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Strand

06.12.2010 17:41 • 08.07.2020 #1


79 Antworten ↓


Hallo Strand,

in Deinem Beitrag finde ich mich in vielen Teilen wieder.

Leider habe ich gerade keine Zeit, schreibe morgen etwas dazu.

Herzlich Willkommen im Forum! Du bist nicht alleine!

Grüße
rotezora

06.12.2010 19:57 • #2



Erschöpfungsdepression mit Burnout - und nun?

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Hallo und auch von mir ein herzliches Willkommen!
Du schreibst das du in letzter Zeit viel unterrichtest.
Bitte nicht falsch verstehen aber Musik ist ja ein Geräusch mal mehr oder weniger wohl klingend.
Ich denke da an das Wort Lärmemission. Durch zu wenig Ruhezeit bzw. zu viel Geräusche um sich herum kann man auch krank werden.
Ferner sagst Du das Du wegen der Bezahlung relativ viel unterrichten musst.
Nun, also noch weniger Ruhezeit und noch mehr Töne die Dein Gehör und Gehirn belasten/überlasten.
An was denkst Du wenn Du auf dem Sofa sitzt udn Dir vorstellst eine schöne Aussicht zu genießen oder die Augen zu schließen und ganz einfach gar nix zu hören (weil Du zum Beispiel Stöpsel in den Ohren hast).
Absolute Stille, gemütlcih und kuschelig wo sitzen, schönen heißen Tee oder Kakao trinken und keiner will was.....Du mußt nichts tun außer los lassen und in der Stille sitzen und die gemütiche Wärme genießen.
Na was meinst Du.....wär das was für Dich?
LG
Seelchen

06.12.2010 20:29 • #3


Strand
Hallo Rote Zora und Seelchen,

Danke für euren Zuspruch! Ich dachte schon, meine lange Abhandlung liest keiner

Ich habe viel unterrichtet ja, und das ist schon viel Lärm, aber ich hab mich schon gefragt, ob es wirklich damit was zu tun hat....
weil die Wochen die ich jetzt krankgeschrieben war, hab ich ganz viel Entspannung und Ruhe erfahren und diese auch ausgenützt...

Leider war ich jetzt nur eine Woche wieder bei der Arbeit, konnte aber die Symptome einfach nicht ertragen. Die konstante Angst es nicht zu schaffen und abbrechen zu müssen, oder dass es mir so schlecht geht, dass ich es nicht mehr aushalte.

Heute ist auch ein blöder Tag. Wie ihr sicher auch wisst, ist es morgens immer am schlimmsten (bei mir kommt dann immer Übelkeit dazu) und jetzt geht mein Mann bald arbeiten und ich sitz daheim und mir fällt die Decke auf den Kopf
Werde nachher schwimmen gehen und mich beschäftigt halten, aber ich hätt so gern einfach mein normales Leben zurück....

Wie ist es bei euch? Seid ihr am arbeiten und wie macht ihr das dann mit der Angst und Depression?
Nehme seit gestern Citalopram und hoffe so, dass mir das Zeug die Symptome nimmt, dass ich nach Weihnachten wieder meinen Alltag aufnehmen kann.

