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monika69

monika69

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Hallo.
Ich heiße Monika,50 Jahre und leide unter Schluckangst. Derzeit baut sich diese Angst und Unsicherheit so auf, dass es meinen Tag, mein Leben beherrscht.

Essen, was normales und auch was schönes, warum geht das nicht?
Warum bestraft mich mein Körper mit diesem Entzug?
Bestrafe ich mich selbst?

Ich möchte doch funktionieren, Leistung bringen und leben !
Leben, das Leben ist doch schön.
Warum beraube ich mich von schönen Momente, gutem Essen, Lachen, gute Gespräche ?

Warum verkrieche ich mich auf der Couch?
Aber auch dort ist Angst da, wie geht es weiter. . werde ich wieder essen können . . werde ich wieder schöne Momente haben. ...werde ich wieder lachen können..... werde ich wieder leben

Ich möchte wieder mein Leben haben!

Heute noch nicht, aber vielleicht morgen?

28.09.2019 11:00 • 09.10.2019 x 1 #1


44 Antworten ↓


eidgenosse


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Unglaublich, was es alles für Ängste und Phobien gibt.. einfach unglaublich! Und für die Betroffenen ist dies einfach der reinste Psychoterror. Ich selber leide übrigens an Emetophobie, sprich der panischen Angst vor dem Erbrechen.

28.09.2019 11:39 • x 1 #2


monika69

monika69


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Hallo
Vor dem Erbrechen hatte ich schon immer große Angst.
Ich stelle mir immer vor, dass ich dabei ohnmächtig werde und
es mir dann in die Luftröhre kommen könnte.
Schon als Kind..

Ich hatte schon immer viel Angst vor Krankheiten und dem Tod.
Hilflos den Schmerzen ausgesetzt zu sein.

Von den Ärzte, Famile höre ich nur noch ablenken!
Wie bitte soll man sich ablenken? wenn diese Gedanken dich
24 Std begleiten?

28.09.2019 12:18 • x 1 #3


eidgenosse


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Genau... ablenken.. das sagen sie immer.. aber wenn einem nicht gut ist, elend ist, dann hilft alles ablenken nicht. Wir sind ja keine kleinen Kinder mehr. Wenn einem nicht gut ist, dann ist man so mit sich selber beschäftigt und kreist nur noch um sich und ist völlig eingenommen von seinen Ängsten. Ein elender Zustand.

28.09.2019 12:22 • x 2 #4


NIEaufgeben

NIEaufgeben


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Ohhh ja,das unterschreibe ich zu 100%

28.09.2019 12:24 • x 1 #5


monika69

monika69


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Tagsüber besteht zwar etwas Ablenkung, aber die Nächte sind grausam.
Ich merke jedes Zucken im Körper.
Und immer diesen Gedanken, bitte jetzt nicht eine Attacke bekommen. Bitte Körper lass mich schlafen, zu Ruhe kommen, Kräfte tanken

28.09.2019 13:13 • x 1 #6


monika69

monika69


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Der Tag schleppt sich so dahin.....

Nun bekomme ich auch noch starke Kopfschmerzen, das Wetter nervt mich auch.
Vielleicht schaffe ich es ja noch und gehe etwas vor die Türe.

28.09.2019 17:07 • #7


Orangia

Orangia


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Schön, das du ein wenig mitgespielt hast bei der Assoziationskette, lenkt mich auch immer ab

28.09.2019 17:20 • x 1 #8


Szegfue

Szegfue


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Hallo Monika,
ich habe mal eine stationäre Therapie wegen Essstörungen und jemanden getroffen, der auch Schluckangst hatte. Hast du schon mal über eine stationäre Therapie nachgedacht? Oder überhaupt Therapie? Es muss ja nicht immer gleich stationäre sein.. Drücke die Daumen, dass es bald besser geht.

28.09.2019 17:27 • x 1 #9


Gleichklang

Gleichklang


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Zitat von monika69:
Tagsüber besteht zwar etwas Ablenkung, aber die Nächte sind grausam. Ich merke jedes Zucken im Körper. Und immer diesen Gedanken, bitte jetzt nicht eine Attacke bekommen. Bitte Körper lass mich schlafen, zu Ruhe kommen, Kräfte tanken


Halli Hallo,

hast du ein paar Strategien, die dir helfen könnten?
Ablenkung meine ich damit nicht, eher zb kleines Licht anlassen, PMR, Atemübungen oder wohlige Kuscheldecke, solche Dinge.

Frische Luft tut bei Kopfschmerzen definitiv sehr gut.

