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Lanali

Lanali
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Hallo,
vorab dieser Beitrag wird länger werden und ich erhoffe mir offene Ohren, da ich wirklich verzweifelt bin
:"( .

Vor 1-2 Jahren hatte ich zum Ersten Mal Panikattacken. Immer und nur in "Wartesituationen" - an der Kasse, stehend in einer Warteschlange etc.
Es hat sich immer so angefühlt als würde ich jeden Moment umkippen. Zu der Zeit war ich viel zu lange enormen Stress ausgesetzt (Schlimme langjährige Beziehung).
Ich habe mich getrennt , es ging mir im Gesamten besser und ich hatte nie wieder eine Panikattacke.

Jetzt nach 1-2 Jahren ganz ohne Panik , ist es so als würde mich meine Paniksituation überrollen. Es ist alles viel schlimmer als damals , obwohl meine Lebenssituation im Allgemeinen zufriedenstellend ist. Aber die Panikattacken nehmen mir gerade meine Leichtigkeit.
Es fing alles auf der Arbeit an - war monatelang enormen Stress ausgesetzt und hatte dann eine ganz schlimme Panikattacke mit Krankenschein im Anschluss. Der Arzt sagte mir ich brauche Ruhe. Habe mich in der AU Zeit gut erholt und alles war wieder in bester Ordnung.

Einige Wochen nach der Auszeit sprich jetzt , fängt das Ganze an ein schlimmes Ausmaß zu nehmen. Hatte 2 ganz schlimme Panikattacken auf der Arbeit. Niemand hat es bemerkt, weil ich das nicht nach außen gezeigt habe. Innerlich tobte die pure Angst, mir war schwindelig ohne Ende , ich hätte heulen können und mein Hals war als würde er zuschnüren. Ich begonn Angst vor der Angst zu entwickeln. Habe die Arbeit automatisch mit Angst verbunden indem ich Angst vor einer neuen PA hatte. Habe mir vor Augen gehalten dass es keinen Grund gibt - Die Arbeit an sich läuft gut , die Kollegen sind toll und alles dort ist mir sehr vertraut. Trotzdem blieb die Angst vor der Angst.

Und leider erscheinen die Panikattacken nun auch in x-beliebigen Situationen. Vor der Arbeit , bei Freunden (auch wenn ich mich dort sonst immer wohlfühle), draußen. Immer wenn ich weiss dass ich mein zu Hause verlassen muss. Immer ist falsch. Aber halt immer öfter.

In solchen Momenten fühlt es sich so an als würde ich heftige Kreislaufbeschwerden bekommen- bis ich merke oh das ist die Panik. Ich habe dann jedesmal das Bedürfnis zu weinen, weil ich dann tiefe Angst fühle und gleichzeitig eine tiefe Traurigkeit.
Nach einer solchen Attacke bin ich auf der einen Seite unendlich befreit und erleichtert und glücklich weil ich weiss sie ist vorbei. Und zugleich bin ich dann komplett ausgelaugt. Selbst wenn die PA nur einige Minuten ging. Ich könnte dann wirklich schlafen und fühle mich zu nichts mehr in der Lage. Ich spüre dann das große Bedürfnis nach Liebe und Ruhe.

Ich weiss absolut nicht was ich tun soll. Abwarten bis es aufhört? Mich wieder krankschreiben lassen? Ich bin auf den Job stark angewiesen, auf das Geld. Ich weiss nicht was ich machen soll :"(

22.07.2021 x 3 #1


254 Antworten ↓
Icefalki

Icefalki
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Zitat von Maschine:
du dich damit eingehend beschäftigt hast.


Aber sowas von eingehend, grins, musste leider sein, denn ohne Wissen um all diese Warums machen einen ja förmlich kaputt.

Ich denke, dass Schlimmste an einer Angsterkrankung ist dieses Nichthabenwollen. Soviel Energie dazu verwendet, diesen Zustand nimmer ertragen zu wollen, dabei ist die Angst nur das Symtom falsch erlernter, gedachter Sichtweisen.

Ist wie Fieber, das man mit Medis senken will, obwohl Fieber nur das Symtom der Immunantwort des Körpers ist, um mit einer Infektion umgehen zu können.
Man fürchtet also das Fieber, anstelle zu erkennen, UPS, ich habe irgendwo ein Problem, das nun vom Körper "behandelt" wird.

