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Lieber Forenbesucher,

dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

F

flojoflo
Gast

Hallöchen,

was macht euch die Menschen zur Zumutung?

Einsamkeit schützt vor Übergriffen. Das ist vermutlich ihr wichtigster "Sekundärvorteil" (also ein Vorteil, der nicht bewußt ist, aber mein Handeln bedingt).

Welche anderen Möglichkeiten kennt ihr, euch vor Übergriffen zu schützen? Wie übt ihr euch darin, Konflikte auszuhalten?
Was habt ihr neu gelernt, um Konflikte besser zu lösen?
Vor allem - was tut ihr, wenn ein Konflikt nich lösbar ist?
Was tut ihr, wenn Menschen nicht aufhören übergriffig zu agieren, obwohl ihr es ihnen gesagt habt?

Jaaaaa und dann noch wichtiger - frisch aus der letzten 4m Reise gewonnene Einsicht/Frage:

womit zieht ihr Aggressionen auf euch?

also die zart besaiteten mal weghören, ein paar Spekulationen über meine eigene Ausstrahlung, die ich hier vermutlich mit so manchem teile:
- diiiieset Gejammer immer
- und immer im Dienste der Menschheit unterwegs, statt zu sagen was er will
- dieses sich Einschleichen in die Aufmerksamkeit anderer
- und immer nur Probleme, Probleme
- und immer weiss er immer alles besser als alle andern, was für alle andern gut und richtig ist. Aber selber nicht bis drei zählen.
- verstecken tut er sich hinter Problemen anderer, anstatt seine eigenen zu bearbeiten
- und wenn er mal was drüber sagt, dann gleich mit der Botschaft: Behandel mich, behandel mich.
- und wenn er auf jemanden zugeht dann auch wieder nur: Soll ich dich behandeln? Ich bin echt voll der Hobbypsychologe.
- und denn wundert er sich dass er keine Freunde hat.

Und bevor das nun aus dem Humor in den Selbsthass kippt, hör ich lieber auf. Und sage euch folgendes:

Die eigenen Grenzen nicht wahren können, macht andere aggressiv.
UND die eigenen Grenzen nicht wahren können, macht SEHR empfindlich.


Klar soweit?
Dann können wir ja mal anfangen, Ideen zu sammeln, wie man als Grenzziehungsanfänger mal so anfangen könnte.
Ich höre?

flo auf Urlaub

08.02.2008 #1


91 Antworten ↓
F

flojoflo
Gast

Liebe GastB,

vielleicht hilft ja das hier:
...also ich hatte eben jenen besagten Brief an mich selbst geschrieben - und ihn mit folgendem SCHERZ abgeschlossen:
Zitat von flojoflo:
...

Ja ist ja gut, jetzt hört auf zu heulen. Weil Jeeetzt seid IHR nämlich dran. Hab ich euch das nicht vorher schon gesagt?
Ich höre?

Woran ist kenntlich, dass das Ironie ist? Eben daran, dass wir ja ausdrücklich KEINE vorher ausgehandelte Abmachung hatten: erst spring ich ins kalte Wasser, dann ihr. Ich hatte es euch NICHT vorher gesagt. Also auch keinerlei Forderung, Anrecht, Anspruch darauf, dass ihr mir das nun gleich tun müsst.
Warum habe ich diesen Scherz gemacht: Weil ich mich weit aus dem Fenster gelehnt hatte, mich sehr verletzlich gezeigt hatte - und mir die Vorstellung geholfen hat, dass die meisten hier Grund haben werden ähnliche Briefe an sich zu schreiben (ob sie sie nun veröffentlichen, oder nicht). Anders gelesen: Geht vorsichtig mit mir um; versetzt euch in meine Lage...

Deine Antwort war:
Zitat von GastB:
:lol:

Entschuldige, ich musste eben mal die Ablaufrinne ausleeren. Und mir meine Lachtränen abwischen.

Aber jetzt bin ich wieder ganz hier. Was willst du hören?


...also ganz ehrlich- und das hätte ich an der Stelle besser aussprechen sollen - ich war nicht VÖLLIG sicher, worauf sich deine Lachtränen bezogen: auf die Ablaufrinne, oder auf meinen Brief. Ich habe Variante 1 für wahrscheinlich gehalten - aber Variante 2 für möglich gehalten.
Also habe ich meinen Scherz von oben - mit den gleichen Gründen - derber formuliert:
Zitat von flojoflo:
Hey tu nicht so, als ob du mich nicht verstehst:
Du hast die Rinne zu früh ausgeschüttet:
Wir lauschen jetzt DEINEM Liebesbrief an DICH!
...
flo


du grenzt dich ab:
Zitat von GastB:
So weit bin ich noch nicht

VÖLLIG ok. niemand MUSS so etwas. Klar verstanden - sogar etwas betroffen, wg dem oops. (ich habe mich gefragt, wie groß das Problem dahinter sein mag - ohne weitere Vermutungen)

Uli schaltet sich ein:
Zitat von uli666:
Aber bitte, Flo, bitte drängel doch andere nicht so, dasselbe zu tun und auch noch im gleichen Moment wie Du


ich antworte:
Zitat von flojoflo:
...hey uli, das war doch nur wieder ein dummer Scherz, damit´s mir nich so peinlich ist, ok? Du musst das doch gar nicht.


meine Antwort ist eindeutig: Du musst das nicht. Ein Scherz der es mir ein bißchen leichter gemacht hat. thats all.

Du fragst nach (was ich total richtig finde, geradezu vorbildlich):
Zitat von GastB:
War das auch ein Scherz, Floh?

Klang dafür ziemlich echt ...


ich antworte:
Zitat von flojoflo:
na sagen wir mal: es war eine scherzhafte Form, dich zu etwas ernstem zu ermuntern. Niemals würde ich bei sowas ernsthaft Druck ausüben....
flo

eindeutige Antwort: Keine Forderung NIEMALS.

erneutes Nachfragen (auch das VÖLLIG ok - nachfragen, bis alle Irritiationen ausgeräumt sind...):

Zitat von GastB:
Es war aber ein gefühlter ernsthafter Druck, Floh.


Vor allem dies hat mich etwas verstimmt: "Hey tu nicht so, als ob du mich nicht verstehst:"

Solche Unterstellungen mag ich nicht.

