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BBrecht
Hallo!

Ich war jetztveinige Zeit nicht mehr im Forum hier, seit Jahren, glaube ich. In meiner "Anfangszeit" habe ich Posts aus China verfasst, wo ich damals mit der Familie war.

Um "China" geht es auch wieder. Jetzt wollen und werden meine Frau und meine Tochter (11) während der Sommerferien alleine für 4 Wochen dorthin fliegen, meine Frau meint, ich würde es gesundheitlich dort nicht mehr aushalten können. Visa sind beschafft, aber nicht für mich. Flug gebucht, aber nicht für mich.
Ich habe schon heute die absolute Panik, 1,5 Monate, bevor das startet.

Werden sie dort gesund bleiben in dieser schwülheissen Gegend? Werden sie dort durch Taifune heimgesucht? Der Sttrassenverkehr ist dort swehr gefährlich. Ich habe panische Angst, dass sie verunglücken könnten.

Und dann der Flug, wo so viel passiert in der Luftfahrt. Was kann sonst noch passieren?

Ich habe mir schon gedacht, mir heimlich ein Visum zu beschaffen, um, wenn es insbesondere meiner Tochter schlecht geht, sofort hinterherreisen zu können, wenn jemand ernstlich erkranken würde. Das subtropische Gebiet in Südchina ist ein Ort gefährlicher Krankheiten wie dem Dengue Fieber.

Ich kann kaum noch schlafen, muss immer daran denken. Falls denen dort etwas furchtbares zustösst und das "Schlimmste"(!) passieren würde, habe ich mir schon überlegt, ob ich dann auch mein Leben weiterleben möchte. Ich bin schon bald 60 Jahre alt und hätte dann eh nichts mehr zu erwarten.

Im "täglichen Leben" komme ich ansonsten inzwischen gut klar, arbeite an einer Schule Teilzeit, 3 Tage die Woche, und werde dafür shr gut bezahlt. Ansonsten habe ich meine Krankheit nach aussen hin sehr gut im Griff, es merkt Niemand was, weil ich damit umgehen kann. Nach Innen sieht es da anders aus, aber ich verberge das erfolgreich. Schlecht geht es mir aber derzeit sonst nicht. Aber da ist die Panik wegen ieder Reise.

Hat hier im Forum schon Jemand Erfahrungen mit der Art der Abwesenheit des Ehepartners auf 10.000 km in unsicheres Gebiet gemacht und kann sozusagen "aus dem Nähkästchen" plaudern?

02.06.2015 11:43 • 18.12.2015 #1


214 Antworten ↓


Icefalki
Hallo,BBrecht,

Warum triggert sich das ganze? Die machen sich einen schönen Urlaub und du darfst/kannst nicht mit.

Geht es dir, ganz im innersten um das loslassen? Das es ohne dich nicht geht? Oder, dass man dich alleine zurücklässt?

Verstehe mich bitte nicht falsch, aber das Leben besteht aus Risiken, China hin oder her.

Wieviel, drücke es mal krass aus, "Neid " schwingt da mit. Und wenn du mit könntest, hättest du da auch solche Sorgen?

02.06.2015 14:01 • #2



Angst vor Abwesenheit der Familie -Panik ergreift mich

x 3


Wer hat denn entschieden, dass Du nicht mitkommst? Vielleicht überlegst du es dir ja doch noch und buchst dir auch ein Ticket. China ist ja jetzt nicht tiefes Afrika. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr gesund wieder nach Hause, ist doch relativ hoch.

02.06.2015 14:09 • #3


Mein Bruder war vor zwei Jahren für 1 Monat mit seiner Frau bei ihrer Familie in Äthiopien und er hat sich vorher auch verrückt gemacht. Allein die Impfungen und dann die do´s und don´ts, die man vermittelt bekommt, machen einem Angst. Im Endeffekt ist absolut nichts passiert, er hatte noch nicht mal eine Magenverstimmung oder ähnliches. In seinem Fall war das so, dass er sich vor der Reise bei der deutschen Botschaft melden musste, dass er sich in Äthiopien aufhält und wäre etwas schlimmes passiert, hätte man ihn jederzeit abgeholt. Ich weiß aber nicht, ob das nun auch für China so gehandhabt wird. Und China kann man ja nicht mit Äthiopien vergleichen.

Theoretisch kann auch hier was schlimmes passieren. Es ist schwer, andere loslassen zu können, aber im Endeffekt ist es für dich doch eine gute Übung, denn ich kann mir vorstellen, dass das doch nicht der letzte Urlaub deiner Familie ist, oder?

