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Hab keine Freunde

200822.04




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West-Deutschland
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Hallo Psychic-Forum,

Ich leide schon seit einiger Zeit darunter, allein und ohne Spaß durchs Leben zu gehen. Ich bin seit kurzem volljährig und vergeude wertvolle Jahre meines Lebens, was ich schon lange weiß, jedoch nicht zu ändern schaffe. Ich habe niemanden! Mit meinen Geschwistern verstehe ich mich zwar ganz gut, aber das ist natürlich etwas anderes. Vor allem zur jetzigen Zeit ist es besonders schlimm. Ich mache in Kürze meinen Schulabschluss, wo es selbstverständlich auch eine Abschlussfete gibt. Dass es niemanden gibt, mit dem ich dahin auf die Party gehen könnte, führt mir deutlich vor Augen, wie einsam ich bin. Schon seit mehr als einem Jahr fürchte ich vor diesem Zeitpunkt und jetzt kommt er immer näher.

Es geht schon ein paar Jahre so. Das letzte Mal, dass ich wirkliche Freunde hatte, war wohl noch in der Grundschule, so 3., 4. Klasse. In der 5. - 7. waren es dann noch eher spärliche, kleinere Freundschaften, die ich nur über die Schule aufrechterhalten habe, und nur ab- und zu in der Freizeit. In der Zeit danach hatte ich nur noch oberflächliche Kontakte - Freundschaften waren das nicht mehr. Es waren die selben Leute wie früher, doch man hatte einfach nichts mehr gemeinsam und hing in der Schule nur zusammen ab, weil es niemand anders gab. Mit ungefähr 16 hatte ich längst keine Freunde mehr. Es gab ein paar sehr wenige Kontakte, aus denen jedoch nie Kumpels wurden. Nur ganz selten ging irgendwas außerschulisches. Mittlerweile habe ich auch sowas nicht und bin vollkommen allein.

Dass ich keinen Freundeskreis habe, hat wahrscheinlich viel damit zu tun, dass ich etwas anders bin. Ich teile kaum Interessen mit den Meisten, finde keinen Spaß an dem was junge Leute in meinem Alter interessiert. Keine Ahnung warum. Hobbys habe ich eigentlich gar keine. Interessen kann ich kaum ausleben, gerade auch weil ich keine Freunde habe. Ein Teufelskreis.
Manchmal erscheine ich mit Sicherheit ein bisschen wunderlich. Da ich wenig gesellschaftlichen Umgang habe, verhalte ich mich in vielen Situationen, die für normale Routine sind, unsicher und merkwürdig. Einiges habe ich einfach nie kennengelernt. Das ist eine Folge meines Einzelgängerlebens und verbaut mir gleichzeitig die Möglichkeit wieder irgendwie ins normale Leben reinzukommen. Dinge wie Smalltalk fallen mir auch ungewöhnlich schwer.
Häufig ärgere ich mich dann im Nachhinein, wenn ich mein idiotisches Auftreten reflektiere und mich frage, warum ich in der der jeweiligen Lage so reagiert habe.
Ich lasse mich genausowenig in eine Schublade einordnen. Vom äußeren Erscheinungsbild zum Beispiel passe ich in keine bestimmten, am Musikgeschmack oder ähnlichem orrrientierte Gruppen. Ich habe einfach so gut wie keine Gemeinsamkeiten, fühle mich zu verschieden für die Gesellschaft.

Dabei bin ich echt kein schlechter Mensch. Natürlich habe ich negative Eigenschaften, wie jeder andere auch, nur sind das keine Charakterzüge, die andere Menschen verletzen, eher so was wie Trotteligkeit oder, dass ich mich dumm anstelle. Ich werde von den Leuten nicht wahrgenommen, und wenn dann völlig anders, als ich eigentlich bin. Meine Persönlichkeit hat sich aus meiner Sicht dabei eher in eine positive Richtung entwickelt. Früher war ich etwas egoistisch und zum Teil aufbrausend, während ich jetzt eher gelassen/ruhig bin. Doch komischerweise wurde mein Sozialleben gleichzeitig immer schlechter, je ausgeglichener mein Charakter wurde. Onehin habe ich das Gefühl, das nicht sonderlich viele Personen Wert darauf legen, respektvoll behandelt zu werden.

Ich weiß einfach nicht, was ich machen soll. Ich möchte Leute kennen lernen, doch bin eher ein scheuer Typ. Ich weiß, dass das nicht von alleine funktioniert, wenn ich nur zuhaus sitze. Um mal rauszukommen, gehe ich meine Runden durch die Gegend und hoffe dabei zufällig irgendwelche Bekanntschaften zu schließen. Das ist sehr unwahrscheinlich, doch etwas anderes fällt mir nicht ein, ich kann dann wenigstens mal abschalten und meine extreme Unzufriedenheit ein bisschen vergessen. Unter die Leute mische ich mich sehr ungerne. Wenn ich irgendwo allein zu Massenveranstaltungen hingehe, fühle ich mich sehr unwohl. Die Leute können sich schon denken, dass ich wohl ein unfreiwilliger Einzelgänger bin. Ich fürchte, da ich in einer Kleinstadt mit wenigen Beschäftigungsmöglichkeiten wohne, ebenfalls, dass ich jemanden sehe, der mich kennt und dann sieht wie armselig es um mich steht. Auf Parties gehe ich quasi gar nicht, in einer Diskothek war ich in meinem Leben noch nie! Aber ich glaube sowieso, dass Discos nicht der richtige Platz sind, um Leute kennenzulernen.

Das alles klingt jetzt vielleicht zu "ich-bezogen", aber ich denke, das hiflt mein Problem genauer zu schildern.
Vielen Dank an alle, die sich die Zeit genommen haben, das durchzulesen.

Gruß

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  22.04.2008 22:08  
Sag mal, wenn Du mit den anderen sowieso keine Interessen teilst bzw. wenig Lust zu haben scheinst, mit ihnen in Kontakt zu kommen, leidest Du wirklich unter der Einsamkeit oder mehr unter dem Makel, einsam zu sein? Was genau vermisst Du denn? Was würdest Du mit Deinen Freunden unternehmen wollen, wenn Du welche hättest? Was wäre besser/anders in Deinem Leben? So, wie Du schreibst, habe ich den Eindruck, als sei Dein größtes Problem, dass Deine angebliche "Armseligkeit" offenbar wird, wenn Du allein zur Abschlussfete gehen musst...

