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Hallo an alle,

ich hoffe, dass mir hier einige ein paar Tips geben können.
Ich habe unheimliche Angst zur Arbeit zu gehen. Habe meine Ausbildung gerade so noch irgendwie abschließen können und nun sitze ich zu Hause und weiß nicht wie es weitergehen soll.

Es ist ja nicht so, dass ich keine Arbeit finden würde. Ich hatte schon einige Verträge unterschrieben seit ich fertig bin. Aber ich konnte jedesmal am ersten Arbeitstag nicht hingehen. So dass es aus diesen Jobs nichts geworden ist.

Ich habe jeden morgen wenn ich zur neuen Arbeit soll so wahnsinnige Panikattaken und ich bekomme nichts mehr hin. Bin wie gelähmt...
Meine Therapheutin weiß auch keinen Rat und kann mir anscheinend nicht helfen.

Vielleicht gibts hier ja Leute, die ähnliches durchmachen, wär schön von euch zu hören.

Ich weiß echt nicht mehr weiter.

LG

30.05.2007 12:06 • 15.06.2009 #1


39 Antworten ↓


Hallo Jojo,
hast du vielleicht jemanden der dich bis zu deiner Arbeitstelle begleitem kann, vielleicht wäre das einfacher, naja nicht unbedingt einfacher, aber du könntest die Situation vielleicht nicht so schnell verlassen. Ich hoffe du weißt was ich meine. Es gibt so viele Momente, bis man erstmal an seinem Arbeitsplatz ankommt, die einem vom Weg abbringen können... Ist es eher die Angst vor dem Arbeiten, vor dem ersten Tag oder vor dem Weg dorthin? In welchem Bereich arbeitest du bzw. was hast du für eine Ausbildung gemacht?
Lg momo83

30.05.2007 14:07 • #2



Angst vor der Arbeit

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Hallo momo83,

erstmal Danke, dass du mir geantwortet hast.

Ichhabe eine Ausbildung zur Erzieherin gemacht und eigentlich macht mir der Beruf auch Spaß. Es ist bei mir (fast) immer nur der erst Tag. Überhaupt dort hinzukommen. Ich habe dann immer so Angst, was auf mich zukommt, der neue Kindergarten, die neuen Kollegen, die neuen Kinder etc.

ich habe auch schon versucht, das mich jemand begleitet, aber dass hilft leider auch nicht. Es fängt schon morgens nach dem aufwachen an, dann bekomme ich totale Panik und dann soll ich mich noch anziehen, was frühstücken und so... Da ist der kleinste Schritt schon viel zu viel für mich. Und ich bin damit schon total überfordert.

Lg Jojo

31.05.2007 10:17 • #3


Sowas ist mir auch schon passiert, allerdings war das ein Job, wo die Tätigkeiten laut Vertrag, den ich unterschrieb und die nachträglich mündlichen Ansagen des Unternehmens nicht mehr all zu viel miteinander zu tun hatten...sowas ist Stress pur für meine Psyche - keine Ahnung warum und weshalb, aber dieses Unternehmen hat mir richtig fiesen Stress gemacht als ich sagte ich möchte bitte den Job für den ich den Vertrag unterschrieben habe,oder eben nicht.

Seitdem bin ich noch weniger flexibel und noch weniger offen was neue Arbeitsplätze oder Verträge im allgemeinen betrifft...ich glaube, wenn ich es mir finanziell jemals hätte leisten können oder es mir nicht viel zu peinlich und charakteruntypisch wäre, wäre ich zu vielen ersten Terminen oder ersten Arbeitstagen nicht hingegangen - aber damit könnte ich auch nicht umgehen...ich bin zuverlässig, mein Wort und meine Zusage hat Wert, basta...die physischen und psychischen Symptome vor einem ersten Arbeitstag sind ähnlich wie die vor einem Zahnarzttermin oder einem Mathetest...da hoffe ich auch immer, dass mir auf dem Weg dorthin ein Blumentopf auf den Kopf fällt...aber einen Absagen oder einfach nicht hingehen ? Der würde mich auch nicht einfach in Ruhe lassen lol

