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17.08.2013 19:32 • 16.11.2019 x 1 #1


167 Antworten ↓


P.S.: Ich hatte noch NIE eine Panikattacke!

17.08.2013 19:43 • #2


Willkommen in unserer Mitte, kopfkrise.

Ich mache nur den einen Satz und bin dann auch wieder ruhig, ok?

Ich kann es sehr gut verstehen, dass du verstimmt bist, weil es sich zu einem großen Teil wohl gänzlich von deinen Erfahrungen abteilt, was so mancher hier schreibt. Aber bitte erlaube mir diese ein Feststellung und vielleicht hilft sie dir ja ein bisschen...

"Jeder erlebt seine Krankheit anders, vielleicht geprägt von seinen Emotionen und vielleicht auch in einem ganz anderen Rahmen als du. Und vielleicht würdest du auch diesem Menschen einen Gefallen tun, der es anders und schwächer erlebt als du, vielleicht wirklich erst am Anfang steht, wenn du deine Erfahrungen mit ihm tauschst."

PS: Wenn ich dich falsch verstanden habe, so entschuldige ich mich natürlich sofort und heiße dich dennoch herzlich hier Willkommen.

17.08.2013 19:54 • #3


Hallo,
was du schreibst ist schon richtig, du hast mich aber trotzdem falsch verstanden, mit Punkt 1, waren solche Leute gemeint, die meinen sich mit sowas in den Mittelpunkt drängen zu müssen. Weiterhin, meinte ich damit, das wenn man wirklich an einer Panikstörung, Somatoformen-Störung, Psychosomatischen-Störung usw "LEIDET" dann kann man das nicht innerhalb von ein paar Wochen selber feststellen und auch ein Arzt wartet mit so einer Diagnose meist sehr lange Zeit ab... Damit war also gemeint, das man schon eine Diagnose haben sollte und nicht einfach mal ein bisschen blödsinn schreibt, weil man 1-2 mal stechen in der Brust gehabt hat und nicht mal weiss ob es nun psychisch oder doch organisch bedingt war oder man einfach nur mal Seitenstiche hatte... Sowas lese ich sehr oft, da stellt ein wirklich kranker Mensch der schon Jahre mit seiner Krankheit kämpft eine Frage in einem Gesundheitsforum und es kommen nur so dumme Kommentare, wie :" Ja, das kenne ich, habe das auch "SCHON MAL" gehabt" Ich meine, es sollen sich nach Möglichkeit nur Leute melden die sowas nicht "auch SCHON MAL" vor 3 Jahren für 5-6 Sekunden gehabt haben. Sondern Leute, die wirklich Tag für Tag damit zu kämpfen haben...

Ich hoffe, das ich damit verständlich erklären konnte was mit Punkt 1 gemeint war.
Ich will von niemandem die Symptome runterspielen, aber ich denke man muss eine Neurose ganz klar von "AUCH SCHON MAL" abgrenzen!

Gruss Andreas

17.08.2013 20:28 • #4


Hallo kopfkrise.

Ich möchte dir von mir erzählen. Aus dem einfachen Grund weil ich aus dem gleiche grund in diesem Forum gekommen bin. Ich möchte einfach hören wie es anderen Leuten mit einer Herzneurose geht.
Ich bin 32, in einer Beziehung und habe einen Sohn.

