Ich fühle mich auch schrecklich alleine.

Ich habe eine Freundin, die ich nicht liebe,
habe Kinder die ich zwar liebe aber nicht wollte,
habe viele Menschen um mich herum, obwohl ich allein sein will.
Menschen deren Lebenseinstellung ich hasse, die ich aber nicht vermeiden kann.
Menschen die alle nur mein Bestes wollen, mich aber nicht verstehen.
Ich habe eine Krankheit, die mich zwar leider nicht umbringt,
die man aber auch nicht heilen kann.
Mir ist das egal, denn mein Reizdarm und meine Sozialphobie sind es,
die mein Leben wirklich kaputt gemacht haben.
Ich habe von der großen Liebe geträumt, davon etwas zu verändern,
ausgetretene Pfade zu verlassen, etwas neues auszuprobieren,
Konventionen zu brechen.
Aber wenn ich in den Spiegel gucke, sehe ich nur einen Mann,
der immer älter wird, der das Gefühl hat, dass das Leben langsam
gelaufen ist, in dem die Seele eines kleinen Jungen steckt,
der noch nie angefangen hat zu Leben.
Alles was mir jemals wichtig war im Leben, hat sich in sein genaues
Gegenteil verkehrt, so wie ich es eigentlich vermeiden wollte.
Und jeder Versuch daran etwas zu ändern, wird im Keim erstickt.
Früher konnte ich manchmal wenigstens noch mit anderen Menschen
reden. So wie ich mich wirklich fühle und was mich beschäftigt,
ohne die Maske zu benutzen, die sonst notwendig ist um akzeptiert
zu werden. Aber inzwischen ist die Situation so grotesk, dass man
eigentlich nur noch wahnwitzig darüber lachen kann.
Die Hoffnung, daß sich daran jemals noch etwas ändern wird, habe ich
aufgegeben. Selbst das ist mir eigentlich gleichgültig.
Das einzige was ich mir nicht auch noch wegnehmen lassen werde, sind
meine Träume. Und mit denen werde ich jetzt ins Bett gehen auch
wenn ich weiß dass es immer welche bleiben werden.

06.03.2007 00:19 • 22.09.2007 #1


9 Antworten ↓


Dr. Doris Wolf
Hallo Ionanon,
ich kann gut verstehen, dass du im Augenblick verzweifelt bist, wenn du glaubst, deine Träume niemals erfüllen zu können. Ich frage mich, ob es für dich nicht doch noch eine Möglichkeit gibt, aus deinem Gefängnis auszubrechen.Manchmal übersieht man Möglichkeiten oder nimmt Veränderungen nicht wahr, weil man so sehr davon überzeugt ist, dass es keine Chance mehr gibt. Möchtest du nicht mit Hilfe eines Psychotherapeuten nochmals deine Situation ausloten?
viele Grüße
dowo

06.03.2007 09:05 • #2


vielleicht solltest du einen krassen schnitt im leben wagen. du fühlst dich einsam und hast immer nur angst? dann gehe auf sie zu. sage und tue dinge die nur du so willst, sei egoistisch, laß es drauf ankommen, daß alle dich nicht verstehen. du musst nicht mit der masse schwimmen. bleib dir selber treu und wenn du glück hast, dann wirst du eine frau kennenlernen, die genauso denkt und fühlt wie du.
wenn du deine freundin nicht liebst dann zwing dich nicht mit ihr zufrieden zu sein. damit tust du auf dauer niemanden gut.
hoffe alles wird wieder gut.

07.03.2007 20:43 • #3


Doris Wolf schrieb am Di, 06 März 2007 09:05
Hallo Ionanon,
ich kann gut verstehen, dass du im Augenblick verzweifelt bist, wenn du glaubst, deine Träume niemals erfüllen zu können. Ich frage mich, ob es für dich nicht doch noch eine Möglichkeit gibt, aus deinem Gefängnis auszubrechen.



Das glaube ich nicht.

Die Abhängigkeit von einer Beziehung, die nicht gut für einen ist, kann man evtl. verändern. Aber ein Kind kann man nicht wegtherapieren. Und Kind und Beziehung gibts in dem Fall leider nur im Doppelpack.
Auf die Kinder würde ich aber nicht verzichten wollen. Ich wünsche mir zwar manchmal sie nie gehabt zu haben, aber das geht nicht. Wenn man Kinder hat, wird man nie mehr der Mensch sein, der man vorher war. Und wenn man es sich noch so wünscht.
Paradoxer weise kann man auf die Kinder aber auch nicht mehr verzichten.

29.07.2007 22:41 • #4


nana schrieb am Mi, 07 März 2007 20:43
vielleicht solltest du einen krassen schnitt im leben wagen. du fühlst dich einsam und hast immer nur angst? dann gehe auf sie zu. sage und tue dinge die nur du so willst, sei egoistisch, laß es drauf ankommen, daß alle dich nicht verstehen. du musst nicht mit der masse schwimmen.



Da hast Du völlig recht und das war immer mein Ziel. Aber mir fehlt die Kraft um das zu schaffen. Ich habe immer gehofft, daß man das vielleicht zu zweit schaffen könnte. Aber inzwischen muss ich einsehen, daß wir zwar am selben Strang ziehen, aber in die entgegengesetzte Richtung.

