicht, was da eigentlich abläuft.
Die Lösung wäre demnach, dicke Nervenbahnen für neue, konstruktive Denkweisen aufzubauen und die alten Nervenbahnen für die destruktiven Denkweisen abzubauen. Hier ist nochmal beschrieben, was auf diesem Weg auf einen zukommt:
https://www.angst-panik-hilfe.de/gewohnheiten.html

Als ich das gelernt habe, musste ich erstmal darüber nachdenken, was das überhaupt bedeutet. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass all meine Gedanken und Meinungen, und damit auch meine Gefühle (die entstehen nämlich aus den Gedanken), nicht das sein können, was mich ausmacht. Denn sonst wäre es mir ja nicht möglich, sie zu verändern. Weiter habe ich daraus gefolgert, dass meine Gedanken und Sichtweisen die Aufgabe haben sollten, mir möglichst gut zu dienen. Und der Gedanke, dass ich in Ordnung und sogar liebenswert bin ist wesentlich hilfreicher als der, dass ich einen Niete bin.

Ja und das eigentliche Training, nach dem du gefragt hast, besteht letztenendes daraus, dass ich einerseits destruktive Gedanken mir selbst gegenüber abbreche und mich andererseits in eine Sichtweise hineinversetze, dass ich in Ordnung bin. Dieses Hineinversetzen ist gerade am Anfang unangenehm und erfordert Konzentration. Ich muss auch heute manchmal noch regelrecht nach der richtigen Sicht peilen, um es auch so fühlen zu können (wenn es sich gekünstelt anfühlt, ist das in Ordnung).
Hast du schon Erfahrungen mit kognitiver Verhaltenstherapie gemacht? Ich noch nicht, aber diese Vorgehensweise basiert sicherlich auf dem verhaltenstherapeutischen Ansatz.
Ich weiß nicht, ob diese die optimale Vorgehensweise ist oder ob sie dir überhaupt hilft. Mir jedenfalls hat es sehr geholfen. Mit dem Training insbesondere von Selbstannahme und Selbstvertrauen konnte ich schon den größten Teil meiner Probleme abfedern und für die spezielleren Probleme, die öfter mal auftreten, kann ich mit der Selbstannahme und dem Selbstvertrauen im Rücken viel effektiver umgehen. Und trotzdem, da geht noch was
Vielleicht magst du es ja einfach mal ausprobieren. Auch wenn dieses Training anstrengend ist und müde macht, ist es doch auch sehr befriedigend

Meine Antwort ist doch etwas länger ausgefallen als ich dachte ^^
Wünsche dir alles Liebe

07.07.2015 00:21 • #15


Hi... ich kenne das leider auch nur zu gut.
Vor ein paar Jahren hatte ich dann die Schnauze voll davon und habe mich gezwungen immer "ja" zu sagen, wenn mich jemand iwohin einlädt. Egal was es war und waren da noch so viele neue Leute. Und ich muss sagen, ich habe eine echt schöne Zeit erlebt.
Ist natürlich schlecht umzusetzen, falls man nie gefragt wird.

Leider bin ich wieder in meinen alten Trott gefallen ... iwann wenn man immer absagt, wird man auch nicht mehr so oft gefragt. Dann fehlt das "Training"....
Wenn jetzt doch Kollegen mal fragen, habe ich immer eine Ausrede.

Zur Zeit habe ich einen neuen Freund, dessen Freunde mich natürlich auch mal kennenlernen sollen -.- langsam gehen mir die Ausreden aus und bei dem Gedanken an die bevorstehenden Treffen, würde ich mir am liebsten das Leben nehmen.

07.07.2015 00:58 • #16


Hi Forest,
hier ist auch nochmal ein sehr schönes Video (das Untere), das dich vielleicht inspiriert, wie du mit dir selbst umgehen könntest:
https://www.palverlag.de/Kraftquellen-Reihe.html

Viel Spaß

07.07.2015 10:32 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Liebsten Dank easy-dev
Die Videos sind wundervoll...

Nein, bisher habe ich damit ebenfalls keine Erfahrung sammeln können ( also mit kognitiver Verhaltenstherapie).
Dein Training wirkt schon sehr anstregend... aber auf eine schöne Weise. Ehrlicher Umgang mich sich selbst erlernen. Ich kann mir vorstellen, dass dieser ehrliche Umgang sich sogar erstmals unehrlich anfühlt... Wer überzeugt ist, zeugt oft über das Maß an reeller Überzeugung.

Ich Danke dir herzlich für deine Nachricht, deinen Tipps, einfach allem.. So darf ich diese an mir selbst erproben.


Hallo Schwarztee , hast du dich schon zu dem Treffen überwinden können? Hast du die Videos von easy-dev schon anschauen dürfen? Vielleicht helfen sie dir ebenfalls...


Liebe Grüße und herzlichen Dank...

12.07.2015 13:07 • #18


Vielen Dank für die Blumen, Forest
Das finde ich ja klasse, dass du es wirklich ausprobierst. Kannst uns ja irgendwann mal berichten, wie es wirkt

12.07.2015 14:59 • #19


Nee ich hab mir "natürlich" wieder eine Ausrede einfallen lassen und "zum Glück" wurde ich dazu auch noch körperl. krank, sodass ich nicht mit musste.
Die Videos konnte ich mir bisher leider noch nicht angucken, als ich alleine war bin ich nicht dazu gekommen und jetzt ist immer mein Freund hier. Der hat für sowas leider überhaupt kein Verständnis ... der findet allein schon meine melancholische Art "ekelhaft" und "lächerlich".

14.07.2015 21:08 • #20



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