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Hi,

ich dachte, ich eröffne mal wieder ein thema in der hoffnung auf eventuelle gleichgesinnte zu treffen.
ich hab schon lange eine angststörung, die sich mal mehr mal weniger durch extreme angst vor depressionen äußert. das begann damals mit wiederkehrenden panikattacken und einem furchtbaren dauerzustand voller angst, das ist aber schon 4 jahre her. im moment bin ich wieder in so einer sorgen phase, welche sich einfach so äußert, dass ich mir permanent rund um die uhr sorgen mache, ob ich depressiv sein könnte, bin quasi davon überzeugt. meine therapheutin und 2-3 oberärzte der psyciatrischen ambulanz meinten, bei mir seien das einfach nur nicht greifbare sorgen/ängste, aber nichts was auf eine depressive episode hinweisen lässt. habe genug antrieb, keine schlafstörungen, kein interessenverlust, ledeglich bin ich dadurch, dass ich viel überlege und eben diese sorge habe, etwas freudlos und treffe mich zur zeit abends nicht mit meinen freunden, da ich sorge hab, ich könne das nicht richtig genießen und wäre dann nur in gedanken. mittags bin ich arbeiten (fsj), auch wenn das wenig anspruchsvoll ist, laufe gerne draußen, ja, nur hab ich diese ständige sorge in mir, die sich einfach ot in einem permanenten "mies-gefühl" äußert, was mich etwas in meiner stimmung bremst. geht es wem ähnlich hier? dieses ständige bedrohlich-besorgte, richtig unangenehm, nervig. vor allem hält die beruhigung, die die ärzte mir verschaffen, indem sie sagen ich bin nicht depressiv, nur ein oder 2 tage an, dann fange ich wieder an zu zweifeln.

30.04.2017 20:06 • 08.05.2017 #1


59 Antworten ↓


kopfloseshuhn
HI!
Das Problem haben hier ja viele, dass sie den Ärzten entweder nicht glauben können oder immer wieder neue Bestätigung suchen.
Ganz egal um welche Diagnose es dabei geht.
Aber mal ehrlich, was wäre denn so schlimm an einer Depression? Auch diese wäre gut therapierbar. Warum macht dir ausgerechnet die Depression so viel Angst?

Grüße

01.05.2017 09:35 • x 1 #2



Beruhigung der Ärzte hält nicht lange

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Naja, google machts möglich man liest ja überall, "dwpressionen die immer wiederkommen" , "alle depressiven haben Suizidgedanken" etc. Ich lebe sehr gerne und möchte unter keinen Umständen solche Gedanken entwickeln oder auch die Vorstellung mich an nichts mehr freuen zu können ist der Horror.
Mein Problem an der Sache ist, dass man mir eine Depression diagnostiziert hatte vor 4 Jahren, diese aber eigentlich eine Angst/panikstörung war, ich die Symptome nicht ordnen konnte und denen etwas von Antriebslosigkeit und Suizidgedanken erzählt hatte, was nie und nimmer der Fall war. Im Gegenteil. Das hat mich gebrandmarkt.

01.05.2017 10:53 • #3


Rockinger
Guten Morgen.
Kann es sein, das du nicht Angst vor der Depression an sich hast, sondern eventuell vor der Stigmatisierung als schwach? Es wurde deshalb ja auch der "Burnout" erfunden, als "coole" Alternative.
Ich kenne das Gefühl, Ärzten nicht mehr zu vertrauen nur zu gut, einfach dadurch, das jeder etwas anderes erzählt. Und - wohlgemerkt nur aus meiner Erfahrung - ist Depression auch oft eine Verlegenheitsdiagnose, zack Rezept mit dem jeweiligen Mode AD und tschüss...
Wenn dir also von mehreren Ärzten übereinstimmend gesagt wird, das du KEINE Depression hast, sollte es stimmen.

01.05.2017 10:57 • #4


la2la2
Dadurch, dass du 24/7 permanent Angst vor einer Depression hast, stresst du dich nur unnötig und das Risiko eine "echte" Depression zu bekommen steigt dadurch nur. Im Grunde schaffst du dir grad eine atypische Depression: Zwar liegst du nicht antriebslos im Bett, die Gedanken an eine Mögliche Depression verhindern aber dass du das Leben genießen kannst.

