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Strand

Strand
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Hallo alle zusammen,

ich lese schon seit Wochen hier im Forum, weil es mir selbst um ganz genau zu sein seit 1.Oktober nicht gut geht.
Ich bin Musikschullehrerin, 33 und bin glücklich verheiratet ohne Kinder bisher.
Eigentlich hab ich daran gedacht Kinder zu bekommen, aber jetzt hat mir meine Lebenskrise den Strich durch die Rechnung gemacht. Zumindest jetzt.

Alles hat im Juli angefangen, im Juli gab es zwei Male an denen ich Angst verspürt habe. Ich kenne die Angst schon aus meinem Studium vor 13 Jahren, da hatte ich schon mal eine Angstneurose, die ich aber dank meiner Schwester, Therapie und Johanniskraut wieder nach einem Jahr ca. gut in den Griff gekriegt habe. Damals war es ähnlich wie jetzt, deswegen haben bei mir im Juli, nach 13 Jahren angst- und depressionsfrei, sofort die Alarmglocken geläutet!

In den Sommerferien habe ich dann trotz am Strand liegen an der Cote Azur immer wieder Angst gehabt, verrückt zu werden, ohnmächtig zu werden usw. und gegrübelt und gegrübelt woran es liegen kann, meine ganze Kindheit nochmal durchgewälzt und mich gefragt, kann`s echt daran noch liegen? Ich dachte ich hätte es in meiner Psychoanalyse vor 12-13 Jahren alles aufgearbeitet....

Nach den Sommerferien ging es mir etwas besser, und die Angst war garnicht mehr so da, als ich dann wieder mit dem Unterrichten angefangen habe.
Ich habe schon länger das Gefühl gehabt dass mir eigentlich der viele Gruppenunterricht und die vielen Stunden die ich habe, mir zuviel sind. Aber ich dachte, wie ich so bin, das geht schon, das wird schon.

Na ja, nach drei Wochen Unterricht ging`s los: kein Appetit mehr, morgens schwer rausgekommen, dann vor einem Konzert die Mega-Entfremdung oder Schwindelattacke im Restaurant bekommen, Durchfall ohne Ende, innere Unruhe, und Druck im Kopf.
Das wurde dann in den kommenden Wochen immer schlimmer, bis ich eines donnerstags dann von der Arbeit heim bin Mitte Oktober, weil ich einfach nicht mehr konnte.

Meine Symptome sind also morgens geht`s mir besonders schlecht, brauche mindestens 2 Stunden in die Gänge zu kommen und mich "normal" zu fühlen, wenn das "Symptom" dann zuschlägt, ist es so ein leichtes Zittern, innere Unruhe, so eine Art Schwindel wie wenn man einen schlechten Kreislauf hat, extreme Unkonzentriertheit (geht schwer wenn man die ganzen o.g. Symptome hat) und generell fühl ich mich irgendwie krank.
Die Angst verrückt zu werden (hatte immer so Panik ich werd schizophren oder so) hab ich jetzt fast überwunden, weil ich mir gedacht hab, wenn es so wäre, wär ich schon längst verrückt. Aber wie ihr sicher wisst, kann man Angst vor so ziemlich allem haben! Kann auch bei weitem nimmer alles im Fernsehen ertragen z.B.

Dann war ich zwei Wochen krank geschrieben und hab Opipramol gekriegt. Seit ich das Opipramol nehme, ist mir morgens immer übel und ich hab immer einen Brechreiz wenn ich aufstehe. Da hab ich mich fast schon dran gewöhnt und ich schätze die Tage, an denen es dann nicht so ist.
Seither sind 5 Wochen vergangen.....vor 2 Wochen hab ich mich dann schon wieder so symptomfrei und aktiv gefühlt im Grossen und Ganzen, so dass ich letzte Woche wieder unterrichten bin....Zitternd und bibbernd und fast heulend vor Angst bin ich in die Musikschule gefahren und habe eisern eine Woche durchgehalten.
Ich hab immer Angst dass ich das alles nicht schaffe und den Unterricht abbrechen muss, oder in Ohnmacht falle. Eigentlich wär`s mir egal, aber es wäre mir auch furchtbar peinlich irgendwie. Aber die Angst war wohl auch davor, dass es mir wieder schlecht gehen könnte.