Ich hab's überlebt

an dieser Stelle treten zwei Motive auf, die dann weiter durcheskalieren:
1) Unterstellung. Was genau unterstelle ich da? Ich unterstelle, DASS DU MICH VERSTEHST. Ja ok UND ich unterstelle, dass du so tust als ob das nicht so wäre: Warum tu ich das: Weil das die Konstruktion des bereits in seinen Absichten offen gelegten Scherzes ist: Seid vorsichtig, mit dem was ich geäußert habe.
Denn dass ich dir ERNSTHAFT unterstellen könnte, dass du mit verdeckten Absichten so tust, als ob du mich nicht verstehst - dazu gibt es keine Hinweise, keinen Grund.
Aber es kann dich trotzdem verletzen. Dann sag das. Darauf kann ich reagieren. Auf die Unterstellung einer Unterstellung nicht.
2) ...da du dir Gedanken über deine Grenzübertritte machst: Du deklarierst das was bisher gelaufen ist als Teil meines allgemeinen Problems. In der Form hier noch völlig ok -könnte ja sein. Eine Annahme, die ich überprüfen kann.

Zitat von flojoflo:
Hey GastB,
ist wohl schwieriger als ich dachte, diese schriftliche Kommunikation. Ich schwöre aber bei allen mir bekannte Heiligen, dass gerade der Satz, den du zitierst IRONIE PUR war. Ich wollte dich wirklich in keiner Weise angehen oder unter Druck setzen.
Wenn das so ankam tut es mir leid. War nicht meine Absicht -ok?
Ich werd mir in Zukunft mehr Mühe geben, klar zu kennzeichnen, wo ich albern oder ironisch bin, und wo nicht.

flo

hier bekommst du eine glasklare durch nichts relativierte Entschuldigung, die dir sagt: nichts lag mir ferner als dich zu verletzen - wenn es mir trotzdem aus Versehen passiert ist, dann tut es mir leid. (ist übrigens immer noch so)
Auch was ich in Zukunft ändern will, damit das nicht wieder vorkommt, steht da schwarz auf weiß.

Zitat von GastB:
Hallo Flo,

das ist nach meiner Erfahrung nicht nur in der schriftlichen Kommunikation so. Eine Menge Ärger habe ich mir früher genau damit eingehandelt, dass ich dachte, meine Witzeleien seien doch völlig durchschaubar und konnte nicht begreifen, wieso meine dämliche Umwelt darüber immer wieder beleidigt war.

Ich kann wirklich nur empfehlen, es entweder GANZ deutlich zu kennzeichnen oder darauf zu verzichten, wenn man keine Missverständnisse und mögliche üble Folgen riskieren will.


du deklarierst das Problem "Witzeleien" als eines, das du von früher her kennst. Eines das für dich in RL einmal eine Rolle gespielt hat.
Für mich ist das nicht so. Für mich tritt das so hier zum ersten mal auf. Aber gut - das ist hier ja noch offen (oder schwingt es schon mit: dass das eigentlich MEIN Problem ist? Ich weiß es nicht - vielleicht unterschwellig).
Du empfiehlst mir, was ich schon vorgeschlagen hatte: auf deutliche Kennzeichnung achten - da sind wir uns also einig.

ich versuche zu verstehen, was dich an dem Thema "Witzeleien" beschäftigt:
Zitat von flojoflo:
...
2) das Problem mit dem verletzenden Humor ist nicht sehr typisch für mich - eher für dich, oder?. (du erwähnst es auch an anderer Stelle).
3) IST das dein Beitrag zur inhaltlichen Diskussion? Also GastB ist SEHR empfindlich was Ironie betrifft - aber durchaus auch gut im Austeilen - also provokativ?

wenn das so wäre, dann...


du antwortest:

Zitat von GastB:

Was hast du davon, anderen so viele Fragen zu stellen, noch dazu auf Basis von Annahmen (Unterstellungen)?

Die Annahmen sind in Frageform gehalten. Die Fragen, die ich daraus entwickle sind zusätzlich im Konjunktiv gehalten. Man kann das NOCH vorsichtiger formulieren - aber:
Beides läßt dir die Möglichkeit problemlos offen, nein dazu zu sagen. Wäre das nicht so, könntest du von Unterstellungen mit Recht sprechen: Annahmen die als Tatsachen verkauft werden SIND Unterstellungen.
Nur du WEISST, ob Annahmen über dich zutreffen. Es ist dein Recht zu Annahmen nein zu sagen und die Antwort auf sich darauf aufbauende Fragen zu verweigern.
Meins auch.


und dann kommt das hier:
Zitat von GastB:
Ich hatte dir lediglich einigermaßen sanft mitteilen wollen, dass ich es, genauso wie übrigens uli66 schon vor mir, durchaus als etwas übergriffig von dir empfunden habe, dass du von uns anderen ebenfalls einen öffentlichen Liebesbrief an uns selber gefordert hast, nur weil dir gerade für dich selbst danach war.

...du bestehst auf deiner ANNAHME, dass es sich um eine Forderung handelt - obwohl ich dir auf deine Fragen hin glasklar das Gegenteil bestätigt habe.
Und damit wird diese Annahme über meine Motive zu einer Tatsachenbehauptung - also einer Unterstellung.

weiter im Text:
Zitat von GastB:
...
Und um es dir leichter verdaulich zu machen, hatte ich dir auch mein Verständnis dafür mitteilen wollen, dass du es derzeit offenbar noch nicht richtig einschätzen kannst, wann du jemandem zu nahe trittst und wann nicht, weil ich das Problem früher auch hatte. Denn das ist ja offenbar derzeit dein Thema, das du in mehreren Threads bereits angesprochen hast.