Grüssle
Strandfrau

07.12.2010 12:11 • #4


Hallo Strandfrau,
also mir helfen die Medikamente gut und ich bin stabil.
Ich geh auch nach wie vor arbeiten und komme auch da wieder gut klar.
Die Psychotherapie seit 5 Monaten hat mich auch weiter gebracht und ich sehe mich, mein Leben und was um mich herum geschieht mit teilweise anderen Augen.
Du hast gereschrieben das Du Deinen Alltag wieder aufnehmen möchtest....
Ich denke nicht das es gut ist wenn alles so bleibt wie es vorher war.
Das wir Ängste, Depressionen usw. bekommen hat meiner Meinung nach einen Grund. Und wir sollten herausfinden warum uns das alles so passiert ist.
Ich z.B. mache nciht merh so viele Überstunden wie früher. Das umgehen mit den Dingen des Alltags ist auch anders. Was früher super wichtig war, oder was ich persönlcih genommen habe, oder was mich total stresste ist heute nicht mehr so. Es ist doch nur' Arbeit die dazu da ist das ich Geld verdiene um zu leben. Klar gibt es auch wichtige Vorgänge bei der Arbeit doch es ist nicht jeder Pups wichtig den irgendein Kollege oder Chef ablässt. Wenn die außer Arbeit keinen Sinn in ihrem Leben haben dann ist das deren Problem und nicht meines.
Auch dahiem lass ich jezt mal was liegen und mach es später oder ich geh auch nicht mehr so oft mit meinem Mann zum shoppen.
Statt dessen liegen wir gerne auf unserem Sofa nah beieinander, lesen Zeitung, tauschen uns darüber oder über TV Sendung aus, gehen mal schön abends essen oder spazieren......
Solche dinge haben sich bei mir geändert.
Der Sinn und meine Bewertung der Lebenssituationen hat sich geändert und das hat mir gut getan.
Was würde passieren wenn Du ein klein wenig weniger arbeiten würdest? Bedroht es Deine Existenz massiv oder müsstest Du Dich hinsichtlich Konsum (Verein, Kino, essen gehen, klamotten...) einschränken?
Es ist, denke ich, eine Frage wie man die Dinge sieht, bewertet und letztlich damit umgeht. Das kann schon viel Druck und Angst nehmen.
Ja ich kann krank werden, völlig verarmen, sogar sterben......doch bis ich krank werde oder gar sterbe möchte ich das mein Leben sachlich und emotional einen Sinn hat und so schön wie möglich ist. Wenn ich verarme....nun dann sitz ich evtl. in einer Sozialwohnung, gehe zu fuß, esse daheim statt auswärts, kaufe Klamotten bei der Diakonie....aber ich lebe und kann schöne Bilder, Blumen, Tiere, Spaziergänge und Gespräche mit (hoffentlich) netten Menschen genießen. Das ist doch immernoch etwas....oder ich könnte mich ehrenamtlich engagieren. Wir leben, wir sind wertvoll, wir können etwas durch unser Sein erreichen......
Hinterfrage Dich und Dein Leben.....vielleicht fällt Dir etwas ein was den Fluß Deines Lebens beeinträchtigt und wenn du es änderst am Ende helfen könnte das Du wieder frei und ohne Angst leben kannst.
LG
Seelchen

07.12.2010 20:20 • #5


Strand
Liebes Seelchen,

Danke für Deine lange Antwort

Ich sehe vieles schon genauso wie Du und hinterfrage mein Leben schon ganz viel. Was hätte ich anders machen könne, was will die Angst von mir, warum geht es mir schlecht...
Ich bin ja nun in einer Therapie seit ein paar Wochen.
So wie mein altes Leben wird es sicher nicht mehr, ich denke und hoffe, es kann eigentlich nur besser werden und dass ich gestärkt aus dieser Krise komme.
Vieles weiss ich theoretisch schon, aber wenn es mir schlecht geht, ist es unheimlich schwierig die Veränderungen in Angriff zu nehmen oder sich auf den Lernprozess einzulassen.
Ich bin noch zu sehr mit den Symptomen beschäftigt und hab mich da etwas festgebissen. Ist mir schon klar dass ich da mehr loslassen muss und auch meine Angst akzeptieren sollte, aber das ist unglaublich schwer manchmal....oder oft.
Ich habe schon Hoffnung dass es wieder wird, anders kann ich mir das garnicht vorstellen Jeder Tag ist ja schon ein wenig anders.

Nachher geh ich zum Psychiater. Bin schon bisschen aufgeregt, ich hoffe der droht mir nicht wieder mit einem Klinkaufenthalt....

Grüssle

08.12.2010 09:41 • #6


Hallo Strandfrau ,

wie geht es dir? Ich hoffe das Medikament schlägt an, ich denke es ist ein sehr gutes Medikament, habe viel darüber gelesen und viele berichten positiv darüber. Ic nehme seit kurzem auch wieder Sertralin, dass ist aus der selben Medikamentengruppe und es hilft mir sehr gut.

