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26.12.2007 17:16 • 05.11.2019 #1


571 Antworten ↓


Hallo Tina,

etwas kommt mir an deinen Aussagen merkwürdig vor:

Du hast so große Todesangst, dass du dich umbringen möchtest?

Irgendwie passt das doch nicht zusammen, oder doch?


Meine Meinung dazu ist, dass du dich jetzt vielleicht mal ernsthaft mit dem Sterben befassen solltest. Was bedeutet der Tod für dich? Was ist "Sterben" deiner Meinung nach? An welcher Todesart möchtest du am liebsten sterben? Was würde es für dich bedeuten, jetzt schon zu sterben? Was würdest du dann am meisten vermissen oder bedauern?
Was denkst du, wie es nach dem Tod weitergeht?
Und was bedeutet "Leben" für dich?

26.12.2007 19:28 • #2


Liebe Tina,
einen Rat kann ich Dir leider nicht geben, aber Du sollst wissen das es auch andere gibt, die genau das gleiche Problem haben. Ich kenne diese Todesängste, wenn man sich nicht mal mehr traut sich zu bewegen aus Angst vor einem Infarkt. Es gab Zeiten da hatte ich die goldene Kundenkarte beim Notarzt so oft habe ich dort angerufen. Trotz ambulanter und stationärer Therapie wurde es nicht viel besser. Mein Therapeuth sagt immer "der einzige der mir helfen kann bin ich selbst". Leider habe ich das bis heute nicht geschafft.
Ich nehme seit ein paar Wochen täglich eine Bachblütenmischung gegen Ängste. Die Attacken sind seitdem nicht mehr ganz so heftig. Ob es daran liegt weiß ich nicht, wahrscheinlich bilde ich mir das nur ein, eben alles psychisch wie ja auch unser Leiden.

ich wünsche Dir viel Kraft
alles Gute

viele Grüße

26.12.2007 19:32 • #3


Hallo Sonate1

Vielen lieben Dank für deine Antwort!

Es tröstet mich, dass auch andere diese Probleme habe, ich komme mir oft vor wie dier einzige Idiot unter all den funktionierenden und lebensfrohen Menschen.....

Das mit den Therapeuten (auch stationär) kenne ich sehr gut aus eigener Erfahrung...

Ich habe durchaus einen Zugang zu Bachblüten... nehme ab und zu mal die rescue-Tropfen. Was hilft dir denn=

26.12.2007 21:25 • #4


Hallo Sonate!

Vielen lieben Dank für deine Antwort!

Es tröstet mich, dass auch andere diese Probleme habe, ich komme mir oft vor wie dier einzige Idiot unter all den funktionierenden und lebensfrohen Menschen.....

Das mit den Therapeuten (auch stationär) kenne ich sehr gut aus eigener Erfahrung...

Ich habe durchaus einen Zugang zu Bachblüten... nehme ab und zu mal die rescue-Tropfen. Was hilft dir denn?

26.12.2007 21:27 • #5


Hallo akeleia!

Auch dir Danke für deine Antowrt!

Ich habe zwar große Todesangst, aber ich weiß halt nicht mehr, wie lange ich das noch aushalten kann. Dann sehne mich eben danach, dass alles vorbei ist und ich endlich Ruhe habe. ich habe eigentlich nur Angst, einen grausamen plötzlichen Tod zu sterben (Herzinfarkzr eben), wenn ich allerdings einfach "friedlich" einschlafen könnte (z.B. Tabletten nehmen), dann wäre das für mich nicht so schlimm. Kannst du das vielleicht ein bißchen verstehen?

Ich habe mich schon sehr lange mit dem Thema Tod beschäfttigt und auch schon Todesfälle in der Familie und im Freundeskreis miterlebt. Das war sehr schlimm für mich.

Nach dem Tod stell ich mir eigentlich nichts mehr vor, einfach nur Ruhe. Und das Leben hat mich leider schon seit meiner Kindheit in Angtst und Schrecken versetzt, ich hatte eine angsterfüllte Kindheit und es fällt mir sehr schwer, Vertrauen in das Leben und auch in meine Kräfte und Bewältigungsstrategien zu setzen, weil diese schon so sehr aufgebraucht bin, dass ich eben kaum noch Kraft und Reserven habe. ... ich will aber trotzdem noch nicht aufgeben und nehme daher den Kampf mal wieder auf!