Von daher wäge ich in solchen Situationen immer die Optionen ab...das Resultat ist dann meistens: meine Furcht vor nachträglichem Stress und Behörden und Arbeitgeber-Saktionen o.ä. ist meistens größer als die Furcht vor der neuen Situation, den neuen Leuten etc...aber das ist nur meine persönliche Rangehensweise...ich konnte mir "ausbüchsen" noch nie leisten, der Stress und das Chaos und der Ärger danach kam IMMER...schon beim Schule schwänzen hat man immer nur mich erwischt lol

01.06.2007 11:14 • #4


Hallo Cathy,
Mein Problem ist allerdings, dass ich gar nicht zur Arbeit hingehen kann. Ich nehme lieber irgendwelchen späteren Stress, der sich aus dem nichthingehen ergibt in kauf. Natürlich würde ich mir das auch lieber ersparen, aber in dem Moment, in dem die Angst da ist ist mir alles andere echt egal.
Natürlich kommt der STress danach immer, aber was soll ich machen, es geht nun mal nicht anders.
Das mit dem Blumentopf aucf den Kopf fallen, kenn ich auch gut, nur es passiert leider immer dann wenn man es nicht braucht.

Lg Jojo

06.06.2007 11:45 • #5


kann es sein dass das eigentliche problem, die angst vor einem konflikt sein könnte?
Der erste arbeitstag, man möchte sich gut machen. was wenn einen die anderen nicht leiden können? was ist wenn ich etwas falsch mache? SELBSTWERTGEFÜHL IM KELLER FRAGEZEICHEN?
Ich bin jetzt 20 jahre alt und habe die 12. klasse der gymnasialen oberstufe aufgrund von ängsten abbrechen müssen. das eigentliche problem sind aber die konflikte. habe ich HEUTE erst gemerkt! und das ist schon 2 jahre her....
ich hatte angst mir ne standpauke anhören zu müssen, was mich sehr verletzen hätte können, hatte angst nicht verstanden zu werden, dass mich alle fertig machen würden. angst dass mich alle schief ansehen und sonstwas denken. aber wie war das gleich, sich der situation entziehen is nicht! das machts nur noch schlimmer. ich habe den mut gepackt und mache jetzt auch wieder "unterricht" in einer rehaeinrichtung, gefördert vom arbeitsamt. war lange arbeitslos aufgrund der psyche und der angst. da sind leute die genauso ängste und andere defizite haben und die es nachvollziehen können. der wiedereingliederungsprozess passiert etwas schonender und langsamer als in einer gewöhnlichen schule oder auf dem arbeitsmarkt. ich mache nun in einem monat eine richtige ausbildung, ohne dass ich ständig panik davor haben muss, dass mir was schlimmes passieren könnte, zumindest nicht so stark ausgeprägt. mir hilft es sehr. mit kleinen schritten ans ziel kommen, so erreicht man auch irgendwann sein größtes ziel.

08.06.2007 13:23 • #6


Hallo,

ich denke bei mir ist es auch die Angst vor dem Konflikt. ANgst davor abgelhnt zu werden, davor estwa Falsch zu machen...

Mich würde das mit dem Arbeitsamt mal interessieren. Bist du einfach daort hingegangen und hast erzählt, dass du Angst davor hast, zur Arbeit zu gehen? Wie lange geht das in dieser Rehaeinrichtung? Vielleicht kannst du ja etwas darüber schreiben, würde mich echt interessieren.

Danke schon mal im voraus!

Lg Jojo

11.06.2007 10:32 • #7


Hey Jojo,

ich versteh schon dass für Dich das subjektiv kleinere Übel erst mal der Stress ist, der später kommt, als der der Dir genau in diesem Moment wo´s losgehen soll die Nerven raubt. Kann ich voll nachvollziehen - konnte ich mir aber noch nie leisten, dem nachzugehen...schon aus praktisch/finanziellen Gründen nicht. Mein Arbeitsamt hätte mir schon beim ersten Vertragsbruch jede Zahlung verweigert...sowas muss man sich auch leisten können.

