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J

Janaa
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Hallo. hatte viel Stress in letzter Zeit. Scheidung und noch immer Stress mit dem Ex-Mann. Eine enge Kollegin hatte einen Schlaganfall. In dieser Zeit war ich krank und hatte hohes Fieber. Als ich den ersten Tag wieder arbeiten war, hab ich die schrecklich Nachricht vom Tod eines anderen nahen Kollegen erfahren.
Dann hatte ich die Symptome wie starke Verspannungen und Schwindel. Deshalb war ich zur Physiotherapie. Danach war mir noch schwindeliger und ich konnte kaum stehen und musste mich dabei immer anlehnen. Beim spazieren gehen ging es mir besser. Aber ein paar Tage später konnte ich nicht mehr richtig gehen. Es war so, als ob meine Beine aus Gummi wären und ich sie nicht richtig kontrollieren kann. Musste mich total auf das Gehen konzentrieren, aber nach ein paar Schritten war ich fertig und panisch. Dann beim Sitzen Zucken alle Muskeln in den Beinen. Bin total angespannt und deshalb versteife ich mich noch zusätzlich beim gehen. Abends hab ich dann richtige Schmerzen in den Beinen. Durch die Angespanntheit merke ich verschiedene Muskel ständig im Körper Zucken. Hab dann im Internet meine Symptome eingeben und bin auf ALS gestoßen.
Nun hab ich jeden Tag panische Angst und es zuckt überall im Körper auch die Zunge manchmal. Ich hatte schon immer Angst vor diversen Krankheiten. War deshalb auch erst letztens zum Kopf MRT. Aber was soll ich bloß machen, wenn ich diese schreckliche Krankheit hätte?
Ich kann nicht mehr. hat jemand ähnliches mal erlebt? Wer kennt diese Symptome?

12.06.2019 #1


118 Antworten ↓
R

Raj
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Es gibt einen Spruch, der mir eigentlich nicht so gefällt, aber zu stimmen scheint. Nicht die Dinge ängstigen uns, sondern die Interpretation der Dinge. Über viele Dinge würde man sich vermutlich nicht großartig kümmern, wenn es nicht das Internet gebe, wo man ungefiltert nach Sachen suchen kann. Und wenn man das erste Mal mit dieser Krankheit konfrontiert wird, dann erschrecken wohl die meisten Menschen. Aber mein Eindruck ist, es gibt deutlich mehr Menschen, die vor ALS Angst haben und deshalb sogar in Behandlung gingen als wirklich ALS-Kranke. Man kann hier sogar von Geschichten lesen, wie Menschen wegen dieser Angst in stationärer Behandlung waren. Das sagt doch schon viel darüber aus, wie selten die eigentliche Krankheit an sich ist.

Zu den Symptomen, Janaa, eigentlich kenne ich die ziemlich gut. Zum einen die Phasen, wo kleine Anstrengungen kurze Zeit später Schmerzen und Muskelkater auslösten. Das passiert mir öfters. Und dann mache ich wieder 10km-Wanderungen und bin am nächsten Tag wieder fit. Manchmal mache ich fast nichts und es tut dann an verschiedensten Stellen weh oder es fühlt sich blöd an. Ich hatte das letztens vor 2 Monaten, wo ich quasi kaum bewegte, aber meine Knie richtig gummiartig wurden. Ich saß in einem Konzert und beide Knie kribbelten wie wild und ich dachte, ich könnte nicht mehr aufstehen. So eine Mischung aus Krampf, Jucken und Kraftlosigkeit. Aber ich konnte normal aufstehen und gehen. Nur es fühlte sich wackelig an. Und die Tage danach gingen die Schmerzen die Beine rauf und runter, hatte sie in Armen und Händen, meist parallel. Ich schreibe das einem möglichen Fibromyalgie-Schub zu. Ärztlich ist das nicht bestätigt, aber letztlich habe ich keine Lust mich von zig Rheumaärzten usw. untersuchen zu lassen, weil es leider keinen direkten Bluttest usw. gibt. Es hat einfach mit meiner Psyche zu tun, dass ich mich bei den Symptomen so reinsteigern kann, dass quasi ein fester Händedruck mir starke Schmerzen bereiten kann, wo andere sagen, das war doch nichts.