28.09.2019 17:31 • x 1 #10


monika69

monika69


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Eine stationäre Therapie ist geplant, jedoch dauert das ja seine Zeit.

Ablenken, mal klappt es besser - mal schlechter. Wenn ich kaum geschlafen oder echt nur getrunken habe, dann hilft nichts. Und heute ist so ein Tag.... da kommen schon die Gedanken, wie wird wohl diese Nacht werden?

Nachts, lass ich immer ein kleines Licht an und versuche bewusst zu Atmen. Ja eine Kuscheldecke hab ich auch, aber meistens meine 2 Fellnasen. Meine Seelentröster!

Das Spiel hat mir auch Spaß gemacht, da es mich ablenkte.

28.09.2019 17:46 • #11


Gleichklang

Gleichklang


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Lebst du alleine?
Hast du gute enge Freunde?

28.09.2019 18:02 • #12


monika69

monika69


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Ich bin verheiratet.

Mein Mann schläft nur in einem anderem Zimmer, da er wirklich sehr stark schnarcht.

Freunde schon, aber ich habe mich in der letzten Zeit sehr rar gemacht.

Irgendwie war immer etwas anderes wichtiger, die Arbeit, der Haushalt usw.

28.09.2019 18:07 • #13


Acipulbiber

Acipulbiber


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Zitat von Orangia:
Schön, das du ein wenig mitgespielt hast bei der Assoziationskette, lenkt mich auch immer ab

ja bitte spiel weiter mit, ich schwör, das lenkt sowas von ab und ich kichere hier ständig vor mich hin und freu mich über jeden Begriff

28.09.2019 18:11 • x 1 #14


monika69

monika69


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Hallo
Bin gestern noch kurz etwas gelaufen, dann wurden die Kopfschmerzen etwas weniger.

Heute Nacht hab ich etwas besser geschlafen. Nur Essen geht eben nicht. Mache mir jetzt nochmal ein Shake und dann fahren wir etwas raus. Ich habe es meinem Mann versprochen..... obwohl ich lieber Zuhause bleiben würde

Heute muß ich ständig weinen, 1000 Gedanken im Kopf!
Traurigkeit, Müde im Kopf, Leere im Körper, aber auch Zorn auf Mich.
Zorn, schon wieder nichts gegessen. Schon wieder versagt!
Immer Druck, entweder von außen oder ich mach ihn selber.
Leistung bringen, nicht schwach sein. Schwach sein, das hab ich nicht gelernt, das wurde belächelt und nicht verstanden.
Man muß funktionieren.....
Ich funktioniere gerade nicht!

29.09.2019 12:09 • #15


Perle

Perle


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Hallo Monika,

wurden bei Dir körperliche Ursachen für die Schluckbeschwerden ausgeschlossen?

Welche Themen beschäftigen oder belasten Dich so sehr, dass Du sie nicht mehr länger "schlucken" möchtest? Dein Körper ist Dein guter Freund, der Dich aufmerksam auf etwas machen möchte, das einer Veränderung Bedarf. Hast Du eine Idee, was das sein könnte?

LG Perle

29.09.2019 12:35 • #16


monika69

monika69


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Hallo
körperliche Ursachen wurden ausgeschlossen, es wurden mehrere Untersuchungen gemacht.

Es begann letztes Jahr, ich verschluckte mich ständig. Und daher konnte ich nur verkrampft und mit großer Angst essen.
Dann letzten Monat hatte ich eine Schluckblockade, nichts ging mehr. Nicht vor und zurück, dachte jetzt sterbe ich.
Seit diesem Vorfall esse ich nichts mehr festes. Sobald ich was kauen muß, verkrampft mein Hals, Kiefer und der Nacken.

In letzter Zeit hatte ich schon viel Stress auf Arbeit, wobei ich sehr gerne dort arbeite. Ich bin eh so ein Typ, alles muß bewältigt werden, immer Leistung bringen. Mir wurde ständig mehr aufgelegt, und ich mußte es packen.

Familie, tja was soll ich sagen. Sie fragen schon, aber wirklich wissen wollen sie es nicht.

Mein Mann versucht schon mich zu verstehen, aber ist eher hilflos. Wir führen eine gute und glückliche Ehe, aber ich habe das Gefühl, irgendwas fehlt. Ich brauche Zeichen seiner Liebe, also mal in den Arm genommen werden oder liebe Worte. Da ist er nicht der Typ.

Ich fühle mich so müde und leer. Selbst kurze Gespräche strengen an. Plötzlich diese unendliche Traurigkeit. Und nun durch das nichts essen, fühle ich mich matt und schwindelig. Keine Energie, für nichts.