Liebe Grüße
Christina



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  22.04.2008 23:14  
Ja, da hast Du einen netten Teufelskreis erwischt. Keine Freunde - schlechtere Sozialkompetenz - Angst vor anderen Leuten - wieder keine Freunde, weil, Du kannst ja schlecht welche finden/halten - Angst, dass andere Dich abwerten, weil Du allein durchs Leben stapfst - noch mehr Angst, Leuten zu begegnen - noch weniger Möglichkeiten, Freunde zu finden. Da gibt es keinen einfachen Rat. Du kannst höchstens Deine Ansprüche herunterschrauben, vielleicht ein wenig - für Deine Begriffe - oberflächlicher werden, um überhaupt Kontakt zu bekommen. Du erwartest viel: Es soll jemand zu Dir passen, das Gleiche mögen wie Du, doch Hobbys, die ja eine tolle Basis wären, hast Du nicht.

Andererseits ist abzusehen, dass aus Dir ein "Freak" wird, wenn Du so weiter machst. Deine soziale Kompetenz wir immer eingeschränkter. Und Du wirst für andere immer "merkwürdiger". Da musst Du wohl ganz unten anfangen, kurze Kontakte - so nach dem Motto, wollen wir mal zusammen spielen? Kann ich jetzt nicht besser ausdrücken. Und ein bisschen musst Du Dich wohl den anderen anpassen. Wenn Du gar keine ausgeprägten Interessen hast, dann kannst Du doch welche entwickeln, die vielleicht zu jemand anderem passen. Interesse zeigen.

Für die Abschlussfeier kannst Du vielleicht nicht mehr viel tun. Aber danach geht für Dich doch was Neues los und dann möglichst gleich von Anfang an vorne dabei. Naja, in der Masse kriegst Du das sicher nicht hin. Aber am Ball bleiben musst Du und vielleicht ist mal irgendwo einer dabei, der so ein bisschen ist wie Du. Aber in Deiner Situation musst Du die Initiative ergreifen. Die anderen sind es gewöhnt, dass Du nicht "dabei" bist.

Ist ein schwerer Weg und wird Dir viel abverlangen, doch kann ich mir nicht vorstellen, dass es sehr viel anders gehen wird.

Lieben Gruß, kia

Danke1xDanke




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West-Deutschland
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  23.04.2008 14:24  
Erst mal vielen Dank für die Antworten

Es ist ja nicht so, dass ich überhaupt keinen Kontakt mit den Leuten haben möchte, denn das möchte ich ja eigentlich schon, nur: Mir macht aus irgend einem Grund einfach nichts Spaß, was andere gern tun wie beispielsweise das Trinken und Tanzen im Nachtleben. Vielleicht liegt das auch daran, dass sich solche Dinge bei mir immer negativ eingeprägt haben, weil ich z.B. nie das richtige Umfeld hatte, um Gefallen an sowas zu finden. Es kann sein, dass mich die anderen zu langweilig finden, da ist möglicherweise auch was dran. Ich glaube jedoch, dass sich schon das ein oder andere Hobby finden ließe, wenn ich jemanden hätte, mit dem ich es zusammen tun könnte. Ich interessiere mich etwa ein wenig für Spielfilme, gehe aber nie ins Kino, weil es allein einfach keinen Spaß macht. Würde ich jemanden finden, der mein Interesse teilt, könnte aus dem Interesse ja eventuell eine Lieblingsbeschäftigung werden. Ich bin da ja schon ein wenig offen, wenn jemand einen anderen Musikgeschmack hat oder dergleichen, ist das für mich überhaupt kein H indernis.

Und selbstverständlich leide ich unter dem Alleinsein, und das nicht weil ich deswegen nicht mit Kontakten "rumposen" kann, wie manche das gerne tun. Sondern weil ich eben einsam bin, nichts erlebe, sich niemand für mich interessiert und ich mich auch nicht mit anderen bzw. für andere freuen kann. Sich austauschen, gemeinsam irgendwo hinfahren, das sind Sachen die ich halt vermisse.
Aber es ist nun leider so: Wer keine Freunde hat, der findet nur sehr, sehr schwierig welche. Unter jungen Leuten, haben Menschen ohne Freunde eine "Opferrolle". Wer allein durch die Gegend streift, muss in den Augen vieler Menschen komisch sein und wird daher gemieden. Ich kenne das selbst, dass viele Leute, bei denen sich Freundschaften anbahnten dann irgendwann zurückzogen, als sie merkten, dass man allein ist.

Ein gutes Beispiel für meine Misere ist der Sylvesterabend: Da ich niemanden hab, krieg ich das Angebot von meinen Eltern zum Feiern mit zu Bekannten/weit Verwandten zu fahren. Entweder nehme ich an, feiere unfreiwillig mit den unbekannten aber netten Leuten, verhalte mich wie ein Depp, bereue die Entscheidung und möchte schnellstmöglich weg; oder bleibe allein zu hause, fühle mich betrübt und gehe eventuell später aus Verzweiflung ein wenig raus. Beide Möglichkeiten gefallen mir nicht! Kennt das jemand?

Nochmals vielen Dank



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  23.04.2008 15:28  
Hallo,

ich kenne das leider nur allzu gut - aus meiner persönlichen Vergangenheit als ich etwa so alt war wie Du. Ich hätte weit weniger unter der Einsamkeit gelitten, wenn ich sie nicht auch noch zu allem Überfluss als persönlichen Makel empfunden hätte. Deswegen meine Fragen.

In gewisser Weise hast Du jetzt die Chance, etwas zu verändern. Die Schule endet, Dein soziales Umfeld wird sich radikal verändern - ganz egal, was Du tun wirst. Und da kannst und musst Du das tun, was Kia vorgeschlagen hat: "Klein" anfangen, Dich erstmal mit Oberflächlichkeiten und Bekanntschaft (statt Freundschaft) zufrieden geben und schauen, wo sich auf der Basis ähnlicher Interessen vertiefte Kontakte ergeben. Wichtig ist, dass Du viele Gelegenheiten findest, in persönlichen Kontakt zu anderen zu kommen. Massenveranstaltungen scheiden da aus. Aber vielleicht lässt sich das eine oder andere Interesse ja doch zu einem Hobby ausbauen und vielleicht in einem Verein betreiben. Oder Du besuchst einen VHS-Kurs. Dabei nehme ich nicht an, dass sich dort gleich Freunde fürs Leben finden. Es ist aber wichtig, dass Du die unverbindliche Kontaktaufnahme übst und auch lernst, das alles gelassener zu sehen. Sonst läufst Du Gefahr, jedes Feierabendbierchen mit Erwartungen zu überfrachten und auch Dein eigenes Verhalten - ganz besonders die scheinbaren Fehler - überzubewerten, so dass Du Dich regelmäßig als "Depp" fühlst. Denk' dran: Bei jedem dauert es eine Weile, bis sich aus Bekanntschaften tragfähige Freundschaften entwickeln.