Vielleicht könntest Du ja mit der nächsten Kita bei der Du einen Vertrag unterschreibst, sowas wie ein paar unbezahlte "Schnupperstunden" für ne Woche , vor dem ersten Tag für Dich arrangieren...ich weiß, dass das in dieser Branche geht.Alle Kollegen wissen, dass Du das freiwillig und umsonst machst (also kein Leistungsdruck) und Du kannst Dir ganz gemütlich und ohne Verpflichtung angucken, mit wem und was Du es zu tun hast - und wenn´s Dir wirklich gar nicht gefällt, dann kannst Du fairer Weise vorher absagen und denen wenigstens die Chance geben diese Stelle mit einem Bewerber zu besetzen, der besser paßt. Letztendlich mußt Du auch an Deinen "Ruf" denken...

Hört sich dumm an, aber für die Kitas oder Einrichtungen (die teilweise jahrelang für die Finanzierung einer/Deiner Stelle kämpfen mußten) bist Du ne Katastrophe. Ich will Dir bestimmt kein schlechtes Gewissen einreden, aber gerede in der Kinderbetreuung kann sich keine Einrichtung solche "Ausfälle" oder Verzögerungen leisten...Vielleicht magst Du die Option mit den "Aufwärm und zwangloses Kennenlern Stunden" ja mal in Betracht ziehen, bevor Du Dich selbst als "Arbeitsunfähig" und Reif für die Reha einstufst. Mein Arbeitsamt hätte mir schon beim ersten Vertragsbruch jegliche Leistung versagt, keine Ahnung wie Du das machst, JoJo...aber anscheinend kannst Du Dir das auch finanziell leisten.

Diese Möglichkeit, den zukünftigen Arbeitsplatz und die Kollegen wirklich kennenzulernen haben nur Wenige - Wenn ich in irgendeinem Personalbüro oder einer Arbeitsvermittlung sitze, weiß die Person die mir eigentlich alle nötigen Infos geben sollte, selbst nicht, was und wie und mit wem - tut aber so, als ob...Katastrophe für mich - ich würde auch gerne vor dem ersten Tag klären was ich kann und wo ich vermutlich noch "Nachhilfe" oder Einarbeitungszeit brauche, erzählt bekommen wer hier wann was zu sagen hat etc....und nicht als dröge Zusatzbelastung den Kollegen, die Verstärkung brauchen auf die Nerven gehen. Mir macht das was aus - ich schneide aber auch schon in den Interviews nicht auf oder seh das locker - davon hängt meine Existenz ab - und das läßt mich wirklich manchmal in Panik verfallen.

Login verpennt - again- it is ranting Cathy

15.06.2007 17:31 • #8


Hallo Cathy,

ich kanns mir finanziell auch nicht erlauben, nicht arbeiten zu gehen, aber wer kann das schon?
Mein Arbeitsamt hat mir auch schon einen Monat mal die Zahlung verweigert, aber was soll ich machen... ich hab mir die Krankheit auch nicht ausgesucht

Ja die Idee mit den Schnupperstunden in der Kita hatte ich auch schon und auch gemacht. Das Problem ist, bei den Stunden ist es kein ÜProblem, aber wenn ich dann richtig anfange, ist die Angst trotzdem wieder da und nichts geht.

Was arbeitest du denn? Hast du auch irgendwelche "Probleme" oder Ängste?