Das Opipramol hab ich auch mehr genommen, jetzt gerade nehm ich 100-50-00
Leider kamen alle Symptome wieder nach und nach, und am Donnerstag in der Unterrichtswoche war dann ein Horrortag, wo ich nur noch ins Bett wollte nach dem Unterrichten War völlig fertig und auch enttäuscht mich wieder so zu fühlen. Warum ist das so?? Warum muss das jetzt sein?
Ich bin eigentlich echt glücklich gewesen, hab einen lieben Mann, ganz liebe Freunde, liebe Kollegen und einen superverständnisvollen Chef und mag meine Arbeit, auch wenn es mir manchmal schon zuviel war.

Wegen der Bezahlung muss ich halt schon relativ viel unterrichten....jetzt bin ich bis Weihnachten wieder krankgeschrieben, und steige heute auf Citalopram um 10mg erstmal.
Eine Kollegin von mir hatte mal eine Phase mit ganz ähnlichen Symptomen und ihr half das Citalopram total.

Ich gehe auch zu einer Verhaltenstherapeutin jetzt, und die Gespräche tun mir auch gut.

Aber...
Warum sind die Symptome immer noch so da?? Ich bin echt schon ein bisschen verwzeifelt, ich hätt soooo gern mein Leben wieder zurück, so wie es vor einem halben Jahr oder sogar noch im Juni war.
Was ist da bloss passiert?

Jetzt hab ich natürlich Angst dass das nimmer gut wird, und ich ewig lang krankgeschrieben bin (obwohl ich das ja eigentlich garnicht will, ich würd so gern zur Arbeit, tagsüber daheim oder Sport und Haushalt ist auf Dauer auch net soooo der Hit)....
wird das jemals wieder gut?

Wenn es jemand ähnlich geht, würd ich gern schreiben, vielleicht können wir uns dann gegenseitig helfen und aufbauen )
Oder vielleicht hat jemand tröstende Worte für mich, da ich gerade mitten drin stecke?

Wow, jetzt hab ich fast ein kleines Buch verfasst!

Es grüsst euch
die Strandfrau

08.07.2020 #1


79 Antworten ↓
FeuerWasser

FeuerWasser
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Ich könnte mir vorstellen, dass du dir vieles sehr zu Herzen nimmst und dich zu wenig abgrenzt.

Zitat:
Ich hab schon überlegt, ob ich mal zu einem Neurologen gehe, mich vorstelle und mal nach Antidepressiva frage.

Dafür ist ein Psychiater zuständig, kein Neurologe. Wenn du gar nicht mehr in die Gänge kommst ist das sicherlich keine schlechte Idee vorübergehend AD´s einzumehmen.
Zitat:
Was mein ihr?

Ich persönlich halte von Psychopharmaka überhaupt ncihts solange es nicht zur Notfallbehandlung benutzt wird oder für Menschen die schwere, chronische Erkrankungen haben wo es anders nicht mehr geht. Dem Psychotherapeuten wird damit die Arbeit erschwert da die Bereiche der Psyche die mittels Gesprächen erreicht werden soll mit Pharmazie gedeckelt wird. Aus dem Grund würde ich beim Johanniskraut bleiben und lieber die Dosis erhöhen. Reinreden möchte ich dir aber natürlich nichts.

An Kraftsport brauchst du momentan auch nicht denken. Da bist du in deinen Gedanken schon 5 Schritte voraus. Ziel sollte es vorerst sein morgens auf 8 Uhr den Wecker stellen, konsequent aufstehen, wach bleiben und dein Essverhalten regulieren. Eventuell besprichst du mit deinem Therapeuten die Möglichkeit für eine stationäre oder teilstationäre Behandlung.

Zitat:
Mein Ziel ist es, nächstes Jahr im Sommer wieder arbeiten zu gehen.

Das würde ich vorerst streichen. Damit machst du wieder Druck und das geht unweigerlich wieder nach hinten los. Du kommst nicht aus dem Bett raus aber willst in 6 Monaten fit für den Arbeitsmarkt sein, das funktioniert nicht. Du musst von diesem Leistungsdenken abrücken und dem Irrglauben das du nichts wert bist weil du im Beruf derzeit nicht funktionierst. Du und dein Wohlempfinden steht an allererster Stelle und dann kommt erst alles andere. Vielleicht schlägst du irgendwann ganz andere Wege ein, bildest dich nochmal weiter, nimmst eine andere Stelle an. Das alles ist aber Zukunftsmusik.