"das Problem mit dem verletzenden Humor ist nicht sehr typisch für mich"
Ich habe durchaus den Eindruck, flo, dass das derzeit ein für dich typisches Problem ist. Es ist in den letzten Threads mehrmals vorgekommen, dass jemand deine Ironie nicht mitbekommen hat - siehe auch einige Postings von uli66 auf deine Postings.



hier bestätigst du, was oben nur zu vermuten war:
du nimmst an, dass dein Problem "Witzeleien" auch mein allgemeines sein müsse. Du erzählst mir nicht davon, was du früher erlebt hast, weil du mir etwas von dir mitteilen willst, von deinem Denken über dich selbst - sondern du willst mir sagen, wie man mit dem Problem umgehen kann/soll.
Die Frage des richtigen Umgangs damit baut auf der Annahme auf, dass dein Problem meines ist. Zu dieser Annahme darf ich nein sagen. Das habe ich zu diesem Zeitpunkt bereits klar gesagt: Es ist nicht typisch für mich.
Du versuchst mir deine Annahme zu beweisen. Aber so wie du auch bestehe ich darauf, dass ich der einzige bin, der WEISS, ob diese Annahme zutrifft.




so und jetzt geht es so weiter und es passiert nicht viel neues mehr - es wird nur massiver. Kreislaufkommunikation - Eskalation bis zum Bruch.

ich sag dir jetzt, was ich darüber denke:
ich denke, dass dies einer der Fälle ist, in denen ich mich zurecht wehre - und nicht aus Gründen des Widerstands.
Und das leite ich mal so her:
Mich zu wehren an dieser Stelle bedeutet meine Grenzen wahren. Das ist für mich "Fortschritt in meiner Selbstbehandlung".


es gibt in diesem Ablauf Themen, die mich darüber hinaus angehen, die ich in RL kenne, die für mich typisch SIND:
- ich HABE Tendenzen mich zu rechtfertigen anstatt mich zu entschuldigen
(und deswegen finde ich es so ätzend, wenn das nicht anerkannt wird, OBWOHL ich es geleistet habe)
- ich BIN in Gefahr Leute unter Druck zu setzen, ihnen nicht ihr Tempo zu lassen, weil mir ihr vermeintlicher oder tatsächlicher Widerstand weh tut - aus biografischen Gründen.
- ich bin in Gefahr mir JEDEN herumstehenden Schuh anzuziehen und mich für die absurdesten Dinge schuldig zu fühlen.
- es fällt mir schwer Konflikte durchzustehen, aber auch die Grenze, wo sie mir beginnen zu schaden nicht aus dem Auge zu verlieren.
to hop or not to hop sozusagen.
- und wahrscheinlich noch einiges mehr auf das ich nicht komme, oder nur mit eurer Hilfe (immerhin habe ich auch einiges ANGENOMMEN von dem was du und uli gesagt habt - so ist der Brief entstanden)

aber ich bin niemand, der seine Umgebung mit Forderungen beherrscht - im Gegenteil: ab und an wär´s vielleicht auch mal angebracht, was zu fordern.
und ich bin niemand, der seine Umgebung mit verletzenden Scherzen quält - im Gegenteil Humor ist eine wichtige Ressource für mich.

Scherzmodus ON:
Puhstirnewischdaswaraberarbeitkomplettscherzfreizusammennehm
Scherzmodus OFF

gruß flo
@Uli verzeih dass ich nicht auf das eingehe, was du schreibst. es ist grad einfach zuviel auf einmal - und ist im Moment eher aktuell zwischen mir und GastB. Ich weiss dass das auch schon mal zwischen uns aufgetaucht ist. Ich hoffe du siehst, dass ich mich darum bemühe dich nicht zu verletzen.

15.01.2008 23:42 • #57


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Du bist nicht einsam - du bist konfliktscheu

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F

flojoflo
Gast

Zitat von uli666:
Hallo Flo,

ich danke Dir sehr für Dein Feedback! Wenn ich mich selbst in Zukunft als unflexibel bzgl. schädlicher Widerstände erlebe, werde ich daran denken und versuchen, etwas anders zu machen, zu üben. Möglicherweise nimmst Du bei mir als unflexibel wahr, dass ich mich von der eigentlichen Sache nicht so gerne ablenken lasse Du hast bzgl. unflexibel evtl. insofern recht, dass zumindest mir wichtig ist, an den Dingen dran zu bleiben, die Dir m.E. als Feedback nützlich sind.



Hallo Uli,
du hast um ein feedback gebeten. du MUSST es nicht annehmen.
Dazu ist es nicht nötig meine Aussagen zu verdrehen. Das ist manipulativ.
Ich habe nicht davon gesprochen, dass du mit meinem Widerstand anders hättest umgehen sollen, sondern mit Aussagen über mich selbst.
Woher weißt du was MEIN Widerstand ist?
Woher weißt du, was MIR NÜTZLICH IST?
Woher weißt du was die EIGENTLICHE SACHE für mich ist?

Zitat von uli666:

... finde, oft sehr richtig und einfühlsam Feedback gibst, das ist toll und wird sicher sehr geschätzt. Gerade deswegen wünsche ich mir für Dich, dass Du so etwas auch annehmen kannst und einmal vielleicht in Dich selbst hineinhorchst, ob Du nicht selbst etwas auf der Gefühlsebene lernen möchtest.

...schau es ist so (GastB - das geht auch an dich)- natürlich bin ich hier um etwas für mich zu lernen - sogar eine ganze Menge unterschiedlicher Dinge. Es gibt eine ganze Reihe von threads von mir in denen ich mich sozusagen "auf die couch lege". In denen ich sehr direkt und offen über meine Gefühle schreibe und wo ich allein nicht weiterkomme (also um Hilfe und Aufmunterung nachgesucht habe )
Aber wie du schon selbst bemerkt hast - in DIESEM thread kam es mir nicht darauf an im Mittelpunkt zu stehen. Hier habe ich Austausch gesucht mit Menschen, die über sich selbst in ähnlicher Weise nachdenken, wie ich das tue.
Wie ich das öfter mal tue habe ich Fragen aufgeworfen, die mir von allgemeinem Interesse schienen, ich habe einen Bezug zu mir selbst hergestellt, damit andere wissen, warum ich über so was nachdenke und habe darauf gehofft, dass sich Menschen mit ihren Erfahrungen MIT SICH SELBST zu Wort melden und sich daraus ein gemeinsames Nachdenken ergeben könnte: Austausch eben. Ein Gespräch in dem man gemeinsam etwas erarbeitet. Weil: ich mag sowas. Punkt Ende da gibt es nichts zu pathologisieren.

Dieses Vorgehen weicht von den meisten threads, die man hier so findet ab. Es ist vielleicht auch nicht für jeden zugänglich: Es erfordert Selbstreflexion, Selbstkiritik also, und die Bereitschaft so etwas öffentlich zu äußern.
Dass ich selbst dazu bereit bin, habe ich gerade in diesem thread besonders deutlich gemacht: ich habe es praktiziert.

Ich empfinde das was ihr beide hier mit mir gemacht habt gemessen an diesem Vorhaben als destruktiv, tut mir leid. Ich weiß dass ihr auch ganz viel Zeit und Mühe und Nerven investiert habt; trotzdem sag ich das so.