Was Du machen kannst, wenn Du Dich sozial sehr unbeholfen und ängstlich fühlst: eine Gruppentherapie, genauer ein sog. Soziales Kompetenztraining. Das hätte auch den Vorteil, dass Du gleich einen Schwung Leute kennen lernst, die ähnliche Probleme haben wie Du. Eine andere Möglichkeit wäre Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe mit den Themen "soziale Ängste" oder "Einsamkeit".

Liebe Grüße
Christina



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NRW
  23.04.2008 15:28  
hm,

wie für so vieles hier im forum gibt es auch bei dir wahrscheinlich kein patentrezept. ich kann deine situation leider auch nicht so ganz nach empfinden. ich fühle mich zwar auch einsam, aber es ist mehr die einsamkeit bei der man sich alleine fühlt, obwohl man es gar nicht ist.

ich kann dir zunächst einmal nur ein bisschen mut machen, dass nach der schule die karten völlig neu gemischt werden. ich weiß nicht ob du nach deinem abschluss in deiner stadt bleibst, aber selbst wenn das der fall ist, wird sich dann vieles ändern. du wirst in ein neues umfeld kommen, wo nicht mehr so wichtig ist, was vorher war.

das mit dem "nicht trinken und nicht tanzen" = schwieriger leute kennenzulernen kann ich schon nachvollziehen. aber es gibt auch viele leute da draußen, die da auch keinen bock drauf haben. das problem ist nur, dass man zu denen häufig nicht so leicht kontakt findet wie auch schon andere hier meinten, muss man wohl versuchen sich über small talk und kleinere "erfolge" an größere freundschaften (oder wenigstens festere kontakte) heranzutasten.

ich bin zwar eigentlich nicht so dafür sich freunde übers internet zu suchen, aber wenn man die reale welt nicht völlig vernachlässigt ist das vielleicht auch ein weg. eine person aus meinem näheren umfeld hatte auch das pech, dass in ihrer jahrgangsstufe keine leute waren, die ihre interessen geteilt haben. dann hat sie im internet in foren über ihr größtes hobby einige gute kontakte geknüpft und mit 1,2 leuten ist sie jetzt richtig gut befreundet und mit 10,11 hat sie loseren kontakt, trifft diese leute aber auch ab und zu real. das ist meiner meinung nach sehr wichtig, dass alles nicht nur aufs internet beschränkt bleibt.

also das ist vielleicht auch ein weg, bei dir vielleicht über das thema film. aber wichtiger ist wohl, dass man auch im alltag immer wieder versucht ins gespräch zu kommen. ich weiß dass das nicht leicht ist, ich bin selber auch sehr schüchtern, aber ich glaub anders geht es nicht. ich hatte das glück, dass ich 4,5 sehr gute kumpel in meiner jgst. hatte.

wie gesagt, ich kann dir nur ein bisschen mut machen, von alleine geht leider nichts und die ultimative lösung mit der alles gut wird gibts leider auch sehr selten.



  23.04.2008 20:52  
Hallo Mensch ,

wie willst du denn jemand Neues kennenlernen, wenn du überall nur dann hingehst, wenn du "jemanden hast"?

Warum kannst du nicht "allein" zu eurer Abschlussparty gehen?
Schließlich "hast" du doch gerade dort jede Menge Bekannte, nämlich alle deine bisherigen Klassenkameraden.

Bringen alle anderen ihre Freunde bzw. Freundinnen mit und knutschen nur den ganzen Abend lang mit denen? Selbst dann könntest du erstmal hingehen und gucken, was so läuft, dann kannst du ja selber entscheiden, wie lange du bleibst.

Es stimmt, nach dem Schulabschluss werden die Karten wieder neu gemischt, aber da wirst du erst recht erstmal allein auf dich gestellt sein. Gerade wenn du niemanden "hast", musst du irgendwo hingehen, wo Leute sind, um Leute kennenzulernen.

"Jemanden haben" - was bedeutet das für dich? Falls du mit "jemand" eine Liebespartnerin meinst (ich nehme an, du bist männlich?), dann musst du diese ja auch erstmal ansprechen und für dich gewinnen. Erst dann "hast" du sie. (Und auch das nur solange, wie du ihr gefällst.)





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West-Deutschland
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  23.04.2008 22:34  
Hallo,
ich bins schon wieder
Danke, eure Beiträge sind hilfreich, ich sehe das jetzt aus Positionen, wie ich das vorher nicht betrachtet habe. Das mit dem Kompetenztraining wäre mal eine echt gute Idee. Wie ich sehe, bin ich nicht der einzige mit derartigen Problemen.

Ja es stimmt schon, wenn ich nirgendwo alleine hingehe wo Leute sind, wirds schwer mit dem Kennenlernen. Ohne Begleitung durch Straßen zu gehen oder auf dem Schulhof mal abseits stehen, macht mir nicht viel aus. Doch wie gesagt, Diskothekenbesuche, "Ausflüge" oder sonstige Orte mit vielen Menschengruppen, da haperts bei mir mit dem alleine durchziehen. Ich denke, manche Orte (ich nehme wieder das Beispiel Kinosaal) sind einfach nicht zum Kontakt-knüpfen geeignet, da die Leute nicht drauf eingestellt sind und man sich auf etwas anderes konzentriert.

Ich habe immer das Gefühl, für andere ist es kinderleicht neue Kontakte zu knüpfen, was mit Sicherheit bei vielen auch der Fall ist. Bei mir hingegen läuft das nicht von automatisch ab. Ich habe es viel schwerer mit den Leuten klar zu kommen. Man hält mich wahrscheinlich für nicht besonders sympathisch, werde häufig ignoriert - liegt wohl an meiner Ausstrahlung

@GastB: Ich meinte im Allgemeinen Freundschaften und Bekanntschaften, ein funktionierendes soziales Netzwerk. Eine Partnerin gehört sicher auch dazu, das wird aber mit einen geregelten Leben hoffentlich von selbst kommen. Vordergründig geht es mir nämlich erst mal darum überhaupt Menschen für mein Umfeld zu "finden".

Zur F-Abiparty werde ich eventuell doch gehen, wenn auch nicht unbedingt zum Spaß. Wenn ich es nicht schaffe meine Karten loszuwerden, werde ich sie wohl versuchen vor dem Eingang zu verkaufen, um nicht auf dem Geld sitzen zu bleiben. Und wenn ich schon mal da bin, kann ich ja mal reinschauen. In der Tat glaube ich aber, dass dort jeder mit seinen Leuten oder Partnern herumhängen wird, denn so lief das bisher immer ab. Die Leute werden mich auch nicht unbedingt vermissen, schließlich bin ich in meiner Klasse keine große Nummer gewesen.



  23.04.2008 23:14  
Mensch90 hat geschrieben:
Ich denke, manche Orte (ich nehme wieder das Beispiel Kinosaal) sind einfach nicht zum Kontakt-knüpfen geeignet, da die Leute nicht drauf eingestellt sind und man sich auf etwas anderes konzentriert.