Zitat:
Mein Problem an der Sache ist, dass man mir eine Depression diagnostiziert hatte vor 4 Jahren

Dann entsorgst du halt die Akten im Müll und erwähnst es nie wieder. Nur bei Berufsunfähigkeitsversicherungen, Verbeamtung und zur Aufnahme in die private KV können dir durch Verschweigen von irgendeiner Meinung/Diagnose von irgendeinem Arzt, Nachteile entstehen.

Falsche F-Diagnosen kommen sehr oft vor. Es kommt sogar vor, dass ein Radiologe eine Röntgenaufnahme macht, zum Ergebnis kommt, dass der Knochen vollkommen in Ordnung ist. Ein anderer Arzt schaut sich die gleichen Aufnahmen an und sieht einen Bruch. Hier ist offensichtlich, dass der Radiologe eine Fehldiagnose gestellt hat.
Bei Psychiatern und Psychologen ist es nicht anders. Da ist alles sogar viel schwammiger. Wenn du jetzt zu einem dritten Arzt unabhängig von den vorherigen gehen würdest, ist es nicht unwahrscheinlich, dass man dir eine andere Diagnose stellt.

01.05.2017 11:11 • #5


Danke für eure Antworten. Also ich hab keine Angst davor als schwach oder Versager abgestempelt zu werden, mir ist das egal, was die Leute von mir denken. Ich habe nur Angst eines Tages im Bett zu liegen und mich an nichts mehr erfreuen zu können und den Zustand nicht mehr wegzubekommen und Suizidgedanken zu entwickeln. Das ist so die Horror Vorstellung, vor der ich Angst habe.
@lala: ja, dadurch dass ich ständig drüber nachdenke und solche Sorgen habe geht es mir zwangsläufig nicht gut, was ja keine Depression ist aber einfach eine logische Folge solcher Gedanken.
Ich war schon bei vielen Therapeuten und Ärzten, die mir allesamt das selbe ungefähr bestätigt haben, dass bei mir das alles Angst bedingt ist und ich einfach nur sorge habe, sonst nix. Hmmm, eine atypische Depression ist ja wenn man viel schläft und viel isst, oder? Also das finde ich bei mir nicht, ich schlafe ca. 8-9 Stunden und esse normal.

01.05.2017 12:54 • #6


la2la2
Zitat:
Ich war schon bei vielen Therapeuten und Ärzten

Dann weißt du ja jetzt, an wen du dich wenden kannst, falls du wirklich irgendwann mal Suizidgedanken bekommst und die Symptome einer "echten" Depression hast.

Zitat:
Hmmm, eine atypische Depression ist ja wenn man viel schläft und viel isst, oder?

Damit war gemeint, dass du durch deine Angst und das daras resultierende Verhalten, Symptome einer Depression hast.
Zu den Symptomen einer Depression gehören: Ängste, Pessimismus, Grübeln statt den Moment zu genießen und natürlich wie du schreibst permanentes "mies Gefühl".
Jetzt komm nicht auf die Idee das mit Antidepressiva behandeln zu lassen.

01.05.2017 13:09 • #7


Hm ich muss sagen ich nehme seit 4 Jahren Antidepressiva (Citalopram, jetzt Venlafaxin), meine therapheutin meinte jedoch auch ,dass das wohl unnötig sei. andere ärzte wollen mir jetzt wegen den unbegründeten sorgen Amitryptylin geben will ich aber nicht.
ja dieses ständige "bedrohlich/warnstellungs-gefühl" ist sehr nervig, aber so richtig pessimistisch bin ich nicht. ich grüble nur ständig oder oft, ob ich denn eine depresson haben könnte, was mich natürlich stimmungstechnisch schlecht dastehen lässt.
meinst du damit, dass ich keine depression habe, jedoch durch die sorgen so "gebremst" bin, dass es mir zwangsläufig nicht gut geht? So oder?