Bei mir fing es mit 16 Jahren an, ich bekam unter Dro. meine ersten Panik Attacken. (habe täglich gek. ) irgendwann gehörte Angst einfach zu Rausch dazu. Wodurch ich dann den Konsum der Dro. einstellte. Die Panikattacken blieben aus aber es kam eine leichte Depression. Und eine gewisse Ängstlichkeit die mich durch den Tag verfolgte ich aber noch nicht als Krankheit ansah. (ich hatte aber noch keine Einschränkungen, sozial, Sport u.s.w)
In der Zeit zwischen meinem 18 -20 Lebensjahr, kamen dann für mich Traumatische Erfahrungen die ich in der Zeit nicht richtig verarbeiten konnte. (was mir zu der Zeit aber nicht bewusst war das die mich so belasten). (Tod in der Familie, Eltern trennten sich, und die Arbeit, plus die typischen jungend Probleme)
Ich war zu der Zeit noch sehr aktiver Sportler. Bekam dann durch die ganzen Belastungen immer öfters Panikattacken. Beim Arzt wurde dann ein zu hoher Blutdruck festgestellt (160-180 – 90-110) worauf ich dann Betablocker bekam. Und siehe da ich habe was wo drauf ich meine Angst verlagern kann ^^
ich war zu der Zeit in den glauben das wenn der Blutdruck so hoch ist ich jeder zeit einen Herzinfarkt bekommen könnte und fing an meinen Blutdruck und Puls zu kontrollieren. Da das nie im normalen Bereich war fing ich mich an zu schonen. Keine Partys mehr kein Sport kein streit oder jeder andere Stress. Ich habe das Haus in der Zeit gar nicht mehr Verlassen. Meine Panikattacken würden immer schlimmer. Ich habe dann jede Woche mehrmals den kranken wagen gerufen, mit der Meldung ich bekomme einen Herzinfarkt. Nach ca 4 Wochen Dauergast im Krankenhaus Überwies mich das Krankenhaus direkt in eine Psychosomatische Klinik. Wo ich 8 Wochen zur Behandlung war. Ich war wieder in der Lage am Leben teil zu nehmen, sogar wieder etwas Sport. Was Aber nicht Lange anhielt, ich bekamm nun bei körperlichen Belastungen Panikattacken. Versuchte aber trotzdem am leben teil zu nehmen. Bei leichten Fußball spielen bekamm ich so heftige Herzrasen das ich wieder den Krankenwagen rief, und für 2 Wochen auf eine Herzstation kam wo mein Herz untersucht wurde. Und wer hätte es gedacht alles ok außer zu hoher Blutdruck. Ich bekamm mit einer Ambulanten Therapie viele meiner Ängste in dem Griff, ich konnte wieder was mit Freunden machen konnte wieder Einkaufen und so weiter, das einzige was blieb ist das ich das Gefühl hatte ich bin Herz Krank und keiner sieht es.
War dann noch bei 2 Kardiologen die auch bestätigten das alles gut sei. Ich lebte dann so gut es geht mein leben weiter. Aber die Herzangst wurde immer schlimmer. Habe meinen Puls ca. 300 mal am Tag kontrolliert . Und habe alles gemieden was meinen Puls höher schlagen läst wie 110.
Mit ca. 25 26 Jahren war mein Vermeidungs verhalten so groß das ich wieder nichts gemacht habe was mein Herz etwas schneller schlagen lässt. Selbst bücken war eine Qual. Ich ging dann noch eine mal in eine Klinik für 6 Wochen und machte begleitend eine Ambulante Therapie. Die mir sehr geholfen hatte. Ich konnte meine herz wieder etwas mehr belasten und so leben das es nicht jeder merkte. Sport ging immer noch nicht aber Arbeiten war wieder so möglich wie ich mir das wünschte. (ich arbeite Körperlich was es nicht gerade leichter macht). So kam ich dann ganz gut durch, bis vor einem Jahr. Hatte mich das Jahr etwas Überfordert, viel Arbeit zu Hause viel Renoviert( hatte ne 7 Tage Woche). Kein Urlaub und dann kam die Geburt meines Sohnes. Wo es ein paar Komplikationen gab. Die mich dann wieder aus der Bahn geschmissen haben. Ich würde sagen ich hatte dann einen Bourn out. Meine Herzangst war dann wieder Im vollen gange. Ich habe wieder alles gemieden. (habe zu Glück eine tolle Partnerin) Getränke holen ging nicht , selbst duschen viel mir schwer. Bin seit April wieder in einer Therapie und überlege in eine Klinik zu gehen um mich meiner Ängste noch mal zu stellen.
So das war meine Geschichte.
Ich nehme momentan Betablocker 100mg und attackant Plus. Habe damit einen gut eingestellten Blutdruck
meine Körperlichen Symptome sind:
bin oft sehr Müde
hohe Anspannung
Herzrasen
Herzklopfen
momentan viele extrasystolen
druck im Brust Bereich
Bein schmerzen
Magen Probleme
Unruhe
schwindel
Schlafprobleme (wache Nachts mit Herzrasen auf)
bin aber obwohl ich das so lange habe immer positiv geblieben und versuche mein leben so gut es geht zu leben. Ich halte von Jammern gar nichts, ich habe schon oft Verbesserungen erlebt wenn ich was dafür getan habe.
Hoffe das es dir einen kleinen Eindruck gegeben hat wie es bei jemanden anderen so lief. (das ist natürlich nicht alles, 12 Jahre so zu erzählen wie es war empfinde ich als sehr schwer)

Gruß Benjamin

17.08.2013 21:06 • x 2 #5


Hallo Benjamin,
ich sehe in deinem Werdegang viele Paralelen zum meinigen, auch ich habe früher gek. und andere Dro. konsumiert. Meine Probleme fingen mit einer sehr schlechten Erfahrung mit Magic-Mushrooms an. Ich war damals kurz wor meinem 22 B-Day und habe zum ersten mal sowas genommen, ich habe zu viel genommen, weil ich nicht wusste wie sowas wirken kann. Ich habe einen Horror-Trip gehabt und dachte dabei die ganze Zeit das ich mich selber vergiftet habe und sterben müsse. Diese Situation hielt ca. 8-12 Stunden an, bis sich die Wirkung legte. Am nächten Tag ging es mir wieder gut und ich hab am selben Abend dann auch wieder gek. . 2 Wochen später, ich erinnere mich daran als wäre es gestern gewesen, habe ich meinen ersten Schwindelanfall bekommen, ich hatte keine Panik oder Herzrasen usw. anfangs fühlte es sich sogar recht gut an, da ich damals ja gerne berauscht war. Ich dachte ich habe einen von diesen Sagen umwobenen "Flashbacks". Doch als die Situation sich immer weiter in die Länge streckte, bekam ich doch ein ungutes Gefühl. ca. 15min habe ich abgewartet und dann war der Spuk auch so schnell vorbei wie er gekommen war. Habe dann aber auch weiter gek. . 1-2 Wochen Später kam dann die 2te Schwindelattacke, beim Fahren auf der Autobahn, ich fur sofort auf den seitenstreifen, und dieses mal dauerte es schon etwas länger, als beim ersten mal. Diese Vorfälle häuften sich dann und wurden immer intensiever und dauerten auch länger an, bis ich irgendwann Dauerschwindel hatte. Erst dann bin ich doch mal zu meinem Hausarzt gegangen, der mich bis dahin erst 10-12 mal gesehen hatte, obwohl ich schon seit ich 5 Jahre alt war zu Ihm kam, wenn ich denn mal krank war. Dieser schickte mich auf Grund meiner Schilderungen direkt in eine Spezialklinik für Neurologie, dort wurde mir erst so richtig klar, das ich was ganz schlimme haben muss. Die erste Verdachtsdiagnose war bei mir MS. Aber nach MRT, Lumbalpunktion, EEG usw musste man davon ausgehen, das meine Probleme nicht vom "KOPF" bzw. den Nerven kamen. (OHA HABEN DIE SICH DAMALS GEIRRT) naja eigentlich hatten sie Recht, auf jeden fall was den organischen Teil angeht. Dort wurde mir dann aber auch zum ersten mal in meinem Leben täglich der Blutdruck gemessen. Ich wusste damals garnicht was normal ist und was nicht, was den Blutdruck angeht. Immer wenn die Schwestern gemessen haben, und einen zu hohen Wert sagten, dachte ich mir nichts dabei. Als dann der Oberarzt zur Visite kam und meinte man wolle mich auf die Internistische verlegen und mir erzählte, das meine Probleme wohl vom (für mein Alter) sehr hohen Blutdruck kämen und nicht neurologischer Natur seinen war ich natürlich erst mal erleichtert. Da meine Mutte auch Bluthochdruck hatte und hat und gut auf Tabletten eingestellt war, dachte ich "OK" dann gehste jetzt 2-3 Tage auf die Innere, bekommst Tabletten und es geht dir wieder gut. Doch dem war nicht so. Ich bekam zwar Tabletten (Ramipril 10mg und Bisoprolol 5mg) doch mir ging es nach einer Woche immer noch nicht besser. Wurde jedoch aus dem KH als soweit gesund, bis auf den zu behandelbaren Bluthochdruck entlassen. Mein HA klärte mich dann erst mal über die ganzen Symptome auf die man von zu hohem Blutdruck bekommen kann. Anfangs habe ich auch fest daran geglaubt und es wurde nach ein paar weiteren Wochen Tabletten besser, doch dann fing es wieder an mit Schwindel usw und ich bin dann von Arzt zu Arzt zu Arzt und von KH zu KH getischt und es kamen immer mehr und mehr Symptome hinzu... Wie du schon sagtes so viele jahre in einem Text zusammen zu fassen, ist unmöglich, ausser man schreibt ein Buch. Wollte halt nur so viel dazu sagen, das ich mich damit schon stark identifizieren kann... Hast du denn auch Dauerbeschwerden oder nur ab und an mal?