02.06.2015 14:22 • #4


Bevor du dich wenn du hier bleibst selbst noch kränker machst, als du dort werden kannst, solltest du doch mitfliegen!

Ansonsten:
Es kann überall etwas passieren, der Straßenverkehr ist viel gefährlicher als das Fliegen!
Haben sie alle Impfungen und die nötigen Medikamente mit. Insofern kann man ja vorsorgen.

Ist es vielleicht auch die Angst vor dem Alleine Sein, die dich beschäftigt

02.06.2015 14:30 • #5


Schlaflose
Zitat von BBrecht:
In meiner "Anfangszeit" habe ich Posts aus China verfasst, wo ich damals mit der Familie war.


Damals ist euch doch auch nichts passiert. Warum sollte es vier Jahre später so viel gefährlicher sein?

02.06.2015 16:21 • #6


BBrecht
Zitat von amber:
Bevor du dich wenn du hier bleibst selbst noch kränker machst, als du dort werden kannst, solltest du doch mitfliegen!

Ansonsten:
Es kann überall etwas passieren, der Straßenverkehr ist viel gefährlicher als das Fliegen!
Haben sie alle Impfungen und die nötigen Medikamente mit. Insofern kann man ja vorsorgen.

Ist es vielleicht auch die Angst vor dem Alleine Sein, die dich beschäftigt


Ja, das Alleinesein ist nicht schön. Aber die Angst, dass den beiden was passieren könnte -- Dengue Fieber, Schlaganfall, Autounfall, Taifune oder andere Dinge -- macht mich schlicht wahnsinnig. Könnte mir Jemand mit 100%iger Sicherheit sagen, dass sie gesund zurückkommen, hätte ich kein Problem mit den 4 Wochen.

Damit, wenn was passiert, ich schnell rüber kann, brauche ich dringend ein Visum. Ein Flieger, egal mit was für einer Airline, wäre schnell gefunden, denke ich.

Wenn ich ein Visum habe, bin ich etwas ruhiger, denn ich KÖNNTE ja im Notfalle sofort los, was so nicht geht.

04.06.2015 11:47 • #7


BBrecht
Zitat von pumuckl:
Wer hat denn entschieden, dass Du nicht mitkommst? Vielleicht überlegst du es dir ja doch noch und buchst dir auch ein Ticket. China ist ja jetzt nicht tiefes Afrika. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr gesund wieder nach Hause, ist doch relativ hoch.


Meine Frau wollte unbedingt allein fliegen, ich hatte mich damals mit ihrer Familie dort verzankt, weil ich durchgesetzt habe dass meine Tochter, die damals erst 6 war, nicht zu einem grossen Familientreffen mitkommt, da sie eine starke Bronchitis und 39 Fieber hatte.

Im Winter kann es dort empfindlich kalt sein, bis zu 3 Grad plus ohne Heizung in den Häusern, der Sommer bringt bis 50 Grad. Letzte Woche waren dort weit über 40 Grad.
Dort in dieser Kultur ist es vollkommen unüblich, auf irgendwelche Krankheiten Rücksicht zu nehmen und das ist sogar bei Kindern verpönt, "krank zu sein". Absolute Selbstdisziplin ist alles und ehrenhaft, "Krankheit" ist gesichtsverlierend. Ich sage immer zum Spass: Wenn Jemand wüsste, er müsste abends sterben, er würde vorher noch arbeiten gehen". So ungefähr stimmt das wirklich.

Meine Frau wollte also Nervereien innerhalb der Familie vermeiden, wenn ich abei bin. Vorne tuen sie alle sehr freundlich (um das Gesicht nicht zu verlieren, aber hintenrum....., das sollte vermieden werden)

Das ganze liegt auch nicht in der Grossstadt, sondern auch noch abgelegen.

04.06.2015 11:52 • #8


BBrecht
Zitat von Schlaflose:
Zitat von BBrecht:
In meiner "Anfangszeit" habe ich Posts aus China verfasst, wo ich damals mit der Familie war.


Damals ist euch doch auch nichts passiert. Warum sollte es vier Jahre später so viel gefährlicher sein?


Es gibt derart viele Risiken mehr als hier, dass etwas passiert, Würden sie zB in die USA fliegen, wäre ich nicht so beunruhigt.

Nachts kann ich kaum mehr schlafen, aber kann mir das nicht anmerken lassen.