Immer wieder habt ihr mich "auf die couch gezwungen" um im Bild zu bleiben. Ich habe das so weit mitgemacht, wie es etwas mit mir UND dem Thema zu tun hatte - und das sehr offen und bereitwillig.

Ihr habt das soweit ich sehen kann nicht beantwortet mit eigener Bereitschaft das Thema auf euch selbst zu beziehen und eure Erfahrungen und Überlegungen BEZOGEN AUF EUCH SELBST auszutauschen.

Vielleicht wollt ihr das auch nicht, und vielleicht ist diese Herangehensweise nicht euer Ding - nur ist das kein Grund so etwas zu VERHINDERN indem ihr MICH darin pathologisiert.



Zitat von uli666:
...Eigentlich sollte man da ganz von weg, was nicht bedeutet, dass man sich keine Gedanken machen sollte, wie Kommunikation abläuft, aber während man es tut sollte man es nicht auch noch explizit benennen, denn das macht im schlimmsten Fall alles angenehme kaputt. ...


...ich bin nicht ganz sicher, aber ich vermute mal, dass du damit auf den langen Text Bezug nimmst, indem ich alles, was bis dahin gelaufen war, analysiert hatte.
Ich gebe dir recht - das war ein fataler Fehler. Mehr noch: genau das passiert mir, wenn ich völlig ratlos vor einer Situation stehe, in der es mir nicht gelingt mich abzugrenzen. Mir ist klar, dass in diesem Zusammenhang unabhängig von ihrem Inhalt Analyse etwas verletzendes hat. Zwangsläufig stelle ich mich damit nicht nur über die Situation (was mein eigentlicher Antrieb ist) sondern auch über die Andern - in dem Fall euch.
Ich wußte mir nicht mehr zu helfen - so siehts aus.


Zitat von uli666:
Aber gib Dir doch bitte auch mal einen kleinen Schubs, ohne Analyse, ohne lange darüber nachzudenken, Dich zu äußern.

... werde ich tun - in einem post an GastB

Zitat von uli666:
Mir ist außerdem aufgefallen, dass Du schreibst, für Dich in Anspruch zu nehmen, die Zielsetzungen dieses Forums abzudecken. Aber geht es nicht darum, dass man herkommt, weil man diese Dinge selbst gerne hätte, weil man sie vermisst? Die Aufmunterung? Die Hilfe? Den Austausch? Das zu geben ist ja großartig, und ich bin davon überzeugt, dass Du intellektuellen Fähigkeiten und die emotionale Disposition dazu hast, viel geben zu können. Aber warum bist Du selber wirklich hier? Ist es ein reines Hobby für Dich?

Mensch Uli, da komme ich echt nicht hinterher. Warum schreibst du sowas?
Erstmal: Du überliest, dass ich geschrieben habe: IN DER AKTIVEN UND PASSIVEN VARIANTE. Das heißt: ich brauche das alles auch für mich selbst und nehme mir das auch - das ist die passive Variante.

Selbst wenn ich das nicht ausdrücklich geschrieben hätte könntest du es von mir wissen, DASS DAS KEIN HOBBY FÜR MICH IST. Das finde ich nach allem was wir beide miteinander schon laufen hatten fast beleidigend. Wenn du es echt nicht weiß lass dir mein Profil anzeigen und ließ meine ersten threads. Mann.
Wie sieht´s denn mit dir aus? Warum bist du hier?

Zitat von uli666:
Oder bist Du hier, um selbst Aufmunterung, Hilfe und Austausch zu erfahren? Dann kann ich Dir nur empfehlen (das klingt vielleicht hart, was jetzt kommt?), Dich der Realität mehr zu stellen und hinzusehen bzw. "hinzufühlen", anstatt im Sinne dieser Kreislaufkommunikation bzgl. Deiner Person auf der Stelle zu treten, so wie es aussieht (im Spiegel ).

... ach weißt du ich find das ganz ok, wie ich mich gerade der Realität stelle. Mir reicht die Dosis jedenfalls. Womit ich hier ernsthaft zu kämpfen habe, ist ungenügende Erfahrung im Grenzen ziehen, wie schon geäußert: ohne dabei andere zu verletzen, ohne mich dabei verletzen zu lassen, wirksam, aber freundlich, vor allem auch ohne dabei den Kontakt zu meinen Gefühlen zu verlieren.

Ein Wort zur Kreislaufkommunikation:
Diese Kreisläufe finden ZWISCHEN UNS statt. Sie sind das Erkennungszeichen für einen ungelösten Konflikt (nicht jeder Konflikt verläuft Kreisförmig - gut streiten heißt zu Ergebnissen kommen). Es ist keineswegs so, dass ich dafür die alleinige Verantwortung habe - auch ihr findet den Ausstieg nicht - oder habt ihn bisher nicht gefunden. Es ist auch keineswegs so, dass nur ich euch - zumindest temporär - verliere, wenn es nicht gelingt das zu einem guten Ende zu führen, sondern ihr mich auch.
In diesem Zusammenhang werde ich das Gefühl nicht los, dass ihr aus einer Haltung mit mir sprecht die heißt: ihr seid ok - ich bins nicht. Ich find mich aber gar nicht so daneben. Ich find, ich mach meine Sachen eigentlich ganz gut und wo ich´s nicht kann räum ichs ein. Ich bin ganz zufrieden mit mir - auch was den Verlauf dieses threads angeht. Sowas aber auch....


Gruß,
flo

06.02.2008 23:44 • #77


Zum Beitrag im Thema ↓


G
Hallo Floh,

als erstes Kompliment bezüglich deines Titels. Super.

Aber v.a. bezüglich des 2. Teils deines Postings möchte ich, was dich selbst angeht, nun doch mal Uli zitieren:
Zitat:
Dass Du Konflikte anziehst, finde ich ja spannend, und das würde mich genauer interessieren. Auf Grundlage der wenigen Dinge, die ich von Dir bisher gelesen habe, habe ich aber nicht den Eindruck, dass Du Konflikte anziehst. Ich fände es erstaunlich, wenn Du hier brav und fürsorglich bist, aber draußen den Ärger anziehst. Bitte klär mich auf, wenn ich da falsch liege... aber jedenfalls spielt es natürlich eine Rolle, wie man es selbst empfindet, wenn man sich nicht ALLES gefallen lässt und OB das von Außenstehenden überhaupt als Konflikt WAHRGENOMMEN wird. Ich denke, dass Dir (und mir!) die subjektive Wahrnemung aufgrund des bisherigen Verhaltens durchaus einen Streich spielen kann.