Gruss
Andreas

17.08.2013 22:12 • #6


Also ich habe schon jeden Tag damit zu tun. Habe aber mal gute mal schlechte tage. Heute war z.b. nen guter Tag. Hatte bis auf ein paar Herzaussetzer keine beschwerten. Musste auf dem Samstag aber auch nicht schwer heben oder so. ^^ an schlechten Tagen liege ich nur auf dem Sofa meide da jede Aktivität. Habe momentan auch so ein tick der mich sehr belastet. Wenn ich etwas Herzrasen bekomme kann ich die Panik net mehr verhindern , dann fahre ich zum Krankenhaus und warte vom Krankenhaus bis es mir besser geht. Das auch mal 3 Stunden dauern. Es kommt momentan auch oft vor das ich um 2-3 uhr aufwache und dann 2 stunden wach bin weil ich mein Herz beobachte. Cich habe einen sehr niedrigen RUHE puls was von den betablocker kommt. (liegt so bei 60 (geht aber auch mal bis 45 runter ) ) . und wenn ich dann mal einen Puls von 80 habe weil es warm ist oder so empfinde ich das schon als Herzrasen.
Aber am meisten stört mich das ich so viel meide. Ich möchte wieder mein Herzbelasten können. Wie ist es bei dir?
Ich mache mir sorgen was ich mache wenn mein Kind etwas älter ist. Wenn es mal mit mir Schlitten fahren möchte, ich könnte momentan den Schlitten nicht den Berg hoch ziehen. Ist nur ein Beispiel

gruß benjamin

17.08.2013 22:38 • #7


Ja, ich hätte eher beim langsamen Puls Angst, das hatte ich auch schon sehr oft, das mein Puls nicht mehr hoch kam sondern immer weiter in den Keller gewandert ist. Das niedrigste was ich wach erlebt habe war 32 aber da lag ich im Bett mit meinem Pulsoxymeter was mein ständiger Begleiter ist. Ich muss dazu sagen, das ich durch die Antidepressiva sehr viel zugenommen habe und ein so langsamer Puls für mich sehr ungewöhnlich ist. Aber das ist nur Phasenweise so. Jetzt im Moment habe ich einen Ruhepuls von 95 und wenn ich aufstehe, dann geht er locker auf 120. Habe das teilweise tage bis wochenlang am Stück. Ganz selten geht er mal unter 80 wenn ich sone Extremphase habe, manchmal habe ich aber auch starke Schwankungen, im liegen so 50-60 und wenn ich dann mal kurz aufstehe oder mich im Bett umdrehe, dann fängt die Pumpe an zu rasen. Geht dann ganz schnell bis 100 rauf und wenn ich dann wieder still liege, geht der Puls sofort wieder runter. Bis vor einer Stunde hatte ich seit gestern mittag Atemnot und das gefühl richtig schwer Luft zu bekommen plus richtig ekelhaften Druck inter dem Brustbein, das hat grade einfach so aufgehört und dann hab ich bemerkt wie mein Herz etwas gestolpert hat und jetzt rast es wieder. Hat sich eben auch für eine Sekunde angefühlt als wäre das was kleines geplatzt, wie sone Kaugummiblase und dann gab es 2-3 Stiche... Naja, mir ist es mittlerweile sehr peinlich den Notarzt zu rufen oder ins Krankenhaus zu gehen, weil ich in meiner Umgebung die Krankenhäuser schon oft mit meiner Anwesenheit belästigt habe. Ich war in den letzten 10 jahren bestimmt 70-80 mal stationär im Krankenhaus. Es gibt Tage und Wochen (so eine Phase habe ich im Moment wieder) da stehe ich morgens mit KHK Symptomen auf und gehe damit auch abends ins Bett. Also wirklich durchgehende Dauerbeschwerden. Bei mir geht es so weit, das ich mir sogar einen Multi-Parameter-Monitor gekauft habe, das ist son ding wo man auf der Intensivstation dran angeschlossen wird. Den nutze ich aber nur sehr selten... Hat knapp 2000€ gekostet und bringt eigentlich nur noch mehr Unsicherheit. Jetzt schon wieder, Stechen am Herz... Wenn es mir so richtig schlimm geht und ich denke ich sterbe jeden Moment, dann lege ich mich bei meiner Frau mit dem Kopf auf die Brust und höre mir ihr Herz an, es schlägt immer sehr ruhig und gleichmässig... Einerseits beruhigt mich das etwas, anderseits macht es mich wütend und traurig, das es bei mir nicht auch einfach so sein kann. Es hört sich vielleicht blöd an, aber manschmal fange ich dann wie ein kleines Kind an zu heulen und das nicht weil ich Schmerzen habe oder ich Angst habe zu sterben, ich denke eh relativ wenig darüber nach was mit mir passiert, ich habe eigentlich dann immer nur den Gedanken, das ich meine Frau und mein Kind nicht mehr sehen, in den Arm nehmen und mit Ihnen leben kann... Davor hab ich dann eher ANGST. Wie gesagt, ich hatte noch nie ne bewusste Panikattacke, im Moment habe ich ja auch Herzrasen, aber keinen Schwindel, keine schnelle Atmung usw usw... Ja, ich bin schon sehr beeinträchtigt in meinem Leben, an Arbeit ist bei mir schon seit Jahren nicht mehr zu denken, ich habe wegen meiner Krankheit meinen Job verloren, ich bin gelernter IT Techniker. Mein Kind vernachlässige ich leider auch sehr, aber nicht weil ich keine Lust habe sondern weil es nicht geht... Ich habe so oft versucht in letzter Zeit, wo es mir wieder so schlecht geht mal mit auf den Spielplatz zu gehen oder mich länger als fünf Minuten mit meinem Kind zu beschäftigen, aber ich bekomme es nicht hin. Ich habe teilweise richtig starke Schmerzen und will dann nur noch meine Ruhe. Ich stelle mir auch oft vor wie es ist, wenn die Kleine mal richtig Reden kann und mich fragt ob wir das und das machen und ich dann immer "NEIN" sage oder sagen muss weil wieder irgendwas mit mir los ist... Das ist eine grauenhafte Vorstellung... Gestern war ich mit meiner Frau spazieren, das erste mal seit 3 Monaten. Bis gestern habe ich das Haus nur verlassen, um zum Arzt oder ins Krankenhaus zu fahren. Keine Ahnung wo mich das noch hinführen wird, aber der Gedanke wirklich schwer krank zu sein, geht mir wohl nie mehr aus dem Kopf und wahrscheinlich werde ich nie wieder so leben können wie ein gesunder Mensch....