04.06.2015 11:55 • #9


BBrecht
Zitat:
Wieviel, drücke es mal krass aus, "Neid " schwingt da mit. Und wenn du mit könntest, hättest du da auch solche Sorgen?


Nein, ich wüsste dann, wo man hin muss, um einigermassen professionelle ärztliche Hilfe zu bekommen und wäre dabei, und wüsste dann immer genau, wie es steht.
Und wenn der Flieger abstürzen würde, dann wäre ich mit dabei und müsste nicht einer grauenhaften Phase entgegenblicken, immer mit den Gedanken, ob ich weiter machen will oder nicht.

04.06.2015 11:58 • #10


Luna70
Ich kann deine Angst schon nachvollziehen. So etwas wäre für mich auch ein Alptraum.

So ein Familienproblem erleben wir gerade auch bei einem Freund, die Konstellation ist ähnlich. Frau aus Asien (wenn auch nicht China), gemeinsame Kinder und es gibt Konflikte mit der dortigen Familie. Das ist wirklich eine ganz andere Mentalität und birgt viel Konfliktpotential. Wie uns die dortige deutsche Botschaft sagte, kommt das wohl häufig vor, wenn die beiden Kulturen aufeinander treffen.

Wenn du dich mit einem Visum sicherer fühlst, warum machst du das dann nicht? So teuer wird das ja nicht sein, ist halt viel Rennerei auf das Konsulat nötig. Oder braucht man für China eine Einladung oder so aus dem Inland? Aber warum willst du das heimlich machen? Deine Frau kennt doch sicher deine Angsterkrankung.

04.06.2015 17:07 • x 1 #11


BBrecht
Zitat:
Ich kann deine Angst schon nachvollziehen. So etwas wäre für mich auch ein Alptraum.


Danke. Für mich IST es in 50 Tagen einer. Ich werde dann auch Urlaub haben, da meine Urlaubstage immer denen der Schulferien entsprechen als im ÖD Angestellter in einer Schule.
nach meinem wirklichen Tief um 2010/11 merkt man mir meine Krankheit so nicht mehr an, sie ist aber natürlich noch da. Bei der Arbeit (3 mal nachmittags je 5 Stunden in einer hohen Tarifgruppe) bin ich wirklich beliebt, habe "immer gute Laune" und komme gut an. Habe es mühevoll gelernt, alles zu verbergen, was in mir ist, weil es besser ist. Das Zeigen meiner Probleme hat mir damals absolut nur Nachteile gebracht.,

Die Zeit vergeht so schnell und rast regelrecht. Waren es vor kurzem noch "beruhigende" 10 Monate, sind es jetzt gerade mal 7 Wochen.

Hier zuhause kann ich das kaum aushalten. Werde zur Ablenkung mit einem Kumpel wegfahren, per Dauerticket durchs Land reisen und sonst von morgens bis abends nicht daheim sein. Zum Ablenken, sicher wird das nicht gelingen und ich denke jede Sewkunde voller Angst daran, ob die Tochter gesund ist. Die will da eigentlich auch nicht hin. Aber die Grosseltern sind alt, über 90, was für das Gebiet dort extrem hoch ist. Die wollen natürlich Tochter und Enkeltochter nochmals sehen.

Wenn ich höre, da ist was passiert, ich würde einen Herzschlag kriegen oder einen Schlaganfall, wirklich.Jeder Gang zum Telefon wird so oder so mit extrenster Anspannung verbunden sein, vor allem, wenn es zu ungewöhnlicher Zeit an Festnetz oder Handy klingelt. Es könnte etwas passiert sein.

Ich werde, wenn die losgeflogen sind, die ganzen 11 Stunden am Livetracker sitzen, um den Flug onlione verfolgen zu können. Ich habe tierische Angst, dass die abstürzen könnten, wirklich, das ist nicht gespielt.
Wenn sowas sein würde, wäre ich lieber mit an Bord, mein Leben würde sowieso vollkommen sinnlos, wenn sows wäre.

Zitat:
Wenn du dich mit einem Visum sicherer fühlst, warum machst du das dann nicht? So teuer wird das ja nicht sein, ist halt viel Rennerei auf das Konsulat nötig. Oder braucht man für China eine Einladung oder so aus dem Inland? Aber warum willst du das heimlich machen? Deine Frau kennt doch sicher deine Angsterkrankung.