Lieben Grüße und Danke!

26.12.2007 21:33 • #6


Hallo Tina,

was ist denn in letzter Zeit geschehen, dass du deine Stabilität verloren hast? Besondere Ereignisse in der Familie, im Beruf, zu viel Stress?

Den Herzproblem kenne ich nur allzu gut. Im Sommer letzten Jahres hatte ich exakt die gleichen Symptome wie bei einem Herzinfarkt. Nach einem EKG, dem Blut-Trop-Test, einem großen Belastungs-EKG die Diagnose: total körperlich gesund. Übermäßiger Stress und zu hohe Anforderungen an mich selbst haben diese Psychosomatischen Symtome ausgelöst. Auch immer dazu die Angst: Mein Vater ist mit 44 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben.
Nach einen Aufenthalt in einer Psychosomatischen Klinik im Sommer 07 - 6 Wochen - gehts mir wieder gut. Mein Leben habe ich umgekrempelt. Arbeite weniger und habe mehr Bewegung. Die Angstsymptome (Herzprobleme) sind weg. Nur die Angst beim Autofahren schleicht sich hin und wieder ein. Jedoch habe ich in der Reha gelernt, damit umzugehen. Die Reha hat auch den großen Vorteil, dass du aus deinem Umfeld (Partner, Familie, Beruf) rauskommst und nur für dich da sein mußt und darfst.
Wenn du willst, schreibe ich dir, auch gerne im persönlichen Mail, was in einer Reha so passiert.

Herzlich
Michael

28.12.2007 21:14 • #7


Hallo Michael!

Danke für deine Nachricht!

Es gibt die letzte Zeit bei mir einiges an Angstauslösern: zuviel beruflicher und privater Stress (3 Jahre Studium neben dem Job, 2 Jahr Hausumbau, "Ehekrise" ... bis hin zu Gedanken um Klimawandel und Weltfrieden...) .. es gibt viel zu viele Dinge, die mir immer mal wieder große Angst machen und es ist manchmal sehr schwer, diese Gedanken zu stoppen. Manchmal gelingt es mir aber doch, dem Leben ein bißchen was schönes und auch einen "Genuss" abzugewinnen, diese Momente sind aber eher selten.

Ich war im letzten Jahr ebenfalls ein einer psychsomatischen Klinik, für 4 Wochen. Das hat mich auf jeden Fall gestärkt und etwas zur Ruhe kommen lassen, doch leider sind die Symptome und Ängste dadurch nicht verschwunden. Wie sollten sie auch, begleiten sie mich doch nun schon 20 Jahre und haben sich schon ein großes Sück weit "verselbständigt".

Momentan geht es mir wieder etwas besser, auch durch solche Beiträge wie von Dir und den Austausch untereinander. Echt Wahnisnn, wieviele Menschen es mit diesen Ängsten gibt. Erschreckend und beruhigend zugleich ......

Ich nehme schon seit 3 Tagen jetzt keine Tabletten mehr und kämpfe jeden Tag auf's Neue! Ich gebe nicht auf!

Ich werde im neuen Jahr gleich Kontakt zu einer SHG in der Nähe aufnehmen, davon vespreche ich mir sehr viel. Außerdem werde ich meine Therapie intensivieren (derzeit nur Gespräche im 6-Wochen-Rhytmus; ich möchte alle 1-2 Wochen einen Termin, auch mit Konfrontation in angstauslösenden Situationen ... hatte ich früher mal gemacht ... hatte dann aber nie Angst, wenn der Therapeut dabei war... werde es jetzt nochmal versuchen).

Zudem habe ich mir gerade 4 Bücher bestellt, von denen ich mir auch noch etwas Rat und "moralische Unterstützung" erhoffe.

Und ich habe mir vorgenommen, auch im Beruf etwas kürzer zu treten. Ggfs. bekomme ich personelle Unterstützung in meinem Büro und außerdem habe ich vor, ab 01.01./01.04.2009 nur noch Teilzeit zu arbeiten (früher ist es mir aus finanziellen Gründen leider nicht möglich).