Lg Jojo

18.06.2007 09:22 • #9


Jojo schrieb am Mo, 18 Juni 2007 10:22
Hallo Cathy,

ich kanns mir finanziell auch nicht erlauben, nicht arbeiten zu gehen, aber wer kann das schon?
Mein Arbeitsamt hat mir auch schon einen Monat mal die Zahlung verweigert, aber was soll ich machen... ich hab mir die Krankheit auch nicht ausgesucht :p

Ja die Idee mit den Schnupperstunden in der Kita hatte ich auch schon und auch gemacht. Das Problem ist, bei den Stunden ist es kein ÜProblem, aber wenn ich dann richtig anfange, ist die Angst trotzdem wieder da und nichts geht.

Was arbeitest du denn? Hast du auch irgendwelche "Probleme" oder Ängste?

Lg Jojo


Oh Mann, sorry wenn ich das ganze Ausmaß Deiner Angst nicht richtig erfasst habe und mich anhörte wie :"Na dann mach doch einfach dies und das".

Ich weiß ja nicht inwieweit Du Dich schon gekümmert hast, bzw mit Deiner Therapeutin drüber gesprochen hast, aber Dein Arbeitsamt muß auf jeden Fall unterrichtet werden und besser früher als später,nicht dass sich durch deren "Maßnahmen" Deine Situation und natürlich Emotionslage noch verschlechtert.

Du kannst Jederzeit (so war es eigentlich geplant) einen Termin beim Sozial Psychologischen Dienst Deines Arbeitsamtes vereinbaren und wenn die nicht völlig von der Rolle sind (die sind, wie ich gehört habe schon positiv gestimmt, wenn Jemand freiwillig zu ihnen kommt)dann sollten die Dich wenigstens über Möglichkeiten (Maßnahmen, Förerungen, Rehamaßnahmen,berufsbezogene Verhaltenstherapie) etc. informieren. Und natürlich schließen die sich dann auch mit Deiner Arbeitsvermittlung kurz, so dass Du von der Seite möglicher Weise, wenn schon keine Patentlösung, dann aber mehr Verständnis entgegen gebracht bekommst.

Klar hab ich auch Phobien und Ängste - gerade berufsbezogen gerate ich immer und immer wieder in das gleiche Schlamassel...ganz gleich, was ich mache und verdiene (ob als Sekretärin oder Putze) ich gebe 150%...selbst wenn ich nicht bezahlt werde oder genau weiß ich werde von vorne bis hinten ausgenutzt oder dass ich da z.B. für 2 Stunden bezahlt werde, obwohl das ein 4-6 Stunden Job ist (und vorher auch war)- ich tu es...und nicht nur so lala, sondern eben 150%, damit ich immer von mir selbst sagen kann: Ich hab alles gegeben und versucht.

Das mach ich nicht, weil ich son "Gutes" bin oder ein bißchen doof, sondern weil ich nicht damit umgehen kann, wenn mir Faulheit oder Dummheit oder gar Fahrlässigkeit oder sowas persönliches nachgesagt wird...ich kriege es einfach nicht aus mir raus, dass ich immer volle Leistung (wenn möglich perfekt)bringen muss, um was zu verdienen (und sei es nur n feuchter HÄndedruck)...ob mit blutenden Magengeschwüren, angehender Lungenentzündung, gerissenen Knöchelsehnen, Bandscheibenvorfall im Nacken etc, ich steh auf der Matte und mach meinen Job - lasse Urlaubsansprüche verfallen, renne wochenlang meinem Geld hinterher, lasse alles stehen und liegen, etc - persönliche/familiäre Probleme bleiben Außen vor - und alles nur damit ja keiner meinen Arbeitseinsatz oder Moral in Frage stellt oder gar kritisiert...