30.11.2017 19:36 • x 7 #70


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Erschöpfungsdepression mit Burnout - und nun?

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Freisein
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Also Rückschläge würde ich nicht sagen, aber es kam schon vor, dass es mir nach einem Termin schlechter ging als vorher. Das konnte aber meistens in der nächsten Sitzung behoben werden.

Ich hab die gleiche Thematik wie du, dass wenn ich etwas falsch mache oder nicht "genug" Leistung erbringe, man mich nicht mehr mag und mich verstösst, oder schlecht über mich redet.

Es geht aber noch viel tiefer, manchmal bin ich dermassen unsicher, dass ich nicht mal weiss, wie ich mich verhalten soll.

Klar macht es mich manchmal traurig nach/während der Therapie, was dazu geführt hat, dass ich diese Prägung habe. Manchmal bin ich auch resigniert. Oft fühle ich mich nach der Therapie schutzlos, so dass ich zu Hause für ein warmes Nestchen sorgen muss, Kuscheldecke, Bettflasche, o.ä. Panik kommt bei mir auch bei "nicht erlaubten" Gefühlen wie Wut. Wütend zu sein ist gefährlich, da man mich da auch verstossen kann. Sehr gefährlich. Das alles zu erkennen macht mich manchmal traurig. Ich denke manchmal was wäre wenn, wenn das nicht alles so gewesen wäre. Von aussen betrachtet ist die ganze Geschichte ja auch traurig.

Gruselig finde ich die Therapie nicht. Ich lerne mich sehr viel besser kennen dadurch und werde bewusster. Das hat etwas ruhiges und bedachtes an sich, das mir gefällt. Auch kann ich viel besser mit meinen Schwächen umgehen, wenn ich mir dessen bewusst bin und dazu stehe. Ich wollte doch immer auch dabei sein, so sein wie die Starken, Robusten. Bin ich nicht, aber das ist auch gut so, beides ist gut.

29.03.2017 16:08 • x 1 #31


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R
Hallo Strand,

in Deinem Beitrag finde ich mich in vielen Teilen wieder.

Leider habe ich gerade keine Zeit, schreibe morgen etwas dazu.

Herzlich Willkommen im Forum! Du bist nicht alleine!

Grüße
rotezora

#2


S
Hallo und auch von mir ein herzliches Willkommen!
Du schreibst das du in letzter Zeit viel unterrichtest.
Bitte nicht falsch verstehen aber Musik ist ja ein Geräusch mal mehr oder weniger wohl klingend.
Ich denke da an das Wort Lärmemission. Durch zu wenig Ruhezeit bzw. zu viel Geräusche um sich herum kann man auch krank werden.
Ferner sagst Du das Du wegen der Bezahlung relativ viel unterrichten musst.
Nun, also noch weniger Ruhezeit und noch mehr Töne die Dein Gehör und Gehirn belasten/überlasten.
An was denkst Du wenn Du auf dem Sofa sitzt udn Dir vorstellst eine schöne Aussicht zu genießen oder die Augen zu schließen und ganz einfach gar nix zu hören (weil Du zum Beispiel Stöpsel in den Ohren hast).
Absolute Stille, gemütlcih und kuschelig wo sitzen, schönen heißen Tee oder Kakao trinken und keiner will was.....Du mußt nichts tun außer los lassen und in der Stille sitzen und die gemütiche Wärme genießen.
Na was meinst Du.....wär das was für Dich?
LG
Seelchen

#3


Strand
Hallo Rote Zora und Seelchen,

Danke für euren Zuspruch! Ich dachte schon, meine lange Abhandlung liest keiner

Ich habe viel unterrichtet ja, und das ist schon viel Lärm, aber ich hab mich schon gefragt, ob es wirklich damit was zu tun hat....
weil die Wochen die ich jetzt krankgeschrieben war, hab ich ganz viel Entspannung und Ruhe erfahren und diese auch ausgenützt...

Leider war ich jetzt nur eine Woche wieder bei der Arbeit, konnte aber die Symptome einfach nicht ertragen. Die konstante Angst es nicht zu schaffen und abbrechen zu müssen, oder dass es mir so schlecht geht, dass ich es nicht mehr aushalte.