18.08.2013 00:02 • #8


anni91
Hallo Kopfkrise...ich bin zwar "erst"22, habe mit diesem Mist allerdings auch schon seit 4Jahren zu kämpfen. Damals fing alles im Kino an, kein aufregender Film, alles ganz normal...bis zu diesem Moment in dem mir total schwindlig wurde, heiß und mein Herz bis zum Anschlag hämmerte. Ich wollte nur eins...RAUS! Diesen Plan habe ich verfolgt und lag ne stunde Später im KH in der Notaufnahme weil ich in meiner Panik noch Atemnot entwickelt habe.Naja was soll ich sagen, ich wurde mit Tab. Ruhig gestellt und nach Hause geschickt. Seit diesem Tag ist mein Leben komplett anders. Ich bin im selben Jahr bestimmt 20-30 beim Arzt buw. Krankenhaus gewesen. In der ersten Zeit war es so schlimm, dass ich meine Couch nicht verlassen habe, arbeiten ging noch (ich machte ne Ausbildung zur Krankenschwester), aber sobald ich zuhsuse war ging nichts mehr, vorallem allein. Lag auch stationär im Kh weil ich während dem Unterricht damals dachte ich kippe um und auch solche Herzstolperer verspürt habe. Meine lehrer haben mich dann gleich in die Ambulanz geschleppt und dort wurde ich dann aufgenommen. Zahlreiche Untersuchungen folgten (Lz-Ekg, Lz-RR, Ekg, BelastungsEkg, Ultraschall von Herz, Schilddrüse und Halsgefäße, AmaljienTest, EEG und Schellong-Test) ...natürlich alles ohne Krankhaften Befund. Die nette Schwester damals meinte.."Du bist Jung, geh raus und genieße den Sommer"...hach , wenn das mal so einfach gewesen wäre. Es folgten Monate in denen ich mich nur verkrochen hatte und auf "Ursachenforschung"ging. Von einem Arzt zum andern. Hws-Röntgen , Mrt-Schädel, weitere EEGs, Blutuntersuchungen ect.brachten keinen organischen Befund. Aber ich hatte Dr.Google als Freund und verdammt dieser beweist mir doch auch, dass ich diese oder jene Krankheit habe.Nunja...ein Jahr verging indem es mir durch äußere Umstände und Ablenkung (Tod meines Vaters, Examen , Neue Beziehung ect) besser ging und ich wieder etwas aktiver am Leben teilnehmen konnte. Nicht falsch verstehen, ich hatte TÄGLICH Symptome...aber diese aufgrund der Umstände damals nicht so sehr beachtet. Vorallem diesen Dauerschwindel, das Gefühl um zu kippen, Herzrasen kenne ich sehr gut.
Seit ein paar Monaten ist es wieder ganz schlimm, ich svhaffe es nicht mehr arbeiten zu gehen, , fühle mich wie ein Kleinkind da ich ohne Begleitung das Haus nicht verlasse und bekomme einfach nix auf die Reihe. Selbst bei Dingen die ich mir fest vorgenommen hab können mich meine Symptome aus dem Konzept bringen. Meine ständigen Begleiter sind
*hoher/niedriger Puls (auch unter 50 Schläge)
*kopfschmerzen
*Hws/Bws Verspannungen mit Starken Schluckstorungen, Atemnot und Globusgefühl
*Herzstolpern
*Dauerschwindel in verschiedenen Variationen (Dreh, Schwank und Benommenheit)
*Muskelzucken (vorallem im Gesicht)
*kribbelnde Extremitäten
*Wadenkrämpfe
*Depressive Verstimmungen
*Antrieb und Lustlos
U.v.m

Sry für den langen Text...so das ist meine Geschichte. Fahre zudem seit einem Jahr kein Auto mehr (außer an guten Tagen , aber dann nur innerorts)...