01.05.2017 14:14 • #8


la2la2
Ohje, lies dir mal den Beipackzettel durch.
http://www.onmeda.de/Wirkstoffe/Venlafa ... nt.html

Meine Aussage war etwas tiefgründiger gemeint und kritisch gegenüber dem Standardvorgehen der Ärzte. Sehr oft wird ein Patient mit "Depressionssymptomen" zum Psychiater oder Psychologen geschickt. Der schaut sich das oberflächlich an und stellt die Diagnose "Depression" - eine Diagnose die fast immer passt. Dann gibts irgendwelchen Chemiekram und Gesprächstherapie - der Patient muss mit dem Problem zurechtkommen. Bei gründlichen Untersuchungen ist es jedoch nicht selten, dass es eine organische Ursache gibt, z.B. ein starker Folsäure Mangel vorliegt. Bekommt der Patient nun Folsäure, sind innerhalb von wenigen Tagen alle Depressionssymptome verschwunden (weitere Gesprächstherapie oder Antidepressiva unnötig). Hatte der Patient dann eine "Depression" oder einen Folsäuremangel, der die Symptome verursacht hat, den man jedoch eigentlich nie als "Depression" hätte diagnostizieren dürfen?

In deinem Fall verursacht die Angst vor der Depression Symptome, die man einer Depression zuordnen könnte. Analog zum Beispiel müsstest du jetzt einfach deine Angst überwinden und alle Symptome wären verschwunden. Die Ärzte verordnen dir jedoch Chemiekram und Gesprächstherapie. Smarties wären da genauso wirksam, hätten jedoch weniger Nebenwirkungen.

01.05.2017 14:41 • x 1 #9


Ja, diese nebenwirkungen sehen nicht gradde vertrauenserweckend aus :/ glücklicherweise bin ich davon weitestgehend verschont geblieben, auch wenn ich in mir drin selber weiß, dass ich genauso gut tic tac essen könnte jeden morgen. die these von wegen serotoninmangel im gehirn blabla bröckelt ja langsam auch, mal sehen was da kommt in nächster zeit...
jaaa aber, was unterscheidet mich denn dann von der klassichen depression? ich meine, ob ich jetzt die symptome bekomme oder sie durch angst ausgelöst werden, spielt das eine rolle? ja gut, antrieb, interesse und mit abstrichen freude hab ich, konzentrieren kann ich mich, schlafe wie ein stein, und apptetit hab ich auch. also ausser den sorgen hab ich nichts.

01.05.2017 16:57 • #10


kopfloseshuhn
Zitat:
ich meine, ob ich jetzt die symptome bekomme oder sie durch angst ausgelöst werden, spielt das eine rolle?


Nein im Grunde wohl nicht.
Ich habe eine chronische ptbs. Und aufgrund dieser zählt zu den Symptomen auch ANgst und Panik. Weshalb ich wohl eher selten die klare Diagnose einer Panikstörung bekommen werde. obwohl das zutrifft.
Macht es das besser? nein natürlich nicht.
Es spielt aber eine Rolle woher die Symptome kommen, weil die Behandlung dann eine andere ist.

in deinem fall muss keine depression behandelt werden weil die Angst die Symptome auslöst. Die Neigung zu grüblen und daher natürlich auch die lustlosigkeit.

Wie soll man auch Spaß an etwas haben wenn man Angst hat? Das ist so schwierig.

Aber du lähmst dich mit dieser Angst echt nur selbst.

01.05.2017 18:25 • #11


Okay ja dann meinst du das ist wirklich keine klassische Depression so wie man sie kennt sondern einfach ein paar "vorgegaukelte" Symptom in Form von grübeln und sorgen?
Dann brauch ich theoretisch keine Angst haben mein Leben lang mit wiederkehrenden Episoden leben zu müssen?

01.05.2017 18:37 • #12


kopfloseshuhn
Ich bin zwar kein Psychiater aber ja, so würde ich das meinen!

01.05.2017 18:45 • #13


Achso deshalb sagen mir das auch alle, dass ich keine hab, obwohl ich micht nicht so gut fühle.