Angst ist das Gleiche, betrifft aber die Psyche. Auch nur ein Symtom, das auf eine Inbalance im Inneren weist. Und wer das versteht, fürchtet vielleicht noch den Zustand, allerdings kann man dann "hinhören", was die Angst sagen möchte.

Man senkt dann den Stresslevel damit, indem man sich mit dem Warum beschäftigt.

Erkennt man sein Warum, hat man seine Erklärung für den Zustand. Und alles was man kennt, verliert an Intensität.

Dazu gehört aber, dass man da mal ganz sachlich rangeht und diese negativen Bewertungen über sich selbst sein lässt.

Bin ich ein armes Würstchen? Logo, denn ich habe Angst bis zum Abwinken. Und was macht mir am meisten Angst? Manche reagieren körperlich, also Angst vor Krankheiten, ich hatte Angst mich lächerlich zu machen, negativ aufzufallen, und ganz tief drin, diese Jämmerlichkeit meiner selbst sowas zum Kotzen zu finden, dass ich alles getan habe, damit das niemand bemerkt.

Bei mir war meine zur Schau gestellt Stärke mein Problem. Also ein fassadäres Leben, nicht im Einklang mit mir selbst.

Ist jetzt nur mein Weg, andere finden andere Wege. Ich könnte über mich eine Abhandlung schreiben, das würde viele Seiten füllen, und ich bin immer noch am Arbeiten, da tief verwurzelte Schäden einer ständigen Beobachtung unterliegen müssen.

Ohne Werkzeug wird das alles nix. Und hier steckt das Problem bei vielen, dass diese Arbeit gar nicht verstanden werden kann oder will.

02.05.2021 13:42 • x 5 #33


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A


Was tun bei grundloser Angst vor der Arbeit?

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Icefalki

Icefalki
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Zitat von Lanali:
Und leider erscheinen die Panikattacken nun auch in x-beliebigen Situationen.


Das ist normal, da es nicht die tatsächliche äußere Situation ist, sondern die innere. Und da man eh überfordert ist, das Gehirn einen Grund sucht, hängt man dann dort fest, wo einen die Angst übermannt hat.

Und wo sind die? Genau dort, wo man das Gefühl hat, jetzt gefangen zu sein, wie bei der Arbeit, beim Einkaufen, überall dort, wo man negativ auffallen könnte, oder nicht weg kann. Also geht man nimmer zur Arbeit, nimmer einkaufen, nimmer raus.

Das Dumme bei allem ist die Unlogik, totales Unverständnis, woher diese absolut unangebrachte Angst kommt. Und dann entwickelt sich Angst vor der Angst.

Und, wenn wir jetzt schon bei dieser extremen Angst sind, nächste Logik, jetzt komm ich in die Klapse, werde irre, bekomme Medis, die mich, man höre und staune, natürlich wieder gefangen halten, wieder etwas mit mir anstellen könnten, heisst, die Gefahr lauert nur im Aussen.

Und hier denkt jeder Angsterkrankte total falsch. Ängste entstehen durch Überforderung, sprich, der Körper schüttet Stresshormone aus und die sind verantwortlich für die 1. Panikattacke. Nur, wer weiss das schon. Niemand.

Jetzt lernt das Gehirn Panik aus dem vermeintlichen Nichts kennen, und zwar innerhalb einer Sekunde. Jetzt ist die Angststörung geboren. Manch einer bekommt sie ne Weile in den Griff, bis zur nächsten Überforderung und Peng, willkommen im Club.

Also, erstmals Angst und die spürbaren Folgen lernen. Was geschieht im Körper und warum. Kann man googeln.

Zweites, da man diesen Kreislauf schlecht unterbrechen kann, ist Therapie notwendig. Irgendjemand mit Wissen, der einem helfen kann, denn diese Erkrankung hat eines immer gemeinsam, der Stresslevel ist ausser Kontrolle geraten und noch fehlt einem das Wissen des Warums, da nun die reine animalische Angst im Vordergrund steht. Und sie unterhält sich quasi selbst.

1. Massnahme, da Adrenalin abgebaut werden muss, sofort Bewegen. Dieses Erstarren bei Ängsten kann Kaninchen vor der Schlange retten, oder helfen, vom Löwen nicht entdeckt zu werden, da ist die Angst aber real. Bei uns muss Bewegung rein, da wir normalerweise kämpfen oder flüchten sollen. Ist aber nix da, Ergo muss Adrenalin raus.

2. Sich klarmachen und jetzt wird es schwierig, da unsere Ängste mit irgendeiner Art Überforderung zu tun haben, sprich, es geht um Hilflosigkeit. Und diese sitzt ganz tief in uns drin.

