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Hallo Experten-Team,
ich bin momentan in der unglücklichen Situation als u.a. Herzphobiker vor knapp 2 Wochen starke Extrasystolen entwickelt zu haben.
Zunächst fast durchgehend bis zu 10mal die Minute, nun meist "nur" noch beim aufstehen, essen und bewegen. Die ersten beiden Tage dachte ich, daß ich sterben werde. Auch jetzt kommen diese Ängste immer wieder mal hoch, wenngleich nicht in diesem Maße.
Ich bin in ärztlicher Behandlung, aber es dauert alles so lange hier in Köln.
Zu meiner persönlichen Beruhigung lebe ich momentan sehr starr. Ich habe mir direkt alle Genußmittel verboten (Alk., Niktin, Süßigkeiten, üppige und ungesunde Mahlzeiten), nehme Johanniskraut und Baldrian zur Beruhigung, trinke Weissdorn-Tee, ess Suppen mit Knoblauch und nehme Magnesium für das Herz. Gegen die Nervosität setze ich gesunde Kaugummis aus dem Bio-Markt ein. Neben dem Tee trinke ich nur Wasser.
Im Moment bin ich eigentlich nur am warten. Warten auf Ergebnisse, Termine und auf bessere Zeiten. Ich weiss, daß ich mich eigentlich bewegen müsste, aber da die Extrasystolen vor allem dann auftreten, tu ich nur noch das nötigste.
Ich glaube das ist nach all den Panikattacken, Tragödien und sonstigen Stressfaktoren in meinem Lerben trotz dieser momentanen Ruhe die schlimmste Phase, die ich je durchlebt habe.
Und ich weiss nicht worauf ich mich freuen soll, denn mein altes Leben mit der ständigen Atemnot, der Aggression, der Perspektivlosigkeit, der permanenten Überforderung und dem daraus resultierenden Rückzug ins Internet will ich auch nicht mehr zurück.
Im Moment tröste ich mich damit, daß das evtl. die Chance sein könnte mein ungesundes, unbefriedigendes Leben dauerhaft zu verändern. Aber ich weiss nicht wie dieses Leben dann aussehen soll, woher die Kraft kommen soll, wer mir Chancen geben soll und wie man auf einmal so schnell erwachsen werden kann, wenn mans vorher nicht gelernt hat.
Ab 15.06. steht mein zweiter Tagesklinik-Aufenthalt bevor. Borderline-Station. Ich weiss nicht ob ich dieses Ambiente und diese Tagesstruktur mit den Herzproblemen meistere. Im Moment kämpfe ich ja schon am Limit mit all dem Verzicht, dem nahezu kompensationslosen Aushalten von Ängsten und Einsichten.
Wäre es nicht vielleicht ratsam den Klinik-Aufenthalt zu verschieben, bis ich körperlich komplett durchgecheckt bin? Aber auf der anderen Seite bin ich ja dringend therapiebedürftig, also was tun?
Ja, jetzt hab' ich viel geschildert und wenig Fragen gestellt. Aber die konkreten Fragen können mir wohl nur die Ärzte beantworten.
Was ich aber noch gerne beantwortet hätte: Wissen sie denn gute Anlaufstellen im Raum Köln, an welche man sich kurzfristig wenden kann, wenn einem alles zuviel wird?
Vielen Dank
David