Mich würde mal noch interessieren ob jemand von euch schonmal in Therapie war bzw. Es mut Tbl. Probiert hat in den Griff zu bekommen ?
Lg
Anni

18.08.2013 01:58 • x 3 #9


Macht ihr Aktiv was dagegen?
Therapie? Ich überlege momentan noch einmal in eine Klinik zu gehen. Man hat in sehr kurzer Zeit auch krasse erfolge.

18.08.2013 08:08 • #10


Juris
Hallo Kopfkriese,

wie hast du das Belastungs-EKG durchgestanden, wenn du nicht leistungsfähig bist? Das würde mich mal interessieren.

18.08.2013 08:17 • #11


Hallo Anni und Benjamin

Anni: Schreib so viel du willst, dafür sind wahrscheinlich viele Leute (mich eingeschlossen) sehr dankbar.
HWS und BWS Beschwerden habe ich auch, es ist so viel, das man tatsächlich sogar teilweise auch beim Arzt Symptome vergisst. Schwindel hatte ich schon seit Jahren nicht mehr, obwohl damit alles angefangen hat. Manchmal wünsche ich mir "NUR" Schwindel zu haben.

In Therapie war ich schon mehrere Male, hatte damit aber leider keinen erfolg, was mich damals nur noch mehr darin bestätigte, das ich wirklich eine schlimme Krankheit haben muss.

Ich war 2 Jahre ambulant in einer Tagesklinik, habe damals 60mg Citalopram genommen und außer starken Nebenwirkungen habe ich davon nichts gehabt. Die Gespräche halfen mir auch nicht weiter.
das war ca. vor 5 Jahren.

Ich bemerkte das erste mal, das es bei mir wirklich an der Psyche (dem Sympatichen-Nervensystem) liegt, als ich in einer schweren Schubphase, die auch schon über Monate andauerte meine damalige Freundin kennen lernte.

Ich war richtig verliebt, habe dann anfangs fast täglich mit Ihr telefoniert und am Telefon wurde mit keinem Wort erwähnt, das es mir nicht gut geht usw. wir sind dann oft spaziren gegangen, meist über Stunden hinweg (alleine hätte ich sowas nie gemacht) habe anfangs auch Symptome wie Brustdruck und Schwindel bekommen, aber diese habe ich dann unterdrück oder eher gesagt, es versucht. Ich wollte halt nicht, das sie mitbekommt, was mit mir los ist. Wir haben uns dann immer öfter getroffen und ich konnte an gar nichts anderes mehr denken, als "HEUTE SEHEN WIR UNS WIEDER"
und so verdrängte Liebe die Angst. Wir haben uns 4 Monate später getrennt, aber mir ging es in der Zeit so gut, das ich noch weiter davon profitierte. Mit den 4 Monaten in denen es mir richtig Super ging, hatte ich nach der Trennung insgesamt fast ein Jahr ohne Symptome, ich bin zum Ende dieser Zeit auch mal wieder mit Freunden weg (auch mal was trinken) was nach 5-6 Jahren auch mal wieder nötig war. Ich dachte hui, das geht auch wieder und freute mich das ich endlich "GEHEILT" war... Bin dann wieder jedes Wochenende auf die Piste gegangen und hab auch etwas Getrunken (keine Dro. genommen) Eines tages nach einer Partynacht, wachte ich mit Druck in der Magengegend auf und dieser wanderte zum Herz, wieder zurück zum Magen usw. dazu kam das ehlendige Katergefühl und ein tauber linker Arm. Das dauerte fast bis zum Nächten Tag an, danach gin es mir wieder super. Am nächsten Wochenende, das Gleiche und dann hat es langsam wioeder angefangen, das ich diese Symptome immer Öfter und intensiver verspürte und sie sich auch auf andere Körperregionen ausweitetet. Solche Phasen, in denen es mir soo richtig gut ging, hatte ich noch 2 mal. Eine dauerte ca. 6 Monate die andere 4-5 Monate. Jetzt Stecke ich wieder in einer dieser schei. und ich weiss auch wie das wieder angefangen hat, habe trotzdem eine schwere Erkrankung im Kopf und kann diese Schranke nicht durchbrechen. Momentan nehme ich Diazepam 10mg wenns mir ganz schlecht geht, hilft aber nicht wirklich ausser das ich todmüde bin. Habe wie oben schon erwähnt auch eine ganze zeit Venlafaxin genommen, wodurch ich einfach nur noch zugenommen habe ohne jegliche Besserung zu bemerken. Deswegen halte ich von Antidepressiva NICHTS. Die Dinger machen mehr Probleme als das sie helfen. Gesprächstherapie will ich auch nicht mehr machen, weil ich auch gemerkt habe, das bringt mir nichts. Was meiner Meinung nach das am besten hilft, ist Ablenkung, man muss etwas fiden, das einen mehr interessiert als die Symptome, dann wird man schnell gesund, habe die Erfahrung ja schon ein paar mal gemacht. Nur leider hält das irgendwie nicht für immer. Und in einer Klinik oder beim Psychologen, wird man zu oft an sein Problem erinnert, das man sich nicht ablenken kann.

Gruss
Andreas

18.08.2013 10:03 • x 2 #12


Hallo Juris,
das frage ich mich auch bei jedem Belastungs EKG...
Ich breche auch immer früher ab, obwohl es noch gehen würde, aber bei einem Puls von 130 auf 150Watt breche ich immer selber ab. Mich kann ja niemand zwingen drauf sitzen zu bleiben.
Außerdem ist dort ja eine gewisse Sicherheit, die durch den Anwesenden Arzt und den Defi gegeben ist.