Nur als Beispiel: Wenn ich gelernt habe, dass jegliche Verweigerung oder jeder Widerspruch eine Bestrafung zur Folge hatte, halte ich die Klappe und rede mir alles möglich ein, warum ich das tue. Fakt bleibt aber, das ist Angst vor Problemen.

Und hier haben wir sie dann, die Angst. Und die ist nicht das Auto, der Fahrstuhl, die Arbeit oder die Supermarktkasse, nö, es ist die Angst, so leben zu müssen, dass man sich verbiegen muss, um gefühlt keine Probleme zu haben.

Also, hier ist richtig Arbeit drinnen, um sich klar zu werden, warum man unter Ängsten leidet.

01.05.2021 16:34 • x 5 #26


Zum Beitrag im Thema ↓


M
verdammt, das hört sich genau wie meine Geschichte an. Ich antworte dir später ausführlich. Aber raus da, dein Hausarzt soll dich an eine Psychotante oder Onkel überweisen. Ganz schnell, da fängt etwas an was du Jahre nicht los wirst. Habe den Mut, suche externe Hilfe bevor sich hier etwas festsetzt. Fast allen im Forum geht es so, sonst wären sie nicht hier. Und du?

x 3 #2


Lanali
Zitat von Maschine:
verdammt, das hört sich genau wie meine Geschichte an. Ich antworte dir später ausführlich. Aber raus da, dein Hausarzt soll dich an eine ...


Aber ich bin auf mein Einkommen angewiesen :"(.. Ich fühle mich zum Ersten Mal krank. Psychisch. Richtig krank.

x 1 #3


M
hast du Frau und Kinder? Ich drei und habe den Zeitpunkt auch überschritten und nun bin ich seit 4 Monaten krank geschrieben. Ehrlich, es ging nicht mehr mit Panik und Angst. Deshalb sagte ich, suche dir so schnell wie möglich Hilfe. (! Auch bei mir war schon der Notarzt)

x 1 #4


M
also drei Kinder, nicht 3 Frauen

#5


Lanali
Ich will aber nicht so lange krankgeschrieben sein :"(

#6


Lanali
Das ist alles so schlimm:"(..
Wie oft war ich kurz davor mich meinen engsten Freunden anzuvertrauen... Aber ich habe Angst vor Unverständnis. Das sind die besten Freunde der Welt, aber trotzdem hat man Probleme sowas zu erzählen:"(. Weil man genau weiss dass Menschen die sowas nicht kennen , das Ganze vielleicht nicht verstehen könnten..

x 2 #7


M
Was spräche denn dagegen, sich therapeutische Hilfe zu suchen? Diese bekommst du idR. sowieso nicht von jetzt auf gleich. Selbst wenn du weiter arbeitest, kannst du trotzdem eine ambulante Therapie beginnen.
Eine Krankschreibung ist manchmal eben leider nicht unumgänglich, deine Gesundheit geht schließlich vor und mit starker Angst lässt sich doch kaum vernünftig arbeiten und du riskierst dass es noch schlimmer wird.

x 1 #8


Lanali
Zitat von MichaelS:
Was spräche denn dagegen, sich therapeutische Hilfe zu suchen? Diese bekommst du idR. sowieso nicht von jetzt auf gleich. Selbst wenn du weiter ...


Bin einfach überfordert mit mir selbst :"(.. Das macht mir alles Angst. Das schlimme ist dass ich nach einer Panikattacke das Gefühl habe nicht in der Lage zum Arbeiten zu sein. Bin dann so ausgelaugt dass ich am Liebsten eine Woche durchschlafen würde Sad

#9


klaus-willi
Zitat von Lanali:

Das ist alles so schlimm:"(..
Wie oft war ich kurz davor mich meinen engsten Freunden anzuvertrauen... Aber ich habe Angst vor Unverständnis. Das sind die besten Freunde der Welt, aber trotzdem hat man Probleme sowas zu erzählen:"(. Weil man genau weiss dass Menschen die sowas nicht kennen , das Ganze vielleicht nicht verstehen könnten..