Das bescheuerte ist, ich weiß wo das herkommt,meine Mutter hat mich ganz bewußt so gedrillt, weil ich die Einzigste ihrer Töchter war, die auch ganz im Gegensatz zu ihr selbst, emotional halbwegs stabil und damit "Einsatzfähig" und verantwortungsvoll ist. Ich will hier gar nicht weiter ins Detail gehen, weil das hier nicht hergehört...aber irgendwie gehts immer um die "Existenz" für mich...nicht nur finaziell..."Entweder Du machst das jetzt, oder..." und von dem ODER hatte ich schon mehr als genug...viele, gerade auch Arbeitgeber durchschauen gar nicht, warum und weshalb ich so drauf bin, die halten sich dann nur selbst ganz schnell für unglaublich tolle und fähige Führungskräfte - und das bedeutet, dass sie Grenzen, die ich vielleicht wirklich irgendwann setzen muss,um nicht drauf zu gehen nicht mehr akzeptieren können und wollen - und dann gibts nur noch "entweder kündigen oder weiter machen"...Siehste, ich weiß das alles, versuche selbst auch immer wieder dieses Verhaltensmuster gleich von Anfang an zu durchbrechen...aber um so älter und damit unattraktiver ich für den Arbeitsmarkt werde, je mehr wird genau dieses Verhalten verlangt - das ist eine Realität, die Du hoffentlich nicht sobald für Dich entdecken mußt.

Alles Liebe für Dich

Cathy

18.06.2007 13:05 • #10


hallo cathy,

ganz so habe ich das auch nicht aufgenommen, ich wollte dir auch nicht unterstellen, dass du mein Problem nicht verstehst oder so!

Ich gehe seit etwa zwei Jahren zu einer Therapeutin, abe ich habe nicht das Gefühl, dass es seit dem besser geworden ist.

Ich weiß was du meinst, mit 150% geben im Job. Das habe ich auch immer gemacht, wenn ich denn mal hin bin. Es ist auf dauer aber auch sehr anstrengend und nevenaufreibend!
Was hast du denn für einen Beruf gelernt? Hast du im Moment eine feste Stelle? Wie alt bist du denn eigentlich?(Musst nicht antworten,wenn du nicht willst, hat mich nur mal interessiert.)

Aber ehrlich gesagt, dass mit den Arbeitsamt, dass es da so einen Psychologischen Dienst gibt wusste ich überhaupt nicht! danke für den Tip, da werde ich auf jeden Fall mal anrufen!!

lg Jojo

18.06.2007 13:25 • #11


hey jojo

wenn ich das richtig sehe, hast du vor allem am ersten arbeitstag ein problem?
das war bei mir lange auch so. aber irgendeinmal bin ich einfach gegangen. ich dachte, ich müsste sterben, aber ich war danach sowas von stolz auf mich! das gibt einem gleich einen schub selbstvertrauen.
hast du mir deiner psychologin mal darüber gesprochen, am ersten (oder den ersten paar) arbeitstag ein medikament zu nehmen, das die angst hemmt? z.b. Temesta oder so?
ich weiss, man nimt nicht gerne medikamente, aber manchmal kann einem das den anfang erleichtern. ich spreche aus eigener erfahrung. wenn du angst hast, davon psychisch oder physisch abhängig zu werden, dann lass dir von jemandem bei dem du wohnst, jeden tag eine tablette (oder was dir dann auch immer verschrieben wird) geben.
ich kann dir nur eins sagen: geh aufs ganze und spazier einfach mal da rein. als ich das getan habe, dachte ich nur so: oh gott, was bist du für ein draufgänger, was machst du eigendlich hier?
anfangs kann es einen ziemlich aus der fassung bringe, aber nach dem ersten tag kommts ja meist besser!

alles gute und hoffe, ich konnte dir weiterhelfen..

liebe grüsse, salome as joya

22.06.2007 15:49 • #12


Hallo Jojo,

ich möchte deine Angst keinesfalls herunterspielen oder so, denn ich kann mir nur ansatzweise vorstelen, was in dir vorgeht.

Aber ich möchte dir gerne einen Tipp geben, der dir den ersten Tag vielleicht ein klein wenig einfacher machen kann ?

Ich habe mir bei meinen jeweils ersten Arbeitstagen einer neuen Stelle immer gesagt, dass ich NICHTS falsch machen kann, weil es ja mein erster Tag ist!

Und mit dieser Einstellung war ich zwar immernoch nervös, aber ich bin mit positiver Einstellung hingegangen.