Ich hab ja jetzt auch schon einiges hier von dir gelesen, und noch kein einziges Mal hatte ich das Gefühl, dass du in einen Konflikt mit anderen verwickelt bist oder gar einen solchen angezogen hättest. Also entweder bist du hier so anders als "draußen", oder du nimmst da etwas falsch oder zumindest stark überzogen wahr.

Kann es sein, dass du es bisher nicht gewohnt warst, deine Meinung frei zu sagen und dein Leben frei zu leben? Und dass du deswegen jeden aufkommenden "Konflikt", jedes Erstaunen, jeden Widerwillen, jedes Widerstreben anderer gegen deine Gedanken, Wünsche oder Taten so stark empfindest? Und dass du sie deswegen negativ bewertest, weil du früher "gelernt" hast, dass so etwas "bäh" ist?

Meinst du, einer, der nie aneckt, sich überall ein- und anpasst, nicht auffällt, keine Konflikte mit anderen hat, ist der Wunschtraum von Frauen und überhaupt Menschen?

"Viel Feind, viel Ehr" - kennst du dieses Zitat/geflügelte Wort? (Falls nicht, google mal danach - faszinierend)

---

Aber kann es sein, dass nicht du die Konflikte anziehst, sondern die Konflikte dich? Das halte ich viel eher für möglich, und das kann ich hier im Forum auch ablesen. Du erscheinst immer dann, wenn sich irgendwo ein Konflikt zeigt. Und das empfinde ich als erfrischend und bereichernd.
Leute, die um jeden Preis "heile, heile, Gänschen" und "wir haben uns doch alle lieb" spielen möchten, stehen allgemein nicht in hohem Ansehen. Willst du wirklich dazugehören?

Ich meine, du könntest dir mal Gedanken darüber machen, warum dich derzeit Konflikte anziehen, sprich, warum du sie anziehend findest.
Hast du vielleicht Nachholbedarf?
Oder was ist es sonst?

#2


U
Howdi, bäuerlicher Hüpfer

Diesen Beitrag von Dir zu lesen hat mir einen kleinen Schreck versetzt, wenn ich ehrlich bin, weil Du mit Dir selbst hier doch sehr hart ins Gericht gehst. Erlebst Du denn derartige Aggressionen von Deinen Mitmenschen, dass es Dich deswegen in die Einsamkeit treibt bzw. ist das allgemein ein Grund für Rückzug? Jetzt habe ich fast ein schlechtes Gewissen, dass ich Dich in dem anderen Thread ein bisschen gestichelt habe, doch auch mehr von Dir selbst zu schreiben. Ich muss eingestehen, dass Du doch auch einiges über Dich selbst schreibst, wenn Du Dich mit anderen beschäftigst, nämlich die vielen, teilweise sehr richtigen Überlegungen, die Du Dir machst und gerne mal als Gedankensammeln bezeichnest - ausdrücklich ein großes Kompliment dafür, so weit ich das gelesen habe! Ich habe nur den Eindruck, dass Du ein bisschen zu voreilig sofort versuchst, Erkenntnisse gleich wieder weiterzugeben anstatt erst mal selbst für Dich ein bisschen davon zu profitieren. Hast Du nicht auch ein paar Tipps in der Schublade, wie man nachsichtig mit sich selbst ist? Sowas könnte für Dich selbst ja auch gut sein. Du hast mir mal gesagt, ich soll Dich nicht unterschätzen, und das wäre offensichtlich auch verkehrt, denn Du zeigst Gedankentiefe und hier jetzt sehr viel Mut, wie ich den Eindruck habe, wenn Du all Deine vermeintlich schlechten Eigenschaften aufzählst, obwohl ich gar nicht glaube, dass man das machen muss oder sollte. Ich kenne Dich persönlich nicht, aber mein Eindruck ist, dass das keine Eigenschaften sind, mit denen Du Aggressionen auf Dich ziehst.

Ich weiß, dass Du natürlich andere um Ideen bittest und gar nicht so sehr den Fokus auf Deiner eigenen Person dabei hast, oder? Außerdem will ich mich hier auch nicht so wichtig machen, weil ich selbst gerne mal Dinge auf mich beziehe, obwohl Du unabhängig von mir diese Fragen an alle stellst - trotzdem sei mir diese Reaktion bitte gestattet.

Weißt Du, ursprünglich wollte ich Dir meine Erfahrungen mitteilen, als einer "der sich auf den Weg gemacht hat", da Du danach gefragt hattest. Allerdings bin ich ganz sicher nicht allein unterwegs dabei - hier sind alle irgendwie unterwegs, und allein schon, im Forum zu lesen, kann vielleicht der Anfang einer sinnvollen Reise sein, obwohl es für mich erst losging, als ich die Klappe weit aufgerissen habe, wenn auch nur schriftlich Klar, Mut, Konflikte, aber auch Nachsichtigkeit, Trauer, Gefühle... das sind menschlich verbindende Dinge, die auch hier eine wirklich große Rolle spielen, wenn es um Einsamkeit und Depressionen geht, glaube ich. Trotzdem möchte ich betonen, dass ich auf meine Weise unterwegs bin, die sich nicht so einfach auf andere übertragen lässt, so wie es mir eben auch hier vorkommt, dass Du, flo, anders bist. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, jede Menge "schlechte" Eigenschaften aufgezählt zu haben mit der Vermutung, dass diese Aggressionen wecken. Und ich möchte mich nicht als Hobbypsychologe betätigen, deshalb wäge bitte gut ab, was ggf. an Informationen für Dich hilfreich ist oder eben auch nicht! Ich schreibe hier sehr gerne meine eigenen Dinge meiner eigenen Reise auf, wo z.B. die Konfliktfähigkeit eine Rolle spielt, so weit ich es selbst überhaupt bis jetzt verstehe, und das muss ja nicht zwangsläufig auch Dein Thema sein, falls ich es mir nicht ohnehin anmaße, zu glauben, dass Du Dich daran hier ein wenig orientiert hast. Was aber nicht heißen soll: Ignorier das jetzt doch, denn das "Geheimnis" ist auch, dass jeder es eben selbst wissen muss, was an Erkenntnissen richtig oder eben falsch ist und ganz besonders: was gut tut und was nicht! Und das hat ja mit Dir als ganz individueller Person zu tun, so dass nicht jede gesammelte Idee auch wirklich "richtig" sein muss.