Du siehst, ich habe einige gute Vorsätze! Ich hoffe, dass ich längerfristig wieder stabiler werde und bald durch dieses Tal durch bin.

Wie gehst du eigentlich in absoluten Notfällen mit der Angst um? Hast du solche Panikattacken noch?

Liebe Grüße
Tina

29.12.2007 12:45 • #8


Hallo Tina,

meine letzte -kleine- PA hatte ich vor einer Woche im Büro. Sofort kamen die Herzprobleme. Da ich jedoch weiß, dass organisch alles o.k. ist, habe ich gelernt, mit Atemübung (Bauchatmung) und Entspannungstechnik (Progressive Muskelentspannung nach Jakobson) damit umzugehen. Ich mache in der Mittagspause oft meine Progr.Muskelentsp. - Tür zu, und 15 Minuten für mich -.

Einen Tipp hab ich noch: Durch schnelles Walking (7 km die Stunde) habe ich mein Herz herausgefordert und gespürt, dass das Herz einen prima Job macht und ich zu sportlichen Leistungen fähig bin. Das Herz darf ruhig schnell schlagen, der Puls darf schon mal 180 betragen. Aber immer mit der inneren Einstellung ... das ist völlig normal bei so einer Anstrengung. Durch dieses Training (in der Reha damit angefangen) habe ich ein besseres Gefühl zu meinem Körper bekommen.
Auch beim Autofahren (mein Hauptproblem) treten auf der Autobahn mal hin u. wieder Ängste auf. Also wieder: Nicht hyperventilieren, ruhig u langsam ausatmen, Bauchatmung machen ... die Angst geht langsam weg.
Entspannung und Bewegung haben mir gutgetan.
Also: Sport u. Entspannung.

Wenn du möchtest kann ich dir auf deiner Privatmail in diesem Forum
eine Atem-Entspannungsübung senden (Neben meinem Beruf bin ich seit November 2007 Kursleiter für Progr. Muselentspannung nach Jakobson; mein erster Kurs mit 6 Teilnehmern beginnt im Januar).

Herzlich
Michael

30.12.2007 16:34 • #9


Hallo Tina,

hab noch was vergessen: Die Videos: schau mal unter den Sonnenblumen der Dritte Absatz Agoraphobie Video - schwarz unterlegt -

Michael

30.12.2007 16:35 • #10


Hallo Michael!

Mal wieder danke für deine Email!

Die Videos habe ich inzwischen gefunden (oje, ich bin manchmal echt blind), sie aber noch nicht angeschaut, was ich jedoch in Kürze nachholen werde.

Das mit dem Sport klingt interessant, aber leider ist das wohl nichts für mich. Bei mir kann es nämlich vorkommen, dass ich gerade wegen Sport eine PA bekomme, gerade WEIL das Herz so schnell schlägt und mich an eine PA erinnert. Ich bin dann nicht mehr in der Lage, dies kognitiv zu trennen (Herz schlägt schnell wegen Sport), sondern spüre einfach nur noch den schnellen Herzschlag .. und schwupp, ist die PA da. Insgesamt halten mich die PA's aber nicht davon ab, Sport zu machen, aber eher moderat (max. Puls von 140 - 150), zu mehr fehlt mir der Mut. Naja, vielleicht bin ich auch ab und zu mal drüber, denn ich benutze keinen Pulsmesser mehr, weil mich dieses Ding fast verrückt gemacht hat.

Das mit der progressiven ME habe ich auch schon mal probiert. Es war gar nicht so verkehrt, sollte ich vielleicht mal wieder reaktivieren. Von daher: es wäre nett, wenn du mir die Atem-Entspannungsübung senden könntest, von der du mir geschrieben hast.

Ich habe inzwischen sehr gute Erfahrungen mit der Meditation gemacht. Es tut mir gut, die Stille zu spüren und meinen Kopf "leer" werden zu lassen. Das gelingt zwar nur selten (meistens schwirren mir dann doch viele Gedanken durch den Kopf), aber ich versuche dann, sie nicht festzuhalten sondern "ziehen" zu lassen, wie Wolken oder wie Blätter in einem Bach.