Ansonsten musst du schon meine Störung Fragen, warum das so ist und wenn du die Antwort hast, dann gib sie mir bitte weiter

Gruss
Andreas

18.08.2013 10:07 • #13


Juris
Mir geht es nämlich ganz ähnlich. Ich leide auch seit bestimmt 8 Jahren daran, aber richtig schlimm ist es erst im Jahre 2013 geworden. Bei mir kommt aber noch hinzu, dass ich Angst vor einem Belastungs-EKG habe, gerade weil ich das Gefühl habe ich sei nicht belastbar. Thorax-Röntgen, EKG, Blutbild, Abhören und 24h-BD waren jedoch ohne Befund und sie meinte es käme vom Nervensystem.
Ich habe aber mittlerweile Angst selbst vor dem Treppensteigen und denke immer das ich es nicht schaffe. Ich merke auch, wie ich beim Treppensteigen ganz anders atme. Ich versuche verkrampft normal weiter zu atmen, was mich nur noch mehr in Panik versetzt, wenn dann das Herz schneller schlägt. Vor 4 Jahren hatte ich mich mal soweit gefangen, dass ich jeden Tag 30 Minuten Fahrrad gefahren bin und konnte somit den Stress gut abbauen. Seither habe ich mich aber auf kein Fahrrad mehr getraut. Dann fing das mit der Angst vor dem Treppensteigen an.

Ich merke jedenfalls selbst immer einen Unterschied zu Tagen, wo ich vermeintlich psychisch stabil bin, dass dann auch das Treppensteigen kaum Probleme bereitet (Wobei ich mir mehr als eine Etage kaum trauen würde in Angriff zu nehmen)

Mittlerweile ist es so, dass ich schon Adrenalinschübe bekomme, wenn ich bloß im Fernsehen Treppen oder Berge sehe. Ständig kreisen die Gedanken im Kopf, dass ich das nie schaffen würden - bis vor 4 Jahren war das aber noch gar kein Problem (regelmäßiges Fahrradfahren).

18.08.2013 10:25 • x 2 #14


anni91
Huhu;)
@Kopfkriese Freut mich dass es dir nicht zu lang war;) genau wie du es beschrieben hast war es bei mir auch mit der Angst und der Liebe. Im Jahr 2010 habe ich meinen jetzigen Freund kennengelernt und ich fühlte mich einfach nur super ( damals fuhr ich moch tierisch gerne Auto) ...wir haben viel unternommen, ich fühlte mich frei und sicher, hatte die "berühmten"Schmetterlinge im Bauch.Die Symptome konnte ich viel besser als Nichtigkeit abtun. 2011starb dann mein Vater an dem Tag meiner praktischen Examen s Prüfung. ..ich hatte dadurch natürlich auch andere Sachen im Kopf als meine Angst. Zu diesem Moment war ich einfach nur in Trauer und für meine Familie da. Zwei wochen später habe ich mein Examen wiederholt, sonst hätte ich ein Jahr runterstufen müssen.
Also im gesamten ging es mir -was die Angst betrifft- in diesem Jahr super, da ich einfach keine Zeit hatte mir über manche Symptome n Kopf zu machen.
Ich hatte sie zwar, aber nahm sie kaum wahr.
2012 folgte leider...und ich versank immer mehr in der Trauer über meinen Vater. Anfangs habe ich Treffen mit Freunden ect. Abgesagt weil ich einfach keine Lust hatte groß in Gesellschaft zu sein oder auf "Partymäuschen " zu machen, , während es in mir ganz und garnicht danach aussah. Mit der Zeit merkte ich aber das ich miich auch körperlich nicht mehr fit fühlte. ..dobald wir iwo hingegangen sind bekam ich wieder mein Herzrasen, diese Beklemmung und Angst jeden moment einfach um zu kippen. Ich blieb immer weiter zu Hause, ging nur ganz selten feiern bzw. Mit freunden weg und wenn, war ich auch dort keinesfalls unbeschwert.Meine Hand ist fast im Dauerzustand am Handgelenk oder Hals um den Puls zu messen. Ich dachte mir (auch wenns ziemlich mies ist, aber ich mir nicht anders zu helfen wusste) Ausreden aus um daheim bleiben zu können. Am anfang war ich noch teilweise ehrlich mit der Aussage das es mir einfach nicht gut geht und ich mich nicht fit fühle, aber das kann ich doch nicht 10, 20, 30 mal sagen. So sitzte ich also Woche für Woche zuhause mit nem schlechten Gewissen und hörte in mich hinein bzw. Höre (bin ja mom. Genauso). Jedes ziepen, ziehen , stechen, jeder veränderte Pulsschlag macht mir Angst. Den Tick mit dem messen hab ich nur teilweise ablegen können , ich messte in den tollsten Situationen um ja die Kontrolle zu behalten (Beim Essen, Toilette:D, in Ruhe, gleich nach Belastung...) .Treppensteigen zählte übrigens auch zu etwas unüberwindbarem für mich, ich traute mich nichtmal im eigenen Haus nach oben, wenn es mir schlecht ging hab ich meine Mum angerufen die von oben runter kam!. Mein puls wurde immer schneller...selbst vom gang Couch-Toilette-Couch hatte ich tlw. Werte von 120/130!. So und seit 7Wochen bin ich nichtmehr arbeiten , weil es so schlimm wurde. Mittlerweile ist mein Puls allerdings niedrig! In Ruhe, also gleich nach dem Schlafen im Bett bei 46 tlw. Und das versetzt mich wieder in Angst. Ich habe auch seit Tagen das Gefühl einfach tot umzufallen, also ich stehe morgends auf und denke daran den Tag nicht zu überleben. .ich gerate dabei allerdings nicht in Panik sondern es ist nur dauerhaft dieser Gedanke...komisch...so kenne ich das nicht.
Tablette nehme ich übrigens auch nicht, da ich persönlich nichts davon halte.Habe es mal n paar Wochen mit Opipramol probiert, doch ich fühlte mich noch mehr benebelt und das mochte ich nicht.
Therapie hatte ich noch keine, stehe allerdings nun auf 2Wartelisten.
Kopfkriese, haben sich deine HWS Beschwerden auch durch Schluckstorungen bemerkbar gemacht? Kennst du dieses Globusgefuhl? Ich weiß nicht ob das auch alles mit der HWS zusammen hängt , aber ich hatte es die letzte Zeit so stark, dass ich Tagelang nichts essen konnte.