Habe so gut wie keine Panik mehr, nur noch ab und an ein unwohles Gefühl, wenn ich weiß ich bin den Situationen ausgesetzt, die mir davor Angst gemacht haben.

Ich kenne deine Angst, dass es nie wieder gut wird oder man möchte wieder 'die Alte' sein, die die man früher mal war.
Ich für meinen Teil, habe durch meine Erfahrungen mit der Depression und eben vor kurzem dann auch mit der Angst gelernt, dass ich wohl nie wieder die werde, die ich mal war. Dafür ist viel zu viel passiert und die Krankheit hat mein gesamtes Leben und meine gesamte Einstellung verändert.
Ich bin nicht der Tüp, der in allem was passiert einen Sinn sieht. Eher denke ich mir jetzt nach 10 Jahren, es ist eben einfach nun mal so, was soll ich mehr tun, als durchzuhalten und schaun, dass es mir einigermaßen gut geht sei es durch Therapie, Medikamente u.s.w

Am Anfang meiner schweren Depression konnte ich natürlich keineswegs in diese Richtung denken, naja aber nun nach all den Jahren kann ich es annehmen, klar es gibt auch schlechte Tage aber es gibt auch viele gute und daran halte ich fest.

Ich glaube ich kann dir sagen, dass es besser wird, wenn nicht sogar, dass es wieder gut wird. Ich war ganz unten, nicht mehr lebensfähig, nicht mehr fähig aufzustehen und jetzt gehe ich wieder arbeiten und bin (meist) glücklich

Deswegen, geb nicht auf, es wird wieder werden, vielleicht mit kleinen Schritten aber auch diese werden mit der Zeit immer ein wenig größer werden...

Ich wünsche dir dafür viel Kraft und alles liebe Sommerblume

10.12.2010 08:35 • #7


Strand
Liebe Sommerblume!

Vielen Dank für Deine unterstützenden Worte Es ist gut zu hören, dass es wieder aufwärts geht. Man muss eben Geduld haben und auch liebevoll und verständnisvoll mit sich umgehen, und sich wenn`s geht, nicht selbst unter Druck setzen.

Ich hatte es schon einmal ähnlich vor 13 Jahren, da fing es auch im Oktober an und dann ging ca. ein Jahr bis ich mich wieder relativ stabil gefühlt habe. Nach 2 Jahren war ich dann wieder total angstfrei, mutig und hab das Leben dann echt gelebt! Hab auch in all den Jahren nicht mehr wirklich an die Angst o.ä gedacht.
Deswegen hat es mich jetzt schon überrascht nach so vielen Jahren.

Aber wenn es damals wieder gut wurde, wird`s jetzt sicher auch wieder gut. Es braucht halt seine Zeit....

Und die Alte will ich vielleicht garnicht mehr werden, weil die Alte hat ja vieles auch so gemacht, dass es mir nicht gut getan hat.
Eine neue echtere Version von mir selbst wäre schön

Liebe Grüße
die Strandfrau

10.12.2010 12:57 • #8


Hallo Strandfrau,
wie geht es Dir inzwischen?
Als Drohung würde ich einen Klinikaufenthalt nicht sehen - ich würde mich sogar freuen weil ich einen Teil der Verantwortung in meinem Leben abgeben kann.
Kochen und putzen fallen weg.....und Wäsche waschen erstmal auch. Mich nur um mich kümmern und Leute um mich haben die sich auch um mich kümmern und mir helfen das ich mir selber helfen kann.....ich fänd das prima.
Schwarzwald wäre schön....klar ist das nicht für jeden was aber ich würde mich schon bissl darauf und auf die Entlastung und das weniger an Druck freuen.
Und nicht vergessen.....Du hast die Wahl.....müssen mußt Du nicht.
Geh Deinen Weg so wie es Dir gut tut: mal große Schritte und mal kleinere udn ab und zu mal stehen bleiben und die Aussichten genießen
Lächle Dich doch mal selber im Spiegel an - Du hast es ganz bestimmt verdient!
LG
Seelchen