Heute ist auch ein blöder Tag. Wie ihr sicher auch wisst, ist es morgens immer am schlimmsten (bei mir kommt dann immer Übelkeit dazu) und jetzt geht mein Mann bald arbeiten und ich sitz daheim und mir fällt die Decke auf den Kopf
Werde nachher schwimmen gehen und mich beschäftigt halten, aber ich hätt so gern einfach mein normales Leben zurück....

Wie ist es bei euch? Seid ihr am arbeiten und wie macht ihr das dann mit der Angst und Depression?
Nehme seit gestern Citalopram und hoffe so, dass mir das Zeug die Symptome nimmt, dass ich nach Weihnachten wieder meinen Alltag aufnehmen kann.

Grüssle
Strandfrau

#4


S
Hallo Strandfrau,
also mir helfen die Medikamente gut und ich bin stabil.
Ich geh auch nach wie vor arbeiten und komme auch da wieder gut klar.
Die Psychotherapie seit 5 Monaten hat mich auch weiter gebracht und ich sehe mich, mein Leben und was um mich herum geschieht mit teilweise anderen Augen.
Du hast gereschrieben das Du Deinen Alltag wieder aufnehmen möchtest....
Ich denke nicht das es gut ist wenn alles so bleibt wie es vorher war.
Das wir Ängste, Depressionen usw. bekommen hat meiner Meinung nach einen Grund. Und wir sollten herausfinden warum uns das alles so passiert ist.
Ich z.B. mache nciht merh so viele Überstunden wie früher. Das umgehen mit den Dingen des Alltags ist auch anders. Was früher super wichtig war, oder was ich persönlcih genommen habe, oder was mich total stresste ist heute nicht mehr so. Es ist doch "nur'" Arbeit die dazu da ist das ich Geld verdiene um zu leben. Klar gibt es auch wichtige Vorgänge bei der Arbeit doch es ist nicht jeder "Pups" wichtig den irgendein Kollege oder Chef ablässt. Wenn die außer Arbeit keinen Sinn in ihrem Leben haben dann ist das deren Problem und nicht meines.
Auch dahiem lass ich jezt mal was liegen und mach es später oder ich geh auch nicht mehr so oft mit meinem Mann zum shoppen.
Statt dessen liegen wir gerne auf unserem Sofa nah beieinander, lesen Zeitung, tauschen uns darüber oder über TV Sendung aus, gehen mal schön abends essen oder spazieren......
Solche dinge haben sich bei mir geändert.
Der Sinn und meine Bewertung der Lebenssituationen hat sich geändert und das hat mir gut getan.
Was würde passieren wenn Du ein klein wenig weniger arbeiten würdest? Bedroht es Deine Existenz massiv oder müsstest Du Dich hinsichtlich Konsum (Verein, Kino, essen gehen, klamotten...) einschränken?
Es ist, denke ich, eine Frage wie man die Dinge sieht, bewertet und letztlich damit umgeht. Das kann schon viel Druck und Angst nehmen.
Ja ich kann krank werden, völlig verarmen, sogar sterben......doch bis ich krank werde oder gar sterbe möchte ich das mein Leben sachlich und emotional einen Sinn hat und so schön wie möglich ist. Wenn ich verarme....nun dann sitz ich evtl. in einer Sozialwohnung, gehe zu fuß, esse daheim statt auswärts, kaufe Klamotten bei der Diakonie....aber ich lebe und kann schöne Bilder, Blumen, Tiere, Spaziergänge und Gespräche mit (hoffentlich) netten Menschen genießen. Das ist doch immernoch etwas....oder ich könnte mich ehrenamtlich engagieren. Wir leben, wir sind wertvoll, wir können etwas durch unser Sein erreichen......
Hinterfrage Dich und Dein Leben.....vielleicht fällt Dir etwas ein was den Fluß Deines Lebens beeinträchtigt und wenn du es änderst am Ende helfen könnte das Du wieder frei und ohne Angst leben kannst.
LG
Seelchen

#5


Strand
Liebes Seelchen,

Danke für Deine lange Antwort

Ich sehe vieles schon genauso wie Du und hinterfrage mein Leben schon ganz viel. Was hätte ich anders machen könne, was will die Angst von mir, warum geht es mir schlecht...
Ich bin ja nun in einer Therapie seit ein paar Wochen.
So wie mein "altes" Leben wird es sicher nicht mehr, ich denke und hoffe, es kann eigentlich nur besser werden und dass ich gestärkt aus dieser Krise komme.
Vieles weiss ich theoretisch schon, aber wenn es mir schlecht geht, ist es unheimlich schwierig die Veränderungen in Angriff zu nehmen oder sich auf den Lernprozess einzulassen.
Ich bin noch zu sehr mit den Symptomen beschäftigt und hab mich da etwas festgebissen. Ist mir schon klar dass ich da mehr loslassen muss und auch meine Angst akzeptieren sollte, aber das ist unglaublich schwer manchmal....oder oft.
Ich habe schon Hoffnung dass es wieder wird, anders kann ich mir das garnicht vorstellen Jeder Tag ist ja schon ein wenig anders.