Lg Anni

18.08.2013 12:09 • #15


Hallo kopfkrise

Ich leide zwar auch an Herzneurose, möchte aber trotzdem lieber nicht schreiben, weil mich Punkt 1 doch abgeschreckt hat. Mag sein, dass ich das falsch verstehe, aber da ich zwar seit 19 Jahren Beschwerden habe was das Herz anbelangt, ich aber erst (was Du ja nicht hören möchtest) die Angst er neu bei mir ist (aufgrund einer Fehldiagnose, wonach die Angst anfing), denke ich lasse ich das lieber, weil ich nicht genau was, weiß Du genau hören möchtest. Aufmerksamkeit will ich absolut nicht wegen dem Problem, Herzneurose kam als Diagnose bei mir jedenfalls schon nach 4 Wochen vom Arzt, weil ich regelrecht einige Male vor Panik richtig ausgerastet bin. Belasten tut es mich täglich und ich kann oft an nix anderes mehr denken, aber wie gesagt, da es relativ "neu" bei mir ist lasse ich es lieber.

18.08.2013 12:35 • #16


Hallo Anni,
Schluckstörungen und Kloßgefühl im hals habe ich auch oft, aber das sind bei mir nur Nebensächlichkeiten.
Von der WS können so einige reale Symptome kommen, z.B. wenn man sich über Wochen und Monate nur schont bzw. nur rumliegt, beginnt nach kurzer Zeit schon der Muskelabbau. Das Globusgefühl kenne ich auch, jedoch habe ich eher Fremdkörpergefühle im Rücken bzw. zwischen den Schulterblättern. Noch mal zurück zur Schonung und den damit verbundenen Muskelverkümmerung. Ich weis, das Muskeln sehr schnell abbauen können, was natürlich auch in Dauerbeschwerden enden kann, wenn man nichts dagegen unternimmt (BEWEGUNG) bloß denkt der Patient ja, das die Beschwerden die er hat gerade durch Bewegung hervorgerufen, oder bereits bestehende Beschwerden verschlimmert werden. Das ist soweit auch richtig und keine Einbildung. Die Muskulatur stützt das ganze Skelett, sie unterstützt die Atmung, reguliert die Verdauung und Darmtätigkeit und vor allem treibt sie unseren Körper an und hält ihn am Leben, durch den wichtigsten Muskel den wir haben "DAS HERZ" natürlich fängt das Herz an zu rasen, wenn man sich nur geringfügig ansträngt, wenn man vorher 3-4 Monate nur im Bett gelegen hat. Das Herz wird durch übermäßige Schonung sogar physisch geschädigt, bei manchen können so sogar Herzinsuffizienz und Chronotrope Inkompetenz entstehen. Ich habe z.B. wie gesagt, sehr starke schmerzen in der Brust, auch Brennen inter dem Brustbein und besonders schmerzen im linken Arm (im rechten auch teilweise, aber nicht so schlimm und auch nicht dauerhaft)sowie die angesprochenen Taubheitsgefühle. Das kann ich mir sogar selber erklären, da ich momentan ca. 20 Stunden am Tag im Bett verbringe, und Rechtshänder bin, liege ich folglich eher auf der linken Körperseite. Dreh mal deinen Kopf 45° nach links oder rechts, bis es weh tut und dann schlaf eine Nacht so, du wirst am nächsten Tag richtig starke Schmerzen haben und Probleme den Kopf in die Gegenrichtung zu drehen. Obwohl ich mir meine Symptome alle (auch logisch) erklären kann, komme ich nicht von dem Trichter runter, das eventuell doch etwas organisches dahinter steckt. Ich will hier niemanden beunruhigen, aber hier hat wahrscheinlich jeder wirklich existenten pathologische Erkrankungen die aber keineswegs lebensgefährlich sind, wir sie jedoch als solche interpretieren. Ich habe mit vielen Menschen in Krankenhäusern auf kardiologischen Stationen gesprochen, darunter Menschen die gerade einen Infarkt hatten, die an Angina Pectoris leiden, Menschen mit Herzschwäche oder Herzmuskelerkrankungen. Wisst Ihr was all diese Menschen gemeinsam hatten, keiner, aber auch wirklich keiner von Ihnen hat so extreme Schonhaltungen wie wir aufweisen können. Un bei fast jedem sind stark veränderte EKG Ergebnisse zu sehen. Also wenn wir alle wirklich soooo schwer Herzkrank sind, warum sieht man es bei uns nicht? Die Antwort lautet, das wir entweder eine andere Erkrankung haben (wie der obligatorische Dorn im Fuss) die so banal ist, das sie wirklich übersehen wurde und wir uns wegen dieser Ungewissheit über Jahre hinweg reingesteigert haben (ich denke es ist bei vielen Neurotikern so) oder wir haben wirklich nicht verarbeitete Erlebnisse die versuchen sich so bemerkbar zu machen und schreien, "HEY HIER BIN ICH, WARUM TUST DU NICHTS DAMIT ES DIR BESSER GEHT"... Ich merke, der Text wird lang und immer länger, aber trotzdem will ich noch was sagen! Ich habe mir schon oft Gedanken darüber gemacht wovor ich eigentlich solche Angst habe. In Wirklichkeit haben WIR alle KEINE Angst vor einer Herzkrankheit. Ich habe eher Angst vorm Sterben und dem damit verbundenen Tod, ich stelle mir jedoch manchmal die Frage, warum ich überhaupt ANGST habe zu sterben, da ich, wie auch ihr genau weiss, das ich IRGENDWANN auf jeden Fall sterben werde. Hat einer von euch Angst davor irgendwann mit 80-90Jahren zu sterben? Ich mache mir darüber ehrlich gesagt keine Gedanken, aber warum mache ich mir Gedanken das ich jetzt vielleicht sterben könnte? Das kann man auch noch weiter stricken, ich habe z.B. wie schon gesagt, eher angst davor meine Familie zu verlieren wenn ich sterbe, aber Angst davor zu sterben, wegen dem Tod alleine, hat glaube ich niemand... Ich glaube, es sind Verlustängste die wir alle haben und nicht davor ob wir uns in Nichts auflösen, ob es einen Himmel oder eine Hölle gibt, sondern einfach nur davor, Menschen, Dinge und Orte zu verlieren, an denen uns etwas liegt. Wir haben so sehr Angst davor, das wir unser ganzes Leben damit verbringen uns davor zu fürchten, dies zu verlieren, das wir es gar nicht genießen können...