Vielleicht denkst du zuviel.

Kinosäle sind nicht unbedingt zum Kontaktknüpfen geeignet, Kinowarteschlangen vor der Kasse aber ganz besonders gut!


Viel Spaß bei der Abschlussfeier. Oft hilft es, sich vorzunehmen: "Ich werde Spaß haben." Dann ergibt sich meist etwas.

Gruß,
GastB



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Nrw
  24.04.2008 20:57  
Hallo Mensch,
ich kann deine Situation sehr gut nachvollziehen, da ich fast die gleichen Probleme mit anderem Hintergrund hatte. Das was ich bis jetzt erlebt habe ist, dass mir der Zivildienst einen gewaltigen Schub gegeben hat. Dort bin ich "zwangsweise" unter Menschen und dann kommt auch nach und nach der Kontakt. Im Vergleich zum Anfang meines Zivildienstes bin ich wohl für andere ein völlig anderer Mensch, wie ich es durch Reaktionen und neue Kontakte merke. Alles konnte ich natürlich nicht abstellen in der Zeit, aber ich hoffe es ist ein guter Anfang.
Ich wünsche dir, dass es dir genauso oder besser ergeht in deiner Zeit nach dem Abitur, wenn du nicht ausgemustert wurdest, such dir eine möglichst engagiert Zivildienststelle, ich selber bin bei einer Camphill Dorfgemeinschaft für behinderte Menschen und dort lerne ich allein schon aufgrund der großen Praktikanten Fluktuation und den anderen jungen Mitarbeitern viele verschiedene unterschiedliche Menschen kennen.

Ich wünsche dir noch alles Gute.



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  25.04.2008 11:55  
Hallo Mensch,

Zitat:
Ich habe versucht und getan, doch letzten Endes wurde ich nur ausgenutzt.
Ich will wirklich nicht in Wunden wühlen, ich fänd es nur interessant für mich und vielleicht wichtig für Dich, wenn Du auf dieses "ausgenutzt werden" etwas detaillierter eingehst...? Ich meine derlei "Pauschalaussagen" ziehen Dich bestimmt gleich noch mal mehr runter und auch wenn viele Leute ganz großartig darin sind an der "Oberfläche" mit dem Strom zu schwimmen...so könnte ich mir doch vorstellen, dass auch die (oder vielleicht gerade diese Menschen? ) instinktiv Deine (diese) grundsätzlichen Überzeugungen und Gedanken und Gefühle auffangen..."Hallo ich bin Mensch und ich weiß dass Du oberflächlich, eiskalt und berechnend bist und mich früher oder später ausnutzen und verletzen wirst".

Natürlich sagst Du sowas nicht und ich bin sicher, Du hast Dir diese Einstellung auch nicht ausgesucht oder einfach mal so zugelegt hast - diese Gedanken und Gefühlen scheinen aber einen Großteil Deines Bewußtseins und Deiner Wahrnehmung einzunehmen... garantiert werd ich Dir auch nicht mit Sprüchen kommen wie "denk doch mal positiv" oder "dann mußt Du eben selbst aktiv werden und Dir die Leute suchen, die Dir Freunde sein können"...weil für mich Freundschaft, Liebe, Zuneigung, Wohlwollen und all das Geschenke sind und nichts Selbstverständliches oder etwas was ich mir erkämpfen kann ...genauso wenig kann das irgendwer von mir einfordern oder als etwas Selbstverständlich verbuchen......ne Beziehung, Freundschaft ja selbst die Zusammenarbeit unter Kollegen, kann für mich nicht funktionieren, wenn einer der Beiden meint, er/sie könnte/müßte die "Regeln" festlegen und ansagen...derlei "Beziehungen" hab ich im Beruf, mit Behörden ja selbst innerhalb der Familie etc schon genug...sowas möchte ich nicht auch noch in meinem privaten Umfeld...und ich möchte auch mit niemandem befreundet sein, der aus seiner eigenen verborgenen Gefühls - und Gedankenwelt heraus, darauf "lauert" oder "wartet" dass ich ihn/sie anarsche oder einen "Fehler" mache um mich dann in die "die ist wie alle Anderen" Box zu werfen...aber wie gesagt, dass ist einzig und allein MEINE Einstellung und MEINE Sichtweise - nach den Erfahrungen die ICH gemacht habe...

Zitat:
beispielsweise das Trinken und Tanzen im Nachtleben. Vielleicht liegt das auch daran, dass sich solche Dinge bei mir immer negativ eingeprägt haben, weil ich z.B. nie das richtige Umfeld hatte, um Gefallen an sowas zu finden
. Ich bin Heute offenbar wirklich schwer von Begriff...also frag ich mal: Was wär denn das "richtige" Umfeld für Dich? Ich bin wirklich nur neugierig und schwinge keinesfalls den moralischen Zeigefinger...Du scheinst mittlerweile genau zu wissen, mit welchen Leuten Du nicht kannst (das ist doch schon mal gut) aber wenn Du hier auch wieder pauschalisierst - Umfeld, falsch, solche Dinge, negativ eingeprägt haben"...heißt dass, dass es da kein Einziges Ereignis gab, wo Du Dich amüsiert und halbwegs dazugehörig gefühlt hast? Oder dass Du bisher noch keinen einzigen Menschen "getroffen" hast, den Du mochtest oder gerne hattest, oder dass da noch nie Jemand war, mit dem Du einfach nur mal über alles Mögliche und Unmögliche quatschen und philosophieren konntest?

Weißte, ich kann auch kein Small Talk...aber ich bin auch nicht "tiefgründiger" oder "sensibler" als Andere...ich bin einfach von Hause aus offen neugieriger als Andere Leute und bohre im Zweifel einfach und frech nach (so wie bei Dir jetzt gerade), und stelle Sesamstraßenfragen: "wieso, weshalb, warum"...wenn ich frage "wie geht es Dir" dann würde keiner meiner Freunde und Bekannten auch nur auf die Idee kommen mit ner "Phrase" zu antworten... "Lass uns das Thema wechseln" ist für mich ne klare Ansage - aber "oh danke, gut, und Dir" nicht...Natürlich nervt das einige Leute und natürlich komm ich bei Fremden Leuten oder Menschen, die per Small Talk kommunizieren auch mal schräg an - aber je nachdem wer das ist, muß ICH dann eben auch versuchen diesem Menschen klar zu machen, dass ich nicht nur ne Infosammlerin und Aushorcherin bin...und mich im Zweifel eben auch für meine Indiskretion entschuldigen...