01.05.2017 19:02 • #14


Kommt diese allgemeine Besorgtheit/Herabgestimmtheit dann wohl auch daher, geh ich mal davon aus. Variiert aber, kommt immer darauf an, wie man mich beruhigen kann.

01.05.2017 19:58 • #15


Rockinger
Zitat von Rockinger:
Und - wohlgemerkt nur aus meiner Erfahrung - ist Depression auch oft eine Verlegenheitsdiagnose, zack Rezept mit dem jeweiligen Mode AD und tschüss...
Wenn dir also von mehreren Ärzten übereinstimmend gesagt wird, das du KEINE Depression hast, sollte es stimmen.


Ich zitiere mich quasi noch mal selber

01.05.2017 20:34 • x 1 #16


Zitat von Rockinger:

Ich zitiere mich quasi noch mal selber


Tief in mir drin weiß ich das selber, da ich immer ein hoffnungsvoller lebensfroher mensch mit einer tollen familie war, jedoch lässtm ich diese doofe angst/sorge oft zweifeln, da diese sorge vor depressionen mein wunder punkt ist, auch wenn ich noch nie eine hatte
aber mal sehen: meine therapheutin kennt mich seit dezember, sagte, sie hält antidepressiva bei mir für wenig sinnvoll, hat mir geraten, meine gedanken am bahnhof auf vorbeifahrende züge zu setzen, was sie keinem akut depressiven raten würde (versteht sich von selbst ) und beton immer wieder die angststörung bei mir.
dazu etliche ärzte, darunter erfahrene oberärzte, die mir nach einer halben stunde reden oft gesagt hatten: das ist angst/zwang, keine depression. dazu kann ich in und wieder mein hirn einschalten um zu merken, dass ich weder interessen- noch antriebslos bin, ledeglich etwas freudlos und gehe nicht mehr so mit kollegen abends weg, da ich angst habe, ich könne das nicht genießen.
Das sollte ich mir immer wieder vor augen halten
ich danke dir

01.05.2017 21:23 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Im Moment wieder am Zweifeln und weiss nicht warum, sage mir immer selber vor "ich hab keine Depression" aber bin einfach so verunsichert mit diesem permanenten bedrohlich/mies Gefühl, dass ich sofort denke alle Ärzte täuschen sich

02.05.2017 13:11 • #18


kopfloseshuhn
Wie zum Henker soll man sich auch mit so viel Angst gut fühlen?
Wie sollst du dich froh und glücklich fühlen wenn du Angst hast und dir tagein tagaus den Kopf darüber zerbrichst?
Wie sollst du Freude an etwas finden, wenn du ANSGT hast du könntest evtl keine empfinden?

such dir Leichtigkeit.
Sei albern, lass los.
geh spazieren, laufe nicht, hüpfe wie ein Kind. Schalte den Kopf aus.

Und ja das IST schwerer als es sich schreibt. Aber all dieses was ist wenn....hilft dir NICHT!

Wird es nie.
Die Krankheit ist die Angst. DIe Krankheit ist der Zweifel und das Grübeln.
Gib deinem Kopf mal etwas anderes zu tun

02.05.2017 13:15 • x 1 #19


Hallo aletschhorn,
ich kann dir ein sehr gutes Buch empfehlen. Es heißt "jetzt" von Eckhart Tolle.
In diesem Buch beschreibt er den Zusammenhang mit dir, deinem Verstand, die Damit verbundenen Ängste und gibt gute Tipps die Stimmen deines Verstandes zu verstehen und zu minimieren.
Dieses Buch wird dir sehr viel
Klarheit bringen, wenn du dich darauf einlässt.
Es ist nur dein Verstand der dir etwas vorgaukelt.
Versuche nicht dagegen anzukämpfen. Es ist etwas in dir, was raus muss! Und das gelingt dir wenn du deinem Verstand zuhörst und nicht dagegen anredest. Es wäre so, als würdest du dich selbst bekämpfen.
Das macht die Gedanken des Verstandes nur noch stärker, denn dein Verstand ernährt sich von deinen Ängsten und dem nicht akzeptieren.
Du beginnst sozusagen dich mit deinem Verstand zu identifizieren.
Lg

02.05.2017 13:33 • #20



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