Nachher geh ich zum Psychiater. Bin schon bisschen aufgeregt, ich hoffe der "droht" mir nicht wieder mit einem Klinkaufenthalt....

Grüssle

#6


S
Hallo Strandfrau ,

wie geht es dir? Ich hoffe das Medikament schlägt an, ich denke es ist ein sehr gutes Medikament, habe viel darüber gelesen und viele berichten positiv darüber. Ic nehme seit kurzem auch wieder Sertralin, dass ist aus der selben Medikamentengruppe und es hilft mir sehr gut.

Habe so gut wie keine Panik mehr, nur noch ab und an ein unwohles Gefühl, wenn ich weiß ich bin den Situationen ausgesetzt, die mir davor Angst gemacht haben.

Ich kenne deine Angst, dass es nie wieder gut wird oder man möchte wieder 'die Alte' sein, die die man früher mal war.
Ich für meinen Teil, habe durch meine Erfahrungen mit der Depression und eben vor kurzem dann auch mit der Angst gelernt, dass ich wohl nie wieder die werde, die ich mal war. Dafür ist viel zu viel passiert und die Krankheit hat mein gesamtes Leben und meine gesamte Einstellung verändert.
Ich bin nicht der Tüp, der in allem was passiert einen Sinn sieht. Eher denke ich mir jetzt nach 10 Jahren, es ist eben einfach nun mal so, was soll ich mehr tun, als durchzuhalten und schaun, dass es mir einigermaßen gut geht sei es durch Therapie, Medikamente u.s.w

Am Anfang meiner schweren Depression konnte ich natürlich keineswegs in diese Richtung denken, naja aber nun nach all den Jahren kann ich es annehmen, klar es gibt auch schlechte Tage aber es gibt auch viele gute und daran halte ich fest.

Ich glaube ich kann dir sagen, dass es besser wird, wenn nicht sogar, dass es wieder gut wird. Ich war ganz unten, nicht mehr lebensfähig, nicht mehr fähig aufzustehen und jetzt gehe ich wieder arbeiten und bin (meist) glücklich

Deswegen, geb nicht auf, es wird wieder werden, vielleicht mit kleinen Schritten aber auch diese werden mit der Zeit immer ein wenig größer werden...

Ich wünsche dir dafür viel Kraft und alles liebe Sommerblume

#7


Strand
Liebe Sommerblume!

Vielen Dank für Deine unterstützenden Worte Es ist gut zu hören, dass es wieder aufwärts geht. Man muss eben Geduld haben und auch liebevoll und verständnisvoll mit sich umgehen, und sich wenn`s geht, nicht selbst unter Druck setzen.

Ich hatte es schon einmal ähnlich vor 13 Jahren, da fing es auch im Oktober an und dann ging ca. ein Jahr bis ich mich wieder relativ stabil gefühlt habe. Nach 2 Jahren war ich dann wieder total angstfrei, mutig und hab das Leben dann echt gelebt! Hab auch in all den Jahren nicht mehr wirklich an die Angst o.ä gedacht.
Deswegen hat es mich jetzt schon überrascht nach so vielen Jahren.

Aber wenn es damals wieder gut wurde, wird`s jetzt sicher auch wieder gut. Es braucht halt seine Zeit....