Zitat:
Aber es ist nun leider so: Wer keine Freunde hat, der findet nur sehr, sehr schwierig welche. Unter jungen Leuten, haben Menschen ohne Freunde eine "Opferrolle".
Unter jungen Leuten ist es aber noch so, dass die sich ihre Freunde/Bekannten/Wegbegleiter keineswegs aussuchen, sondern die schon "zwangsläufig" ne Gruppe bilden müssen, weil sie an irgendeinem Ort (Schule/Ausbildung/Jugendheim) ungefragt zusammen gesteckt werden...und weil die auch Menschen sind, haben die genau die gleichen Bedürfnisse wie Du sie jetzt hast...sie fühlen sich in der Gruppe einfach "besser" "stärker" "sicherer", wollen eben auch nicht als einsame Wölfe durch diese oftmals schwierige Phase wandern etc - aber ob die sich ganz freiwillig und aus vollem Herzen genau mit diesen Leuten zusammen getan hätten, hätten sie eine Wahl gehabt, wage ich mal ganz stark zu bezweifeln...viele Leute (egal wie alt) bilden "einfach nur" Zweckgemeinschaften"...und manchmal entwickeln und wachsen daraus sehr gute Freundschaften und langjährige Beziehungen...aber das ist auch großes Glück und ganz viel Engagement und Toleranz von Beiden Seiten...





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West-Deutschland
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  25.04.2008 20:48  
Hallo Cathy,

Ich finde es gut, dass du dich für meine Situation intereressierst und nachfragst. Vielleicht lassen sich so ein paar Missverständnisse beseitigen.

Zitat:
Zitat:
Ich habe versucht und getan, doch letzten Endes wurde ich nur ausgenutzt.
Ich will wirklich nicht in Wunden wühlen, ich fänd es nur interessant für mich und vielleicht wichtig für Dich, wenn Du auf dieses "ausgenutzt werden" etwas detaillierter eingehst...?

Ich weiß jetzt nicht genau woher du dieses Zitat hast, denn ich erinnere mich nicht, das geschrieben zu haben. In meinen Beiträgen habe ich es auch nicht finden können. Von daher kann ich nicht drauf eingehen. Ist wohl ein kleiner Irrtum.

Zitat:
Ich bin Heute offenbar wirklich schwer von Begriff...also frag ich mal: Was wär denn das "richtige" Umfeld für Dich? Ich bin wirklich nur neugierig und schwinge keinesfalls den moralischen Zeigefinger...Du scheinst mittlerweile genau zu wissen, mit welchen Leuten Du nicht kannst (das ist doch schon mal gut) aber wenn Du hier auch wieder pauschalisierst - Umfeld, falsch, solche Dinge, negativ eingeprägt haben"...heißt dass, dass es da kein Einziges Ereignis gab, wo Du Dich amüsiert und halbwegs dazugehörig gefühlt hast? Oder dass Du bisher noch keinen einzigen Menschen "getroffen" hast, den Du mochtest oder gerne hattest, oder dass da noch nie Jemand war, mit dem Du einfach nur mal über alles Mögliche und Unmögliche quatschen und philosophieren konntest?

Möglicherweise hab ich das zu allgemein formuliert, es liegt bestimmt nicht an dir
Pauschalisieren möchte ich gar nicht, ein bisschen tu ich das vielleicht ja auch. In manchen Momenten habe ich tatsächlich das Gefühl "Ihr alle seid assozial und ignorant, doch ihr merkt es nicht mal", obwohl das dann in Wahrheit gar nicht auf alle zutrifft, andererseits fühle ich mich manchmal "zu schlecht" für andere, glaube, ich verdiene die Gesellschaft von ihnen nicht. Aber das war nicht mein Gedanke, als ich heir schrieb.
Nämlich das was ich bei dir fett markiert habe, war gemeint. Genau das trifft voll auf mich zu. Es gab Leute mit denen ich mich ganz gut verstanden habe, z. B. alte Klassenkameraden. Etwa wenn ich mit denen auf 'n paar Bierchen in die Kneipe gegagen bin. Ich wurde nich unbedingt drum gebeten mitzukommen, bin einfach quasi einfach mitgelaufen, denn dagegen hatten sie ja auch nichts. Genau bei solchen Dingen konnte ich mich nicht amüsieren und dadurch nichts positives abgewinnen. Mit mir reden wollte so recht keiner, ich selbst konnte nie mitreden und so fühlte ich mich nicht richtig zugehörig. Natürlich hat niemand was gesagt, denn sie empfanden mich ja als ganz netten Kerl. Doch man merkt, wenn man da nicht so richtig reinpasst. Deshalb glaube ich, ist es möglich, dass es nicht daran lag, dass das was wir gemacht haben, mir nicht liegt, sondern, dass ich durch einzelne Ereignisse, bei denen ich mich nicht sicher gefühlt habe, die Sache im Gesamten als negativ gebrandmarkt habe.
Tut mir Leid, dass ich das nicht einfacher erklären kann Hoffentlich versteht man's trotzdem.

Danke1xDanke


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  26.04.2008 15:11  
Tach nochmal,

Weißte was, ich find die Post aus der ich dieses Zitat kopiert habe auch nicht mehr...
Zitat:
Zitat:
Ich habe versucht und getan, doch letzten Endes wurde ich nur ausgenutzt.
Zauberei? Magie? Oder ...vielleicht war ich auch total verpeilt? Kurios, in dem ganzen Thread kann ich es nicht wieder finden...vermutlich war ich einfach nur total verpeilt, sorry...

Zitat:
Manchmal erscheine ich mit Sicherheit ein bisschen wunderlich. Da ich wenig gesellschaftlichen Umgang habe, verhalte ich mich in vielen Situationen, die für normale Routine sind, unsicher und merkwürdig
Das hab ich auch noch gefunden...Du bist gerade 18 und vermutlich ist es in Deiner Situation (etwas isoliert) auch nicht verwunderlich, dass Du Dich so extrem und kritisch unter die Lupe nimmst, und klares Feedback von Anderen durch Selbstkritik und Nabelschau ersetzt...Das hört sich jetzt absurd an, aber wenn ich mir so die Teenager in meiner Nachbarschaft angucke, dann würde ich mir für manche wünschen, dass sie von ihren "Gruppen" und "Peers" mal für ne lange Weile isoliert würden...bei Einigen hab ich einfach den Eindruck, dass sie überhaupt nicht wissen wer sie selbst sind und darüber auch nicht nachdenken...dass die sich die meiste Zeit (soweit ich das beurteilen kann) wie Fremdgesteuert verhalten...Die Frage: Wer bin ich was will ich, was mag ich und was nicht, warum tue ich dies und nicht jenes, stellt sich nicht...sie reagieren nur und ausschließlich auf das Feedback ihrer Zweckgemeinschaft...das ist das andere Extrem...