Sie toleriert das überhaupt nicht, sieht, wie es ihre Freundinnen mit deutschen Ehemännern genau so machen, alleine dorthin fahren. Sie verlangt von mir, meine Angst vollkommen zu unterdrücken und das hinzunehmen, was ist.
Spreche ich meine Bekannten, also die Ehemänner dieser anderen Frauen darauf an, ob sie nich nicht grosse Sorgen machten, sind ihre Frauen und Kinder auch gemeinsam im fernen Asien, erhalte ich noch erstauntes kopfschütteln: "Komische Frage". Die machen sich gar keine Gedanken. Ich kann dies nicht nachvollziehen, warum die sich keine Sorgen machen. Die Frau eines Kumpels fährt 3 Tage später mit deren Soh ebenfalls in die Gegend.

Das mit dem Visum ist nicht so schwer. Ich hatte ein 5jähriges Dauervisum, was nur erneuert werden muss, weil es 2013 abgelaufen war. Aber meine Frau will das überhaupt nicht, dass ich das mache, das wäre "unmännlich".
Also muss ich es heimlich tun. Das geht aber innerhalb 1 Woche, das weiss ich.

05.06.2015 10:33 • #12


Luna70
Zitat von BBrecht:
Aber meine Frau will das überhaupt nicht, dass ich das mache, das wäre "unmännlich".


Da spielt vermutlich ihre Erziehung in einem völlig anderen System eine Rolle, dass sie das nicht versteht.

Die anderen Ehemänner teilen deine Ängste vermutlich wirklich nicht. Objektiv betrachtet ist es für deine Familie ja auch wesentlich gefährlicher, auf einer deutschen Autobahn zu fahren als mit dem Flugzeug zu fliegen. Flugzeugabstürze sind selten. Aber deshalb ist der Flug für dich trotzdem angstauslösend, verstehe ich. Für mich sind immer Situationen am schlimmsten, wo ich keine Möglichkeit hätte, zu reagieren. Wenn ich weiß, unten steht das Auto und im Zweifelsfall kann ich hinfahren, hilft mir das gedanklich. Ich mache das übrigens auch, wenn z.B. jemand länger auf der Autobahn unterwegs ist, habe ich ständig die Verkehrsmeldungen im Blick.

Einen richtigen Rat habe ich nicht für dich, leider. Wenn mitfliegen gar nicht in Frage kommt, bleibt dir wohl wirklich nur so viel Ablenkung wie möglich. Vielleicht auch medikamentöse Unterstützung für diese Zeit?

Zum Glück kann man ja heute auch in den entferntesten Winkeln der Erde noch irgendwie Kontakt herstellen. Wenn die beiden erst mal gut angekommen sind, geht es dir bestimmt besser. Vielleicht könnt ihr über Skype oder so täglich zu einer festen Zeit Kontakt haben.

05.06.2015 11:06 • x 1 #13


Adea
Hallo BBrecht!

Habe eben den ganzen Thread gelesen. Ich möchte dir sagen, dass ich deine Angst total verstehe. Ich bin auch jemand, der große Angst um nahe Menschen hat.

Wie viel Angst normal ist und ab wann übertrieben, dafür gibt es keine Norm, jeder ist anders. Habe auch schon eine ganze Nacht lang stündlich den Wecker gestellt, um Nachrichten zu hören, ob ein Flugzeug abgestürzt ist. Bis endlich der erlösende Anruf kam "gut angekommen."

Ablenkung hilft etwas, gut dass du nicht allein zu Hause bleiben willst. Am Anfang ist die Angst am größten, je näher der Zeitpunkt der Rückreise rückt, umso besser wird es. Es tritt auch eine Art Gewöhnung ein, man lebt dann mit einem täglichen Angstlevel.

Ich rate dir auch, das Visum zu besorgen. Es in der Tasche zu haben, wird dir helfen.

Und hier schreiben kannst du auch jederzeit.

Liebe Grüße
Adea

05.06.2015 12:38 • x 1 #14


BBrecht
Zitat:
. Für mich sind immer Situationen am schlimmsten, wo ich keine Möglichkeit hätte, zu reagieren. Wenn ich weiß, unten steht das Auto und im Zweifelsfall kann ich hinfahren, hilft mir das gedanklich.


Ja, das drückt es wirklich 100 Prozent aus. Heute morgen habe ich wieder ein Gefühl der Panik, obwohl diese verdammte Reise erst in genau 7 Wochen beginnt.

