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Ich habe gleichzeitig mit zwei Blutdruckgeräten meinen Blutdruck gemessen . Ich lege immer Traubenzucker und Kreislauftropfen und Handy auf den Beifahrersitz. Schleppe daheim immer Handy und Telefon mit mir rum. Ich fühle dann immer meinen Puls. Auch am Hals. Das ist so extrem peinlich. Ich habe immer Angst, dass andere Leute das merken und mich für irre halten. Ich halte mich irgendwo fest. Auch daheim. Oder unterwegs am Einkaufswagen. Ich male mir Szenarien aus wie ich umfalle und dann da liege.
Oft sitze ich einfach nur auf dem Sofa und bewege mich nicht aus lauter Angst. Vor jedem Schritt, den ich tun oder tun muss, denke ich vorher: Was ist, wenn ich nun umkippe. Hoffentlich kippe ich nicht um.
So zieht sich das den ganzen Tag hin. Ich mache zwar alles, aber immer begleitet von diesem Quatsch. Ich ziehe tausend Mal die Brille auf und ab, ich ziehe mir tausend Mal das Zopfband raus und mache es wieder rein. Warum? Warum macht man das schon fast automatisch? Ich esse vorbeugend Traubenzucker, wenn ich aus dem Haus gehe. Könnte ja was passieren.
Hallo nochmal,
du glaubst ganz ernsthaft dass deine Kinder nicht´s davon mitbekommen?
Niemals !
Darf ich dir eine Geschichte aus meinem Leben erzählen?
Ich habe nach einem Allergieschock incl. Intensivstation und alles was man so gar nicht braucht nach der Einnahme eines Schmerzmittels eine Angststörung entwickelt. Diese bezog sich auf Medikamente aber auch auf Lebensmittel.
Ich habe mehrere Jahre keinerlei Medikamente nehmen können ( nicht sehr angenehm wenn man sein ca. 20 Jahren an Migäne leidet ) aber gut ich hab ja nur mir selber das Leben schwer gemacht ( dachte ich zumindest ).
Dann wurde mein Sohn geboren und wie es so ist mit kleinen Kindern irgendwann haben sie auch mal Fieber. Ich habe dann tatsächlich Rotz und Wasser heulend mit einem knapp 3 Monate alten Baby mitten in der Nacht in der Ambulanz einer Uniklinik gesessen um meinem fiebernden Kind Fiebersaft geben zu lassen weil ich mich nicht getraut habe ihm den Saft einfach zu Hause zu geben. Es hätte aus meiner Sicht ja sonst was passieren können.
DAS war der Zeitpunkt als mir klar war, dass ich dringend etwas ändern muss weil ich nicht wollte, dass sich meine Ängste auf die Kinder übertragen und sie unter meinen Problemen leiden müssen.
Heute geht es mir super, ich nehme wieder alles an Medis was notwendig ist und kann auch wieder alles essen. Klar hbe ich gelegentlich nochmal Panikattacken, die werden mich sicherlich auch mein leben lang begleiten, aber sie machen mir keine Angst mehr und es fällt mir leicht sie so weit zu irgnorieren als dass sie mein leben nicht mehr einschränken.
Um auf den Punkt zu kommen. Mein ältester Sohn war damals der Auslöser etwas zu tun, um ihm meinen "Mist" zu ersparen habe ich die Therapie gemacht, Arzttermine wahr genommen Impfungen und Medikamente verabreicht und verabreichen lassen. Meinem Kind nie meine Angst vorgelebt( zumindest nicht bewusst ). Der Kinderarzt bestätigt mir immer wieder wie froh er wäre wenn alle Mütter die Dinge so pragmatisch sähen wie ich. Letztendlich ist es aber so.................mein Sohn ist bereits im Alter von 7 Jahren in psychologischer Behandung weil er eine Angsterkrankung hat. Meinem kleinen Sohn, der diese ganze Geschichte nie erlebt hat geht es gut er ist ein ausgeglichenes und fröhliches Kind ohne irgendwelche Ängste. Als er geboren wurde war ich aber bereits schon wieder "gesund". Zufall ?? Ich glaube nicht, ich bin sicher das mein Großer viel mehr von meiner Geschichte mitbekommen hat als ich jemals vermuten konnte.
Denk mal drüber nach.
Grüße
Nico