Und das zweite ist die Selbstbeobachtung. Wie soll man wirklich sagen können, ob man jetzt schwächer ist als gestern oder letzten Monat? Dazu müsste man hochgenau und reproduzierbar alle möglichen Kraftwerte messen, um das objektivierbar zu machen. Wenn man sich extrem selbst beobachtet, dann nimmt man Dinge wahr, die nicht da sind. Ja, dann kann einem plötzlich das Essbesteck schwerer vorkommen als gestern. Aber am nächsten Tag ist alles wieder normal. Das ist keine wirkliche Schwäche, sondern eine gefühlte. Ich habe mal bei einer Show erlebt, wie jemand einem Mann aus dem Publikum einredete, dass da ein Koffer steht, der gefüllt mit Bleigewichten ist und das es unmöglich ist den hochzuheben und er es gar nicht probieren müsse. Der Mann versuchte es und schaffte es wirklich nicht. Und was war? Der Koffer war leer. Das war reine Einbildung, dass es sich um einen schweren Gegenstand handelte. Der Mensch ist manipulierbar und wir wenden das unbewusst auf uns selbst an. Wenn man das mal durchschaut hat, was unsere Psyche alles anstellen kann, sieht man die Sachen nicht immer, aber öfters entspannter.

24.05.2019 02:07 • x 2 #48


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A


Gangstörungen und Verspannungen - ALS Anzeichen?

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Perle

Perle
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Hallo Janaa,

Du hast einige traurige Erfahrungen in letzter Zeit erlebt, zudem hast Du seit vielen Jahren eine Angststörung. Du sprichst schon gleich am Anfang Deines Threads von starken Verspannungen. Ich finde, da dürfen einem Menschen schon mal im übertragenen Sinne die Beine versagen. Die tragen Dich nämlich durch Dein Leben und vielleicht kannst Du einfach Alles im Moment nicht mehr er-tragen. Verstehst Du?

Letztes Jahr hatte ich auch ganz schwere Beinprobleme. Alle Menschen in meinem Umfeld haben mich nur noch bedauert. Kein Arzt konnte mir helfen. Da kam eine Masseurin in mein Leben, die hat über ein paar Monate alle meine faszialen Verklebungen gelöst. Alle zwei Wochen bin ich da hin und sie hat mich immer 60 Minuten bearbeitet, nur die Beine, hab ich alles privat bezahlt aber das war mir egal, ich war völlig am Ende. Zuhause habe ich mit Faszienrollen gearbeitet, im Wohnzimmer. Ich habe geheult vor Schmerzen aber es hat geholfen, auch Dehnübungen habe ich gemacht.

Du hast ganz sicher kein ALS aber Du musst unbedingt Deine Gedanken verändern. Und bitte werde körperlich aktiv auch wenn Du Angst hast. Du wirst das schaffen. Und bitte mache den Urlaub, Du brauchst ihn dringend. Kauf Dir die Faszienrollen und nimm sie mit und mache die Übungen jeden Tag. Und wenn Du wieder da bist, dann suche Dir privat eine Masseurin, keine Krankengymnastik für 20 Minuten über die Krankenkasse, das bringt Dir gar nichts.

LG Perle

06.06.2019 18:27 • x 2 #66


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M
Es tut mir wirklich leid, dass Du so viel negatives erlebt und durchgemacht hast, aber ich kann einfach nicht verstehen, warum man immer Dr. Google bemüht, statt sich einem richtigen Arzt anzuvertrauen.

Sieh mal, wer soll denn beurteilen können, was die Ursache Deiner Beschwerden ist.

Ich kann auch nicht verstehen, dass hier jeder 2. mit ALS kommt. Bevor man auf Grund von gegoogelten Anzeichen in Panik verfällt, sollte man sich mal etwas schlau über ALS machen (wenn man überhaupt eine an sich eher selten vorkommende Erkrankung in Erwägung zieht, was ich persönlich nicht verstehen kann, wenn die viel wahrscheinlicheren Dinge eher harmlos sind )

Schau mal hier nach ALS, dann wirst Du sehen, wieviele Forenteilnehmer, auf Grund von Zuckungen etc. ALS haben.

Ehrlich, meistens sind es nervöse Störungen, psychische Probleme und An- bzw. Verspannungen. Nur man muss immer von dem exotischsten ausgehen, was google zu bieten hat.