Und die "Alte" will ich vielleicht garnicht mehr werden, weil die "Alte" hat ja vieles auch so gemacht, dass es mir nicht gut getan hat.
Eine neue echtere Version von mir selbst wäre schön

Liebe Grüße
die Strandfrau

#8


S
Hallo Strandfrau,
wie geht es Dir inzwischen?
Als Drohung würde ich einen Klinikaufenthalt nicht sehen - ich würde mich sogar freuen weil ich einen Teil der Verantwortung in meinem Leben abgeben kann.
Kochen und putzen fallen weg.....und Wäsche waschen erstmal auch. Mich "nur" um mich kümmern und Leute um mich haben die sich auch um mich kümmern und mir helfen das ich mir selber helfen kann.....ich fänd das prima.
Schwarzwald wäre schön....klar ist das nicht für jeden was aber ich würde mich schon bissl darauf und auf die Entlastung und das "weniger an Druck" freuen.
Und nicht vergessen.....Du hast die Wahl....."müssen" mußt Du nicht.
Geh Deinen Weg so wie es Dir gut tut: mal große Schritte und mal kleinere udn ab und zu mal stehen bleiben und die Aussichten genießen
Lächle Dich doch mal selber im Spiegel an - Du hast es ganz bestimmt verdient!
LG
Seelchen

#9


S
Hallo Strandfrau,
wie geht es Dir inzwischen?
Als Drohung würde ich einen Klinikaufenthalt nicht sehen - ich würde mich sogar freuen weil ich einen Teil der Verantwortung in meinem Leben abgeben kann.
Kochen und putzen fallen weg.....und Wäsche waschen erstmal auch. Mich "nur" um mich kümmern und Leute um mich haben die sich auch um mich kümmern und mir helfen das ich mir selber helfen kann.....ich fänd das prima.
Schwarzwald wäre schön....klar ist das nicht für jeden was aber ich würde mich schon bissl darauf und auf die Entlastung und das "weniger an Druck" freuen.
Und nicht vergessen.....Du hast die Wahl....."müssen" mußt Du nicht.
Geh Deinen Weg so wie es Dir gut tut: mal große Schritte und mal kleinere udn ab und zu mal stehen bleiben und die Aussichten genießen
Lächle Dich doch mal selber im Spiegel an - Du hast es ganz bestimmt verdient!
LG
Seelchen

#10


Strand
Liebes Seelchen,

Danke der Nachfrage :=

mittlerweile geht es mir schon ein bisschen besser würde ich behaupten. Natürlich habe ich gerade "Schonfrist", da ich erst nach den Weihnachtsferien wieder arbeiten gehe.
Aber ich mache vieles, beschäftige mich, d.h. ich treffe mich mit Freunden, gehe schwimmen, gehe viel spazieren, auf den Weihnachtsmarkt und gestern war ich auf einem Klavierabend usw....
Das sind dann so Übungen meinerseits, warte natürlich immer darauf dass die Angst kommt damit ich üben kann, mit ihr umzugehen, aber meistens ist sie nur so ansatzweise da (fühl mich dann etwas komisch im Kopf) und dann verfliegt es nach einer Weile.
Ich schlafe viel und gut und die Gespräche bei meiner Therapeutin tun mir gut. Leider hab ich da nur einmal die Woche, könnte gerade jeden Tag hingehen

Mein Psychiater hat mir auch total lang zugehört und sagte, er sei zuversichtlich mit dem Citalopram und mir, und auch optimistisch mit mir, ich würde schon alles richtig machen und müsse jetzt Geduld haben.
So ist das wohl jetzt und ich will es schaffen und meine Angst überwinden. Auch wenn es schwierig ist.

Vom Citalopram habe ich keine Nebenwirkungen gemerkt, seit gestern bin ich auf 20mg. Morgens ist mir immer etwas übel, aber das kam schon von dem Opipramol, das ist also nichts neues.
Aber ich zittere nicht mehr und fühle mich morgens auch meistens ganz ok, also das Morgentief ist nicht mehr ganz so tief

LG
Strandfrau

#11


S
Hallihallo,
na das hört sich doch schon sehr gut an.
Das Du was unternimmst find ich prima.....aber "auf die Angst warten"...das verdirbt einem doch die schönen Erlebnisse, oder?
Warte nciht drauf, genieße das Leben und die schönen Momente.
Wenn die Angst meint kommen zu müssen dann kannst immernoch reagieren.
Aber üben halt ich für übertrieben. Das gibt dem Ganzen zuviel Raum udn Bedeutung.
Die Angst soll Dich auf etwas aufmerksam machen damit Du was ändern kannst aber fester Bestandteil werden und üben damit umzugehen.....neeeee....das muß nicht sein.
Mach nicht zuviel und überanstreng Dich nicht.
Weiter gute Vortschritte wünsch ich Dir!
LG
Seelchen

