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Liebe Community,
ich bin ganz neu.

Ich habe diagnostizierte Depressionen, Angststörung und sozialer Phobie. Damit einhergehend habe ich generell eine negative Sicht auf die Dinge, d.h ich jammere ständig. Meinem Freund geht das langsam auf die Nerven. Das verstehe ich total (er unterstützt mich nämlich in meinem Therapieprozess, ist immer da, alles gut. ).
So meine nächste Therapiesitzung ist noch ein bisschen hin.
Also frage ich mal in die Runde: Hat jemand Methoden gelernt, möglicherweise mit ähnlichen Krankheitsbildern, die er/sie umsetzen kann und hilfreich sind?

Mit freundlichen Grüßen
ohnesand

Gestern 16:40 • 15.01.2022 x 1 #1


7 Antworten ↓


Flame
Willkommen!

Das ist ein guter Vorsatz und Dein Partner unterstützt Dich darin,auch das ist gut.

Ich hab das nämlich auch mit dem Jammern und manchmal krieg ich das gar nicht mit,dass ich mich schon wieder nur auf das Negative fixiere.
Deswegen ist es gut,wenn einen der Partner da immer wieder drauf aufmerksam macht.

Ich glaube,das ist einfach ein Prozess.

Der erste Schritt ist,es überhaupt selbstständig zu bemerken,wenn man jammert.
Dabei ist es hilfreich,seine Worte bewusster (achtsamer) zu wählen,in dem Wissen,dass sie eine eigene Energie besitzen.
Dabei können denke ich Achtsamkeitsübungen im Allgemeinen helfen aber ganz besonders natürlich Achtsamkeit mit Worten.
Dazu gehört auch,nicht einfach loszuplappern sondern erstmal die Gedanken zu beobachten,die wir zum Ausdruck bringen wollen.

Gestern 16:51 • x 2 #2



Ich möchte aufhören zu Jammern!

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Liebe Flame!

Danke für deine hilfreiche Antwort. Achtsamkeitübungen sind ein tolles Stichwort... ich bin nämlich generell sehr Hibbelig durch die soziale Phobie und meinen anderen Erkrankungen, dass ich schnell in Hektik verfalle.
Mit Achtsamkeitsübungen meinst du wahrscheinlich erstmal durchatmen, da werde ich mich mal im Internet umsehen... Hast du denn best. Achtsamkeitübungen, die dir helfen/die du empfehlen kannst?


Mit freundlichen Grüßen
Ohnesand

Gestern 17:03 • x 1 #3


Flame
In Punkto Achtsamkeitsübungen gibt es so einiges,da lohnt es sich ggf. auch mal ein Buch zu bestellen,es gibt einiges an Literatur darüber.

Ich selbst nehme gerne die Sinne in die Achtsamkeit:Was sehe ich,was höre ich etc...
Und dann ist die innere Achtsamkeit bedeutend,also was denke ich,was fühle ich...

Gut anfangen kann man mit dem Atem,weil eine tiefe und ruhige Atmung gut ist bei innerer Anspannung.

Gestern 17:36 • #4


Flame
Es geht auch,indem Du den Atem beobachtest und nach einer Weile versuchst,so auf ihn einzuwirken,dass Du spürst,es geht Dir besser.

Irgendwann bekommst Du ein Gefühl dafür,wie es für Dich am besten ist.
Manchmal reicht es schon,einfach nur ein kleines bisschen tiefer und langsamer ein- und auszuatmen.

Gestern 17:50 • #5


Mondkatze
Hallo ohnesand

Ich habe auch oft und viel gejammert.
Das hatte sich über die Jahre so manifestiert, dass man es selbst nicht mehr bemerkt.
Das ist nicht nur nervig für andere Menschen, sondern es bringt uns kein Stück weiter.

Achtsam mit sich zu sein ist ein sehr guter Tip von Flame.

Achte mal auf deine Stimmung, deine Gedanken.
Wenn etwas hochkommt, dann versuche mal darüber nachzudenken: was mache ich gerade?
Jammere ich, will ich einfach nur meine Gedanken loswerden oder habe ich eventuelle Alternativen, wie ich mit den hochkommenden Gefühlen und Gedanken umgehen kann.
Man merkt ziemlich schnell, ob man in einer Jammerphase steckt.

Ich jammere z.B. oft bewußt. D.h. Ich sage mir selbst: jetzt will ich einfach nur mal jammern. Das kann man ruhig auch mal machen, es kann auch mal erleichtern.
Sollte allerdings nicht zu einem Dauerzustand führen. Denn mit der Zeit wird es auch keine Erleichterung geben, weil der Zustand sich ja nicht ändert.
Wir stecken also fest in der Jammerphase.
Es ist schon gut, wenn dir selbst klar wird: jetzt gerade jammere ich. Aber das ist keine Lösung, es nützt mir nichts. Ich stecke in der Situation fest.

Übrigens, kannst du alles in deinem Leben achtsam machen.
Spazieren gehen, mit LEuten reden, selbst Gemüse schneiden usw.

LG
Mondkatze

Gestern 17:55 • x 4 #6


Johnny83
Hey! Formulier das Ziel mal anders: statt zu sagen, was du *nicht* mehr machen willst (Verneinungen kann das Gehirn nicht als Befehl verarbeiten, das Wort jammern steht da immer noch präsent) liste mal auf, was du stattdessen willst!
Fang vielleicht an, jeden Tag 3 tolle, lustige, interessante (...) Sachen zu benennen. Das kann auch eine ganz banale Kleinigkeit sein, Hauptsache, sie gefällt dir. Lobe, wenn dir was schmeckt oder jemand was gut macht, lob dich selbst, deinen Freund, solche Sachen eben.
Meine Therapeutin sagt dazu, den Radio verstellen. Der andere (negative) Sender läuft zwar auch noch, wir empfangen ihn, aber wir können ihn leiser stellen oder das Programm wechseln. Klappt bei mir mal besser, mal schlechter, aber einen Versuch ist es wert!

Gestern 18:17 • x 2 #7


Hallo ihr lieben!

Danke an euch alle für diesen wirklich (!) hilfreichen Tips. Jeden Tag 3 Sachen benennen sind klasse, auch die übung
Zur achtsamkeit und das video, bzw sich bewusst werden, dass man jammert… ich bin begeistert von der Hilfsbereitschaft!

Mit freundlichen Grüßen

Gerade eben • #8




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