Konkrete Tipps, wie man Grenzen zieht, habe ich selbst jedenfalls nicht, und vielleicht ist das kein Zufall, haha, denn es gibt ja doch auch wieder Gemeinsamkeiten zwischen uns, fürchte ich... denke ich... weiß ich aber nicht Mein Thema ist eher, die Grenzen in meinem eigenen Kopf zu überschreiten, vielleicht auch reale Grenzen zu überschreiten und dadurch befreiter, persönlich erfolgreicher und geerdeter zu leben, womit ich dann hoffe, Depressionen und Einsamkeit möglichst weit abgehängt zu haben - eines Tages, haha.

Wie gesagt, Du möchtest Ideen sammeln, also verzeih mir, wieder einmal mehr auf Dich eingegangen zu sein, als allgemein etwas geschrieben zu haben.

LG

#3


F
Hochachtung, meine Herren, für eure Aufmerksamkeit. Macht grade richtig Spaß mit euch beiden.
Also ich verstehe eure kleine Hausaufgabe so: Ich soll einen Liebesbrief an mich selbst schreiben - zum Ausgleich für meine Humorattacke.
Gut denn - ich nehme die Herausforderung an.
Ich habe natürlich längst begriffen, dass ihr das nur wollt, weil ihr diese Gefühle alle selbst kennt und nun von mir wissen wollt, wie man das integrieren kann - aber gut. Dann werd ich den Misthaufen mal umstechen.

Aber nicht jetzt. Ich bin auf dem Sprung zu einer zweitägigen Reise und hab keine Zeit.

@Uli - nur dass wir uns richtig verstehen: du siehst ja, dass ich auf Hochtouren nach pragmatischen Ansätzen fahnde. Das heißt aber nicht, dass ich meine Geschichte oder meine Person dahinter verstecken will. Ich finde Fragen wie du und GastB sie stellen absolut hilfreich - und würde gerne beiden Linien weiter folgen: der "theoretischen": Zusammenhang von Aggressionen auf sich ziehen und mit Aggressionen nicht umgehen können - wie auch der biografischen: was hat gemacht, dass ich mir so unsicher bin, wie meine Außenwirkung ist etc...
Also nur zu, ärgert mich ruhig weiter...

#4


U
Ich für meinen Teil wollte Dich weder ärgern, noch Dir eine Hausaufgabe geben. Wir sind ja nicht in der Schule, wobei ich manchmal ein kleiner Oberlehrer bin, und das liegt am Beruf meiner Mutter... soviel zu einem Teil meiner Biographie

#5


G
Es macht mir auch Spaß mit dir und Uli, Flo.

Ich frage mich nur, welche Herren du gemeint hast?

Lustigerweise hat hier vor ein paar Monaten sogar mal jemand geargwöhnt, Uli und ich seien ein und dieselbe Person ...

--------

Dass du derzeit aktiv auf Konflikte zugehst, ist offensichtlich

Lg
GastB

#6


F
@uli
ich möchte doch inständig bitten, meinen feinen Sinn für Ironie nicht zu übersehen. UND mein erklärtes Rebellentum gegen alles was sich Hausaufgabe nur von Fern im Ernst zu nennen trauen würde. Nein, du ärgerst mich nicht. Im Gegenteil, ich freu mich doch über deine Scharfsicht.

@gastB
ja du hast recht mit deiner Vermutung: Ich gehe auf Konflikte zu. Ich muss ein KLEIN bißchen ausholen, um das zu erklären:
Ich komme aus einer Beziehung, in der meine Grenzen systematisch splitterbombenartig zerschossen wurden. Manch ein Blindgänger geht mir heute noch hoch.
Das hat mir klar gemacht, dass ich meine Grenzen NOCH NIE ausreichend verteidigen konnte, dass MEINE KOMPETENZEN EINE FORM DER ANPASSUNG SIND, dass ich ein Leben geführt habe, das alle anderen toll fanden, NUR ICH NICHT.
Und ich denke mal: ich übe grade meine Grenzen wahrzunehmen und Kontakte notfalls abzubrechen, wenn sie mir schaden (und alles andere nicht hilft).
Trotzdem steckt in dem was mir an SELBSTVERSTÄNDLICH VÖLLIG UNGERECHTFERTIGTER AUS DER LUFT GEGRIFFENER Kritik (HA! Diese Ignoranten) entgegen kommt, mehr drin als mir lieb ist: "Draußen" wird zB wesentlich früher auf Distanzverletzungen reagiert, auf Gejammer, oder Verantwortungsverschiebungen. Und das sagt mir dann schon, dass mir so etwas immer noch unterläuft, unbemerkt und ungewollt.


SOOO und jetzt mach ich meine Hausaufgaben. Kitschablaufrinnen jetzt bitte unterm Bildschirm justieren. Danke

Lieber Flo,
ich sehe, wie du dir Mühe gibst, dich aus diesem Strudel, der dein ganzes Leben erfasst hat wieder rauszustrampeln. Aber ich sehe auch, wie deine Seele noch blutet, schweres, dunkelrotes Blut, schubweise, immer wieder. Sei gnädig mir dir. Worüber du trauerst braucht seine Zeit. Du musst nicht alles auf einmal schaffen und Dinge in Wochen bewältigen, die in Jahren entstanden sind.
Wer dich so kritisiert, wie du das eben selbst getan hast - wenn auch im Spaß - der muss nicht unbedingt inhaltlich falsch liegen - aber zeigt, dass er nicht auf deiner Seite steht. Du hast ein Recht darauf, dass Menschen GERADE wenn sie recht haben sollten mit Kritik liebevoll und solidarisch mit dir umgehen. Ich weiß, dass du selbst dich im umgekehrten Fall sehr darum bemühst. Und Menschen zu meiden, die das nicht tun, ist ok.
Auch Kämpfen ist ok - aber nur solange es Spaß macht und nicht verletzt. Wer diese Grenzen nicht kennt, soll sich andere "Gegner" suchen.