#12


Strand
Liebes Seelchen,

mittlerweile geht es mir sogar schon wieder einiges besser
Nehme ja nun seit 2 Wochen das Citalopram 20mg zum Opipramol dazu. Hatte keine Nebenwirkungen bisher, vielleicht ein bisschen übel morgens, aber garnicht so arg.
Komme morgens auch wieder gut aus dem Bett und fühle mich die meiste Zeit normal, wenn ich nicht wieder auf die Angst warte.
Das letzte Mal "komisch" gefühlt habe ich mich vor einer Woche als ich mit einer Freundin frühstücken war, aber das ist dann auch wieder verflogen.

Mein Körper fühlt sich irgendwie ruhiger an, auch wenn der Kopf noch nicht so recht akzeptiert dass es mir wohl besser geht.
Ich denke dann: "Wie wär es denn, wenn ich jetzt mal akzeptiere dass ich heute keine Angst kriege und eine Besserung da ist?"
Ich wart halt immer, ob es wieder kommt....aber vielleicht kommt es ja garnicht mehr oder nur noch ganz selten und nimmer so schlimm wie es am Anfang war?

Jetzt kommt erstmal Weihnachten und noch Weihnachtsferien und dann wünsche ich mir, dass ich wieder zur Arbeit kann und meinen Alltag bewältigen kann. Langsam wieder einfinden, das wär sooooo toll!

Wünsche Dir und allen hier besinnliche und ruhige Feiertage, entspannt und angstfrei!

LG

#13


S
Hallole,
gib Dir Zeit und genieß was Dir so begegnet im Leben.
Die Medikamente unterstützen Dich dabei das Du Stück für Stück Dein Leben wieder mehr in der Hand hast und durch die Arbeit an und mit Dir in der Therapie kommst Du auf Deinem Weg immer weiter voran, mal schneller mal langsamer.
"Gut Ding braucht Weile".....
Wunderbare Weihnachtstage für Dich, Deine Liebne und euch allen.
LG
Seelchen

#14


Strand
Hallo,

ich wollte mich mal wieder melden auf meinem Thread.
Also mittlerweile geh ich seit 5 Wochen arbeiten (mit wiedereingliederung)
und bin zu 90% wieder angstfrei!
Die Depression ist wieder ganz weg, nur manchmal denke ich noch, es könnte ja alles wieder kommen usw., aber dann denke ich: Nö, das ist jetzt vorbei. Ich akzeptiere wie es ist, und wenn es mal einen schlechten Tag gibt, dann ist das halt so!
Ich geniesse die Tage und weiss jeden Tag zu schätzen, an dem es mir gut geht.
Und das sind wieder fast alle

Ich gehe weiterhin zur VT und bleibe auf 30mg Citalopram, vorbei ist sicher nicht alles!
Aber ich bin auf einem guten Weg und will allen Mut machen: es geht!! Und es kommt nach einer dunklen Phase auch wieder eine helle!

Ich wünsche allen nur das Allerbeste und vielen lieben Dank an alle für ihre lieben Worte und Trost!

LG
Strand

#15


D
Hallo,

Ich konnte im Forum leider nichts spezifisches zur Erschöpfungsdepression bzw Burnout finden und würde mich so gerne dazu austauschen.

Ich hatte vor fünf Wochen ne Panikattacke und seit dem eine hohe innere Unruhe bzw eigentlich nicht seit dem, es fällt mir nur jetzt erst auf. Das Bewusstsein hat sich verändert und ich nehme vorherige Verhaltensweisen von mir jetzt anders wahr. Dennoch ist die Anspannung nach wie vor hoch und manchmal schwierig auszuhalten. Ich war zwei Wochen krank und die letzten beiden Wochen wieder arbeiten - ohne Medis, die ich ungerne nehmen wollen würde.

Mein Neurologe und die Therapeutin haben dem Kind jetzt einen Namen gegeben und nun liegt Burnout auf dem Tisch, was ich ziemlich gruselig finde. Hatte vorher nie Berührung zu "sowas", auch wenn ich bei rückwirkende Betrachtung durchaus sehe, dass die dauernde Anspannung und Streß mich negativ beeinflusst haben.

Da die letzten zwei Wochen Arbeit echt Kraft gekostet haben und mein Arbeitgeber super verständnisvoll is werde ich mich wohl erneut krank schreiben lassen, auch wenn es mir damit nicht gut geht. Die Erleuchtung kam aber, als ich mir nach Feierabend dachte: jetzt Urlaub wäre genau richtig!