Ich gehe bei Dir, auch weil Du so eine psychische Belastung hast eher von vorgenannter Ursache aus, aber empfehle Dir trotzdem einen Arztbesuch und ein Abklärung.
Solltest Du schon bei Arzt gewesen sein ( Kopf MRT ), dann solltest Du diesem auch mal vertrauen und nicht weiter nach möglichen Exoten googlen.


edit: Ich hatte nach Physio und Osteopathie auf Grund von HWS Problemen auch extremen Schwindel und Tinnitus.Natürlich war ich beim HNO, der dann einen gutartigen Tumor im Kopf nicht ausschließen und mich zu weiteren Untersuchungen ( MRT etc.) schicken wollte. Ich habe das allerdings nicht gemacht und mein Schwindel ist auch so besser geworden ( noch nicht ganz weg, aber fast ).

x 2 #2


J
Hallo med, vielen Dank für Deine Antwort. Aber solche Symptome bezüglich nicht mehr richtig stehen und gehen zu können, hatte ich noch nie. Das fühlt sich schon sehr beängstigend an.
Und jetzt nach der Scheidung einer sehr schwierigen Ehe und nun einen neuen lieben Partner kennen gelernt. Habe auch ein 14-jähriges Kind. Mir darf doch nicht ausgerechnet so eine schlimme Krankheit passieren. Wie sollte man das aushalten? Ja ich soll jetzt zum Neurologen. Aber da bekommt man natürlich nicht so schnell einen Termin. Und diese Krankheit ist wohl auch nicht so schnell zu erkennen....und ständig diese Zuckungen in den Beinen....
Oder soll ich mir Beruhigungsmittel besorgen?

#3


domi89
Also ich habe mich auch viel mit ALS beschäftigt weil ich auch Zuckungen habe. Schwindel ist kein Symptom einer ALS.
Auf jeden Fall gehört das abgeklärt, aber bei den Umständen die du hast würde ich auch eher denken dass da was Psychisch nicht i.O. ist.

Und med hat recht: Googlen ist Gift und ALS ist sehr selten.

Zitat von Janaa:
Und diese Krankheit ist wohl auch nicht so schnell zu erkennen....

Stimmt so nicht ganz.

x 2 #4


M
Zitat von Janaa:
Mir darf doch nicht ausgerechnet so eine schlimme Krankheit passieren. Wie sollte man das aushalten? Ja ich soll jetzt zum Neurologen. Aber da bekommt man natürlich nicht so schnell einen Termin. Und diese Krankheit ist wohl auch nicht so schnell zu erkennen....und ständig diese Zuckungen in den Beinen....
Oder soll ich mir Beruhigungsmittel besorgen?


So eine Erkrankung darf eigentlich niemandem passieren und Gott sei Dank kommt sie auch nicht gerade häufig vor.
Beim Neurologen bekommst Du über die Terminstellen der Krankenkassen spätestens in 14 Tagen einen Termin, manchmal geht es schon früher, wenn man bei einem anruft und sagt, dass man kaum mehr gehen/stehen kann.

Beruhigungsmittel besorgt man sich nicht so einfach ( außer Baldrian etc. ), aber Du solltest unabhängig von der jetzigen Problematik über eine Therapie ggfs. mit Tabletten nachdenken.

#5


J
Meinst Du ein Neurologe erkennt das schnell?

#6


M
durchaus

#7


J
Und wenn es doch so was wäre?

#8


M
Dann wirst Du wohl oder übel damit leben müssen, oder was sonst könntest Du tun?
Aber diese "was wäre wenn"-Gedanken sind überflüssig, denn sie ändern nichts, sondern schaukeln nur die Panik hoch.

x 2 #9


J
Aber ich habe schon mein halbe Leben eine Angststörung also schon über zwanzig Jahre....wie kann man mit Angst mit so einer Krankheit leben?
Und mein Kind?

#10


M
Zitat von Janaa:
Aber ich habe schon mein halbe Leben eine Angststörung also schon über zwanzig Jahre....wie kann man mit Angst mit so einer Krankheit leben?
Und mein Kind?


Wäre es nicht sinnvoller, Dir darüber erst dann Gedanken zu machen, wenn Du eine solche Diagnose erhalten würdest.
Du treibst Dich gerade in eine Panik, die zu nichts führt, außer zu weiteren körperlichen Problemen.