Die Schwierigkeit für ALLE ist und bleibt immer ne gesunde und ausgewogene Balance zu finden - das ist auch für die meisten Erwachsenen immer wieder die Schwierigkeit...sofern sie sich denn darüber Gedanken machen...oder mit den existierenden Umständen unzufrieden sind...

Wunderlich lol...Ich mag das Wort und was ich da reininterpretiere, mag ich noch mehr...ich komme auch oft wunderlich rüber...das mußte ich mir aber eher nicht selbst zusammen reimen...das haben mir Leute auch schon gesagt...und einige haben´s mir auf die negative gezeigt...das ist nichts worauf ich stolz bin oder womit ich hausieren gehe...aber wenn ich mir überlege, was für Leute und was für Verhaltens - und Umgangsweisen ich so alles wunderlich oder merkwürdig finde...dann kann ich in meinem Alter eben einfach nur sagen "Ist halt so"...Was einige wunderlich finden, finden andere interessant, witzig, liebenswert, kollegial, angemessen o.ä....aus meiner Erfahrung sag ich einfach mal, dass es nicht mein Problem ist, wenn mich Leute für trottelig oder naiv halten...Ich bin in einigen Situationen sehr wohl trottelig (ungeschickt, undiplomatisch, unbedarft, kein bißchen abgezockt und routiniert)...aber wer mich unterschätzt und daraus schlussfolgert, dass ich ein bißchen doof bin und man mich unbemerkt über den Tisch ziehen kann...

Natürlich ist es wichtig was andere Leute mit einem selbst anfangen können und wie die einen annehmen und aufnehmen...aber genauso wichtig ist es, wie die Anderen bei mir ankommen...denn letztlich hab ich gar nichts davon, wenn mich andere Leute mögen und symphatisch und umgänglich finden, wenn ich die meinerseits nicht mag oder verstehe oder die im schlimmsten Fall völlig daneben finde...aber um das überhaupt erstmal rauszufinden, muß ich mir die erstmal genauer angucken mich mit den Leuten auseinandersetzen (näher kennen lernen)...

Ich erzähl Dir mal noch ne Story aus meinem Nähkästchen...vor einigen Wochen traf ich ne Nachbarin auf der Straße....wir haben keinen weiteren Kontakt, kennen uns eigentlich nur vom sehen und von nem gelegentlichen Gespräch im Treppenhaus...und diese Nachbarin fragte mich, ob mein Mann nicht mehr bei uns im Haus wohnt, sie hätte ihn schon lange nicht mehr gesehen...ich fand das voll ulkig - seitdem ich hier wohne bin ich single und hier wohnte auch nie ein Mann, geschweige denn ein Ehemann. Das war die Story...ICH fand das voll ulkig - ne ganze Menge Leute reagieren etwas irritiert, wenn sie hören dass ich langzeit Single bin und das auch gar nicht schlimm finde...aber das nur am Rande...Ich hab aber ne Freundin, die würde so ein "Missverständnis" völlig aus der Bahn werfen, weil sie selbst ganz fürchterliche Schwierigkeiten damit hat single zu sein und ganz viel dafür tut, dass das kein "Fremder" weiß und merkt...es geht nicht darum, dass sie sich nach einem Mann sehnt, nach nem gemeinsamen Leben und Alltag, nach ner festen Bindung und Kompromissen...sondern darum, dass in IHREM eigenen Kopf ganz heftige Vorurteile und Vorstellungen von 40+ Singlefrauen rumtoben - sie kann sich gar nicht vorstellen, dass andere Leute nicht genauso denken...

Ich weiß nicht, ob das alles was mit Dir zu tun hat oder ob Du damit etwas für Dich anfangen kannst...es geht aber bei Deinen Berichten - jedenfalls hab ich das Gefühl - vielleicht auch ganz viel über Vorurteile, die in Deinem Kopf rumschwirren...Einzelgänger oder Leute, die nicht offensichtlich in ner größeren Gruppe integriert sind, sind merkwürdig, sonderlich und vielleicht sogar verkappt bösartig...und weil die anderen genauso denken, ignorieren sie mich lieber -...kein Wunder, ich würd mich auch ignorieren bzw. ablehnen, wenn ich die wäre - aber eigentlich sind die auch voll ignorant und oberflächlich, weil sie sich nicht mal bemühen mich kennen zu lernen...biste aber nicht, Du bist Du - was die Anderen wirklich denken, fühlen, was wirklich in ihnen vorgeht und mit welchen Problemen die sich rumschlagen und mit was die sich beschäftigen wenn sie alleine sind, das kannst Du nur rausfinden, wenn DU Dich mit diesen Leuten beschäftigst und nicht nur in Bezug auf Deine Person oder wie sie auf Dich reagieren...sondern um ihrer selbst willen.

Ich war auch nie Jemand die auf Parties auf den Tischen tanzte ...aber ich hab mich trotzdem großartig unterhalten ...natürlich auch weil ich meine Freunde um mich hatte - die unterschiedlichsten Charaktäre und Typen...aber hauptsächlich weil ich eigentlich überall immer irgendwen getroffen habe, mit dem ich quatschen konnte, ob das nun später im Beruf war/ist, im Supermarkt, der mir was erzählt hat und der mich - wenn auch nur für ein paar Stunden, wenn auch volltrunken oder desolat oder deprimiert oder aufgedreht und frisch verliebt - in sein Leben, seinen Kopf, sein Herz gelassen hat...obwohl ich alles andere als eine routinierte Gesprächspartnerin bin und trotzdem ich auf einige Leute sicher einen sehr seltsamen Eindruck mache...Versuch Dich mal hin und wieder durch die Augen der Leute anzugucken, die Du selbst magst und gerne hast...völlig wurst ob das Deine Geschwister, Deine Eltern oder die Uroma ist, oder der Klassenlehrer oder die Frau an der Supermarktkasse...damit weißt Du immer noch nicht, wieso die Dich nett finden...aber so fällt Dir auch automatisch auf, warum DU diese Leute gerne magst und dass das oft überhaupt nichts mit Dir direkt zu tun hat





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West-Deutschland
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  15.05.2008 20:17  
Das ist echt mal ne fette Geschichte Cathy
Man hätte auch verärgert sein können, aber dass du es mit Humor genommen hast, find ich noch besser.