Flo, ich weiss, dass du oft denkst, dass dein ganzes Leben nur aus Anpassung bestanden hat. Ich weiss, wie schlimm es für dich war, mit der allerersten Entscheidung, die du GEGEN den Widerstand deiner ganzen Umwelt FÜR dich getroffen hast, so zu scheitern, wie dir das passiert ist. Trotzdem kannst du stolz darauf sein - denn du hast dich befreit aus Zwängen, die du über Jahrzehnte hingenommen hast.
Wo soviel Hoffnung ist, ist Blindheit nicht weit - das musstest du lernen. Aber das heisst nicht die Hoffnung aufgeben - sondern die Blindheit.
Du hast viel zu geben - achte darauf, dass die, mit denen du zu tun hast sorgsam damit sind.
Es gibt nicht viele, die so viel sehen, wie du, die soviel Anteil nehmen und so warmherzig sind und obendrein noch klug. Es wird Menschen geben, die dich schätzen, lass dir Zeit.

Dein jo


Ja ist ja gut, jetzt hört auf zu heulen. Weil Jeeetzt seid IHR nämlich dran. Hab ich euch das nicht vorher schon gesagt?
Ich höre?

#7


G


Entschuldige, ich musste eben mal die Ablaufrinne ausleeren. Und mir meine Lachtränen abwischen.

Aber jetzt bin ich wieder ganz hier. Was willst du hören?

#8


F
Hey tu nicht so, als ob du mich nicht verstehst:
Du hast die Rinne zu früh ausgeschüttet:
Wir lauschen jetzt DEINEM Liebesbrief an DICH!

Lausch

Lausch

Lausch
...

flo

#9


G
So weit bin ich noch nicht

#10


U
Flo, danke für das Kompliment mit der Scharfsicht, die leider nicht ausreichend war, um die Ironie zu entdecken. Tatsächlich habe ich Dich wohl doch unterschätzt - das sehe ich hier und es tut mir ausdrücklich leid! Ich muss vielleicht auch erst meine Antennen noch besser justieren - da arbeite ich selbst ja sowieso noch dran.

Du hast Dir die "Hausaufgabe" nicht absprechen lassen, und mein Eindruck ist, dass Du Dir diese Aufgabe ohnehin längst vorgenommen hattest? Du lässt Dich in Deinem eigenen Vorankommen nicht beirren, so kommt es mir vor, und das ist bewundernswert, so weit Du an Dir selbst arbeitest, und dieser Brief scheint mir das sehr gut zu zeigen. Aber bitte, Flo, bitte drängel doch andere nicht so, dasselbe zu tun und auch noch im gleichen Moment wie Du

Hast Du es denn damit, dass Du Aggressionen auf Dich ziehst, vielleicht so gemeint, dass Du Deine Grenzen nicht verteidigt hast und man sie mutwillig überschritten hat? Letzteres hast Du ja geschrieben, aber verstehe ich diesen Zusammenhang denn so jetzt richtig? Sind es nur Deine Grenzen, die überschritten werden?

Du schreibst einen Brief an Dich selbst, in dem Du Dir sowohl das Kämpfen, als auch Grenzen dafür zugestehst, in dem Du nachsichtig und ermutigend mit Dir selber bist, in dem Du berechtige Dinge für Dich einforderst und in dem Du Dir auch Zeit zugestehst. Ich finde das außergewöhnlich beeindruckend.

Ich werde solche Briefe auch an mich selbst schreiben, vom großen an den kleinen Uli und umgekehrt. Aber ich finde, die gehören nicht hierher, soweit es meine eigene Person betrifft.

#11


F
Zitat von uli666:
Aber bitte, Flo, bitte drängel doch andere nicht so, dasselbe zu tun und auch noch im gleichen Moment wie Du

...hey uli, das war doch nur wieder ein dummer Scherz, damit´s mir nich so peinlich ist, ok? Du musst das doch gar nicht.
Ich schreib dir ab hier jetzt einen völlig ironiefreien Text ok?

Ich habe gute Erfahrungen gemacht damit, an sich selbst zu schreiben. Ich meine du berätst hier doch selbst auch auf hohem Niveau alle möglichen Leute, die ganz ähnliche Schwierigkeiten haben wie du selbst. Da brauchts doch nur noch den kleinen Gedankentrick deinen eigenen Beitrag zu lesen, als wäre er von jemand anderem....

Zitat von uli666:
Hast Du es denn damit, dass Du Aggressionen auf Dich ziehst, vielleicht so gemeint, dass Du Deine Grenzen nicht verteidigt hast und man sie mutwillig überschritten hat? Letzteres hast Du ja geschrieben, aber verstehe ich diesen Zusammenhang denn so jetzt richtig? Sind es nur Deine Grenzen, die überschritten werden?

ich glaube, dass viele hier Abwehrreaktionen (bis hin zu Aggressionen) auf die Art auf sich ziehen wie mir das passiert ist.
zB indem ich ganz oft Kontaktaufnahme darüber versuche, dass ich andere analysiere und ihnen dann mit ungefragten Ratschlägen komme, oder auch nur schon einer Haltung, als wisse ich besser, was für sie gut ist, als sie selbst.
Es gibt ein paar, die darauf anspringen - nämlich die, die den Gegenpart zum latenten Helfersyndrom einnehmen. Die meisten aber empfinden das als Grenzverletzung (was es ja auch ist. Der Herr schenke mir zwei fette Tomaten für meine Augen).
Solche Grenzverletzungen werden oft mit äußerster Aggressivität beantwortet, weil das Überschreitungen sind, die viele aus ihrer Kindheit kennen.
Das wiederum ist dann für mich äußerst verletzend, weil:
1) ich mein ehrlich gemeintes Engagement mit Füßen getreten sehe
2) weil dieses Engagement meine eigene Schwäche verdeckt. Wenn das engagement als wertlos zur Seite geschoben wird, ist nur noch Schwäche da - äußerste Empfindlichkeit.

Mitgefühl ist für mich eine Kompetenz, die ich in Anpassung erworben habe.
Daraus erfolgt:
1) ich muss mir Alternativen ansehen - es ist nicht immer adäquat
2) ich muss genau beobachten, was es mich kostet - damit es mir nicht weh tut. Ich muss also die Grenze zur Anpassung sehr genau im Auge behalten
3) ich muss die Kompetenz nicht komplett verwerfen, nur weil ich sie im falschen Zusammenhang und übergeneralisiert gelernt habe
4) ich muss darauf achten MIT WEM ich es zu tun habe. Menschen, die mir selbst NICHT mit Mitgefühl begegnen SIND DAFÜR DIE FALSCHEN PARTNER

Zitat von uli666:
Ich werde solche Briefe auch an mich selbst schreiben, vom großen an den kleinen Uli und umgekehrt. Aber ich finde, die gehören nicht hierher, soweit es meine eigene Person betrifft.