Du musst dir immer und immer wieder klarmachen, dass du die Grundlagen deines Jobs beherrschst, schließlich hast du deine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und dir gefällt die Arbeit.

Alles andere kannst du nicht wissen, und es ist normal, dass man sich Erfahrung aneignen muss.
Niemand erwartet von dir, dass du von Anfang an alles beherrschst, und du darfst das auch nicht von dir erwarten.

Ich hoffe, ich konnte dir damit ein klein wenig weiterhelfen Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute für die Zukunft!

Und: wenn du das Gefühl hast, dass deine Therapie nichts geholfen hat und sogar deine Therapeutin nicht mehr weiter weiß, dann wechsele auf jeden Fall! Auch wenn's schwierig ist.

Liebe Grüße,
Charlie

23.06.2007 15:10 • #13


Hallo Joya,

ich hatte auch schon positive Erlebnisse und da ist das Selbstvertrauen wirklich gestiegen, nur leider hält es oft nicht lange bei mir.
An Medikamente habe ich auch schon mal gedacht, hatte auch etwa ein Jahr lang schon mal welche genommen (musste sie aber wegen den starken Nebenwirkungen absetzen) und da ich jetzt noch mal einen Termin in einer Klinik habe (am 4. Juli) werde ich dort noch mal fragen! Meine jetzige Therapeutin verschreibt keine Medikamente!
Hattest du auch Angst davor zur Arbeit zu gehen? Was arbeitest du denn?
Ja wenn der erste Tag geschafft ist, gehts nur noch bergauf, aber den haelt erst mal schaffen!!

Hallo Charli,

Danke für deinen Tipp, das Problem ist bei mir, ich weiß es ja auch, dass ich nichts falsch machen kann, aber ich glaube es mir selbst nicht (hört sich blöd an, aber ich hoffe du verstehst was ich meine)
Ja du hast Recht, ich kann meinen Job und weiß was ich zu tun hätte, aber ich habe trotzdem Angst davor. Komisch eigentlich1

Wie oben schon geschrieben, ich gehe jetzt ja noch mal in die Klinik und erhoffe mir da mehr als bei meiner Therapeutin!!

Liebe Grüße
Jojo

24.06.2007 11:11 • #14


Hallo Jojo,

Ich gehe noch zur Schule..ich weiss nicht wie das bei euch in Deutschland heisst, ich glaube es ist bei euch das Gymnasium. Auf jeden Fall bin ich erst 18. Ich hoffe du denkst jetzt nicht, du könntest mich nicht ernst nehmen
Es war so, dass ich die in d. Schweiz obligatorische Schulzeit mit allerletzter Kraft abgeschlossen habe.
Danach konnte ich nicht mehr. Ich habe also ein Zwischenjahr gemacht und 1 Jahr im Krankenhaus gearbeitet. Dort ist mein Selbstvertrauen ziemlich gestiegen, weil nicht immer mir geholfen wurde, sondern ich auch einmal helfen konnte und auch mal Leute von MIR abhängig waren, nicht ich von ihnen.
Ja und dann, als das Jahr zuende war, musste (oder wollte) ich wieder zur Schule, damit ich später Musik studieren kann. Ein Jahr vorher hatte ich es schon versucht, hatte mich schon angemeldet und alles, und dann, am Morgen vor der Schule als der Wecker klingelte, wusst ich, ich schaffe es nicht. Und da bin ich nicht gegangen und habe mich für ein Zwischenjahr entschieden.
Ich musste im Krankenhaus oft die Stationen und Teams wieder wechseln (was für mich ja genau deshalbt schwierig war), aber es wurde immer besser, und mein Selbstvertrauen auch.
Aber wie gesagt, dann sollte es wieder mit der SChule losgehen.. Ich habe gewusst, dass wenn ich diesen Morgen nicht Aufstehe und im Bett bleibe, dass ich dann nie in diese Schule würde und irgend eine Azubi werden, die es eigendlich nicht sein will.
Ich war so was von nervös, hatte Durchfall, Bauchschwerzen, Schwindelgefühle, Angstzustände, ich fühlte mich wie in Trance. Ich weiss nicht mehr, wie ich zur Schule gekommen bin, aber ich habe es einfach getan, und eben..als ich da war..einfach so: Oh mein Gott, was machst du hier. Und dann musste ich irgendwie lachen, denn der Anfang war geschafft, der ja bekanntlich am schwersten ist:)
Ich habe auch Medis genommen, aber schleiche jetzt nach und nach damit aus. Nach den Sommerferien müssten sie dann auf ein Medikament reduziert sein, und dann kommt das dann auch balt weg:). Ich habe halt auch noch andere Probleme.. psychosomatisch, und irgendwie so Soziophobie..
Kann dir nur raten, es einfach mal zu probieren. Es ist sooowas von schwer, ich weiss es genau. Aber je mehr du die negative Erfahrung machst, dass du es kurz davor nicht schaffst, desto mehr glaubst du selbst daran, dass du es wirklich nicht schaffst. Es wird einfach schlimmer...