Den ganzen Tag, denke ich an diese Essblockade und das ich mich täglich mehr auflöse. Weniger werde.....

29.09.2019 15:35 • #17


Perle

Perle


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Hallo nochmal,

Du klingst erschöpft und gestresst. Das kommt wohl den meisten Usern hier bekannt vor. Um so wichtiger ist ein achtsamer Umgang mit Dir selbst. Das klingt so leicht daher gesagt und ich kann Dir eines sagen: Ich übe Achtsamkeit jeden Tag aufs Neue, Erfolge und Rückschläge wechseln sich ab. Dennoch klappt es immer besser, auch mal nein zu sagen und Fünfe gerade sein zu lassen. Ansonsten wird man Dir immer mehr Arbeit aufbürden und auf ein "Danke" wirst Du im Normalfall vergeblich warten.

Dein Mann ist mit der Situation überfordert. Er muss ja auch nicht alles verstehen. Er soll Dich einfach in den Arm nehmen und Dich halten. Dann kannst Du schon ein bisschen besser "loslassen". Bitte ihn einfach darum. Er wird das machen, da bin ich sicher.

Und jetzt komme ich wieder wie so oft in diesem Forum zum meinem Lieblingsthema Verspannungen. Da Du körperlich so weit gesund bist, gehe ich bei Deinen Schluckbeschwerden von starken Verspannungen aus. Ich hatte das nämlich 2014 fast genau so wie Du. Ich war so verzweifelt. Ich hatte Hunger und konnte nichts mehr schlucken. Ich saß am Esstisch und habe geweint, weil ich solche Angst vor Erstickung hatte. Ich war damals 46 Jahre alt und bin wieder bei meinen Eltern eingezogen, das muss man sich mal vorstellen. Ich will das jetzt nicht weiter ausführen aber wir haben haufenweise Muskeln am und im Hals. Logisch, wie sonst sollten wir die Nahrung durch den Schlund transportieren! Und diese ganzen Muskeln waren durch Stress, Kummer, Angst usw massiv verspannt. Daher mein gut gemeinter Rat an Dich: Nimm Geld in die Hand, wenn Dir das irgendwie möglich ist und suche Dir eine Masseurin oder Physiotherapeutin, die Dich mindestens 1x pro Woche für 1 Stunde massiert! Auf Kasse bekommst Du zwar auch Krankengymnastik verschrieben aber das ist m. E. nicht ausreichend. Und Zuhause legst Du Dir so oft es geht Wärme auf die Hals- und Nackenregion, um die Verhärtungen ein wenig zu lösen. Es wird besser werden mit der Zeit aber Du musst da hinein investieren.

LG Perle

29.09.2019 16:22 • x 1 #18


monika69

monika69


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Hallo Perle
vielen Dank für deine Nachricht.

Ja, ich bin sicher total verspannt.
Da ich vieles verbissen sehe, auf Arbeit , Familie und im Alltag.

Ich habe verlernt "loslassen"

Mein Leben war nur noch funktionieren, alles zu erledigen.
Mein Körper hat sich schon gemeldet, aber mir wir alles andere wichtiger.

Ich wollte keine Schwäche zeigen und um Hilfe bitten.

Für mich ist dies Versagen und ich bin nichts wert.

Dann lieber sich selber zugrunde richten.

29.09.2019 16:42 • #19


Gleichklang

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Wahrscheinlich sollte man auch mit so einer Problematik 'Schluckbeschwerden' ganz geduldig und wohlwollend mit sich umgehen.
Fange ganz klein an, damit du nicht zunehmend an Energie verlierst, empfehle ich dir leckere Shakes zu machen, mit zb Obst, Mandeln/Nüssen, Zimt, Kurkuma sehr gesund, Ingwer wer es mag - ebenso sehr gesund - und Kefir/Quark/Joghurt/Milch/Mandelmilch etc. Oder auch in herzhafter Variante mit Gurke, Avocado usw. Da gibt's viel im Internet. Damit du Abwechslung hast und vorallem Energie. Mit Ernährung zum Kauen würde ich gaaanz langsam es mal versuchen, aber vielleicht wirklich erst nachdem du deine Nackenmuskulatur entspannt hast. Alles ganz in Ruhe.
Vllt hilft dir mein Tipp, trinken - so habe ich dich verstanden - funktioniert ja ganz gut.

29.09.2019 16:46 • x 1 #20




Dr. Christina Wiesemann

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