Ich wünsche dir hiermit einen guten Rutsch ins neue Jahr und ich wür5de mich freuen, wieder von Dir zu hören!

Herzliche Grüße
Tina

31.12.2007 18:42 • #11


Hallo Tina,

da haben wir ja zwei Sachen gemeinsam: Angst/PA und die Liebe zur Nordsee.
Deshalb habe ich versucht, den Leuchtturm von Norderney abzubilden.

Herzlich Michael

01.01.2008 16:18 • #12


hi Michael!

*lach*, du hast es nicht nur versucht, es ist dir auch gelungen

Schön, dass wir das gemeinsam haben, wobei ich auf die Gemeinsamkeit der PA's eigentlich auch gerne verzichten könnte.... es jährt sich jetzt im Januar bereits zum 21. Mal .... so viele Jahre.... aber es hat uns sicherlich auch im positiven Sinne zu Menschen gemacht, die wir sonst nicht geworden wären.

Mir geht es seit ein paar Tagen wieder erheblich besser (auch wegen des Forums hier) und ich werde mich auch weiterhin nicht unterkriegen lassen.

Liebe Grüße
Tina

01.01.2008 18:21 • #13


14.03.2008 17:45 • #14


24.11.2008 17:52 • #15


Hallo!

Das Problem kenne ich nur zu gut. Bei jedem kleinen Anzeichen bekomme ich auch direkt Panik. Das schlimmste ist dieser Druck auf den Brustkorb oder die Herzschmerzen.
Bis vor zwei Wochen habe ich auch morgens und abends einen halben Betablocker genommen. Es ging mir eigentlich ganz gut, dann bekam ich wieder dieses plötzliche Herzrasen. Im Krankenhaus wurde dann aber das WPW Syndrom festgestellt. Den Betablocker sollte ich dann absetzen, jetzt nehme ich mit Rücksprache meiner Ärztin eine halbe morgens.
Bei mir waren soweit alle Untersuchungen auch in Ordnung. Trotzdem will man das nicht glauben.
Ich denke, wenn bei Dir alles in Ordnung ist, dann kannst Du dem Arzt auch vertrauen. Aber ich kann Dich nur zu gut verstehen. Bei mir selbst hilft es auch nicht.
Immer hat man im Hinterkopf, es könnte ja doch etwas sein. Schließlich macht das Herz sich ja auch bemerkbar. Meine Ärztin hat mir gesagt, die Herzschmerzen kommen daher, weil ich innerlich so angespannt bin. Dadurch verkrampft sich auch das Herz.

LG, Sylvia!

24.11.2008 21:42 • #16


Hallo,
dazu kann ich auch was sagen. Erstmal kenne ich das Problem auch. Ich habe auch diese Schmerzen in der Brust und meine Gedanken kreisen um nichts anderes mehr.
Ich komme gerade von einer Kur und da hat man das so beschrieben: wir befinden uns durch diese Angsterkrankung in einer ständigen Starre, und all unsere Muskeln sind ständig angespannt, weil wir ja eigentlich auf der Flucht sind, vor dem was uns Angst macht. (Ur-Ängste) Und durch diese Körperlichen verspannungen haben wir Schmerzen. Und das Herz ist ja auch ein Muskel.Wenn ich mir das immer wieder sage, hilft es ein wenig

Kopf hoch es kann nur noch aufwärts gehen

24.11.2008 22:02 • #17


Hatte die letzten Tage ja auch so Herzschmerzen und Angst vor einem Infarkt. Nachdem der Arzt mir aber versichert hat, dass nichts passieren kann, sage ich mir es immer wieder wenn die Schmerzen auftreten. Es hilft wirklich! Atme ruhig durch und sag Dir das nichts passieren wird. Das klappt nicht sofort, aber nach einer Weile lässt die Angst und auch die Schmerzen nach.

25.11.2008 21:39 • #18


ich kenne das auch zu gut... es sticht und man denkt es ist das herz... echt sinnlos... positiv denken kann man lernen, bin grad dabei... meine panikattacken hab ich da schon paarmal super weggeredet. klappt aber leider nicht immer, grad an labilen tagen ist es schwer positiv zu denken. aber es soll wirklich helfen!

28.11.2008 16:49 • #19


17.05.2009 15:02 • #20




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