Aber irgendwie bin ich zuversichtlich, dass du es irgendwann schaffen wirst. Kann mir (soweit ich das beurteilen kann) vorstellen, dass du diesen Job zuu gerne machst, als dass du dich niemals überwinden könntest, dahin zu gehen.

Alles alles Gute, Salome

24.06.2007 13:10 • #15


Auch ich habe angst davor arbeiten zu gehen,ich schaffe es nicht einmal mich zu bewerben.Ich hab nicht einmal gewusst das es irgendwo noch jemanden gibt dem es auch so geht.Niemand scheint das zu verstehen und alle denken das man einfach nur zu faul ist um arbeiten zu gehen.Ich komme einfach nicht mit anderen menschen zurecht,und wünschte mir das es mich einfach nicht geben würde,ich fühle mich als würde ich nicht auf diese welt gehören.Ich gehe in eine therapie aber ich kann dort einfach nicht reden ich sitze nur da,und kann kein wort rausbringen.Das hier fällt mir so schwer ich habe angst jemand könnte mich enddecken.

24.06.2007 21:23 • #16


Hallo Joya,

keine Sorge, es ist doch egal wie alt man ist, ob du mit 18, mit 30 oder 60 Ängste hast! In jedem Alter ist schlimm

Das du das Jahr arbeiten geschafft hast ist doch schon super toll!!
Genau so geht es mir morgens, wenn ich arbeiten soll auch. Ich habe es auch in meiner Ausbildung immer geschafft, nur seit etwa einem Jahr habe ich einfach keine Kraft mehr morgens den Kampf zu kämpfen und aufzustehen etc.

Hoffentlich bekomme ich nächste Woche auch Medikamente oder wenigstens gesagt, wie es mit mir weitergehen soll!

Seit wann gehst du wieder zur Schule? Und geht es seit dem oder kommen manchmal trotzdem noch Ängste?

Hallo Gast,

Bis ich das Forum hier gefunden hatte, gings mir ähnlich wie dir. Ich dachte ich bin die einzige auf der ganzen Welt, die Angst davor hat arbeiten zu gehen. Aber das sind wir nicht.
Ich dachte auch immer kein Mensch versteht mich und kann nachvollziehen wie man sich fühlt und jeder denkt mn würde sich ein schönes leben machen und gerne daheim bleiben und faul rum leigen. Aber so ist es definitiv nicht!!
Ich wollte mich lange Zeit auch nicht bewerben, habe es aber dann irgendwann einfach gemacht, ich dachte falls die sich überhaupt melden, muss ich ja nicht hingehen oder zusagen.
Probier es mal, man hat da wirklich nichts zu verlieren. Ich weiß, dass das schon verdammt schwer ist, aber ich denke das schaffst du auch irgendwann!!