...ich hab den Tip hier schon mal jemand gegeben; aber er ist gut, deswegen wiederhol ich ihn dir gern:
wenn du mit deinem inneren Kind Kontakt aufnehmen willst, dann schreibe ihm einen Brief. Dann versetze dich in die Lage des Kindes und antworte, indem du den Stift in die linke Hand nimmst. (falls du Rechtshänder bist). Das Gekrakel hilft enorm sich in diese andere Ebene hineinzuversetzen. Ich würde so einen Brief hier auch nicht veröffentlichen. Der an den ich geschrieben habe, war deutlich älter.

grüße
flo

#12


G
Zitat von flojoflo:
Hey tu nicht so, als ob du mich nicht verstehst:
Du hast die Rinne zu früh ausgeschüttet:
Wir lauschen jetzt DEINEM Liebesbrief an DICH!

Lausch

Lausch

Lausch
...

flo

War das auch ein Scherz, Floh?

Klang dafür ziemlich echt ...

#13


F
na sagen wir mal: es war eine scherzhafte Form, dich zu etwas ernstem zu ermuntern. Niemals würde ich bei sowas ernsthaft Druck ausüben.

AUßERDEM war es eine scherzhafte Form euch zu zeigen,

WIE MUTIG ICH WAR. (Lobhudelselbstbeweihräucherschulterklopf)

flo

#14


G
Es war aber ein gefühlter ernsthafter Druck, Floh.


Vor allem dies hat mich etwas verstimmt: "Hey tu nicht so, als ob du mich nicht verstehst:"

Solche Unterstellungen mag ich nicht.

Ich hab's überlebt

#15


F
Hey GastB,
ist wohl schwieriger als ich dachte, diese schriftliche Kommunikation. Ich schwöre aber bei allen mir bekannte Heiligen, dass gerade der Satz, den du zitierst IRONIE PUR war. Ich wollte dich wirklich in keiner Weise angehen oder unter Druck setzen.
Wenn das so ankam tut es mir leid. War nicht meine Absicht -ok?
Ich werd mir in Zukunft mehr Mühe geben, klar zu kennzeichnen, wo ich albern oder ironisch bin, und wo nicht.

flo

#16


G
Hallo Flo,

das ist nach meiner Erfahrung nicht nur in der schriftlichen Kommunikation so. Eine Menge Ärger habe ich mir früher genau damit eingehandelt, dass ich dachte, meine Witzeleien seien doch völlig durchschaubar und konnte nicht begreifen, wieso meine dämliche Umwelt darüber immer wieder beleidigt war.

Ich kann wirklich nur empfehlen, es entweder GANZ deutlich zu kennzeichnen oder darauf zu verzichten, wenn man keine Missverständnisse und mögliche üble Folgen riskieren will.

#17

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G
Ce que l'on conçoit bien
s?énonce clairement
et les mots pour le dire
arrivent aisément.

Baudelaire (?)

#18


F
mist - kann kein parisisch. übersetzt du das für mich?

@GastB
habe nachgedacht:
1) irgendwie traurig, dass keine richtige inhaltliche Diskussion über den Zusammenhang von Empfindlichkeit und Provokation zustande kommt - obwohl du sagst, dass es dich auch betrifft
2) das Problem mit dem verletzenden Humor ist nicht sehr typisch für mich - eher für dich, oder?. (du erwähnst es auch an anderer Stelle).
3) IST das dein Beitrag zur inhaltlichen Diskussion? Also GastB ist SEHR empfindlich was Ironie betrifft - aber durchaus auch gut im Austeilen - also provokativ?

wenn das so wäre, dann ist das doch vielleicht ein Ansatz, um mal weiter nachzudenken: Du sagst, dass du lernen musstest, dass deine Art von Humor ungewollt verletzt - wie gehst du vor, um das richtige Maß zu finden; welche Möglichkeiten siehst du präventiv auszuschließen, dass du falsch verstanden wirst. Was hast du davon, zu provozieren? was hast du davon empfindlich zu reagieren? Was ist die ursprüngliche Verletzungsangst, was die ursprüngliche Aggression?

flo

#19


G
Hallo Floh,
mal zurückgefragt: Was hast du davon, anderen so viele Fragen zu stellen, noch dazu auf Basis von Annahmen (Unterstellungen)?

Ich hatte dir lediglich einigermaßen sanft mitteilen wollen, dass ich es, genauso wie übrigens uli66 schon vor mir, durchaus als etwas übergriffig von dir empfunden habe, dass du von uns anderen ebenfalls einen öffentlichen Liebesbrief an uns selber gefordert hast, nur weil dir gerade für dich selbst danach war.

Und um es dir leichter verdaulich zu machen, hatte ich dir auch mein Verständnis dafür mitteilen wollen, dass du es derzeit offenbar noch nicht richtig einschätzen kannst, wann du jemandem zu nahe trittst und wann nicht, weil ich das Problem früher auch hatte. Denn das ist ja offenbar derzeit dein Thema, das du in mehreren Threads bereits angesprochen hast.

"das Problem mit dem verletzenden Humor ist nicht sehr typisch für mich"
Ich habe durchaus den Eindruck, flo, dass das derzeit ein für dich typisches Problem ist. Es ist in den letzten Threads mehrmals vorgekommen, dass jemand deine Ironie nicht mitbekommen hat - siehe auch einige Postings von uli66 auf deine Postings.

Für mich habe ich dieses Problem schon vor vielen Jahren gelöst. Ich habe einfach genauer hingeschaut, wer etwas vertragen könnte und wer nicht; und wenn ich doch mal so eine Art Scherz riskiere, bereite ich meist den Boden dafür entsprechend vor und vor allem beobachte ich die Reaktion genau, und falls nicht sofort eine entsprechende Reaktion erfolgt, setze ich sofort "das war ein Scherz" oder ähnliches hinzu.
Manchmal, sehr selten, riskiere ich es bewusst, missverstanden zu werden - aber das beinhaltet dann irgendeine Absicht.

--------

"irgendwie traurig, dass keine richtige inhaltliche Diskussion über den Zusammenhang von Empfindlichkeit und Provokation zustande kommt"

Ich verstehe nicht, was du damit meinst.
Willst du damit sagen, dass du also doch bewusst provozierst und dich dann wunderst, wenn jemand empfindlich darauf reagiert?
Oder was meinst du damit?

#20


A


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