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Hallo ihr lieben,
ich bin neu hier und habe mich hier angemeldet in der Hoffnung gleichgesinnte zu finden mit denen ich reden bzw. schreiben kann, da ich bisher noch niemanden erzählt habe was mit mir los ist.
Angefangen hat alles vor gut 9 Jahren... ich war sonst immer ein fröhlicher Mensch, der gern raus gegangen ist, auf Partys, zu Freunden ... unter Menschen halt.
Es fällt mir nich einfach das alles jetzt hier aufzuschreiben, habe sonst immer diese Gedanken versucht zu verdrängen, um mich bloss nicht damit auseinander zu setzen.
Vor knapp 9 Jahren ist mein Vater krank geworden .. er war starker Alk. und dadurch das er sowieso schon an Hepatitis C erkrankt war, konnte seine Leber den Alk. nicht mehr verarbeiten und seine Adern in der Speiseröhre sind geplatzt so das er viel Blut gebrochen hat und es schon fast zu spät für ihn war.
Dieses Erlebnis war das Ausschlaggebende wo es mir das erstemal richtig schlecht ging.
Ich hatte über gut 2 Monate ständiges Schwindelgefühl, Magenbeschwerden und ständig das Gefühl mein Hals ist angeschwollen bzw. ständig das Gefühl mich würde jemand würgen. Bin dann auch zum Arzt gegangen was mich sehr viel Überwindung gekostet hat, da ich mir schon die schlimmsten Sachen ausgemalt habe, bzw. gedacht habe mir könnte das gleiche passieren wie meinem Vater.
Der Arzt hat ein EKG gemacht mich sonst komplett Untersucht, Blut abgenommen etc.
Er war auch der Hausarzt von meinem Vater und kannte somit seine Geschichte. Er meinte das meine Körperlichen Beschwerden damit zusammenhängen könnten, da ich das irgendwie nicht verkrafte oder sowas in der Art. Und er meinte noch zu mir sie sind ja keine Alk. dann brauchen sie sich keine Sorgen machen das das gleiche passiert.
Ich war echt erleichtert und muss sagen kurz danach ging es mir wieder super. mein Vater war auch wieder auf dem weg der Besserung, hat ne Therapie angefangen und ich dachte alles wird wieder gut.
Ungefähr 3 oder 4 Jahre später hat er wieder angefangen zu saufen und hat sein Leben wie vorher gelebt. Es hat auch nich lange gedauert und das Blut brechen ging wieder los. Er hatte dann eine Not OP und ihm wurde eine Umleitung eingesetzt, das die ganzen Giftstoffe nicht mehr über die Leber gehen oder sowas in der Art.
Kurz nachdem er ins KH eingeliefert wurde gings wieder los... Schwindel, das Gefühl ich ersticke usw. Das zog sich wieder über Wochen hinaus und ich habe mir wieder die schlimmsten Dinge ausgemalt.
Dann gings meinem Vater wieder besser. da er ja nun diese Umleitung hatte, dachte er er könne weitermachen wie zuvor und hat weiter gesoffen. Es ging 3 Jahre gut dann hat er ständig Anfälle gehabt, war total verwirrt, hat sich eingemacht und noch andere komische Dinge. Wieder ab ins KH an den Tropf wo seine Leber mit Hilfe eines Tropfs gereinigt wurde. Das ganze zog sich über 1 Jahr hin .. ständig ins KH an den Tropf .. wieder nach Hause .. paar tage später wieder KH. Er war mehr im KH als zuhause in diesem Jahr. Und mir ging es wieder schlecht .. wieder besser .. wieder schlecht. Ich habe ja alles miterlebt, musste ständig den Krankenwagen rufen, habe gesehen wie er von mal zu mal immer dünner wurde...
Eines Nachts rief meine Mutter an er hat wieder Blut gebrochen im KH und liegt jetzt auf der Intensivstation. Wirild wie er da lag werde ich nie wieder vergessen, es geht mir einfach nicht aus dem Kopf. In diesem Moment von jetzt auf gleich ging es mir wieder so dreckig das ich dachte ich kippe gleich um und ersticke... ich wollte da raus!
Die Ärztin sagte zu meiner Mutter, noch einmal und er überlebt es nicht.
Ab da ging es mir nur noch schlecht, ich hatte Angst Nachts zu schlafen, hatte ständiges Herzrasen, wieder Schwindel, Kopfschmerzen und das schlimmste diese Gedanken die den ganzen Tag in meinem Kopf umherschwirrten. ich konnte diese Gedanken aber auch nicht verdrängen, habe versucht an was schönes zu denken aber das hat nur kurzzeitig geklappt.
Ein paar Wochen später, ein Tag vor meinem Geburtstag wurde er wieder eingeliefert. meine Mam rief mich an und meinte die Ärzte haben gesagt wenn wir ihn noch einmal lebend sehen wollen sollten wir jetzt sofort kommen.
Wir natürlich sofort hin. da haben wir dann erfahren das wieder eine OP gemacht wird und er diese zu 98% nicht überleben wird. Wir sind dann wieder nach Hause gefahren und ein paar Stunden später kam dann die Nachricht .. mein Vater ist tot. Ich habe zu meiner Mam gesagt ich komme nicht mit ich will ihn lebend in Erinnerung behalten.
Ich habe gedacht das nachdem die Trauer vorüber ist alles besser wird und es mir nicht mehr so schlecht geht. Aber da habe ich mich geirrt. das ist jetzt mittlerweile 2 Jahre her und ich habe trotzdem immer noch diese Attacken. Weil ich ständig an ihn und an diese Krankheit denken muss. Ich kann nicht anders. Ich will diese Gedanken nicht haben, aber sie kommen einfach und ich kann nichts dagegen tun.
ich will doch einfach nur wieder normal leben und glücklich sein. Mein Freund fragt auch immer was mit mir los ist, aber ich kann einfach nicht mit ihm darüber reden.
Ich habe mir jetzt überlegt mir proffessionelle Hilfe zu holen, sprich Psychotherapeutische .. ich will wieder LEBEN ohne diese ständige Angst!
Sorry das der Text solang geworden ist...
21.01.2013 15:20 •
#35
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