Diesen Schritt musst du aber gehen und von allem deine Probleme annehmen.
Gehe offen mit deinen Problemen um und wenn es gute Freunde sind halten sie auch zu dir.
Lasse dich mal zu einem Psychologen überweisen und versuche dir Hilfe zu holen.
Warte nicht zu lange damit ,denn je früher man etwas dagegen tut um so besser ist es.
Wünsche dir alles Gute und es wird auch wieder besser..bestimmt.
Lg..

x 1 #10


M
Glaub mir, ich weiß wie sich das anfühlt. Habe es auch so weit kommen lassen, dass mich auf der Arbeit eine PA erwischt hatte. Bin dann zum Hautarzt, hab mich körperlich untersuchen lassen und wurde sofort krankgeschrieben. Das dauert dann eben mal länger, aber wie weit soll es denn noch kommen?

#11


Lanali
Zitat von MichaelS:
Glaub mir, ich weiß wie sich das anfühlt. Habe es auch so weit kommen lassen, dass mich auf der Arbeit eine PA erwischt hatte. Bin dann zum ...


Was hat dir geholfen? Allein die Ruhe und der Abstand zur Arbeit?
Wieso fühle ich mich nach einer Panikattacke so ausgelaugt und depressiv ?

#12


Lanali
Also bin danach auf der einen Seite erleichtert und befreit weil der Druck weg ist & auf der anderen Seite traurig, müde und erschöpft .

#13


M
Nein, das war nur eine kurze Erleichterung und löst schließlich nicht das Problem. Mache erst langsam Fortschritte dank Therapie und ohne Medikamente gings bei mir auch nicht, aber das ist bei jedem anders.
Nach PAs ist es normal sich kaputt zu fühlen, da der Körper ja Höchstleistungen erbringen musste.

#14


Lanali
Zitat von MichaelS:
Nein, das war nur eine kurze Erleichterung und löst schließlich nicht das Problem. Mache erst langsam Fortschritte dank Therapie und ohne ...


Danke für deinen Erfahrungsbericht. Damals hörte die Angst bei mir von alleine wieder auf.
Könnte es nicht theoretisch wieder so kommen dass alles von allein weggeht?
Habe Angst davor Tabletten einzunehmen, aus Sorge dass sie quasi mein Wesen verändern könnten. Klingt doof, aber irgendwie ist es so..

#15


M
Zitat von Lanali:
Könnte es nicht theoretisch wieder so kommen dass alles von allein weggeht?


Theoretisch ja; die Frage ist nur, ob du deine seelische Gesundheit dem Zufall überlassen möchtest. Habs selber erstmal schleifen lassen, ging 1 Jahr ganz gut bis es dann noch heftiger wieder kam. War also keine gute idee. Lieber frühzeitig handeln würde ich.

#16


Lanali
Zitat von MichaelS:
Theoretisch ja; die Frage ist nur, ob du deine seelische Gesundheit dem Zufall überlassen möchtest. Habs selber erstmal schleifen lassen, ging 1 ...


Wie bei mir quasi..
Es war ca 1 Jahr lang komplett weg und jetzt ist es heftiger als jemals zuvor.

#17

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M
Zitat von Lanali:
Wie bei mir quasi.. Es war ca 1 Jahr lang komplett weg und jetzt ist es heftiger als jemals zuvor.


Dieses "weg sein" kann eben trügerisch sein. Irgendeine Ursache gibts schließlich für das alles und die geht selten von alleine Weg

#18


Lanali
[QUOTE="MichaelS"]Dieses "weg sein" kann eben trügerisch sein. Irgendeine Ursache gibts schließlich für das alles und die geht selten von alleine Weg ...[/QUOT

Ja das stimmt..
Kann es sein dass die Erfahrungen einer blöden Kindheit plötzlich jetzt zum Vorschein kommen und mich überrollen ?

#19


fourofour
Zitat von Lanali:
Kann es sein dass die Erfahrungen einer blöden Kindheit plötzlich jetzt zum Vorschein kommen und mich überrollen ?

Kommt darauf an in wie fern sie dein Angstzentrum ungünstig programmiert haben.
Dann kann es bei belastenden Lebenssituationen geschehen, das das Angstzentrum wieder reagiert, bzw. überreagiert um einen vor vermeindlich bedrohenden Situationen zu schützen.

Angst und PA entstehen, wenn der innere Stresspegel die Angstschwelle überschreitet.
Also hat man dafür zu Sorgen das der Pegel kurz, mittel und langfristig gesenkt wird.

Ist der Pegel durch Belastung/Stress zu hoch, ist der Puffer um weitere Belastungen abzufangen einfach kleiner als sonst. Dann wird die Schwelle schneller überschritten.

x 3 #20


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Dr. Christina Wiesemann
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