13.12.2010 20:51 • #9


Hallo Strandfrau,
wie geht es Dir inzwischen?
Als Drohung würde ich einen Klinikaufenthalt nicht sehen - ich würde mich sogar freuen weil ich einen Teil der Verantwortung in meinem Leben abgeben kann.
Kochen und putzen fallen weg.....und Wäsche waschen erstmal auch. Mich nur um mich kümmern und Leute um mich haben die sich auch um mich kümmern und mir helfen das ich mir selber helfen kann.....ich fänd das prima.
Schwarzwald wäre schön....klar ist das nicht für jeden was aber ich würde mich schon bissl darauf und auf die Entlastung und das weniger an Druck freuen.
Und nicht vergessen.....Du hast die Wahl.....müssen mußt Du nicht.
Geh Deinen Weg so wie es Dir gut tut: mal große Schritte und mal kleinere udn ab und zu mal stehen bleiben und die Aussichten genießen
Lächle Dich doch mal selber im Spiegel an - Du hast es ganz bestimmt verdient!
LG
Seelchen

13.12.2010 20:52 • #10


Strand
Liebes Seelchen,

Danke der Nachfrage :=

mittlerweile geht es mir schon ein bisschen besser würde ich behaupten. Natürlich habe ich gerade Schonfrist, da ich erst nach den Weihnachtsferien wieder arbeiten gehe.
Aber ich mache vieles, beschäftige mich, d.h. ich treffe mich mit Freunden, gehe schwimmen, gehe viel spazieren, auf den Weihnachtsmarkt und gestern war ich auf einem Klavierabend usw....
Das sind dann so Übungen meinerseits, warte natürlich immer darauf dass die Angst kommt damit ich üben kann, mit ihr umzugehen, aber meistens ist sie nur so ansatzweise da (fühl mich dann etwas komisch im Kopf) und dann verfliegt es nach einer Weile.
Ich schlafe viel und gut und die Gespräche bei meiner Therapeutin tun mir gut. Leider hab ich da nur einmal die Woche, könnte gerade jeden Tag hingehen

Mein Psychiater hat mir auch total lang zugehört und sagte, er sei zuversichtlich mit dem Citalopram und mir, und auch optimistisch mit mir, ich würde schon alles richtig machen und müsse jetzt Geduld haben.
So ist das wohl jetzt und ich will es schaffen und meine Angst überwinden. Auch wenn es schwierig ist.

Vom Citalopram habe ich keine Nebenwirkungen gemerkt, seit gestern bin ich auf 20mg. Morgens ist mir immer etwas übel, aber das kam schon von dem Opipramol, das ist also nichts neues.
Aber ich zittere nicht mehr und fühle mich morgens auch meistens ganz ok, also das Morgentief ist nicht mehr ganz so tief

LG
Strandfrau

14.12.2010 08:51 • #11


Hallihallo,
na das hört sich doch schon sehr gut an.
Das Du was unternimmst find ich prima.....aber auf die Angst warten...das verdirbt einem doch die schönen Erlebnisse, oder?
Warte nciht drauf, genieße das Leben und die schönen Momente.
Wenn die Angst meint kommen zu müssen dann kannst immernoch reagieren.
Aber üben halt ich für übertrieben. Das gibt dem Ganzen zuviel Raum udn Bedeutung.
Die Angst soll Dich auf etwas aufmerksam machen damit Du was ändern kannst aber fester Bestandteil werden und üben damit umzugehen.....neeeee....das muß nicht sein.
Mach nicht zuviel und überanstreng Dich nicht.
Weiter gute Vortschritte wünsch ich Dir!
LG
Seelchen

16.12.2010 21:35 • #12


Strand
Liebes Seelchen,

mittlerweile geht es mir sogar schon wieder einiges besser
Nehme ja nun seit 2 Wochen das Citalopram 20mg zum Opipramol dazu. Hatte keine Nebenwirkungen bisher, vielleicht ein bisschen übel morgens, aber garnicht so arg.
Komme morgens auch wieder gut aus dem Bett und fühle mich die meiste Zeit normal, wenn ich nicht wieder auf die Angst warte.
Das letzte Mal komisch gefühlt habe ich mich vor einer Woche als ich mit einer Freundin frühstücken war, aber das ist dann auch wieder verflogen.