Gibt es hier jemand mit Erfahrungen, besonders zum Verlauf und wie lange ihr gebraucht habt und wie ihr das mit der Arbeit gemacht habt und und und. Bin über jede Anregung dankbar.

#16


igel
Ich habe mich mal zwei Wochen krankschreiben lassen, weil ich mich ausgebrannt fühlte und auch war. Haben mir gut getan. Druck in der Arbeitswelt wird immer größer....

x 2 #17

Mitglied werden - kostenlos & anonym

D
Die zwei Wochen die ich nun schon krank war hat mir mein Körper quasi aufgezwungen. Da ging gar nichts mehr. Jetzt nach wieder zwei Wochen im Dienst kann ich zumindest bewusst feststellen, dass es fast zuviel Kraft kostet meinem Job nachzugehen, obwohl alle Kollegen auf mich Rücksicht nehmen und von meiner Situation wissen. Ich muss beruflich viel Verantwortung tragen und genau dann kommt die innere Unruhe immens hoch. Meine Therapeutin meint: ab nach hause und erst wenn ich gut alleine zu Hause sein kann - ohne das der Kopf sich schneller und schneller dreht wäre ich wieder fit für die Arbeit.

#18


A
Hallo @dreschi,
ich kenn das, ich bin Dauermüde seit meinem 14. Lebensjahr, musste immer nach der Schule oder später nach der Ausbildung und danach nach der Arbeit schlafen, weil ich immer müde war und es heute noch bin. Bin jetzt berentet unter anderem wegen verschiedenen Krankheiten, aber schnell kaputt und erschöpft bin ich nach wie vor, jetzt im Alter schon etwas mehr. Kann nicht mehr als 1 Stunde etwas aktiv sein, je nachdem, was ich mache. Haushalt und alltägliche Dinge schaffe ich nur mit viel Pausen. Das ist schon echt belastend. Aber ich kann es mir zumindest einteilen und bin froh darüber, einen Arbeitsalltag in diesem heutigem schnelllebigem Stressfaktor würde ich nicht schaffen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die helfen können, aber ich habe schon alles Mögliche durch (viele verschiedene Sportarten, Ernährung, Therapien, Kliniken u.a.) Check-up komplett über die Jahre, immer alles in Ordnung. Keiner kann wirklich sagen, warum das so ist, noch nicht einmal Therapeuten, obwohl Depression bei mir diagnostiziert ist, unter anderem Angststörungen...deine Therapeutin hat wohl recht und du solltest dir vielleicht eine Auszeit nehmen. Ich wünsche dir viel Erfolg! LG

x 1 #19


Robinson
Zitat von Annie303:
Hallo @dreschi,
ich kenn das, ich bin Dauermüde seit meinem 14. Lebensjahr, musste immer nach der Schule oder später nach der Ausbildung und danach nach der Arbeit schlafen, weil ich immer müde war und es heute noch bin. Bin jetzt berentet unter anderem wegen verschiedenen Krankheiten, aber schnell kaputt und erschöpft bin ich nach wie vor, jetzt im Alter schon etwas mehr. Kann nicht mehr als 1 Stunde etwas aktiv sein, je nachdem, was ich mache. Haushalt und alltägliche Dinge schaffe ich nur mit viel Pausen. Das ist schon echt belastend. Aber ich kann es mir zumindest einteilen und bin froh darüber, einen Arbeitsalltag in diesem heutigem schnelllebigem Stressfaktor würde ich nicht schaffen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die helfen können, aber ich habe schon alles Mögliche durch (viele verschiedene Sportarten, Ernährung, Therapien, Kliniken u.a.) Check-up komplett über die Jahre, immer alles in Ordnung. Keiner kann wirklich sagen, warum das so ist, noch nicht einmal Therapeuten, obwohl Depression bei mir diagnostiziert ist, unter anderem Angststörungen...deine Therapeutin hat wohl recht und du solltest dir vielleicht eine Auszeit nehmen. Ich wünsche dir viel Erfolg! LG


Geht mir auch so. Selbst Sport hilft nur solange ich ihn mache. Danach bin ich erschlafft aber nicht auf gesunde art.
Unser Stresssystem ist kaputt.

#20


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Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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