Nun zu was anderem: Könnt ihr mir Tipps geben, wo ich Leute kennen lernen kann? Besteht überhaupt eine reelle Chance, dass jemand wie ich Freunde findet?
Neutral gesehen hab ich den Leuten nichts zu bieten. Ich kann keine Geschichten von mir erzählen, hab nichts erlebt, keine tollen Pläne von der Zukunft, kein besonderes Hobby...
Besonders interessant wirkt das nicht unbedingt auf andere



3
1
Mainz
  18.05.2008 00:03  
Hi,
ich kann dich gut verstehen. Mir geht es im Augenblick zwar nicht ganz so schlimm wie dir, aber Frende vermisse ich im Augenblick auch.
Mit 18 war ich extrem schüchtern. Ich hatte ein paar Freunde, fühlte mich aber trotzdem oft einsam. Trotzdem habe ich mir vorgenommen einen Tanzkurs zu machen. Alle aus meiner Klasse hatten ihn schon mit 13 od. 14 Jahren gemacht. Ich hatte damals echt schiss, so ganz alleine in der Tanzschule aufzukreuzen - zuzugeben, dass ich alleine bin - und mich anzumelden. Aber ich hab' es getan. Zugegeben, ich war in einem Tanzkurs mit Durchschnittsalter 30, aber es hat sehr viel Spaß gemacht und ich habe gelernt, dass man auch alleine andere Leute treffen kann.
Als ich dann nach Freiburg zu meiner Uni gezogen bin, habe ich relativ schnell viele Leute kennen gelernt - und zu einigen wenigen habe ich dann eine richtig gute Freundschaft entwickelt. Vor allem, da ich damals in eine WG gezogen bin (obwohl ich mir das niemals zugetraut habe).
Da ich nun eine eigene Wohnung habe, fehlt mir dieser tägliche Kontakt besonders. ich kann dir also nur raten, wenn dich etwas interessiert, mach es. Sei es eine Sportart, Filme od. anderes. Du könntest z.B. in einen Filmclub gehen (wird an der Uni oft angeboten, da kann man bestimmt auch rein, ohne an der Uni zu sein) od. im Internet nach Leuten suchen, die ähnliche Interessen haben. Mir persönlich hat der Auszug sehr viel gebracht: ich war auf mich selbst gestellt (Zimmersuche, Uni...) und musste Kontakt suchen. Das fängt meist mit "Sorry, bin ich hier richtig..." an und man merkt schnell, dass die anderen meist auch nicht so sicher sind, wie sie scheinen. Zumindest im 1. Semester hat keiner eine Ahnung, wie die Uni abläuft.
Du könntest dir auch einen Nebenjob suchen, um Leute kennen zu lernen, od. zumindest den Kontakt mit anderen zu üben. Vielleicht findest du in diesem Forum auch Leute, die in deiner Nähe wohnen und denen es auch so geht wie dir.
Wenn du dich unwohl fühlst und wirklich nicht zu deiner Abschlussfeier möchtest, rate ich dir die Karten zu verkaufen. Aber wenn du nur aus Langeweile nicht hinmöchtest, würd' ich sagen: Probier es doch einfach mal. Bei mir war es damals üblich, die Eltern und Geschwister mit zu bringen, bei dir nicht? Mit deinen Geschiwstern verstehst du dich doch ganz gut, und vielleicht könntest du über sie Kontakte knüpfen.

Versuch es weiter, ich weiß es kostest manchmal ganz schön viel Mut, aber es zahlt sich aus. Ich bin jetzt 22 und zwar immer noch schüchtern, aber längst nicht mehr so wie mit 18. Es hat lange gedauert und nicht unbedingt jedesmal mein Selbstbewusstsein gestärkt, aber ich habe auch vollkommen andere Seiten von mir entdeckt: z.B. dass ich Kampfsport mag.
Du sagst, du interessierst dich nicht für die Sachen, die Leute in deinem Alter interessieren. Dann such dir doch einfach ältere Freunde.

Liebe Grüße

cassiopaluna






47
2
West-Deutschland
1
  31.05.2008 23:59  
Hi Cassiopaluna,
danke für dein Verständnis.

Übers Umziehen in ne eigene Wohnung habe ich auch schon nachgedacht. Das wäre dann eine Art Neuanfang für mich, bei der ich alles hinter mir lassen kann, auch wenn ich nicht direkt neue Leute finde. Doch ich denke mein zukünftiges Ausbildungsgehalt wird nicht ausreichen, noch bin ich auch nicht reif dafür. In ein paar Jahren vielleicht.

Ein Filmclub wär natürlich ein Traum...

Die Abschlussfeier war vor kurzem. Ich war da ganz in der Nähe und hab meine Karten zügig verkaufen können. Ich hab gedacht, wenn ich da vin, kann ich ja mal reinschauen. Es klingt komisch, aber als ich davor stand, hab ich mich irgendwie nicht getraut rein zu gehen
War eher so die übliche Abifete ohne Familie.

Ja meine Geschwister sind auch noch da, doch ich finde es irgendwie seltsam... Sind ja schließlich ihre Freunde und nicht meine. Ich mein, die haben ja keinen richtigen Bezug zu mir. Auch wenn se ganz nett sind, ich glaub mit denen würde ich nicht klarkommen.

Gruß und danke nochmal



9
4
  05.06.2008 20:37  
Hallo Mensch90

ich kann Dich so gut verstehen und fühle mit Dir. Auch mir macht das ganze Leben keinen Spass mehr und ich habe an nichts mehr Freude. Ich trauere auch vielen meiner Jahre hinterher die ich aufgrund einer Krankheit vergeudet habe. Oft tut es geradezu richtig weh, wenn ich an diese verlorenen Jahre denke. Ich beneide Dich um Deine Geschwister so hast Du wenigstens noch einen Teil Familie. Mir geht es zum großen Teil auch so schlecht und fühle mich wo wahnsinnig einsam, weil ich keine Familie mehr habe. Keine mir nahestehende Person oder Personen. Meine Eltern leben zwar aber wir haben so gut wie keinen Kontakt zueinander und seit gestern weiß ich, dass Sie mir nicht einmal helfen wenn ich ganz am Boden bin. Seitdem weine ich unentwegt und fühlte mich noch nie einsamer und verlassener wie jetzt.
Du scheinst wie ich auch eigentlich ein Einzelgänger zu sein. Auf der einen Seite sehnst Du Dich nach Freunden nach Kontakten nach Dir nahe stehenden Personen und auf der anderen Seite fühlst Du Dich am wohlsten wenn Du alleine bist.
Woran liegt es denn, dass Du so lange schon keine Freunde mehr hast. Ich lese aus Deinen Zeilen heaus, wenn ich das richtig interpretiere, dass auch Du Dich nach engen Freundschaften und Dir nahestehenden Personen sehnst und nicht nach Bekannten um etwas zu unternehmen. Was sind denn Deine Interessen wennn ich fragen darf?
Ich muss staunen wie ähnlich wir uns sind. Ich trete mich auch raus und hoffe immer zufällige Bekanntschaften zu finden wie beim Einkaufen oder so. Auch ich war schon alleine auf Veranstaltungen bin über Märkte gebummelt und so mit dem Ergebnis das ich mich hinterher einsamer als vorher gefühlt habe.
Ich weiß auch nicht wie es mit mir weitergehen soll, doch lange halte ich das nicht mehr aus und der Gedanke in familiärer Hinsicht keine Person zu haben die mir nahe steht tut mir am meisten weh.
Ich würde mich freuen von Dir zu hören.