#11


J
Und wie kann ich diese Gedanken abstellen? Ich bin voller Angst und kann auch die Angst nicht stoppen.
Wenn ich zum Neurologen gehe und vielleicht noch vor Angst zusätzlich zittere, kann er diese Zuckungen dann überhaupt unterscheiden?

#12


M
Zitat von Janaa:
Und wie kann ich diese Gedanken abstellen? Ich bin voller Angst und kann auch die Angst nicht stoppen.
Wenn ich zum Neurologen gehe und vielleicht noch vor Angst zusätzlich zittere, kann er diese Zuckungen dann überhaupt unterscheiden?


Ich bin leider keine Psychologe und wenn ich wüsste, wie man Ängste stoppen kann, wäre ich nicht in diesem Forum Smile

Vielleicht solltest Du zu einem Neurologen, der auch Psychiater ist gehen ( diese Kombi gibt es sehr häufig ). Bis dahin kann Dir der Hausarzt ggfs. etwas beruhigendes verschreiben.
Du wirst sicher nicht der 1. und einzige Patient sein, der beim Arzt extreme Angst hat, dennoch kann der Arzt die Untersuchungen richtig beurteilen.

#13


petrus57
Zitat von Janaa:
Es war so, als ob meine Beine aus Gummi wären und ich sie nicht richtig kontrollieren kann. Musste mich total auf das Gehen konzentrieren,


So ähnlich geht es mir seit Jahren. Bei mir hat es mit einem heftigen Hexenschuss angefangen. Aus Angst vor dem nächsten Hexenschuss waren meine Beine wie aus Gummi.Die haben nur gezittert.


Die Angst kam wohl daher, dass ich vor Jahren mal einen Hexenschuss hatte und ich meinen Oberkörper und den Kopf nicht mehr bewegen konnte. Jahre später hatte ich mal einen Hexenschuss, da ist mir der Hexenschuss wie ein Stromschlag ins Gehirn geschossen. Da hatte ich das erste Mal eine richtig fette Panikattacke. Dachte natürlich an einen Schlaganfall.

Habe mir vor kurzem Walkingstöcke zugelegt. Die geben mir ein bisschen mehr Sicherheit beim spazieren.

Bei mir ist es aber auch so, dass ich schlechter laufe, wenn es mir auch psychisch schlechter geht. Dann fehlt mir einfach die Körperspannung.

LG Petrus

x 2 #14


J
Hallo Petrus, hast Du denn auch ständig Zuckungen in Deinen Beinen?

#15


domi89
Zitat von Janaa:
Zuckungen in Deinen Beinen?

Die haben nichts mit einem Hexenschuss zutun. Ich hab auch ständig Zuckungen. Allerdings weiß ich auch dass diese von der inneren Anspannung kommen.
Such die auf jeden Fall einen Psychotherapeuten. Und gehe parallel zum Arzt.

#16


petrus57
Zitat von Janaa:
Hallo Petrus, hast Du denn auch ständig Zuckungen in Deinen Beinen?


Meist in den Unterschenkeln. Ab und zu auch im Oberschenkel. Das haben viele und ist wohl auch nicht bedenklich.

Oft habe ich beim Einschlafen, dass mein ganzer Arm, das ganze Bein oder auch der Bauch zuckt. Aber so richtig heftig.

x 1 #17

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J
Meine Beine zucken den ganzen Tag. Und abends im Bett tun die Beine richtig doll weh. Kommen die Schmerzen von den Anspannungen? Wenn ich sitze und es zuckt überall, dann spanne ich die Beine an und es wird weniger. Aber dann zieht es auch schmerzhaft und lasse ich wieder locker, dann zuckt es überall besonders schlimm. Das ist furchtbar.

#18


domi89
Was fragst du denn uns noch? Geh zum Arzt, so schnell wie möglich. Warst du schon beim Hausarzt welcher dich zum Neurologen überwiesen hat? Was sagt der dazu?

#19


J
Habe eine Überweisung zum Neurologen bekommen. Aber leider erst am Freitag einen Termin. Der Hausarzt hat nichts weiter dazu gesagt.
Sorry, dass ich das alles Euch schreibe. Aber ich bin allein zu Hause und hab solche Angst.
Hört sich nicht so gut an alles....?

#20


A


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