Dann bin ich wirklich zufällig bei You Tube auf einen Clip geraten, in dem der Tod eines Kindes mit dem gleichen Vornamen wie dem meiner Tochter beschrieben wird--- in einem fernen Land.
Unglaublich. Ich wollte da nur Musik suchen und dann das.

Ein schlechtes Omen?

Etwas nicht unter /vermeintlicher) Kontrolle haben zu können ist furchtbar.

06.06.2015 08:05 • #15


BBrecht
Zitat von Adea:
Hallo BBrecht!

Habe eben den ganzen Thread gelesen. Ich möchte dir sagen, dass ich deine Angst total verstehe. Ich bin auch jemand, der große Angst um nahe Menschen hat.


Ich habe meine Eltern sehr früh verloren, eventuell spielt da das Unbewusste auch stark rein. Aber das, was mir jetzt bevorsteht, bringt mich an eine Grenzsituation. Meine Angst gilt eher meiner Tochter als meiner Frau, die ja dort schon fast 40 Jahre gelebt hatte. Wenn sie hier bliebe und nur meine Frau führe, wären 75% meiner Angst weg.

Zitat:
Wie viel Angst normal ist und ab wann übertrieben, dafür gibt es keine Norm, jeder ist anders. Habe auch schon eine ganze Nacht lang stündlich den Wecker gestellt, um Nachrichten zu hören, ob ein Flugzeug abgestürzt ist. Bis endlich der erlösende Anruf kam "gut angekommen."


So wird es mir auch gehen. Ich habe dann den Flight Radar an, wo man JEDES Flugzeug, was es auf der Welt gibt, verfolgen kann, wenn es in der Luft ist.
http://www.flightradar24.com/51.55,9.93/7

Ich werde am Flughafen FFM bleiben bis 3 Uhr nachts mit dem Flight Radar online und dann anrufen, normalerweise müsten sie um 1 Uhr nachts deu tscher Zeit dort landen und mich beim Counter der Fluggesellschaft immer über den Flug informieren.
Anders halte ich die Spannung nicht aus.

Zitat:
Ablenkung hilft etwas, gut dass du nicht allein zu Hause bleiben willst. Am Anfang ist die Angst am größten, je näher der Zeitpunkt der Rückreise rückt, umso besser wird es. Es tritt auch eine Art Gewöhnung ein, man lebt dann mit einem täglichen Angstlevel.


Danke, darauf hoffe ich auch. Ich denke, ich werde trotzdem durchgehend höchste Anspannung haben, was mir gesundheitlich nicht gut tuen wird. Die Ablenkung wird nur temporär helfen. Aber zuhause allein würdeich wahnsinnig werden und körperlich krank dadurch. Deshalb lieber irgendwo auspowern, total. Aber in den 4 Wochen werde ich um Jahre altern. Und wenn meiner Tochter was passiert, ist mir alles egal dann. Dann hätte mein Leben jeglichen Sinn verloren.
Zitat:
Ich rate dir auch, das Visum zu besorgen. Es in der Tasche zu haben, wird dir helfen.


Ich denke auch. Meine Tochter und meine Frau hatten es schon 3 Tage nach der Beantragung, die 5jährige Visumsbefreiung. Mit ANGEHÖRIGEN dort geht es schnell.
Zitat:
Und hier schreiben kannst du auch jederzeit.


Das werd ich. Dankefür Euer Verständnis!

Liebe Grüße
Adea[/quote]

06.06.2015 08:18 • #16


Ich würde dir den Rat geben, auf keinen Fall den Flug am Flight Radar zu verfolgen. Damit beginnt schon dein sich in eine Angst hineinzusteigern und das ist falsch. Ich kenne das selber sehr gut, ich habe mich jahrelang in die Angst gesteigert meinem Partner könnte etwas zustößen und ich habe ihn dadurch total eingeengt.
Du musst dich um dich kümmern und dir eine schöne Zeit machen, wenn deine Familie weg ist.
Also halte dich vom Radar fern, setz die beiden am Flughafen ab und dann unternimm etwas schönes, damit du dich um dich kümmerst.

06.06.2015 10:45 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Adea
Zitat von Kirsuber:
Du musst dich um dich kümmern und dir eine schöne Zeit machen, wenn deine Familie weg ist.
Also halte dich vom Radar fern, setz die beiden am Flughafen ab und dann unternimm etwas schönes, damit du dich um dich kümmerst.


