Ich strecke einmal langsam meine Fühler aus. Mir ging es nicht so gut. Zuviele Gedanken haben mich ständig zum Weinen gebracht. Ich erhole mich gerade.
Ach ja, ich wünschte zwar immer noch, dass wir schon Januar hätten, aber Weihnachten hat für mich sehr viel bedeutet. Unendlich viele Erinnerungen trage ich in mir. Ich will das einfach nicht mehr so nah an mich ran lassen.
Eine Geschichte habe ich euch heute mitgebracht. Sie ist nach einer Idee von einer unbekannten Autorin. Ich habe noch ein bisschen daran gebastelt.
Das Eichhörnchen
Es war einmal ein prächtiger Herbst. Alle Bäume und Sträucher trugen reichlich Früchte.
So machten sich die Eichhörnchen des Waldes fleißig daran ihre Wintervorräte zu sammeln. Überall versteckten sie Nüsse, Eicheln, Beeren und was der Herbsttisch ihnen sonst noch auftrug.
Im Wald herrschte emsiges hin und her.
Nur ein Eichhörnchen sammelte keine Früchte. Es sammelte Geschichten. Träumend sah es in die herrliche Herbstwelt. Sah die bunten Farben, tanzte mit dem fallenden Laub um die Wette und flitzte von einem Baum zum anderen. Die kleinen Ohren waren gespannt, und allen Ortes wo man sich Geschichten erzählte, schrieb sie die Geschichten in ein großes Buch.
Ach was waren doch für schöne Erzählungen dabei!
Manchmal rann ihr eine Träne durch ihr rotbraunes Fell, mal wurde ihr ganz warm um ihr Herz.
Die anderen Eichhörnchen schüttelten verständnislos ihre Köpfe. Was war das nur für eine Träumerin! Sie würde schon sehen was sie davon hatte!
Und dann stand eines Tages der Winter vor der Türe. Diesmal war er aber nicht milde wie die Jahre vorher. Diesmal blies er seinen eisigen Atem über das Land. Ließ alles in Kälte erstarren. Meterhoch lag der Schnee. Der Winter hatte kein Erbarmen.
Schnell waren die Vorräte der Eichhörnchen verbraucht. Manche Verstecke fanden sich nicht wieder, gerade unter diesen hohen Schneemassen.
Sie hatten Hunger. Und der Hunger wurde so groß, dass sie drohten zu sterben.
Da rief das träumerische Eichhörnchen alle seine Artgenossen zusammen, und fing an die Geschichten vorzutragen, die sie gesammelt hatte. Geschichte für Geschichte. Mal traurig, mal spannend, oder auch lustig.
Die Eichhörnchen lauschten gebannt. Ihnen wurde ganz warm um ihre Herzen und sie vergaßen ganz ihren Hunger.
Eines Tages kamen die ersten Sonnenstrahlen, schmolzen den Schnee und tauchten den Wald in goldenes Licht.
Der harte Winter war vorüber.
Und ein jedes Eichhörnchen hatte überlebt. Ende.
Es ist einer meiner Lieblingsgeschichten. Es muss sie geben.. Die Anderen, die Träumer..
Ich wünsche euch allen, die die alleine sind, und die die Familie haben, einen schönen 1. Advent. Einen schönen Sonntag.
Ganz liebe Grüße.