Das bei der therapie kann ich gut verstehen. Ich bin auch jemand der total ungerne gerade über dieses Thema redet und dann noch mit jemandem, den man so gut wie gar nicht kennt.Meine Therapeutin meinte auch mal zu mir, dass sie es sehr anstrengend findet mit mir zu arbeiten. Na toll!!
Aber ich eill auch gerne wechseln, ist auch nicht gerade ein einfacher Schritt, aber mal sehen!1

Viel Glück und lg

Jojo

25.06.2007 09:06 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

hallo Jojo

bin seit einem jahr wieder an der schule. seit ich zur schule gehe, habe ich wieder ängste..
aber ich habe total nette freundinnen in der klasse! und di eine hat ein ähnliches problem wie ich. das hilft mir schon sehr! es gibt zeiten, da bin ich diesen kampf auch müde, dann wenn es wieder schlechter geht. vorher in der schule hätte ich jeden tag am liebsten aufgegeben und habe auch viel gefehlt. da ich aber eine freundin als leidensgenossin habe gibt es für mich mindestens einen grund, zur schule zu gehen. und meine klassenlehrerin ist total nett und weiss schon ein bisschen über mein problem.
ich glaube, momentan geht es mir vor allem so gut, weil ich ein medikament nehme, das den stuhlgang eindickt..kann mich so besser überwinden, irgendwas durchzuziehen..aber unternehme immernoch so gut wie nichts ausser schule...
habe jetz eine neue therapeutin. ich verspreche mir recht viel davon. obwohl mein problem zwar noch sehr belastend ist für mich, spüre ich, es wird irgendwann wieder gut.
diese hoffnung werde ich solange haben, bis mir jemand das gegenteil beweisen kann
also ich kann nur sagen, dass mir die medikamente wirklich geholfen haben, einmal positive erlebnisse und nicht nur negative zu haben. vorher war ich so müde, 'lebensmüde' wörtlich gemeint. ich konnte einfach nicht mehr. aber mit den medis hatte ich wie ferien und konnte mich gut erholen.. fühle mich bereit, es bald auch ohne medikamente zu versuchen. aller anfang ist schwer..und auch dieser wird es wieder sein. aber ich muss es einfach schaffen!
ja..bist du denn jetz bei einem neuen therapeuten, der dir medis verschreiben kann?

liebe grüsse, salome

25.06.2007 17:19 • #18


Hallo joya,

ich finde es ist doch schon super, dass du schon wieder so lange zur Schule gehst und ich denke je länger man das schafft, desto kleiner wird die Angst werden und irgendwann ist sie bestimmt ganz weg! Davon bin ich überzeugt.
Ja, das man jemanden mit dem gleichen Problem hat, kann bestimmt helfen. Man ist dann nicht allein mit seiner Angst.

Ich habe am nächsten Mittwoch (4 Juli) ein Vorgespräch in einer Klinik, aber nur für eine Therapie, nicht für eine stationäre aufnahme. Da werde ich hoffentlich auch Medikamente bekommen und es wird dann auch mal etwas besser.
Natürlich ist es, wie bei dir, dann schwer wieder damit aufzuhören und ohne sie das auch alles hinzubekommen, aber ich denke wir schaffen auch das.
Das "lebensmüde" kenne ich nur zu gut, aber man gibt trotzdem nicht auf! Ich zumindest nicht, aber man möchte auch mal wieder ein Leden ohne Angst und mal positive Erlebnisse.

Dir schon mal viel Glück dafür, dass schaffst du auch ohne Medis!!

Lg Jojo

26.06.2007 16:38 • #19


Hallo Jojo,

dankeschön! ich wünsch dir am mittwoch schonmal alles gute!
ich habe irgendwie immer die hoffnung, dass bei all den leuten, die so ähnliche probleme haben, das alles irgendeinmal vorbei ist. ich habe das gefühl, diese hoffnung wird sich bei jedem mal bewahrheiten, auch wenn es bei manchen ein halbes leben lang anhält...

lg, Joya

27.06.2007 18:15 • #20



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