Hallo @Cassiopeia,
das klingt nach einer sehr guten Lösung, ich finde es super, dass du dich so entschieden hast, Wiedereingliederung macht da wirklich viel Sinn! Ich wünsche dir jetzt erstmal gute Erholung und ganz viel Kraft!
Es ist echt klasse, dass du neben der Ärztin, die nicht wirklich zugehört hat, auch noch andere, kompetente Menschen an deiner Seite hast, die dich gut beraten und die dir zur Seite stehen. Ich habe auch schon die Erfahrung gemacht, dass manche Ärzte oder Therapeuten nach Fortbildungen plötzlich sehr auf eine ganz bestimmte Linie festgelegt sind, ohne sinnvoll zu differenzieren.
Bezüglich des Wiedereingliederungsplans kannst du dir ja in Ruhe überlegen, wie der aussehen soll, aber das klingt doch schonmal gut! Vielleicht kannst du die Wiedereingliederung ja auch noch etwas strecken, 2 Wochen klingt ambitioniert, aber wenn es so für dich passt, ist das gut. Ich habe schon einige Wiedereingliederungen bei Mitpatienten und Kollegen erlebt, die gingen aber meistens deutlich länger als 2 Wochen. Wenn man sich mal den Klassiker, das Hamburger Modell, anschaut, liegt die durchschnittliche Dauer zwischen 6 Wochen und 6 Monaten, vielleicht kannst du dir also noch etwas mehr Zeit lassen als die von dir angedachten 2 Wochen. Ich verstehe, dass du möglichst schnell aus dem Krankengeld herauskommen möchtest, und dein Plan klingt auch wirklich gut durchdacht. Ich wollte nur nochmal vorsichtig anregen, dass du dir vielleicht ein kleines bisschen mehr Zeit gönnst, damit du die Wiedereingliederung mit etwas weniger Stress angehen kannst.
Du schreibst, dass du hoffst, dass die KollegInnen dann hoffentlich eine positive Meinung von dir haben. Ich wünsche dir, dass du es schaffst, dich etwas davon freizumachen, was die KollegInnen von dir denken. Es geht um dich und um deine Gesundheit.
Ich glaube übrigens auch nicht, dass du jetzt gekündigt wirst, wie du schreibst. Dafür ist der Fachkräftemangel viel zu hoch. Und du bist gut in deinem Job, und das wird dein Chef auch wissen.
Ich bin auch mal in die Falle getappt, meinen Wiedereinstieg mehrfach verschieben zu müssen, weil ich mich überschätzt und meine Erkrankung unterschätzt habe. Und ja, meine Chefin damals war davon auch alles andere als begeistert, denn Chefs haben halt gerne Planungssicherheit. Genau wie du meinte ich es gut damals, aber ich habe daraus gelernt und war danach vorsichtiger. Was ich damit sagen möchte: Mach‘ dir darüber keinen Kopf, das passiert anderen Menschen auch, es ist einfach menschlich.
Und wow, bei euch sind 17! Patienten in einer Gruppe?! Das finde ich krass! Kein Wunder, dass du denkst, dass dich das aktuell noch überfordert. Ganz ehrlich, selbst bei bester Konzentration kann man da den Patienten nicht gerecht werden.
Mir ging es auch so, dass die eigentliche Arbeit mit den Menschen in meinem ehemaligen Job nicht das Problem war, es waren die Kollegen, die Chefs, die Umstände, das gesamte System.
Darum drücke ich dir auch ganz doll die Daumen, dass du dein Ziel, freiberuflich zu arbeiten, irgendwann umsetzen kannst 🍀!
Damit entfällt dann die ganze Fremdbestimmung, man kann sich seinen Arbeitsplatz so organisieren, wie es einem gefällt. Wie gesagt, ich kenne viele Therapeuten, denen es sehr gut geht mit dieser Freiheit. Klar ist es immer auch ein Risiko, aber ich kenne eigentlich nur Therapeuten, die mit diesem Schritt echt glücklich geworden sind und froh waren, das Klinik-System hinter sich lassen zu können.
Und zum Thema Lebensplanung und Krankheit: Das kann ich dir auch sehr gut nachempfinden, bei mir war es leider auch so. Bei mir begann es mit der psychischen Erkrankung, die sich leider als sehr ausgeprägt herausgestellt hat, dann kam noch eine schwere körperliche Erkrankung hinzu und das war‘s dann mit der Lebensplanung.
Ich bin die notwendigen Schritte leider zu spät gegangen, darum hat es mich dann leider etwas härter aus der Kurve geworfen und ich habe den Weg zurück in die Arbeit nicht geschafft.
Dein Plan klingt sehr gut und sehr vielversprechend! Ich drücke dir alle Daumen, dass alles so klappt, wie du dir das wünscht!
Ich wünsche dir weiterhin gute Erholung, viel Kraft und alles Gute für die Wiedereingliederung 🍀! LG