Hier ein Text aus dem Film American Beauty der mich teilweise sehr aufbaut und mir sogar die Tränen laufen:

"Eigentlich müsste ich ziemlich sauer darüber sein, was mir widerfahren ist. Aber es fällt schwer, wütend zu bleiben, wenn es so viel Schönheit auf der Welt gibt... Manchmal habe ich das Gefühl, all die Schönheit auf einmal zu sehen. Doch das ist einfach zu viel. Mein Herz fühlt sich dann an wie ein Ballon, der kurz davor ist zu platzen. Und dann geht mir durch den Kopf: Ich sollte mich entspannen und aufhören zu versuchen, die Schönheit festzuhalten. Dann durchfließt sie mich wie Regen. Und ich kann nichts empfinden außer Dankbarkeit für jeden einzelnen Moment meines dummen kleinen Lebens."


Vielleicht hilft das ja dem ein oder anderen...
Ich merke auf jeden Fall, das obwohl es mir so schlecht geht, und ich auch ehrlich schon oft dran gedacht hab irgendwo vom Dach zu springen, ich trotzdem an meinem Leben hänge und es soo viele Dinge gibt für die es sich doch Lohnt den ganzen Mist mitzumachen.......

LG
Andreas

18.08.2013 13:16 • x 3 #17


Hallo Xena

Zitat von Xena1975:
Hallo kopfkrise

Ich leide zwar auch an Herzneurose, möchte aber trotzdem lieber nicht schreiben, weil mich Punkt 1 doch abgeschreckt hat. Mag sein, dass ich das falsch verstehe, aber da ich zwar seit 19 Jahren Beschwerden habe was das Herz anbelangt, ich aber erst (was Du ja nicht hören möchtest) die Angst er neu bei mir ist (aufgrund einer Fehldiagnose, wonach die Angst anfing), denke ich lasse ich das lieber, weil ich nicht genau was, weiß Du genau hören möchtest. Aufmerksamkeit will ich absolut nicht wegen dem Problem, Herzneurose kam als Diagnose bei mir jedenfalls schon nach 4 Wochen vom Arzt, weil ich regelrecht einige Male vor Panik richtig ausgerastet bin. Belasten tut es mich täglich und ich kann oft an nix anderes mehr denken, aber wie gesagt, da es relativ "neu" bei mir ist lasse ich es lieber.


noch mal die Erklärung zu Punkt 1

Zitat von kopfkriese:
Hallo,
was du schreibst ist schon richtig, du hast mich aber trotzdem falsch verstanden, mit Punkt 1, waren solche Leute gemeint, die meinen sich mit sowas in den Mittelpunkt drängen zu müssen. Weiterhin, meinte ich damit, das wenn man wirklich an einer Panikstörung, Somatoformen-Störung, Psychosomatischen-Störung usw "LEIDET" dann kann man das nicht innerhalb von ein paar Wochen selber feststellen und auch ein Arzt wartet mit so einer Diagnose meist sehr lange Zeit ab... Damit war also gemeint, das man schon eine Diagnose haben sollte und nicht einfach mal ein bisschen blödsinn schreibt, weil man 1-2 mal stechen in der Brust gehabt hat und nicht mal weiss ob es nun psychisch oder doch organisch bedingt war oder man einfach nur mal Seitenstiche hatte... Sowas lese ich sehr oft, da stellt ein wirklich kranker Mensch der schon Jahre mit seiner Krankheit kämpft eine Frage in einem Gesundheitsforum und es kommen nur so dumme Kommentare, wie :" Ja, das kenne ich, habe das auch "SCHON MAL" gehabt" Ich meine, es sollen sich nach Möglichkeit nur Leute melden die sowas nicht "auch SCHON MAL" vor 3 Jahren für 5-6 Sekunden gehabt haben. Sondern Leute, die wirklich Tag für Tag damit zu kämpfen haben...

Ich hoffe, das ich damit verständlich erklären konnte was mit Punkt 1 gemeint war.
Ich will von niemandem die Symptome runterspielen, aber ich denke man muss eine Neurose ganz klar von "AUCH SCHON MAL" abgrenzen!

Gruss Andreas

18.08.2013 13:21 • #18


Juris
Hey Andreas,

wie ist das derzeit bei dir mit dem Treppensteigen?

18.08.2013 13:25 • x 1 #19


Hi Juris,
Angst habe ich keine die Treppen zu steigen, ich mache es auch wenn es notwendig ist, jedoch bekomme ich Atemnot, Druck in der Brust und Herzrasen, was danach dann auch stundenlang anhält...

Es ist wahrscheinlich diese unterbewusste Angst, die diese Symptome auslöst, aber Angst vor eventueller Belastung habe ich nicht... Ich hab nur Angst vor den damit verbundenen Symptomen...

LG

18.08.2013 13:40 • x 2 #20




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