29.07.2007 22:44 • #5


Hallo Ionanon

Du sprichst mir mit vielem aus der Seele. Auch ich lebe mit jemandem zusammen, den ich nicht mehr liebe. Habe Kinder die von mir geliebt werden, aber auch gewollt waren.

Du hast Recht, mit Kindern ist man nicht mehr der Mensch, der man vorher war, und sie machen es mir/einem schwer, die Entscheidung zu treffen, einfach auszubrechen, ob mit oder ohne ihnen.

Ich weiss nicht, wie man aus der Einsamkeit herausfindet, seine Träume erfüllt.

Natürlich weiss ich, wie man es macht, man tut es einfach ohne ein Gewissen zu haben und Rücksicht zu nehmen. Aber die Kraftlosigkeit, Mutlosigkeit und das Gewissen zu überwinden, kannst Du nicht. Jeder Therapeut sagt Dir jetzt: kann nicht gibt es nicht, kann nicht = will nicht.
Aber man kann nicht. Und ich kann es auch nicht

Ich suche schon so lange nach einer Lösung, aber es bleibt immer nur der Weg, den ich nicht gehen kann und ich denke, da kann ich noch so viele Stunden mit einem Fachmann/-frau drüber reden. Solange ich meine nicht zu können, geht es nicht.

Wenn Du Deine Träume leben willst, dann musst Du egoistisch sein. Viele Kinder wachsen nicht in "heilen" Familien auf und ihnen geht es gut damit. Besser getrennte und glückliche Eltern, als zusammenlebende und unglückliche (mir hilft dieses Argument auch nicht).

Denk nicht so viel- tu was.

Gruss

30.07.2007 10:51 • #6


Hallo!

Jedes W O R T spricht mir aus der Seele!
!

N U R, ALLES Liebe, Gute und nur das Beste!

31.07.2007 08:06 • #7


Hallo!

Jedes W O R T spricht mir aus der Seele!

Dem ist nichts hinzuzufügen!

N U R, alles Liebe und Gute!

31.07.2007 08:13 • #8


Halo lonanon,

ich kann dich gut verstehen. Gerade heute abend ist es mir wieder klar geworden, dass ich von Grund auf ein falsches Leben gelebt habe.

Allerdings kommt für mich aus deinem Beitrag rüber, dass du dich offenbar total anderen, wahrscheinlich vor allem deiner Freundin und Mutter deiner Kinder unterordnest.
Z.B. hier: lonanon schrieb am Di, 06 März 2007 00:19
Und jeder Versuch daran etwas zu ändern, wird im Keim erstickt.


Wie kommt das? Betrachtest du dich nicht als gleichberechtigt?

Und noch etwas: Denk auch mal daran, wie deine Kinder dich erleben. Ob es für sie wirklich gut ist, einen Vater zu erleben, der kuscht. Was das für ihr eigenes Selbstbewusstsein und ihre eigene Fähigkeit, ihr Leben selbst zu gestalten, bedeuten kann.

02.08.2007 01:06 • #9


Gast schrieb am Do, 02 August 2007 02:06


Allerdings kommt für mich aus deinem Beitrag rüber, dass du dich offenbar total anderen, wahrscheinlich vor allem deiner Freundin und Mutter deiner Kinder unterordnest.

Z.B. hier: lonanon schrieb am Di, 06 März 2007 00:19
Und jeder Versuch daran etwas zu ändern, wird im Keim erstickt.




Ich weiß nicht ob man das so sehen muss. Mir ist inzwischen auch vieles gleichgültig. - Was sicher auch nicht viel besser ist.
Das Leben ist Kampf genug und ich hab' immer gedacht eine Beziehung sollte ein Ort sein, wo man mal nicht kämpfen muss. Tatsächlich ist es da aber am anstrengendsten. Und ich bin dessen allmählich einfach müde.

Ich wollte nicht alleine sein. Dafür habe ich einen hohen Preis bezahlt und nun fühle ich mich einsamer als vorher.

Zitat:

Wie kommt das? Betrachtest du dich nicht als gleichberechtigt?

Und noch etwas: Denk auch mal daran, wie deine Kinder dich erleben. Ob es für sie wirklich gut ist, einen Vater zu erleben, der kuscht. Was das für ihr eigenes Selbstbewusstsein und ihre eigene Fähigkeit, ihr Leben selbst zu gestalten, bedeuten kann.


Es ist kein Kuschen. Ich weiß nur einfach nicht mehr wofür ich eigentlich noch kämpfen soll.

Früher habe ich immer nach dem Sinn des Lebens gesucht. Bis ich irgendwann einsehen musste, dass es einfach keinen hat. Aber wenn es schon keinen Sinn hat, sollte es wenigstens Spaß machen. Dann ist es nämlich egal ob es Sinn macht oder nicht.
Spaß macht es jetzt aber auch keinen mehr.

Mit den Kindern hast Du schon recht. Egal wie es wirklich ist, bin ich wohl kaum ein gutes Vorbild.

22.09.2007 01:17 • #10




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