Gruß
romance78nrw





47
2
West-Deutschland
1
  08.06.2008 16:32  
Tag romance78nrw
romance78nrw hat geschrieben:

ich kann Dich so gut verstehen und fühle mit Dir. Auch mir macht das ganze Leben keinen Spass mehr und ich habe an nichts mehr Freude. Ich trauere auch vielen meiner Jahre hinterher die ich aufgrund einer Krankheit vergeudet habe. Oft tut es geradezu richtig weh, wenn ich an diese verlorenen Jahre denke. Ich beneide Dich um Deine Geschwister so hast Du wenigstens noch einen Teil Familie. Mir geht es zum großen Teil auch so schlecht und fühle mich wo wahnsinnig einsam, weil ich keine Familie mehr habe. Keine mir nahestehende Person oder Personen. Meine Eltern leben zwar aber wir haben so gut wie keinen Kontakt zueinander und seit gestern weiß ich, dass Sie mir nicht einmal helfen wenn ich ganz am Boden bin. Seitdem weine ich unentwegt und fühlte mich noch nie einsamer und verlassener wie jetzt.

Danke für die Antwort. Das mit den verlorenen Jahren ist sehr sehr schade. Ich merke selber, dass ich schon längst dabei bin meine Zeit zu verschleudern, auch wenns bei mir nicht an ner Krankheit liegt.
Das andere finde ich auch sehr hart: Ich weiß nicht, wie einem die eigenen Kinder so egal sein können, dass man sie so behandelt!

romance78nrw hat geschrieben:
Du scheinst wie ich auch eigentlich ein Einzelgänger zu sein. Auf der einen Seite sehnst Du Dich nach Freunden nach Kontakten nach Dir nahe stehenden Personen und auf der anderen Seite fühlst Du Dich am wohlsten wenn Du alleine bist.

Ja, schwer zu sagen, ob ich mich alleine wohler fühle. Es ist vielleicht nicht 100%ig so wie du sagst, aber so ähnlich. Ich würde sagen, wenn ich alleine bin belastet mich meine Einsamkeit weniger als wenn ich unter vielen bin, weil es dann schwerer zu ertragen ist. Jeder ist irgendwie zusammen mit anderen Menschen, nur man selbst nicht. Und einerseits will man nicht, dass man komplett ignoriert wird, denn man möchte ja Kontakt, andererseits hat man auch keine Lust von anderen angestarrt zu und bloßgestellt zu werden, so nach dem Motto "Guck mal da, der Außenseiter"
romance78nrw hat geschrieben:
Woran liegt es denn, dass Du so lange schon keine Freunde mehr hast. Ich lese aus Deinen Zeilen heaus, wenn ich das richtig interpretiere, dass auch Du Dich nach engen Freundschaften und Dir nahestehenden Personen sehnst und nicht nach Bekannten um etwas zu unternehmen. Was sind denn Deine Interessen wennn ich fragen darf?
Ich muss staunen wie ähnlich wir uns sind. Ich trete mich auch raus und hoffe immer zufällige Bekanntschaften zu finden wie beim Einkaufen oder so. Auch ich war schon alleine auf Veranstaltungen bin über Märkte gebummelt und so mit dem Ergebnis das ich mich hinterher einsamer als vorher gefühlt habe.
Ich weiß auch nicht wie es mit mir weitergehen soll, doch lange halte ich das nicht mehr aus und der Gedanke in familiärer Hinsicht keine Person zu haben die mir nahe steht tut mir am meisten weh.
Ich würde mich freuen von Dir zu hören.

Gruß
romance78nrw


Woran es liegt, dass ich keine Freunde habe, ist so schnell und so leicht gar nicht mal zu sagen. Ich denke, es sind viele Sachen, die da einfach zusammen kommen. Wenn man sich meine Beiträge in dem Thema hier anguckt kann man sich vielleicht ein gutes Bild davon machen, warum ich einsam bin.

Ich bin auf jeden Fall interessiert an engeren Kontakten, Personen denen ich voll vertrauen könnte, wären natürlich optimal, allerdings bin ich in meiner momentanen Lage erfreut über jegliche Form des sozialen Kontakts. Mit Bekannten was unternehmen würde ich doch wirklich sehr gerne, nur hab ich solche Bekannten nicht, mit denen ich das tun könnte.

Das mit den Interessen ist da wieder so ne Sache, ich hab das schon ein bisschen hier erleutert, bei der ich eigentlich gar nicht so Recht weiß, was ich eigentlcih will. Hobbys im richtigem Sinne, habe ich gar keine, sitze im Grunde nur meine Zeit ab. Ich hocke viel vorm PC, meistens im Internet, selten mal zum spielen. Ansonsten habe ich etwas Interesse an Filmen oder bestimmten Mannschaftssportarten. An einen Sportverein hab ich schon gedacht, da ist in meiner Region allerdings nicht viel zu machen

Um es vielleicht mal ein wenig deutlicher zu sagen: Ich suche gar nicht unbedingt jemanden, der genauso denkt oder sich exakt so benimmt wie ich, sondern Menschen, die mich in meinen Eigenarten akzeptieren, auch wenn ich vielleicht mal komisch rüberkomme und auch was mit mir anzufangen wissen, obwohl ich in manchen Situationen nicht das richtige sage/tue was mancher von mir erwartet.

Viele Grüße



3
1
  17.06.2008 01:16  
Hi Mensch,
bin 19 jahre alt und gerade mit meinem abi fertig geworden. habe seit 3 jahren auch keinen einzigen freund mehr(habe auch jetzt noch keine/n) und habe mich selbst vor einem jahr noch ziemlich einsam gefühlt wie du. jedoch besteht die lösung des problems wie ich gelernt habe nicht darin freunde zu finden, wie es viele annehmen(und wie ich auch zuerst glaubte), sondern in den negativen einstellungen/Gedanken zu einem selbst, die ein geringes selbstbewusstsein verursachen. ein geringes selbstbewusstsein führt auch zwangsläufig zur angst vor anderen menschen und zu negativen Gefühlen, wie dem einsamkeitsgefühl.
deshalb ist es wichtig, dass man zuerst lernt alleine mit sich zufrieden zu leben. Ich weiss, das klingt nun alles andere als leicht und ich arbeite auch gerade an mir, aber ich kann dir nur empfehlen das buch "einsamkeit überwinden" von doris wolf zu kaufen. mir hilft es jedenfalls sehr das problem zu verstehen und anzugehen, da es wirklich sehr professionell und verständlich geschrieben ist.



  17.06.2008 10:58  
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