Wenn man imstande ist, sich um sich zu kümmern und sich eine schöne Zeit zu machen, ist Kirsubers Rat sehr gut. Sofern es einem gelingt, sofern die psychische Verfassung es zulässt.

Ich kann deshalb nur von mir sprechen. Ich denke an eine Situation, in der es mir genauso erging. Das Ablenken hat manchmal kurz geholfen, aber nur an der Oberfläche. Doch meistens war Ablenkung eine weitere Qual, weil es nicht das war, was in meinem Denken und Fühlen im Vordergrund stand. Es ging mir am besten, wenn ich mich der Situation und meiner Angst stellte, indem ich mich mit ihr beschäftigte, offensiv an sie heranging. Deshalb verstehe ich das Bedürfnis am Flight Radar zu sitzen. Es ist eine Beschäftigung, die genau das trifft, was einen in dem Moment ausfüllt.

Ich schrieb aber auch von einer Art Gewöhnung. Es kann also sein, dass du dich nach ein paar Tagen an die Situation gewöhnst und immer wieder Momente auftreten, in denen du dich auf etwas anderes konzentrierst als auf deine Familie, und dass diese Momente länger werden. Dass du Dinge entdeckst oder wiederentdeckst, für die du sonst keine Zeit oder Aufmerksamkeit hattest. Es kann sein, dass die Zeit für dich konstruktiv wird, wenn du dir diese Möglichkeit offen lässt, und das ist sicher, was Kirsuber gemeint hat.

Die ersten Stunden oder Tage werden vielleicht schlimm, aber das muss nicht so sein!

Wir stellen uns manchmal eine Situation schrecklich vor, und dann ist sie gar nicht so schrecklich, weil wir Kräfte in uns entdecken, von denen wir nichts wussten.

Behalte das im Auge, dass es sein kann, dass es dir unerwartet besser geht als du es jetzt einschätzt. Und dann kannst du diese Zeit auch für dich nutzen.

Ich möchte dir noch sagen, dass 4 Wochen vorbeigehen. Das vergisst man in so einer Situation leicht. Sie gehen vorbei. Das ist etwas, an das man sich halten kann.

Liebe Grüße
Adea

06.06.2015 14:11 • #18


BBrecht
Danke für Euere Tipps, @adea und @kirsuber. Ihr habt in allem, was Ihr schreibt, recht.
4 Wochen, die kommen mir jetzt wie endlos vor, wie 100 Jahre, wie ein ganzes Menschenleben.

Das schlimme ist noch, es ist die Zeit der schweren Unwetter dort, jedes Jahr hört man von den schweren Taifunen, die dort übers Meer ziehen, und das Gebiet liegt genau am Golf von Tonkin.
Ich war ja selbst da und hab Taifune miterlebt. Das geht irre zu und unsere schweren Stürme hier wirken wie Kindergarten dagegen. Und dann fallen auch Telefon und Internet aus. Ich würde dann wahnsinnig , egal, was gerade mache. Im schlimmsten Fall würde ich mich, wenn ich das Visum habe, sofort in den Flieger setzen und mich dann auf dem Landweg vom Flughafen aus dahin durchschlagen, wenn die sich nicht mehr erreichen lassen.

KÖRPERLICH kann ich das noch.

Ob ich mental so stark bin, umdas zu verwirklcihen, was @kirsuber vorschlägt, gllaub ich nicht.

Allein die Vorstellung, wir stehen am 26.7. am Flughafen, die beiden rennen dann durch die Schleuse und sind weg, und ich sehe sie vielleicht nie wieder,macht mich schon jetzt ganz kirre.

06.06.2015 19:50 • #19


Katja40
Hallo,

ich kann Deine Angst sehr gut nachvollziehen. Ich kenne das leider auch nur all zu gut.

Als meine Eltern und mein Sohn vor 3 Jahren in Urlaub waren, wurde ich fast verrückt vor
Angst, dass keiner von ihnen mehr zurück kommt und ich allein zurückbleibe. Diese Angst vor dem
völlig Allein zurückbleiben habe ich schon seit meiner Kindheit.

Welche Sorgen man hat, dass dem geliebten Kind etwas passieren könnte und wie schlimm es für einen ist, wenn man es nicht in seiner Nähe haben kann und es vermisst, das weiß ich.

Bist Du in der Zeit wo die beiden dort sind völlig allein? Hast Du die Möglichkeit die Zeit mit Bekannten zu verbringen?

Viele Grüße
Katja

06.06.2015 22:51 • #20



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