Mein Körper fühlt sich irgendwie ruhiger an, auch wenn der Kopf noch nicht so recht akzeptiert dass es mir wohl besser geht.
Ich denke dann: Wie wär es denn, wenn ich jetzt mal akzeptiere dass ich heute keine Angst kriege und eine Besserung da ist?
Ich wart halt immer, ob es wieder kommt....aber vielleicht kommt es ja garnicht mehr oder nur noch ganz selten und nimmer so schlimm wie es am Anfang war?

Jetzt kommt erstmal Weihnachten und noch Weihnachtsferien und dann wünsche ich mir, dass ich wieder zur Arbeit kann und meinen Alltag bewältigen kann. Langsam wieder einfinden, das wär sooooo toll!

Wünsche Dir und allen hier besinnliche und ruhige Feiertage, entspannt und angstfrei!

LG

19.12.2010 15:07 • #13


Hallole,
gib Dir Zeit und genieß was Dir so begegnet im Leben.
Die Medikamente unterstützen Dich dabei das Du Stück für Stück Dein Leben wieder mehr in der Hand hast und durch die Arbeit an und mit Dir in der Therapie kommst Du auf Deinem Weg immer weiter voran, mal schneller mal langsamer.
Gut Ding braucht Weile.....
Wunderbare Weihnachtstage für Dich, Deine Liebne und euch allen.
LG
Seelchen

20.12.2010 20:30 • #14


Strand
Hallo,

ich wollte mich mal wieder melden auf meinem Thread.
Also mittlerweile geh ich seit 5 Wochen arbeiten (mit wiedereingliederung)
und bin zu 90% wieder angstfrei!
Die Depression ist wieder ganz weg, nur manchmal denke ich noch, es könnte ja alles wieder kommen usw., aber dann denke ich: Nö, das ist jetzt vorbei. Ich akzeptiere wie es ist, und wenn es mal einen schlechten Tag gibt, dann ist das halt so!
Ich geniesse die Tage und weiss jeden Tag zu schätzen, an dem es mir gut geht.
Und das sind wieder fast alle

Ich gehe weiterhin zur VT und bleibe auf 30mg Citalopram, vorbei ist sicher nicht alles!
Aber ich bin auf einem guten Weg und will allen Mut machen: es geht!! Und es kommt nach einer dunklen Phase auch wieder eine helle!

Ich wünsche allen nur das Allerbeste und vielen lieben Dank an alle für ihre lieben Worte und Trost!

LG
Strand

10.02.2011 08:34 • #15


Hallo,

Ich konnte im Forum leider nichts spezifisches zur Erschöpfungsdepression bzw Burnout finden und würde mich so gerne dazu austauschen.

Ich hatte vor fünf Wochen ne Panikattacke und seit dem eine hohe innere Unruhe bzw eigentlich nicht seit dem, es fällt mir nur jetzt erst auf. Das Bewusstsein hat sich verändert und ich nehme vorherige Verhaltensweisen von mir jetzt anders wahr. Dennoch ist die Anspannung nach wie vor hoch und manchmal schwierig auszuhalten. Ich war zwei Wochen krank und die letzten beiden Wochen wieder arbeiten - ohne Medis, die ich ungerne nehmen wollen würde.

Mein Neurologe und die Therapeutin haben dem Kind jetzt einen Namen gegeben und nun liegt Burnout auf dem Tisch, was ich ziemlich gruselig finde. Hatte vorher nie Berührung zu sowas, auch wenn ich bei rückwirkende Betrachtung durchaus sehe, dass die dauernde Anspannung und Streß mich negativ beeinflusst haben.

Da die letzten zwei Wochen Arbeit echt Kraft gekostet haben und mein Arbeitgeber super verständnisvoll is werde ich mich wohl erneut krank schreiben lassen, auch wenn es mir damit nicht gut geht. Die Erleuchtung kam aber, als ich mir nach Feierabend dachte: jetzt Urlaub wäre genau richtig!

Gibt es hier jemand mit Erfahrungen, besonders zum Verlauf und wie lange ihr gebraucht habt und wie ihr das mit der Arbeit gemacht habt und und und. Bin über jede Anregung dankbar.

18.03.2017 18:57 • #16


igel
Ich habe mich mal zwei Wochen krankschreiben lassen, weil ich mich ausgebrannt fühlte und auch war. Haben mir gut getan. Druck in der Arbeitswelt wird immer größer....

18.03.2017 19:03 • x 2 #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Die zwei Wochen die ich nun schon krank war hat mir mein Körper quasi aufgezwungen. Da ging gar nichts mehr. Jetzt nach wieder zwei Wochen im Dienst kann ich zumindest bewusst feststellen, dass es fast zuviel Kraft kostet meinem Job nachzugehen, obwohl alle Kollegen auf mich Rücksicht nehmen und von meiner Situation wissen. Ich muss beruflich viel Verantwortung tragen und genau dann kommt die innere Unruhe immens hoch. Meine Therapeutin meint: ab nach hause und erst wenn ich gut alleine zu Hause sein kann - ohne das der Kopf sich schneller und schneller dreht wäre ich wieder fit für die Arbeit.

18.03.2017 19:06 • #18


Hallo @dreschi,
ich kenn das, ich bin Dauermüde seit meinem 14. Lebensjahr, musste immer nach der Schule oder später nach der Ausbildung und danach nach der Arbeit schlafen, weil ich immer müde war und es heute noch bin. Bin jetzt berentet unter anderem wegen verschiedenen Krankheiten, aber schnell kaputt und erschöpft bin ich nach wie vor, jetzt im Alter schon etwas mehr. Kann nicht mehr als 1 Stunde etwas aktiv sein, je nachdem, was ich mache. Haushalt und alltägliche Dinge schaffe ich nur mit viel Pausen. Das ist schon echt belastend. Aber ich kann es mir zumindest einteilen und bin froh darüber, einen Arbeitsalltag in diesem heutigem schnelllebigem Stressfaktor würde ich nicht schaffen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die helfen können, aber ich habe schon alles Mögliche durch (viele verschiedene Sportarten, Ernährung, Therapien, Kliniken u.a.) Check-up komplett über die Jahre, immer alles in Ordnung. Keiner kann wirklich sagen, warum das so ist, noch nicht einmal Therapeuten, obwohl Depression bei mir diagnostiziert ist, unter anderem Angststörungen...deine Therapeutin hat wohl recht und du solltest dir vielleicht eine Auszeit nehmen. Ich wünsche dir viel Erfolg! LG

18.03.2017 21:04 • x 1 #19


Robinson
Zitat von Annie303:
Hallo @dreschi,
ich kenn das, ich bin Dauermüde seit meinem 14. Lebensjahr, musste immer nach der Schule oder später nach der Ausbildung und danach nach der Arbeit schlafen, weil ich immer müde war und es heute noch bin. Bin jetzt berentet unter anderem wegen verschiedenen Krankheiten, aber schnell kaputt und erschöpft bin ich nach wie vor, jetzt im Alter schon etwas mehr. Kann nicht mehr als 1 Stunde etwas aktiv sein, je nachdem, was ich mache. Haushalt und alltägliche Dinge schaffe ich nur mit viel Pausen. Das ist schon echt belastend. Aber ich kann es mir zumindest einteilen und bin froh darüber, einen Arbeitsalltag in diesem heutigem schnelllebigem Stressfaktor würde ich nicht schaffen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die helfen können, aber ich habe schon alles Mögliche durch (viele verschiedene Sportarten, Ernährung, Therapien, Kliniken u.a.) Check-up komplett über die Jahre, immer alles in Ordnung. Keiner kann wirklich sagen, warum das so ist, noch nicht einmal Therapeuten, obwohl Depression bei mir diagnostiziert ist, unter anderem Angststörungen...deine Therapeutin hat wohl recht und du solltest dir vielleicht eine Auszeit nehmen. Ich wünsche dir viel Erfolg! LG


Geht mir auch so. Selbst Sport hilft nur solange ich ihn mache. Danach bin ich erschlafft aber nicht auf gesunde art.
Unser Stresssystem ist kaputt.

18.03.2017 21:38 • #20



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Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser